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Lexicon-vermelding

Lever balsem Ageratum houstonianum

Lever balsem

Taxonomie

Rijk Pflanzen (Plantae)
Stam Tracheophyta (Tracheophyta)
Klas Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Orde Asterales (Asterales)
Familie Asteraceae
Geslacht Ageratum
Soort Ageratum houstonianum
Wetenschappelijke naam Ageratum houstonianum Mill.
Geaccepteerde naam

Einleitung

Der **Leberbalsam** (*Ageratum houstonianum*), historisch auch als *Ageratum mexicanum* bezeichnet, ist eine krautige Pflanze aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae), deren ursprüngliches Verbreitungsgebiet in Mexiko und Zentralamerika liegt.[1][2] Die frostempfindliche Art wird weltweit als Zierpflanze kultiviert, gilt jedoch in vielen tropischen und subtropischen Regionen als invasives Unkraut, das durch dichte Bestände die lokale Biodiversität verdrängen kann.[3][2] Aufgrund enthaltener Pyrrolizidinalkaloide ist die Pflanze für Weidetiere toxisch, findet aber zugleich Anwendung in der Forschung zu natürlichen Insektiziden und pharmazeutischen Wirkstoffen.[4][3]

Gemeenschapsanalyse

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Laatst op 04.06.2026
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Fakten (kompakt)

- Die Blütenfarben der Art variieren von Blau über Violett und Rosa bis hin zu Weiß. - Zu den populären Zuchtsorten zählen 'Blue Horizon' (hochwüchsig, purpurblau), 'Blue Danube' (kompakt, mittelblau) und die 'Hawaii'-Serie (Farbmischungen), wobei es sich oft um F1-Hybriden handelt. - *Ageratum houstonianum* gedeiht in den USDA-Winterhärtezonen 2a bis 11b und bevorzugt nährstoffreiche, feuchte sowie gut durchlässige Böden in voller Sonne bis Halbschatten. - Etablierte Pflanzen weisen eine moderate Toleranz gegenüber Trockenheit auf. - Die Art gilt als resistent gegen Wildverbiss durch Hirsche und Kaninchen, ist jedoch bei heißer, trockener Witterung anfällig für Echten Mehltau und Spinnmilben. - Durch das regelmäßige Entfernen verblühter Blütenstände (Ausputzen) kann die Blütezeit verlängert werden. - Im Gartenbau wird der Leberbalsam häufig in Kombination mit rosa Begonien, gelben Tagetes oder weißen Petunien gepflanzt. - In den Vereinigten Staaten tritt die Pflanze vereinzelt als wildwachsendes Unkraut an Straßenrändern von Massachusetts bis Florida und Texas auf.[8] - Historische Synonyme umfassen neben *Ageratum mexicanum* (Sims, 1805) auch *Ageratum caeruleum* (R. Br., 1817) sowie die Klassifizierung als Unterart *Ageratum conyzoides* subsp. *houstonianum*. - Die Gattung *Ageratum* umfasst insgesamt etwa 38 bis 60 verschiedene Arten.[8]

