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Lexicon-vermelding

Aarde lamp Apios americana

Aarde lamp

Taxonomie

Rijk Pflanzen (Plantae)
Stam Tracheophyta (Tracheophyta)
Klas Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Orde Fabales (Fabales)
Familie Fabaceae
Geslacht Apios
Soort Apios americana
Wetenschappelijke naam Apios americana Medik.
Geaccepteerde naam

Einleitung

Die **Erdbirne** (*Apios americana*), auch als Hopniss oder Potato Bean bekannt, ist eine ausdauernde, krautige Kletterpflanze aus der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae).[1][2] Ihr natürliches Verbreitungsgebiet erstreckt sich über das östliche und zentrale Nordamerika, wo sie an unterirdischen Rhizomen kettenartige, essbare Knollen ausbildet. Diese proteinreichen Speicherorgane dienten historisch indigenen Völkern als wichtiges Grundnahrungsmittel und werden heute, insbesondere in Japan, als Nischenkultur angebaut.[2]

Fakten (kompakt)

- Die Knollen weisen im Vergleich zur herkömmlichen Kartoffel (*Irish potato*) etwa den dreifachen Proteingehalt auf und liefern zusätzlich Stärke, Kalzium sowie Eisen. - In den Knollen und Samen sind Isoflavone wie Genistein enthalten, denen gesundheitsfördernde Eigenschaften wie antikarzinogene Wirkungen sowie eine Senkung von Blutdruck und Cholesterin zugeschrieben werden. - Für den menschlichen Verzehr ist eine thermische Zubereitung (Kochen, Backen oder Braten) zwingend erforderlich, um enthaltene Protease-Inhibitoren abzubauen. - Ökologisch fungiert die Pflanze als spezifische Wirtspflanze für die Raupen des Silberfleck-Dickkopffalters (*Epargyreus clarus*). - Die Gattung *Apios* umfasst insgesamt sieben akzeptierte Arten, wobei neben *Apios americana* nur die seltenere *Apios priceana* in Nordamerika endemisch ist, während die Mehrheit der Arten in Ostasien beheimatet ist. - Die Früchte der Pflanze bilden linear-längliche Hülsenfrüchte aus, die eine Länge von 5 bis 8 Zentimetern erreichen und jeweils drei bis fünf Samen enthalten. - Die einzelnen Blüten innerhalb der dichten Traubenstände messen in der Länge etwa einen Zentimeter.[9]

Name & Einordnung

Der wissenschaftliche Name der Art lautet *Apios americana*, wobei die gültige Erstbeschreibung in dieser Kombination im Jahr 1787 durch den Botaniker Friedrich Kasimir Medikus erfolgte.[3] Ursprünglich wurde die Pflanze bereits 1753 von Carl von Linné unter dem Basionym *Glycine apios* formal beschrieben, bevor sie taxonomisch neu eingeordnet wurde.[3][2] Der Gattungsname *Apios* entstammt dem griechischen Wort *apios*, was „birnenartig“ bedeutet und sich auf die Form der unterirdischen Knollen bezieht. Das Art-Epitheton *americana* verweist auf das native Verbreitungsgebiet in Nordamerika.[2] Systematisch wird die Art der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae) und der Unterfamilie Faboideae zugeordnet.[1] Innerhalb der Gattung *Apios*, die insgesamt sieben anerkannte Arten umfasst, stellt *Apios americana* neben *Apios priceana* eine von zwei in Nordamerika endemischen Spezies dar. Im deutschsprachigen Raum wird die Pflanze als Erdbirne bezeichnet. International sind englische Trivialnamen wie „groundnut“, „potato bean“ oder „hopniss“ geläufig, wobei letzterer auf indigene Bezeichnungen zurückgeht. In Japan, wo die Art als Kulturpflanze genutzt wird, ist sie unter dem Namen „hodoimo“ bekannt.[2]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

