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Lexicon-vermelding

Kleine huisvlieg Fannia canicularis

Kleine huisvlieg
Matig risico Plaag Kan bijten Fysiek gevaar

Taxonomie

Rijk Tiere (Animalia)
Stam Gliederfüßer (Arthropoda)
Klas Insekten (Insecta)
Orde Zweiflügler (Diptera)
Familie Fanniidae
Geslacht Fannia
Soort Fannia canicularis
Wetenschappelijke naam Fannia canicularis (Linnaeus, 1761)
Geaccepteerde naam

Einleitung

Die Kleine Stubenfliege (*Fannia canicularis*) ist eine Fliegenart aus der Familie der Fanniidae, die weltweit in gemäßigten Klimazonen verbreitet ist und als Kulturfolger häufig in Tierhaltungen sowie menschlichen Siedlungen auftritt.[1] Sie gilt vorwiegend als Lästling, der durch sein charakteristisches, kreisendes Schwarmverhalten in Gebäuden auffällt, kann jedoch als mechanischer Vektor auch Krankheitserreger übertragen.[2][3] Im Vergleich zur Großen Stubenfliege (*Musca domestica*) ist sie mit 3,5 bis 6 Millimetern Körperlänge deutlich kleiner, schlanker gebaut und durch eine gerade mittlere Flügelader sowie ihre Ruhehaltung abgrenzbar.[1]

Name & Einordnung

Der gültige wissenschaftliche Name der Art lautet *Fannia canicularis*, wobei die Erstbeschreibung auf Carl von Linné im Jahr 1761 zurückgeht. Ursprünglich klassifizierte Linné die Spezies in seinem Werk *Fauna Suecica* unter dem Namen *Musca canicularis*. Der französische Entomologe Jean-Baptiste Robineau-Desvoidy etablierte 1830 die Gattung *Fannia* und überführte die Art in diese neue Gruppe, womit er sie taxonomisch von der Gattung *Musca* abgrenzte. Der Gattungsname *Fannia* entstammt Robineau-Desvoidys Werk *Essai sur la tribu des Muscides*, in dem er verschiedene kleine, gräuliche Fliegen zusammenfasste. Das Art-Epitheton *canicularis* leitet sich vom Lateinischen ab und bezieht sich auf den Hundsstern (Sirius) oder die „Hundstage“, was auf die Häufigkeit der Art in den warmen Sommermonaten anspielt. Heute wird die Art der Familie Fanniidae zugeordnet, was sie von der Familie der Echten Fliegen (Muscidae), zu der die Große Stubenfliege gehört, unterscheidet.[1] Im deutschsprachigen Raum ist die Bezeichnung Kleine Stubenfliege etabliert.[3] International sind die englischen Trivialnamen „lesser house fly“ oder „little house fly“ gebräuchlich.[1]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die Kleine Stubenfliege (*Fannia canicularis*) ist ein kleiner Zweiflügler mit einer Körperlänge von 3,5 bis 6 mm, womit sie deutlich zierlicher und schlanker als die Gemeine Stubenfliege (*Musca domestica*) ist.[1][2] Der Thorax weist eine graue Grundfärbung auf und ist mit drei dunklen Längsstreifen versehen, die bei Männchen deutlicher ausgeprägt sind als bei Weibchen. Ein charakteristischer Sexualdimorphismus zeigt sich im Kopfbereich: Männchen sind holoptisch mit großen, sich dorsal berührenden Komplexaugen, während Weibchen dichoptisch mit getrennten Augen sind. Die Flügel sind klar bis leicht gelblich gefärbt und besitzen eine gerade verlaufende Medianader (M1+2), was ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zur gebogenen Ader bei *Musca domestica* darstellt.[1] In Ruhestellung werden die Flügel parallel über dem Rücken gefaltet, anstatt die für andere Stubenfliegen typische V-Form einzunehmen.[2] Die Halteren sind gelblich gefärbt. Das Abdomen der Männchen zeigt auf den Tergiten dunkle trapezförmige oder dreieckige Zeichnungen und ist an der Basis oft gelblich aufgehellt, wohingegen das Abdomen der Weibchen eher einheitlich grau erscheint.[1] Die Eier sind durchscheinend weiß, länglich geformt und besitzen laterale, flügelartige Fortsätze, die der Verankerung im Substrat dienen.[2] Die Larven unterscheiden sich morphologisch stark von typischen zylindrischen Maden: Sie sind abgeflacht, braun bis graubraun gefärbt und am gesamten Körper mit fleischigen Dornen besetzt.[2][1] Diese bedornte Struktur erleichtert die Fortbewegung in den bevorzugten halbflüssigen Substraten. Die Verpuppung erfolgt in einem tönnchenförmigen Puparium, das durch die Aushärtung der letzten Larvenhaut entsteht.[2] Zur sicheren Bestimmung dienen neben der geringeren Größe vor allem die gerade Flügeladerung und die spezifische Morphologie der Larven.[1]

