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Clivia Clivia
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Taxonomie
Rijk
Pflanzen (Plantae)
Stam
Tracheophyta (Tracheophyta)
Klas
Liliopsida (Liliopsida)
Orde
Asparagales (Asparagales)
Familie
Amaryllidaceae
Geslacht
Clivia
Soort
Clivia
Wetenschappelijke naam
Clivia Lindl.
Geaccepteerde naam
Einleitung
Die **Klivien** (*Clivia*) sind eine Pflanzengattung aus der Familie der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae), die ursprünglich in den Waldgebieten des südlichen Afrikas verbreitet ist.[1][2] Die sechs anerkannten Arten wachsen als immergrüne, ausdauernde Kräuter und zeichnen sich durch grundständige, riemenförmige Blätter sowie auffällige, meist orangefarbene bis rote Blütenstände aus.[2] Während sie weltweit als schattentolerante Zier- und Zimmerpflanzen geschätzt werden, finden Pflanzenteile in ihrem Verbreitungsgebiet auch in der traditionellen Medizin Anwendung, obwohl sie toxische Alkaloide wie Lycorin enthalten.[3][2]
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Seizoensgebonden activiteit
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Fakten (kompakt)
- Die Blätter erreichen Dimensionen von 30 bis 60 cm in der Länge und 2,5 bis 10 cm in der Breite. - Ein einzelner Blütenstand trägt typischerweise 10 bis 20, gelegentlich sogar bis zu 50 hängende oder trichterförmige Einzelblüten. - Jede Blüte besteht anatomisch aus sechs Tepalen, sechs Staubblättern und einem einzelnen Stempel. - Die Reifung der beerenartigen Früchte von Grün zu leuchtendem Rot dauert mehrere Monate. - Jede Frucht enthält 1 bis 4 große Samen, die von einem fleischigen, weißen Arillus umhüllt sind. - Die perlenartigen Samen weisen einen Durchmesser von etwa 10 mm auf. - Die Blütenbildung wird physiologisch oft erst ausgelöst, wenn das Wurzelwerk im Substrat stark verdichtet ist. - In der traditionellen Medizin werden Zubereitungen der Pflanze spezifisch gegen Schlangenbisse eingesetzt. - Für ein optimales Wachstum benötigen die Pflanzen im Winter Mindesttemperaturen von über 10 °C.[10]
Name & Einordnung
Der wissenschaftliche Name der Gattung *Clivia* wurde im Jahr 1828 von dem englischen Botaniker John Lindley etabliert.[1][3] Die Benennung ehrt Lady Charlotte Florentia Clive, Herzogin von Northumberland, die als Förderin der Botanik frühe Exemplare im Syon House kultivierte.[4][3] Als Typusart beschrieb Lindley *Clivia nobilis*, um die Gattung aufgrund ihrer doldigen Blütenstände und fleischigen Beeren taxonomisch von *Cyrtanthus* abzugrenzen.[3][2] Bereits 1813 hatte der Forschungsreisende William Burchell ein erstes Exemplar gesammelt und es vorläufig als „Wald-Cyrtanthus“ notiert.[3] Ein historisch relevantes Synonym betrifft die Art *Clivia miniata*, die ursprünglich 1821 von John Bellenden Ker Gawler als *Imantophyllum miniata* beschrieben und erst 1854 von Eduard August von Regel in die Gattung *Clivia* überführt wurde.[2] Taxonomisch wird die Gattung der Familie der Amaryllidaceae, Unterfamilie Amaryllidoideae und der Tribus Haemantheae zugeordnet, wo sie die Subtribus Cliviinae bildet.[5][4] Phylogenetische Untersuchungen weisen *Clivia* als monophyletische Gruppe und Schwestergattung von *Cryptostephanus* aus, wobei die Divergenz im mittleren Miozän vor etwa 15,6 bis 17 Millionen Jahren stattfand.[2][6] Im englischen Sprachraum war historisch die Bezeichnung „Kaffir lily“ verbreitet, die heute jedoch aufgrund ihrer rassistischen Konnotation als beleidigend gilt und weitgehend abgelehnt wird.[2][4]
