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Lexicon-vermelding

Echte aloë Aloë vera

Echte aloë

Taxonomie

Rijk Pflanzen (Plantae)
Stam Tracheophyta (Tracheophyta)
Klas Liliopsida (Liliopsida)
Orde Asparagales (Asparagales)
Familie Asphodelaceae
Geslacht Aloe
Soort Aloe vera
Wetenschappelijke naam Aloe vera (L.) Burm.f.
Geaccepteerde naam

Einleitung

Die **Echte Aloe** (*Aloe vera*) ist eine sukkulente Pflanzenart aus der Familie der Affodillgewächse (Asphodelaceae), die ursprünglich auf der Arabischen Halbinsel beheimatet ist.[1][2] Die stammlose, rosettenbildende Pflanze wird heute weltweit in ariden und subtropischen Gebieten kultiviert und aufgrund ihrer bioaktiven Inhaltsstoffe vielfach medizinisch und kosmetisch genutzt. Ein in der Literatur häufig genanntes Synonym ist *Aloe barbadensis* Mill.[1] Morphologisch grenzt sie sich von verwandten Arten wie *Aloe perryi* durch ihre im Reifestadium ungefleckten, graugrünen Blätter sowie die einfachen Blütenstände mit gelben Blüten ab.[2]

Gemeenschapsanalyse

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Laatst op 23.04.2026
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Fakten (kompakt)

- Die historische Nutzung der Art lässt sich über 6.000 Jahre bis ins alte Ägypten zurückverfolgen, wo sie als „Pflanze der Unsterblichkeit“ bezeichnet wurde. - Historische Persönlichkeiten wie Kleopatra und Nofretete nutzten die Pflanze zur Schönheitspflege, während Alexander der Große sie zur Wundversorgung bei Soldaten einsetzte. - Christoph Kolumbus führte die Pflanze auf seinen Seereisen als geschätztes Heilmittel mit sich. - Das Gel im Inneren der Blätter besteht zu etwa 99 % aus Wasser und enthält über 75 bioaktive Verbindungen, darunter die Vitamine A, C, E und B12 sowie Mineralien wie Zink und Magnesium. - Im Jahr 2002 verbot die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) frei verkäufliche Abführmittel auf Aloe-Basis aufgrund von Sicherheitsbedenken. - Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) hat orale Ganzblattextrakte der Pflanze als potenziell krebserregend eingestuft. - Der erste dokumentierte englischsprachige Nachweis der Pflanze datiert auf das Jahr 1655. - Der Blütenstand bildet eine Ähre, die eine Höhe von bis zu 90 cm erreichen kann und gelbe, röhrenförmige Blüten trägt.[10]

