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Lexicon-vermelding

Zwarte belladonna Atropa bella donna

Zwarte belladonna

Taxonomie

Rijk Pflanzen (Plantae)
Stam Tracheophyta (Tracheophyta)
Klas Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Orde Solanales (Solanales)
Familie Solanaceae
Geslacht Atropa
Soort Atropa belladonna
Wetenschappelijke naam Atropa belladonna L.
Geaccepteerde naam

Einleitung

Die **Schwarze Tollkirsche** (*Atropa belladonna*), kurz **Tollkirsche** oder auch **Waldnachtschatten** genannt, ist eine giftige Pflanzenart aus der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Diese ausdauernde, krautige Pflanze bildet meist schwarze, kirschähnliche Beerenfrüchte aus und ist historisch sowohl als Zauberpflanze wie auch als Heilpflanze bekannt.[1] Das in der Pflanze enthaltene Alkaloid Atropin wird aufgrund seiner antimuskarinischen Eigenschaften bis heute medizinisch genutzt.[2]

Gemeenschapsanalyse

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Laatst op 07.06.2026
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Fakten (kompakt)

- Die Art besitzt einen Chromosomensatz von 2n = 72 [19] - Neben der typischen Form existiert die seltene Varietät *Atropa belladonna* var. *lutea*, der der Farbstoff Anthocyan fehlt und die daher gelbe Beeren sowie grünlich-gelbe Blüten ausbildet [17] - Die Verteilung der Alkaloide in der Pflanze ist unterschiedlich: Wurzeln (0,85 %) und Samen (0,8 %) weisen oft höhere Konzentrationen auf als die Blüten (0,4 %) [26] - Nach den ökologischen Zeigerwerten von Landolt et al. wird die Pflanze als Nährstoffzeiger (N = 4) und Halbschattengewächs (L = 3) klassifiziert [8] - Pflanzensoziologisch fungiert sie als Kennart der Assoziation Tollkirschen-Schlagflur (*Atropetum belladonnae*), die typischerweise auf Kahlschlagflächen in Wäldern entsteht [25] - Anatomisch weisen die Leitbündel der Sprossachse eine bikollaterale Struktur auf, bei der das Phloem sowohl an der Außen- als auch an der Innenseite des Xylems liegt [10] - Auf mikroskopischer Ebene zeigen die Blätter anisozytische Spaltöffnungen, bei denen die Schließzellen von drei Nebenzellen (davon eine deutlich kleiner) umgeben sind [5] - Im Vergleich zum Menschen ist die Toleranz bei einigen Tieren deutlich höher; so liegt die letale Dosis (LD50) von Atropin bei Ratten bei etwa 500 mg/kg Körpergewicht [28] - In der Veterinärmedizin sind Fälle dokumentiert, bei denen Hunde nach hohen Atropingaben ein Delirium mit Symptomen wie Heulen, Beißen und Desorientierung entwickelten [27][28] - Historisch wurde die Pflanze im *Hortus sanitatis* (1485) unter den Namen *Uva inversa* oder *Dolwortz* geführt [30][7] - Die Tollkirsche gilt als klassische Zutat in historischen Hexensalben (Flugsalben), deren halluzinogene Wirkung das Gefühl des Fliegens oder der Tierverwandlung suggerieren sollte [29]

