Fakten (kompakt)
- Die Quitte wird 5 bis 10 Meter hoch und hat eine dichte, verzweigte Krone. - Die rohe Quitte ist aufgrund ihres hohen Tanningehalts hart, herb und ungenießbar. - Die Quitte hat eine reiche Geschichte, die bis ins alte Mesopotamien zurückreicht. - Im antiken Griechenland und Rom symbolisierte sie Fruchtbarkeit und wurde Bräuten an Hochzeitstagen angeboten.[14] - Die Quitte verbreitete sich in der Antike im Mittelmeerraum und erreichte ihren Höhepunkt in Europa im 19. Jahrhundert. - Ihr Anbau ging aufgrund veränderter landwirtschaftlicher Präferenzen zurück, ist aber in Regionen wie dem Nahen Osten, der Türkei und Teilen des Mittelmeers weiterhin von Bedeutung. - Die Quitte wird wegen ihres hohen Pektingehalts geschätzt, wodurch sie sich ideal für Konfitüren, Gelees, Marmeladen und traditionelle Süßwaren wie Membrillo oder Cotignac eignet. - Die Samen der Quitte produzieren ein Schleimgel, das in der traditionellen Medizin zur Linderung von Husten und Verdauungsproblemen verwendet wird. - Der Baum wird als Zwergwurzelstock für Birnen verwendet, um die Baumgröße zu kontrollieren und die Fruchtqualität zu verbessern. - Die Quitte wird wegen ihrer attraktiven blassrosa Blüten und ihrer kompakten Form als Zierpflanze angebaut und eignet sich für Hecken oder Bonsai. - Sie gedeiht in gemäßigten Klimazonen mit gut durchlässigem Boden und verträgt Temperaturen bis zu -25 °C, benötigt aber Kühlstunden für die Fruchtbildung. - Die gekochte Frucht ist reich an Vitamin C, Ballaststoffen und Antioxidantien. - Die Quitte kann ein mehrstämmiges Gebilde bilden, das bis zu 4,5 bis 6 Meter breit werden kann. - Die Quitte hat eine langsame Wachstumsrate und erreicht ihre volle Größe über mehrere Jahre. - Unter geeigneten Bedingungen in gemäßigten Klimazonen kann sie bis zu 50 Jahre oder älter werden.[14]
Die Quitte, wissenschaftlich als *Cydonia oblonga* Mill. klassifiziert, ist die einzige Art innerhalb der Gattung *Cydonia*, die zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae) gehört. Der wissenschaftliche Name *Cydonia* leitet sich von der antiken Stadt Kydonia auf Kreta ab, die für ihre Quitten bekannt war. Die Quitte wird im Deutschen auch als Apfelquitte oder Birnenquitte bezeichnet, abhängig von der Form der Frucht. *Cydonia oblonga* gehört zur Unterfamilie Amygdaloideae und zur Tribus Maleae, wodurch sie eine enge phylogenetische Beziehung zu anderen Kernobstgewächsen wie Äpfeln (*Malus*) und Birnen (*Pyrus*) aufweist. Phylogenetisch stellt *Cydonia* eine alte Linie innerhalb der Tribus Maleae dar, die ihren Ursprung vor etwa 49–54 Millionen Jahren im Eozän hatte.[1] Genetische Studien deuten darauf hin, dass *C. oblonga* eine basale Position im Maleae-Clade einnimmt, mit Hinweisen auf intergenerische Hybridisierungspotenziale mit *Malus*- und *Pyrus*-Arten, was zu fertilen Hybriden wie *Cydomalus* (*Cydonia* × *Malus*) und *Pyronia* (*Pyrus* × *Cydonia*) führt.[1] Einige Klassifikationen schlagen Unterarten wie *C. oblonga* subsp. *pyriformis* für birnenförmige Varianten vor, obwohl die Art in der modernen Botanik weitgehend ungeteilt bleibt.[1] Die Chromosomenzahl von *C. oblonga* beträgt 2n = 34 (x = 17), was mit der Basiszahl für die Tribus Maleae übereinstimmt. Dies ermöglicht Züchtungsbemühungen durch Kreuzkompatibilität mit verwandten Kernobstfrüchten und unterstützt die Entwicklung von Hybridunterlagen für Krankheitsresistenz und Wuchskraft. Die Quitte hat eine lange Geschichte und stammt aus Westasien, wobei das Zentrum ihrer Diversität im Transkaukasus liegt, der Armenien, Aserbaidschan, den Iran, das südwestliche Russland und Turkmenistan umfasst.[1] Die Domestizierung der Quitte begann um 4000 v. Chr. in den Regionen zwischen dem Kaspischen und dem Schwarzen Meer und erstreckte sich bis in das alte Mesopotamien und die frühen iranischen Hochebenen.[1]
