Fakten (kompakt)
- Die Chromosomengrundzahl der Gattung beträgt x = 7, wobei die Ploidiestufen von diploid (2n = 14) bis oktoploid (2n = 56, bei *Rosa acicularis*) reichen. - Eine zytologische Besonderheit innerhalb der Sektion *Caninae* ist die sogenannte Canina-Meiose, eine spezielle Form der Reifeteilung. - Das Genom von *Rosa × hybrida* umfasst laut aktuellen Annotationen 45.157 proteinkodierende Gene sowie 4.038 nicht-kodierende RNAs. - Pollenkörner der Rosen unterscheiden sich von der verwandten Gattung *Rubus* durch das Vorhandensein eines Operculums (Deckel) über den drei Furchen (tricolpat). - Fossile Nachweise der Gattung, wie *Rosa lignitum* und *Rosa bohemica*, reichen in Europa bis in das Oligozän zurück, mit ältesten Funden aus dem Paläozän-Eozän. - Hagebutten weisen einen hohen Gehalt an Inhaltsstoffen auf, darunter 0,2 bis 2 % Ascorbinsäure (Vitamin C) und etwa 15 % Pektine.[6] - Auf molekularer Ebene können spezifische Gene für die Glycosphingolipid-Biosynthese (z. B. Beta-1,3-Galactosyltransferase) in den Blättern durch externe Stimuli um das bis zu 200-fache hochreguliert werden. - Der kulturhistorische Begriff „sub rosa“ (unter der Rose) als Zeichen der Verschwiegenheit manifestierte sich im Mittelalter durch Schnitzereien von Rosen an Beichtstühlen. - In der Sektion *Caninae* sind die Pollenkörner häufig verformt und geschrumpft, wobei nur ein Teil fertil ist.[6] - Die GBIF-Datenbank listet die Gattung unter dem Usage Key 8395064 als akzeptiertes Taxon innerhalb der Ordnung Rosales.[1]
Die wissenschaftliche Erstbeschreibung der Gattung *Rosa* erfolgte 1753 durch Carl von Linné in seinem Werk *Species Plantarum*, wobei *Rosa cinnamomea* L. als Typusart festgelegt wurde.[3] Der Gattungsname *Rosa* ist die lateinische Bezeichnung für die Pflanze und geht auf die rekonstruierte indogermanische Wurzel *vrod* oder *vard* zurück.[3][4] Traditionell wurde die Gattung als einzige der Tribus Roseae geführt, neuere phylogenetische Revisionen stellen sie jedoch zusammen mit *Rubus* in die Supertribus Rosodae.[5] Auch die Untergattung *Hulthemia*, die zeitweise als eigenständige Gattung abgetrennt wurde, gilt nach molekulargenetischen Untersuchungen eindeutig als Teil von *Rosa*. Aufgrund historischer Unklarheiten bei Linneischen Artdiagnosen wird in der Nomenklatur heute oft an etablierten Namen („names in current use“) festgehalten, statt strikte Prioritätsregeln anzuwenden.[4] Für die in der Zierpflanzenproduktion und im Gartenbau verwendeten Kulturrosen hat sich der Sammelname *Rosa × hybrida* etabliert.[6][2] Der Wissenschaftsbereich, der sich mit der Erforschung von Rosen befasst, wird als Rhodologie bezeichnet.[4]
Die Vertreter der Gattung *Rosa* und die daraus gezüchteten Kulturrosen (*Rosa × hybrida*) wachsen überwiegend als sommergrüne, seltener immergrüne Sträucher mit selbstständig aufrechten oder kletternden Sprossachsen, die bis zu vier Meter Höhe erreichen. Ein charakteristisches Bestimmungsmerkmal sind die am Stamm und den Zweigen sitzenden Stacheln, die dem Schutz sowie als Kletterhilfe dienen und deren Form von hakig bis nadelartig variieren kann. Die Bildung dieser Stacheln wird genetisch durch das *PRICKLESSNESS*-Gen reguliert. Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind unpaarig gefiedert und bestehen meist aus fünf bis neun elliptischen bis eiförmigen Fiederblättchen. Der Blättchenrand ist in der Regel einfach oder mehrfach gesägt, seltener gekerbt. Die Blüten stehen end- oder seitenständig in traubigen oder rispigen Blütenständen und besitzen einen tönnchenförmigen Blütenbecher (Hypanthium). Während die Wildformen fünfzählige Blüten mit fünf Kronblättern aufweisen, zeichnen sich viele Kulturformen (*Rosa × hybrida*) durch gefüllte Blüten aus, die durch die Umwandlung von Staubblättern in Kronblätter entstehen. Die Farbe der Kronblätter variiert meist zwischen Weiß, Rosa und Rot, seltener Gelb. Im Inneren der Blüte befinden sich bei Wildarten 50 bis über 200 Staubblätter, deren Pollen tricolpat aufgebaut ist. Als Früchte werden Hagebutten gebildet, bei denen es sich um Sammelnussfrüchte handelt, die einsamige Nüsschen in einem fleischigen, zur Reife meist rot bis orange gefärbten Becher umschließen.[7]
Rosen (*Rosa* bzw. *Rosa × hybrida*) sind ökonomisch bedeutende Kulturpflanzen, deren Ertrag und Qualität jedoch durch diverse Pathogene stark beeinträchtigt werden können.[7][6] Als einer der wirtschaftlich relevantesten Schaderreger gilt der nekrotrophe Pilz *Botrytis cinerea* (Grauschimmel), der besonders in der industriellen Produktion zu hohen Ausfällen führt.[6] Weitere signifikante Pilzerkrankungen umfassen den Echten Rosentaupilz (*Podosphaera pannosa*), den Falschen Rosentaupilz (*Peronospora sparsa*) sowie den Rosenrost (*Phragmidium mucronatum*). Bakterielle Infektionen durch *Agrobacterium tumefaciens* verursachen charakteristische krebsartige Wucherungen im Wurzel- und Stammbereich. Ein vielfältiges Spektrum an Insekten, darunter die Große Rosenblattlaus (*Macrosiphum rosae*) und die Rosenzikade (*Edwardsiana rosae*), tritt als Pflanzensaftsauger auf. Spezifische Schadbilder wie die „Schlafäpfel“ (Gallen) werden durch die Rosengallwespe (*Diplolepis rosae*) hervorgerufen, während Käferlarven Fraßschäden an den Wurzeln verursachen.[7] Die konventionelle Bekämpfung basiert häufig auf synthetischen Fungiziden, was jedoch zunehmend zu Resistenzen und Umweltproblemen führt. Als biologische Alternative im integrierten Pflanzenschutz erweist sich Teebaumöl (*Melaleuca alternifolia*) als effektiv, da es pflanzeneigene Abwehrgene aktiviert und den Lipidstoffwechsel beeinflusst.[6] Biotechnologische Innovationen zielen darauf ab, durch die Regulation von ACC-Synthase-Genen die Ethylenproduktion zu steuern, um das Welken zu verzögern und die Haltbarkeit zu verlängern.[2] Neben der Zierpflanzennutzung haben Rosen auch medizinische Bedeutung; so werden Hagebutten aufgrund ihres Gehalts an Ascorbinsäure und Pektinen therapeutisch genutzt.[7]