*Apios americana* ist eine ausdauernde, krautige Kletterpflanze, deren windende Stängel Längen von 1 bis 6 Metern erreichen und oft über begleitende Vegetation wuchern.[2][1] Die Pflanze entspringt ausgedehnten unterirdischen Rhizomen, die charakteristische Ketten von knollenartigen Verdickungen hervorbringen.[2] Diese fleischigen, kartoffelähnlichen Speicherorgane sind länglich bis kugelförmig geformt und messen im Durchmesser zwischen 2 und 8 Zentimetern.[1] Die wechselständigen Laubblätter sind unpaarig gefiedert und setzen sich typischerweise aus 5 bis 7 Fiederblättchen zusammen.[2][1] Die einzelnen Blättchen sind eiförmig bis lanzettlich, erreichen eine Länge von 3 bis 10 Zentimetern sowie eine Breite von 2 bis 5 Zentimetern. Ihre Blattränder sind ganzrandig, während die Blattunterseiten gelegentlich eine Behaarung aufweisen. Die wohlriechenden Blüten sind in dichten, achselständigen Trauben angeordnet, die eine Länge von 8 bis 13 Zentimetern erreichen können. Jeder Blütenstand umfasst 10 bis 30 schmetterlingsartige Einzelblüten, deren Kronblätter kastanienbraun bis schokoladen-purpur gefärbt sind.[1] Die einzelne Blüte misst etwa 1 Zentimeter in der Länge, wobei die Blütezeit von Juni bis September andauert.[2][1] Als Früchte entwickeln sich linear-längliche Hülsen, die 5 bis 10 Zentimeter lang und 6 bis 7 Millimeter breit werden. Diese aufspringenden Hülsenfrüchte enthalten 3 bis 6 braune Samen, die eine elliptische Form und eine Länge von 5 bis 6 Millimetern aufweisen.[1] Das Wurzelsystem bildet zudem in Symbiose mit Bakterien stickstofffixierende Knöllchen aus, die zur Nährstoffversorgung beitragen.[5] Es existieren morphologische Variationen wie sterile triploide Formen, die keine Samen bilden und sich rein vegetativ vermehren.[1]

Beschreibung

Apios americana ist eine ausdauernde, krautige Kletterpflanze aus der Familie der Hülsenfrüchtler (*Fabaceae*), die sich durch ihr windendes Wachstum und die Bildung unterirdischer Speicherorgane auszeichnet.[2] Im natürlichen Lebensraum, der vorwiegend aus feuchten Auwäldern, Uferböschungen und Sümpfen besteht, nutzt die Pflanze begleitende Vegetation als Stütze und kann Wuchshöhen von bis zu sechs Metern erreichen.[2][4] Ein markantes anatomisches Merkmal ist das Rhizomsystem, das kettenartige Verdickungen (Knollen) bildet, die wie Perlen an einer Schnur aufgereiht sind und der Pflanze das Überdauern der Winterruhe ermöglichen.[2] Diese Knollen sind fleischig, länglich bis kugelförmig und erreichen Durchmesser von bis zu 8 cm, wobei sie reich an Stärke und Proteinen sind.[2][4] Unterirdisch geht das Wurzelsystem eine symbiotische Beziehung mit Knöllchenbakterien der Gattung *Bradyrhizobium* ein, was der Pflanze die Fixierung von atmosphärischem Stickstoff erlaubt und ihr einen Wettbewerbsvorteil auf nährstoffarmen Böden verschafft.[5][1] Oberirdisch bildet die Art wechselständige, gefiederte Laubblätter mit typischerweise 5 bis 7 Fiederblättchen aus, die eine dichte Blattmasse erzeugen. Die Blütenstände erscheinen von Juni bis September als achselständige Trauben mit komplex aufgebauten, schmetterlingsartigen Blüten, deren Färbung von Kastanienbraun bis zu rötlichem Violett variiert.[2][4] Diese Blüten verströmen einen intensiven Duft und besitzen einen spezialisierten Bestäubungsmechanismus, der primär auf schwere Insekten wie Blattschneiderbienen (*Megachilidae*) angewiesen ist, um den Pollen freizusetzen.[6] Im Feld ist die Pflanze oft an ihren charakteristischen Blütenständen und dem windenden Habitus zu erkennen, während mikroskopische Untersuchungen der Wurzelknöllchen die bakterielle Besiedlung durch Bacteroide und das Vorhandensein von Leghämoglobin zur Sauerstoffregulation offenbaren.[5] Ökologisch fungiert *Apios americana* als wichtige Wirtspflanze für die Raupen des Silberfleck-Dickkopffalters (*Epargyreus clarus*), die sich von den Blättern ernähren.[1] Der Lebenszyklus umfasst eine sexuelle Reproduktionsphase bei diploiden Individuen, die lineare Hülsenfrüchte mit 3 bis 5 Samen hervorbringen.[2][1] Im Gegensatz dazu vermehren sich triploide Formen ausschließlich vegetativ über ihre Rhizomknollen, da sie steril sind und keine keimfähigen Samen produzieren.[1] Diese vegetative Ausbreitung führt oft zur Bildung dichter, klonaler Bestände, die Uferböschungen stabilisieren und Erosion entgegenwirken.[2] Historisch wurde die Art 1753 von Carl von Linné zunächst als *Glycine apios* beschrieben, bevor sie 1787 durch Friedrich Kasimir Medikus in die Gattung *Apios* überführt wurde. Der Gattungsname leitet sich vom griechischen Wort für „Birne“ ab und bezieht sich auf die Form der Knollen, was die morphologische Sonderstellung innerhalb der Verwandtschaftsgruppe unterstreicht.[3] Biochemisch weisen die Gewebe hohe Konzentrationen an Isoflavonen wie Genistein auf, die als Abwehrstoffe fungieren und medizinisch relevante Eigenschaften besitzen.[2] Im Vergleich zur selteneren, in Nordamerika endemischen *Apios priceana* besitzt *Apios americana* ein deutlich größeres Verbreitungsgebiet, das sich von Kanada bis nach Florida und Texas erstreckt.[2][4]

