Hühnerfloh –Ceratophyllus gallinae
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Taxonomische Klassifikation
Reich
Tiere (Animalia)
Stamm
Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse
Insekten (Insecta)
Ordnung
Flöhe (Siphonaptera)
Familie
Ceratophyllidae
Gattung
Ceratophyllus
Art
Ceratophyllus gallinae
Wissenschaftlicher Name:
Ceratophyllus gallinae (Schrank, 1803)
Akzeptierter Name
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Einleitung
Der **Hühnerfloh** (*Ceratophyllus gallinae*) ist ein ektoparasitäres Insekt aus der Ordnung der Flöhe (Siphonaptera), das zur Familie der Ceratophyllidae zählt.[1][2] Ursprünglich in Europa beschrieben, ist die Art heute kosmopolitisch verbreitet und befällt neben Hausgeflügel auch zahlreiche Wildvogelarten sowie gelegentlich Säugetiere und den Menschen. *Ceratophyllus gallinae* kann bei seinen Wirten Blutarmut (Anämie) und allergische Dermatitis verursachen.[1]
Fakten (kompakt)
- Taxonomisch wird *Ceratophyllus gallinae* innerhalb seiner Gattung dem Nominat-Untergenus *Ceratophyllus* zugeordnet.[3] - Es sind Fälle von Hybridisierung zwischen *Ceratophyllus gallinae* und der verwandten Art *Ceratophyllus borealis* bekannt. - Der dokumentierte Rekord für die höchste Anzahl dieser Flöhe in einem einzigen Vogelnest liegt bei 5.754 Exemplaren, die in einem Nest der Tannenmeise gefunden wurden.[3] - In den Nestern tritt die Art häufig in Koexistenz mit einer weiteren Flohspezies, *Dasypsyllus gallinulae*, oder mit den Larven von *Protocalliphora*-Schmeißfliegen auf.[19] - Wenn Hauskatzen Vögel erbeuten, wechseln die Flöhe beim Abkühlen des Vogelkörpers oft auf das warmblütige Säugetier über; ob sie auf der Katze dauerhaft überleben oder sich vermehren können, ist jedoch ungeklärt.[3] - Morphometrische Studien zeigen, dass die Länge des Abdomens das variabelste Merkmal zur Unterscheidung der verschiedenen Wuchsformen und Geschlechter darstellt.[19]
Name & Einordnung
Der Hühnerfloh (*Ceratophyllus gallinae*) ist ein Ektoparasit aus der Ordnung der Flöhe (Siphonaptera), der wissenschaftlich erstmals im Jahr 1803 von dem deutschen Botaniker und Entomologen Franz von Paula Schrank beschrieben wurde.[3][4] Schrank veröffentlichte die Erstbeschreibung unter dem ursprünglichen Basionym *Pulex gallinae* im dritten Band seines Werkes *Fauna Boica*. Die Überstellung in die heute gültige Gattung *Ceratophyllus* erfolgte später durch John Curtis, der diese Gattung im Jahr 1832 in seiner Publikation *British Entomology* aufstellte. Innerhalb dieser Gattung wird die Art dem Nominat-Untergenus *Ceratophyllus* zugeordnet. Im englischen Sprachraum ist das Insekt als „hen flea“ oder, zur Unterscheidung in außereuropäischen Gebieten, als „European chicken flea“ bekannt. Taxonomisch gehört die Art zur Familie der Ceratophyllidae und ist eng mit anderen Vogel-Parasiten wie *Ceratophyllus garei* und *Ceratophyllus borealis* verwandt, wobei mit letzterem Hybridisierungen beobachtet wurden.[3] Neuere morphometrische Untersuchungen an Populationen aus Nistkästen von Blaumeisen (*Cyanistes caeruleus*) deuten auf eine kryptische Diversität hin, da zwei morphologisch unterscheidbare Formen adulter Flöhe („typisch“ und „klein“) koexistieren, deren genetikbasierte taxonomische Differenzierung noch nicht abschließend geklärt ist.[4]
