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Lexicon-vermelding

Lente-uitjes Allium fistulosum

Lente-uitjes

Taxonomie

Rijk Pflanzen (Plantae)
Stam Tracheophyta (Tracheophyta)
Klas Liliopsida (Liliopsida)
Orde Asparagales (Asparagales)
Familie Amaryllidaceae
Geslacht Allium
Soort Allium fistulosum
Wetenschappelijke naam Allium fistulosum L.
Geaccepteerde naam

Einleitung

*Allium fistulosum* L., im Deutschen oft als Frühlingszwiebel oder Winterzwiebel bezeichnet, ist eine ausdauernde krautige Pflanze aus der Familie der Amaryllidaceae (Narzissengewächse).[1][2] Morphologisch grenzt sich die Art von der verwandten Küchenzwiebel (*Allium cepa*) durch ihren horstartigen Wuchs und das Fehlen einer ausgeprägten Zwiebelbildung ab, wobei sie stattdessen hohle, röhrenförmige Blätter und Pseudostämme entwickelt.[1] Die ursprünglich in Sibirien und China beheimatete Pflanze wird weltweit als mildes Würzgemüse kultiviert und findet aufgrund spezifischer Proteine wie dem Blatt-Agglutinin auch Beachtung in der Entwicklung biologischer Pflanzenschutzmittel.[1][3]

Fakten (kompakt)

- Die Kultivierung in China ist historisch seit mindestens 200 v. Chr. belegt.[9] - Die Ausbreitung nach Japan erfolgte bis zum 8. Jahrhundert n. Chr., während die Art im Mittelalter über Russland nach Europa gelangte. - Eine einzelne Pflanze bildet typischerweise 5 bis 8 fächerartig angeordnete Blätter aus. - Die Blattoberfläche ist durch eine glatte, wachsartige Struktur sowie eine parallele Aderung gekennzeichnet. - Das Wurzelsystem verankert die Pflanze nur flach im Boden und besitzt wenige kurze Seitenwurzeln. - Spezifische Sorten wie 'Tokyo Long White' entwickeln über 30 cm lange, weiße Pseudostämme, die optisch an schlanken Lauch erinnern. - Die Varietät 'Red Beard' unterscheidet sich durch rötlich-lila gefärbte Basen von anderen Sorten. - Bei einigen Varietäten entstehen Adventivzwiebelchen (Bulbillen) in den Blütenständen, die der vegetativen Vermehrung dienen. - Der Geschmack der Blätter variiert saisonal und nimmt im Sommer an Schärfe zu. - Das Nährstoffprofil umfasst Vitamine der B-Gruppe sowie die Vitamine A, C und K. - An Mineralstoffen sind nennenswerte Mengen von Kalium, Kalzium, Eisen und Zink enthalten. - In der traditionellen asiatischen Medizin findet die Art Anwendung zur Unterstützung der Verdauung und des Immunsystems.[9]

Name & Einordnung

Die wissenschaftliche Erstbeschreibung von *Allium fistulosum* L. erfolgte im Jahr 1753 durch Carl Linnaeus.[1] Systematisch wird die Art der Familie der Amaryllidaceae (Narzissengewächse) zugeordnet und gehört innerhalb der Gattung *Allium* zur Sektion *Cepa*, womit sie eng mit der Küchenzwiebel verwandt ist.[1][2] Das Art-Epitheton *fistulosum* entstammt dem lateinischen Wort „fistula“ (Röhre oder Pfeife) und bezieht sich auf die charakteristische hohle Struktur der Blätter und Pseudostämme. Ein im Englischen verbreiteter Trivialname ist „Welsh onion“; dieser leitet sich etymologisch vom altenglischen „welisc“ (fremd) ab und verweist auf die historische Einführung der Pflanze aus Kontinentaleuropa, nicht auf eine Herkunft aus Wales.[1] Zu den relevanten Synonymen und assoziierten Namen zählen *Allium wakegi* Araki und *Allium proliferum* Ehrh. ex Regel, die historisch oft ähnliche Formen oder Hybriden beschrieben, heute aber meist als Varianten oder Kreuzungen eingeordnet werden. Im Gegensatz zur Küchenzwiebel (*Allium cepa*) bildet diese Art keine ausgeprägten Zwiebeln, weshalb sie international oft als „bunching onion“ klassifiziert wird. In ihrem ostasiatischen Ursprungsgebiet ist sie unter den Bezeichnungen *cong* (Chinesisch), *negi* (Japanisch) und *pa* (Koreanisch) bekannt. Weitere regional etablierte Namen sind *zelenyi luk* in Russland, *escallion* in Jamaika sowie *cebolla de verdeo* in Argentinien.[1]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