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Klivien (*Clivia*) sind immergrüne, ausdauernde krautige Pflanzen, die typischerweise Wuchshöhen und -breiten von 60 bis 90 cm erreichen und dichte Horste bilden.[1][4] Sie entspringen einer zwiebelartigen oder rhizomatösen Basis mit dicken, fleischigen Wurzeln, wobei *Clivia caulescens* als Besonderheit bis zu 3 Meter hohe Luftstämme ausbildet.[2] Die dunkelgrünen, ledrigen und glänzenden Blätter sind riemenförmig bis lanzettlich und ordnen sich fächerartig in einer basalen Rosette an, wobei sie ohne Blattstiele direkt ineinandergreifen.[1][2] Je nach Art variieren die Blattdimensionen erheblich, von schmalen Blättern (20–40 mm Breite) bis hin zu breiten Formen (bis 90 mm) bei *Clivia miniata* oder *Clivia robusta*.[3][2] Eine morphologische Ausnahme bildet *Clivia mirabilis*, deren Blätter einen kastanienbraunen Grund und weiße Längsstreifen aufweisen.[2] Der Blütenstand ist eine Dolde, die auf einem kräftigen, bis zu 50 cm langen Blütenschaft (Pedunkel) aus der Mitte der Blattrosette hervorgeht.[1][3] Jede Dolde trägt 10 bis 20, gelegentlich bis zu 60 Einzelblüten, die aus sechs Tepalen, sechs Staubblättern und einem einzelnen Stempel bestehen.[1][2] Die Gattung lässt sich anhand der Blütenform in zwei Gruppen teilen: Arten mit aufrechten, trichterförmigen Blüten wie *Clivia miniata* und solche mit hängenden, röhrenförmigen Blüten wie *Clivia nobilis*.[3][2] Die Blütenfärbung reicht von leuchtendem Orange und Rot bis hin zu Gelb oder Pfirsichtönen, wobei die röhrenförmigen Arten oft charakteristische grüne Spitzen aufweisen.[2] Nach der Bestäubung entwickeln sich kugelförmige, beerenartige Früchte, die über mehrere Monate von Grün zu einem leuchtenden Rot reifen.[4] Diese Früchte enthalten ein bis vier große, perlmuttartige Samen mit einem Durchmesser von etwa 10 mm, die in einen fleischigen, weißen Arillus eingebettet sind.[2] Natürliche Hybriden wie *Clivia × nimbicola* zeigen intermediäre Merkmale zwischen den Elternarten, etwa in der Blattbreite und der Blütenform.[4]
Beschreibung
Die Gattung *Clivia* umfasst immergrüne, ausdauernde Kräuter, die sich durch einen rhizomatösen Wuchs auszeichnen und im Gegensatz zu vielen anderen Vertretern der Amaryllidaceae keine echten Zwiebeln bilden.[1][3] In ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet im südlichen Afrika besiedeln sie primär den schattigen Unterwuchs von Wäldern sowie felsige Hänge, wobei sie dichte Horste aus basalen Blattrosetten formen. Eine zentrale anatomische Anpassung sind die dicken, fleischigen Wurzeln, die als Wasserspeicher fungieren und der Pflanze ermöglichen, Trockenperioden zu überstehen, obwohl sie feuchte Mikrohabitate bevorzugt. Diese Wurzelstruktur erlaubt einigen Arten, wie *Clivia caulescens*, sogar eine epiphytische oder lithophytische Lebensweise auf Bäumen oder Felsen, wobei sie Luftstämme von bis zu drei Metern Höhe ausbilden können.