Name & Einordnung

Die wissenschaftliche Erstbeschreibung von *Ageratum houstonianum* erfolgte im Jahr 1768 durch den Botaniker Philip Miller in der achten Ausgabe von *The Gardeners Dictionary*, basierend auf in Mexiko gesammelten Exemplaren.[1][3] Der Gattungsname *Ageratum* leitet sich von den griechischen Wörtern *a-* (ohne) und *geras* (Alter) ab, was „alterlos“ bedeutet und auf die langanhaltende Farbe der Blüten verweist.[3] Das Art-Epitheton *houstonianum* ehrt den schottischen Chirurgen und Botaniker William Houston (ca. 1695–1733), der im frühen 18. Jahrhundert Pflanzen in Mexiko sammelte und Samen nach Europa schickte.[3] Taxonomisch wird die Art der Gattung *Ageratum* zugeordnet, die etwa 38 bis 60 Arten innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae) umfasst.[3][2] Historisch wurden diverse Synonyme verwendet, die heute als taxonomische Referenzen gelten, darunter *Ageratum mexicanum* Sims (1805) und *Ageratum caeruleum* R. Br. (1817).[1] Zeitweise wurde die Pflanze aufgrund morphologischer Ähnlichkeiten auch als Unterart *Ageratum conyzoides* subsp. *houstonianum* (Mill.) T.R. Sahu klassifiziert.[1] Im deutschsprachigen Raum ist die Pflanze primär unter dem Trivialnamen Leberbalsam bekannt.[2] Internationale Bezeichnungen umfassen das englische „Flossflower“ (wegen der flauschigen Textur der Blütenköpfe) sowie „Bluemink“ oder „Mexican paintbrush“, was auf die Herkunft und die pinselartige Form der Infloreszenzen hindeutet.[3]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Der Leberbalsam (*Ageratum houstonianum*) wächst als krautige einjährige oder kurzlebige ausdauernde Pflanze, die Wuchshöhen von 30 bis 100 Zentimetern erreicht. Der Habitus ist aufrecht oder ausgebreitet mit verzweigten Stängeln, die der Pflanze eine buschige bis hügelartige Form verleihen. Die zylindrischen Stängel variieren farblich von Grün bis Rötlich und sind dicht mit weichen, feinen Haaren (pubeszent) bedeckt. Die gegenständig angeordneten Laubblätter besitzen eine eiförmige bis dreieckige (deltoide) Blattspreite mit einer Länge von 2 bis 7 Zentimetern. Charakteristische Merkmale der Blätter sind die herzförmige Basis, die stumpfe bis spitze Blattspitze sowie die gekerbten oder fein gesägten Ränder. Die hellgrüne Blattoberfläche fühlt sich weich an und ist beidseitig fein behaart (pilos bis leicht flaumig), wobei das Laub beim Zerreiben einen leichten aromatischen Duft verströmen kann. Die Blütenstände sind asterartige Köpfchen (Capitula) mit einem Durchmesser von 0,5 bis 1 Zentimeter. Diese bestehen ausschließlich aus zahlreichen kleinen Röhrenblüten ohne auffällige Zungenblüten, was ihnen eine puschelige, puderquastenartige Textur verleiht. Die Blütenfarbe ist überwiegend mittel- bis lavendelblau, wobei seltener auch weiße, rosa oder violette Varianten auftreten. Die Blütenköpfchen stehen in dichten endständigen Trugdolden (Corymbi) zusammen. Nach der Bestäubung bilden sich 1 bis 2 Millimeter lange Achänen, die jeweils einen einzelnen Samen enthalten. Diese Früchte sind mit einem Pappus aus fünf grannenartigen Schuppen versehen, der die Ausbreitung durch Wind und Wasser unterstützt. Das Wurzelsystem ist faserig ausgebildet und ermöglicht ein kompaktes Wachstum in verschiedenen Bodentypen.[3]