Beschreibung

Die Kleine Stubenfliege (*Fannia canicularis*) ist eine schlanke, synanthrope Insektenart aus der Familie der Fanniidae, die weltweit in gemäßigten Zonen verbreitet ist. Mit einer Körperlänge von 3,5 bis 6 mm ist sie deutlich zierlicher als die Gemeine Stubenfliege (*Musca domestica*) und unterscheidet sich von dieser durch ihre schlankere Gestalt. Ein wesentliches Erkennungsmerkmal im Ruhezustand ist die Flügelhaltung: Die Flügel werden parallel über dem Hinterleib gefaltet, anstatt in der für Stubenfliegen typischen V-Form gespreizt zu sein. Der Thorax ist grau gefärbt und weist drei dunkle Längsstreifen auf, die bei den Männchen stärker hervortreten als bei den Weibchen. Ein ausgeprägter Sexualdimorphismus zeigt sich in der Anatomie der Augen: Männchen sind holoptisch, das heißt, ihre großen Komplexaugen stoßen auf der Stirn zusammen, während die Augen der Weibchen durch eine Stirnleiste getrennt bleiben (dichoptisch). Zudem besitzen Männchen oft gelbliche Markierungen an der Basis des Hinterleibs, wohingegen das Abdomen der Weibchen eher einheitlich grau erscheint. Die Mundwerkzeuge sind als leckend-saugender Rüssel ausgebildet, mit dem Flüssigkeiten wie Nektar oder Sekrete aufgenommen werden.[2] Die Entwicklung der Art verläuft über eine vollständige Metamorphose, wobei die Larvenstadien morphologisch besonders charakteristisch sind.[1] Im Gegensatz zu den glatten, zylindrischen Maden der Gattung *Musca* sind die Larven von *F. canicularis* abgeflacht, braun gefärbt und mit zahlreichen fleischigen Dornen besetzt.[2][1] Diese Fortsätze erleichtern die Fortbewegung in halbflüssigen Substraten wie feuchtem Dung oder faulendem Pflanzenmaterial, wo sie sich als Detritivoren ernähren. Adulte Männchen zeigen ein auffälliges Schwarmverhalten, bei dem sie in schattigen, windstillen Bereichen – oft unter Lampen oder in Türrahmen – unregelmäßige Kreisbahnen fliegen. Dieses territoriale Patrouillieren dient der visuellen Ortung von Weibchen und findet meist auf Kopfhöhe statt.[1] Die Art toleriert kühlere Temperaturen besser als viele verwandte Fliegenarten und bleibt daher auch im Frühjahr und Herbst aktiv, wenn andere Populationen zurückgehen. Historisch wurde die Spezies 1761 von Carl von Linné als *Musca canicularis* erstbeschrieben, wobei sich der Name auf die „Hundstage“ bezieht, da die Fliegen im Sommer besonders zahlreich auftreten. Später wurde sie taxonomisch in die von Robineau-Desvoidy etablierte Gattung *Fannia* überführt, die sich unter anderem durch eine gerade verlaufende mittlere Flügelader von den Echten Fliegen abgrenzt.[2]

