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Lexicon-vermelding

Cladosporium herbarum Cladosporium herbarum

Cladosporium herbarum

Taxonomie

Rijk Pilze (Fungi)
Stam Ascomycota (Ascomycota)
Klas Dothideomycetes (Dothideomycetes)
Orde Capnodiales (Capnodiales)
Familie Cladosporiaceae
Geslacht Cladosporium
Soort Cladosporium herbarum
Wetenschappelijke naam Cladosporium herbarum (Pers.) Link
Geaccepteerde naam

Einleitung

*Cladosporium herbarum* ist ein weltweit verbreiteter, dematiaceer Hyphomycet aus der Familie der Davidiellaceae und fungiert als Typusart der Gattung *Cladosporium*. Als saprophytischer Sekundärbesiedler und Epiphyt wächst der Pilz vorwiegend auf verrottendem Pflanzenmaterial, im Boden sowie auf Lebensmitteln und trägt als Zersetzer wesentlich zum Nährstoffkreislauf bei.[1] Medizinische Relevanz besitzt *C. herbarum* als eines der häufigsten Aeroallergene, das bei sensibilisierten Personen IgE-vermittelte Atemwegserkrankungen wie Asthma und Rhinitis auslösen kann.[1][2] Morphologisch lässt sich die Art durch breitere Konidiophoren und stärker ornamentierte Konidien vom verwandten *Cladosporium cladosporioides* abgrenzen.[1]

Fakten (kompakt)

- Die taxonomische Identifizierung innerhalb des *Cladosporium herbarum*-Artenkomplexes erfordert aufgrund der genetischen Diversität und Inzuchtmuster eine Multilocus-Sequenzierung. - Systematisch wird der Pilz dem Stamm Ascomycota und der Klasse Dothideomycetes zugeordnet. - Das sexuelle Stadium (Teleomorph) *Davidiella tassiana* war früher unter der Bezeichnung *Mycosphaerella tassiana* bekannt. - Ein wichtiges diagnostisches Merkmal der Anamorphe sind die koronaartigen konidiogenen Loci, die eine zentrale Kuppel umgeben von einem erhabenen Rand aufweisen. - Die Breite der Konidien liegt im Bereich von 3 bis 10 μm. - Aufgrund historischer taxonomischer Revisionen existieren über 70 Synonyme für die Art, darunter *Byssus herbarum* (1815) und *Cladosporium graminum*. - Zum besiedelten Substratspektrum zählen neben natürlichen Materialien auch Textilien. - Signifikante allergische Reaktionen wie Asthma und Rhinitis werden bei sensibilisierten Personen insbesondere bei Expositionen gegenüber Konzentrationen von über 3.000 Sporen/m³ hervorgehoben.[4]