Name & Einordnung

Der heute akzeptierte wissenschaftliche Name der Art lautet *Aloe vera* (L.) Burm. f., basierend auf der ursprünglichen Beschreibung durch Carl von Linné im Jahr 1753 als *Aloe perfoliata* var. *vera*.[2][1] Den Status als eigenständige Spezies erhielt das Taxon 1768 durch die Neubearbeitung des Botanikers Johannes Burman. Ein historisch bedeutendes und häufig zitiertes Synonym ist *Aloe barbadensis* Mill., das im selben Jahr von Philip Miller publiziert wurde und die damalige Kultivierung auf Barbados widerspiegelt.[1] Etymologisch leitet sich der Gattungsname vom arabischen Begriff „alloeh“ ab, was „glänzende, bittere Substanz“ bedeutet und auf den Pflanzensaft anspielt. Das lateinische Artepitheton *vera* („wahr“ oder „echt“) wurde gewählt, um die Art von anderen, historisch oft verwechselten Aloen abzugrenzen.[2] Taxonomisch wird *Aloe vera* heute der Familie der Asphodelaceae (Affodillgewächse) innerhalb der Ordnung der Asparagales zugeordnet. Früher zählte die Gattung aufgrund morphologischer Ähnlichkeiten zur weitaus breiter gefassten Familie der Liliaceae (Liliengewächse), bevor DNA-Analysen eine Neuklassifizierung erforderlich machten.[1][2] Phylogenetische Studien verorten die Art in einer Klade mit Spezies der Arabischen Halbinsel und zeigen eine enge Verwandtschaft zur auf Sokotra endemischen *Aloe perryi*. Neben dem deutschen Trivialnamen Echte Aloe sind international Bezeichnungen wie „True Aloe“, „Curaçao Aloe“ oder das spanische „Sábila“ gebräuchlich. Historische Quellen aus dem alten Ägypten bezeichneten die Art zudem ehrfurchtsvoll als „Pflanze der Unsterblichkeit“.[2]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die Echte Aloe (*Aloe vera*) wächst als sukkulente, ausdauernde Pflanze, die eine stammlose oder kurzstammige Rosette bildet und Wuchshöhen von 60 bis 100 cm erreicht.[1] Die fleischigen, lanzettlichen Blätter sind 30 bis 50 cm lang und 5 bis 10 cm breit, wobei sie eine graugrüne Grundfärbung aufweisen.[2] An den Blatträndern befinden sich charakteristische, gesägte Ränder, die mit kleinen, scharfen und zahnartigen Dornen besetzt sind.[4] Im Gegensatz zu juvenilen Exemplaren fehlen den ausgewachsenen Blättern meist persistente Flecken, und sie sind von einer dicken, wachsartigen Kutikula überzogen, die den Wasserverlust minimiert. Im Querschnitt zeigt sich ein dickes äußeres Rindengewebe, unter dem eine gelbliche Latexschicht liegt, während das Innere aus einem klaren, wasserhaltigen Parenchym-Gel besteht.[2] Der Blütenstand ist eine aufrechte, einfache oder seltener verzweigte Traube, die auf einem schlanken Schaft eine Höhe von 70 bis 100 cm erreicht. Die 2 bis 4 cm langen, röhrenförmigen Blüten sind gelb bis gelborange gefärbt und helikal entlang der Achse angeordnet. Jede Blüte ist zwittrig und zygomorph mit sechs gleich langen Tepalen sowie sechs Staubblättern, die aus der Blütenhülle ragen.[1] Das Wurzelsystem besteht aus einem Netzwerk faseriger Adventivwurzeln, die flach im Boden verlaufen und sich lateral bis zu 90 cm ausbreiten, um Oberflächenwasser aufzunehmen.[3] Morphologisch lässt sich *Aloe vera* durch spezifische Merkmale von verwandten Arten abgrenzen. Während *Aloe perryi* oft stärker verzweigte Blütenstände und rötliche Blüten aufweist, besitzt *Aloe vera* meist einfache Trauben mit leuchtend gelben Blüten ohne deutliche Blütenstiele. Im Vergleich zu *Aloe schweinfurthii*, die prominent gefleckte Blätter und kürzere, dichtere Trauben zeigt, sind die Blätter adulter *Aloe vera* in der Regel ungefleckt.[1] Die Art ist diploid mit einem Chromosomensatz von 2n=14 und vermehrt sich in der Natur klonal, da sie steril ist.[2]

Beschreibung

Die Echte Aloe (*Aloe vera*) ist eine ausdauernde, sukkulente Pflanze aus der Familie der Asphodelaceae, die sich durch ihren rosettenförmigen Wuchs und ihre ausgeprägte Anpassung an aride Lebensräume charakterisiert. Im natürlichen Habitat, vorwiegend in den Hajar-Gebirgen der Arabischen Halbinsel, bildet sie meist stammlose oder kurzstämmige Gruppen, wobei die fleischigen Blätter eine Wuchshöhe von 60 bis 100 cm erreichen. Als hochspezialisierter Xerophyt verfügt die Art über anatomische Anpassungen wie eine dicke, wachsartige Kutikula und gezahnte Blattränder, die den Wasserverlust minimieren und vor Herbivoren schützen.[2][1] Das Blattinnere besteht aus einem ausgeprägten Wasserspeichergewebe (Parenchym), das bis zu 99 % Wasser speichert und der Pflanze das Überleben in langen Dürreperioden sichert.[2] Eine physiologische Besonderheit ist der Crassulaceen-Säurestoffwechsel (CAM), bei dem die Spaltöffnungen primär nachts zur CO₂-Aufnahme geöffnet werden, wodurch die Transpiration tagsüber um bis zu 90 % reduziert wird.[4] Das Wurzelsystem ist flach und faserig angelegt, um sporadische Niederschläge in sandigen, nährstoffarmen Böden effizient aufzunehmen, oft unterstützt durch Symbiosen mit arbuskulären Mykorrhizapilzen.[3][1] Die Entwicklung der Pflanze verläuft nicht über Larvenstadien, sondern über vegetative Phasen; Jungpflanzen (Kindel) treiben direkt aus der Basis der Mutterpflanze aus und weisen oft noch helle Blattflecken auf, die im Erwachsenenstadium meist verschwinden.[1] Diese vegetative Vermehrung ist im Feld dominant, da die Art genetisch selbstinkompatibel ist und Samen unter natürlichen Bedingungen nur geringe Keimraten aufweisen.[2] Während der reproduktiven Phase bildet die Pflanze einen bis zu 90 cm hohen, meist unverzweigten Blütenstand mit leuchtend gelben, röhrenförmigen Blüten aus.[2][4] Die zwittrigen Blüten sind protandrisch, was bedeutet, dass die männlichen Organe vor den weiblichen reifen, um Selbstbestäubung zu verhindern und die Kreuzbestäubung durch Vögel oder Insekten zu fördern.[4] Taxonomisch lässt sich *Aloe vera* von verwandten Arten wie *Aloe perryi* abgrenzen, die oft rötliche Blüten und stärker verzweigte Blütenstände besitzt. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal zu Arten wie *Aloe schweinfurthii* sind die im reifen Zustand meist ungefleckten, graugrünen Blätter.[1] Historisch wurde die Art bereits 1753 von Carl von Linné beschrieben, wobei das Epitheton *vera* (wahr) ihre lange etablierte Bedeutung als "echte" Heilpflanze im Vergleich zu ähnlichen Sukkulenten unterstreicht.[1][6]