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Der erwachsene *Ceratophyllus gallinae* ist ein seitlich abgeflachtes, braunes Insekt mit einer Körperlänge von allgemein 2 bis 2,5 mm.[3] Morphometrische Analysen zeigen jedoch eine Variabilität mit zwei unterschiedlichen Formen: einer „typischen“ Form, bei der Männchen durchschnittlich 2,54 mm und Weibchen 2,77 mm messen, sowie einer „kleinen“ Form mit 1,77 mm beziehungsweise 1,83 mm.[11] Der Kopf trägt ein Paar einfacher Augen sowie einen Rüssel, der für das Blutsaugen ausgebildet ist.[3] Im Gegensatz zu einigen anderen Floharten fehlt *C. gallinae* ein Genalkamm (Stachelreihe an der Wange), jedoch ist ein deutlicher Pronotalkamm am Thorax vorhanden. Die Beine weisen am Femur des Hinterbeins charakteristische vier bis sechs Borsten auf, während die basalen Segmente der Beine keine Dornen tragen.[3] Es besteht ein ausgeprägter Sexualdimorphismus, wobei die Weibchen in der Regel größer sind als die Männchen. Die deutlichsten Größenunterschiede zwischen den Geschlechtern und Morphotypen manifestieren sich in der Länge des Abdomens, während die Kopf- und Tarsuslänge weniger variabel sind.[11] Die Larven besitzen im Unterschied zu den adulten Tieren kauende Mundwerkzeuge.[3]
Bedeutung, Schäden & Prävention
Als Ektoparasit verursacht *Ceratophyllus gallinae* insbesondere in der Geflügelhaltung gesundheitliche Probleme und gilt als relevanter Schädling.[17] Ein Befall kann bei Hühnern zu fataler Eisenmangelanämie sowie zu allergischer Dermatitis führen. Auch bei Wildvögeln wie der Blaumeise (*Cyanistes caeruleus*) beeinträchtigt eine starke Infestation das Brutverhalten der Weibchen signifikant. Studien an Kohlmeisen (*Parus major*) belegen zudem, dass der Reproduktionserfolg in stark befallenen Nestern sinken kann, wobei lokale Anpassungen zwischen Wirt und Parasit eine Rolle spielen.[18] Neben Vögeln befällt der Floh opportunistisch auch Menschen und andere Säugetiere. Dies geschieht häufig, wenn Hauskatzen Vögel erbeuten; sobald der Vogelkörper erkaltet, wechseln die Flöhe auf den warmblütigen Räuber über, wobei unklar ist, ob sie sich auf der Katze dauerhaft vermehren können. Ein einzelnes Nest einer Tannenmeise kann bis zu 5.754 Flöhe beherbergen, was das enorme Vermehrungspotenzial verdeutlicht.[17] Die Prävention und Bekämpfung wird dadurch erschwert, dass *C. gallinae* fernab vom Wirt in Rindenrissen oder unter Blättern lange Hungerperioden überdauert. Da die Art oft im Kokon als pre-adulte Form in alten Nestern überwintert und erst durch Reize wie Vibration, Wärme oder CO₂ schlüpft, ist die hygienische Entfernung alten Nistmaterials aus Kästen und Ställen eine zentrale Maßnahme zur Bestandsregulierung.[17]
Biologie & Lebenszyklus
Im Gegensatz zu vielen anderen Floharten benötigt *Ceratophyllus gallinae* keine Blutmahlzeit vor der Kopulation. Der Lebenszyklus umfasst die Stadien Ei, Larve, Puppe und Imago, wobei die Larven kauende Mundwerkzeuge besitzen, während nur die adulten Flöhe den Wirt beißen. Unter optimalen Bedingungen hinsichtlich Temperatur und Feuchtigkeit können die adulten Tiere innerhalb von 23 Tagen aus dem Kokon schlüpfen. Die Anzahl der Generationen pro Jahr ist variabel und hängt davon ab, wie viele Bruten der Wirtsvogel aufzieht.[16] Die Art überwintert gewöhnlich als vollständig entwickelter, aber noch nicht geschlüpfter Adultus im Kokon.[16][6] Das Schlüpfen wird durch spezifische Reize wie Vibrationen, Wärme oder einen erhöhten Kohlendioxidgehalt ausgelöst, was oft mit der Rückkehr des Wirts im Frühjahr zusammenfällt.