Name & Einordnung

Der heute gültige wissenschaftliche Name der Art lautet *Cladosporium herbarum* (Pers.) Link. Die Erstbeschreibung erfolgte 1794 durch Christiaan Hendrik Persoon unter dem Basionym *Dematium herbarum*, basierend auf Funden an krautigen Pflanzen. Heinrich Friedrich Link transferierte die Spezies im Jahr 1816 in die Gattung *Cladosporium*, für die sie heute als Typusart fungiert. Der Gattungsname leitet sich aus den griechischen Wörtern *klados* (Zweig) und *spora* (Spore) ab und verweist auf die charakteristisch verzweigten Konidienketten, während das Art-Epitheton *herbarum* (lateinisch für „der Kräuter“) den bevorzugten Substratbezug beschreibt. Historisch wurde die Art oft der Familie Mycosphaerellaceae zugeordnet, bevor molekularbiologische Untersuchungen eine Einordnung in die Familie Davidiellaceae (Ordnung Capnodiales) begründeten. Das sexuelle Stadium (Teleomorphe) ist als *Davidiella tassiana*, früher bekannt als *Mycosphaerella tassiana*, definiert. Aufgrund der langen Forschungsgeschichte und morphologischer Variabilität existieren über 70 Synonyme, darunter historische Kombinationen wie *Byssus herbarum* (Pers.) DC. (1815) oder *Heterosporium herbarum* (Schwein.) Sacc. (1886). Zur Stabilisierung der Taxonomie wurde ein Lectotypus im Naturalis Biodiversity Center in Leiden sowie ein Epitypus (Kultur CBS 101.56) festgelegt.[1] Im allgemeinen Sprachgebrauch existiert kein spezifischer deutscher Trivialname, weshalb meist der wissenschaftliche Name verwendet wird oder die Art im medizinischen Kontext unter den Sammelbegriff der Schimmelpilze fällt.[3]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Cladosporium herbarum bildet langsam wachsende, wildlederartige bis flockige Kolonien, die olivbraun bis schwarzbraun gefärbt sind und durch die Sporenproduktion oft pudrig wirken. Auf Malzextrakt-Agar erreichen die Kolonien nach 14 Tagen bei 25 °C einen Durchmesser von 17 bis 37 mm, wobei sie rauchgrau bis blass olivgrau erscheinen und ein reichhaltiges Luftmyzel aufweisen. Auf Kartoffel-Dextrose-Agar zeigen sie sich grau-oliv bis olivgrau und samtig, während sie auf Haferflocken-Agar eine olivgraue bis eisengraue Färbung annehmen. Die Konidiophoren sind aufrecht bis gebogen, blass bis mittelbraun gefärbt und messen als makronemate Strukturen 10–320 × 3,5–5 μm. Sie sind häufig knotig verdickt mit Schwellungen von 5 bis 8 μm Breite und tragen integrierte, zylindrische bis gekniete konidiogene Zellen. Ein charakteristisches Merkmal sind die koronaartigen Narben (Loci) an den konidiogenen Zellen, die eine zentrale Kuppel mit einem erhabenen Rand aufweisen und 1 bis 2,5 μm breit sind. Die Konidien bilden sich in verzweigten, akropetalen Ketten und variieren in ihrer Form von subglobos bis zitronenförmig. Kleine terminale Konidien sind unseptiert und messen 4–10 × 3–5 μm, während interkalare Konidien 6–16 × 4–6 μm groß und 0- bis 1-fach septiert sind. Die oft sekundär gebildeten Ramokonidien sind ellipsoid bis zylindrisch-länglich, 12–25 μm lang und weisen eine feinwarzige bis warzige Oberfläche auf. Größere, mehrzellige Konidien besitzen typischerweise 2 bis 4 Zellen, erreichen Längen bis 23 μm und sind durch transversale Septen unterteilt. Die Oberfläche der Konidien reicht von glatt bis verrukos, wobei ältere Kulturen oft eine stärkere Ornamentierung zeigen.[1] Das sexuelle Stadium (Teleomorph), bekannt als *Davidiella tassiana*, bildet Pseudothecien mit bitunikaten Asci, die hyaline, mehrfach septierte Ascosporen enthalten.[3] Zytogenetisch zeichnet sich die Art durch 5 bis 8 kleine Chromosomen aus, wobei die Konidien überwiegend einkernig sind.[2] Zur Abgrenzung gegenüber *Cladosporium cladosporioides* dienen die breiteren Konidiophoren (3–6 μm) und die stärker ornamentierten Konidien von *C. herbarum*, während *C. cladosporioides* schmalere Strukturen und glatte Sporen aufweist.[1] Aufgrund der morphologischen Variabilität und genetischen Diversität ist für eine präzise Identifizierung innerhalb des *C. herbarum*-Komplexes oft eine Multilocus-Sequenzierung erforderlich.[2]

