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Lexicon-vermelding

Zijde boom Albizia julibrissin

Zijde boom

Taxonomie

Rijk Pflanzen (Plantae)
Stam Tracheophyta (Tracheophyta)
Klas Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Orde Fabales (Fabales)
Familie Fabaceae
Geslacht Albizia
Soort Albizia julibrissin
Wetenschappelijke naam Albizia julibrissin Durazz.
Geaccepteerde naam

Einleitung

Der Seidenbaum (*Albizia julibrissin*), gelegentlich auch Schlafbaum genannt, ist ein laubabwerfender Baum oder Strauch aus der Familie der Hülsenfrüchtler (*Fabaceae*), der ursprünglich in Südwest- und Ostasien beheimatet ist.[1][2] Während die Art aufgrund ihrer farnartigen Blätter und seidigen, rosafarbenen Blütenstände als Zierpflanze kultiviert wird, gilt sie in Teilen Nordamerikas und Südafrikas als invasiver Schädling, der heimische Ökosysteme verdrängt.[3] Die im Englischen verbreitete Bezeichnung „Mimosa tree“ führt oft zu taxonomischen Verwechslungen mit der Gattung *Acacia*, insbesondere mit *Acacia dealbata*.[1]

Gemeenschapsanalyse

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Laatst op 24.06.2026
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Fakten (kompakt)

- Die taxonomische Einordnung erfolgt gemäß dem APG IV-System in die Ordnung *Fabales* und die Klasse *Magnoliopsida*. - Ein historisches Synonym ist *Mimosa julibrissin*, das 1786 von Scopoli verwendet wurde, bevor sich die Gattungsbezeichnung *Albizia* durchsetzte. - In Nordamerika gedeiht die Art vorzugsweise in den USDA-Winterhärtezonen 6 bis 9. - Die Krone kann eine beträchtliche Breite von bis zu 15 Metern (50 Fuß) erreichen. - Die doppelt gefiederten Blätter weisen eine Länge zwischen 15 und 50 Zentimetern (6 bis 20 Zoll) auf. - Etablierte Exemplare tolerieren neben Trockenheit auch städtische Luftverschmutzung sowie salzhaltige Böden.[9] - Die Einführung in die Vereinigten Staaten erfolgte Mitte des 18. Jahrhunderts als Zierpflanze.[9] - Eine bekannte Kulturform ist *Albizia julibrissin* f. *rosea*, die sich durch einen kompakteren, buschigen Wuchs auszeichnet. - Die Früchte der Unterfamilie *Mimosoideae* sind als nicht aufspringende (indehiszente) Hülsenfrüchte definiert.[9]

