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Lexicon-vermelding

Mandmarters Calathea

Mandmarters

Taxonomie

Rijk Pflanzen (Plantae)
Stam Tracheophyta (Tracheophyta)
Klas Liliopsida (Liliopsida)
Orde Zingiberales (Zingiberales)
Familie Marantaceae
Geslacht Calathea
Soort Calathea
Wetenschappelijke naam Calathea G.Mey.
Geaccepteerde naam

Einleitung

Die Korbmaranten (*Calathea*) sind eine Gattung ausdauernder, rhizombildender Pflanzen aus der Familie der Pfeilwurzgewächse (Marantaceae), die aktuell etwa 59 akzeptierte Arten umfasst. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet erstreckt sich über die Neotropis von Mexiko bis ins nördliche Argentinien, wo sie vorwiegend im schattigen Unterwuchs tropischer Regenwälder gedeihen.[1][2] Infolge molekulargenetischer Untersuchungen wurden im Jahr 2012 rund 200 Arten, darunter viele bekannte Zierpflanzen, in die Gattung *Goeppertia* transferiert, wenngleich diese im Handel oft weiterhin unter dem Namen *Calathea* geführt werden. Charakteristisch für die Pflanzen sind ihre oft auffällig gemusterten Blätter sowie die als Nyktinastie bezeichneten tagesperiodischen Blattbewegungen.[2]

Fakten (kompakt)

- Die Blüten sind klein, unscheinbar und in Ähren angeordnet, weshalb das Laub das primäre Ziermerkmal darstellt. - Einige Arten bilden sogenannte Phytotelmata (Wasseransammlungen in den Blattachseln), die als Habitat für aquatische Wirbellose dienen und zur Biodiversität beitragen. - Taxonomisch wird die Gattung der Ordnung der Ingwerartigen (Zingiberales) zugeordnet. - Die Gattung *Goeppertia*, in die viele Arten transferiert wurden, wurde ursprünglich bereits im Jahr 1831 von Nees beschrieben. - Bekannte Zimmerpflanzen wie *Calathea orbifolia* oder *Calathea roseopicta* zählen botanisch inzwischen zur Gattung *Goeppertia*. - Die taxonomische Revision stützte sich auf DNA-Sequenzanalysen von plastidären und nukleären Markern, die zeigten, dass *Calathea* im weiten Sinne polyphyletisch war. - Der Trivialname „Gebetspflanze“ trifft präziser auf die verwandte Gattung *Maranta* zu, wird jedoch aufgrund der ähnlichen Blattbewegungen auch für *Calathea* verwendet.[8]