Verhalten

Apios americana zeigt ein ausgeprägtes Kletterverhalten, bei dem die windenden Stängel eine Länge von bis zu sechs Metern erreichen und benachbarte Vegetation als Stütze nutzen. Dieses Wuchsverhalten ermöglicht der Pflanze, in dichten Uferdickichten und Feuchtgebieten effektiv zum Licht zu wachsen, wobei sie volle Sonne bis Halbschatten bevorzugt.[2] Eine essentielle interspezifische Interaktion besteht mit Bakterien der Gattung Bradyrhizobium, die aktiv die Wurzeln besiedeln und die Bildung von Knöllchen zur Stickstofffixierung induzieren. Der Infektionsprozess beginnt mit dem Eindringen der Bakterien über Infektionsfäden, woraufhin die Pflanze mit der Bildung spezialisierter Gewebestrukturen reagiert. Im Bereich der Fortpflanzung weist die Art einen spezialisierten Bestäubungsmechanismus auf, bei dem Besucher wie Blattschneiderbienen (Megachile spp.) die Blüten mechanisch auslösen müssen, um Pollen zu übertragen. Um Inzucht zu vermeiden, greift Apios americana auf eine partielle gametophytische Selbstinkompatibilität zurück, welche die Befruchtung durch eigenen Pollen hemmt und Fremdbestäubung fördert.[6] Zur Abwehr von Herbivoren setzt die Pflanze auf chemische Verteidigungslinien, indem sie in Knollen und Samen Proteaseinhibitoren und Lektine einlagert. Diese Verbindungen dienen dazu, die Verdauungsenzyme potenzieller Fressfeinde wie Trypsin und Chymotrypsin zu blockieren, was die Pflanzenteile für viele Tiere unbekömmlich macht.[4] Die räumliche Ausbreitung erfolgt dominant durch das vegetative Wachstum ausgedehnter Rhizomnetzwerke, was zur Bildung langlebiger klonaler Kolonien führt.[2]