[2] Die riemenförmigen, ledrigen Blätter sind fächerartig angeordnet, was eine effiziente Lichtausbeute im diffusen Licht des Waldbodens gewährleistet.[3] Im Gegensatz zu den trockenen Kapselfrüchten vieler verwandter Gattungen produziert *Clivia* fleischige, beerenartige Früchte, die sich über Monate von Grün zu Rot verfärben.[4] Diese Beeren enthalten große, perlmuttartige Samen, die rekalzitrant sind, also keine Ruhephase durchlaufen und oft bereits in der Frucht zu keimen beginnen.[3] Die Verbreitung erfolgt im Feld primär durch Wirbeltiere, insbesondere durch Samango-Affen (*Cercopithecus mitis*), welche das Fruchtfleisch verzehren, die giftigen Samen jedoch unversehrt ausspucken.[4] Chemisch sind alle Pflanzenteile durch Amaryllidaceae-Alkaloide wie Lycorin geschützt, was als Abwehrmechanismus gegen Herbivoren dient.[2] Phylogenetisch divergiere die Gattung im mittleren Miozän und repräsentiert eine evolutionäre Linie, die die ursprüngliche rhizomatöse Wuchsform beibehielt, während Schwestergruppen Anpassungen an aridere Gebiete durch Zwiebelbildung entwickelten. Innerhalb der Gattung zeigt sich eine funktionale Differenzierung der Blütenmorphologie: Während die meisten Arten hängende Röhrenblüten für die Bestäubung durch Nektarvögel besitzen, entwickelte *Clivia miniata* aufrechte, trichterförmige Blüten, die spezifisch Schmetterlinge anlocken.[4] Eine bemerkenswerte ökologische Ausnahme bildet *Clivia mirabilis*, die sich an das semiaride Winterregengebiet des Nordkaps angepasst hat und intensive Sonneneinstrahlung toleriert.[2] Historisch wurde die Gattung 1828 von John Lindley basierend auf *Clivia nobilis* beschrieben und aufgrund der doldigen Blütenstände sowie der fleischigen Früchte von der Gattung *Cyrtanthus* abgegrenzt.[3] Der Lebenszyklus vom Samen bis zur blühfähigen Pflanze ist langwierig und dauert in der Regel drei bis fünf Jahre, wobei die Pflanzen zunächst langsam wachsen und erst mit zunehmender Wurzelmasse an Vitalität gewinnen.[4]
Verhalten
Das Fortpflanzungsverhalten der Gattung *Clivia* zeigt eine evolutionäre Anpassung an spezifische Bestäuber, wobei sich innerhalb der Gruppe unterschiedliche Strategien entwickelt haben.[4] Während Arten wie *Clivia nobilis* und *Clivia gardenii* hängende, röhrenförmige Blüten ausbilden, die Nektarvögel (Nectariniidae) zur Nahrungsaufnahme anlocken, präsentiert *Clivia miniata* aufrechte, trompetenförmige Blüten, die auf die Bestäubung durch Schwalbenschwanzschmetterlinge (Papilionidae) spezialisiert sind.[4][2] Eine zentrale interspezifische Interaktion ist die Samenverbreitung durch Wirbeltiere, insbesondere durch die Diademmeerkatze (*Cercopithecus mitis*). Diese Primaten zeigen ein spezifisches Fressverhalten, bei dem sie das fleischige Fruchtfleisch verzehren, die toxischen Samen jedoch unversehrt ausspucken. Dieses Verhalten ermöglicht den Pflanzen eine Verbreitung der Samen aus dem Schattenbereich der Mutterpflanze heraus, ohne dass die Keimfähigkeit durch Verdauungsprozesse beeinträchtigt wird.[4] Zur chemischen Abwehr gegen Fressfeinde synthetisieren die Pflanzen Alkaloide wie Lycorin, die bei potenziellen Herbivoren als Emetika wirken und Übelkeit auslösen.