Name & Einordnung

Die Gattung *Calathea* wurde im Jahr 1818 durch den deutschen Botaniker Georg Friedrich Wilhelm Meyer aufgestellt.[1][3] Die Erstbeschreibung erfolgte in seinem Werk *Primitiae Florae Essequeboensis* im Rahmen früher Erkundungen der neotropischen Flora.[1] Der wissenschaftliche Name leitet sich vom altgriechischen Wort *kalathos* (καλάθος) ab, was „Korb“ oder „Gefäß“ bedeutet. Diese Etymologie verweist auf die traditionelle Verwendung der robusten Blätter durch indigene Völker Mittel- und Südamerikas zum Flechten von Körben und Matten. Im deutschen Sprachraum ist die Bezeichnung Korbmaranten gebräuchlich, während der Trivialname „Gebetspflanzen“ auf die nyktinastischen Blattbewegungen anspielt, die an gefaltete Hände erinnern.[2] Systematisch gehört die Gattung zur Familie der Pfeilwurzgewächse (Marantaceae) und wird dort der Tribus Maranteae zugeordnet.[1][2] Eine molekularphylogenetische Studie aus dem Jahr 2012 deckte auf, dass *Calathea* im weiten Sinne polyphyletisch war, was eine taxonomische Neuordnung erforderlich machte. Infolgedessen wurde die Gattung *Goeppertia* reaktiviert, um eine große Klade von etwa 250 Arten aufzunehmen, die zuvor *Calathea* zugeordnet waren.[3] *Calathea* sensu stricto umfasst seither nur noch rund 59 akzeptierte Arten, darunter die Typusart *Calathea lutea*.[1][3] Viele populäre Zimmerpflanzen, wie die ehemals als *Calathea orbifolia* bekannte Art, werden botanisch nun als *Goeppertia* geführt, obwohl der alte Name im Handel persistiert.[3][2]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die Vertreter der Gattung *Calathea* sind ausdauernde, krautige Pflanzen, die aus kurzen, unterirdischen Rhizomen wachsen und dichte Horste bilden. Die Wuchshöhe variiert meist zwischen 15 und 90 cm, wobei einige tropische Wildarten bis zu 2 Meter erreichen können. Die grundständigen Blätter stehen in Rosetten und besitzen lange Blattstiele, die direkt dem Rhizom entspringen.[2] Die Blattspreiten sind groß, elliptisch bis lanzettlich geformt und erreichen typischerweise Längen von 15 bis 30 cm.[5] Charakteristisch sind die auffälligen Musterungen der Blattoberseite in Grüntönen, oft akzentuiert durch silberne, rosa oder rote Adern, während die Unterseiten häufig burgunderrot oder violett gefärbt sind.[2] Die Textur reicht von ledrig-wachsartig, wie bei *Calathea lutea*, bis zu glatteren Oberflächen.[3] Ein markantes Bestimmungsmerkmal ist die nyktinastische Bewegung, bei der sich die Blätter nachts durch Turgorveränderungen in den Pulvini am Blattstielansatz senkrecht nach oben falten. Die Blütenstände erscheinen terminal an beblätterten Trieben oder aus Blattachseln und bilden Ähren oder Rispen, die oft von auffällig gefärbten, spatelartigen Hochblättern umschlossen sind. Die einzelnen Blüten sind klein, asymmetrisch und zwittrig; sie treten paarweise als Spiegelbilder auf und besitzen drei Kelchblätter sowie drei an der Basis verwachsene Kronblätter. Der Aufbau umfasst ein einzelnes fertiles Staubblatt und mehrere auffällige Staminodien, wobei die Kronblätter meist weiß, creme, gelb oder violett gefärbt sind. Nach der Bestäubung entwickeln sich lokulizide Kapselfrüchte, die ein bis drei dunkle Samen enthalten, welche oft von einem weißen Arillus umgeben sind. Morphologisch und genetisch lassen sich Vertreter der Gattung *Calathea* sensu stricto von der 2012 reaktivierten Gattung *Goeppertia* unterscheiden, der viele populäre Zimmerpflanzen zugeordnet wurden. Die Unterscheidung erfolgt primär anhand von DNA-Sequenzen sowie Merkmalen der Infloreszenzstruktur, insbesondere der Anordnung der Brakteen und der Positionierung der Blüten.[2]

Beschreibung

Die Gattung *Calathea* umfasst ausdauernde, immergrüne Kräuter, die sich durch ein unterirdisches Rhizomsystem ausbreiten und im tropischen Unterholz dichte, horstartige Bestände bilden.[1][2] Die Pflanzen erreichen Wuchshöhen von meist 15 bis 90 cm, wobei großwüchsige Arten wie *Calathea lutea* im natürlichen Habitat bis zu zwei Meter hoch werden können.[2][3] Ein markantes Merkmal sind die grundständigen, oft lang gestielten Blätter, die direkt aus dem Rhizom entspringen und eine elliptische bis eiförmige Gestalt annehmen. Die Blattoberflächen weisen häufig komplexe Musterungen und eine wachsartige Textur auf, während die Blattunterseiten oft violett gefärbt sind, um diffuses Licht im schattigen Waldboden effizienter zu nutzen. Eine zentrale anatomische Anpassung ist das Vorhandensein von Pulvini, spezialisierten Gelenkpolstern an der Blattbasis, die durch Turgorveränderungen die tägliche Blattbewegung steuern. Diese nyktinastische Bewegung, bei der sich die Blätter nachts aufrichten, minimiert die Transpiration und schützt vor nächtlicher Kälte oder Herbivoren.[2] Im Gegensatz zu vielen populären Zimmerpflanzen, die 2012 in die Gattung *Goeppertia* ausgegliedert wurden, zeichnet sich *Calathea* sensu stricto durch spezifische Infloreszenzmerkmale aus.[2][1] Die Blütenstände stehen oft an separaten Trieben oder in den Blattachseln und sind als Ähren oder Rispen ausgebildet, die von teils farbigen Brakteen umhüllt werden. Die einzelnen Blüten sind zwittrig, stark asymmetrisch und besitzen drei Kelchblätter sowie eine Röhre aus verwachsenen Kronblättern. Ein diagnostisches Merkmal unter dem Mikroskop ist die Struktur des Androeceums, das aus einem fertilen Staubblatt und mehreren petaloiden Staminodien besteht.[3] Die Bestäubung erfolgt im natürlichen Verbreitungsgebiet vorwiegend durch spezialisierte Insekten wie Prachtbienen oder durch Kolibris, die den Nektar der röhrenförmigen Blüten nutzen.[2] Nach der Befruchtung bilden sich lokulizide Kapselfrüchte, die ein bis drei Samen enthalten, welche oft von einem weißen Arillus umgeben sind.[3] Das Rhizom dient als Speicherorgan für Wasser und Nährstoffe, was den Pflanzen eine gewisse Resilienz gegenüber Schwankungen im Mikroklima verleiht. Einige Arten bilden Phytotelmata, kleine Wasseransammlungen in den Blattachseln, die als Mikrohabitat für wirbellose Tiere dienen. Der Gattungsname leitet sich vom griechischen Wort *kalathos* (Korb) ab und verweist auf die historische Nutzung der robusten Blätter einiger Arten zum Flechten von Körben durch indigene Völker. Ökologisch fungieren *Calathea*-Arten als bedeutende Elemente der Bodenvegetation, die durch ihren Blattwurf zum Nährstoffkreislauf beitragen.[2]