Beschreibung

Der Leberbalsam (*Ageratum houstonianum*) ist eine krautige Pflanze aus der Familie der Korbblütler (*Asteraceae*), die sich durch ihren buschigen Wuchs und die charakteristischen, pinselartigen Blütenstände auszeichnet. Ursprünglich in den subtropischen Biomen Mexikos und Zentralamerikas beheimatet, wächst sie in gemäßigten Klimazonen als Einjährige, während sie am Naturstandort als kurzlebige Staude ausdauern kann. Das Wurzelsystem ist faserig ausgebildet und unterstützt den kompakten, oft hügelbildenden Wuchs auf verschiedenen Bodentypen. Die zylindrischen Stängel erreichen Wuchshöhen von 30 bis 100 Zentimetern, sind grün bis rötlich gefärbt und dicht mit weichen, feinen Haaren (Pubeszenz) bedeckt. Die gegenständig angeordneten Laubblätter besitzen eine eiförmige bis dreieckige (deltoide) Blattspreite mit gekerbtem Rand und einer herzförmigen Basis. Sowohl die Ober- als auch die Unterseite der hellgrünen Blätter sind weich behaart und verströmen beim Zerreiben einen leicht aromatischen Duft, der auf ätherische Öle zurückzuführen ist. Ein markantes anatomisches Merkmal sind die körbchenförmigen Blütenstände (Capitula), die im Gegensatz zu vielen anderen Korbblütlern keine Zungenblüten, sondern ausschließlich zahlreiche Röhrenblüten enthalten. Diese Röhrenblüten bilden dichte, endständige Schirmrispen und erzeugen durch ihre feine Struktur den namensgebenden „flauschigen“ Effekt. Die einzelnen Blüten sind zwittrig und protandrisch, wobei die männliche Phase vor der weiblichen eintritt, um die Fremdbestäubung zu fördern. Anatomisch verfügt die Art über ein sporophytisches Selbstinkompatibilitätssystem, das die Selbstbefruchtung weitgehend verhindert, wenngleich einige Zuchtlinien eine Pseudo-Selbstkompatibilität aufweisen. Der Lebenszyklus vom Keimling bis zur Blüte vollzieht sich rasch innerhalb von etwa 8 bis 10 Wochen. Die Keimung der Samen erfolgt lichtabhängig (positiv photoblastisch), weshalb Keimlinge bei einer Sattiefe von mehr als 2 mm nicht auflaufen können. Eine besondere chemische Anpassung ist die Produktion von Precocenen in Blättern und Blüten, die als Anti-Juvenilhormone wirken und die Metamorphose fressender Insektenlarven stören, was als natürlicher Fraßschutz dient.[3] Historisch wurde die Art 1768 von Philip Miller basierend auf mexikanischen Exemplaren erstbeschrieben und zu Ehren des Botanikers William Houston benannt, der im frühen 18. Jahrhundert Samen nach Europa sandte. Taxonomisch wurde *Ageratum houstonianum* früher oft als Varietät von *Ageratum conyzoides* betrachtet, gilt jedoch heute aufgrund morphologischer Details als eigenständige Spezies. Im natürlichen Habitat besiedelt die Pflanze oft gestörte Flächen wie Weiden, Straßenränder oder Waldlichtungen und zeigt eine hohe Anpassungsfähigkeit an sonnige bis halbschattige Standorte.[3]

Verhalten

Ageratum houstonianum interagiert intensiv mit einer Vielzahl von Bestäubern, wobei Bienen etwa 95 % der Blütenbesuche ausmachen. Zu den häufigsten Besuchern zählen Honigbienen (*Apis mellifera*), Hummeln (*Bombus* spp.) sowie solitäre Wildbienen, die durch das Nektarangebot angelockt werden. Ergänzend nutzen Tagfalter wie der Monarchfalter (*Danaus plexippus*) und nachtaktive Motten die Blütenstände als Nahrungsquelle, was die Bestäubung rund um die Uhr fördert. Um die Fremdbestäubung zu begünstigen, zeigen die zwittrigen Röhrenblüten ein protandrisches Verhalten, bei dem die männliche Phase vor der weiblichen eintritt. Ein sporophytisches Selbstinkompatibilitätssystem verhindert in der Regel die Selbstbefruchtung, wenngleich isolierte Linien teilweise selbstkompatibel reagieren können. Die Samen weisen eine positive Photoblastie auf, da sie zur Keimung zwingend Lichtreize benötigen und bei Dunkelheit in Ruhe verbleiben.[2] Als chemische Abwehrstrategie gegen Herbivoren produziert die Pflanze Pyrrolizidinalkaloide, die bei Weidetieren wie Rindern und Ziegen Leberschäden verursachen. Zusätzlich synthetisiert sie Precocene, die als Anti-Juvenilhormone wirken und die Häutung sowie Reproduktion von fressenden Insekten stören.[4] Aufgrund dieser chemischen Eigenschaften wird *Ageratum houstonianum* von Rehen und Kaninchen weitgehend gemieden. Das Ausbreitungsverhalten der Samen umfasst neben der Wind- und Wasserverbreitung auch die Epizoochorie, indem die Früchte an Tierfell haften bleiben. In invasiven Szenarien zeigt die Art ein aggressives Verdrängungsverhalten, indem sie dichte Bestände bildet, die einheimische Pflanzen durch Licht- und Nährstoffkonkurrenz unterdrücken.[2]