Beschreibung

Cladosporium herbarum ist ein kosmopolitischer, dematiaceer Hyphomycet und fungiert als Typusart der Gattung Cladosporium. Als saprophytischer Sekundärbesiedler oder Epiphyt kolonisiert der Pilz vorwiegend organisches Material wie abgestorbene Pflanzenreste, Boden und lebende Blätter. Im natürlichen Lebensraum bildet die Art samtartige bis flockige Kolonien, die olivbraun bis schwarzbraun gefärbt sind und durch die reichliche Sporenbildung oft pudrig wirken.[1] Mikroskopisch zeichnet sich der Pilz durch aufrechte, biegsame Konidiophoren aus, die verzweigte, akropetale Ketten von glatten bis warzigen Konidien tragen.[3] Ein entscheidendes anatomisches Merkmal sind die koronaartigen Narben an den konidiogenen Zellen, die als zentrale Wölbung mit einem erhabenen Rand erscheinen und die taxonomische Einordnung stützen. Die dunkle Pigmentierung der Zellwände basiert auf Melanin, das dem Organismus Schutz gegen UV-Strahlung und osmotischen Stress bietet.[2] Cladosporium herbarum zeigt eine hohe ökologische Plastizität und ist psychrotolerant, wobei Wachstumsprozesse und Sporenkeimung selbst bei Temperaturen bis zu -10 °C möglich sind.[1] Zudem gilt die Art als xerophil und halotolerant, was ihr das Überleben in Umgebungen mit geringer Wasseraktivität (bis 0,85 aw) oder hohem Salzgehalt ermöglicht.[2] Der Lebenszyklus ist überwiegend asexuell und erfolgt über mehrzellige Konidien, die als primäre Verbreitungseinheiten effizient über die Luft transportiert werden. Das sexuelle Stadium (Teleomorph) ist als Davidiella tassiana bekannt und bildet Pseudothecien mit hyalinen Ascosporen aus, tritt jedoch im Vergleich zur anamorphen Form selten in Erscheinung. In reifen Kulturen kann gelegentlich eine mikrozyklische Konidiogenese beobachtet werden, bei der Konidien direkt weitere Sporen produzieren, ohne ein ausgedehntes Myzel zu bilden. Im Vergleich zu verwandten Arten unterscheidet sich Cladosporium herbarum von Cladosporium cladosporioides durch breitere Konidiophoren und deutlich stärker ornamentierte Konidien. Historisch wurde die Art erstmals 1794 von Christiaan Hendrik Persoon als Dematium herbarum beschrieben, bevor sie 1816 von Heinrich Friedrich Link in die Gattung Cladosporium überführt wurde.[1] Der Artname herbarum verweist auf die häufige Assoziation des Pilzes mit krautigen Pflanzen.[3] Genetische Analysen zeigen eine geringe Rekombinationsrate, was auf eine hohe Klonalität und Inzucht innerhalb der Populationen hindeutet.[2]

Verhalten

Das Ausbreitungsverhalten von *Cladosporium herbarum* ist primär passiv, wobei die in verzweigten Ketten gebildeten Konidien effizient durch Wind als Bioaerosole über weite Distanzen transportiert werden.[2][1] Ergänzend nutzen die Sporen Wasserbewegungen wie Spritzwasser oder Insektenvektoren, um neue Habitate zu erreichen.[2] Eine physiologische Verhaltensanpassung zeigt sich in der ausgeprägten Psychrotoleranz, die Sporenkeimung und Wachstum selbst bei Temperaturen bis zu -6 °C ermöglicht.[2][1] Ungekeimte Konidien verfallen in eine Dormanz, wodurch sie monatelang in trockenen oder kalten Umgebungen überlebensfähig bleiben. Als Reaktion auf osmotischen Stress besiedelt der Pilz als halotoleranter Organismus auch hypersaline Umgebungen wie Salinen.[2] In reifen Kulturen kann das Verhalten der mikrozyklischen Konidiogenese beobachtet werden, bei dem Konidien direkt weitere Sporen produzieren, ohne zuvor ein vegetatives Myzel zu bilden.[1] Zur interspezifischen Konkurrenzabwehr synthetisiert *Cladosporium herbarum* Sekundärmetabolite wie Cladosporin, welche antibiotisch auf konkurrierende Mikroorganismen wirken. Obwohl die Art überwiegend saprotroph lebt, tritt sie gelegentlich als Hyperparasit auf, der andere Pilze befällt. Die Besiedlung von Wirtspflanzen erfolgt opportunistisch durch das Eindringen in Stomata oder Wunden, wobei kühle und feuchte Bedingungen das Infektionsverhalten begünstigen.[2]

