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Sneeuwheide Erica Carnea
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Taxonomie
Rijk
Pflanzen (Plantae)
Stam
Tracheophyta (Tracheophyta)
Klas
Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Orde
Ericales (Ericales)
Familie
Ericaceae
Geslacht
Erica
Soort
Erica carnea
Wetenschappelijke naam
Erica carnea L.
Geaccepteerde naam
Einleitung
Die **Schneeheide** (*Erica carnea*) ist ein immergrüner, teppichbildender Zwergstrauch aus der Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae), der vorwiegend in den Gebirgsregionen Mittel- und Südeuropas verbreitet ist.[1][2] Aufgrund ihrer frühen Blütezeit vom Spätwinter bis zum Frühjahr dient die Art als wichtige Nahrungsquelle für früh aktive Bestäuber wie Bienen.[3][2] In der botanischen Nomenklatur werden *Erica herbacea* und *Erica mediterranea* als Synonyme geführt.[1]
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ontwikkeling door de jaren heen
Fakten (kompakt)
- Die urnenförmigen Blütenkronen weisen eine Länge von 4 bis 6 mm auf, wobei die schmalen Kelchblätter oft mehr als die Hälfte der Kronröhre bedecken. - Jede Blüte verfügt über acht Staubblätter mit dunkel rotbraunen Antheren, die leicht aus der Öffnung der Blütenkrone herausragen. - Die Blütenstände organisieren sich in 2 bis 8 cm langen Trauben, die typischerweise aus Clustern von 3 bis 7 Einzelblüten bestehen. - In der gärtnerischen Klassifizierung wird die Art den USDA-Winterhärtezonen 5 bis 7 zugeordnet, wobei in sehr kalten Regionen Mulch als Winterschutz empfohlen wird. - Ein leichter Rückschnitt der Triebe unmittelbar nach der Blütezeit fördert ein dichteres Wachstum und den Formerhalt. - Trotz hoher Widerstandsfähigkeit neigt die Pflanze auf schlecht drainierten Böden zu Wurzelfäule. - Das natürliche Verbreitungsgebiet schließt neben den Alpen auch Vorkommen in der Tschechischen Republik, der Slowakei und Albanien ein. - In Großbritannien ist die Art stellenweise verwildert und hat sich in geeigneten Habitaten eingebürgert.[9]
Name & Einordnung
Die wissenschaftliche Erstbeschreibung von *Erica carnea* erfolgte im Jahr 1753 durch Carl von Linné in seinem fundamentalen Werk *Species Plantarum*.[1][2] Der Gattungsname *Erica* leitet sich vom altgriechischen Wort *ereikē* ab, das bereits der antike Gelehrte Theophrastos in seinen Schriften für Heidepflanzen verwendete. Das lateinische Art-Epitheton *carnea* bedeutet „fleischfarben“ und bezieht sich auf die charakteristische hellrosa Färbung der Blüten.[3] Zu den taxonomisch relevanten Synonymen zählen *Erica herbacea* L. sowie *Erica mediterranea* L.[1] Obwohl der Name *Erica herbacea* ebenfalls 1753 publiziert wurde, entschied der Internationale Botanische Kongress 1999, den Namen *Erica carnea* formell zu konservieren, um die Stabilität in der Nomenklatur zu gewährleisten.[4] Die Art steht innerhalb der Familie der Ericaceae (Heidekrautgewächse) in der Gattung *Erica*, für die im Deutschen auch die Bezeichnung Glockenheide verwendet wird.[2] Es werden aktuell keine infraspezifischen Taxa wie Unterarten oder Varietäten unterschieden.[1] Internationale Trivialnamen wie „winter heath“ (Winterheide), „spring heath“ oder „alpine heath“ verweisen auf die frühe Blütezeit und das alpine Verbreitungsgebiet.[3] In der Gartenbaukultur ist zudem die Hybride *Erica × darleyensis* von Bedeutung, die aus einer Kreuzung von *Erica carnea* mit *Erica erigena* hervorging.[4]