Ökologie

Apios americana besiedelt bevorzugt feuchte bis nasse Habitate wie Auenwälder, Sümpfe und Uferböschungen, wo die Art periodische Überflutungen toleriert, jedoch empfindlich auf Trockenheit reagiert.[2][4] Die Pflanze gedeiht in nährstoffreichen, lehmigen Böden mit einem pH-Wert zwischen 6,0 und 7,0 und geht eine mutualistische Symbiose mit Bakterien der Gattung *Bradyrhizobium* ein, um atmosphärischen Stickstoff zu binden.[5] Durch diese Interaktion fixiert die Art jährlich etwa 112 kg Stickstoff pro Hektar, was die Bodenfruchtbarkeit in stickstoffarmen Umgebungen signifikant erhöht.[2] Ergänzend bildet das Wurzelsystem Assoziationen mit arbuskulären Mykorrhizapilzen, welche die Phosphoraufnahme aus dem Substrat verbessern. Die Bestäubung der duftenden Blüten erfolgt primär durch native Bienen der Familie Megachilidae, darunter Blattschneiderbienen (*Megachile* spp.) und Mauerbienen (*Osmia* spp.). Aufgrund einer partiellen gametophytischen Selbstinkompatibilität ist die Pflanze auf diese Bestäuber für eine erfolgreiche Fremdbestäubung und den Erhalt der genetischen Diversität angewiesen.[6] Im Nahrungsnetz fungiert *Apios americana* als spezifische Wirtspflanze für die Raupen des Silberfleck-Dickkopffalters (*Epargyreus clarus*), die sich vom Laub ernähren. Während Vögel die unreifen Samenschoten konsumieren, dienen die Samen reifer Schoten kleinen Nagetieren als Nahrungsquelle.[1] Auch Säugetiere wie Hirsche nutzen die proteinreichen Knollen und Ranken, was lokale Bestände durch Fraßdruck beeinträchtigen kann.[4] In Uferzonen tragen die ausgedehnten Rhizome und windenden Ranken zur Bodenfestigung bei und unterstützen so aktiv den Erosionsschutz.[1]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Apios americana wird primär als Nützling und potenzielle Kulturpflanze klassifiziert, kann jedoch aufgrund ihres windenden Wuchses benachbarte Vegetation überwuchern und als Lästling wirken.[2] In Europa gilt die Art als Neophyt, der gelegentlich verwildert, wobei Vorkommen in Deutschland, Frankreich und Italien dokumentiert sind.[3] Ökologisch übernimmt die Pflanze eine bedeutende Funktion durch die symbiotische Stickstofffixierung mit Bakterien der Gattung Bradyrhizobium, was zur Bodenverbesserung beiträgt.[5] Zudem dient sie als Erosionsschutz an Uferböschungen und ist eine wichtige Wirtspflanze für die Larven des Silberfleck-Dickkopffalters (*Epargyreus clarus*).[1] Gesundheitlich relevant ist der Gehalt an Protease-Inhibitoren und Lektinen in rohen Knollen und Samen, die bei Verzehr Verdauungsstörungen wie Übelkeit und Blähungen auslösen können.[4] Eine thermische Behandlung durch Kochen oder Rösten ist zwingend erforderlich, um diese antinutritiven Stoffe zu deaktivieren und die Genießbarkeit sicherzustellen.[7] Allergische Reaktionen sind selten, können jedoch aufgrund einer Kreuzreaktivität bei Personen mit bestehender Erdnussallergie auftreten.[8] Medizinisch wird das Potenzial der Pflanze intensiv erforscht, wobei Patente auf Anwendungen gegen alkoholische Gastritis, Thrombosen sowie zur Krebsprävention und Immunstärkung hinweisen. Als Schädlinge an der Pflanze selbst treten vor allem Wühlmäuse und andere Nagetiere auf, die die unterirdischen Knollen fressen und Ernteverluste verursachen.[2] Präventive Maßnahmen im Anbau umfassen primär bauliche Barrieren wie Zäune gegen Wildverbiss durch Rehe sowie Schutzvorrichtungen gegen Nager.[1] Da *Apios americana* global als nicht gefährdet gilt und keine massiven invasiven Schäden verursacht, bestehen derzeit keine spezifischen Quarantäne- oder Meldepflichten.[4]