Ökologie

Cladosporium herbarum fungiert primär als kosmopolitischer Saprotroph und Destruent, der eine Schlüsselrolle im Nährstoffkreislauf durch den Abbau von organischem Material einnimmt.[2][1] Der Pilz besiedelt ein breites Spektrum an Habitaten, darunter Boden, verrottende Pflanzenreste sowie lebende Blätter krautiger Pflanzen. Als psychrotoleranter Organismus wächst er optimal zwischen 18 °C und 28 °C, bleibt jedoch auch in gekühlten Umgebungen bis -10 °C vital. Die Art ist zudem xerophil und halotolerant, was ihr das Überleben in Substraten mit geringer Wasseraktivität (ab 0,85 aw) oder Salzkonzentrationen bis zu 10 % ermöglicht. In mikrobiellen Konkurrenzsituationen setzt Cladosporium herbarum antibiotische Sekundärmetabolite wie Cladosporin ein, um Antagonisten zu hemmen. Gelegentlich tritt der Pilz auch als Hyperparasit auf anderen Pilzarten in Erscheinung.[2] Obwohl er oft als sekundärer Eindringling über Wunden infolge von Insektenfraß oder Hagelschlag agiert, kann er als Pathogen Moose wie Buxbaumia viridis oder Gefäßpflanzen wie Zea mays schädigen.[2][1] Auch als Endophyt wurde die Art in Pflanzen wie Ephedra fasciculata nachgewiesen, ohne dort offensichtliche Schäden zu verursachen. Die Verbreitung der Konidien erfolgt hocheffizient über den Wind, wobei sie in der Außenluft dominieren und oft 50–90 % der pilzlichen Bioaerosole ausmachen.[2]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Cladosporium herbarum agiert primär als Zersetzer organischer Materie, tritt jedoch wirtschaftlich und gesundheitlich als Materialschädling, Lebensmittelschädling und bedeutendes Allergen in Erscheinung. Medizinisch zählt der Pilz zu den häufigsten Aeroallergenen und löst IgE-vermittelte Atemwegserkrankungen wie Asthma und Rhinitis aus, wobei Symptome bei sensibilisierten Personen bereits ab einer Konzentration von 100 Sporen/m³ auftreten können. In seltenen Fällen verursacht er als opportunistischer Erreger oberflächliche Infektionen wie Keratitis oder Sinusitis bei immungeschwächten Patienten. Im Agrarbereich manifestiert sich der Befall oft sekundär, indem der Pilz Kolbenfäule an Mais (*Zea mays*) oder Blattflecken an krautigen Pflanzen verursacht. Typische Schadbilder sind dunkelbraune bis schwarze Läsionen sowie ein rosafarbener bis olivgrauer Schimmelbelag auf befallenem Gewebe. Als Nachernteschädling führt der Pilz unter feuchten Lagerbedingungen zu Fäulnis und Qualitätsverlusten bei Lebensmitteln wie Tomaten, Kartoffeln, Getreide und Fleisch. Veterinärmedizinisch ist *Cladosporium herbarum* relevant als Auslöser von Pilzrhinitis bei Pferden und kann durch Metabolite wie Cladosporin die Futterqualität beeinträchtigen. Die präventive Bekämpfung im Pflanzenbau konzentriert sich auf die rechtzeitige Ernte und die Vermeidung von Wunden durch Insekten oder Frost, da der Pilz oft durch geschädigtes Gewebe eindringt. Baulich und hygienisch ist in Innenräumen die Reduktion der Luftfeuchtigkeit entscheidend, da der Pilz auf feuchten Tapeten, Textilien und Wänden gedeiht.[2] Zur chemischen Bekämpfung im Getreideanbau werden Fungizide eingesetzt, die Wirkstoffe wie Bixafen oder Epoxiconazol enthalten. Ergänzend können in der Landwirtschaft Biostimulanzien auf Basis von Metall-Ascorbinsäure-Komplexen die pflanzliche Abwehr gegen den Erreger stärken.[3] Das medizinische Management umfasst neben der Allergenkarenz auch die Immuntherapie, deren Wirksamkeit durch Studien belegt ist.[2] Für die Diagnostik stehen spezifische Pricktest-Materialien zur Verfügung, die auf Zellextrakten basieren, um Sensibilisierungen präzise nachzuweisen.[3]