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Erica carnea wächst als immergrüner Zwergstrauch, der Wuchshöhen von 10 bis 30 cm erreicht.[3][2] Die Pflanze bildet dichte, mattenartige Polster, wobei sich die verholzenden Stängel niederliegend bis aufsteigend horizontal bis zu 50 cm ausbreiten. Junge Zweige sind kahl und tragen die Blätter oft in rechtwinkliger Anordnung.[3] Die nadelartigen, linealen Laubblätter sind 4 bis 10 mm lang und stehen in Quirlen zu dritt oder viert am Stängel.[3][2] Das Laub ist kahl sowie dunkel- bis mittelgrün gefärbt und bleibt das ganze Jahr über erhalten.[3] In den Wintermonaten nehmen die Blätter oft eine bronzene oder rötliche Färbung an.[2] Die nickenden Blüten bilden einseitswendige, endständige Trauben von 2 bis 8 cm Länge. Diese Blütenstände setzen sich meist aus Clustern von 3 bis 7 Einzelblüten zusammen. Die schmalen, urnen- oder glockenförmigen Blütenkronen messen 4 bis 6 mm in der Länge.[3] Die Färbung der Kronblätter variiert typischerweise zwischen dunkel rot-rosa, magenta und weiß.[2] Ein charakteristisches Bestimmungsmerkmal sind die acht Staubblätter mit dunkel rotbraunen Staubbeuteln, die leicht aus der Kronröhre herausragen. Der Kelch verfügt über schmale Zipfel, deren Länge oft mehr als die Hälfte der Blütenkrone beträgt.[3] Die Blütezeit beginnt bereits im späten Winter und reicht bis in das zeitige Frühjahr.[2] Nach der Befruchtung reifen die Blüten zu kleinen, aufspringenden Kapseln heran. Diese Früchte setzen zahlreiche winzige Samen frei, die durch den Wind verbreitet werden. Unterirdisch bildet die Art ein Wurzelsystem aus, das feine Wurzeln für die Symbiose mit Mykorrhizapilzen besitzt.[3]
Beschreibung
Die Schneeheide (*Erica carnea*) ist ein immergrüner Zwergstrauch, der als charakteristisches Element der europäischen Gebirgsflora dichte, mattenartige Bestände bildet. Im natürlichen Habitat besiedelt die Art vorwiegend felsige Hänge, lichte Kiefernwälder und subalpine Graslandschaften, wobei sie Höhenlagen von 500 bis zu 2.200 Metern erreicht.[2] Das Wachstum erfolgt durch niederliegende, verholzende Stämme, die sich flächig ausbreiten und an den Knoten bewurzeln können, was der Pflanze eine hohe Resistenz gegen Erosion verleiht und die Bildung ausgedehnter Klone ermöglicht.[1][4] Eine wesentliche anatomische Anpassung an die harschen Winterbedingungen ist das nadelartige, quirlständig angeordnete Laub, das durch seine reduzierte Oberfläche die Transpiration bei Frosttrocknis und starkem Wind minimiert.[1][5] Physiologisch schützt sich die Pflanze durch die Anreicherung löslicher Zucker im Gewebe, die als Frostschutzmittel gegen intrazelluläres Gefrieren wirken und Temperaturen bis -25 °C tolerierbar machen.[5] Im Gegensatz zu vielen anderen Vertretern der Ericaceae ist *Erica carnea* kalktolerant und gedeiht auch auf dolomitischen Böden mit einem pH-Wert bis 7,5, solange eine gute Drainage gewährleistet ist.[2] Die Nährstoffaufnahme in diesen oft oligotrophen Böden wird durch eine Symbiose mit ericoiden Mykorrhizapilzen optimiert, deren Hyphen die feinen Wurzeln durchdringen und schwer verfügbaren Stickstoff sowie Phosphor erschließen.[5] Ein herausragendes Merkmal ist die phänologische Strategie der Winterblüte, bei der die Infloreszenzen bereits im Vorjahr angelegt werden, um oft schon ab Januar oder direkt nach der Schneeschmelze zu blühen. Diese glockenförmigen Blüten dienen als exklusive Nektarquelle für früh fliegende Insekten wie Hummelköniginnen (*Bombus* spp.), wodurch die Art eine Schlüsselrolle im lokalen Ökosystem einnimmt.[2] Morphologisch unterscheidet sich die Schneeheide von der verwandten Besenheide (*Calluna vulgaris*) durch den deutlich sichtbaren Kelch, der kürzer als die fleischfarbene Krone ist, sowie durch die Nadelblätter, die nicht schuppenartig anliegen.