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Lexicon-vermelding

dambord bloem Fritillaria meleagris

dambord bloem

Taxonomie

Rijk Pflanzen (Plantae)
Stam Tracheophyta (Tracheophyta)
Klas Liliopsida (Liliopsida)
Orde Liliales (Liliales)
Familie Liliaceae
Geslacht Fritillaria
Soort Fritillaria meleagris
Wetenschappelijke naam Fritillaria meleagris L.
Geaccepteerde naam

Einleitung

Die **Schachbrettblume** (*Fritillaria meleagris*) ist eine ausdauernde, zwiebelbildende Pflanzenart aus der Familie der Liliengewächse (Liliaceae), die durch ihre nickenden, glockenförmigen und meist schachbrettartig gemusterten Blüten charakterisiert ist.[1][2] Das natürliche Verbreitungsgebiet dieses Geophyten erstreckt sich über feuchte Grasländer und Auenwiesen von Europa bis nach Westsibirien, wobei die Art nährstoffreiche und zeitweise überflutete Standorte bevorzugt.[3][4] Aufgrund von Habitatverlusten durch landwirtschaftliche Intensivierung sind die Bestände der giftigen Pflanze in vielen Regionen rückläufig und stehen teilweise unter Naturschutz.[3][5]

Fakten (kompakt)

- Die Art hat sich in Teilen Nordeuropas eingebürgert, darunter in Dänemark, Finnland, Norwegen, Schweden und dem Baltikum. - Die einzelnen Blüten erreichen eine Länge von etwa 5 cm (2 Zoll). - In Bezug auf die Winterhärte wird die Pflanze den USDA-Klimazonen 3a bis 8b zugeordnet. - Im Vereinigten Königreich wurde der Gefährdungsstatus im Jahr 2007 als „Nationally Scarce“ eingestuft, jedoch wurde die Art ab 2025 aufgrund von Zweifeln am indigenen Status aus den Roten Listen für einheimische Arten ausgeschlossen. - Erfolgreiche Schutzmaßnahmen zur Wiederherstellung von Populationen umfassen traditionelle Bewirtschaftungsformen wie Heumahd und Beweidung. - Die Gattung *Fritillaria*, deren Typusart die Schachbrettblume ist, umfasst insgesamt etwa 140 Arten. - Der englische Trivialname „Snake's head“ (Schlangenkopf) bezieht sich spezifisch auf die Form der ungeöffneten Knospe, die an den Kopf einer Viper erinnert. - Neben den bereits genannten Sorten existiert die rot-violett blühende Zuchtform 'Jupiter'. - Eine vegetative Vermehrung durch Teilung der Zwiebeln wird gärtnerisch im frühen Herbst durchgeführt. - Taxonomisch gehört die Art zur Ordnung der Liliales und der Klasse Liliopsida.[9]

Name & Einordnung

Der wissenschaftliche Name *Fritillaria meleagris* wurde im Jahr 1753 von Carl von Linné in seinem Werk *Species Plantarum* gültig erstbeschrieben.[1] Die Art fungiert als Typusart der Gattung *Fritillaria*, die taxonomisch zur Familie der Liliaceae (Liliengewächse) gestellt wird.[6][3] Der Gattungsname leitet sich vom lateinischen Begriff *fritillus* für „Würfelbecher“ ab und spielt auf das charakteristische, an Würfelmarkierungen erinnernde Schachbrettmuster der Blütenblätter an. Das Artepitheton *meleagris* entstammt dem Griechischen und bezieht sich auf das Perlhuhn (*Numida meleagris*), dessen geflecktes Gefieder der Textur der Blüte ähnelt.[3] Innerhalb der Gattung wird die Art der Untergattung *Fritillaria* zugeordnet, wobei genetische Analysen darauf hindeuten, dass diese Gruppierung polyphyletisch ist. Historische Synonyme umfassen unter anderem *Lilium meleagris* (L.) E.H.L. Krause, was auf eine frühere Zuordnung zur Gattung der Lilien verweist, sowie *Fritillaria lutea* Rchb. für gelbblühende Varianten und *Fritillaria major* Baker für besonders große Exemplare.[1] Im englischen Sprachraum sind Trivialnamen wie „snake's-head fritillary“ (Schlangenkopf-Fritillarie) oder „chequered lily“ verbreitet, die auf die nickende, schlangenkopfartige Form der Knospe sowie das Blütenmuster Bezug nehmen.[3] In Schweden ist die Art als *kungsängslilja* bekannt und dient als symbolische Blume der Provinz Uppland.[1]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

