Fakten (kompakt)
- *Melissa officinalis* wird typischerweise 30–70 cm hoch. - Die Stängel sind vierkantig und mit feinen Härchen bedeckt. - Die Blätter sind herzförmig und verströmen beim Zerreiben ein starkes Zitronenaroma. - Die Blüten sind klein, weiß oder blassgelb und blühen von Juni bis Oktober. - *Melissa officinalis* wurde in der Antike von Griechen und Römern für ihre beruhigenden Eigenschaften und ihre Fähigkeit, Bienen anzulocken, geschätzt. - Der Gattungsname *Melissa* leitet sich vom griechischen Wort für „Biene“ ab. - Zitronenmelisse wurde während der Kolonialzeit in Nordamerika eingeführt und war 1761 in medizinischen Gärten zu finden. - Thomas Jefferson kultivierte Zitronenmelisse in Monticello. - In der traditionellen europäischen und iranischen Volksmedizin wurden die Blätter als Verdauungshilfe, Karminativum, krampflösendes Mittel und als Beruhigungsmittel bei Nervosität, Angstzuständen, Schlaflosigkeit und Menstruationsbeschwerden eingesetzt. - Zeitgenössische Forschung hebt die bioaktiven Verbindungen der Zitronenmelisse hervor, darunter Flavonoide, Rosmarinsäure und flüchtige Öle. - Diese Verbindungen tragen zu den antioxidativen, entzündungshemmenden, antimikrobiellen und stimmungsaufhellenden Wirkungen der Pflanze bei. - Zitronenmelisse ist reich an Vitamin C und Thiamin. - Studien deuten auf die Wirksamkeit von Zitronenmelisse in Kombinationstherapien bei Angst- und Depressionssymptomen hin. - Abhängigkeit und Entzugserscheinungen sind bei Zitronenmelisse äußerst selten. - Es gibt einen dokumentierten Fall von leichten Symptomen nach starkem, längerem Gebrauch. - Zitronenmelisse kann mit Schilddrüsenmedikamenten oder Beruhigungsmitteln interagieren. - Schwangere sollten vor der Anwendung von Zitronenmelisse ihren Arzt konsultieren. - Zitronenmelisse ist in den USDA-Zonen 4–9 winterhart. - Die Pflanze gedeiht in gut durchlässigem, fruchtbarem Boden mit voller Sonne bis Halbschatten und mäßiger Bewässerung. - Zitronenmelisse toleriert schlechte Bedingungen und Wildverbiss. - Die Vermehrung erfolgt einfach durch Samen, Stecklinge oder Teilung im frühen Frühjahr. - Zitronenmelisse breitet sich durch Selbstaussaat und Rhizome stark aus und kann in feuchten Gebieten invasiv werden. - Es wird empfohlen, Barrieren zu errichten oder regelmäßig zu beschneiden, um die Ausbreitung einzudämmen. - Die Blätter sollten vor der Blüte geerntet werden, um den besten Geschmack und die beste Wirksamkeit zu erzielen. - Zitronenmelisse kann getrocknet, gefroren oder frisch in Tees, Salaten oder Pestos verwendet werden. - *Melissa officinalis* gehört zum Reich *Plantae*, Stamm *Tracheophyta*, Klasse *Magnoliopsida*, Ordnung *Lamiales*, Familie *Lamiaceae*, Gattung *Melissa* und Art *officinalis*. - Die Familie Lamiaceae umfasst etwa 250 Gattungen und über 7.000 Arten, darunter *Mentha*, *Salvia* und *Lavandula*.[7] - Die Gattung *Melissa* umfasst vier anerkannte Arten: *M. axillaris*, *M. flava*, *M. officinalis* und *M. yunnanensis*.[7] - *M. officinalis* hat zwei anerkannte Unterarten.[7]
*Melissa officinalis*, bekannt als Zitronenmelisse, gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Die Art wurde erstmals 1753 von Carl Linnaeus in seinem Werk *Species Plantarum* formell beschrieben. Der Gattungsname *Melissa* stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Honigbiene“. Der Name rührt daher, dass die Blüten der Zitronenmelisse Bienen stark anziehen. Das Artepitheton *officinalis* ist lateinischen Ursprungs und bedeutet so viel wie „in der Apotheke verwendet“. Es kennzeichnet traditionell Pflanzen, die für ihre medizinischen Eigenschaften geschätzt werden.[2] Homotypische Synonyme für *M. officinalis* sind *Faucibarba officinalis* (L.) Dulac und *Mutelia officinalis* (L.) Gren. ex Mutel.[2] Heterotypische Synonyme umfassen *Melissa altissima* Sm. und *Melissa bicornis* Klokov. Die Pflanze ist auch unter den Trivialnamen 'sweet balm', 'bee balm' und 'honey plant' bekannt, welche ihre aromatische Süße und Anziehungskraft auf Bienen hervorheben.[2] Es gibt zwei anerkannte Unterarten: *Melissa officinalis* subsp. *officinalis*, die typische, nach Zitrone duftende Form aus Südeuropa und Westasien, und *Melissa officinalis* subsp. *inodora* Bornm., die keinen charakteristischen Duft aufweist und in ähnlichen Regionen vorkommt.[2] Es existieren verschiedene Sorten und Kultivare von *M. officinalis*, die hauptsächlich auf verbesserte Duft-, Ölgehalts- oder Zierwerte gezüchtet wurden. Beispiele hierfür sind die Sorte 'Citronella', die für ihren starken Citronella-ähnlichen Duft bekannt ist, und 'Quedlinburger Niederliegende', eine niederliegende Form, die für höhere Gehalte an ätherischen Ölen gezüchtet wurde. Weitere Sorten wie 'All Gold' (mit goldenem Laub) und 'Lime' (mit Limettenaroma) werden ebenfalls kultiviert, haben aber den gleichen taxonomischen Status wie die Art.[2] Auf Deutsch ist die Pflanze als Zitronenmelisse bekannt[Patentdaten (kuratierte Extrakte)].