[16] *Ceratophyllus gallinae* weist ein extrem breites Wirtsspektrum auf und parasitiert über 72 Wildvogelarten sowie etwa 15 Säugetierarten, bevorzugt jedoch trockene Höhlennester von Meisen.[6] Während die adulten Tiere hämatophage Ektoparasiten sind, die bei Geflügel Anämie und allergische Dermatitis verursachen können, entwickeln sich die Larven im Nistmaterial.[16][6] Adulte Flöhe zeigen eine hohe Widerstandsfähigkeit und können abseits des Wirts unter Rindenstücken oder in Spalten für unbestimmte Zeit fasten. Der Befall des Wirts erfolgt häufig im Frühjahr während der Nahrungssuche am Boden, wobei das Sprungverhalten durch reduzierte Lichtintensität ausgelöst wird.[16] Innerhalb von Populationen wurden zwei morphologisch unterschiedliche Formen („typisch“ und „klein“) identifiziert, was auf eine mögliche kryptische Diversität oder adaptive Plastizität hindeutet. In Nestern tritt *Ceratophyllus gallinae* oft gemeinsam mit anderen Parasiten wie *Dasypsyllus gallinulae* oder Schmeißfliegen der Gattung *Protocalliphora* auf. Die Populationsdichte kann sehr hoch sein; so wurden in einem einzigen Nest einer Tannenmeise bis zu 5.754 Flöhe nachgewiesen.[16]
Vorkommen & Lebensraum
Ceratophyllus gallinae stammt ursprünglich aus Europa, ist aber durch die weltweite Ausbreitung der Geflügelhaltung inzwischen kosmopolitisch verbreitet.[10] Die Art gilt als häufige Spezies in Europa, Nordamerika sowie Neuseeland.[11] Der Floh kommt bevorzugt in kühleren Regionen vor und besiedelt ein geschätztes Areal von etwa 36 Millionen Quadratkilometern.[10][12] Der Lebensraum ist eng an das Vorkommen seiner Wirte gebunden, wobei C. gallinae ein extrem breites Wirtsspektrum von 72 Wildvogelarten und etwa 15 Säugetierarten aufweist.[11] Bevorzugt werden trockene Höhlen- oder Halbhöhlennester besiedelt, die meist in Büschen und Bäumen angelegt sind. In Nistkästen und Baumhöhlen ist der Befall oft besonders intensiv, da diese Strukturen optimale Überwinterungsbedingungen bieten.[13] Zu den Hauptwirten in natürlichen Habitaten zählen Meisen, insbesondere Blaumeisen (*Cyanistes caeruleus*) und Kohlmeisen (*Parus major*).[11] Es wird angenommen, dass Meisen die ursprünglichen Wirte waren, da sie optimale Reproduktionsbedingungen für den Parasiten bieten. Durch Hausgeflügel konnte sich der Floh jedoch auch auf zahlreichen Inseln etablieren, auf denen keine Vertreter der Meisenfamilie vorkommen. Neben Vögeln wird die Art häufig in den Kobeln von Eichhörnchen nachgewiesen.[13] In wissenschaftlichen Studien wurde die Art beispielsweise in Nistkästen in Laubwäldern dokumentiert.[11] Abseits der Wirte oder deren Nester findet man C. gallinae gelegentlich unter Rindenschuppen, in Rissen oder zwischen Blättern, wo sie für unbestimmte Zeit fasten können.[14] Die Infektion neuer Wirte erfolgt oft im Frühjahr, wenn diese am Boden nach Nahrung suchen.[5]
Saisonalität und Nachfragetrend
Basierend auf dem Silberkraft TrendIndex – unserem eigenen Modell aus Suchdaten und Naturbeobachtungen
Saisonale Aktivität
Entwicklung über die Jahre
Saisonalität & Aktivität