Verhalten

Als Anpassung an aride Lebensräume zeigt *Aloe vera* ein spezifisches physiologisches Verhalten in Form des Crassulacean-Säurestoffwechsels (CAM). Um den Wasserverlust durch Transpiration zu minimieren, öffnen sich die Spaltöffnungen primär nachts zur CO₂-Aufnahme und bleiben tagsüber geschlossen.[2] Eine mechanische Reaktion auf Trockenstress ist die Kontraktion der Wurzeln, wodurch die Pflanzenbasis tiefer in den Boden gezogen wird, um Restfeuchtigkeit zu erreichen. Zur Abwehr von Herbivoren verfügen die Blattränder über scharfe, zahnartige Dornen als physischen Schutz. Ergänzend dient der bittere, anthrachinonhaltige Latex unter der Blattrinde als chemische Verteidigung gegen Fressfeinde. Die Interaktion mit der Fauna erfolgt während der Blütezeit primär ornithophil, wobei Nektar Vögel wie Nektarvögel und Kolibris sowie Insekten anlockt. Da die Art selbstinkompatibel und protandrisch ist, ist sie auf diese Fremdbestäubung angewiesen. Im Wurzelbereich geht *Aloe vera* symbiotische Beziehungen mit arbuskulären Mykorrhizapilzen ein, um die Nährstoffaufnahme in nährstoffarmen Böden zu steigern. Das Ausbreitungsverhalten ist durch starke vegetative Vermehrung geprägt, bei der durch seitliche Ableger dichte Gruppenbildungen entstehen.[1]