[2] Frugivoren haben ihr Verhalten daran angepasst, indem sie selektiv nur den Arillus fressen und die alkaloidreichen Samenkerne meiden.[4][2] Im Bereich der Wachstumsreaktionen zeigen *Clivia*-Arten eine Anpassung an lichtarme Unterholzhabitate, indem sie dichte Rosetten ausbilden, deren Blätter sich fächerartig überlappen, um verfügbares Licht effizient zu nutzen. Ein besonderes Wuchsverhalten zeigt *Clivia caulescens*, die als Epiphyt oder Lithophyt auf Bäumen und Felsen wachsen kann und Luftstämme von bis zu drei Metern Höhe bildet, um bessere Lichtverhältnisse zu erreichen.[2] Zudem wird die Blühinduktion physiologisch oft durch Stressfaktoren ausgelöst, wobei ein begrenzter Wurzelraum die Bildung von Blütenständen stimuliert.[4]
Ökologie
Die Arten der Gattung *Clivia* besiedeln primär schattige Unterwuchs-Bereiche in afromontanen und Küstenwäldern des südlichen Afrikas, wobei sie humusreiche, gut durchlässige Böden bevorzugen.[5][2] Während die meisten Vertreter terrestrisch wachsen, kann *Clivia caulescens* auch epiphytisch oder lithophytisch gedeihen, und *Clivia robusta* ist an sumpfige Bedingungen mit der Ausbildung von Brettwurzeln angepasst. Ökologisch fungieren sie als wichtige Nektarquellen; Arten mit hängenden Blüten wie *Clivia nobilis* und *Clivia gardenii* sind auf die Bestäubung durch Nektarvögel (Nectariniidae) spezialisiert.[2] Im Gegensatz dazu hat sich bei *Clivia miniata* eine Anpassung an Schmetterlinge, insbesondere Schwalbenschwänze (Papilionidae), durch aufrechte, trichterförmige Blüten entwickelt. Die Samenverbreitung erfolgt durch Wirbeltiere, wobei Samango-Affen (*Cercopithecus mitis*) als primäre Verbreiter für *Clivia miniata* identifiziert wurden. Diese Primaten konsumieren das fleischige Fruchtfleisch, spucken jedoch die toxischen Samen oft unversehrt wieder aus, was die Keimung auf dem feuchten Waldboden begünstigt.[4] Auch Nagetiere und Vögel tragen zur Verbreitung bei, indem sie das Fruchtfleisch abnagen, vermeiden jedoch aufgrund der enthaltenen Alkaloide meist das Fressen der Samen selbst.[4][2] Die Pflanzen enthalten Amaryllidaceae-Alkaloide wie Lycorin, die als chemische Abwehr gegen Fressfeinde dienen und insbesondere in den Zwiebeln und Samen konzentriert sind. In ihrem Habitat tragen die dichten Blattwerkgruppen zur Bodenstabilisierung bei und bieten Mikrohabitate für wirbellose Tiere. Eine ökologische Ausnahme bildet *Clivia mirabilis*, die eine Nische im semiariden Winterregengebiet besetzt und an trockenere Bedingungen angepasst ist.[2]
Bedeutung, Schäden & Prävention
Klivien (*Clivia*) sind primär als Zierpflanzen von wirtschaftlicher Bedeutung, besitzen jedoch aufgrund enthaltener Amaryllidaceae-Alkaloide wie Lycorin eine medizinische Relevanz als Giftpflanzen.[2] Alle Pflanzenteile, insbesondere die Zwiebeln, sind für Menschen und Haustiere wie Hunde und Katzen toxisch.[9][3] Nach dem Verzehr können Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, starker Speichelfluss und Bauchschmerzen auftreten, in schweren Fällen auch Krämpfe oder Herzrhythmusstörungen.[4][3] Da es kein spezifisches Antidot gibt, erfolgt die Behandlung bei Vergiftungen symptomatisch unter ärztlicher Aufsicht.