*Fritillaria meleagris* ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die als Geophyt wächst und Wuchshöhen von 15 bis 40 cm bei einer Breite von 10 bis 20 cm erreicht.[2][3] Der aufrechte, unverzweigte Stängel entspringt einer eiförmigen Zwiebel von 2 bis 3 cm Durchmesser, die aus zwei fleischigen, braunen Schuppen besteht.[7] Diese Überdauerungsorgane enthalten toxische Alkaloide wie Imperialin, die dem Fraßschutz dienen.[3] Die Pflanze bildet 4 bis 6 schmale, linealische bis lanzettliche Blätter aus, die 5 bis 15 cm lang und 0,5 bis 1 cm breit sind. Charakteristisch ist die bereifte, graugrüne (glauke) Färbung des Laubes, das an der Basis wechselständig und im oberen Bereich oft quirlständig angeordnet ist. Die glockenförmigen Blüten hängen nickend herab und stehen meist einzeln, seltener zu zweit oder dritt an der Stängelspitze.[2][7] Jede Blüte misst etwa 3,5 bis 5 cm in Länge und Breite und setzt sich aus sechs Perigonblättern zusammen.[7] Das markanteste Bestimmungsmerkmal ist das schachbrettartige Muster (Tessellierung) auf den Blütenblättern in Schattierungen von Purpur, Rosa, Rotbraun und Weiß.[2][3] Es existieren auch rein weiße Varianten (*F. meleagris* var. *unicolor* subvar. *alba*), die statt des Musters oft eine grüne Aderung oder nur eine schwache Zeichnung aufweisen. Kultivierte Sorten wie 'Mars' oder 'Jupiter' zeigen Variationen in der Intensität der purpurnen oder rötlichen Färbung.[3] Nach der Blütezeit richtet sich der Fruchtstand auf und bildet eine 2 bis 3 cm lange, längliche Kapsel.[7] Diese Kapsel öffnet sich fachspaltig und entlässt zahlreiche flache, dreieckige Samen, die für die Windverbreitung geflügelt sind.[7][4] Die Samenreife erfolgt im Juni bis Anfang Juli, woraufhin die oberirdischen Pflanzenteile vergilben und einziehen.[4]

Beschreibung

Fritillaria meleagris ist ein ausdauernder, zwiebelbildender Geophyt aus der Familie der Liliengewächse (*Liliaceae*), der sich durch seine charakteristischen nickenden, glockenförmigen Blüten auszeichnet.[1][3] Im natürlichen Lebensraum, vorwiegend feuchten Wiesen und Auen, erreicht die Pflanze eine Wuchshöhe von 15 bis 40 cm und bildet oft lose Kolonien.[2][3] Der schlanke, aufrechte Stängel ist unverzweigt und trägt wechselständige oder im oberen Bereich quirlständige, graugrüne Blätter, die der Pflanze ein elegantes, grazilen Erscheinungsbild verleihen.[1][6] Eine wesentliche anatomische Anpassung ist die eiförmige, 2–3 cm große Zwiebel, die aus zwei fleischigen Schuppen besteht und als Überdauerungsorgan dient.[3][7] Diese Zwiebeln enthalten toxische Alkaloide wie Imperialin, die als Fraßschutz gegen Herbivoren wie Rehe und Kaninchen wirken und so das Überleben in beweideten Flächen sichern.[3] Der Entwicklungszyklus vom Samen zur geschlechtsreifen Pflanze verläuft langsam und über mehrere Stadien: Die flachen, dreieckigen Samen benötigen eine Kältestratifikation zur Keimung und entwickeln sich über 1 bis 2 Jahre zu juvenilen Pflanzen.[3][5] Bis zur ersten Blüte vergehen in der Regel 4 bis 6 Jahre, wobei die Nährstoffverfügbarkeit diesen Prozess beeinflusst. Eine artspezifische Besonderheit ist die Fähigkeit zur verlängerten Dormanz, bei der je nach Umweltbedingungen 30 % bis 99 % einer Population für ein oder mehrere Jahre vollständig unterirdisch verbleiben können, um Stressfaktoren wie Überschwemmungen zu entgehen. Die zwittrigen Blüten produzieren Nektar und werden primär von Hummelköniginnen (*Bombus* spp.) bestäubt, obwohl die Art auch selbstkompatibel ist.[1][8] Nach der Befruchtung bilden sich aufrechte Kapseln, die geflügelte, schwimmfähige Samen freisetzen, welche durch Wind und Wasser (Hydrochorie) verbreitet werden.[6][4] Historisch wurde die Art 1753 von Carl von Linné erstbeschrieben, wobei der Artname *meleagris* auf das gefleckte Gefieder des Perlhuhns (*Numida meleagris*) anspielt und das tessellierte Blütenmuster beschreibt.[1][3] Als Typusart der Gattung *Fritillaria* repräsentiert sie den Subgenus *Fritillaria*, der durch subglobose Zwiebeln und das typische Schachbrettmuster definiert ist, wenngleich genetische Analysen auf eine komplexe phylogenetische Struktur hindeuten.[3]