Name & Einordnung

Die wissenschaftliche Erstbeschreibung von *Atropa belladonna* erfolgte 1753 durch Carl von Linné in dessen Werk *Species Plantarum*.[3] Der Gattungsname *Atropa* entstammt der griechischen Mythologie und bezieht sich auf die Schicksalsgöttin Atropos, die als eine der drei Moiren den Lebensfaden durchschneidet.[4] Das Artepitheton *belladonna* (italienisch für „schöne Frau“) verweist auf den historischen Gebrauch des Pflanzensaftes durch Frauen, die diesen zur kosmetischen Pupillenerweiterung nutzten.[4][5] Ursprünglich führte Linné den Namen zweiteilig als *Bella donna* ein, weshalb historisch auch die Schreibweise mit Bindestrich (*Atropa bella-donna*) gebräuchlich war.[6] Vor der Etablierung der binären Nomenklatur wurde die Art in Kräuterbüchern des 15. Jahrhunderts unter Bezeichnungen wie *Faba inversa*, *Uva inversa* oder *Dolwortz* geführt.[7] Systematisch zählt die Art zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae) und bildet die Typusart der Gattung *Atropa*.[5] Neben der Nominatform werden taxonomisch die seltenere, gelbblühende *Atropa belladonna* var. *lutea* sowie die im Kaukasus verbreitete Unterart *Atropa belladonna* subsp. *caucasica* unterschieden.[6] Im deutschsprachigen Raum ist die Pflanze neben dem Namen Schwarze Tollkirsche auch als Waldnachtschatten bekannt.[5] Zahlreiche regionale Trivialnamen wie Tollkraut, Teufelsbeere, Wutbeere oder Schlafkirsche reflektieren die giftige Wirkung. Weitere volkstümliche Bezeichnungen sind Judenkerschen, Wolfsbeere sowie Tintenbeer, was auf die dunkle Färbung der Beeren anspielt.[6]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Bei der Schwarzen Tollkirsche (*Atropa belladonna*) handelt es sich um eine sommergrüne, ausdauernde, krautige Pflanze, die gewöhnlich Wuchshöhen zwischen 50 cm und 1,50 m, unter günstigen Bedingungen auch bis zu 2 Meter erreicht.[8] Als Speicherorgan dient eine rübenförmige, verdickte Hauptwurzel, die etwa einen Meter tief ins Erdreich reicht und einen unangenehmen Geruch aufweist.[8][14] Die aufrechte, stumpfkantige und oft rötlich angelaufene Sprossachse ist leicht gerillt und zeigt eine feine Behaarung. Die Verzweigung beginnt meist erst ab etwa einem Meter Höhe, wobei sich die Sprossachse in drei waagrecht abstehende Äste spaltet, die sich wiederum zweigabelig teilen.[15] Die kurz gestielten, ovalen bis elliptischen Laubblätter werden bis zu 15 cm lang, laufen lanzettlich zu und besitzen einen meist ganzrandigen Blattrand. Die Blattoberseite weist eine grün-bräunliche Färbung mit eingesenkten Adern auf, während die Unterseite grün-gräulich gefärbt ist und stärker hervortretende Adern zeigt. Jüngere Blätter sind reichlich behaart, während ältere Blätter meist nur auf der Aderung der Unterseite eine flaumige Behaarung aus mehrzelligen Gliederhaaren und Drüsenhaaren aufweisen.[5] Im Bereich des Blütenstandes stehen die Blätter aufgrund von Achsenverschiebungen paarweise genähert, wobei jeweils ein kleineres Blatt mit einem größeren zusammensteht.[15][16] Die waagrecht orientierten, etwa drei Zentimeter langen Blüten besitzen eine glockig-röhrenförmige Krone, die außen braun-violett und innen gelbgrün mit purpurroter Äderung gefärbt ist.[10] Die kugeligen Beerenfrüchte, die einen Durchmesser von 10 bis 15 Millimetern erreichen, verfärben sich von Grün im unreifen Zustand zu einem lackartig glänzenden Schwarz bei Reife. Die Frucht sitzt auf einem bleibenden, sternförmig ausgebreiteten und vergrößerten Kelch.[9] Das Fruchtfleisch ist blaurot gefärbt und enthält zahlreiche braune, nierenförmige Samen mit einer kleingrubigen, netzartigen Oberflächenstruktur.[9][10] Seltener treten Varietäten wie *Atropa belladonna* var. *lutea* auf, die aufgrund fehlender Anthocyane blassgelbe Blüten und gelbe Beeren ausbilden.[17]