[1] Die Erstbeschreibung erfolgte 1753 durch Carl von Linné in *Species Plantarum*, wobei der Artname *carnea* (fleischfarben) auf die typische rosa Färbung der Wildform anspielt. Historisch wurde die Art auch unter dem Synonym *Erica herbacea* geführt, bevor sich der heutige Name taxonomisch durchsetzte.[4][1] Nach der Anthese entwickeln sich die befruchteten Blüten zu kleinen Kapselfrüchten, die bei Reife aufspringen und zahlreiche winzige Samen zur Windverbreitung freigeben. Die Art zeigt keine ausgeprägten Geschlechtsdimorphismen, da die Blüten zwittrig sind; der Lebenszyklus ist jedoch auf Fremdbestäubung ausgelegt, wenngleich Selbstbestäubung möglich ist.[1] In der historischen Ethnobotanik fand die Pflanze gelegentlich als mildes Diuretikum Verwendung, spielte jedoch medizinisch eine geringere Rolle als andere Heidekrautgewächse.[7]
Verhalten
Als kriechender Zwerstrauch zeigt *Erica carnea* ein ausgeprägtes horizontales Wachstumsverhalten, bei dem sich die niederliegenden Stämme zu dichten Matten ausbreiten.[3][2] Diese Wuchsform dient als Anpassung an subalpine Winterbedingungen, indem sie mechanische Schäden durch Schneelasten minimiert und die Pflanze unter der Schneedecke isoliert.[5] Eine zentrale phänologische Verhaltensweise ist die extrem frühe Blütezeit von Januar bis April, wodurch die Art der Konkurrenz um Bestäuber entgeht.[4] In dieser Zeit interagiert die Schneeheide als essentielle Nahrungsquelle mit früh fliegenden Insekten, insbesondere Königinnen der Gattung *Bombus* und Schwebfliegen (*Syrphidae*).[2] Die röhrenförmigen Blüten sind dabei speziell an kurzrüsselige Besucher angepasst, um auch bei kalten Bedingungen einen effektiven Pollentransfer zu gewährleisten.[4] Zur Nährstoffaufnahme in oligotrophen Böden geht *Erica carnea* eine symbiotische Interaktion mit erikoiden Mykorrhizapilzen ein, die intrazelluläre Hyphenknäuel in den Feinwurzeln bilden.[7] Als physiologische Reaktion auf Kältestress akkumuliert die Pflanze lösliche Zucker in ihren Geweben, die als osmotischer Schutz gegen das Gefrieren der Zellen und Austrocknung dienen.[5] Gegenüber Herbivoren zeigt die Art eine passive Abwehrstrategie durch zähes, immergrünes Laub und sekundäre Pflanzenstoffe, was sie für Rothirsche (*Cervus elaphus*) nur mäßig attraktiv macht.[2] Nach der Anthese öffnen sich die dehiszenten Kapseln mechanisch, um die zahlreichen winzigen Samen für die Windausbreitung freizusetzen.[3] Zusätzlich bietet die dichte Wuchsstruktur Schutz und Mikrohabitate für bodenbewohnende Invertebraten wie Käfer und Spinnen.[2]
Ökologie
Die Schneeheide (*Erica carnea*) besiedelt vorwiegend felsige Hänge, offene Nadelwälder und subalpine Graslandschaften in montanen bis subalpinen Höhenlagen von 500 bis 2.200 Metern.[2][3] Die Art bevorzugt gut durchlässige, sandige oder kiesige Substrate und gedeiht im Gegensatz zu vielen anderen Heidekrautgewächsen auch auf kalkhaltigen Böden mit einem pH-Wert zwischen 4,5 und 7,5.[2] In ihrem natürlichen Habitat ist sie häufig mit Koniferen wie der Bergkiefer (*Pinus mugo*) und der Waldkiefer (*Pinus sylvestris*) vergesellschaftet.[1] Durch ihre frühe Blütezeit von Januar bis April besetzt *Erica carnea* eine wichtige zeitliche Nische, in der sie kaum Konkurrenz um Bestäuber hat. Sie dient als essenzielle Nektar- und Pollenquelle für früh fliegende Insekten, insbesondere für Königinnen von Hummeln (*Bombus* spp.) und Schwebfliegen (*Syrphidae*), die aus der Winterruhe erwachen.[2] Der polsterartige, niedrige Wuchs und die immergrünen Nadelblätter schützen die Pflanze vor mechanischen Schäden durch Schneelast sowie vor Austrocknung durch kalte Winde.