Name & Einordnung

Die wissenschaftliche Erstbeschreibung von *Albizia julibrissin* erfolgte 1772 durch den italienischen Botaniker Antonio Durazzini im *Magazzino Toscano*, womit er zugleich die Gattung *Albizia* begründete und diese Spezies als Typusart festlegte. Der Gattungsname ehrt den florentinischen Adligen Filippo degli Albizzi, der die Pflanze um 1749 aus Konstantinopel in die Toskana einführte. Das Art-Epitheton *julibrissin* stellt eine latinisierte Ableitung des persischen Ausdrucks „gul-i abrisham“ (گل ابریشم) dar, was „Seidenblume“ bedeutet und auf die feinen, seidenartigen Blütenfäden anspielt. Vor der Etablierung der Gattung *Albizia* wurde die Art oft verwandten Genera zugeordnet, was zu Synonymen wie *Mimosa julibrissin* (Durazz.) Scop. (1786) und *Acacia julibrissin* (Durazz.) Willd. (1806) führte. Weitere historische Bezeichnungen umfassen *Feuilleea julibrissin* (Durazz.) Kuntze sowie *Albizia rosea* Carrière, wobei letztere Bezeichnung oft für rosablühende Formen verwendet wurde, die heute meist der Nominatform zugerechnet werden.[2] Neben der Nominatvarietät wird taxonomisch die Varietät *A. julibrissin* var. *mollis* (Wall.) Benth. unterschieden, die sich durch eine weichere Behaarung auszeichnet und im Himalaya sowie China verbreitet ist.[2] Im deutschsprachigen Raum sind die Trivialnamen Seidenbaum oder Baum der Seide gebräuchlich, während die Gattung auch als Schirmakazie bezeichnet wird.[2][3] International ist die englische Bezeichnung „Persian silk tree“ oder missverständlich „Mimosa tree“ verbreitet, was oft zu Verwechslungen mit echten Mimosen der Gattung *Acacia* führt. In Ostasien beziehen sich lokale Namen wie das japanische „nemu no ki“ (Schlafbaum) oder das chinesische „he huan“ häufig auf die nyktinastischen Schlafbewegungen der Blätter.[2]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Albizia julibrissin wächst als schnellwüchsiger, laubabwerfender Baum oder Strauch, der Höhen von 5 bis 12 Metern erreicht.[1][3] Charakteristisch ist die breite, schirm- oder vasenförmige Krone, die durch einen kurzen Stamm und weit ausladende Äste gebildet wird und oft mehrstämmig erscheint.[5][3] Die Rinde junger Bäume ist glatt und hellbraun bis grau mit auffälligen Lentizellen, während sie bei älteren Exemplaren flache Risse entwickelt.[4] Im Gegensatz zu vielen verwandten Arten der Unterfamilie Mimosoideae besitzt der Seidenbaum keine Dornen; junge Triebe sind hellgrün und verfärben sich später hellbraun.[4][3] Die wechselständigen, doppelt gefiederten Blätter erinnern an Farne, erreichen Längen von 20 bis 45 cm und bestehen aus 10 bis 24 Fiedern.[1][3] Jede Fieder trägt 20 bis 40 längliche, 5 bis 15 mm lange und 2 bis 5 mm breite Fiederblättchen.[4][3] Eine Besonderheit ist die Thigmonastie, bei der sich die Blätter auf Berührung zusammenfalten, sowie die Nyktinastie, das nächtliche Schließen der Fiedern.[3] Die duftenden, zwittrigen Blüten stehen in kugelförmigen Köpfchen von 2 bis 3 cm Durchmesser und zeichnen sich durch zahlreiche, lange Staubblätter aus, die ihnen ein pinselartiges Aussehen verleihen.[2][3] Die Färbung der Blüten ist typischerweise rosa, wobei die Staubfäden 2 bis 3 cm über den Kelch hinausragen; seltener treten weiße Formen auf.[3][6] Nach der Blüte entwickeln sich flache, strohfarbene bis braune Hülsenfrüchte von 10 bis 20 cm Länge und 2 bis 3 cm Breite, die oft den Winter über am Baum verbleiben.[1][3] Im Inneren der Hülsen befinden sich 5 bis 15 hartschalige, ovale Samen von etwa 1 cm Länge.[3] Das Wurzelsystem ist weitreichend und überwiegend flach, wobei große Oberflächenwurzeln oft direkt an der Stammbasis entspringen und Stickstoff fixierende Knöllchenbakterien beherbergen.[3][1] Die Varietät *A. julibrissin* f. *rosea* unterscheidet sich durch einen kompakteren Wuchs und kräftiger rosa gefärbte Blüten von der Nominatform.[3] Verwechslungsgefahr besteht namentlich und optisch mit Arten der Gattung *Acacia*, wie der Echten Mimose (*Acacia dealbata*), von denen sich *A. julibrissin* jedoch durch das Fehlen von Dornen und die spezifische Morphologie der Hülsenfrüchte abgrenzen lässt.[3]