Wirtschaftliche Bedeutung

Die wirtschaftliche Nutzung von *Apios americana* konzentriert sich primär auf Ostasien, wo die Art in Japan unter dem Namen „Hodoimo“ kommerziell angebaut und zu Produkten wie Nudeln oder Tee verarbeitet wird.[2][1] In der Präfektur Aomori begann die Produktion 1996, wobei im kommerziellen Anbau Durchschnittserträge von 5 bis 10 Tonnen pro Hektar erzielt werden. Auch in Südkorea wächst die wirtschaftliche Bedeutung seit den frühen 2000er Jahren, insbesondere für den Gesundheitsmarkt.[1] In Nordamerika beschränkt sich die Nutzung weitgehend auf experimentelle Anbausysteme, da die zerbrechlichen Rhizome eine mechanisierte Ernte erschweren und hohe Arbeitskosten verursachen.[2][1] Unter Versuchsbedingungen wurden in den USA dennoch Erträge zwischen 2,7 und 3,6 Tonnen pro Acre dokumentiert. Ein wachsendes wirtschaftliches Potenzial zeigt sich im pharmazeutischen Sektor durch Patente zur Nutzung von Extrakten gegen Thrombosen, Krebs oder alkoholische Gastritis. Zusätzlich existieren patentierte Anwendungen für kosmetische Zusammensetzungen, die die antioxidativen Eigenschaften der Pflanze nutzen. Wirtschaftliche Schäden im Anbau entstehen primär durch Wildverbiss, da Hirsche und Nagetiere die Reben und Knollen fressen, was kostenintensive Schutzmaßnahmen wie Zäune erfordert. Als landwirtschaftlicher Nützling fixiert die Pflanze durch Symbiose mit *Bradyrhizobium*-Bakterien jährlich etwa 112 kg Stickstoff pro Hektar, was den Bedarf an synthetischen Düngemitteln reduziert. Ökologisch und indirekt wirtschaftlich relevant ist die Art zudem als Wirtspflanze für den Falter *Epargyreus clarus* und als Nahrungsquelle für bestäubende Wildbienen. Im Landschaftsbau wird die Art zur Erosionskontrolle an Uferböschungen eingesetzt, was Instandhaltungskosten in gefährdeten Gebieten senken kann.[2]

Biologie & Lebenszyklus

Apios americana ist eine ausdauernde, krautige Kletterpflanze, die Wuchshöhen von 1 bis 6 Metern erreicht und aus ausgedehnten Rhizomen entspringt, welche kettenartige Knollen bilden.[2][3] Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis September, wobei die kastanienbraunen bis purpurnen Schmetterlingsblüten in dichten Trauben stehen und intensiv duften.[2] Die Bestäubung erfolgt primär durch Wildbienen der Familie Megachilidae (z. B. *Megachile*, *Osmia*), welche den komplexen Blütenmechanismus auslösen können. Aufgrund einer partiellen gametophytischen Selbstinkompatibilität ist die Pflanze für den Samenansatz weitgehend auf Fremdbestäubung angewiesen.[6] Neben fertilen diploiden Formen existieren sterile triploide Varianten, die keine Samen bilden und sich rein vegetativ über Knollen ausbreiten.[1] Die Früchte sind 5 bis 10 cm lange Hülsen, die jeweils 3 bis 6 braune, elliptische Samen enthalten. Diese Samen weisen eine harte Schale auf und benötigen zur Keimung eine Skarifizierung sowie eine Kälteperiode (Stratifikation) von 30 bis 60 Tagen.[2] Die vegetative Entwicklung verläuft oft zweijährig, wobei die Knollenproduktion im zweiten Jahr nach der Pflanzung ihr Maximum erreicht.[1] Physiologisch ist die Pflanze an feuchte Standorte angepasst und toleriert zeitweilige Überflutungen, reagiert jedoch empfindlich auf Trockenstress.[2] Das Wurzelsystem geht eine mutualistische Symbiose mit Bakterien der Gattung *Bradyrhizobium* ein, welche in Wurzelknöllchen atmosphärischen Stickstoff fixieren. Dieser Prozess wird durch das Enzym Nitrogenase katalysiert und durch Leghämoglobin vor Sauerstoff geschützt.[5] Zusätzlich verbessern Assoziationen mit arbuskulären Mykorrhizapilzen die Nährstoffaufnahme aus dem Boden.[6] Ökologisch dient *Apios americana* als spezifische Wirtspflanze für die Larven des Silberfleck-Dickkopffalters (*Epargyreus clarus*), die das Laub fressen.[1] Zu den natürlichen Feinden zählen Vögel, die unreife Schoten verzehren, sowie Nagetiere, die reife Samen und Knollen fressen.[2] Die Art ist winterhart bis in USDA-Zone 3 und überdauert Frostperioden im Boden, wobei das Wachstum bei Temperaturen zwischen 10 und 20 °C im Frühjahr einsetzt.[4]