[5][2] Um auf nährstoffarmen Böden zu überleben, geht die Pflanze eine Symbiose mit ericoiden Mykorrhizapilzen ein, deren Hyphen die Aufnahme von Stickstoff und Phosphor aus schwer zersetzbarem organischen Material erleichtern.[7] Als Futterpflanze spielt sie eine untergeordnete Rolle, wird jedoch gelegentlich von Rothirschen (*Cervus elaphus*) beäst, wobei sekundäre Pflanzenstoffe eine gewisse Fraßresistenz bieten.[2] Die dichten Matten bieten zudem Mikrohabitate und Schutz für bodenbewohnende Wirbellose wie Käfer und Spinnen.[4] In staunassen Böden ist die Art anfällig für Wurzelfäule durch *Phytophthora*-Arten, was ihre Verbreitung auf gut drainierte Standorte limitiert.[8]
Bedeutung, Schäden & Prävention
Erica carnea wird primär als ökologisch wertvoller Nützling und Zierpflanze klassifiziert, von der keine invasive Verdrängungswirkung ausgeht. Aufgrund der extrem frühen Blütezeit von Januar bis April stellt sie eine essenzielle Nahrungsquelle für früh fliegende Insekten wie Hummelköniginnen (Bombus spp.) und Schwebfliegen dar, wenn kaum andere Ressourcen verfügbar sind.[3][2] In naturnahen Heidegebieten und an Hängen trägt das dichte Wurzelsystem zudem signifikant zur Bodenstabilisierung und Erosionskontrolle bei.[2] Die Art ist generell widerstandsfähig und wird kaum von ernsthaften tierischen Schädlingen befallen.[4] Gelegentlicher Wildverbiss durch Rothirsche (Cervus elaphus) kommt vor, doch die Pflanze zeigt sich aufgrund harter Blätter und sekundärer Inhaltsstoffe meist resistent gegen starke Schäden.[2] Das größte gesundheitliche Risiko für die Pflanze geht von Staunässe aus, die zu Wurzelfäule durch Phytophthora-Pilze führen kann.[4][8] Typische Befallsanzeichen sind welkendes Laub und geschwärzte Wurzeln, was oft zum raschen Absterben führt.[8] Zur baulichen und hygienischen Prävention ist ein gut durchlässiger, sandiger oder kiesiger Boden essenziell, da verdichtete Substrate die Infektionsgefahr drastisch erhöhen.[2] Befallene Pflanzen sollten entfernt und der Boden durch Drainageverbesserung saniert werden, da chemische Bekämpfung oft weniger effektiv ist als kulturelle Maßnahmen.[8][2] Ein leichter mechanischer Rückschnitt der Triebspitzen unmittelbar nach der Blüte im späten Frühjahr fördert den kompakten Wuchs und verhindert das Verkahlen.[2] Historisch fand die Schneeheide in der alpinen Volksmedizin als Diuretikum und Antiseptikum bei Harnwegsbeschwerden oder Rheuma Anwendung, wenngleich ihre Bedeutung hinter der von Calluna vulgaris zurückblieb.[4] Außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebiets, etwa in Nordamerika, gilt sie als nicht invasiv.[2]
Wirtschaftliche Bedeutung
Die Schneeheide besitzt eine primäre wirtschaftliche Bedeutung im Zierpflanzenbau, wo sie als robuster Bodendecker und für die Winterbegrünung geschätzt wird.[3][2] Seit der Einführung in die britische Gartenkultur im Jahr 1763 entwickelte sich *Erica carnea* zu einem festen Bestandteil des Landschaftsbaus, insbesondere in spezialisierten Heidegärten.[2] Der kommerzielle Handel profitiert von über 100 existierenden Sorten, die gezielt auf Blütenfarbe, kompakten Wuchs und Laubfärbung selektiert wurden.[3][2] Bekannte Sorten wie 'Springwood White' oder 'Ann Sparkes' erhielten Auszeichnungen wie den "Award of Garden Merit", was ihren Marktwert und ihre Zuverlässigkeit für Konsumenten unterstreicht. Neben reinen Sorten sind Hybriden wie *Erica* × *darleyensis* wirtschaftlich relevant, da sie die Verkaufs- und Blütesaison bis in den späten Winter verlängern.[2] Im Landschaftsbau wird die Art zudem funktionell zur Erosionskontrolle an Hängen eingesetzt, was Instandhaltungskosten in schwierigem Gelände senken kann.