Beschreibung

Albizia julibrissin ist ein schnellwüchsiger, laubabwerfender Baum oder Strauch aus der Familie der Fabaceae, der ursprünglich in einem weiten Gebiet von Iran bis Japan beheimatet ist.[1][2] Das typische Erscheinungsbild ist durch eine breite, schirmartige bis vasenförmige Krone geprägt, die auf einem oft kurzen, sich früh verzweigenden Stamm sitzt und Wuchshöhen von 6 bis 12 Metern erreicht. Im natürlichen Lebensraum besiedelt die Art offene Wälder, Flussufer und Buschland bis in Höhenlagen von 1.500 Metern, wobei sie sich durch ein weitreichendes, flaches Wurzelsystem auszeichnet, das die aggressive Besiedlung gestörter Flächen begünstigt.[2][3] Ein markantes Erkennungsmerkmal sind die doppelt gefiederten, farnartigen Blätter, die eine Länge von 20 bis 45 cm erreichen und thigmonastische sowie nyctinastische Reaktionen zeigen, indem sie sich bei Berührung oder nachts zusammenfalten.[1][3] Diese Blattbewegung führte im Japanischen zur Bezeichnung „nemu no ki“ (schlafender Baum) und dient physiologisch dem Schutz der Blattflächen.[1] Im Gegensatz zu vielen Vertretern der verwandten Gattung Acacia bildet A. julibrissin keine Dornen aus, was die Unterscheidung im Feld erleichtert.[3] Die Rinde junger Exemplare erscheint glatt und graubraun mit prominenten Lentizellen, während sie bei älteren Bäumen flache Risse entwickelt.[1] Die Art ist zwittrig (hermaphroditisch); ihre auffälligen, duftenden Blütenstände bestehen nicht aus prominenten Kronblättern, sondern aus zahlreichen langen, seidigen Staubblättern, die in kugelförmigen Köpfen angeordnet sind. Der Lebenszyklus beginnt mit der Keimung hartschaliger Samen, die eine ausgeprägte Dormanz aufweisen und oft jahrelang im Boden lebensfähig bleiben, bis die Schale durch mechanische oder chemische Einflüsse (Skarifikation) durchlässig wird. Jungpflanzen zeigen zunächst hellgrüne Stängel, die mit zunehmendem Alter hellbraun verholzen.[3] Als anatomische Anpassung an nährstoffarme Böden besitzt der Baum Wurzelknöllchen, in denen symbiotische Rhizobium-Bakterien atmosphärischen Stickstoff fixieren.[1][3] Die Erstbeschreibung erfolgte 1772 durch Antonio Durazzini, wobei das Epitheton julibrissin eine Latinisierung des persischen Begriffs für „Seidenblume“ darstellt.[3] Innerhalb der Gattung Albizia fungiert A. julibrissin als Typusart und unterscheidet sich von Varietäten wie f. rosea durch Wuchsform und Blütenfarbe.[3] Trotz seiner Beliebtheit als Ziergehölz wird der Baum in Teilen Nordamerikas aufgrund seiner raschen Ausbreitung und der Bildung dichter Monokulturen als invasiv eingestuft.[1]

Verhalten

*Albizia julibrissin* zeigt ausgeprägte Blattbewegungen, darunter die Nyktinastie, bei der sich die Fiederblätter nachts zusammenfalten.[1][3] Zusätzlich reagieren die Blätter thigmonastisch auf Berührungsreize durch schnelles Schließen.[1] Zur Sicherung des eigenen Standorts setzt der Baum allelopathische Strategien ein, indem er phenolische Verbindungen über Wurzelausscheidungen und Laubstreu freisetzt. Diese chemischen Signale hemmen die Keimung und das Biomassewachstum von Unterwuchspflanzen sowie konkurrierenden Baumsämlingen. Eine zentrale symbiotische Interaktion besteht in der Bildung von Wurzelknöllchen mit *Rhizobium*-Bakterien, die atmosphärischen Stickstoff fixieren. Diese Anpassung ermöglicht es der Art, nährstoffarme Böden zu besiedeln und in gestörten Habitaten dichte, monokulturelle Dickichte zu bilden. Die reproduktiven Interaktionen sind entomophil, wobei duftender Nektar Bestäuber wie Bienen, Schmetterlinge und Kolibris anlockt. Als Abwehrmechanismus gegen Herbivoren enthalten die Samen Neurotoxine, die bei Verzehr für Weidetiere potenziell tödlich sind. Zudem zeigt die Art ein aggressives Regenerationsverhalten, indem sie nach Beschädigungen schnell wieder austreibt und Konkurrenten durch rasches Höhenwachstum überholt.[3]