Die Quitte (*Cydonia oblonga*) ist ein kleiner, sommergrüner Baum oder Strauch der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Sie erreicht eine Höhe von 3 bis 6 Metern mit einer abgerundeten Krone. Die Äste sind dornig und die Rinde ist anfangs glatt und gräulich, wird aber mit dem Alter rauer. Die Blätter sind wechselständig angeordnet, einfach und elliptisch bis breit eiförmig, 5 bis 10 Zentimeter lang mit einer spitzen Spitze und einer abgerundeten oder fast herzförmigen Basis. Die Blattoberseite ist dunkelgrün und glänzend, die Unterseite ist mit einer gräulich-wolligen Behaarung bedeckt und färbt sich im Herbst sattgelb. Die Blüten erscheinen einzeln an kurzen Trieben im Frühjahr. Die Blütenknospen sind rosa, öffnen sich aber zu großen, etwa 5 Zentimeter breiten Blüten in Weiß- bis Blassrosatönen. Die Bestäubung erfolgt hauptsächlich durch Honigbienen. Die Quittenfrucht ist eine Apfelfrucht, typischerweise apfel- oder birnenförmig und 7 bis 12 Zentimeter lang. Junge Früchte haben eine flaumige, behaarte Haut, die sich bei Reife im Herbst hell goldgelb färbt. Das Fruchtfleisch ist hart und adstringierend und verströmt ein starkes blumiges Aroma. Rohe Quitten sind aufgrund ihres hohen Tanningehalts bitter und ungenießbar. Gekocht entwickelt die Frucht eine gelartige Konsistenz, da sie reich an Pektin ist, was sie ideal für Konserven macht. Es gibt über 100 benannte Quittensorten weltweit, die sich in Form, Größe, Geschmack und Widerstandsfähigkeit unterscheiden. Einige Sorten haben eine große Fruchtgröße von bis zu 12 bis 18 cm Länge. Die Sorte 'Leskovac' aus Serbien hat eine Zwergwuchsform und wird etwa 3 Meter hoch. Die Früchte der Wildformen sind kleiner und bitterer als die der kultivierten Sorten.[1]
*Cydonia oblonga*, die Quitte, kann verschiedenen Schädlingen und Krankheiten zum Opfer fallen, die ihre Gesundheit und Fruchtqualität beeinträchtigen können. Zu den häufigsten Schädlingen gehören Blattläuse wie die Apfelblattlaus (*Aphis pomi*), die sich von den Blättern ernähren und zu Verformungen führen können, insbesondere bei jungen Bäumen. Der Apfelwickler (*Cydia pomonella*) kann ebenfalls Schaden anrichten, indem seine Larven sich in die sich entwickelnden Früchte einbohren. San-José-Schildläuse (*Quadraspidiotus perniciosus*) können sich an Zweigen und Ästen ansiedeln, Saft saugen und den Baum schwächen. Integrierte Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen (IPM) sind entscheidend, um diese Schädlinge zu kontrollieren, wobei der Schwerpunkt auf Überwachung, Hygiene und minimalem Einsatz chemischer Mittel liegt. Neemöl kann als organische Option gegen Blattläuse und Schildläuse eingesetzt werden. Die Förderung nützlicher Insekten wie Marienkäfer, die Blattläuse fressen, kann ebenfalls zur natürlichen Schädlingsbekämpfung beitragen. Zu den bedeutendsten Krankheiten, die Quittenbäume befallen, gehört der Feuerbrand, der durch das Bakterium *Erwinia amylovora* verursacht wird und sich durch Welken und Schwarzwerden von Trieben, Blüten und Krebsgeschwüren äußert. Auch der Bakterienbrand kann zu wassergetränkten Läsionen an Blättern und Früchten führen. Echter Mehltau, eine Pilzkrankheit, kann Blätter, Triebe und Früchte mit einem weißen, pudrigen Belag bedecken. Pilzkrankheiten wie die Monilia-Fruchtfäule (*Monilinia* spp.) können zum Absterben von Blüten, Triebkrebs und schneller Fäulnis der Früchte führen. Der Quittenrost (*Gymnosporangium clavipes*) verursacht gelb-orangefarbene Läsionen an Blättern, Stängeln und Früchten, was zu vorzeitigem Blattfall führt. Das Management dieser Krankheiten umfasst das Beschneiden infizierter Teile bei trockenem Wetter, die Verwendung resistenter Unterlagen und die Anwendung von Fungiziden auf Kupferbasis als vorbeugende Spritzmittel während der Ruheperiode oder der frühen Blüte. Wurzelgallennematoden (*Meloidogyne* spp.) können in armen, sandigen Böden eine Bedrohung darstellen und Gallen an den Wurzeln bilden, die die Nährstoffaufnahme und die Baumvitalität beeinträchtigen. Die Fruchtfolge mit Nichtwirtspflanzen wie Gräsern kann helfen, die Nematodenpopulationen zu reduzieren. Quittensamen werden in der traditionellen Medizin wegen ihrer schleimlösenden Eigenschaften zur Linderung von Husten und Verdauungsproblemen verwendet.[1] In der Kosmetik werden Quittenextrakte zur Hautaufhellung eingesetzt. Quittengel, kombiniert mit Mandelöl und Bienenwachs, wird in Hautpflegesalben verwendet. In pharmazeutischen Zubereitungen wird Quitte in Hustenmitteln verwendet, um gereizte Schleimhäute zu beruhigen.[3]