Beschreibung

Bei der Schwarzen Tollkirsche (*Atropa belladonna*) handelt es sich um eine sommergrüne, ausdauernde und krautige Pflanze, die gewöhnlich Wuchshöhen zwischen 50 cm und 1,50 m erreicht, unter günstigen Bedingungen jedoch bis zu 2 Meter hoch werden kann.[8] Als Überdauerungsorgan dient eine rübenförmige, verdickte Hauptwurzel, die eine saftige Konsistenz aufweist, einen unangenehmen Geruch verströmt und bis zu einem Meter tief in das Erdreich reicht.[14] Die Pflanze wächst als Pleiokormstaude, was bedeutet, dass ihre Erneuerungsknospen typischerweise im Bereich des Wurzelhalses liegen. Ein charakteristisches Merkmal des Habitus ist die reiche Verzweigung, die meist ab einer Höhe von etwa einem Meter beginnt, wobei sich die Sprossachse zunächst in drei waagrecht abstehende Äste spaltet, die sich wiederum zweigabelig teilen.[8] Durch spezifische Verwachsungen und Verschiebungen der Achsen entsteht ein komplexer Sprossaufbau, bei dem die Blätter im blütentragenden Bereich paarweise genähert stehen. Hierbei findet sich oft ein kleineres Blatt zusammen mit einem größeren, obwohl die Blattstellung grundsätzlich wechselständig ist.[10] Die Laubblätter selbst sind oval bis elliptisch, ganzrandig und auf der Oberseite grün-bräunlich, während die Unterseite eher grün-gräulich erscheint und eine flaumige Behaarung aufweisen kann. Mikroskopisch zeigen sich auf den Blättern mehrzellige Gliederhaare sowie langgestielte Drüsenhaare mit vielzelligen Köpfen.[5] Eine anatomische Besonderheit der Art sind die bikollateralen Leitbündel, bei denen das Phloem sowohl an der Außen- als auch an der Innenseite des Xylems angelegt ist.[10] Die zwittrigen Blüten besitzen eine glockig-röhrenförmige Krone, die außen braun-violett und innen gelbgrün mit purpurroter Äderung gefärbt ist.[5] Um Selbstbestäubung zu vermeiden, sind die Blüten proterogyn, das heißt, die weiblichen Geschlechtsorgane (Narbe) reifen vor den männlichen Staubbeuteln.[8] Ein typisches Phänomen bei dieser Art ist das gleichzeitige Vorhandensein verschiedener Entwicklungsstadien: Im Sommer können grüne Knospen, offene Blüten sowie unreife grüne und reife schwarze Beeren nebeneinander an einer Pflanze beobachtet werden.[5] Die Frucht ist eine 10 bis 15 Millimeter große, lackartig glänzende schwarze Beere, die in ihrem Aufbau einer kleinen Tomate gleicht und zahlreichen nierenförmigen Samen Platz bietet. Diese Samen benötigen als Licht- und Kältekeimer spezifische Umweltbedingungen, wobei die Keimfähigkeit oft unter 60 % liegt.[9] Taxonomisch wird die Art in Europa meist klar von der im Himalaya verbreiteten *Atropa acuminata* und der spanischen *Atropa baetica* abgegrenzt.[18] Neben der typischen Form existiert selten eine Varietät (*var. lutea*), die aufgrund fehlender Anthocyane gelbe Blüten und Beeren ausbildet.[7] Die wissenschaftliche Erstbeschreibung erfolgte 1753 durch Carl von Linné in seinem Werk *Species Plantarum*.[3]