*Allium fistulosum* wächst als ausdauernde, krautige Pflanze, die dichte Horste bildet und Wuchshöhen von 30 bis 90 cm bei einer Breite von 15 bis 30 cm erreicht.[2] Im Gegensatz zur Küchenzwiebel (*Allium cepa*) bildet die Art keine ausgeprägten Zwiebeln, sondern eine längliche, zylindrische Basis, die kaum dicker als der Stängel ist und in ein faseriges, flaches Wurzelsystem übergeht.[1][6] Die überlappenden Blattscheiden formen einen stabartigen Pseudostamm, der im unterirdischen Bereich weiß und oberirdisch gelb-grün gefärbt ist.[1] Die grundständigen, fächerartig angeordneten Laubblätter sind röhrig hohl (fistulos), was namensgebend für das Art-Epitheton ist, und erreichen Längen von bis zu 60 cm bei einer Breite von 0,5 bis 2 cm.[2][1] Ihre Oberfläche erscheint durch eine Wachsschicht bläulich-grün und weist eine parallele Aderung auf. Während der Blütezeit von Mai bis August treibt die Pflanze blattlose, hohle Blütenschäfte, die 20 bis 60 cm hoch werden. Diese tragen endständige, kugelförmige Dolden mit einem Durchmesser von 5 bis 8 cm, die aus 50 bis 100 kleinen Einzelblüten bestehen.[1] Die zwittrigen, sternförmigen Blüten besitzen eine weiße bis blass-violette oder rosafarbene Färbung.[2][1] Neben der sexuellen Vermehrung über Samen bilden manche Varietäten adventive Brutzwiebeln (Bulbillen) im Blütenstand, was die vegetative Ausbreitung begünstigt.[1] Kultivierte Formen zeigen morphologische Variabilität; so entwickelt die Sorte 'Tokyo Long White' über 30 cm lange weiße Pseudostämme, während 'Red Beard' durch rötlich-violette Basen charakterisiert ist.[2][7] Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal zu *Allium cepa* ist der nicht-zwiebelbildende Wuchs sowie die durchgehend hohle Struktur der Blätter und Stängel.[1][2] Ähnlichkeiten bestehen zum Lauch (*Allium ampeloprasum*), wobei *Allium fistulosum* jedoch zierlicher bleibt und spezifische hohle Blattformen aufweist.[2]

