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Inkarnat Klee Trifolium incarnatum

Inkarnat Klee

Taxonomische Klassifikation

Reich Pflanzen (Plantae)
Stamm Tracheophyta (Tracheophyta)
Klasse Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Ordnung Fabales (Fabales)
Familie Fabaceae
Gattung Trifolium
Art Trifolium incarnatum
Wissenschaftlicher Name: Trifolium incarnatum L.
Akzeptierter Name
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Einleitung

Der Inkarnat-Klee (*Trifolium incarnatum*) ist eine einjährige, krautige Leguminose aus der Familie der Schmetterlingsblütler (Fabaceae), deren ursprüngliches Verbreitungsgebiet von Südosteuropa bis Südwestasien reicht.[1][2] Charakteristisch sind die dichten, zylindrischen Blütenstände in leuchtendem Karmesinrot sowie Fiederblätter, denen die für viele Kleearten typische weiße V-Zeichnung fehlt.[3] Aufgrund seiner Fähigkeit zur Stickstofffixierung wird er häufig als Gründünger, Zwischenfrucht und Futterpflanze angebaut, dient Bestäubern als Nahrungsquelle, kann jedoch in nicht heimischen Gebieten verwildern.[1][3]

Fakten (kompakt)

- Der Inkarnat-Klee gedeiht optimal auf gut durchlässigen, lehmigen Böden mit einem pH-Wert zwischen 5,5 und 7,0. - Zu den etablierten Zuchtsorten gehören 'Dixie', 'AU Sunrise' und 'AU Sunup', die auf Krankheitsresistenz und frühe Reife selektiert wurden. - Im frühen Frühjahrswachstum weist die Pflanze einen hohen Rohproteingehalt von bis zu 25 % auf. - Um das Risiko von Blähungen (Tympanie) bei Wiederkäuern zu minimieren, wird die Verfütterung in Mischung mit Gräsern empfohlen. - Neben Insekten nutzen auch Wildtiere wie Rehe, Truthähne und Wachteln die Bestände als Habitat und Nahrungsquelle. - Das Wurzelsystem setzt sich aus einer zentralen Pfahlwurzel und einem ergänzenden faserigen Wurzelwerk zusammen. - Ein einzelner Blütenstand besteht aus 50 bis 120 Einzelblüten (Florets). - Die Dimensionen der Blütenköpfe betragen 20 bis 60 mm in der Höhe und 10 bis 20 mm in der Breite. - Jede Einzelblüte besitzt einen behaarten Kelch mit einer Länge von 3 bis 4,5 mm. - Die eiförmigen Nebenblätter sind anatomisch mit den Blattstielen verwachsen. - Obwohl meist karmesinrot, treten bei bestimmten Unterarten auch cremeweiße Blütenformen auf.[8]