Ökologie

Als Pionierpflanze besiedelt *Albizia julibrissin* bevorzugt offene Wälder, Flussufer und gestörte Standorte wie Straßenränder, wo sie dichte Dickichte bilden kann.[3] Die Art geht als Leguminose eine Symbiose mit *Rhizobium*-Bakterien ein, wodurch atmosphärischer Stickstoff fixiert und die Bodenfruchtbarkeit auch auf nährstoffarmen Substraten erhöht wird.[1] Während der Blütezeit im Sommer fungiert der Baum als bedeutende Nektarquelle für Bestäuber wie Bienen, Schmetterlinge und Kolibris.[3][5] Die Samenverbreitung erfolgt primär durch Schwerkraft in der Nähe des Mutterbaumes, wird jedoch sekundär durch Wind, Wasserläufe sowie Tiere wie Hirsche und Eichhörnchen unterstützt, die die Hülsenfrüchte fressen.[3] In Konkurrenzsituationen setzt sich *Albizia julibrissin* durch schnelles Wachstum und allelopathische Effekte durch, bei denen phenolische Verbindungen in Wurzelausscheidungen und Laubstreu die Keimung anderer Pflanzen hemmen.[7][3] Zu den spezifischen Fressfeinden gehören der Mimosen-Gespinstmotten-Wurm (*Homadaula anisocentra*), der Blätter einspinnt, sowie die Australische Wollschildlaus (*Icerya purchasi*).[1][4] Eine signifikante ökologische Bedrohung für den Baum selbst stellt die Mimosen-Welke dar, verursacht durch den bodenbürtigen Pilz *Fusarium oxysporum* f. sp. *perniciosum*, der das Gefäßsystem befällt.[3][1] Zur biologischen Kontrolle invasiver Bestände wird der Samenkäfer *Bruchidius villosus* untersucht, dessen Larven einen erheblichen Teil der Samen befallen und deren Lebensfähigkeit reduzieren können.[3] Darüber hinaus besitzt die Pflanze die Fähigkeit zur Phytoremediation, indem sie Schwermetalle wie Kupfer und Blei aus kontaminierten Böden akkumuliert.[3][4] Aufgrund der Produktion leicht entflammbarer Biomasse erhöht die Art in dichten Monokulturen das lokale Feuerrisiko und verändert dadurch die Dynamik der besiedelten Ökosysteme.[3]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Obwohl *Albizia julibrissin* in seinem nativen Verbreitungsgebiet als stickstofffixierender Bodenverbesserer gilt, wird die Art in vielen Regionen Nordamerikas und Südafrikas als invasiver Schädling klassifiziert, der die lokale Biodiversität bedroht.[3][1] Das hohe Schadpotenzial resultiert aus der Bildung dichter Monokulturen in gestörten Habitaten, die einheimische Vegetation verdrängen und durch leicht entflammbares Holz sowie Laub das Waldbrandrisiko erhöhen. Zusätzlich hemmen allelopathische Phenolverbindungen in Wurzelausscheidungen und Blattstreu die Keimung und das Wachstum konkurrierender Pflanzenarten. Aus gesundheitlicher Sicht ist zu beachten, dass die Samen Neurotoxine enthalten, die bei Verzehr durch Weidevieh oder Haustiere zu Krampfanfällen und Tod führen können.[3] Im Gegensatz dazu werden Rinden- und Blütenextrakte traditionell medizinisch genutzt und zeigen in neueren Patentanmeldungen Potenzial zur Förderung der Wundheilung durch Endothelzellproliferation.[4][1] Ein Befall der Bäume selbst äußert sich häufig durch den Mimosen-Spinnwebwurm (*Homadaula anisocentra*), der Gespinste bildet, oder durch die letale Pilzerkrankung Mimosen-Welke (*Fusarium oxysporum* f. sp. *perniciosum*), die das Gefäßsystem blockiert.[1][4] Zur mechanischen Bekämpfung werden Sämlinge manuell entfernt, während größere Exemplare geringelt werden können, wobei aufgrund starker Wurzelbrutbildung regelmäßige Nachkontrollen zwingend erforderlich sind.[3] Eine effektive chemische Kontrolle erfolgt meist durch die Applikation von Herbiziden wie Glyphosat oder Triclopyr auf frische Schnittstümpfe oder die basale Rinde, um den Neuaustrieb zu verhindern.[7] Als biologische Maßnahme wird der Einsatz von Samenkäfern wie *Bruchidius villosus* erforscht, die die Samenviabilität signifikant reduzieren können.[3] Präventiv empfiehlt sich im Gartenbau die Pflanzung steriler Kultivare wie 'Summer Chocolate' oder 'Merlot Majik', um die unkontrollierte Ausbreitung zu unterbinden.[8] Rechtlich reagieren Behörden zunehmend mit Verkaufsverboten in diversen US-Bundesstaaten sowie Importrestriktionen und Risikoanalysen im Rahmen der EU-Pflanzengesundheitsgesetze.[4][8] Das Management muss zudem den Klimawandel berücksichtigen, da steigende Temperaturen das geeignete Habitat der Art voraussichtlich weiter nach Norden ausdehnen werden.[3]