Verhalten

Das auffälligste Verhalten der Gattung *Calathea* ist die Nyktinastie, eine circadiane Blattbewegung, bei der sich das Laub nachts nach oben faltet und tagsüber wieder entfaltet. Diese tägliche Orientierung wird durch Pulvini gesteuert, spezialisierte Verdickungen an der Blattbasis, die den Turgordruck in den Zellen regulieren. Funktionell dient dieser Mechanismus dazu, die Lichtaufnahme im schattigen Unterholz zu optimieren und nachts den Wasserverlust sowie die Taubildung zu minimieren.[2] *Calathea*-Arten weisen zudem komplexe interspezifische Interaktionen auf, insbesondere Schutzmutualismen mit Ameisen. Über extraflorale Nektarien sondern die Pflanzen zuckerhaltige Sekrete ab, um fouragierende Ameisen anzulocken, die im Gegenzug Herbivoren und Pathogene abwehren. Studien an *Goeppertia ovandensis* (ehemals *Calathea ovandensis*) belegen, dass diese Ameisenpräsenz die Wuchshöhe und die reproduktive Leistung der Pflanzen signifikant verbessert.[6] Zur Fortpflanzung interagieren die Pflanzen mit spezifischen Bestäubern, primär Prachtbienen und gelegentlich Kolibris wie *Threnetes ruckeri*.[2] Die Blüten sind hochgradig asymmetrisch aufgebaut, um den Pollentransfer während dieser Tierbesuche zu gewährleisten.[3]