Verhalten

Die Schwarze Tollkirsche setzt zur Abwehr von Fressfeinden auf eine chemische Verteidigung durch hochwirksame Tropan-Alkaloide wie Hyoscyamin und Scopolamin.[10][20] Ungeachtet dieser Toxizität haben sich spezialisierte Insektenarten an die Pflanze angepasst und nutzen sie als Nahrungsquelle. Der Käfer *Altica atropa* ernährt sich von den Blättern und ist in seiner Existenz essentiell an das Vorkommen der Schwarzen Tollkirsche gebunden.[5] Raupen der Bilsenkraut-Blüteneule (*Heliothis peltigera*) bevorzugen den Verzehr der Samenkapseln, während die Larven des Totenkopfschwärmers das Kraut der Pflanze fressen.[5][21] Auch Raupen der Kohleule (*Mamestra brassicae*) können im Inneren des Herztriebes leben.[3] Im Bereich der Reproduktionsbiologie zeigt die Art ein zeitliches Verhalten der Blütenreifung (Proterogynie), bei dem die weiblichen Organe vor den männlichen reifen, um primär Fremdbestäubung zu fördern. Sollte eine Bestäubung durch Insekten ausbleiben, ist die Pflanze sekundär zu einer spontanen Selbstbestäubung innerhalb der Blüte befähigt.[8]

Ökologie

Die Bestäubung der Blüten erfolgt vorwiegend durch Bienen und Hummeln, die auf der Suche nach Nektar und dem klebrigen Pollen in die glockenförmigen Blüten kriechen.[9][10] Um Fremdbestäubung zu fördern, reifen die weiblichen Geschlechtsorgane vor den männlichen (Proterogynie), wobei bei ausbleibendem Insektenbesuch auch spontane Selbstbestäubung möglich ist.[8] Die Ausbreitung der Samen geschieht endochor durch Vögel wie Drosseln, Amseln, Stare, Mönchsgrasmücken oder Fasane, welche die Früchte verzehren und die Samen etwa 10 bis 12 Stunden später unversehrt wieder ausscheiden. Auch Schnecken wurden beim Fraß an den Beeren beobachtet.[9] Als Futterpflanze dient *Atropa belladonna* den Raupen verschiedener Falterarten, darunter dem Totenkopfschwärmer (*Acherontia atropos*) und der Bilsenkraut-Blüteneule (*Heliothis peltigera*), deren Larven die Samenkapseln bevorzugen.[21][3] Der Käfer *Altica atropa* ernährt sich von den Blättern und ist auf das Vorkommen der Pflanze existentiell angewiesen.[5] Pflanzensoziologisch gilt die Art als Kennart der Assoziation Tollkirschen-Schlagflur (*Atropetum belladonnae*), die kalkhaltige Kahlschlagflächen besiedelt.[22][16] Sie bevorzugt nährstoffreiche Standorte mit frischen Böden in halbschattiger Lage und vergesellschaftet sich oft mit Himbeeren, Rotem Holunder oder der Großen Brennnessel.[8][22] Nach den ökologischen Zeigerwerten von Landolt et al. weist die Pflanze auf neutrale bis basische sowie sehr nährstoffreiche Böden hin.[8]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Die Schwarze Tollkirsche (*Atropa bella-donna*) besitzt als hochgiftige Pflanzenart sowie als Lieferant der Tropan-Alkaloide Atropin, Hyoscyamin und Scopolamin eine erhebliche medizinische und toxikologische Bedeutung.[15][24] In den Statistiken der Giftnotzentralen nimmt sie eine führende Position ein, da die schwarz glänzenden, kirschähnlichen Beeren oft mit essbaren Früchten verwechselt werden.[15] Das Schadpotenzial für die Gesundheit ist hoch; Vergiftungssymptome umfassen Mundtrockenheit, Pupillenerweiterung (Mydriasis), Tachykardie und Halluzinationen, die bis zum Koma und Atemstillstand führen können.[15][24] Auch in der Veterinärmedizin sind Vergiftungen relevant, wobei Atropin bei Hunden spezifische neurologische Effekte wie Delirium, Agitation und Hyperaktivität auslösen kann.[24] Aus ökologischer Sicht ist die Pflanze kein Schädling, sondern dient spezialisierten Insekten wie dem Käfer *Altica atropa* und Raupen des Totenkopfschwärmers als existenzielle Nahrungsgrundlage. Zur Prävention von Vergiftungen ist die Aufklärung über die Unterscheidungsmerkmale zu essbaren Beeren essenziell, da bereits geringe Mengen (3 bis 4 Beeren bei Kindern) tödlich wirken können. Bei einer Ingestion umfassen die sofortigen Bekämpfungsmaßnahmen der Intoxikation Magenspülungen sowie die Gabe von medizinischer Kohle.[15] Als spezifisches Antidot zur Behandlung schwerer anticholinerger Symptome wird in der Human- und Tiermedizin Physostigmin (Physostigminsalicylat) eingesetzt.[24] Aufgrund ihrer Relevanz wurde die Art im Jahr 2020 in Deutschland als Giftpflanze des Jahres kategorisiert.[15]