Ökologie

Als Xerophyt ist *Aloe vera* an aride, subtropische Halbwüsten angepasst und besiedelt bevorzugt felsige, gut durchlässige Hänge in Höhenlagen von 1.300 bis 2.600 Metern.[2][1] Um in diesen wasserarmen Lebensräumen zu überleben, nutzt die Pflanze den Crassulacean-Säurestoffwechsel (CAM), bei dem sich die Spaltöffnungen primär nachts öffnen, um Transpirationsverluste im Vergleich zu C3-Pflanzen drastisch zu minimieren.[1] Sie gedeiht auf nährstoffarmen, sandigen oder kalkhaltigen Böden und geht symbiotische Beziehungen mit arbuskulären Mykorrhizapilzen wie *Glomus intraradices* ein, welche die Aufnahme von Phosphor und Stickstoff verbessern.[3] Die Art zeigt eine bemerkenswerte Toleranz gegenüber Umweltstressoren wie hoher Bodensalinität bis zu 9 dS/m und trägt in kargen Landschaften zur Bodenstabilisierung bei.[1][6] Die Bestäubung erfolgt primär ornithophil durch nektarfressende Vögel wie Nektarvögel und Kolibris, wobei auch Insekten wie Bienen (*Apis mellifera*) die Blüten besuchen. Aufgrund von Selbstinkompatibilität und Protandrie ist *Aloe vera* für die Samenbildung auf diese Vektoren zur Fremdbestäubung angewiesen, vermehrt sich lokal jedoch effizient vegetativ über Ausläufer.[1] Zum Schutz der wasserspeichernden Blätter vor Fraßfeinden sind die Blattränder mit scharfen, zahnartigen Dornen bewehrt. Außerhalb ihres ursprünglichen Verbreitungsgebiets auf der Arabischen Halbinsel gilt die Art in Regionen wie dem Mittelmeerraum oder der Karibik als invasiv, da sie in gestörten Küstenhabitaten heimische Flora verdrängen kann.[2]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Ökonomisch wird *Aloe vera* primär als wertvolle Nutzpflanze klassifiziert, deren globaler Markt bis 2031 auf 1,9 Milliarden US-Dollar prognostiziert wird, doch gilt sie in Regionen wie der Karibik und Südeuropa als invasive Art. In gestörten Habitaten kann sie durch rasche vegetative Vermehrung und hohe Stresstoleranz die native Flora verdrängen, was in Biodiversitäts-Hotspots ein ökologisches Monitoring erforderlich macht.[1] Demgegenüber sind die wilden Populationen auf der Arabischen Halbinsel durch Urbanisierung und Klimawandel bedroht, wobei die Art im Gegensatz zu anderen Aloen explizit vom CITES-Anhang II ausgenommen ist, um den kommerziellen Handel nicht zu behindern.[1][9] Im landwirtschaftlichen Management gilt Staunässe als Hauptursache für physiologische Schäden, weshalb präventiv durchlässige Substrate und reduzierte Bewässerungsintervalle essenziell sind, um Wurzelfäule zu vermeiden.[4] Morphologisch dienen die gezahnten Blattränder als physische Barriere gegen Herbivoren.[2] Gesundheitlich relevant ist das toxische Potenzial des Blattsaftes (Latex), dessen orale Aufnahme zu schweren gastrointestinalen Krämpfen, Diarrhö und Elektrolytstörungen wie Hypokaliämie führen kann. Langfristige Einnahme von Ganzblattextrakten wird von der IARC als potenziell krebserregend eingestuft und wurde mit seltenen Fällen akuter Hepatitis assoziiert.[1][2] Topisch ist das Gel weitgehend sicher, kann jedoch allergische Kontaktdermatitis auslösen, weshalb Patch-Tests zur Früherkennung individueller Unverträglichkeiten empfohlen werden.[1] Hygienische Präventionsmaßnahmen in der Verarbeitung umfassen die sofortige Behandlung mit Bakteriziden und Pasteurisierung, um mikrobiellen Verderb und enzymatische Oxidation des Gels zu unterbinden.[2] Zur Risikominimierung fordern Standards wie die des International Aloe Science Council Grenzwerte von unter 10 ppm Aloin für orale Produkte. Medizinisch bestehen strikte Kontraindikationen für Schwangere aufgrund uterustimulierender Wirkungen sowie für Kinder unter 12 Jahren. Im Rahmen des klinischen Managements müssen Wechselwirkungen mit Diuretika und Antidiabetika überwacht werden, da *Aloe vera* Kaliumverluste und hypoglykämische Effekte verstärken kann.[1]

Wirtschaftliche Bedeutung

Die Echte Aloe (*Aloe vera*) ist eine weltweit bedeutende Nutzpflanze, deren Marktvolumen für das Jahr 2025 auf 2,12 Milliarden US-Dollar geschätzt wird, mit einer prognostizierten jährlichen Wachstumsrate von 6,9 % bis 2030. Die wirtschaftliche Verwertung konzentriert sich primär auf die Kosmetik-, Pharma- und Lebensmittelindustrie, wobei das Blattgel zu Feuchtigkeitscremes, Gesundheitsgetränken und Nahrungsergänzungsmitteln verarbeitet wird.[1] Zu den wichtigsten Anbauländern zählen Mexiko, Indien, die Vereinigten Staaten und Thailand, wobei Mexiko allein etwa 34 % der globalen Produktion liefert.[3][1] Der internationale Handel basiert auf dem Export von Rohblättern, verarbeitetem Gel und Pulver, wobei die Europäische Union und Japan als Hauptimporteure für hochreine Extrakte fungieren.[1][5] In Entwicklungsregionen wie Indien und Teilen Afrikas schafft der Anbau signifikante Beschäftigungsmöglichkeiten für die ländliche Bevölkerung, insbesondere für Frauen und Jugendliche.[7] Zertifizierte Bio- und Fair-Trade-Produkte erzielen dabei Preisaufschläge von 20 bis 30 %, was zur lokalen wirtschaftlichen Resilienz beiträgt.[3][8] Abseits des Nutzwertes verursacht die Art in eingeführten Gebieten wie der Karibik, Südeuropa und Asien ökologische und damit indirekt wirtschaftliche Schäden als invasive Spezies, die einheimische Flora in gestörten Habitaten verdrängt.[1][2] Zusätzlich beeinflussen regulatorische Maßnahmen den Markt, wie etwa EU-Beschränkungen für Hydroxyanthracen-Derivate, welche den Handel mit bestimmten Ganzblattzubereitungen limitieren.[2]