*Melissa officinalis*, bekannt als Zitronenmelisse, ist eine buschige, aufrechte, mehrjährige krautige Pflanze aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Sie zeichnet sich durch ihren vielstämmigen Wuchs und die vierkantigen Stängel aus, die typisch für die Minzfamilie sind. Die Pflanze erreicht typischerweise eine Höhe von 30–100 cm und eine Breite von 45–90 cm. Die Stängel sind grün, glatt und werden mit zunehmendem Alter holzig. Die Blätter sind gegenständig, sommergrün und eiförmig bis herzförmig. Sie messen 2–8 cm in Länge und Breite, mit gekerbten Rändern, runzeligen Oberflächen und deutlicher Nervatur, was ihnen eine raue, leicht behaarte Textur verleiht. Die Blätter sind hell- bis mittelgrün und verströmen beim Zerreiben einen starken zitronenartigen Duft, der auf ätherische Öle im Laub zurückzuführen ist. Dieser Duft ist ein wichtiges Erkennungsmerkmal, das die Zitronenmelisse von ähnlichen Vertretern der Minzfamilie unterscheidet. Die Blüten sind klein und unscheinbar, röhrenförmig mit zwei Lippen, weniger als 2,5 cm lang, und erscheinen in Quirlen von 4–12 in den Blattachseln von Juni bis September. Sie sind überwiegend weiß, gelegentlich blassrosa oder gelblich getönt. Die Blüten sind nektarreich und locken Honigbienen und andere Bestäuber an, die für die Fortpflanzung unerlässlich sind. Als mehrjährige Pflanze durchläuft die Zitronenmelisse ihren Lebenszyklus über mehrere Jahre, wobei die Pflanzen unter optimalen Bedingungen 3–6 Jahre oder länger leben können. Die Wuchskraft lässt jedoch oft nach 3–4 Jahren nach, was Gärtner dazu veranlasst, sie nach etwa 5 Jahren zu ersetzen. Sie breitet sich aggressiv über unterirdische Rhizome aus und versamt sich bereitwillig und bildet dichte Kolonien, die bei fehlender Kontrolle dauerhaft bestehen bleiben können.[1]
*Melissa officinalis*, bekannt als Zitronenmelisse, wird vielseitig genutzt und kann sowohl positive als auch negative Auswirkungen haben. Einerseits ist sie eine beliebte Gartenpflanze, die Bienen anzieht und in der Küche sowie traditionellen Medizin verwendet wird. Andererseits kann sie sich durch Selbstaussaat und Rhizome aggressiv ausbreiten und in manchen Gebieten invasiv werden. Als Schädling im eigentlichen Sinne gilt Zitronenmelisse nicht, da sie keine bedeutenden Schäden an Nutzpflanzen verursacht. Allerdings kann ihr unkontrolliertes Wachstum zum Problem werden, wenn sie andere Pflanzen verdrängt oder sich in unerwünschten Bereichen ausbreitet. Präventive Maßnahmen umfassen das Begrenzen des Anbaugebiets durch Barrieren oder regelmäßiges Beschneiden, um die Selbstaussaat zu verhindern. Die Pflanze hat eine lange Geschichte in der traditionellen europäischen und iranischen Medizin, wo sie als Verdauungshilfe, krampflösendes Mittel und zur Beruhigung bei Nervosität, Angstzuständen und Schlafstörungen eingesetzt wurde. Moderne Forschung belegt antioxidative, entzündungshemmende und antimikrobielle Eigenschaften. Extrakte hemmen *in vitro* Herpes-simplex-Viren. Klinische Studien zeigen angstlösende und antidepressive Effekte. Einzelfallberichte deuten auf milde Entzugserscheinungen nach starkem, längerem Konsum hin. Wechselwirkungen mit Schilddrüsenmedikamenten sind möglich. Obwohl Zitronenmelisse im Allgemeinen als sicher gilt, sollten Schwangere vor der Anwendung einen Arzt konsultieren.[7] Es gibt ein Patent für die Verwendung von Zitronenmelisse-Extrakten zur Hemmung der Virusreplikation von Filoviren wie dem Ebola-Virus. Ein weiteres Patent beschreibt ein Tierfutterergänzungsmittel mit Zitronenmelisse zur Verhaltensmodifikation, insbesondere bei Pferden. Duschgels mit Zitronenmelisse-Extrakt werden zur Pflege bei Psoriasis und seborrhoischer Dermatitis eingesetzt.[4] Es gibt keine spezifischen Monitoring-Methoden oder Bekämpfungsmaßnahmen im Sinne des integrierten Schädlingsmanagements (IPM) für Zitronenmelisse, da sie in der Regel nicht als Schädling betrachtet wird. Bei Bedarf kann die Ausbreitung durch mechanisches Entfernen oder Beschneiden kontrolliert werden. Chemische Bekämpfung ist unüblich und aufgrund der potenziellen Auswirkungen auf die Umwelt und die Gesundheit nicht empfehlenswert. Rechtliche Aspekte wie Quarantäne oder Meldepflichten sind für Zitronenmelisse nicht relevant.[7]