Verhalten

Die ökologischen Interaktionen von *Fritillaria meleagris* sind eng an spezifische Bestäuber gebunden, wobei Hummelköniginnen (*Bombus* spp.) als Hauptbestäuber fungieren.[4] Studien belegen, dass bis zu 93 % der Blütenbesuche durch diese Insekten erfolgen, während Selbstbestäubung zwar möglich, aber weniger effektiv für den Fruchtansatz ist. Als Anpassung an dynamische Umweltbedingungen zeigt die Art eine ausgeprägte Dormanz, bei der 30 bis 99 % einer Population für ein bis zwei Jahre oder länger unterirdisch verbleiben, um Stressfaktoren wie Überschwemmungen zu überdauern.[5] Dieser Lebenszyklus erlaubt es der Pflanze, feuchte Frühjahrsbedingungen zu nutzen und sommerliche Trockenheit durch eine Ruhephase zu meiden.[1] Zur chemischen Abwehr von Fressfeinden akkumuliert die Pflanze toxische Alkaloide wie Imperialin in der Zwiebel, was Herbivoren wie Rehe und Kaninchen effektiv abschreckt.[3] Die Ausbreitung der Samen erfolgt hydrochor sowie anemochor, wobei die schwimmfähigen Samen bei Hochwasser bis zu 500 Meter weit transportiert werden können. Innerhalb der Pflanzengemeinschaft ist *Fritillaria meleagris* konkurrenzschwach gegenüber dichten Gräsern und benötigt Lücken im Bewuchs für die Etablierung der Keimlinge.[4] Die nickenden Blütenkelche stellen dabei ein charakteristisches Merkmal der Orientierung während der Blütezeit dar.[2]