Wirtschaftliche Bedeutung

Die wirtschaftliche Bedeutung von *Albizia julibrissin* ist ambivalent und umfasst sowohl Schäden durch Invasivität als auch kommerzielle Nutzungen in Pharmazie und Gartenbau. In eingeführten Regionen, insbesondere im Südosten der USA und Teilen Südafrikas, verursacht die Art ökonomische Lasten durch die Verdrängung nativer Vegetation und die Erhöhung des Feuerrisikos durch leicht entflammbares Laub. Die Bekämpfung in der Forst- und Landschaftspflege erfordert kostenintensive Maßnahmen, darunter den Einsatz chemischer Herbizide wie Glyphosat oder Triclopyr sowie mechanische Entfernung.[3] Aufgrund dieser ökologischen Auswirkungen unterliegt der Handel zunehmend regulatorischen Eingriffen, wie Verkaufsverboten in mehreren US-Bundesstaaten und strengen Risikoanalysen für Importe in die EU.[4][8] Dennoch bleibt der Seidenbaum ein relevantes Handelsgut im Zierpflanzenbau, wobei der Markt verstärkt auf sterile Züchtungen wie 'Summer Chocolate' oder 'Merlot Majik' setzt, um Ausbreitungsrisiken zu minimieren.[3][5] Ein signifikantes wirtschaftliches Potenzial liegt in der pharmakologischen Verwertung; Extrakte werden in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) seit langem gegen Schlaflosigkeit und Angstzustände gehandelt.[4] Neuere Patentanmeldungen erschließen industrielle Anwendungsfelder, darunter die Entwicklung antibakterieller Viskosefasern für Textilien sowie veterinärmedizinische Präparate zur Stressreduktion bei Geflügel. Zudem werden spezifische Inhaltsstoffe wie Lignan-Glykoside und Flavonoide für die Wundheilung und kosmetische Kopfhautpflege kommerzialisiert.[1] Während das Holz aufgrund geringer Haltbarkeit nur lokal für Möbel oder als Brennholz genutzt wird, besitzt die Art wachsende Relevanz in der Phytoremediation zur kosteneffizienten Sanierung schwermetallbelasteter Böden.[3]

Biologie & Lebenszyklus

Albizia julibrissin ist eine hermaphroditische Pflanze, deren Blütezeit in den gemäßigten Breiten von Juni bis August andauert.[1][3] Die Bestäubung erfolgt entomophil durch Insekten wie Bienen und Schmetterlinge sowie durch Kolibris, die vom Nektar und Duft der puderquastenartigen Blütenstände angelockt werden. Obwohl die Art generell selbstinkompatibel ist und Fremdbestäubung benötigt, können auch isolierte Individuen Früchte ansetzen.[3] Nach der Befruchtung bilden sich 10 bis 20 cm lange, flache Hülsenfrüchte, die jeweils 5 bis 15 hartschalige Samen enthalten und zwischen August und November reifen.[4][5] Die Schoten verbleiben oft über den Winter am Baum, bevor die Samen durch Schwerkraft, Wind, Wasser oder Tiere verbreitet werden.[1][3] Aufgrund einer wasserundurchlässigen Samenschale weisen die Samen eine ausgeprägte Dormanz auf und können im Boden über Jahrzehnte keimfähig bleiben.[3] Eine physiologische Besonderheit ist die Thigmonastie und Nyktinastie der gefiederten Blätter, die sich bei Berührung sowie nachts zusammenfalten.[1][3] Als laubabwerfendes Gehölz verliert der Seidenbaum im Herbst seine Blätter, wobei der Neuaustrieb im späten Frühjahr erfolgt.[5] Die Art zeichnet sich durch ein schnelles Wachstum von 0,6 bis 1 Meter pro Jahr aus und erreicht ihre Geschlechtsreife früh. Albizia julibrissin geht in Wurzelknöllchen eine Symbiose mit Rhizobium-Bakterien ein, wodurch atmosphärischer Stickstoff fixiert und das Wachstum auf nährstoffarmen Böden ermöglicht wird.[3] Die Lebensdauer wird häufig durch die Anfälligkeit für die Mimosenwelke begrenzt, die durch den Pilz Fusarium oxysporum f. sp. perniciosum verursacht wird und zum raschen Absterben des Baumes führen kann.[3] Zu den spezifischen Schädlingen zählen der Mimosen-Gespinstmotten (Homadaula anisocentra), deren Larven das Laub fressen, sowie Schildläuse wie Icerya purchasi.[3][1] Die Pflanze wirkt zudem allelopathisch auf die Begleitvegetation, indem Wurzelexsudate und verrottendes Laub phenolische Verbindungen freisetzen, die die Keimung anderer Arten hemmen.[3]