Ökologie

Die Vertreter der Gattung *Calathea* besiedeln als spezialisierte Unterwuchspflanzen primär die schattigen Bereiche tropischer Regen- und Nebelwälder, wobei sie Höhenlagen vom Meeresspiegel bis etwa 1.500 Meter erreichen.[1][3] Sie sind physiologisch an extrem lichtarme Umgebungen angepasst und können photosynthetische Aktivität bei Lichtintensitäten von nur 1–2 % des vollen Sonnenlichts aufrechterhalten.[4] Die oft violett oder rot gefärbten Blattunterseiten dienen dabei der Lichtreflexion, um die Energieausbeute im diffusen Waldlicht zu maximieren. Durch nyktinastische Bewegungen falten sich die Blätter nachts nach oben, was die Transpiration reduziert und vor nächtlicher Auskühlung schützt. Ökologisch fungieren einige Arten als Mikrohabitate, indem sie in ihren Blattachseln Wasseransammlungen (Phytotelmata) bilden, die Lebensraum für aquatische Wirbellose bieten und somit die lokale Biodiversität fördern. Die Bestäubung erfolgt überwiegend durch Prachtbienen (Euglossini) und gelegentlich durch Kolibris, die den Nektar aus den oft unauffälligen Blütenständen aufnehmen.[2] Eine bedeutende Rolle spielt der Mutualismus mit Ameisen, die durch extraflorale Nektarien angelockt werden und die Pflanzen im Gegenzug vor Herbivoren und Pathogenen schützen. Studien an *Goeppertia ovandensis* (ehemals *Calathea ovandensis*) belegen, dass diese Ameisenpräsenz den Fraßdruck signifikant senkt und den Reproduktionserfolg sowie die Blattfläche steigert.[6] Durch den regelmäßigen Abwurf ihres Laubes tragen *Calathea*-Bestände zudem wesentlich zum Nährstoffkreislauf in der organischen Streuschicht des Waldbodens bei. Aufgrund ihrer engen Nischenanpassung reagieren die Populationen empfindlich auf Habitatfragmentierung, welche die kritischen mikroklimatischen Bedingungen stört und die Pflanzen isoliert.[4]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Korbmaranten gelten als ungiftig für Menschen und Haustiere, weshalb sie als unbedenkliche Zimmerpflanzen klassifiziert werden.[2] Neben ihrem dekorativen Wert besitzen sie luftreinigende Eigenschaften und können Schadstoffe wie Benzol effektiv aus der Raumluft filtern.[3] Ein häufiges Problem in der Kultur ist der Befall durch Spinnmilben (*Tetranychus urticae*), der sich durch feine Gespinste an den Blattunterseiten sowie gesprenkelte oder vergilbte Blätter bemerkbar macht. Auch Wollläuse (*Pseudococcus* spp.) und Blattläuse (*Aphis* spp.) treten als Schädlinge auf, wobei sie durch Saugtätigkeit und Honigtauausscheidung die Pflanzen schwächen und Rußtaupilze begünstigen.[5] Bakterielle Blattfleckenkrankheiten, verursacht durch *Pseudomonas*-Arten, zeigen sich als wassergesättigte Läsionen, die oft von chlorotischen Höfen umgeben sind und bei hohen Temperaturen gedeihen.[2] Pilzinfektionen wie Wurzelfäule durch *Pythium* oder *Rhizoctonia* entstehen meist durch Staunässe und führen zu welkem Laub sowie geschwärzten, matschigen Wurzeln.[5] Physiologische Störungen werden oft mit Krankheiten verwechselt; so deutet das Einrollen der Blattränder auf eine zu geringe Luftfeuchtigkeit unter 60 % hin. Braune Blattspitzen resultieren häufig aus einer Unverträglichkeit gegenüber Fluorid oder Chlor im Gießwasser, weshalb gefiltertes Wasser empfohlen wird.[2] Zur Prävention im Rahmen des integrierten Pflanzenschutzes (IPM) sollten Neuzugänge für mindestens zwei Wochen isoliert werden, um eine Einschleppung von Schädlingen zu verhindern.[7] Hygienische Maßnahmen, einschließlich der Verwendung steriler Werkzeuge bei der Vermehrung, minimieren das Risiko einer Übertragung von Pathogenen.[2] Bei akutem Schädlingsbefall können physikalische Maßnahmen wie das Abspülen der Blätter oder der Einsatz von Neemöl und insektiziden Seifen im Abstand von 7 bis 10 Tagen erfolgen.[5] In ihren Ursprungsgebieten haben einige Arten wirtschaftliche Bedeutung, etwa *Calathea lutea* zur Herstellung von Korbwaren oder *Calathea allouia* als stärkehaltiges Nahrungsmittel.[2][3] Ökologisch relevant sind zudem Symbiosen mit Ameisen, die über extraflorale Nektarien angelockt werden und die Pflanzen vor Herbivoren schützen.[6]