Beschreibung

Allium fistulosum ist eine ausdauernde krautige Pflanze aus der Familie der Amaryllidaceae, die sich primär durch ihren horstbildenden Wuchs und das Fehlen einer ausgeprägten Zwiebel auszeichnet. Anstelle eines echten Speicherorgans bildet die Art eine längliche, unterirdische Basis, die kaum dicker als der Stängel ist und nahtlos in einen Pseudostamm aus überlappenden Blattscheiden übergeht. Der Pseudostamm ist im unterirdischen Bereich weiß gefärbt und wechselt oberirdisch in ein Gelbgrün, was der Pflanze ein stabartiges Erscheinungsbild verleiht.[5] Der wissenschaftliche Artname fistulosum leitet sich vom lateinischen Begriff für „Röhre“ ab und verweist auf die charakteristischen, innen hohlen Blätter, die dieses Gewächs von vielen verwandten Laucharten unterscheiden.[8] Diese basalen, röhrenförmigen Blätter stehen fächerartig zu fünft bis acht pro Pflanze zusammen und weisen eine glatte, wachsartige, blaugrüne Oberfläche mit paralleler Aderung auf.[5] Im natürlichen Lebensraum, der sich ursprünglich über Grasländer und Waldränder in Sibirien und China erstreckte, erreicht die Pflanze Wuchshöhen von 30 bis 90 cm.[5][1] Das Wurzelsystem besteht aus faserigen, schnurartigen Wurzeln mit wenigen kurzen Seitenwurzeln, die die Pflanze eher flach im Boden verankern.[5] Der Lebenszyklus beginnt im zeitigen Frühjahr mit dem Austrieb, wobei die hohle Struktur der Blätter eine schnelle Expansion und Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderer Vegetation ermöglicht.[8] In der reproduktiven Phase von Mai bis August treibt die Pflanze blattlose, hohle Blütenschäfte, die eine Höhe von bis zu 60 cm erreichen können. Diese werden von kugelförmigen Dolden gekrönt, die 50 bis 100 kleine, sternförmige Blüten enthalten.[5] Die zwittrigen Einzelblüten sind weiß bis blasslila gefärbt und dienen der sexuellen Fortpflanzung, obwohl die vegetative Vermehrung über die Teilung der Horste am Standort oft dominiert.[5][8] Eine anatomische Besonderheit mancher Varietäten ist die Bildung von Brutzwiebeln (Bulbillen) direkt im Blütenstand, was eine vivipare Ausbreitung ermöglicht.[5] Biochemisch verfügen die Blätter über spezifische Anpassungen wie das Agglutinin-Protein AFAL, das eine toxische Wirkung auf saugende Schädlinge ausübt und so als natürlicher Fraßschutz dient.[3] Im Gegensatz zur Küchenzwiebel (*Allium cepa*) zieht die Pflanze im Winter nicht vollständig in eine Zwiebel ein. Sie überdauert in milden Klimaten immergrün oder fällt in kälteren Regionen in eine Dormanz, wobei sie Temperaturen bis zu -45 °C toleriert. Historisch wurde die Art bereits 1753 von Carl von Linné erstbeschrieben, wobei ihre taxonomische Einordnung in die Sektion Cepa ihre genetische Nähe zur Küchenzwiebel unterstreicht, von der sie sich jedoch durch die fehlende Zwiebelbildung klar abgrenzt.[8]

Verhalten

Das Verhalten von *Allium fistulosum* ist primär durch physiologische Anpassungen an Umweltreize und spezifische Wachstumsstrategien geprägt. Die Art zeigt ein ausgeprägtes Aggregationsverhalten, indem sie durch kurze Rhizome dichte Horste bildet, die eine vegetative Ausbreitung am Standort ermöglichen. In Reaktion auf saisonale Veränderungen weist die Pflanze in kälteren Klimazonen eine Dormanzphase im Winter auf, während sie in milden Regionen ihr Laub ganzjährig behält.[2] Auf Umweltstressoren wie lange Tageslichtphasen, Hitze oder Vernalisation reagiert *Allium fistulosum* mit dem sogenannten "Schossen" (Bolting), einem vorzeitigen Übergang in die generative Blühphase. Zur chemischen Abwehr gegen Herbivoren und Pathogene synthetisiert der Organismus bioaktive Sekundärmetabolite, darunter Organoschwefelverbindungen und Flavonoide.[1] Ein spezifischer Abwehrmechanismus ist die Produktion des Proteins *Allium fistulosum* Leaf Agglutinin (AFAL), das toxisch auf saugende Schädlinge wie Blattläuse und Weiße Fliegen wirkt. Diese insektiziden Eigenschaften führen dazu, dass Extrakte der Art in Kombination mit anderen Pflanzen als botanische Pestizide zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt werden.[3] Im Kontext interspezifischer Interaktionen dienen die kugelförmigen Blütendolden als optisches und chemisches Signal, um Bestäuber wie Bienen anzulocken.[2] Obwohl die Pflanze genetisch selbstkompatibel ist, zeigt sie eine starke Inzuchtdepression, was biologisch die vegetative Vermehrung oder Fremdbestäubung begünstigt.[1]