Wirtschaftliche Bedeutung

Die wirtschaftliche Bedeutung der Schwarzen Tollkirsche (*Atropa belladonna*) resultiert primär aus ihrer Funktion als Rohstofflieferant für die pharmazeutische Industrie. Die Art gilt seit dem Mittelalter als Heilpflanze und wurde im Jahr 1771 als offizinelle Pflanze in die Pharmakopöe eingeführt.[23] Die aus der Pflanze extrahierten Tropan-Alkaloide, insbesondere Atropin und Scopolamin, sind unverzichtbare Bestandteile in der modernen Human- und Veterinärmedizin.[23][9] Atropin findet beispielsweise routinemäßig Anwendung in der Kardiologie zur Behandlung von Bradykardie und Herzrhythmusstörungen.[9] Apotheken sind verpflichtet, Atropin in injizierbarer Form als Antidot gegen Vergiftungen mit Phosphorsäureestern (z. B. Insektizide wie E 605) vorrätig zu halten. In der Homöopathie wird die Pflanze unter der Bezeichnung *Belladonna* als Ausgangsstoff für diverse Arzneimittelzubereitungen gehandelt. Historische Berichte dokumentieren zudem die Verwendung in der Tiermedizin, wenngleich diese aufgrund der hohen Toxizität ambivalent betrachtet wurde. Aus forst- oder landwirtschaftlicher Sicht verursacht die Art keine nennenswerten wirtschaftlichen Schäden, dient jedoch spezialisierten Insekten wie dem Käfer *Altica atropa* als existenzielle Nahrungsgrundlage.[23]

Biologie & Lebenszyklus

Bei *Atropa bella-donna* handelt es sich um eine sommergrüne, ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen zwischen 50 cm und 1,50 m erreicht.[8] Als Speicherorgan dient eine rübenförmige, verdickte Hauptwurzel, die bis zu einem Meter tief in das Erdreich reicht und einen unangenehmen Geruch aufweist.[14] Die Erneuerungsknospen liegen im Umkreis des Wurzelhalses, was für eine Pleiokormstaude typisch ist. Vegetative Vermehrung erfolgt gelegentlich über Stolonen oder bei Absterben der Mutterpflanze über selbstständige Teilpflanzen, ist jedoch seltener als die Reproduktion über Samen.[8] Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis August, wobei die zwittrigen Blüten Nektar über einen fleischigen Diskus unterhalb des Fruchtknotens anbieten.[9] Um Fremdbestäubung zu fördern, reifen die weiblichen Geschlechtsorgane vor den männlichen (Proterogynie). Findet keine Fremdbestäubung durch Hauptbestäuber wie Bienen und Hummeln statt, ist auch eine spontane Selbstbestäubung möglich.[8] Die Fruchtreife der 10 bis 15 Millimeter großen, schwarzen Beeren erfolgt von August bis Oktober. Die enthaltenen Samen besitzen eine harte Konsistenz und benötigen als Licht- und Kältekeimer spezifische Bedingungen, wobei weniger als 60 % keimfähig sind.[9] Die Art weist einen Chromosomensatz von 2n = 72 auf.[19] Die Ausbreitung der Samen geschieht meist endochor durch Vögel wie Drosseln, Amseln oder Fasane. Dabei werden die aufgenommenen kleinen Samen etwa 10 bis 12 Stunden später unversehrt wieder ausgeschieden.[9] Ökologisch dient die Pflanze verschiedenen Insekten als Nahrungsquelle, darunter den Raupen des Totenkopfschwärmers (*Acherontia atropos*) und der Geißblatt-Brauneule (*Blepharita satura*). Spezifisch auf die Blätter der Schwarzen Tollkirsche angewiesen ist der Käfer *Altica atropa*.[5]