Ökologie

Ageratum houstonianum interagiert als Nektarquelle mit einer diversen Gemeinschaft von Bestäubern, wobei Bienen wie *Apis mellifera* und *Bombus*-Arten etwa 95 % der Blütenbesuche ausmachen. Zusätzlich nutzen Schmetterlinge, darunter *Danaus plexippus* und *Vanessa cardui*, sowie nachtaktive Motten die dichten Blütenstände zur Nahrungsaufnahme, was die Art ökologisch wertvoll für die lokale Insektenbiodiversität macht.[3] In ihrem nativen Verbreitungsgebiet besiedelt die Art als Pionierpflanze gestörte Habitate wie Waldlichtungen, Weiden und Wegränder in Höhenlagen bis zu 1700 Metern.[1] Die Ausbreitung der Populationen erfolgt effizient durch Wind und Wasser, wobei die leichten Samen (Achänen) auch epizoochor durch Anhaftung an Tieren transportiert werden. In invasiven Arealen verdrängt der Leberbalsam durch aggressive Ressourcenkonkurrenz um Licht und Nährstoffe die native Flora und bildet Monokulturen, die die Biodiversität in Grasländern verringern.[2] Chemisch verteidigt sich die Pflanze gegen Herbivoren durch Pyrrolizidinalkaloide, die sie weitgehend resistent gegen Fraß durch Rehe und Kaninchen machen, jedoch bei Weidevieh hepatotoxisch wirken.[3][4] Spezifische Inhaltsstoffe wie Precocene wirken zudem als Anti-Juvenilhormone, die die Entwicklung von phytophagen Insekten stören und bei Arten wie Blattläusen zur Sterilität führen können.[2] Aufgrund dieser insektiziden Eigenschaften wird die Pflanze auch in patentierten Formulierungen zur biologischen Schädlingsbekämpfung, etwa im Obstbau, eingesetzt.[3] Trotz dieser Abwehrmechanismen ist *Ageratum houstonianum* anfällig für Spinnmilben und Echten Mehltau, besonders unter heißen und trockenen mikroklimatischen Bedingungen.[4]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Ageratum houstonianum wird ambivalent bewertet: Während es in gemäßigten Zonen als Zierpflanze geschätzt wird, gilt es in Regionen wie Australien, Afrika und Asien als invasiver Schädling, der die native Flora verdrängt und die Biodiversität reduziert.[2][4] In der Landwirtschaft konkurriert die Art aggressiv mit Nutzpflanzen wie Reis oder Hirse um Ressourcen, was zu signifikanten Ernteverlusten führt und langfristig die Bodenfruchtbarkeit beeinträchtigen kann.[2] Ein erhebliches Schadpotenzial besteht für Weidetiere, da die in der Pflanze enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide bei Rindern und Ziegen schwere Leberschäden (Veno-occlusive Disease) und Läsionen verursachen.[2][4] Für den Menschen ist der Verzehr aufgrund potenzieller kanzerogener Wirkungen riskant, während der Kontakt mit dem Pflanzensaft Hautreizungen auslösen kann.[4][3] Medizinisch wird die Pflanze jedoch auch positiv genutzt, etwa in patentierten Zusammensetzungen zur Linderung von atopischer Dermatitis und Juckreiz.[3] Zudem dienen Extrakte aufgrund enthaltener Precocene, die das Insektenwachstum stören, als Basis für biologische Insektizide im Obstbau.[2][3] Präventive Maßnahmen konzentrieren sich auf die Früherkennung und den Verzicht auf Anpflanzungen in ökologisch sensiblen Zonen, um eine Ausbreitung zu verhindern.[6] Zur mechanischen Bekämpfung eignet sich das Mähen vor der Samenreife, wobei beim Jäten Schutzkleidung gegen Kontaktallergien getragen werden sollte.[7][3] Die chemische Kontrolle erfolgt effektiv durch Herbizide wie Glyphosat, erfordert jedoch wiederholte Anwendungen zur Erschöpfung des langlebigen Samenbestands im Boden. Biologische Bekämpfungsansätze werden zwar erforscht, sind aber noch nicht breit in integrierte Managementstrategien implementiert.[2]