Ökologie

In seinem natürlichen Verbreitungsgebiet besiedelt *Allium fistulosum* Graslandschaften, Wiesen und Waldränder bis in Höhenlagen von 2.500 Metern.[1][6] Die Art bevorzugt gut durchlässige, fruchtbare Böden, die häufig auf Schwemmebenen oder an Flussufern zu finden sind, und toleriert pH-Werte zwischen 6,0 und 7,4. Als kältetoleranter Geophyt übersteht die Pflanze Temperaturen bis zu -45 °C und weist nach der Etablierung eine moderate Trockenheitsresistenz auf. In der Interaktion mit der Fauna fungieren die kugelförmigen Doldenblüten als wichtige Nahrungsquelle für Bienen und andere Bestäuber. Demgegenüber stehen Fressfeinde wie Zwiebelfliegen und Thripse, die signifikante Schäden an der Biomasse verursachen können.[1] Auch saugende Insekten wie die Baumwollblattlaus (*Aphis gossypii*) und die Weiße Fliege (*Bemisia tabaci*) nutzen die Pflanze als Wirt. Zur chemischen Abwehr produziert *Allium fistulosum* spezifische Proteine wie das Blatt-Agglutinin AFAL, das eine toxische Wirkung auf diese saugenden Schädlinge entfaltet.[3] Zusätzlich bilden die Gewebe bioaktive Organoschwefelverbindungen, die antimikrobielle Effekte zeigen und in der biologischen Schädlingsbekämpfung genutzt werden.[1][3]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Allium fistulosum ist primär eine weltweit bedeutende Kulturpflanze, die reich an Vitaminen, Mineralien und bioaktiven Verbindungen wie Organoschwefel ist.[1] Neben der kulinarischen Nutzung fungiert die Art potenziell als Nützling, da ihre Extrakte in Kombination mit anderen Pflanzen als biologisches Pestizid eingesetzt werden können. Ein in den Blättern enthaltenes Agglutinin-Protein (AFAL) wirkt zudem toxisch auf saugende Schädlinge wie die Baumwollblattlaus und die Weiße Fliege, was für die Resistenzforschung relevant ist.[3] Dennoch gilt die Pflanze im Anbau als anfällig für spezifische Schädlinge, insbesondere Zwiebelfliegenmaden und Thripse, die signifikante Ertragsverluste verursachen. Physiologische Schäden entstehen häufig durch Hitzestress oder lange Tageslichtphasen, die ein vorzeitiges Schossen (Bolting) auslösen und die Blattqualität mindern.[1] Gesundheitlich ist *A. fistulosum* meist förderlich, kann jedoch bei sensibilisierten Personen Allergien mit Symptomen wie Nesselsucht, Atemwegsbeschwerden oder Magen-Darm-Problemen auslösen.[2] Übermäßiger Konsum führt aufgrund der flüchtigen Schwefelverbindungen gelegentlich zu Sodbrennen.[1] Zur Früherkennung und zum Monitoring von Schädlingspopulationen werden Methoden wie blaue Klebefallen eingesetzt, um den Flug adulter Insekten präzise zu überwachen.[3] Präventive Maßnahmen im Anbau umfassen eine strikte Fruchtfolge von drei Jahren, um den Befallsdruck durch bodenbürtige Schädlinge zu reduzieren.[1] Bauliche und mechanische Strategien beinhalten das Aufbrechen von Mulchfolien, um die Eiablage von Fliegen zu stören. Die chemische Bekämpfung erfolgt im Rahmen des integrierten Pflanzenschutzes (IPM) gezielt, beispielsweise durch Wirkstoffe wie Clothianidin während der Hauptflugzeit der Adulten.[3] Medizinisch wird die antimikrobielle Wirkung der Pflanze gegen Erreger wie *Escherichia coli* genutzt, was ihr Potenzial in der Wundheilung und Infektionsabwehr unterstreicht.[1]