Verhalten

In der Ruhestellung falten die Fliegen ihre Flügel flach über den Rücken, was sie von der V-Haltung der Großen Stubenfliege unterscheidet. Männliche *Fannia canicularis* bilden dichte Schwärme an windstillen, schattigen Orten, typischerweise 1,5 bis 2 Meter über dem Boden. Dabei zeigen sie ein charakteristisches, ausdauerndes Schwebeflugverhalten, bei dem sie oft auf Kopfhöhe in kreisförmigen oder unregelmäßigen Mustern unter Überhängen oder in der Nähe von Lampen patrouillieren. Das Fortpflanzungsverhalten ist durch Lek-artige Ansammlungen geprägt, bei denen Männchen vertikale Reviere in dreieckigen oder viereckigen Flugbahnen abfliegen. Sobald ein Artgenosse oder ein potenzieller Partner in einen Radius von 10 bis 15 cm eindringt, initiieren die Männchen Verfolgungsjagden, die in einer Paarung in der Luft oder auf einer Oberfläche enden können. Solitäre Männchen ruhen oft in einer kopfunter orientierten Haltung an vertikalen Oberflächen, was ihrer territorialen Wachsamkeit dient. Die Orientierung zur Nahrungssuche erfolgt stark chemisch gesteuert, wobei die Fliegen von fermentierenden Gerüchen aus verrottender Vegetation und tierischen Exkrementen angezogen werden.[2] Untersuchungen zu Lockstoffen identifizierten zudem Dibutylmalat als spezifisch attraktiv für diese Art.[3] Die Nahrungsaufnahme erfolgt über leckend-saugende Mundwerkzeuge, mit denen Flüssigkeiten wie Nektar, Schweiß oder Sekrete aus Dung aufgenommen werden. Adulte Tiere meiden direktes Sonnenlicht sowie große Hitze und suchen bevorzugt kühle, geschützte Bereiche wie Eingangsbereiche oder Patios auf.[2]

Ökologie

Die Larven von *Fannia canicularis* fungieren als Detritivoren, die sich primär von Bakterien in faulendem organischem Material wie Geflügelmist oder fermentierendem Pflanzenmaterial ernähren und so zum Nährstoffrecycling von Stickstoff und Phosphor beitragen.[1] Im Gegensatz zur Großen Stubenfliege (*Musca domestica*) besetzt die Art eine ökologische Nische, die durch kühlere Temperaturen geprägt ist, wobei die Aktivität bereits im zeitigen Frühjahr beginnt und bis in den Spätherbst andauert. Die bevorzugten Habitate sind schattige, windstille Bereiche, da adulte Tiere direktes Sonnenlicht und große Hitze meiden.[2] Für die Larvalentwicklung sind Substrate mit einem Feuchtigkeitsgehalt von 55–65 % optimal, wobei die Art auch niedrigere Temperaturen bis hinab zu 4,6 °C toleriert.[1] Im Nahrungsnetz dient *F. canicularis* als Wirt für verschiedene Parasitoide, darunter Schlupfwespen der Gattung *Muscidifurax*, sowie als Beute für räuberische Milben in Dungansammlungen. Zusätzlich wird die Art von entomopathogenen Pilzen wie *Metarhizium anisopliae* und *Beauveria bassiana* befallen, die als natürliche Regulatoren wirken können.[3] Adulte Fliegen nutzen flüssige Nahrungsquellen wie Nektar oder Tierausscheidungen und treten als Zwischenwirt für den Augenwurm *Thelazia californiensis* auf, den sie auf Vieh übertragen können.[1] Chemisch reagiert die Art spezifisch auf Lockstoffe wie Dibutylmalat, was ihre olfaktorische Orientierung im Habitat beeinflusst.[3]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Fannia canicularis gilt primär als Lästling und Hygieneschädling, der besonders in der Geflügelhaltung und im häuslichen Umfeld in der Nähe von organischen Abfällen auftritt. Das charakteristische Schwarmverhalten der Männchen in schattigen Bereichen und Innenräumen führt zu einer erheblichen Belästigung von Menschen und Nutztieren.[1] Obwohl die Art seltener auf Lebensmitteln landet als die Große Stubenfliege, fungiert sie als mechanischer Vektor für Pathogene wie Campylobacter, Staphylococcus aureus und Escherichia coli.[2] Zudem dient die Fliege als Zwischenwirt für den Augenwurm Thelazia californiensis, der bei Rindern und gelegentlich beim Menschen Konjunktivitis auslösen kann. In seltenen Fällen wurden fakultative Myiasis im Harn- oder Darmtrakt dokumentiert, die meist mit mangelnder Hygiene assoziiert sind.[1] In der Geflügelproduktion beeinträchtigen Massenvermehrungen die Arbeitseffizienz signifikant und können zu rechtlichen Beschwerden führen.[2] Ein effektives Management basiert auf Integrierter Schädlingsbekämpfung (IPM) mit Schwerpunkt auf sanitären Maßnahmen und Feuchtigkeitskontrolle. Das Trocknen von Dung auf unter 50 % Feuchtigkeit entzieht den Larven die Entwicklungsgrundlage, während bauliche Barrieren wie engmaschige Fliegengitter das Eindringen adulter Tiere verhindern.[3] Zur Überwachung der Befallsstärke werden Klebefallen oder Punktkarten eingesetzt.[1] Spezifische chemische Lockstoffe wie Dibutylmalat wurden identifiziert, um Fannia canicularis gezielt in Fallen zu lenken.[3] Biologische Bekämpfungsmaßnahmen umfassen den Einsatz von Schlupfwespen der Gattung Muscidifurax sowie Raubmilben, welche die Larven im Substrat dezimieren.[1] Ergänzend wurden Vorrichtungen entwickelt, die entomopathogene Pilze wie Metarhizium anisopliae oder Beauveria bassiana nutzen, um adulte Fliegen bei Kontakt zu infizieren.[3] Die chemische Bekämpfung nutzt Insektizide wie Cyromazin, wobei in der Intensivtierhaltung bereits Resistenzen gegen Mittel wie Pyrethrine beobachtet wurden.[2]