Biologie & Lebenszyklus

Aloe vera ist eine ausdauernde, sukkulente Pflanze, die in einer stammlosen oder kurzstammigen Rosette wächst und physiologisch hochgradig an aride Lebensräume angepasst ist.[2] Eine zentrale physiologische Besonderheit ist der Crassulaceen-Säurestoffwechsel (CAM), bei dem die Spaltöffnungen primär nachts geöffnet werden, um CO₂ zu fixieren, wodurch der Wasserverlust durch Transpiration tagsüber um bis zu 90 % reduziert wird.[4] Das Wurzelsystem ist flach, reicht typischerweise nur 20 bis 30 cm tief und bildet Symbiosen mit arbuskulären Mykorrhizapilzen wie *Glomus intraradices*, welche die Nährstoffaufnahme in kargen Böden verbessern. Die geschlechtliche Fortpflanzung erfolgt über einen 70 bis 100 cm hohen Blütenstand, der 100 bis 200 gelbe, röhrenförmige und zwittrige Blüten trägt. Da die Art selbstinkompatibel und protandrisch (Vormännlichkeit) ist, ist sie auf Fremdbestäubung durch Vögel wie Nektarvögel oder Kolibris sowie Insekten wie *Apis mellifera* angewiesen. Die Blütezeit variiert regional, oft von Dezember bis Mai, wobei die Anthese einer einzelnen Blüte etwa 48 Stunden dauert und die Fruchtreife der Kapseln nach 60 bis 67 Tagen eintritt.[2] Die Samenproduktion führt unter natürlichen Bedingungen oft zu geringen Keimraten von 0 bis 25 %, weshalb die sexuelle Vermehrung im Vergleich zur vegetativen Ausbreitung eine untergeordnete Rolle spielt. Primär vermehrt sich *Aloe vera* klonal durch laterale Sprosse, sogenannte "Kindel", die an der Basis der Mutterpflanze entstehen und genetische Uniformität gewährleisten. Eine gesunde Pflanze produziert etwa 3 bis 4 solcher Ableger pro Saison, die nach etwa 18 Monaten transplantierfähig sind.[1] Die physiologische Reife und der optimale Wirkstoffgehalt in den Blättern werden typischerweise nach 3 bis 4 Jahren erreicht. Die produktive Lebensdauer in der Kultivierung ist lang, wobei der ökonomische Ertrag zwischen dem zweiten und achten Jahr seinen Höhepunkt erreicht.[5] Als Xerophyt toleriert die Pflanze hohe Temperaturen über 40 °C und moderate Bodensalinität, ist jedoch frostempfindlich und stirbt bei Temperaturen unter 0 °C ab.[4][6] Zum Schutz vor Herbivoren sind die Blattränder mit kleinen, scharfen Zähnen bewehrt, während die dicke Kutikula zusätzlich vor Austrocknung schützt.[2]