Wirtschaftliche Bedeutung

Die wirtschaftliche Bedeutung von *Cladosporium herbarum* manifestiert sich primär in der Lagerhaltung und Materialschädigung, während direkte Ernteverluste auf dem Feld eine vergleichsweise geringe Rolle spielen.[2] In der Lebensmittelindustrie verursacht der Pilz Fäulnis und Schwärzung an gelagertem Obst und Gemüse wie Tomaten, Kartoffeln und Karotten sowie an Fleischprodukten wie Rindfleisch.[1] Besondere Relevanz besitzt der Erreger in der Lagerung von Getreide, wo er bei Weizen, Mais und Reis zu signifikanten Qualitätsminderungen und Verderb führt.[2] An Mais (*Zea mays*) löst er die sogenannte Cladosporium-Kolbenfäule aus, die durch rosafarbenen bis olivgrauen Schimmel an den Körnern den Marktwert der Ernte reduziert. Im Bau- und Textilwesen entstehen ökonomische Schäden durch die Besiedlung feuchter Wände, Tapeten, Farben und Stoffe, was Sanierungsmaßnahmen in Innenräumen erforderlich macht.[1] Zur Sicherung von Getreideerträgen kommen in der Landwirtschaft chemische Fungizide mit Wirkstoffen wie Bixafen oder Epoxiconazol zum Einsatz, um den Befall zu kontrollieren. Ergänzend werden landwirtschaftliche Verfahren mit Biostimulanzien entwickelt, um die Widerstandskraft von Nutzpflanzen gegen diesen Pathogen präventiv zu erhöhen.[3] Als einer der häufigsten Auslöser von Pilzallergien generiert die Art zudem eine beständige Nachfrage nach diagnostischen Tests und Immuntherapien im Gesundheitssektor.[1][3] In der Tierhaltung kann kontaminiertes Futter zu gesundheitlichen Problemen führen, etwa zu nasalen Granulomen bei Pferden, wenngleich toxische Ausbrüche selten sind.[1]

Biologie & Lebenszyklus

Die Fortpflanzung von *Cladosporium herbarum* erfolgt überwiegend asexuell durch die Bildung vielzelliger Konidien, die in verzweigten, akropetalen Ketten an Konidiophoren entstehen.[3] Das sexuelle Stadium (Teleomorph) ist als *Davidiella tassiana* bekannt und bildet Pseudothecien mit bitunikaten Asci aus, tritt jedoch im Vergleich zur asexuellen Form selten auf. Zytogenetisch sind die Konidien meist einkernig, während die vegetativen Hyphenkompartimente zweikernig sind und dikaryotische Wachstumsphasen unterstützen. Die Keimung der Sporen erreicht unter optimalen Bedingungen bei 10–20 °C und ausreichender Feuchtigkeit (>0,85 aw) innerhalb von 24 bis 48 Stunden Raten von 80 bis 90 %. Das physiologische Optimum für das Myzelwachstum liegt im Temperaturbereich zwischen 18 °C und 28 °C. Als psychrotoleranter Organismus ist der Pilz in der Lage, auch bei Temperaturen bis zu -10 °C zu keimen, während das Wachstum oberhalb von 35 °C stagniert. Nicht gekeimte Konidien können in eine Dormanz eintreten und bleiben in trockenen oder kalten Umgebungen über Monate hinweg lebensfähig. Ernährungsbiologisch fungiert die Art als Saprotroph, der organisches Material wie abgestorbene Pflanzenreste, Holz und Bodenbestandteile zersetzt. Der Stoffwechsel nutzt dabei einfache Zucker wie Glukose als Kohlenstoffquelle sowie Aminosäuren zur Stickstoffversorgung. *Cladosporium herbarum* ist xerophil und halotolerant, wodurch Wachstum bei geringer Wasseraktivität sowie in Medien mit bis zu 10 % NaCl möglich ist. Gelegentlich tritt der Pilz als Hyperparasit auf anderen Pilzen auf oder besiedelt als Sekundärinvader durch abiotischen Stress geschwächtes Pflanzengewebe. Das Wachstum kann durch Mykotoxine anderer Spezies, wie Rubratoxin B, gehemmt werden. Zur eigenen Konkurrenzvermeidung produziert die Art Sekundärmetabolite wie Cladosporin, ein Isocumarin-Derivat mit antibiotischen Eigenschaften gegenüber konkurrierenden Mikroorganismen.[1]