Vorkommen & Lebensraum

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Schwarzen Tollkirsche (*Atropa belladonna*) erstreckt sich von Skandinavien über West- und Südeuropa sowie den Balkan bis nach Kleinasien und in den Iran. Vorkommen in Nordafrika gelten als eingeschleppt, und auch auf den Britischen Inseln wird die Art als kaum ursprünglich eingeschätzt. In Deutschland ist die Pflanze vor allem in den südlichen und mittleren Gebieten wie Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Thüringen verbreitet, während sie im Norden, etwa in Bremen und Mecklenburg-Vorpommern, als seltener Neophyt gilt. In Österreich ist *Atropa belladonna* in allen Bundesländern vertreten, und in der Schweiz kommt sie besonders häufig in der Bergstufe vor. Die vertikale Verbreitung reicht bis in Höhenlagen von 1650 Metern, wie Beobachtungen im Kanton Wallis und den Bayerischen Alpen belegen. Als bevorzugte Standorte gelten nährstoffreiche Kalk-, Porphyr- und Gneisböden auf Waldlichtungen von Laub- und Nadelwäldern sowie an Waldrändern und auf Brachflächen. Pflanzensoziologisch ist die Art eine Kennart der Assoziation Tollkirschen-Schlagflur (*Atropetum belladonnae*) und besiedelt oft kalkhaltige Kahlschlagflächen. Sie vergesellschaftet sich dort häufig mit Arten wie der Wald-Erdbeere, Himbeere, dem Roten Holunder und der Großen Brennnessel. Nach ökologischen Zeigerwerten wird die Schwarze Tollkirsche als Halbschattenpflanze eingestuft, die frische, neutrale bis basische und stickstoffreiche Böden anzeigt.[13]

Saisonalität & Aktivität

Bei *Atropa belladonna* handelt es sich um eine sommergrüne, ausdauernde Pflanze, bei der die Erneuerungsknospen typisch für eine Pleiokormstaude im Umkreis des Wurzelhalses überwintern.[8] Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis August.[9] Daran anschließend reifen die Beerenfrüchte im Zeitraum von August bis Oktober.[9][10] Ein charakteristisches Merkmal ist die zeitliche Überschneidung von Blüte und Fruchtreife, sodass im Sommer oft Blütenknospen, Blüten sowie unreife und reife Beeren gleichzeitig an einer Pflanze beobachtet werden können.[5][11] Die Samen benötigen Licht und Kälte zum Keimen.[10] Das saisonale Interesse der Öffentlichkeit korreliert mit dieser Phänologie und zeigt Spitzenwerte in den Monaten Juli und August.[12]