[3] Als Nützlingspflanze bietet sie ökonomischen Mehrwert durch die Bereitstellung von Nektar und Pollen für früh fliegende Bestäuber wie Hummelköniginnen, was die Bestäubungsleistung in angrenzenden Ökosystemen fördert.[2] Wirtschaftliche Verluste durch Schädlinge sind bei dieser Art vernachlässigbar, da keine ernsthaften Insektenplagen bekannt sind.[3] Einzig im Produktionsgartenbau können Ausfälle durch Wurzelfäule (*Phytophthora*) bei unzureichender Drainage auftreten, was entsprechende Kulturmaßnahmen erfordert.[3][2] Historisch wurde die Pflanze in der alpinen Volksmedizin als Diuretikum genutzt, besitzt jedoch heute keine nennenswerte pharmazeutische Marktbedeutung.[7] Außerhalb ihres nativen Verbreitungsgebiets verursacht *Erica carnea* keine wirtschaftlichen Schäden als invasive Art, da sie sich kaum aggressiv ausbreitet.[2]
Biologie & Lebenszyklus
Erica carnea wächst als immergrüner Zwergstrauch, der durch niederliegende, verholzende Zweige dichte Matten bildet und Wuchshöhen von 10 bis 30 cm erreicht.[3][1] Die vegetative Ausbreitung erfolgt über diese kriechenden Triebe, die Breiten von bis zu 50 cm oder mehr einnehmen können.[3] Die Blütezeit ist phänologisch bemerkenswert früh und erstreckt sich im nativen Verbreitungsgebiet von Januar bis April. Die Bestäubung wird primär durch früh im Jahr aktive Insekten gewährleistet, insbesondere durch Hummelköniginnen (*Bombus* spp.) und Schwebfliegen (*Syrphidae*).[7] Da zu diesem Zeitpunkt nur wenige andere Nektarquellen verfügbar sind, fungiert die Schneeheide als ökologische Schlüsselart für diese Bestäuber.[2] Die urnenförmigen Blüten sind morphologisch an kurzrüsselige Besucher angepasst und ermöglichen eine effektive Pollenübertragung auch bei niedrigen Temperaturen.[7] Nach der Befruchtung reifen die Fruchtknoten zu kleinen, aufspringenden Kapseln heran, die zahlreiche winzige Samen zur Windverbreitung freisetzen.[3] Die Keimung der Samen erfolgt unter günstigen Bedingungen innerhalb von ein bis drei Monaten bei Temperaturen um 15 bis 20 °C.[2] Physiologisch ist die Pflanze an extreme Kälte angepasst und toleriert Temperaturen bis -20 °C, wobei lösliche Zucker in den Geweben als osmotischer Schutz gegen intrazelluläres Gefrieren wirken. Der kompakte Wuchs und die nadelförmigen Blätter minimieren zudem Wasserverluste durch Transpiration und schützen vor mechanischen Schäden durch Schneelasten.[5] Für die Nährstoffaufnahme ist *Erica carnea* auf eine Symbiose mit ericoiden Mykorrhizapilzen angewiesen. Diese Pilze bilden Hyphenknäuel in den Feinwurzeln und ermöglichen die Mobilisierung von Stickstoff und Phosphor aus organischem Material in sauren Böden.[7] Zu den natürlichen Feinden zählen Pilze der Gattung *Phytophthora*, die Wurzelfäule verursachen und besonders auf schlecht drainierten Standorten zum Absterben der Pflanzen führen.[4] Herbivorie spielt eine untergeordnete Rolle, wobei gelegentlicher Verbiss durch Rotwild (*Cervus elaphus*) dokumentiert ist, die Pflanze jedoch durch hartes Laub geschützt ist. Die dichte Wuchsform bietet zudem wichtigen Lebensraum und Schutz für kleine Invertebraten wie Spinnen und bodenbewohnende Käfer.[7]
Vorkommen & Lebensraum