[9] In der Kultur treten Klivien nicht als Schädlinge auf, sondern fungieren als Wirt für phytopathogene Organismen.[2] Zu den häufigsten Schädlingen zählen Wollläuse, die sich in den Blattachseln verbergen, sowie Schildläuse, deren Befall zu Blattvergilbungen führt.[3][4] Ein typisches Schadbild ist zudem die Wurzelfäule, die meist durch übermäßige Wassergaben und mangelnde Drainage begünstigt wird und pilzliche Infektionen fördert.[2] Präventive Maßnahmen umfassen die Verwendung von gut durchlässigem Substrat und die strikte Vermeidung von Staunässe, um Pilzerkrankungen vorzubeugen. Ein regelmäßiges Monitoring der Blattunterseiten und -basen ermöglicht die Früherkennung von Insektenbefall.[4] Physikalische Bekämpfungsmaßnahmen beinhalten das manuelle Entfernen von Schädlingen oder den Einsatz von insektiziden Seifenlösungen.[2] Ökologisch und rechtlich ist die Gattung hochrelevant, da Wildbestände durch illegalen Handel und Wilderei für die traditionelle Medizin und den Sammlermarkt stark gefährdet sind.[7] Arten wie *Clivia mirabilis* stehen unter strengem Schutz, und der Handel mit wild gesammelten Exemplaren unterliegt in Südafrika gesetzlichen Restriktionen wie dem National Environmental Management: Biodiversity Act.[5][2]
Wirtschaftliche Bedeutung
Die Gattung *Clivia*, insbesondere *Clivia miniata*, besitzt eine hohe wirtschaftliche Relevanz als weltweit gehandelte Zierpflanze für den Innen- und Außenbereich.[3][4] Die kommerzielle Produktion konzentriert sich auf Südafrika und Japan, wobei japanische Züchter führend in der Entwicklung hochpreisiger Kultivare mit gelben Blüten oder panaschierten Blättern sind. Diese spezialisierten Zuchtformen treiben den internationalen Handel und die gartenbauliche Innovation maßgeblich voran.[2] Neben dem legalen Markt existiert ein erheblicher illegaler Handel, der insbesondere seltene Arten wie *Clivia mirabilis* bedroht. Bis August 2024 beschlagnahmten Behörden über 4.600 illegal gesammelte Pflanzen, was das Ausmaß dieser Schattenwirtschaft verdeutlicht.[7] In Südafrika sind die Pflanzen zudem Bestandteil des traditionellen Arzneihandels, wo Wurzeln und Zwiebeln zur Behandlung von Fieber oder Schlangenbissen verkauft werden.[2] Da Händler oft nicht zwischen den Arten unterscheiden, führt diese Nutzung zu einer Überausbeutung wilder Populationen.[5] In der gärtnerischen Produktion können wirtschaftliche Schäden durch den Befall mit Wollläusen und Schildläusen entstehen, die eine Bekämpfung erfordern.[3] Aufgrund der enthaltenen Alkaloide wie Lycorin sind die Pflanzen für Haustiere giftig, was bei Ingestion tierärztliche Behandlungskosten verursachen kann.[9]
Biologie & Lebenszyklus
Die Gattung *Clivia* umfasst immergrüne, ausdauernde krautige Pflanzen, die aus einem rhizomartigen Untergrund mit dicken, fleischigen Wurzeln wachsen, welche als Anpassung an den Waldboden Wasser speichern.[1][4] Die Fortpflanzungsbiologie variiert innerhalb der Gattung signifikant: Während die hängenden, röhrenförmigen Blüten von *Clivia nobilis* und *Clivia gardenii* primär von Nektarvögeln (Nectariniidae) bestäubt werden, hat sich *Clivia miniata* mit aufrechten, trichterförmigen Blüten auf Schmetterlinge, insbesondere Schwalbenschwänze (Papilionidae), spezialisiert.