Voorkomen en huidige waarnemingen in Duitsland

  • Deutschland

    22.11.2025

  • Deutschland

    12.11.2025

  • Hainich, DE-TH-UH, DE-TH, Deutschland

    08.11.2025

  • Deutschland

    07.11.2025

  • Bad Wildungen, 34537 Bad Wildungen, Deutschland

    02.11.2025

Daten: iNaturalist

Bronnen & Referenties

  1. PDF: schwarze-tollkirsche
  2. Fedotova S, Kellihan HB, Smith L and Bartholomew K (2025) Case Report: Atropine-induced delirium in a dog. Front. Vet. Sci. 12:1654764. doi: 10.3389/fvets.2025.1654764
  3. Carl von Linné: Species Plantarum. Band 1, Lars Salvius, Stockholm 1753, S. 182.
  4. Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. 3. Auflage, Birkhäuser, Basel/Boston/Berlin 1996.
  5. Markus Berger: Die Tollkirsche: Königin der dunklen Wälder. Nachtschatten, Solothurn 2008.
  6. Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. Band V, Teil 4: Angiospermae: Dicotyledones 3 (4).
  7. Otto Beßler: Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959.
  8. Biolflor. Datenbank biologisch-ökologischer Merkmale der Flora von Deutschland
  9. Angelika Lüttig, Juliane Kasten: Hagebutte und Co. Blüten, Früchte und Ausbreitung europäischer Pflanzen. Fauna-Verlag, Nottuln 2003, ISBN 3-935980-90-6
  10. Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands. 6. Auflage, Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2005, ISBN 3-494-01397-7
  11. Horst Wirth: Die Tollkirsche und andere medizinisch angewandte Nachtschattengewächse. Westarp Wissenschaften, 2005, ISBN 3-89432-758-8
  12. Suchinteresse-Zeitreihe (Aggregierte Daten, DE)
  13. https://de.wikipedia.org/wiki/Schwarze_Tollkirsche
  14. Karl Bartholomäus Heller: Leitfaden der Naturgeschichte. Zweiter Theil, Zweite Auflage, Hölder, 1873, S. 26.
  15. Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. Band V. Teil 4. Carl Hanser, München 1964, S. 2549–2550.
  16. Eckehart J. Jäger, Klaus Werner (Hrsg.): Exkursionsflora von Deutschland. Band 2. Spektrum, Heidelberg 2002, S. 390.
  17. B. K. Bhat, A. K. Dhar: Inheritance of Yellow Berry Color in Atropa belladonna L. In: Crop Science. Band 14, Nr. 5, 1974, S. 615–616.
  18. J.G. Hawkes: Atropa L. In: T. G. Tutin et al.: Flora Europaea. Vol. 3. Cambridge University Press, 1972.
  19. Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage, Stuttgart, Verlag Eugen Ulmer, 2001, ISBN 3-8001-3131-5.
  20. Klaus Aktories et al. (Hrsg.): Repetitorium Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie. Elsevier, München 2006, ISBN 3-437-42511-0
  21. Info zum Totenkopfschwärmer (Referenz 14 im Quelltext)
  22. Gerhard K. F. Stinglwagner, Ilse E. Haseder, Reinhold Erlbeck: Das Kosmos Wald- und Forstlexikon. Kosmos, Stuttgart 2005, ISBN 3-440-10375-7.
  23. Schwamm, B.: Atropa Belladonna. Eine antike Heilpflanze im modernen Arzneischatz. Deutscher Apotheker-Verlag, Stuttgart 1988.
  24. Fedotova, S. et al.: Case Report: Atropine-induced delirium in a dog. Frontiers in Veterinary Science, 2025. doi: 10.3389/fvets.2025.1654764
  25. Gerhard K. F. Stinglwagner et al.: Das Kosmos Wald- und Forstlexikon. 2005
  26. Dietrich Frohne, Hans-Jürgen Pfänder: Giftpflanzen. Ein Handbuch für Apotheker, Ärzte, Toxikologen und Biologen. 1987
  27. Fedotova S, Kellihan HB, Smith L and Bartholomew K (2025) Case Report: Atropine-induced delirium in a dog. Front. Vet. Sci. 12:1654764
  28. Eintrag zu Atropin in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA
  29. Enrico Malizia: Liebestrank und Zaubersalbe, Gesammelte Rezepturen aus alten Hexenbüchern. Orbis, München 2002
  30. Ute Obhof: Rezeptionszeugnisse des „Gart der Gesundheit“ von Johann Wonnecke. 2017/2018