Vorkommen & Lebensraum

Das natürliche Verbreitungsgebiet von *Albizia julibrissin* erstreckt sich über Südwest- und Ostasien, ausgehend von Iran und der Türkei über Afghanistan und den Himalaya bis nach China, Korea und Japan. In diesen Regionen besiedelt die Art Höhenlagen von 100 bis 1.500 Metern über dem Meeresspiegel und kommt in Breiten zwischen 25°N und 45°N vor. Zu den primären natürlichen Habitaten zählen offene Wälder, Flussufer, Buschland sowie sekundäre Waldgesellschaften in subtropischen bis gemäßigten Klimazonen. Die Einschleppung nach Europa begann im Jahr 1745 mit Samenlieferungen von Konstantinopel nach Florenz, woraufhin sich der Baum in Süd- und Mitteleuropa, etwa in Italien, Frankreich und Spanien, etablierte. In Nordamerika wurde die Art um 1785 durch André Michaux eingeführt und ist heute in den südöstlichen USA sowie westwärts bis Kalifornien weitgehend eingebürgert. Weitere Vorkommen finden sich in Südamerika, Australien sowie vereinzelt in Afrika, wobei Verwilderungen in über 20 Ländern weltweit dokumentiert sind. *Albizia julibrissin* bevorzugt die USDA-Winterhärtezonen 6 bis 9 und toleriert Temperaturen bis etwa -10 °C, reagiert jedoch empfindlich auf anhaltenden Frost.[3] Der Baum zeigt eine hohe Anpassungsfähigkeit an verschiedene Bodentypen, einschließlich nährstoffarmer, sandiger oder lehmiger Substrate, solange diese gut durchlässig sind.[1] Als Pionierpflanze besiedelt er häufig gestörte Standorte wie Straßenränder, Waldränder und Uferböschungen, wo er dichte Bestände bilden kann. Aufgrund der Toleranz gegenüber Hitze bis 40 °C und Luftverschmutzung gedeiht die Spezies auch in städtischen Ballungsräumen und auf versiegelten Flächen. In Teilen der USA, Australiens und Südafrikas gilt die Pflanze als invasiv, wobei sich das Areal infolge des Klimawandels zunehmend nordwärts verschiebt.[3]

Saisonalität & Aktivität

Albizia julibrissin folgt als laubabwerfendes Gehölz einem ausgeprägten saisonalen Zyklus, der im Frühjahr mit dem Neuaustrieb beginnt und im Herbst mit dem Blattabwurf endet.[1] Die Blütezeit erstreckt sich in gemäßigten Klimazonen primär von Juni bis August, wobei die auffälligen Infloreszenzen am diesjährigen Holz gebildet werden.[4][3] Diese visuell dominante Phase korreliert mit dem höchsten öffentlichen Suchinteresse, das in den Monaten Juli und August signifikante Spitzenwerte erreicht. Im Anschluss an die Bestäubung reifen die flachen Samenhülsen zwischen August und November heran und verbleiben als Wintersteher oft bis zum nächsten Frühjahr an den Zweigen.[4][5] Die Samen selbst weisen eine Dormanz auf, die durch eine harte, undurchlässige Schale bedingt ist und die Keimung verzögert.[4] Hinsichtlich der Temperaturtoleranz ist die physiologische Aktivität an warme Sommer angepasst, wobei etablierte Exemplare Hitze bis 40 °C ertragen, während die Winterruhe Temperaturen bis etwa -10 °C zulässt.[3] Neben der jahreszeitlichen Rhythmik zeigt das Laub eine spezifische Tagesperiodik, indem sich die Fiederblättchen nachts in einer nyktinastischen Schlafbewegung zusammenfalten.[4][3] Zusätzlich reagieren die Blätter thigmonastisch auf mechanische Reize wie Berührung mit einem schnellen Schließen.[4]