Wirtschaftliche Bedeutung

Die Kleine Stubenfliege (*Fannia canicularis*) ist ein bedeutender Schädling in der Landwirtschaft, insbesondere in der Geflügel- und Viehhaltung, wo sie durch Belästigung und Krankheitsübertragung wirtschaftliche Verluste verursacht.[4][1] In Geflügelställen mit Einstreu führt die Massenvermehrung in feuchtem Dung zu dichten Schwärmen, die das Farmpersonal belästigen und die Arbeitseffizienz sowie Produktivität signifikant verringern.[4][2] In kühleren Regionen oder Jahreszeiten, wie etwa in Kalifornien, kann die wirtschaftliche Belastung durch diese Art die der Großen Stubenfliege (*Musca domestica*) übertreffen, da der Dung dort oft nicht schnell genug trocknet, um die Brut zu verhindern. Hohe Populationsdichten führen häufig zu Beschwerden von Anwohnern und können behördliche Auflagen oder rechtliche Konsequenzen für Farmbetreiber nach sich ziehen.[2] Wirtschaftliche Schäden entstehen zudem durch veterinärmedizinische Probleme, da die Fliege als mechanischer Vektor für Pathogene wie *Salmonella* spp. und *Escherichia coli* fungiert. Die Art dient als Zwischenwirt für den Augenwurm *Thelazia californiensis*, der bei Rindern schmerzhafte Bindehautentzündungen und potenzielle Sehstörungen verursacht, was die Tiergesundheit beeinträchtigt.[1] Das Management erfordert erhebliche finanzielle Aufwendungen für Hygienemaßnahmen wie häufige Dungentfernung sowie für den Einsatz chemischer Bekämpfungsmittel wie Cyromazin.[4][2] Die Entwicklung von Resistenzen gegen Insektizide, einschließlich Pyrethrinen in Kombination mit Piperonylbutoxid, hat die Bekämpfung in intensiven landwirtschaftlichen Betrieben erschwert und die Kosten in die Höhe getrieben.[2] Die ökonomische Relevanz zeigt sich auch in der Entwicklung spezifischer Bekämpfungstechnologien, wie Fallen mit Dibutylmalat als Lockstoff oder biologische Vorrichtungen mit entomopathogenen Pilzen.[3]