Ökologie

Fritillaria meleagris besiedelt feuchte, neutrale Grasländer und Flussauen, wobei sie mesotrophe Böden mit einem hohen organischen Anteil von etwa 8 % und einem pH-Wert zwischen 5,7 und 7,2 bevorzugt. Sie besetzt eine spezifische ökologische Nische, die durch saisonale Überflutungen mit hohen Grundwasserständen im Winter und Frühjahr sowie eine notwendige Entwässerung im Sommer gekennzeichnet ist. Nach den Ellenberg-Zeigerwerten gilt die Art als Feuchtezeiger (F=8), der volles Sonnenlicht bis leichten Schatten benötigt und dichte Beschattung meidet. Als Nektarproduzent spielt die Pflanze eine wichtige Rolle im frühjährlichen Ökosystem, wobei sie primär von Hummelköniginnen (*Bombus* spp.) bestäubt wird, die an bestimmten Standorten bis zu 93 % der Blütenbesuche ausmachen. In geringerem Maße tragen auch Zweiflügler wie Schwebfliegen und Schmetterlinge zur Bestäubung bei, die für die vorwiegend fremdbestäubende Fortpflanzung essenziell ist. Die Ausbreitung der flachen, geflügelten Samen erfolgt über kurze Distanzen durch den Wind oder mittels Hydrochorie, wobei schwimmfähige Samen durch Hochwasser bis zu 500 Meter transportiert werden können.[5] Zum Schutz vor Fraßfeinden enthalten die Zwiebeln toxische Alkaloide wie Imperialin, welche Säugetiere wie Rehe und Kaninchen effektiv abschrecken.[5][3] Während Wildbestände relativ widerstandsfähig sind, fungiert das invasive Lilienhähnchen (*Lilioceris lilii*) als spezialisierter Fressfeind, dessen Larven die Blätter skelettieren können.[3] *Fritillaria meleagris* reagiert empfindlich auf Konkurrenz durch dichte Gräser und ist auf offene Vegetationsstrukturen angewiesen, die oft durch traditionelle Wiesenmahd erhalten werden. Im Gegensatz zu vielen anderen Geophyten weist die Art keine bestätigten Mykorrhiza-Assoziationen auf und ist für die Nährstoffaufnahme vermutlich auf freilebende Bodenmikroben angewiesen.[5] Eine entscheidende Überlebensstrategie ist die verlängerte Dormanz, bei der bis zu 99 % einer Population ein oder mehrere Jahre unterirdisch verharren können, um Umweltstress wie Dürre oder ungünstige Überflutungsregime zu überdauern.[8]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Die Schachbrettblume (*Fritillaria meleagris*) ist kein Schädling, sondern ein ökologisch bedeutsamer Nützling, der im Frühjahr eine wichtige Nektarquelle für Hummelköniginnen darstellt.[4][5] Gesundheitliche Relevanz besteht durch die Giftigkeit der Zwiebeln, die Alkaloide wie Imperialin enthalten und bei Verzehr Erbrechen sowie Herzprobleme auslösen können.[3][2] Aufgrund dieser Inhaltsstoffe ist die Pflanze weitgehend resistent gegen Wildverbiss durch Rehe und Kaninchen.[3] Im kultivierten Bestand gilt das Lilienhähnchen (*Lilioceris lilii*) als Hauptschädling, dessen Larven durch starken Blattfraß bis zur Skelettierung erhebliche Schäden verursachen.[3][6] Ein Befall lässt sich visuell durch die ca. 8 mm großen, leuchtend roten Käfer oder orangefarbene Eigelege an den Blattunterseiten überwachen. Als primäre physikalische Bekämpfungsmaßnahme hat sich das manuelle Absammeln der Käfer und Larven im zeitigen Frühjahr bewährt. Unter feuchten Bedingungen kann zudem Grauschimmel (*Botrytis cinerea*) auftreten, der zu Fäulnis an Blättern und Blüten führt. Zur Prävention pilzlicher Erkrankungen sind kulturtechnische Maßnahmen wie ausreichende Pflanzabstände für Luftzirkulation und der Verzicht auf Überkopfberegnung entscheidend.[3] Rechtlich unterliegt *F. meleagris* in Europa strengen Schutzbestimmungen, etwa durch die Listung in Anhang V der FFH-Richtlinie, was eine nachhaltige Bestandsüberwachung erfordert.[5] Zum Erhalt der durch intensive Landwirtschaft gefährdeten Populationen werden traditionelle Managementmethoden wie die späte Heumahd und anschließende Nachbeweidung eingesetzt.[4][3]

Wirtschaftliche Bedeutung

Die wirtschaftliche Bedeutung der Schachbrettblume liegt primär im Zierpflanzenbau, wo sie seit mindestens 1578 kultiviert und global als Zwiebel- oder Topfpflanze gehandelt wird.[2][6] Kommerziell vertriebene Sorten wie 'Aphrodite' oder 'Mars' werden vegetativ vermehrt, um spezifische Farbmerkmale für den Gartenmarkt zu erhalten. In der Kulturführung stellt das Lilienhähnchen (*Lilioceris lilii*) den bedeutendsten Schädling dar, dessen Larven durch massiven Skelettierfraß an den Blättern zu erheblichen Qualitätsverlusten bis hin zur Entlaubung führen können. Der Befallsdruck ist in kultivierten Beständen oft erhöht, da benachbarte Lilien als Wirtspflanzen die Ausbreitung des Käfers begünstigen. Zusätzlich kann bei hoher Feuchtigkeit oder Staunässe *Botrytis cinerea* (Grauschimmel) auftreten, was durch Fäulnis an Blüten und Blättern den Zierwert und die Verkaufsfähigkeit mindert. Ein positiver wirtschaftlicher Aspekt in der Landschaftsgestaltung ist die natürliche Resistenz gegen Wildverbiss durch Rehe und Kaninchen, bedingt durch toxische Alkaloide wie Imperialin in den Zwiebeln, was Schutzmaßnahmen überflüssig macht. Als Nützling fördert *Fritillaria meleagris* im Frühjahr die Agrarökologie, indem sie als frühe Nektarquelle für Hummelköniginnen (*Bombus* spp.) dient.[3] In Großbritannien ist die Art zudem in Agrar-Umweltprogramme integriert, bei denen Landwirte für traditionelle Bewirtschaftungsmethoden wie späte Mahd finanziell entschädigt werden, um die Bestände in Feuchtwiesen zu sichern.[4]