Vorkommen & Lebensraum

Das natürliche Verbreitungsgebiet von *Apios americana* erstreckt sich über das östliche und zentrale Nordamerika, vom südlichen Kanada (Nova Scotia, Quebec, Ontario) bis nach Florida und Texas.[2][4] Die westliche Arealgrenze verläuft bis nach Colorado und umfasst im Norden auch New Brunswick und Prince Edward Island.[4] Dieses weite Verbreitungsgebiet deckt die USDA-Winterhärtezonen 3 bis 9 ab und beinhaltet sowohl gemäßigte als auch subtropische Klimazonen.[2] Außerhalb des Ursprungsgebiets wurde die Art nach Europa eingeschleppt, wo sporadische Verwilderungen und lokale Einbürgerungen in Frankreich, Italien sowie in mittleren Regionen wie Deutschland dokumentiert sind. Auch in Ostasien wird die Pflanze kultiviert, wobei dortige Naturalisierungen in der freien Natur bisher nur begrenzt auftreten. Die heutige Verbreitung ist unter anderem durch nacheiszeitliche Wanderungsbewegungen geprägt, die dem Rückzug des Laurentidischen Eisschildes folgten.[1] *Apios americana* besiedelt bevorzugt feuchte bis nasse Habitate mit konstantem Wasserzugang, wie etwa Auenwälder, Sumpfgebiete, Flussufer und feuchte Dickichte. Die Art zeigt eine hohe Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Mikrohabitate und kommt sowohl in Süßwassermarschen als auch in Gezeitenmarschen mit Brackwassereinfluss vor. Optimal gedeiht die Pflanze auf nährstoffreichen, lehmigen Alluvialböden mit einem pH-Wert zwischen 6,0 und 7,0, toleriert jedoch auch leicht saure Bedingungen bis pH 5,0. Als windende Kletterpflanze nutzt sie die begleitende Ufer- und Feuchtgebietsvegetation als Stütze und wächst sowohl in voller Sonne als auch im Halbschatten. In ihrem natürlichen Lebensraum fungiert die Erdbirne zudem als Wirtspflanze für die Larven des Schmetterlings *Epargyreus clarus*.[2] Während der Bestand global als gesichert gilt, ist die Art in peripheren Randbereichen wie Colorado lokal stark gefährdet, oft bedingt durch Habitatverlust oder invasive Arten.[4]

Saisonalität & Aktivität

Die Blütezeit von *Apios americana* erstreckt sich in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet typischerweise von Juni bis September.[2] Während der aktiven Wachstumsphase gedeiht die Pflanze optimal bei Durchschnittstemperaturen zwischen 10 und 20 °C.[4] Als ausdauernde Kletterpflanze überdauert sie den Winter durch unterirdische Rhizome und Knollen, die in den USDA-Klimazonen 3 bis 9 frosthart sind.[2] Für die generative Vermehrung benötigen die Samen eine Kälteperiode von 30 bis 60 Tagen (Stratifikation), um die Keimruhe zu überwinden.[1] Die saisonale Aktivität ist eng mit Bestäubern verknüpft, wobei die Blüten vorwiegend von Wildbienen der Familie Megachilidae besucht werden.[2] Zudem dient das Laub während der Sommermonate als Wirtspflanze für die Larven des Silberfleck-Dickkopffalters (*Epargyreus clarus*).[1] Im kultivierten Anbau erfolgt die Ernte der Knollen traditionell im Spätherbst nach dem ersten Frost, da Kälte den Geschmack verbessert.[4] Die Pflanzen weisen oft einen zweijährigen Entwicklungszyklus auf, bei dem der Knollenertrag im zweiten Standjahr signifikant ansteigt.[1] Das öffentliche Suchinteresse spiegelt diese Saisonalität wider und zeigt Spitzenwerte in den Wintermonaten Dezember und Januar, was mit der historischen Nutzung als Lagergemüse korrespondiert.[4]