Name & Einordnung

Der gültige wissenschaftliche Name der Art lautet *Trifolium incarnatum* und wurde im Jahr 1753 von Carl von Linné in dessen Werk *Species Plantarum* erstbeschrieben.[2] Das Art-Epitheton *incarnatum* entstammt dem Lateinischen und bedeutet „fleischfarben“ oder „blutrot“, was auf die intensive Färbung der Blütenkrone anspielt. Dieser Farbgebung entspricht auch der international verbreitete englische Trivialname „crimson clover“. Taxonomisch wird die Art in bestimmten Bearbeitungen in zwei Unterarten gegliedert.[1] Die Nominatform *Trifolium incarnatum* subsp. *incarnatum* zeichnet sich durch aufrechte Stängel und leuchtend rote Blüten aus.[1] Die Unterart *Trifolium incarnatum* subsp. *molinerii* hingegen besitzt cremeweiße bis blassrosa Blüten und wächst oft niederliegend oder nur bis 20 cm hoch. Diese Unterart wurde ursprünglich 1815 von Balbis ex Hornemann als eigenständige Spezies *Trifolium molinerii* beschrieben, bevor sie taxonomisch herabgestuft wurde.[1] Historische Varietäten wie *var. elatius* und *var. albiflorum* gelten heute meist als Synonyme der Art oder der Unterarten.[1] Systematisch wird die Pflanze der Gattung *Trifolium* (Klee) innerhalb der Familie der Fabaceae zugeordnet.[3]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Trifolium incarnatum ist eine einjährige, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 30 bis 90 cm erreicht.[1][4] Die aufrechten, oft unverzweigten Stängel sind hellgrün bis rotbraun gefärbt, im Querschnitt rund und dicht mit weichen, anliegenden Haaren bedeckt. Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind dreizählig gefiedert und besitzen 2,5 bis 10 cm lange, weich behaarte Blattstiele. Die einzelnen Fiederblättchen sind verkehrteiförmig bis elliptisch, 8 bis 25 mm lang sowie 8 bis 16 mm breit und weisen gezähnte Ränder sowie abgerundete Spitzen auf. Während die Blattoberseite matt mittelgrün und spärlich behaart ist, erscheint die Unterseite blasser und dichter behaart. Ein wichtiges Bestimmungsmerkmal zur Abgrenzung von ähnlichen Kleearten ist das Fehlen der typischen weißen V-förmigen Zeichnung auf den Blättchen. An der Basis der Blattstiele befinden sich eiförmige Nebenblätter, die mit dem Stiel verwachsen sind.[1][3] Die charakteristischen Blütenstände sind dichte, zylindrische bis eiförmige Köpfchen, die einzeln an den Stängelspitzen stehen und 20 bis 60 mm lang sowie 10 bis 20 mm breit werden.[1][4] Jeder Blütenstand setzt sich aus 50 bis 120 Einzelblüten zusammen, die sich zeitlich versetzt öffnen.[1] Die 10 bis 15 mm langen, schmetterlingsartigen Blüten besitzen fünf Kronblätter und einen behaarten, 3 bis 4,5 mm langen Kelch.[1][3] Die Kronblätter der Nominatform sind leuchtend scharlachrot bis karmesinrot gefärbt, was der Art ihren Trivialnamen verleiht.[1][4] Bei der Unterart *T. incarnatum* subsp. *molinerii* sind die Blüten hingegen cremeweiß bis blassrosa und die Stängel wachsen oft niederliegend oder bleiben kleiner.[1] Das Wurzelsystem besteht aus einer zentralen Pfahlwurzel sowie feinen Seitenwurzeln, an denen stickstofffixierende Knöllchenbakterien sitzen.[1][3] Nach der Bestäubung bilden sich kleine, nicht aufspringende Hülsenfrüchte, die jeweils einen einzelnen Samen mit harter Schale enthalten. Die Keimlinge entwickeln sich im Herbst zunächst als flach wachsende Rosette, bevor im Frühjahr das vertikale Wachstum einsetzt.[1]

Bedeutung, Schäden & Prävention

*Trifolium incarnatum* wird primär als Nützling im Ackerbau zur Gründüngung und als Futterpflanze kultiviert, kann jedoch außerhalb seines nativen Verbreitungsgebiets invasives Potenzial zeigen. Die ökonomische Bedeutung liegt in der Stickstofffixierung von 50 bis 150 kg pro Hektar sowie der Verbesserung der Bodenstruktur und Erosionskontrolle. In gestörten Habitaten oder an Straßenrändern neigt die Art zur Verwilderung und kann durch dichte Bestände native Vegetation verdrängen.[1][3] Landwirtschaftlich relevant ist die Pflanze zudem als Sekundärwirt für Schädlinge wie den Baumwollkapselwurm (*Helicoverpa zea*).[1] Für Wiederkäuer besteht bei der Beweidung von reinen Beständen oder überständigem Klee das Risiko der lebensbedrohlichen Trommelsucht (Bloat).[3][1] Zur Prävention dieser gesundheitlichen Schäden wird die Einsaat in Mischung mit Gräsern empfohlen, um die Schaumbildung im Pansen zu reduzieren. Für den Menschen sind die Blüten und Sprossen essbar und dienen als Quelle für Vitamin C und K.[1] Ein unerwünschter Aufwuchs in Folgekulturen lässt sich durch rechtzeitiges Monitoring der Blühphasen verhindern.[3] Die mechanische Bekämpfung bzw. Terminierung erfolgt idealerweise durch Mähen im frühen Knospen- bis mittleren Blühstadium, bevor der Samenansatz erfolgt. Diese physikalische Maßnahme verhindert effektiv die Ausbildung harter Samen, die physikalisch dormant sind und 5 bis 10 Jahre im Boden überdauern können. In der integrierten Schädlingsbekämpfung (IPM) wird *Trifolium incarnatum* gezielt eingesetzt, um Nützlinge wie die Blumenwanze anzulocken und Unkräuter zu unterdrücken.[1][3] Chemische Maßnahmen umfassen den Einsatz von Herbiziden zur Abtötung vor der Aussaat der Hauptfrucht, insbesondere in pfluglosen Anbausystemen.[1]