Das natürliche Verbreitungsgebiet von *Erica carnea* umfasst die Gebirgsregionen Mittel-, Ost- und Südeuropas, wo die Art in temperaten Biomen gedeiht.[1] Der Schwerpunkt der Vorkommen liegt in den Alpen, den Apenninen, den Pyrenäen, den Karpaten sowie den Gebirgszügen des Balkans.[1][6] Das Areal erstreckt sich von Frankreich und Spanien (Katalonien) im Westen über den gesamten Alpenraum (Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien) bis nach Rumänien und Griechenland. Vertikal besiedelt die Schneeheide vorwiegend die montane bis subalpine Höhenstufe in Lagen zwischen 500 und 2.200 Metern.[2] Als typische Habitate gelten felsige Hänge, offene Nadelwälder, Zwergstrauchheiden und subalpine Magerrasen.[1][2] Im Gegensatz zu vielen anderen Heidekrautgewächsen wächst *Erica carnea* bevorzugt auf kalkhaltigen oder dolomitischen Untergründen, sofern diese gut drainiert sind. Die Pflanzen tolerieren Boden-pH-Werte im sauren bis neutralen Bereich (4,5–7,0) und sind an sandige oder kiesige Substrate angepasst.[2] In natürlichen Beständen ist die Art häufig mit Koniferen wie der Bergkiefer (*Pinus mugo*) und der Waldkiefer (*Pinus sylvestris*) vergesellschaftet.[1] Klimatisch ist die Schneeheide an kühle, feuchte Sommer und schneereiche Winter angepasst, wobei die Schneedecke als Schutz vor extremen Frösten dient.[2] Außerhalb des nativen Areals wurde die Art in Regionen wie Südengland eingeschleppt, wo sie stellenweise verwildert ist. Auch in Nordamerika existieren Nachweise von aus Gärten entflohenen Exemplaren, die jedoch nicht als breit naturalisiert gelten.[1] Beobachtungsdaten bestätigen die aktuelle Konzentration der Bestände in den europäischen Hochgebirgen sowie verstreute Vorkommen im Siedlungsraum durch gärtnerische Nutzung.[2]
Saisonalität & Aktivität
Die Blütezeit von *Erica carnea* erstreckt sich im nativen Verbreitungsgebiet primär von Januar bis April, wobei die Anthese im Spätwinter beginnt.[2][3] Diese phänologische Nische ermöglicht es der Pflanze, Konkurrenz um Bestäuber zu vermeiden, da nur wenige andere Arten in diesem Zeitraum blühen.[5] Die Blütenstände werden bereits in der vorangegangenen Wachstumssaison an den Kurztrieben angelegt, was die rasche Entwicklung bei steigenden Temperaturen ermöglicht. Als essentielle Nahrungsquelle dient die Schneeheide früh emergierenden Insekten, insbesondere Königinnen von Hummeln (*Bombus* spp.) und Schwebfliegen, die ihre Winterruhe beenden.[4][2] Physiologisch ist die Art an subalpine Bedingungen angepasst und hält Temperaturen bis zu -20°C stand, wobei lösliche Zucker im Gewebe als Frostschutz fungieren.[2] Der immergrüne Zwerstrauch behält seine Nadelblätter ganzjährig, wobei sich das Laub in den Wintermonaten häufig bronze- oder rötlich verfärbt.[4] Durch den niedrigen, polsterartigen Wuchs ist die Pflanze in der Lage, unter einer Schneedecke zu überwintern, welche sie vor extremen Frösten und Austrocknung durch Wind schützt. Auch unter Schneebedeckung und bei tiefen Temperaturen kann *Erica carnea* photosynthetische Prozesse aufrechterhalten. Nach der Bestäubung reifen die Früchte zu kleinen Kapseln heran, die ihre Samen über den Wind verbreiten.[2] Ergänzend zu den biologischen Aktivitätsphasen zeigt das öffentliche Suchinteresse Spitzenwerte in den Monaten September und Oktober, was zeitlich eher mit der herbstlichen Pflanzsaison im Gartenbau korreliert als mit der natürlichen Blütezeit.
Bronnen & Referenties
- https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:332092-2
- https://www.floraweb.de/php/artenhome.php?suchnr=21680
- https://landscapeplants.oregonstate.edu/plants/erica-carnea
- https://research.kent.ac.uk/kent-ethnobotanical-herbarium/record/rm05-erica-carnea-l/
- https://doi.org/10.1016/j.envexpbot.2015.06.007
- https://ww2.bgbm.org/EuroPlusMed/PTaxonDetail.asp?NameCache=Erica+carnea
- https://pfaf.org/user/Plant.aspx?LatinName=Erica+carnea
- https://www.umass.edu/agriculture-food-environment/landscape/landscape-message-april-24-2020
- Literaturzusammenfassung: Erica carnea