Vorkommen & Lebensraum

Cladosporium herbarum ist ein kosmopolitischer Pilz mit weltweiter Verbreitung, der auf allen Kontinenten einschließlich der Antarktis und der Arktis nachgewiesen wurde.[2][1] Obwohl die Art in diversen Klimazonen vorkommt, wird sie besonders häufig in den gemäßigten Breiten Europas und Nordamerikas dokumentiert, was teilweise auf die dortige Probendichte zurückzuführen ist.[2] Als ubiquitärer Saprophyt besiedelt der Pilz primär abgestorbenes organisches Material, Laubstreu und holzige Substrate in Waldböden sowie die Rhizosphäre.[1][2] Der lateinische Artname *herbarum* verweist auf das häufige Vorkommen auf krautigen Pflanzen.[1] Dabei kann der Pilz auch endophytisch im Pflanzengewebe leben, beispielsweise in *Ephedra*-Arten, ohne sichtbare Schäden zu verursachen.[2] Zu den spezifischen Wirten zählen Moose wie *Buxbaumia viridis* sowie landwirtschaftliche Kulturen wie Mais (*Zea mays*) oder Weizen, die oft sekundär nach Vorschädigungen besiedelt werden.[1][2] Die Art zeichnet sich durch eine hohe ökologische Plastizität aus und toleriert extreme Lebensräume, darunter hypersaline Gewässer mit hohem Salzgehalt.[2] Aufgrund seiner Psychrotoleranz ist *Cladosporium herbarum* zudem fähig, in kühlen Umgebungen und sogar bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt zu wachsen.[1] Die Verbreitung erfolgt vorwiegend über die Luft, wobei die Konidien in gemäßigten Regionen oft 50 bis 90 Prozent der gesamten pilzlichen Bioaerosole im Außenbereich ausmachen.[2][1] Beobachtungsdaten zeigen, dass die Sporenkonzentrationen in ländlichen Gebieten aufgrund der dichteren Vegetation signifikant höher liegen als in städtischen Umgebungen. In Europa erreichen diese luftgetragenen Populationen ihre maximale Dichte typischerweise in den Sommer- und Herbstmonaten. Im anthropogenen Umfeld tritt der Pilz regelmäßig in Innenräumen auf, wo er feuchte Wände, Tapeten und Textilien besiedelt.[1] Zudem spielt er eine Rolle als Verderber von gelagerten Lebensmitteln wie Tomaten, Kartoffeln und Fleisch, insbesondere unter feuchten Lagerbedingungen.[2]

Saisonalität & Aktivität

Die Aktivität von *Cladosporium herbarum* unterliegt einer deutlichen Saisonalität, wobei die höchsten Konzentrationen an luftgetragenen Sporen im Sommer und Herbst gemessen werden. In gemäßigten Klimazonen dominiert die Art während dieser Flugperioden oft das Spektrum der Bioaerosole und kann 70 bis 80 % der gesamten Pilzsporen in der Außenluft ausmachen.[2] Das physiologische Wachstum ist stark temperaturabhängig und verläuft optimal in einem Bereich zwischen 18 °C und 28 °C. Aufgrund seiner Psychrotoleranz ist der Pilz jedoch auch an kältere Bedingungen angepasst und kann selbst bei Temperaturen von -6 °C bis -10 °C noch Sporen keimen lassen. Diese Kälteresistenz ermöglicht dem Organismus das Überdauern in gefrorenen Umgebungen sowie die Überwinterung in kühlen Habitaten. Zusätzlich können ungekeimte Konidien in eine Ruhephase eintreten und über Monate hinweg in trockenen oder kalten Zuständen lebensfähig bleiben.[1] Die Verbreitung erfolgt primär durch den Wind, wobei die leichtgewichtigen Konidien in verzweigten Ketten gebildet und über weite Strecken transportiert werden. Eine Infektion von Pflanzengewebe wird begünstigt, wenn die Sporen unter kühlen, feuchten Bedingungen auf den Wirt treffen.[2]

Voorkomen en huidige waarnemingen in Duitsland

  • Groß Köris, Schule, 15746 Groß Köris, Deutschland

    27.12.2025

  • Wannsee, 14 Berlin-Bezirk Steglitz-Zehlendorf, Deutschland

    30.04.2025

  • Deutschland

    25.04.2025

  • 德国

    08.08.2024

  • Deutschland

    28.02.2024

Daten: iNaturalist

Wetenschappelijk onderzoek en patenten

WO-2021096449-A1 Biological Onbekend

Pricktest-Material und Herstellungsverfahren zur Verwendung bei der Diagnose von Allergien gegen Cladosporium herbarum, Cladosporium cladosporioides und Alternaria alternata Schimmelpilze

Cukurova University of Rektorlugu (2019)

Relevantie: 5/10

Samenvatting

Das Patent beschreibt die Herstellung eines Testmaterials für den Haut-Pricktest zur Diagnose von Schimmelpilzallergien. Es werden spezifisch Pilze der Arten Cladosporium herbarum, Cladosporium cladosporioides und Alternaria alternata verwendet, die aus der Außenluft isoliert wurden. Die Innovation liegt in der Verwendung einer Gesamtzellextraktion dieser lokal isolierten Stämme. Dies soll die Genauigkeit der Diagnose bei Patienten mit entsprechenden allergischen Reaktionen verbessern. Das Verfahren konzentriert sich auf die medizinische Diagnostik und nicht auf die Bekämpfung des Pilzes in der Umwelt.