Voorkomen en huidige waarnemingen in Duitsland

  • Deutschland

    16.08.2025

  • Neulindenau, 04 Leipzig-Alt-West, Deutschland

    01.08.2025

  • Naturpark Saale-Unstrut-Triasland, Goseck, Sachsen-Anhalt, Deutschland

    26.07.2025

  • Germany

    25.07.2025

  • Mainz, Rheinland-Pfalz, Deutschland

    23.07.2025

Daten: iNaturalist

Wetenschappelijk onderzoek en patenten

ZA-202110483-B Chemical Registratie

Lignan-Glykosid-Verbindung aus der Rinde von Albizia julibrissin zur Förderung der Endothelzellproliferation und deren Verwendung

University of Jiangnan (2021)

Relevantie: 8/10

Samenvatting

Es wird eine neue Lignan-Glykosid-Verbindung aus der Rinde des Seidenbaums isoliert. Diese Verbindung fördert effektiv die Vermehrung von Endothelzellen, was für die Wundheilung und Gefäßgesundheit relevant ist.

CN-112870251-A Chemical Registratie

Verfahren zur Extraktion und Reinigung von Gesamtflavonoiden aus Albizia julibrissin

Changshu Institute Technology (2021)

Relevantie: 8/10

Samenvatting

Ein optimiertes Verfahren zur Gewinnung von Flavonoiden aus Albizia-Blüten mittels Ultraschall und Makroporen-Harz. Die Methode verkürzt die Extraktionszeit, senkt die Temperatur und erhöht die Ausbeute an Wirkstoffen.

AU-2021106565-A4 Chemical Toegekend

Viskose-Biofaser mit Wirkstoffen aus Albizia julibrissin, Olive, Pfefferminze und Lavendel sowie Herstellungsverfahren

Bestee Material Qingdao Company Ltd., Qingdao Byherb New Material Company Ltd., Sinotech Academy OF Textile Qingdao Company Ltd. (2021)

Relevantie: 7/10

Samenvatting

Eine Viskosefaser, die mit Flavonoid-reichen Extrakten aus Albizia und anderen Pflanzen angereichert ist. Die Faser bietet antibakterielle Eigenschaften und Hautpflegeeffekte, die auch nach dem Waschen erhalten bleiben.

CN-113509498-A Biological Registratie

Albizia julibrissin, Magnet und Austern-Oralflüssigkeit, Herstellungsverfahren, Qualitätsnachweis und Anwendung

Shijiazhuang Shimu Pharmaceutical Company Ltd. (2021)

Relevantie: 6/10

Samenvatting

Das Patent beschreibt eine orale Flüssigkeit für Hühner, die aus Albizia-Rinde, Magnet und Austern besteht. Sie dient dazu, Stressreaktionen durch Impfungen zu mindern und die Sterblichkeitsrate zu senken. Die Herstellung und Qualitätskontrolle mittels HPLC werden ebenfalls erläutert.

KR-102247777-B1 Biological Toegekend

Kosmetische Zusammensetzung mit Extrakten aus natürlichen Substanzen, Lindera strychnifolia, Albizia julibrissin und Castanea crenata, zur Verbesserung des Kopfhautmilieus

Cosmecca Korea Company Ltd., Dermalab (2020)

Relevantie: 6/10

Samenvatting

Ein Kosmetikum für die Kopfhaut, das einen Komplexextrakt unter anderem aus Albizia enthält. Es wirkt antibakteriell, antioxidativ und talgregulierend, um das Kopfhautmilieu zu verbessern und die Hitze zu reduzieren.

Bronnen & Referenties

  1. https://plants.ces.ncsu.edu/plants/albizia-julibrissin/
  2. https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:473275-1
  3. https://www.invasive.org/browse/subinfo.cfm?sub=3004
  4. https://floranorthamerica.org/Albizia
  5. https://landscapeplants.oregonstate.edu/plants/albizia-julibrissin
  6. https://woodyplants.cals.cornell.edu/plant/318
  7. https://www.srs.fs.usda.gov/pubs/ja/2021/ja_2021_lucardi_003.pdf
  8. https://efsa.onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.2903/j.efsa.2020.5941
  9. Literaturzusammenfassung: Albizia julibrissin