Wirtschaftliche Bedeutung

Die wirtschaftliche Bedeutung der Gattung *Calathea* liegt primär im globalen Zierpflanzenhandel, wo sie aufgrund ihrer dekorativen Blattzeichnungen als hochwertige Zimmerpflanze gehandelt wird.[5] Seit den 2010er Jahren verzeichnet der Markt eine steigende Nachfrage nach panaschierten Kultivaren, deren kommerzielle Massenvermehrung überwiegend durch Gewebekultur erfolgt, um krankheitsfreies Pflanzgut zu gewährleisten.[7][2] In den Ursprungsregionen, insbesondere im brasilianischen Amazonasgebiet, nutzen indigene Gemeinschaften die widerstandsfähigen Fasern von *Calathea lutea* traditionell für das Flechthandwerk zur Herstellung von Körben und Matten.[2] Diese nachhaltige Nutzung wilder Bestände trägt zur lokalen Subsistenzwirtschaft bei, ebenso wie der Anbau von *Calathea allouia* (Leren), deren stärkehaltige Knollen in der Karibik und im nördlichen Südamerika als Nahrungsmittel dienen.[3][2] Eine historische Nischenanwendung findet sich in der Nutzung der wachsartigen Blattbeschichtung von *Calathea lutea* zur Kerzenherstellung in Zentralamerika.[2] In der gärtnerischen Produktion führen Schädlinge wie Spinnmilben (*Tetranychus urticae*) und Schmierläuse zu erheblichen Qualitätsverlusten durch Blattverfärbungen, was den Verkaufswert der Zierpflanzen mindert.[5] Besonders kritisch sind bakterielle Infektionen durch *Pseudomonas*-Arten, die nekrotische Läsionen verursachen und aufgrund fehlender spezifischer chemischer Bekämpfungsmittel oft die Vernichtung ganzer Bestände erfordern.[2] Zudem besitzen *Calathea*-Arten einen funktionalen Wert in der Innenraumbegrünung, da sie nachweislich zur Luftreinigung beitragen und Schadstoffe wie Benzol abbauen können.[3]

Biologie & Lebenszyklus

Calathea-Arten sind ausdauernde, krautige Pflanzen, die sich durch ein rhizomatöses Wachstum auszeichnen und dichte Horste bilden.[1][2] Die unterirdischen Rhizome fungieren als Speicherorgane für Wasser und Nährstoffe, was das Überleben in den nährstoffarmen Böden des tropischen Unterholzes sichert.[2] Eine physiologische Besonderheit ist die Nyktinastie, bei der spezialisierte Gelenkpolster (Pulvini) am Blattstiel durch Turgorveränderungen ein nächtliches Aufrichten der Blätter bewirken.[2][3] Diese Bewegung dient der Minimierung von Wasserverlusten und dem Schutz vor nächtlicher Taubildung, während die Blattstellung tagsüber die Lichtausbeute optimiert. Die Pflanzen sind an extrem schwache Lichtverhältnisse angepasst und erreichen ihre photosynthetische Sättigung bereits bei sehr geringer Bestrahlungsstärke (Schattenblatt-Charakteristik).[4][3] Die sexuelle Fortpflanzung erfolgt über zwittrige, asymmetrische Blüten, die meist in Ähren oder Rispen angeordnet sind.[2] Die Bestäubung wird primär durch Prachtbienen (Euglossini) und gelegentlich durch Kolibris wie *Threnetes ruckeri* vollzogen, die Nektar aus den Blüten aufnehmen.[2][3] Nach der Befruchtung bilden sich lokulizide Kapselfrüchte, die ein bis drei Samen enthalten, welche oft von einem Arillus umgeben sind. Vegetativ breiten sich die Bestände durch sympodiale Verzweigung der Rhizome aus, was eine klonale Vermehrung ermöglicht.[2] In ihrem Lebensraum gehen manche Arten mutualistische Beziehungen mit Ameisen ein, die durch extraflorale Nektarien angelockt werden und die Pflanzen vor Herbivoren schützen.[6] Zudem bilden einige Spezies Phytotelmata, indem sich Wasser in den Blattachseln sammelt und Lebensraum für aquatische Wirbellose bietet. Zu den natürlichen Feinden zählen Spinnmilben (*Tetranychus urticae*), Wollläuse (*Pseudococcus* spp.) und Blattläuse, die besonders bei geringer Luftfeuchtigkeit auftreten.[5] Mikrobielle Pathogene umfassen Bakterien wie *Pseudomonas*, die Blattflecken verursachen, sowie Pilze der Gattungen *Pythium* und *Rhizoctonia*, die bei Staunässe Wurzelfäule auslösen.[2]