Biologie & Lebenszyklus

Die Fortpflanzung von *Fannia canicularis* ist durch ein Lek-Paarungssystem geprägt, bei dem Männchen in schattigen Bereichen Schwärme bilden, um Weibchen anzulocken. Diese charakteristischen Schwärme finden oft in geschützten Bereichen wie unter Dachüberhängen oder in Innenräumen statt, wobei die Männchen in 1,5 bis 2 Metern Höhe kreisen. Nach der Paarung legen die Weibchen ihre Eier in mehreren Schüben ab, wobei eine proteinreiche Ernährung für die Eiproduktion (Vitellogenese) notwendig ist. Die Entwicklung verläuft holometabol über Ei, drei Larvenstadien und Puppe zur Imago. Die transluzenten, länglichen Eier besitzen seitliche flügelartige Fortsätze, die vermutlich der Verankerung oder dem Auftrieb im Substrat dienen. Nach dem Schlupf, der bei 24–27 °C innerhalb von 24 bis 48 Stunden erfolgt, ernähren sich die abgeflachten Larven von Bakterien und faulendem organischen Material.[2] Im Gegensatz zu den zylindrischen Maden der Großen Stubenfliege sind die Larven von *F. canicularis* mit fleischigen Dornen besetzt. Zur Verpuppung wandern die Larven in trockenere Bereiche des Substrats und bilden ein tönnchenförmiges Puparium. Der gesamte Lebenszyklus dauert unter optimalen Bedingungen 14 bis 21 Tage, kann sich aber je nach Temperatur auf bis zu 30 Tage erstrecken. Die Puppenruhe variiert stark zwischen 3 und 28 Tagen, wobei im Labor bei 25 °C etwa 13 Tage benötigt werden. In Mitteleuropa sind bis zu sieben Generationen pro Jahr möglich, da die Art kältetoleranter ist als *Musca domestica* und bereits ab 4,6 °C Entwicklungsfortschritte zeigt. Die Überwinterung erfolgt meist als Diapause im Puppenstadium oder als Larve. Bevorzugte Brutsubstrate sind stickstoffreicher Geflügel-, Schweine- oder Rindermist sowie fermentierende Pflanzenreste mit einem Feuchtigkeitsgehalt von 55–65 %. Adulte Fliegen nehmen mit ihren leckend-saugenden Mundwerkzeugen Flüssigkeiten wie Nektar, Tierschweiß oder Exsudate aus Dung auf. Zu den natürlichen Feinden zählen Schlupfwespen der Gattung *Muscidifurax* sowie räuberische Milben, die gezielt Larvenstadien dezimieren.[2] Zudem können entomopathogene Pilze wie *Metarhizium anisopliae* und *Beauveria bassiana* die Fliegen infizieren und abtöten.[3]

Vorkommen & Lebensraum

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet von *Fannia canicularis* liegt in Europa, wo die Art als autochthon betrachtet wird. Durch globalen Handel und Transportprozesse wurde sie jedoch weltweit verschleppt und ist heute kosmopolitisch etabliert. Das aktuelle Areal umfasst Nordamerika von Alaska bis Mexiko, weite Teile Asiens, Australien sowie diverse pazifische Inselgruppen. Ein dokumentiertes Beispiel für die historische Ausbreitung ist Hawaii, wo die Art erstmals 1901 nachgewiesen wurde und heute auf allen Inseln vorkommt.[1] Global liegen die Verbreitungsschwerpunkte in den gemäßigten Klimazonen, da die Fliege kühlere Bedingungen bevorzugt und extreme Hitze meidet.[1][2] In wärmeren Regionen beschränkt sich das Vorkommen oft auf kühlere Jahreszeiten wie Frühling und Herbst, während die Populationen im Hochsommer zurückgehen. Der Lebensraum ist stark synanthrop geprägt, wobei die Art häufig in unmittelbarer Nähe menschlicher Siedlungen und landwirtschaftlicher Betriebe anzutreffen ist.[2] Typische Habitate sind Geflügelfarmen und Areale mit Tierhaltung, wo sich große Mengen an Dung ansammeln.[3] Die Larvenentwicklung findet primär in feuchtem, faulendem organischen Material statt, darunter Tierkot, Kompost und fermentierender Grasschnitt.[2][3] Adulte Tiere suchen bevorzugt schattige, windgeschützte Außenbereiche wie Terrassen, Durchgänge oder Hauseingänge auf.[2] Von dort dringen sie regelmäßig in Gebäude ein, wobei sie Distanzen von über drei Kilometern zurücklegen können, um geeignete Strukturen zu erreichen.[1] Im Innenbereich nutzen Männchen den stillen Luftraum unter Decken oder Lampen für ihr charakteristisches Schwarmverhalten. Im Gegensatz zur Großen Stubenfliege toleriert *Fannia canicularis* niedrigere Temperaturen, was ihr das Überdauern in kühleren Umgebungen ermöglicht.[2]