Ceratophyllus gallinae überwintert üblicherweise als prä-emergentes Adulttier, das bereits vollständig entwickelt im Kokon verbleibt.[5][6] In den Nestern der Wirte sind die Parasiten während der Wintermonate oft in relativ großer Zahl anzutreffen.[6] Das Verlassen des Kokons wird durch spezifische Reize wie Erschütterungen, Wärme oder einen Anstieg der Kohlendioxidkonzentration ausgelöst.[7] Unter optimalen Bedingungen können adulte Tiere bereits nach 23 Tagen schlüpfen. Der Befall neuer Wirte erfolgt häufig im Frühjahr, wenn Vögel während der Nahrungssuche am Boden mit den Flöhen in Kontakt kommen.[5] Die Fortpflanzungsperiode der Flöhe ist eng mit der Brutsaison ihrer Wirte synchronisiert.[8] Wie viele Generationen C. gallinae pro Jahr hervorbringt, hängt direkt von der Anzahl der Bruten des Wirtsvogels ab.[5] Während der Brutzeit der Vögel findet eine Ausbreitung der Parasiten zwischen den Wirtsgenerationen statt.[6] Abseits des Wirtes besitzen die Flöhe die Fähigkeit, unter Rindenstücken oder in Rissen für unbestimmte Zeiträume fastend zu überleben.[8] Ergänzend dazu lässt sich ein erhöhtes öffentliches Suchinteresse an diesem Parasiten vorwiegend in den Sommermonaten Juli und August beobachten.[9]
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Alle gegevens bekijkenQuellen & Referenzen
- https://doi.org/10.1007/s11686-020-00239-6
- https://www.gbif.org/species/1417193
- Wikipedia: Ceratophyllus gallinae (OCR Source 1)
- Pawełczyk, O. et al. (2020). Morphology Reveals the Unexpected Cryptic Diversity in Ceratophyllus gallinae. Acta Parasitologica, 65:874–881. https://doi.org/10.1007/s11686-020-00239-6
- Harper, G.H., Marchant, A., Boddington, D.G. (1992). The Ecology of the Hen Flea Ceratophyllus gallinae and the Moorhen Flea Dasypsyllus gallinulae in Nestboxes. Journal of Animal Ecology 61 (2): 317–327.
- Pawełczyk, O., Postawa, T., Blaski, M., Solarz, K. (2020). Morphology Reveals the Unexpected Cryptic Diversity in Ceratophyllus gallinae (Schrank, 1803) Infested Cyanistes caeruleus Linnaeus, 1758 Nest Boxes. Acta Parasitologica 65:874–881.
- Crosby, J.T. What is the Life Cycle of the Flea? Veterinary Parasites. Archived from the original on 19 September 2005.
- Rothschild, M., Clay, T. (1952). Fleas, Flukes and Cuckoos. A study of bird parasites. London: Collins. pp. 86–96.
- Suchinteresse-Zeitreihe: Hühnerfloh (Deutschland), aggregierte Daten.
- Durden, Lance A.; Hinkle, Nancy C. (2019). Fleas (Siphonaptera). Medical and Veterinary Entomology. Elsevier. p. 145–169. doi:10.1016/b978-0-12-814043-7.00010-8
- Pawełczyk, O. et al. (2020). Morphology Reveals the Unexpected Cryptic Diversity in Ceratophyllus gallinae (Schrank, 1803) Infested Cyanistes caeruleus Linnaeus, 1758 Nest Boxes. Acta Parasitologica 65:874–881. https://doi.org/10.1007/s11686-020-00239-6
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- Tripet, F.; Richner, H. (1997). The coevolutionary potential of a 'generalist' parasite, the hen flea Ceratophyllus gallinae. Parasitology 115 (4): 419–427. doi:10.1017/s0031182097001467
- Rothschild, Miriam; Clay, Theresa (1952). Fleas, Flukes and Cuckoos. A study of bird parasites. London: Collins. pp. 86–96.
- Pawełczyk, O., Postawa, T., Blaski, M., & Solarz, K. (2020). Morphology Reveals the Unexpected Cryptic Diversity in Ceratophyllus gallinae. Acta Parasitologica, 65, 874–881. doi:10.1007/s11686-020-00239-6
- Wikipedia contributors. Ceratophyllus gallinae. Wikipedia, The Free Encyclopedia. (OCR Data)
- Pawełczyk, O. et al. (2020) citing Krasnov BR, Burdelov SA, Khokhlova IS, Burdelova NV (2003). Sexual size dimorphism, morphological traits and jump performance in seven species of desert fleas.
- Pawełczyk, O. et al. (2020). Morphology Reveals the Unexpected Cryptic Diversity in Ceratophyllus gallinae. Acta Parasitologica, 65, 874–881. https://doi.org/10.1007/s11686-020-00239-6 (Page 2)
- Pawełczyk, O. et al. (2020). Acta Parasitologica, 65:874–881 (Page 2)