Wirtschaftliche Bedeutung

Die weltweite Produktion von *Allium fistulosum* und verwandten Frühlingszwiebeln übersteigt jährlich eine Million Tonnen, wobei China als größter Exporteur sowie Japan und Korea die dominierenden Produzenten sind. Obwohl die Art gegen viele Krankheiten widerstandsfähig ist, verursachen Zwiebelmaden und Thripse wirtschaftlich relevante Schäden, die im Anbau Maßnahmen wie einen dreijährigen Fruchtwechsel erfordern.[1] Zur Minimierung von Ernteverlusten durch Schädlinge wie Zwiebelfliegen werden integrierte Überwachungsmethoden und mechanische Barrieren eingesetzt, um die Eiablage adulter Tiere gezielt zu verhindern. Ein bedeutendes wirtschaftliches Potenzial für die Biotechnologie liegt in dem aus den Blättern isolierten Protein Agglutinin (AFAL), das toxisch auf saugende Schädlinge wie die Baumwollblattlaus und die Weiße Fliege wirkt und für die Entwicklung resistenter transgener Nutzpflanzen erforscht wird. Neben der Nutzung als Nahrungsmittel dient die Pflanze als Wirkstoffkomponente in kommerziellen botanischen Pestiziden, etwa in Kombination mit Niembaum und Knoblauch für den Pflanzenschutz im Salat- oder Teeanbau.[3] Die antimikrobiellen Eigenschaften der enthaltenen Organoschwefelverbindungen gegen Bakterien wie *Escherichia coli* eröffnen zudem Anwendungen in der Entwicklung funktioneller Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel.[1] Ökologisch und ökonomisch relevant ist die Funktion der blühenden Dolden, die als Nahrungsquelle Bestäuber wie Bienen anziehen und so zur Bestäubungssicherheit im Agrarökosystem beitragen.[2] Da der primäre Absatzmarkt der Frischhandel ist, führen bereits geringe Qualitätsminderungen durch Schädlingsbefall oder vorzeitiges Schossen zu direkten finanziellen Einbußen.[1]

Biologie & Lebenszyklus

Allium fistulosum ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die dichte Horste bildet und sich durch kurze Rhizome statt durch echte Zwiebeln auszeichnet.[2] Der Lebenszyklus beginnt mit dem Austrieb im zeitigen Frühjahr, gefolgt von einer raschen Verlängerung der hohlen, röhrenförmigen Blätter, die unter optimalen Bedingungen von 15 bis 25 °C gedeihen.[1][3] Die Entwicklungsdauer von der Aussaat bis zur Erntereife der Blätter beträgt etwa 60 bis 90 Tage. Die Blütezeit erstreckt sich in gemäßigten Regionen von Mai bis August, wobei kugelförmige Dolden mit bis zu 100 kleinen, zwittrigen Blüten auf blattlosen Stängeln gebildet werden.[2] Diese Blütenstände locken Bestäuber wie Bienen an, was die sexuelle Fortpflanzung unterstützt, obwohl die Art selbstkompatibel ist. Trotz dieser Selbstkompatibilität zeigt die Pflanze bei isolierter Vermehrung oft eine starke Inzuchtdepression.[1] Neben der Samenbildung vermehrt sich die Pflanze primär vegetativ durch Teilung der Horste oder in einigen Varietäten durch Adventivzwiebeln, die sich im Blütenstand entwickeln.[2][1] Im späten Herbst senesziert das Laub und die Pflanze tritt in eine Ruhephase (Dormanz) ein, wobei sie in milden Klimazonen auch immergrün bleiben kann.[1][3] Physiologisch zeichnet sich die Art durch eine hohe Kältetoleranz bis zu -45 °C sowie eine moderate Trockenheitsresistenz nach der Etablierung aus.[1][2] Umweltstressoren wie Hitze, lange Tageslängen oder Vernalisation können jedoch ein vorzeitiges Schossen (Bolting) auslösen, was die Blattqualität mindert. Zu den biotischen Mortalitätsfaktoren zählen Schädlinge wie Zwiebelfliegen und Thripse, deren Populationen durch Fruchtfolge kontrolliert werden müssen.[1] Biochemische Abwehrmechanismen beinhalten spezifische Proteine wie das Blatt-Agglutinin AFAL, das eine Toxizität gegenüber saugenden Insekten wie Blattläusen und der Weißen Fliege aufweist.[3]

