Fakten (kompakt)
- Adulte Tiere ernähren sich vermutlich von dem sogenannten Genagsel (Nagerückstände), das die Wirtslarven produzieren. - Die Körpergröße weist einen Geschlechtsdimorphismus auf: Männchen erreichen eine Länge von 2,0 bis 2,4 Millimetern, während Weibchen mit 3,0 bis 3,3 Millimetern deutlich größer werden.[17] - Neuere Forschungen zeigen, dass ätherische Öle aus Zimt (*Cinnamomum verum*) und Gewürznelken (*Syzygium aromaticum*) eine stark abschreckende Wirkung (Repellenz) auf die Wespen haben. - Die chemischen Verbindungen Eugenol und Cinnamaldehyd wirken spezifisch als Repellents auf *Lariophagus distinguendus*, während sie auf den Wirt *Sitophilus oryzae* teilweise anziehend wirken. - Unter Laborbedingungen (25 °C, 60–70 % Luftfeuchtigkeit) schlüpfen die adulten Parasitoide etwa 15 bis 20 Tage nach der Parasitierung aus den Wirten. - Phenylpropanoide können die olfaktorischen Signalwege der Wespen modulieren und so das Suchverhalten beeinflussen.[4]
Die Art trägt den wissenschaftlichen Namen *Lariophagus distinguendus* (Förster, 1841).[3][5] Systematisch wird sie der Ordnung der Hautflügler (Hymenoptera) sowie der Familie der Pteromalidae zugeordnet.[3][4] Innerhalb der Überfamilie der Erzwespen (Chalcidoidea) zählt die Spezies zur Unterfamilie Pteromalinae und dem Tribus Pteromalini. Im deutschsprachigen Raum hat sich der Trivialname Lagererzwespe etabliert. Historische Quellen und ältere Fachliteratur führen die Art teilweise auch unter der Bezeichnung Kornkäfer-Chalcidier.[3]
Die adulten Tiere von *Lariophagus distinguendus* besitzen einen schwarzen, leicht metallisch glänzenden Körper, der bei Vergrößerung einen dunklen, stahlblauen Schimmer aufweist. Die Körperoberfläche ist fein gekörnelt und punktiert, wobei der Hinterleib an den Seiten, wo die Beine anliegen, glatt poliert erscheint. Thorax und Metathorax sind schuppig punktiert und tragen kurze, kräftige Haare. Die Facettenaugen heben sich kaum von der schwarzen Grundfarbe ab und sind schwach dunkelbraunrot gefärbt. Ab den Schenkelringen (Trochanteren) sind die Beine gelblichbraun. Sowohl die Fühler als auch die distalen Teile der Beine sind kurzborstig, aber dicht behaart. Es besteht ein deutlicher Sexualdimorphismus bezüglich der Körpergröße und der Form des Hinterleibs. Männchen erreichen eine durchschnittliche Körperlänge von 2,0 Millimetern bei einer Maximallänge von 2,4 Millimetern. Ihr Hinterleib ist oval, kaum breiter als der Thorax und wird von den zusammengefalteten Flügeln überragt. Zudem sind bei den Männchen das fünfte bis zehnte Fühlerglied weiter auseinandergezogen als bei den weiblichen Tieren. Weibchen sind mit durchschnittlich 3,0 Millimetern (maximal 3,3 Millimeter) deutlich größer. Ihr Hinterleib ist breiter und dicker als der Thorax und am Ende in eine Spitze ausgezogen, wobei die Flügel diesen nicht vollständig verdecken können. Der gelblich braune Legebohrer (Ovipositor) entspringt aus einer Rinne an der Bauchseite der Hinterleibsspitze. Die ausgewachsenen Larven sind etwa 2,5 bis 3 Millimeter lang, bräunlich gefärbt und sehr beweglich.[6]
Die Lagererzwespe (*Lariophagus distinguendus*) ist als Nützling im Vorratsschutz etabliert und wird gezielt gegen Lagerschädlinge in Getreidespeichern eingesetzt.[9] Sie parasitiert die Larven verschiedener Käferarten, die sich im Inneren von Samen oder Kokons entwickeln, darunter Kornkäfer (*Sitophilus granarius*), Maiskäfer (*Sitophilus zeamais*) und Reiskäfer (*Sitophilus oryzae*). Das Wirtsspektrum umfasst zudem den Getreidekapuziner (*Rhizopertha dominica*) sowie den Tabakkäfer (*Lasioderma serricorne*).[16] Ein bedeutender Vorteil für die Anwendung ist die Fähigkeit der Wespen, Wirtslarven in Silos bis zu einer Tiefe von vier Metern aufzuspüren.[13] Da die Bekämpfung ohne chemische Rückstände erfolgt, erlangen die Tiere vor allem im biologischen Landbau Bedeutung.[9][4] Im Kontext integrierter Bekämpfungsstrategien ist die Kompatibilität mit botanischen Insektiziden begrenzt. Studien belegen, dass ätherische Öle aus Nelken (*Syzygium aromaticum*) und Zimt (*Cinnamomum verum*) eine stark abschreckende Wirkung auf *Lariophagus distinguendus* haben. Während Zimtöl *Sitophilus oryzae* anlockt, meiden die Parasitoiden behandelte Bereiche, was den gleichzeitigen Einsatz dieser Methoden erschwert.[4]