Wirtschaftliche Bedeutung

Als weltweit gehandelte Zierpflanze für Beete und den Schnittblumenmarkt besitzt *Ageratum houstonianum* eine etablierte wirtschaftliche Relevanz im Gartenbau.[3] In vielen tropischen und subtropischen Regionen verursacht die Art jedoch erhebliche ökonomische Schäden als invasives Unkraut in der Landwirtschaft und auf Weideflächen. In Nepal und den Philippinen konkurriert sie direkt mit Grundnahrungsmitteln wie Reis und Hirse, was zu Ertragseinbußen und erhöhten Bewirtschaftungskosten für Landwirte führt.[2] Ein wesentlicher wirtschaftlicher Faktor ist die Toxizität für Nutztiere; die Aufnahme führt bei Rindern und Ziegen zu Leberschäden, Gewichtsverlust und Tod, was finanzielle Verluste in der Viehzucht zur Folge hat.[4][2] Speziell in Australien erfordert die Überwucherung von Weideland kostspielige Herbizideinsätze, um die Produktivität der Flächen wiederherzustellen und den Tierbestand zu schützen.[3] Neben den negativen Auswirkungen wird das wirtschaftliche Potenzial der Pflanze als Quelle für natürliche Insektizide erforscht, da enthaltene Precocene die Entwicklung von Schadinsekten stören.[2] Patentanmeldungen belegen die Entwicklung biologischer Insektizide auf Basis von *Ageratum houstonianum*-Extrakten für den Obst- und Erdbeeranbau, um chemische Resistenzen zu vermeiden. Darüber hinaus existieren kommerzielle Ansätze zur pharmazeutischen Nutzung, etwa in Form von Komplexextrakten zur Behandlung atopischer Dermatitis.[3]

Biologie & Lebenszyklus

Ageratum houstonianum ist eine krautige Pflanze, die ihren Lebenszyklus in gemäßigten Klimazonen als Einjährige innerhalb einer Vegetationsperiode abschließt, während sie in subtropischen Regionen als kurzlebige Staude persistieren kann.[3][2] Die Entwicklung beginnt mit der Keimung der positiv photoblastischen Samen, die zwingend Lichtexposition benötigen und bei einer optimalen Temperatur von 20–25 °C innerhalb von 7 bis 21 Tagen keimen.[3] Eine Aussaat tiefer als 2 mm hemmt den Auflauf vollständig, da Dunkelheit die Keimruhe nicht bricht.[2] Etwa 8 bis 10 Wochen nach der Keimung tritt die Pflanze in die reproduktive Phase ein, wobei die Blütezeit in geeigneten Klimaten von Mai bis November andauert.[4] Die Blütenstände bestehen aus zahlreichen Röhrenblüten, die protandrisch sind, sodass die männliche Phase der weiblichen vorausgeht, um die Fremdbestäubung zu fördern. Die Bestäubung erfolgt primär durch Insekten, wobei Studien zeigen, dass Honigbienen (*Apis mellifera*), Hummeln (*Bombus* spp.) und Schmetterlinge wie der Monarchfalter (*Danaus plexippus*) die Hauptbestäuber sind. Obwohl ein sporophytisches Selbstinkompatibilitätssystem die Selbstbefruchtung weitgehend verhindert, zeigen einige kultivierte Linien eine partielle Selbstkompatibilität.[2] Nach erfolgreicher Bestäubung bilden sich 1–2 mm lange Achänenfrüchte, wobei eine einzelne Pflanze Tausende von Samen produzieren kann, was eine rasche Populationsausbreitung ermöglicht.[3] Die leichten Samen besitzen einen Pappus aus fünf Schuppen und werden effektiv durch Wind und Wasser verbreitet.[2] Physiologisch zeichnet sich die Art durch eine moderate Trockentoleranz nach der Etablierung aus, ist jedoch frostempfindlich und stirbt bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt ab.[3] Eine biochemische Besonderheit ist die Produktion von Chromenen wie Precocen I und II, die als Anti-Juvenilhormone wirken und die Metamorphose von Insektenlarven stören oder Sterilität bei adulten Insekten induzieren können.[4][2] Zu den natürlichen Antagonisten zählen Echter Mehltau und Spinnmilben, die besonders unter heißen, trockenen Bedingungen auftreten.[3] In invasiven Verbreitungsgebieten verdrängt die Art native Pflanzen durch Licht- und Nährstoffkonkurrenz und bildet dichte Monokulturen.[2]