Saisonalität & Aktivität

Die Kleine Stubenfliege (*Fannia canicularis*) zeigt eine ausgeprägte Saisonalität mit Aktivitätsspitzen im kühleren Frühjahr und Herbst, wobei die Populationen oft ansteigen, bevor jene der Großen Stubenfliege (*Musca domestica*) dominieren. Die Art toleriert niedrigere Temperaturen besser als viele verwandte synanthrope Fliegen; Adulte sind bereits ab 4,5 °C aktiv, meiden jedoch extreme Sommerhitze und direktes Sonnenlicht. In gemäßigten Klimazonen wie Mitteleuropa ist die Fliege multivoltin und kann in den wärmeren Monaten bis zu sieben Generationen pro Jahr hervorbringen. Die Entwicklungsdauer ist stark temperaturabhängig, wobei für den Zyklus etwa 482 Grad-Tage oberhalb eines Schwellenwertes von 4,64 °C benötigt werden. Während der Sommermonate gehen die Bestandsdichten in sehr heißen Regionen oft zurück, sofern keine beschatteten Rückzugsorte vorhanden sind, da die Tiere empfindlich auf Hitze reagieren. Das charakteristische Schwarmverhalten der Männchen lässt sich vorwiegend von Mai bis Oktober beobachten. Diese Schwärme bilden sich tagsüber in windstillen, schattigen Bereichen, da die Tiere Tageslicht für ihre visuellen Flugmanöver benötigen, aber direkte Sonneneinstrahlung vermeiden. Zur Überwinterung tritt die Art in kühleren Klimaten meist im Puppenstadium oder als Larve in eine Diapause ein, die bei steigenden Temperaturen im Frühjahr endet. In Regionen wie Massachusetts sind Adulte fast ganzjährig außer im Februar anzutreffen, mit einer Hauptaktivitätsphase von März bis Mitte Oktober. Ergänzende Daten zum Suchinteresse weisen auf eine erhöhte öffentliche Aufmerksamkeit im August hin, was trotz der biologischen Präferenz für kühlere Perioden auf eine anhaltende Lästigkeit im Spätsommer hindeuten kann.[2]

Voorkomen en huidige waarnemingen in Duitsland

  • Grauleshof, Endhaltestelle, 73431 Aalen, Deutschland

    29.12.2025

  • Mannheim, Schafweide Bstg A, 68167 Mannheim, Deutschland

    20.12.2025

  • Germany

    02.12.2025

  • Wörrstadt, Am Zollstock, 55286 Wörrstadt, Germany

    15.11.2025

  • Kissing, Kornstraße, 86438 Kissing, Deutschland

    15.11.2025

Daten: iNaturalist

Wetenschappelijk onderzoek en patenten

EP-0768823-B1 Chemical Toegekend

Verwendung von Dibutylmalat als Insektenlockstoff

Quest International (1995)

Relevantie: 10/10

Samenvatting

Die Erfindung identifiziert Dibutylmalat als spezifischen Lockstoff fuer Hausfliegen, insbesondere fuer Musca domestica und Fannia canicularis. Es werden Insektenfallen beschrieben, die Daempfe dieses Stoffes abgeben. Der Lockstoff wird vorzugsweise verduennt eingesetzt (unter 10 Gew.-%), um eine effektive Anziehung der Kleinen Stubenfliege in Fallen zu gewaehrleisten.

US-5427784-A Biological Toegekend

Vorrichtung mit Pilzen zur biologischen Bekaempfung von Insekten

Ecoscience Corporation (1992)

Relevantie: 8/10

Samenvatting

Das Patent beschreibt eine Infektionskammer, die pathogene Pilzsporen (wie Metarhizium anisopliae und Beauveria bassiana) enthaelt, um Insekten zu infizieren. Die Kammer schuetzt die Pilze vor Umwelteinfluessen und dient gleichzeitig als Lockmittel. Fannia canicularis wird spezifisch als eine der erfolgreich bekaempften Arten in den Anwendungsbeispielen genannt. Die Infektion erfolgt durch Kontakt oder Aufnahme der Sporen.

HU-T67879-A Biological Onbekend

Verfahren und Vorrichtung zur biologischen Bekaempfung von Insekten

Ecoscience Corporation (1990)

Relevantie: 8/10

Samenvatting

Dies ist ein Verfahren zur Bekaempfung von Schaedlingen mittels einer speziellen Vorrichtung, die entomopathogene Pilze beherbergt. Die Methode zielt darauf ab, fliegende Insekten wie die Kleine Stubenfliege (Fannia canicularis) durch eine hohe Konzentration an Sporen zu infizieren. Die Vorrichtung lockt die Insekten an und gewaehrleistet die Viabilitaet der Pilze ueber einen laengeren Zeitraum.

Bronnen & Referenties

  1. https://www.gbif.org/species/5094693
  2. https://ipm.ucanr.edu/home-and-landscape/flies/
  3. https://extension.psu.edu/pest-management-recommendations-for-poultry
  4. https://wwwcp.umes.edu/extension/wp-content/uploads/sites/139/2024/01/Fact-Sheet-Nuisance-flies-on-poultry-farms-0124-draft-v4.pdf