[4][2] Nach der erfolgreichen Bestäubung entwickeln sich kugelförmige, beerenartige Früchte, die über mehrere Monate von Grün zu Rot reifen und jeweils ein bis vier große, perlenartige Samen enthalten. Die Samenverbreitung erfolgt durch Wirbeltiere, wobei Samango-Affen (*Cercopithecus mitis*) eine ökologische Schlüsselrolle spielen, indem sie das fleischige Fruchtfleisch verzehren und die toxischen Samen unversehrt ausspucken.[4] Die Samen besitzen keine Dormanz und keimen oft direkt am feuchten Waldboden, wobei die Pflanzen eine langsame ontogenetische Entwicklung durchlaufen.[4][2] Sämlinge benötigen typischerweise 3 bis 5 Jahre, um die Geschlechtsreife und das erste Blühstadium zu erreichen.[2] Neben der sexuellen Fortpflanzung vermehren sich Klivien vegetativ durch die jährliche Bildung von Seitentrieben (Kindeln) an der Basis, wodurch im Laufe der Zeit dichte Horste entstehen.[4] Die dicken Wurzeln sind semi-epiphytisch angepasst und benötigen gut durchlässige, humusreiche Substrate, da sie bei Staunässe und Sauerstoffmangel schnell faulen.[2] Physiologisch sind die Pflanzen an subtropische Klimata mit milden Wintern angepasst, wobei eine Ruhephase bei kühleren Temperaturen (um 10 °C) oft notwendig ist, um die Blütenbildung zu induzieren.[4][2] Zur chemischen Abwehr von Herbivoren enthalten alle Pflanzenteile, insbesondere die Zwiebelbasis, toxische Amaryllidaceae-Alkaloide wie Lycorin. Zu den natürlichen Gegenspielern und Mortalitätsfaktoren zählen neben Pilzinfektionen durch Nässe auch Schädlinge wie Wollläuse und Schildläuse, die sich in den Blattachseln ansiedeln.[2] Als langlebige Stauden können Klivien über viele Jahrzehnte am Standort verbleiben, wobei Bestandsrückgänge von *C. miniata* über Zeiträume von 90 Jahren dokumentiert wurden.[4] In ihrem natürlichen Habitat fungieren sie als wichtige Nektarquelle im Unterholz der Afromontanen Wälder und Küstenwälder Südafrikas.[2]
Vorkommen & Lebensraum
Die Gattung *Clivia* ist im südlichen Afrika endemisch, wobei der Schwerpunkt der natürlichen Verbreitung in den südafrikanischen Provinzen Ostkap und KwaZulu-Natal sowie in Eswatini liegt.[1][5] Das Areal erstreckt sich nordwärts bis in die Provinzen Mpumalanga und Limpopo, während *Clivia mirabilis* ein isoliertes Vorkommen im Nordkap besiedelt.[2] In ihrem natürlichen Habitat besiedeln die Pflanzen vorwiegend schattige Unterhölzer von Wäldern, Waldränder und Uferzonen entlang der Großen Randstufe und der Drakensberge.[3][4] Sie sind charakteristische Elemente der afromontanen und küstennahen Waldökosysteme und bevorzugen humusreiche, gut durchlässige Böden. Die vertikale Verbreitung reicht typischerweise von 100 bis 1.500 Metern über dem Meeresspiegel, abhängig von der Art und dem lokalen Mikroklima.[4] Während die meisten Arten Waldböden bevorzugen, ist *Clivia robusta* an Sumpfwälder im Pondoland angepasst, wohingegen *Clivia caulescens* in Nebelwäldern oft lithophytisch auf Felsen oder epiphytisch auf Bäumen wächst.[2] Eine ökologische Ausnahme bildet *Clivia mirabilis*, die im semiariden Winterregengebiet des Bokkeveld-Plateaus im Oorlogskloof-Naturschutzgebiet überdauert. Das natürliche Habitat ist durch ein subtropisches Klima mit milden Wintern und überwiegenden Sommerniederschlägen zwischen 700 und 2.000 mm jährlich geprägt.