RU-2764545-C2 Chemical Toegekend

Anwendung von Metall- und Ascorbinsäurekomplexen

Intermag SP Z O O (2018)

Relevantie: 8/10

Samenvatting

Das Patent beschreibt einen Komplex aus Metallen (Titan oder Vanadium) und Ascorbinsäure zur Biostimulation von Pflanzen. Diese Behandlung verbessert den Zugang der Pflanzen zu Mikronährstoffen und erhöht deren Widerstandskraft gegen Schädlinge und Pathogene. Cladosporium herbarum wird spezifisch als einer der Pathogene genannt, gegen die die Pflanzen resistenter werden. Die Methode wirkt systemisch durch Stärkung der pflanzlichen Abwehr und enzymatischen Aktivität. Es ist eine praktische landwirtschaftliche Methode zur indirekten Bekämpfung des Pilzes.

EA-018181-B1 Chemical Onbekend

Verfahren zum Schutz von Getreide vor Pilzbefall

Basf SE (2009)

Relevantie: 9/10

Samenvatting

Beschrieben wird ein Verfahren zum Schutz von Getreide durch den Einsatz einer synergistisch wirkenden Kombination von Fungiziden. Die Wirkstoffe umfassen Bixafen oder Epoxiconazol. Cladosporium herbarum wird explizit als einer der schädlichen Pilze aufgeführt, die damit bekämpft werden. Die Behandlung kann am Saatgut, der Pflanze oder dem Boden erfolgen. Dies ist eine direkte und praktisch anwendbare Methode zur chemischen Bekämpfung des Schädlings in der Landwirtschaft.

DE-10333217-A1 Biological Onbekend

Polypeptide, hierfür kodierende Nucleinsäuren aus dem Schimmelpilz Cladosporium herbarum sowie deren Herstellung und Verwendung in Diagnostik und Therapie

Biomay Prod & Handel (2003)

Relevantie: 5/10

Samenvatting

Die Erfindung betrifft die Identifizierung und Isolierung spezifischer Polypeptide aus Cladosporium herbarum, die allergische Reaktionen auslösen. Es werden die entsprechenden Nukleinsäuresequenzen offenbart, die diese Proteine kodieren. Diese Moleküle dienen als Basis für die Entwicklung von diagnostischen Tests und therapeutischen Ansätzen, wie etwa der Hyposensibilisierung. Das Patent liefert wichtige biologische Erkenntnisse über die Allergenstruktur des Pilzes. Es ist primär für die medizinische Anwendung relevant.

DE-10214082-A1 Biological Onbekend

Neue Polypeptid-Allergene aus Pilzen, nützlich in Desensibilisierungsimpfstoffen und zur Diagnose, sowie zugehörige Nukleinsäuren, Vektoren und transformierte Zellen

Biomay Prod & Handel (2002)

Relevantie: 5/10

Samenvatting

Es werden neue Polypeptid-Allergene aus Pilzen beschrieben, die spezifische Aminosäuresequenzen enthalten. Diese Peptide eignen sich besonders für den Einsatz in Impfstoffen zur Desensibilisierung von Patienten gegen Schimmelpilzallergien. Das Patent umfasst auch die zugehörigen Nukleinsäuren und Vektoren zur Herstellung dieser Peptide. Ziel ist eine effektivere Immuntherapie gegen Pilze wie Cladosporium. Die Innovation liegt in der spezifischen Sequenzierung und rekombinanten Produktion.

Bronnen & Referenties

  1. https://www.studiesinmycology.org/sim/Sim58/05_Biodiversity_in_the_Cladosporium_herbarum_complex_%28Davidiellaceae%2C_Capnodiales%29%2Cwith_standardisation_of_methods_for_Cladosporium_taxonomy_and_diagnostics.pdf
  2. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC3390897/
  3. https://patents.google.com/patent/WO2021096449A1/en
  4. Literaturzusammenfassung: Cladosporium herbarum