Der wissenschaftliche Name der Art lautet *Cetonia aurata*, wobei die Erstbeschreibung durch Carl von Linné im Jahr 1758 erfolgte.[1][2] In seinem Werk *Fauna Svecica* von 1761 wurde die Art weiterführend behandelt, nachdem sie in vor-linneischer Zeit als *Scarabaeus auratus* geführt wurde.[2] Aufgrund historischer taxonomischer Neubewertungen, etwa durch Mulsant (1842) und Nedelkov (1909), existieren über 80 Synonyme wie *Scarabaeus variabilis* oder *C. a. var. valesiaca*.[2] Systematisch wird *Cetonia aurata* in die Familie der Scarabaeidae (Blatthornkäfer) und die Unterfamilie Cetoniinae gestellt.[1][2] Die Gattung *Cetonia* umfasst 28 Arten, die vorwiegend in der paläarktischen Region verbreitet sind. Der englische Trivialname 'rose chafer' verweist auf die Vorliebe der Käfer für Rosenblüten als Nahrungsquelle. Innerhalb des Verbreitungsgebietes werden fünf Unterarten unterschieden, darunter die Nominatform *Cetonia aurata aurata* in Mitteleuropa.[2] Weitere Varianten sind *C. a. pallida* in westlichen Gebieten, *C. a. pisana* im Mittelmeerraum sowie *C. a. sicula* auf Sizilien. Diese Unterarten zeigen morphologische Unterschiede in der Punktierung der Elytren und der Färbung, die von metallischem Grün bis zu Bronzetönen reicht. Phylogeographische Analysen bestätigen diese Gliederung und deuten auf eine nacheiszeitliche Besiedlung aus südeuropäischen Refugien wie dem Balkan und den Apenninen hin.[2]
Der adulte *Cetonia aurata* ist ein mittelgroßer Käfer von 12 bis 20 mm Länge mit einem kompakten, ovalen Körper und deutlich gewölbten Elytren.[1][2] Die Oberseite glänzt meist metallisch grün, was durch strukturelle Interferenz ohne Pigmente entsteht, während die Unterseite des Abdomens charakteristisch kupferrot gefärbt ist.[2][4] Die Färbung variiert individuell stark von Grün über Bronze bis zu Violett oder Blauschwarz, oft durchzogen von weißen Querlinien oder Flecken auf den Flügeldecken.[1] Der kurze, breite Kopf trägt elfgliedrige Antennen, die in einer lamellenartigen Keule aus beweglichen Plättchen enden, welche gefächert werden können.[2] Die Mundwerkzeuge verfügen über kräftige, klingenartige Mandibeln zur mechanischen Bearbeitung von Nahrung. Ein wichtiges Bestimmungsmerkmal ist das V-förmige, gleichschenklige Scutellum zwischen den Flügelansätzen, das die Art vom ähnlichen *Gnorimus nobilis* unterscheidet, welcher ein gleichseitiges Scutellum aufweist.[1] Das metallische Pronotum ist seitlich stärker punktiert als im Zentrum. Die kräftigen, dunklen Beine besitzen fünfgliedrige Tarsen mit Borsten, die den Halt auf Blüten erleichtern.[2] Ein schwacher Sexualdimorphismus zeigt sich darin, dass Männchen etwas längere Antennenkeulen besitzen, während Weibchen meist insgesamt größer sind. Die ovalen, durchscheinend weißen Eier sind etwa 2 mm lang und werden im Substrat abgelegt. Die als Engerlinge bekannten Larven sind C-förmig gekrümmt, cremeweiß und weisen eine deutliche braune Kopfkapsel auf. Sie wachsen im dritten Stadium auf bis zu 45 mm heran, sind fein behaart und besitzen am Hinterleibsende einen Raster aus zwei Reihen kurzer Dornen zur Fortbewegung. Die Puppen gehören zum exaraten Typ mit freien Gliedmaßen, messen 18 bis 28 mm und verfärben sich in einem Kokon aus Erde und Sekreten von Weiß zu Gelbbraun.[1]
*Cetonia aurata* wird primär als ökologisch wertvoller Nützling klassifiziert, da die adulten Käfer als Bestäuber fungieren und die Larven durch die Zersetzung organischer Substanz zur Humusbildung beitragen. Adulte Tiere können jedoch gelegentlich als Lästlinge auftreten, indem sie Blütenblätter, insbesondere von Rosen (*Rosa* spp.) und Pfingstrosen, sowie weiche Früchte wie Himbeeren anfressen. Das Schadbild äußert sich meist durch unregelmäßige Fraßlöcher in den Petalen, was zu einer ästhetischen Beeinträchtigung und Deformierung der Blüten führt. Im Gegensatz zu anderen Blatthornkäfern verursachen die Engerlinge des Rosenkäfers fast nie Wurzelschäden an lebenden Pflanzen, da sie sich saprophag von abgestorbenem Pflanzenmaterial in Komposthaufen oder Totholz ernähren. Dies unterscheidet sie deutlich von den schädlichen Larven des Maikäfers oder Gartenlaubkäfers, was bei der Befallsanalyse im Garten beachtet werden muss. Eine aktive Bekämpfung ist selten notwendig; bei starkem Auftreten im Ziergarten reicht oft das manuelle Absammeln der Käfer in den kühlen Morgenstunden, wenn diese noch inaktiv sind. Zum Schutz wertvoller Zierpflanzen oder reifender Früchte können feinmaschige Netze eingesetzt werden, um den Zuflug der Käfer mechanisch zu verhindern. In der natürlichen Regulation spielen Antagonisten eine wichtige Rolle, darunter entomopathogene Pilze wie *Metarhizium anisopliae* sowie parasitäre Nematoden, welche die Larven im Boden befallen. Der Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel wird aufgrund des geringen Schadpotenzials und der Nützlingseigenschaft im Regelfall nicht empfohlen, wobei im Bedarfsfall organische Mittel wie Neemöl Anwendung finden können.[1] Da die Art lokal durch den Verlust von Totholz und offenen Kompoststellen unter Druck steht, sollten gärtnerische Maßnahmen stets die Erhaltung der Larvenhabitate berücksichtigen.[1][5]