[2] Die Einführung nach Europa begann in den frühen 1820er Jahren mit *Clivia nobilis*, gefolgt vom Export von *Clivia miniata* nach England in den 1850er Jahren. Heute wird die Gattung weltweit in gemäßigten und tropischen Regionen wie Nordamerika, Asien und Australien kultiviert.[3][4] In Mitteleuropa und speziell im DACH-Raum sind *Clivia*-Arten nicht winterhart und kommen ausschließlich in Kultur als Zierpflanzen in Wintergärten oder Wohnräumen vor.[4][2] Sie gedeihen in diesen anthropogenen Lebensräumen, sofern die Wintertemperaturen nicht unter 10 °C fallen und Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung besteht, was ihrem natürlichen Schattenhabitat entspricht.[4] Außerhalb des nativen Areals wurden begrenzte Verwilderungen in geeigneten Klimazonen wie Mexiko berichtet, meist bleiben die Bestände jedoch auf Gärten beschränkt.[1][2] In den Ursprungsgebieten sind die Populationen zunehmend durch landwirtschaftliche Expansion sowie illegale Entnahmen für traditionelle Medizin und den Pflanzenhandel fragmentiert.[7][8]
Saisonalität & Aktivität
Die Gattung *Clivia* umfasst immergrüne, ausdauernde Pflanzen, deren phänologische Aktivität stark an saisonale Klimamuster angepasst ist.[5] Die Blütezeiten variieren artspezifisch erheblich: Während *Clivia miniata* im natürlichen Habitat primär vom frühen Frühling bis Frühsommer (April bis Juni) blüht, zeigen andere Arten abweichende Rhythmen. So liegt die Hauptblütezeit von *Clivia gardenii* und *Clivia robusta* im Spätherbst und Winter zwischen Mai und Juli. *Clivia nobilis* blüht vom mittleren Winter bis zum Frühsommer, wohingegen *Clivia caulescens* und *Clivia mirabilis* ihre Infloreszenzen im Frühling und Sommer hervorbringen.[2] Nach der erfolgreichen Bestäubung reifen die beerenartigen Früchte über einen Zeitraum von mehreren Monaten, wobei sie sich von grün zu rot verfärben.[5] Für die Blüteninduktion ist in der Kultur oft eine kühle Ruhephase bei etwa 10 °C über sechs bis acht Wochen im Winter erforderlich, da die Pflanzen im natürlichen Habitat Temperaturen zwischen 3 °C und 30 °C ausgesetzt sind.[4] Die Aktivität der Bestäuber ist tageszeitlich gebunden, da Nektarvögel die hängenden Blütenformen besuchen, während Schmetterlinge die aufrechten Blüten von *C. miniata* anfliegen. Das öffentliche Suchinteresse in Deutschland spiegelt diese biologischen Rhythmen wider und erreicht seine Höchstwerte in den Monaten April und Mai, parallel zur typischen Blütezeit kultivierter Exemplare auf der Nordhalbkugel.[4]
Bronnen & Referenties
- https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:1408-1
- https://pza.sanbi.org/clivia-miniata
- https://plants.ces.ncsu.edu/plants/clivia-miniata/
- https://www.rhs.org.uk/plants/22087/clivia/details
- https://redlist.sanbi.org/genus.php?genus=2081
- https://bsapubs.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/ajb2.70092
- https://www.sanbi.org/wp-content/uploads/2024/06/2006_Bothalia36_1.pdf
- https://issafrica.org/iss-today/rare-clivias-targeted-in-southern-africa-s-evolving-illegal-plant-trade
- https://wagwalking.com/condition/clivia-lily-poisoning
- Literaturzusammenfassung: Clivia