Vorkommen & Lebensraum

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet von *Allium fistulosum* liegt in Ostasien, mit einem Schwerpunkt im nördlichen und zentralen China sowie angrenzenden Regionen.[5] Genetische und historische Hinweise deuten auf Domestikationszentren in der Nähe des Baikalsees in Sibirien, der Mongolei und dem russischen Fernen Osten hin.[2] In diesen natürlichen Arealen besiedelt die Art vorwiegend Grasländer, Wiesen und Waldränder. Sie bevorzugt feuchte, gut durchlässige Böden auf Schwemmlandebenen und entlang von Flussufern. Die vertikale Verbreitung erstreckt sich in gemäßigten Zonen bis auf Höhenlagen von 2.500 Metern.[1] Die Ausbreitung erfolgte früh durch Kultivierung in China (seit ca. 200 v. Chr.) und Japan, bevor die Pflanze im Mittelalter über Russland Europa erreichte.[1][3] Im 19. und 20. Jahrhundert wurde die Art durch europäische Siedler und asiatische Einwanderer in Nord- und Südamerika eingeführt. Heute wird *Allium fistulosum* weltweit in gemäßigten, subtropischen und tropischen Klimazonen angebaut, wobei China, Japan und Korea die Hauptproduzenten sind.[2] In Europa ist sie in landwirtschaftlichen Systemen etabliert, beispielsweise im Vereinigten Königreich und Frankreich.[1] Außerhalb der Gärten verwildert die Pflanze gelegentlich und bildet in geeigneten Habitaten, wie etwa in Alaska oder Kanada, ferale Populationen.[6] Die Art ist kältetolerant bis -45 °C (USDA-Zonen 3–9) und überdauert in milden Klimaten als immergrüne Pflanze, während sie in kälteren Regionen eine Ruhephase einlegt.[2] Eine spezifische Einschleppung ist für Jamaika dokumentiert, wo ostindische Arbeiter die Pflanze zwischen 1838 und 1917 einführten. Obwohl *Allium fistulosum* als Kulturpflanze (Cultigen) weit verbreitet ist, gelten bestätigte Wildpopulationen als selten und sind nur lückenhaft dokumentiert.[1]

Saisonalität & Aktivität

Der Lebenszyklus von *Allium fistulosum* beginnt mit dem Austrieb im zeitigen Frühjahr, gefolgt von einer raschen Blattverlängerung zur Erreichung der erntereifen Größe.[2] In milden Klimazonen behält die Pflanze ihr Laub ganzjährig als immergrünes Gewächs, während sie in kälteren Regionen im Winter eine Ruhephase (Dormanz) einlegt.[2][1] Die reproduktive Phase mit der Blütezeit erstreckt sich in gemäßigten Breiten typischerweise von Mai bis August. Während dieser Periode bildet die Art kugelförmige Dolden mit kleinen, zwittrigen Blüten aus, die weiß bis blasslila gefärbt sind.[2] Die physiologische Aktivität ist stark temperaturabhängig, wobei das optimale vegetative Wachstum zwischen 15 und 25 °C stattfindet.[1] Lange Tageslängen und Hitzestress im Sommer können das sogenannte Schossen (vorzeitige Blütenbildung) auslösen, was die Qualität der Pseudostämme mindert.[2] Nach der Vegetationsperiode senesziert das Laub im Spätherbst oder Winter, wobei die Pflanze extreme Kälte bis zu -45 °C toleriert.[1] In der landwirtschaftlichen Kultur sind die Bestände oft 60 bis 90 Tage nach der Pflanzung erntereif, was eine flexible Nutzung über die Saison ermöglicht.[3] Ergänzende Daten zum öffentlichen Suchinteresse deuten auf eine erhöhte Aufmerksamkeit zu Jahresbeginn im Januar hin.[4]

Voorkomen en huidige waarnemingen in Duitsland

  • Rinteln

    11.06.2026

  • Staig, Baden-Württemberg, Deutschland

    15.05.2025

  • Germany

    15.05.2024

  • Deutschland

    09.05.2024

  • Deutschland

    08.04.2024

Daten: iNaturalist

Wetenschappelijk onderzoek en patenten

CN-112189524-A Monitoring Registratie

Verfahren zur Vorbeugung und Bekämpfung adulter Schädlinge an Allium fistulosum

Jining City Academy OF Agricultural Sciences (2020)

Relevantie: 8/10

Samenvatting

Dieses Patent beschreibt eine integrierte Methode zur Bekämpfung von Schädlingen (im Text als 'alligator fly' übersetzt, vermutlich Trauermücken oder Zwiebelfliegen) im Anbau von Allium-Gewächsen. Die Kernidee basiert auf der genauen Überwachung der Populationsdynamik, um den Spitzenzeitraum der Adulten zu bestimmen. Darauf folgen mechanische Maßnahmen wie das Aufbrechen von Mulchfolien, der Einsatz blauer Klebefallen sowie die gezielte Anwendung chemischer Mittel (Clothianidin). Durch die Verlagerung des Fokus von Larven auf Adulte und das präzise Timing wird die Eiablage effektiv verhindert.