Biologie & Lebenszyklus

Trifolium incarnatum ist eine einjährige krautige Pflanze, die in gemäßigten Klimazonen vorwiegend als Winterannuelle wächst.[1][4] Die Keimung der Samen erfolgt im Spätsommer oder frühen Herbst, idealerweise sechs bis acht Wochen vor dem ersten Frost. Für den Keimprozess sind Temperaturen zwischen 10 und 20 °C sowie ausreichende Bodenfeuchtigkeit erforderlich, wobei das Optimum für die Emergenz bei etwa 21 °C liegt.[3][1] Unter günstigen Bedingungen erscheinen die Sämlinge innerhalb von sieben Tagen an der Oberfläche. Die Pflanze überwintert im vegetativen Stadium als flach wachsende Blattrosette, bevor im zeitigen Frühjahr das Längenwachstum der Stängel einsetzt.[3] Die Blütezeit erstreckt sich je nach Region von April bis August, wobei die Blühinduktion photoperiodisch durch Tageslängen von mehr als 12 Stunden ausgelöst wird.[1] Die zwittrigen, nektarreichen Blütenstände werden durch Insekten, insbesondere Honigbienen und diverse Wildbienenarten, bestäubt.[3] Nach der erfolgreichen Befruchtung bilden sich kleine, nicht aufspringende Hülsenfrüchte, die jeweils einen einzelnen Samen enthalten. Die Samen weisen aufgrund einer harten Samenschale eine physikalische Dormanz auf und können im Boden 5 bis 10 Jahre keimfähig bleiben. Nach der Samenreife stirbt die Pflanze im Hochsommer ab, womit der reguläre einjährige Lebenszyklus abgeschlossen ist. Unter konstant feuchten Bedingungen kann die Art in seltenen Fällen als kurzlebige Staude für zwei bis drei Vegetationsperioden persistieren.[1] Eine physiologische Schlüsselfunktion ist die Symbiose mit Knöllchenbakterien, spezifisch *Rhizobium leguminosarum* bv. *trifolii*, die in den Wurzeln atmosphärischen Stickstoff fixieren.[1][6] Diese Symbioseleistung ist bei pH-Werten unter 5,0 gehemmt, weshalb die Pflanze leicht saure bis neutrale Böden (pH 5,5–7,0) bevorzugt.[3] Das Wurzelsystem besteht aus einer zentralen Pfahlwurzel und zahlreichen Faserwurzeln, was jedoch nur eine geringe Toleranz gegenüber Trockenheit und Hitze bietet.[1][3] Bei Wassermangel oder extremen Temperaturen stellt die Pflanze das Wachstum rasch ein und stirbt ab.[3] Ökologisch dient *Trifolium incarnatum* als Habitat und Nahrungsquelle für Nützlinge wie Blumenwanzen, fungiert jedoch auch als Sekundärwirt für Schädlinge wie den Baumwollkapselwurm.[1][3]

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Nachrodt-Wiblingwerde, North Rhine-Westphalia, Deutschland

