Fakten (kompakt)
Hier sind einige Fakten über den Asiatischen Marienkäfer (*Harmonia axyridis*) in einer kompakten Liste: - *Harmonia axyridis* ist eine Art der räuberischen [Käfer](/pages/lexikon/kafer) aus der Familie der Marienkäfer (Coccinellidae). - Die Art ist in Ostasien beheimatet, einschließlich Regionen in China, Japan, Korea und Russland. - Erwachsene [Käfer](/pages/lexikon/kafer) messen 5,5–8,5 mm in der Länge. - Die Färbung der [Käfer](/pages/lexikon/kafer) ist sehr variabel und reicht von blassgelb bis orange, rot oder schwarz, oft mit 0–22 schwarzen Flecken auf den Flügeldecken. - Das Pronotum ist schwarz und mit weißen vorderen seitlichen Flecken versehen, die ein "M"-förmiges Muster bilden. - Die Art ist ein gefräßiger, generalistischer Räuber, der sich hauptsächlich von [Blattläusen](/pages/lexikon/blattlause) ernährt, aber auch andere [Insekten](/pages/lexikon/insekten) mit weichem Körper, Pollen und Nektar frisst. - Die Larven weisen kannibalisches Verhalten und Intraguild-Prädation gegenüber anderen Marienkäfern auf.[6] - *H. axyridis* wurde ab 1916 absichtlich nach Nordamerika eingeführt, um [Blattläuse](/pages/lexikon/blattlause) und andere Schadinsekten auf Nutzpflanzen biologisch zu bekämpfen. - In Europa wurde die Art 1982 und in Südamerika in den 1990er Jahren zur Schädlingsbekämpfung eingeführt. - Bis 2024 hat sich die Art in mindestens 86 Ländern weltweit etabliert.[6] - Als invasive Art stellt *H. axyridis* erhebliche ökologische Bedrohungen dar, indem sie einheimische Marienkäferarten verdrängt und sich von ihnen ernährt, was zu einem Rückgang der Artenvielfalt innerhalb aphidophager Gemeinschaften führt. - Aggregationen von Erwachsenen, die Überwinterungsplätze in Gebäuden suchen, können zu einer Plage werden, allergische Reaktionen beim Menschen auslösen und Oberflächen mit Reflexblutungen verunreinigen. - Die Art kann bis zu 1.000 Eier pro Weibchen legen. - *Harmonia axyridis* wurde ursprünglich 1773 von Peter Simon Pallas als *Coccinella axyridis* beschrieben.[6]
Die Erstbeschreibung der Art erfolgte 1773 durch Peter Simon Pallas unter dem ursprünglichen Namen *Coccinella axyridis* anhand sibirischer Exemplare. Aufgrund der variablen Erscheinung wurden historisch diverse Synonyme wie *Coccinella bisexnotata* (Herbst, 1793) beschrieben, die heute als ungültig gelten.[1] Systematisch wird *Harmonia axyridis* innerhalb der Familie der Marienkäfer (Coccinellidae) in die Tribus Coccinellini eingeordnet und ist eng mit Schwesterarten wie *Harmonia yedoensis* verwandt.[3]
Die adulten [Käfer](/pages/lexikon/kafer) von *Harmonia axyridis* erreichen eine Körperlänge von 4,9 bis 8,2 mm sowie eine Breite von 4,0 bis 6,6 mm. Der Körper ist mäßig gewölbt und bildet eine verkürzte ovale Form, wobei die Deckflügel das Abdomen vollständig bedecken.[1] Die Färbung der Elytren ist äußerst variabel (Polymorphismus) und reicht von blassgelb über orange und rot bis hin zu schwarz.[1][3] Bei der häufigsten Farbvariante (*succinea*) zeigt sich ein roter oder oranger Hintergrund mit 0 bis 19 schwarzen Punkten, während melanische Formen wie *spectabilis* oder *conspicua* schwarz mit typischerweise zwei bis vier roten Flecken sind.[1] Ein zentrales Bestimmungsmerkmal auf dem gelblichen Halsschild (Pronotum) ist eine variable schwarze Zeichnung, die oft ein charakteristisches „M“-förmiges Muster bildet.[4] Der Kopf ist mit kurzen, elfgliedrigen Antennen ausgestattet, die am Ende keulenartig verdickt sind. Ein Sexualdimorphismus zeigt sich in der Körpergröße, wobei Weibchen meist größer sind als Männchen, sowie in der Form des fünften Abdominalsternits.[1] Die Larven durchlaufen vier Stadien und wachsen dabei von etwa 2 mm auf bis zu 10 mm heran. Sie besitzen einen länglichen, abgeflachten und stacheligen Körper, der grau-schwarz gefärbt ist und orange bis gelbe Zeichnungen sowie borstentragende Tuberkel aufweist, was ihnen ein alligatorähnliches Aussehen verleiht. Die kuppelförmigen Puppen verfärben sich während der Entwicklung von blassgelb zu orange mit schwarzen Flecken und behalten oft die abgestreifte Larvenhaut am hinteren Ende.[3] In ihrem nativen asiatischen Verbreitungsgebiet ähnelt die Art morphologisch der Geschwisterart *Harmonia yedoensis*, mit der sie sympatrisch vorkommen kann.[5]
Harmonia axyridis übt als invasiver Prädator erheblichen ökologischen Druck aus, indem er durch Intraguild-Prädation heimische Marienkäferarten wie *Adalia bipunctata* verdrängt.[4][5] In Agrarökosystemen wird die Art einerseits zur biologischen Bekämpfung von [Blattläusen](/pages/lexikon/blattlause) in Kulturen wie Soja und Äpfeln geschätzt. Andererseits verursacht der [Käfer](/pages/lexikon/kafer) ökonomische Schäden im Obstbau, insbesondere in Weinbergen, indem er reifende Früchte anfrisst. Gelangen [Käfer](/pages/lexikon/kafer) in die Traubenernte, kann ihre Hämolymphe den Wein verunreinigen und einen als "Ladybug Taint" bekannten Fehlgeschmack verursachen.[4] Im Herbst suchen große Aggregationen der Tiere Schutz in Gebäuden, wobei sie bevorzugt durch Risse und Öffnungen in Dachböden oder Hohlräume eindringen. Bei Störung sondern sie reflexartig eine gelbliche Flüssigkeit ab, die Oberflächen und Textilien dauerhaft verfärbt.[3] Der Kontakt mit *Harmonia axyridis* kann bei Menschen allergische Reaktionen wie Rhinokonjunktivitis, Asthma oder Urtikaria auslösen.[4] Zudem neigen die [Käfer](/pages/lexikon/kafer) eher als heimische Arten dazu, Menschen zu beißen, was zwar meist harmlos ist, aber als lästig empfunden wird.[3] Für Haustiere besteht ein Risiko, da das Verschlucken mehrerer [Käfer](/pages/lexikon/kafer) durch die ätzende Hämolymphe zu Verätzungen der Mundschleimhaut führen kann.[1] Aufgrund der ökologischen Risiken wurden gezielte Freisetzungen in der Europäischen Union mittlerweile untersagt.[4]