CN-106342940-A Biological Onbekend

Pestizid mit langanhaltender Wirkung auf Pflanzenbasis

Nanning Dingjin Biotechnology Company Ltd. (2016)

Relevantie: 6/10

Samenvatting

Das Patent stellt ein botanisches Pestizid vor, das unter anderem Extrakte aus Allium fistulosum (Frühlingszwiebeln), Schnittlauch, Niembaum (Melia azedarach) und Knoblauch enthält. Die Innovation liegt in der spezifischen Mischung dieser pflanzlichen Komponenten, die eine signifikante und langanhaltende insektizide Wirkung erzielen soll. Es ist eine einfache Zusammensetzung, die die natürlichen Abwehrstoffe der Allium-Pflanzen nutzt, um Schädlinge zu bekämpfen.

CN-105410067-A Biological Onbekend

Insektizid für den Salatanbau

Qingdao Yuxing Graphite Matrix Company Ltd. (2015)

Relevantie: 6/10

Samenvatting

Dieses Patent beschreibt ein komplexes pflanzliches Insektizid, das speziell für Salat entwickelt wurde, aber Allium fistulosum als Wirkstoffkomponente (30-40 Teile) enthält. Weitere Zutaten sind Lavendel, Pfeffer und Zwiebeln. Die Mischung soll einen hohen Gehalt an insektiziden Wirkstoffen haben, rückstandsfrei sein und für den Menschen unschädlich, während sie effektiv gegen Schädlinge an Industriepflanzen wirkt.

CN-105410066-A Biological Onbekend

Insektizid für Schwarztee

Qingdao Yuxing Graphite Matrix Company Ltd. (2015)

Relevantie: 6/10

Samenvatting

Hier wird ein biologisches Insektizid für die Anwendung an Schwarztee vorgestellt, das Allium fistulosum als eine von vielen pflanzlichen Komponenten nutzt. Die Rezeptur kombiniert es mit Maulbeerblättern, Bittermelone und Granatapfelrinde. Das Mittel wird als kostengünstig, schnell wirksam und umweltfreundlich beschrieben, wobei die Allium-Komponente zur synergistischen Abwehrwirkung beiträgt.

CN-104302769-B Biological Toegekend

Rekombinantes Allium fistulosum Blatt-Agglutinin-Protein und dessen Verwendung

(2012)

Relevantie: 9/10

Samenvatting

Dieses Patent ist wissenschaftlich hochrelevant, da es ein spezifisches Protein (AFAL) aus den Blättern von Allium fistulosum isoliert. Es wurde festgestellt, dass dieses Agglutinin toxischer für saugende Schädlinge wie die Baumwollblattlaus und die Weiße Fliege ist als vergleichbare Proteine aus Knoblauch. Die Innovation liegt in der Bereitstellung der kodierenden DNA, um transgene Pflanzen zu entwickeln, die gegen diese Schädlinge resistent sind.

Bronnen & Referenties

  1. https://prota4u.org/protav8.asp?g=pe&p=Allium+fistulosum+L
  2. https://www.gbif.org/species/2856504
  3. https://patents.google.com/patent/CN104302769B/en
  4. Zeitreihen-Analyse: Suchinteresse (aggregiert), Geo: DE, 2026
  5. http://www.efloras.org/florataxon.aspx?flora_id=2&taxon_id=200027477
  6. http://floranorthamerica.org/Allium_fistulosum
  7. https://ujamaaseeds.com/products/red-beard-bunching-onion
  8. https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:528046-1
  9. Literaturzusammenfassung: Allium fistulosum