Biologie & Lebenszyklus

Fritillaria meleagris ist ein ausdauernder, zwiebelbildender Geophyt, dessen Lebenszyklus stark an saisonale Feuchtigkeitsverhältnisse angepasst ist. Die Zwiebeln überdauern den Sommer in einer Ruhephase (Dormanz) im Boden, nachdem die oberirdischen Pflanzenteile im späten Frühjahr abgestorben sind. Das Wurzelwachstum setzt im Herbst bei sinkenden Temperaturen ein, gefolgt vom Austrieb der Sprosse im zeitigen Frühjahr. Die Blütezeit erstreckt sich auf der Nordhalbkugel von März bis Mai, wobei die zwittrigen Blüten Nektar produzieren und primär von Hummelköniginnen (*Bombus* spp.) besucht werden. Obwohl die Art physiologisch selbstkompatibel ist, ist sie für einen optimalen Samenansatz auf die Fremdbestäubung durch Insekten angewiesen.[5] Nach erfolgreicher Befruchtung reifen im Juni bis Juli aufrechte Kapseln heran, die zahlreiche flache, dreieckige Samen freisetzen.[1] Die Samenverbreitung erfolgt anemochor (durch Wind) über kurze Distanzen oder hydrochor (durch Wasser) bei Überschwemmungen.[4] Für die Keimung ist eine Kaltstratifikation erforderlich, bei der die Samen über etwa drei Monate Temperaturen von 3–5 °C ausgesetzt sein müssen.[3] Die Entwicklung vom Samen bis zur blühfähigen Pflanze dauert in der Regel 4 bis 6 Jahre, wobei die Sämlinge zunächst ein bis zwei Jahre als Juvenile verbringen.[1] Eine physiologische Besonderheit ist die verlängerte Dormanz, bei der bis zu 99 % einer Population für ein oder mehrere Jahre unterirdisch verbleiben können. Diese Strategie dient dem Überleben ungünstiger Umweltbedingungen wie Dürre oder extremen Überschwemmungen.[4] Die oberirdische Vegetationsphase ist kurz und macht oft weniger als 5 % der gesamten Lebensdauer der Pflanze aus. Adulte Zwiebeln können ein Alter von über 10 Jahren erreichen und vermehren sich vegetativ langsam durch Tochterzwiebeln. Die Art ist extrem kältetolerant und übersteht in Ruhephasen Temperaturen bis zu -40 °C. Im Gegensatz zu vielen anderen Wiesenpflanzen wurden bei *Fritillaria meleagris* keine Mykorrhiza-Symbiosen nachgewiesen.[1] Chemisch schützt sich die Pflanze durch toxische Alkaloide wie Imperialin, die Fraßfeinde wie Rehe und Kaninchen effektiv abschrecken. Zu den spezifischen Schädlingen gehört das Lilienhähnchen (*Lilioceris lilii*), dessen Larven die Blätter skelettieren können.[3] Bei übermäßiger Nässe kann zudem Grauschimmel (*Botrytis cinerea*) auftreten.[1]