Vorkommen & Lebensraum

Das natürliche Verbreitungsgebiet von *Ageratum houstonianum* umfasst Mexiko sowie weite Teile Zentralamerikas, einschließlich Belize, Costa Rica, Guatemala und Panama.[1][2] In diesen subtropischen Zonen besiedelt die Art vorwiegend gestörte Habitate wie Weiden, Waldlichtungen, Straßenränder und Talhänge. Die vertikale Verbreitung erstreckt sich dabei von Meereshöhe bis in Höhenlagen von etwa 1.700 Metern.[2] Die anthropogene Ausbreitung begann im späten 18. Jahrhundert, als Samen von der mexikanischen Küste für die Zierpflanzenkultur nach Europa verbracht wurden. Heute ist der Leberbalsam in tropischen und subtropischen Regionen weltweit eingebürgert, darunter in Teilen Afrikas wie Südafrika und Mosambik sowie in Asien und Australien.[2] In Nordamerika tritt die Pflanze als neophytisches Unkraut im Südosten der USA auf, wobei das Areal von Massachusetts bis Florida und Texas reicht.[4] Auch auf pazifischen Inseln wie Neuseeland und Hawaii sowie in der Karibik haben sich stabile Populationen etabliert. In Europa beschränken sich naturalisierte Vorkommen primär auf südliche Regionen wie Frankreich, da die Art frostempfindlich ist. Als typische Habitate in den Einschleppungsgebieten dienen Ruderalflächen, Felder und Uferzonen, wo die Pflanze oft in Konkurrenz zur einheimischen Flora tritt. In landwirtschaftlich genutzten Bereichen, beispielsweise in Reisfeldern auf den Philippinen oder in Nepal, kann sie als lästiges Ackerunkraut dominieren. Die Ausbreitung wird durch die Produktion zahlreicher leichter Samen begünstigt, die durch Wind, Wasser oder Anhaftung an Tieren und Fahrzeugen transportiert werden. Bevorzugt werden generell sonnige bis halbschattige Standorte mit feuchten, aber gut durchlässigen Böden.[2]

Saisonalität & Aktivität

In gemäßigten Klimazonen wächst *Ageratum houstonianum* als frostempfindliche einjährige Pflanze, die ihren Lebenszyklus innerhalb einer einzigen Vegetationsperiode vollendet.[3][4] Die reproduktive Phase beginnt mit der Keimung, die optimal bei Temperaturen zwischen 20 und 25 °C erfolgt und etwa 7 bis 21 Tage dauert. Da die Samen positiv photoblastisch sind, ist eine Exposition gegenüber Licht für den Keimprozess zwingend erforderlich, weshalb bei Dunkelheit keine Emergenz stattfindet.[4] Die Blütezeit setzt etwa 8 bis 10 Wochen nach der Keimung ein und erstreckt sich typischerweise von Mai bis Oktober oder November.[3][2] Während dieser Phase sind die Blütenstände tagsüber für Bienen und Schmetterlinge attraktiv, werden jedoch auch nachts von Motten besucht.[2] Die physiologische Aktivität der Pflanze ist stark temperaturabhängig; sie gedeiht am besten bei Tagestemperaturen von 15 bis 25 °C und stellt das Wachstum bei Kälteeinbrüchen ein.[4] In ihrem natürlichen subtropischen Verbreitungsgebiet kann die Art hingegen als kurzlebige Staude ganzjährig blühen.[2] Das saisonale öffentliche Interesse spiegelt diesen phänologischen Verlauf wider, wobei die Suchanfragen in den Monaten April und Mai ihren Höhepunkt erreichen.[5]