Vorkommen & Lebensraum

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet von *Aloe vera* liegt auf der südöstlichen Arabischen Halbinsel, spezifisch im Hadschar-Gebirge im Nordosten Omans und den östlichen Vereinigten Arabischen Emiraten.[2][1] Molekulare Untersuchungen bestätigen diesen Ursprung und datieren die Entwicklung der Art innerhalb der letzten fünf Millionen Jahre.[2] In ihrem natürlichen Habitat besiedelt die Pflanze aride Halbwüsten, wobei sie felsige, gut durchlässige Böden und exponierte Schotterhänge bevorzugt. Die vertikale Verbreitung erstreckt sich in diesen Gebieten über Höhenlagen von 1.300 bis 2.600 Metern.[1] *Aloe vera* ist an subtropische Klimabedingungen angepasst, toleriert Temperaturen über 40 °C und hohe Verdunstungsraten, reagiert jedoch empfindlich auf Frost.[3][4] Historische Handelsrouten begünstigten bereits im Altertum die Ausbreitung in den Mittelmeerraum, nach Nordafrika und Indien.[6] Im 16. Jahrhundert führten spanische Siedler die Art in Amerika ein, wo sie sich von der Karibik über Mexiko bis in Teile Südamerikas etablierte.[6] Heute ist die Sukkulente weltweit in heißen, trockenen Regionen eingebürgert, darunter die südlichen Vereinigten Staaten (Texas, Florida), Australien und Südostasien.[2][1] In Europa beschränken sich naturalisierte Vorkommen auf die wärmebegünstigten Zonen Südeuropas, während die Pflanze im deutschsprachigen Raum (DACH) aufgrund ihrer Frostempfindlichkeit ausschließlich in Kultur gehalten wird.[4][1] Außerhalb ihres natürlichen Areals wächst *Aloe vera* häufig an gestörten Standorten wie Straßenrändern und Küstenzonen, wo sie aufgrund ihrer vegetativen Vermehrung invasive Tendenzen zeigen kann.[1] Sie toleriert nährstoffarme Substrate sowie hohe Bodensalzgehalte und trägt in ihren Habitaten zur Bodenstabilisierung bei.[1][6] Während kultivierte Bestände global weit verbreitet sind, gelten echte Wildpopulationen im ursprünglichen Verbreitungsgebiet heute als selten und fragmentiert.[1]

Saisonalität & Aktivität

*Aloe vera* weist eine ausgeprägte Saisonalität in ihrer Reproduktionsbiologie auf und blüht in der Regel einmal jährlich, wobei der genaue Zeitpunkt stark von den klimatischen Bedingungen abhängt. In tropischen Klimazonen erstreckt sich die Blütezeit typischerweise von Dezember bis Mai, während sie in subtropischen Regionen häufig bereits im späten November beginnt. Die einzelnen Blüten folgen einem spezifischen Tagesrhythmus, bei dem die Anthese (Blütenöffnung) zwischen 7:00 Uhr und 15:00 Uhr stattfindet und etwa 48 Stunden andauert.[2] Ein zentrales Merkmal der physiologischen Aktivität ist der Crassulaceen-Säurestoffwechsel (CAM), der die Öffnung der Spaltöffnungen primär in die Nachtstunden verlegt, um CO₂ aufzunehmen. Durch diesen Mechanismus bleiben die Stomata tagsüber geschlossen, was den Wasserverlust durch Transpiration im Vergleich zu anderen Pflanzen um bis zu 90 % reduziert.[1] Das vegetative Wachstum ist stark temperaturabhängig und erreicht sein Optimum bei Tagestemperaturen zwischen 20 °C und 30 °C.[3] Im Jahresverlauf tritt *Aloe vera* im Winter in eine Ruhephase (Dormanz) ein, in der der Stoffwechsel verlangsamt ist und die Bewässerung auf etwa einmal monatlich reduziert werden sollte.[4] Die Art ist nicht frosthart und erleidet bei Temperaturen unter 0 °C irreversible Gewebeschäden, weshalb ihre Aktivität im Freiland auf frostfreie Perioden beschränkt ist.[3] Die vegetative Vermehrung erfolgt ebenfalls saisonal, wobei eine Mutterpflanze pro Saison etwa 3 bis 4 Ableger (Kindel) bildet.[1] In der landwirtschaftlichen Nutzung erlaubt der Wachstumszyklus nach Erreichen der Reife (nach 2 bis 3 Jahren) eine Ernte der Blätter in einem halbjährlichen Rhythmus.[5]

Bronnen & Referenties

  1. https://www.worldfloraonline.org/taxon/wfo-0000758976
  2. https://bmcecolevol.biomedcentral.com/articles/10.1186/s12862-015-0291-7
  3. https://www.moice.gov.bt/wp-content/uploads/2020/07/ALOE-VERA-CULTIVATION.pdf
  4. https://extension.sdstate.edu/aloe-vera-houseplant-how
  5. https://wikifarmer.com/library/en/article/aloe-yield-harvest-storage-and-post-harvest-processing
  6. https://thegrowers-exchange.com/blogs/news/history-of-aloe-vera
  7. https://smallfarmers.trade/sites/default/files/2020-05/REPORT%20Aloe%20EN.pdf
  8. https://amb-wellness.com/certification-fairtrade
  9. https://cites.org/sites/default/files/eng/app/2019/E-Appendices-2019-11-26.pdf
  10. Literaturzusammenfassung: Aloe vera