Vorkommen & Lebensraum

Das natürliche Verbreitungsgebiet von *Fritillaria meleagris* umfasst weite Teile Europas bis nach Westasien, wobei es von Großbritannien und Frankreich im Westen bis nach Westsibirien und zum Altai-Gebirge im Osten reicht. Die Vorkommen erstrecken sich von Zentraleuropa bei etwa 53° nördlicher Breite südwärts bis auf den Balkan, wo die Art unter anderem in Slowenien, Bosnien und Herzegowina sowie Serbien heimisch ist.[1] In Großbritannien konzentrieren sich die Bestände, deren Status als indigen teilweise debattiert wird, auf Auenwiesen im Thames Valley sowie in Wiltshire und Oxfordshire.[3] Als eingebürgerter Neophyt kommt die Pflanze zudem in Teilen Nordeuropas vor, darunter in Dänemark, Finnland, Norwegen, Schweden und dem Baltikum.[1] Ein bekanntes Vorkommen in der schwedischen Provinz Uppland geht beispielsweise auf eine Etablierung im 18. Jahrhundert zurück.[1] Der bevorzugte Lebensraum besteht aus feuchten, neutralen Grasländern, Flussauen und lichten Wäldern, die oft saisonalen Überschwemmungen ausgesetzt sind. Für das Wachstum ist ein hoher Grundwasserspiegel im Winter und Frühling essenziell, während im Sommer eine gute Drainage benötigt wird, um Staunässe während der Ruhephase zu vermeiden. *Fritillaria meleagris* gedeiht auf fruchtbaren, mesotrophen Böden, häufig bestehend aus tonigem oder schluffigem Alluvium über kalkhaltigem Kies mit einem organischen Anteil von etwa 8 %. Die Bodenreaktion liegt idealerweise im neutralen bis leicht alkalischen Bereich mit pH-Werten zwischen 5,7 und 7,2.[4] Pflanzensoziologisch ist die Art oft mit Feuchtwiesengesellschaften vergesellschaftet, wie etwa *Alopecurus pratensis*–*Sanguisorba officinalis*-Grasländern. Die vertikale Verbreitung reicht von Meereshöhe bis auf 1.200 Meter, wobei der Schwerpunkt in Tieflagen unter 800 Metern liegt. In Kroatien besiedelt die Art beispielsweise Höhenlagen im Velebit-Gebirge.[1] Durch die Intensivierung der Landwirtschaft und die Entwässerung von Feuchtwiesen sind die Wildbestände in vielen Teilen des Areals stark rückläufig.[3] Stabile Populationen finden sich heute vorwiegend in traditionell bewirtschafteten Schutzgebieten mit später Mahd.[4]

Saisonalität & Aktivität

*Fritillaria meleagris* ist ein ausdauernder Geophyt mit einem ausgeprägten jahreszeitlichen Rhythmus, dessen oberirdische Vegetationsphase oft weniger als 5 % seines Lebenszyklus ausmacht.[5] Die Blütezeit erstreckt sich in der nördlichen Hemisphäre von März bis Mai, wobei die einzelnen Blüten für etwa zwei bis drei Wochen geöffnet bleiben. In dieser Zeit findet die Bestäubung vorwiegend durch Hummelköniginnen (*Bombus* spp.) statt, die im April und Mai die Hauptbestäuber darstellen.[4] Nach der Samenreife und -ausbreitung im Juni bis Anfang Juli sterben die oberirdischen Pflanzenteile ab und die Zwiebel tritt in eine sommerliche Ruhephase ein.[5][4] Das Wurzelwachstum beginnt erneut im Herbst bei kühleren Temperaturen, während die Sprossentwicklung bereits im Winter einsetzt, um die feuchten Frühjahrsbedingungen optimal zu nutzen. Eine ökologische Besonderheit ist die Fähigkeit zur prolongierten Dormanz, bei der je nach Umweltbedingungen 30 bis 99 % einer Population für ein oder mehrere Jahre unterirdisch verharren, ohne auszutreiben.[5] Die Entwicklung vom Samen bis zur blühfähigen Pflanze dauert bei diesem langlebigen Gewächs vier bis sechs Jahre.[3] Das öffentliche Suchinteresse spiegelt die phänologische Aktivität wider und erreicht seinen jährlichen Höhepunkt im April.[6]

Voorkomen en huidige waarnemingen in Duitsland

  • Potsdam-Mittelmark, DE-BR, Deutschland

    16.06.2025

  • Nordrhein-Westfalen, Deutschland

    09.05.2025

  • Niedersachsen, Deutschland

    03.05.2025

  • Bayreuth, DE-BY, Deutschland

    01.05.2025

  • Hamburg, Deutschland

    29.04.2025

Daten: iNaturalist

Bronnen & Referenties

  1. https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:535213-1/general-information
  2. https://plants.ces.ncsu.edu/plants/fritillaria-meleagris/
  3. https://www.wildlifetrusts.org/wildlife-explorer/wildflowers/snakes-head-fritillary
  4. https://floodplainmeadows.org.uk/sites/default/files/resources/Final%20Frit%20Leaflet%20Mar%202023.pdf
  5. https://britishandirishbotany.org/index.php/bib/article/view/96
  6. https://herbaria.plants.ox.ac.uk/bol/plants400/Profiles/EF/Fritillaria
  7. http://www.fritillariaicones.com/info/description.html
  8. https://doi.org/10.1111/j.1438-8677.2011.00510.x
  9. Literaturzusammenfassung: Fritillaria meleagris