    13.12.2025

  • Bad Neuenahr-Ahrweiler, Rhineland-Palatinate, Deutschland

    16.11.2025

  • Deutschland

    16.11.2025

  • Deutschland

    14.11.2025

  • Endenich, 53 Bonn-Hardtberg, Deutschland

    08.11.2025

Daten: iNaturalist

Vorkommen & Lebensraum

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet von *Trifolium incarnatum* erstreckt sich über Süd- und Zentraleuropa bis nach Südwestasien, einschließlich der Türkei, des Kaukasus und des nordwestlichen Iran. In Europa umfasst das Areal Regionen vom Mittelmeerraum bis in nördlichere Gebiete, wobei Vorkommen in Ländern wie Frankreich, Italien, Spanien sowie Deutschland und dem Vereinigten Königreich dokumentiert sind.[2] Als Kulturpflanze wurde die Art im 19. Jahrhundert weltweit verbreitet und etablierte sich in Nordamerika, insbesondere im Südosten der USA und an der Pazifikküste.[1] Weitere neophytische Populationen finden sich heute in Australien, Neuseeland, Chile sowie in Teilen Afrikas, etwa in Algerien und Südafrika.[3] Die Pflanze bevorzugt gemäßigte Klimazonen mit milden Wintern und gedeiht optimal bei Jahresniederschlägen zwischen 500 und 1000 mm.[1] In seinem natürlichen Habitat besiedelt der Inkarnat-Klee vorwiegend Grasland, Wiesen und Ruderalflächen wie Wegränder oder Böschungen.[2] *Trifolium incarnatum* stellt mittlere Ansprüche an den Standort und wächst bevorzugt auf gut durchlässigen, lehmigen Böden mit einem pH-Wert von 5,5 bis 7,0. Die Art toleriert jedoch auch sandige bis tonige Substrate, sofern keine Staunässe herrscht.[1] Die vertikale Verbreitung reicht von Tieflagen bis in montane Höhenstufen. In Mitteleuropa und speziell im deutschsprachigen Raum tritt die Art sowohl kultiviert als auch verwildert auf, wobei sie oft auf gestörten Böden oder in Feldern zu finden ist.[2] Historische Floren belegen die Anwesenheit der Art in europäischen Gebieten seit mindestens dem 18. Jahrhundert.[2] In eingeführten Gebieten kann *Trifolium incarnatum* invasive Tendenzen zeigen und dichte Bestände bilden, die heimische Vegetation verdrängen.[3] Ökologisch fungiert die Pflanze als Stickstofffixierer durch Symbiose mit *Rhizobium*-Bakterien und bietet Habitat sowie Nahrung für Bestäuber wie Bienen und Schmetterlinge.[1]

Saisonalität & Aktivität

In gemäßigten Klimazonen wächst *Trifolium incarnatum* überwiegend als winterannuelle Pflanze, deren Lebenszyklus mit der Keimung im Spätsommer oder frühen Herbst beginnt.[1][3] Die Sämlinge laufen optimal bei Temperaturen um 21 °C auf, tolerieren jedoch auch kühlere Bedingungen bis 10 °C.[3] Die Überwinterung erfolgt im vegetativen Stadium als flach am Boden liegende Blattrosette, bevor im zeitigen Frühjahr das Längenwachstum der Stängel einsetzt.[1][3] Die Induktion der Blüte wird photoperiodisch gesteuert und erfolgt, sobald die Tageslänge zwölf Stunden überschreitet.[1] In Mitteleuropa und Nordamerika erstreckt sich die primäre Blütezeit von April bis Juni, wobei die einzelnen Blütenstände über einen Zeitraum von zwei bis vier Wochen blühen.[1][4] In nördlicheren Regionen oder bei Sommeraussaat kann die Art auch als Sommerannuelle kultiviert werden, wodurch sich die Blütezeit bis in den August verschieben kann.[3] Nach der Samenreife stirbt die Pflanze im Hochsommer ab, da sie monokarp ist und ihren Lebenszyklus innerhalb eines Jahres vollendet.[1] Die physiologische Aktivität ist stark temperaturabhängig; bei starker Hitze oder Trockenheit stellt die Art das Wachstum ein und zeigt nur geringe Toleranz gegenüber diesen Stressfaktoren.[3] Ergänzende Daten zum öffentlichen Interesse zeigen saisonale Spitzen im Mai, die zeitlich mit der Hauptblüte korrelieren.[5]

Quellen & Referenzen

  1. https://plants.usda.gov/DocumentLibrary/plantguide/pdf/pg_trin3.pdf
  2. https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:523237-1
  3. https://www.illinoiswildflowers.info/weeds/plants/cr_clover.html
  4. https://gobotany.nativeplanttrust.org/species/trifolium/incarnatum/
  5. Aggregierte Suchanfragen-Zeitreihe: Inkarnat Klee (DE), 2026.
  6. https://acsess.onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.2135/cropsci2014.01.0063
  7. https://species.nbnatlas.org/species/NHMSYS0100003139
  8. Literaturzusammenfassung: Trifolium incarnatum