Wetenschappelijk onderzoek en patenten

KR-20200145757-A Biological Registratie

Zusammensetzung zur Vorbeugung, Linderung oder Behandlung von alkoholischer Gastritis mit einer Fraktion aus Apios americana Knollenextrakt

Korea Institute of Oriental Medicine (2020)

Relevantie: 8/10

Samenvatting

Beschrieben wird eine pharmazeutische Zusammensetzung und ein funktionelles Lebensmittel gegen alkoholische Gastritis. Die Innovation liegt in der Verwendung einer spezifischen Fraktion des Knollenextrakts der Erdbirne, die entzuendungshemmende Wirkungen zeigt. Das Verfahren zur Herstellung dieser aktiven Fraktion wird ebenfalls dargelegt.

KR-101912035-B1 Biological Toegekend

Pharmazeutische Zusammensetzung zur Vorbeugung oder Behandlung von Krebs mit Extrakten aus Apios americana

(2017)

Relevantie: 9/10

Samenvatting

Dieses Patent fokussiert sich auf die antikarzinogene Wirkung der Erdbirne. Es beschreibt eine pharmazeutische Zusammensetzung, die spezifisch Extrakte von Apios americana als Wirkstoff zur Krebsbekaempfung oder -praevention nutzt. Dies deutet auf signifikante bioaktive Verbindungen in der Pflanze hin.

KR-102013312-B1 Biological Toegekend

Pharmazeutische Zusammensetzung mit dem Extrakt von Apios americana Medikus als wirksame Komponente zur Vorbeugung oder Behandlung von Thrombose

(2017)

Relevantie: 9/10

Samenvatting

Beschreibt die Verwendung von Erdbirnen-Extrakt zur Behandlung und Vorbeugung von Thrombosen (Blutgerinnseln). Die Erfindung umfasst sowohl pharmazeutische Anwendungen als auch funktionelle Lebensmittel, die die durchblutungsfoerdernden oder gerinnungshemmenden Eigenschaften der Pflanze nutzen.

KR-101705548-B1 Biological Toegekend

Zusammensetzung zur Staerkung der Immunantwort mit Extrakt aus Apios americana Medikus oder dessen fermentiertem Extrakt

(2014)

Relevantie: 9/10

Samenvatting

Eine Methode zur Staerkung des Immunsystems mittels Apios americana. Das Patent deckt sowohl normale als auch fermentierte Extrakte ab. Die Innovation liegt in der Nutzung der Pflanze als Immunmodulator in Lebensmitteln oder Medikamenten.

WO-2013147350-A1 Chemical Onbekend

Kosmetische Zusammensetzung unter Verwendung von Apios americana Medikus und deren Herstellungsverfahren

Ind Academy Cooperation Group OF Chunnam Techno University, Cho Song-Mi, Kim Dae-Gon, Lee Jin-Jong, Cho Sung-Soo (2012)

Relevantie: 8/10

Samenvatting

Das Patent beschreibt eine kosmetische Zusammensetzung, die einen Extrakt aus Apios americana (Erdbirne) enthaelt. Der Extrakt wird aus Blueten, Blaettern oder Knollen gewonnen und weist antioxidative sowie antibakterielle Eigenschaften auf. Ziel ist die Verbesserung des Hautbildes durch die natuerlichen Wirkstoffe der Pflanze.

Bronnen & Referenties

  1. https://www.gbif.org/species/2966796
  2. https://plants.ces.ncsu.edu/plants/apios-americana/
  3. https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:30141320-2
  4. https://explorer.natureserve.org/Taxon/ELEMENT_GLOBAL.2.155895/Apios_americana
  5. https://journals.asm.org/doi/10.1128/AEM.65.11.4914-4920.1999
  6. https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1365-294X.2006.03061.x
  7. https://ift.onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1365-2621.1986.tb13136.x
  8. https://kidswithfoodallergies.org/living-with-food-allergies/what-is-a-food-allergy/food-allergies-and-cross-reactivity/
  9. Literaturzusammenfassung: Apios americana