Voorkomen en huidige waarnemingen in Duitsland

  • Berlin, Berlin, Deutschland

    11.09.2025

  • Deutschland

    11.07.2025

  • Herdern, 79 Freiburg im Breisgau-Nord, Deutschland

    10.07.2025

  • Munich, Bavaria, Deutschland

    15.06.2025

  • Deutschland

    06.06.2025

Daten: iNaturalist

Wetenschappelijk onderzoek en patenten

KR-102107748-B1 Biological Toegekend

Zusammensetzung gegen Hautjucken und zur Vorbeugung oder Besserung von atopischer Dermatitis mit Extrakt aus Ageratum houstonianum, Schisandra chinensis und Bupleurum falcatum

Agera Biotech (2019)

Relevantie: 8/10

Samenvatting

Dieses Patent beschreibt eine pharmazeutische Zusammensetzung zur Behandlung von atopischer Dermatitis und Juckreiz. Die Kernidee ist die Nutzung eines Komplexextraktes, der unter anderem Ageratum houstonianum enthaelt, um die Expression von POMC-mRNA zu hemmen. Dies zeigt eine medizinische Anwendung der Pflanze jenseits der Schaedlingsbekaempfung. Es ist als Arzneimittel oder Kosmetikum praktisch anwendbar.

CN-108294061-A Biological Onbekend

Ein Insektizid fuer Obstbaeume

LI Jiahuan (2018)

Relevantie: 6/10

Samenvatting

Dieses Patent beschreibt ein Insektizid speziell fuer Obstbaeume, das Ageratum houstonianum in signifikanter Menge (48 Teile laut Text) neben anderen Extrakten wie Rotenon enthaelt. Es ist eine rein natuerliche, umweltfreundliche Formulierung. Die hohe Konzentration des Leberbalsams deutet auf eine zentrale Rolle der Pflanze in dieser Wirkstoffmischung hin.

CN-109380381-A Chemical Onbekend

Ein Insektizid fuer im Innenbereich wachsende Erdbeeren und dessen Herstellungsverfahren

Zhang Aili (2017)

Relevantie: 6/10

Samenvatting

Kombiniert synthetische Wirkstoffe (Tetramethrin) mit Pflanzenextrakten wie Ageratum houstonianum (14-18 Teile) speziell fuer Erdbeeren. Ziel ist es, Resistenzen bei Schaedlingen zu verhindern und Kosten zu senken. Hier wird die Pflanze genutzt, um die Wirksamkeit chemischer Insektizide zu unterstuetzen oder zu ergaenzen.

CN-107079937-A Chemical Onbekend

Ein Insektizid gegen Schaedlinge und dessen Herstellungsverfahren

Anhui Dongjian Chemical Technology Company Ltd. (2017)

Relevantie: 5/10

Samenvatting

Beschreibt ein komplexes Insektizid, das aus ca. 20 verschiedenen Komponenten besteht, darunter Ageratum houstonianum (4-18 Teile). Die Innovation liegt in der Kombination traditioneller chinesischer Zutaten mit Mineralien wie Realgar. Es wird als ungiftig und effektiv beschrieben, wobei der Leberbalsam hier als Wirkstoff gegen andere Insekten dient.

CN-107711914-A Biological Onbekend

Ein Insektizid fuer Obstgärten und dessen Herstellungsverfahren

Chengdu Lujiu Family Farm (2017)

Relevantie: 5/10

Samenvatting

Ein Insektizid fuer den Obstbau, das Ageratum houstonianum (12-20 Teile) mit Datura und Tabakresten kombiniert. Es verspricht eine lange Wirkungsdauer. Die Innovation liegt in der spezifischen Mischung verschiedener Pflanzenextrakte zur Maximierung der insektiziden Wirkung.

Bronnen & Referenties

  1. https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:175500-1
  2. https://www.gbif.org/species/5401760
  3. https://plants.ces.ncsu.edu/plants/ageratum-houstonianum/
  4. https://tvmdl.tamu.edu/case-studies/pyrrolizidine-alkaloid-toxicity-in-a-mature-brangus-cow/
  5. Zeitreihen-Analyse: Suchinteresse (DE), 2026
  6. https://assessment.ifas.ufl.edu/assessments/ageratum-houstonianum/
  7. https://rdansw.org.au/pipermail/centres_rdansw.org.au/attachments/20220627/acd894da/attachment-0010.pdf
  8. Literaturzusammenfassung: Ageratum houstonianum