Vorkommen & Lebensraum

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Gattung *Calathea* beschränkt sich auf die tropischen Regionen des amerikanischen Doppelkontinents (Neotropis). Das Areal erstreckt sich von Südmexiko über Zentralamerika bis in das nördliche Argentinien und umfasst auch diverse karibische Inseln. Eine besonders hohe Artendichte findet sich im Amazonasbecken Brasiliens sowie in Kolumbien und Ecuador, die als Zentren der Diversität gelten.[1][2] *Calathea*-Arten besiedeln primär den schattigen Unterwuchs von tropischen Regenwäldern und Nebelwäldern. Dort wachsen sie auf humusreichen, gut durchlässigen Waldböden und sind an Lichtintensitäten von lediglich 1 bis 2 % des vollen Sonnenlichts angepasst. Die Vertikalverbreitung reicht vom Meeresspiegel in Tieflandregenwäldern bis in Höhenlagen von etwa 1.500 Metern in montanen Zonen. Spezifische Taxa besiedeln Mischbestände in Nebelwäldern in Höhen zwischen 1.100 und 1.650 Metern.[1] Aufgrund spezifischer Mikrohabitate besteht ein hoher Grad an Endemismus; so kommt beispielsweise *Calathea anulque* ausschließlich in Ecuador und *Calathea calderon-saenzii* nur in der westlichen Kordillere Kolumbiens vor.[1][2] In ihrem natürlichen Habitat bilden die Pflanzen durch rhizomatöse Ausbreitung oft dichte Horste und tragen zur Vegetation der Krautschicht bei.[2][4] Einige Arten bilden sogenannte Phytotelmata (Wasserreservoirs in Blattachseln), die als Lebensraum für aquatische Wirbellose dienen. In Europa und speziell im deutschsprachigen Raum kommen *Calathea*-Arten aufgrund ihrer Kälteempfindlichkeit nicht wild vor. Stattdessen sind sie weltweit als Zierpflanzen in Innenräumen oder beheizten Gewächshäusern verbreitet, die das feucht-warme Tropenklima simulieren. Eine Kultivierung im Freiland ist lediglich in tropischen Klimazonen möglich, die den USDA-Winterhärtezonen 10 bis 12 entsprechen. Im Ursprungsgebiet stellt die Habitatfragmentierung durch Entwaldung eine signifikante Bedrohung für die auf das spezifische Unterwuchsklima angewiesenen Populationen dar.[2]

Saisonalität & Aktivität

*Calathea*-Arten sind ausdauernde, immergrüne Pflanzen, die in ihren tropischen Heimatgebieten ganzjährig Laub tragen und keine Ruhephase durch Laubabwurf zeigen.[1] Ein charakteristisches Aktivitätsmuster ist die Nyktinastie, bei der sich die Blätter als Reaktion auf zirkadiane Rhythmen nachts nach oben falten und tagsüber wieder öffnen. Diese tägliche Bewegung wird durch spezialisierte Gelenkpolster (Pulvini) an der Blattbasis gesteuert, die den Turgordruck regulieren. Funktionell dient dieser Mechanismus der Optimierung der Lichtaufnahme im schattigen Unterholz sowie dem Schutz vor nächtlicher Auskühlung. Die physiologische Hauptaktivität erstreckt sich über die wärmeren Monate vom Frühling bis zum Sommer, in denen die Pflanzen verstärkt neue Triebe und Blätter bilden. In dieser Wachstumsperiode erfolgt idealerweise auch die vegetative Vermehrung durch Teilung der Rhizome, vorzugsweise im späten Frühjahr. Während der Herbst- und Wintermonate verlangsamt sich der Stoffwechsel, weshalb die Pflanzen in dieser Zeit in eine Phase reduzierter Aktivität eintreten. Die Vitalität ist stark temperaturabhängig, wobei das Optimum für physiologische Prozesse zwischen 18 und 27 °C liegt. Temperaturen unter 15 °C führen zu einer Hemmung des Wachstums und können physiologische Schäden verursachen.[2] Die Blütezeit variiert je nach Art, wobei die oft unscheinbaren Infloreszenzen saisonal gebildet werden, jedoch gegenüber dem Laub eine untergeordnete Rolle spielen.[1]

Bronnen & Referenties

  1. https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:30001411-2
  2. https://www.biologydiscussion.com/botany/monocotyledons/marantaceae-characters-distribution-and-economic-importance/48564
  3. https://doi.org/10.1600/036364412X648571
  4. https://besjournals.onlinelibrary.wiley.com/doi/pdf/10.1111/1365-2745.12757
  5. https://plants.ces.ncsu.edu/plants/calathea-crotalifera/
  6. http://www.skidmore.edu/biology/faculty/documents/2010-ant-ecology-mutualism.pdf
  7. https://doi.org/10.1155/2014/457092
  8. Literaturzusammenfassung: Calathea