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Lexicon-vermelding

tseetseevlieg Glossina morsitans

tseetseevlieg

Taxonomie

Rijk Tiere (Animalia)
Stam Gliederfüßer (Arthropoda)
Klas Insekten (Insecta)
Orde Zweiflügler (Diptera)
Familie Glossinidae
Geslacht Glossina
Soort Glossina morsitans
Wetenschappelijke naam Glossina morsitans Westwood, 1851
Geaccepteerde naam

Einleitung

Glossina morsitans ist eine Art der Tsetsefliegen (Glossina) aus der Familie der Zungenfliegen (Glossinidae), die taxonomisch der Gruppe der Savannen-Fliegen zugeordnet wird. Die in den Savannenwäldern Subsahara-Afrikas verbreitete Spezies ernährt sich von Blut und fungiert als effizienter Vektor für Trypanosomen. Diese Parasiten verursachen die Afrikanische Trypanosomiasis beim Menschen sowie die als Nagana bezeichnete Seuche bei Tieren.[1][2]

Fakten (kompakt)

- Die Art beherbergt spezialisierte Endosymbionten wie *Wigglesworthia glossinidia* und *Sodalis glossinidius*, die für das Überleben der Fliege zwingend notwendig sind.[12] - Im Gegensatz zu Mücken sind Tsetsefliegen sogenannte Telmophagen (Poolsauger), die mit ihren Mundwerkzeugen die Haut aufreißen und aus dem entstehenden Blut- und Lymphsee trinken. - Es besteht ein signifikanter Geschlechtsdimorphismus in der Flügelgröße, wobei die Flügel der Weibchen etwa 8 bis 9 Prozent größer sind als die der Männchen. - Die Flügelform ist bei *Glossina morsitans* zu fast 78 Prozent genetisch determiniert und unterliegt einer starken Kanalisierung, ist also gegenüber Umwelteinflüssen relativ stabil. - Männliche Exemplare besitzen an der Unterseite des Hinterleibs eine als Hypopygium bezeichnete Struktur, die zur taxonomischen Unterscheidung der Arten und Unterarten herangezogen wird. - Die Unterart *Glossina morsitans centralis* ist morphometrisch durchschnittlich etwa 2 Prozent größer als die Nominatform *Glossina morsitans morsitans*.[1]

Name & Einordnung

Die Art *Glossina morsitans* wird taxonomisch der Gattung *Glossina* zugeordnet, welche im Jahr 1830 von Wiedemann aufgestellt wurde.[3] Nach der Nomenklatur von Westwood (1851) wird die Spezies in der Familie der Zungenfliegen (Glossinidae) geführt.[4] Diese Familie wurde 1903 von Theobald benannt und enthält *Glossina* als einzige Gattung. Der Trivialname „Tsetse“ leitet sich vermutlich aus der Sprache Setswana von dem Wort *tsêtsê* („Fliege“) ab. Die wissenschaftliche Bezeichnung *Glossina* nimmt Bezug auf die Zungenform des Rüssels („Glossa“ vom altgriechischen *glō̂ssa* für „Zunge“).[3] Innerhalb der Systematik gehört *Glossina morsitans* zur Untergattung *Glossina* (sogenannte *morsitans*-Gruppe), deren Vertreter auch als „Savannen-Fliegen“ bezeichnet werden.[3][1] Es werden drei allopatrische Unterarten unterschieden: *Glossina morsitans morsitans* Westwood, *Glossina morsitans centralis* Machado und *Glossina morsitans submorsitans* Newstead.[1]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Es handelt sich bei *Glossina morsitans* und ihren Verwandten um kleinere bis mittelgroße Fliegen von 6 bis 14 mm Länge mit einem relativ schmalen Körper. Ein charakteristisches Merkmal ist die Haltung der Flügel in Ruhestellung, bei der diese wie eine Schere flach übereinander auf den Hinterleib gelegt werden und dabei eine Zungenform bilden. Der Rüssel erscheint als feine, steife Hohlborste von der Länge des Rückenschildes und weist an der Basis eine zwiebelförmige Verdickung auf. Die Fiederborste (Arista) an den Antennen ist doppelt gefiedert, wobei sich die Befiederung auf die Vorderseite beschränkt.[3] Im Flügelgeäder lässt sich eine charakteristische Zelle, die sogenannte „Hatchet cell“ (Beilzelle), identifizieren. Ein ausgeprägter Sexualdimorphismus zeigt sich in der Größe, wobei Weibchen signifikant größer sind als Männchen und etwa 8 bis 9 Prozent längere Flügel aufweisen.[1] Männchen besitzen am letzten Hinterleibsabschnitt eine als Hypopygium bezeichnete, starke Hervorwölbung auf der Unterseite.[3] Zur Unterscheidung der Unterarten dienen Details der männlichen Genitalien: *Glossina morsitans morsitans* besitzt schmale mittlere Lappen an den oberen Klammern des Hypopygiums mit leicht divergierenden Spitzen. Im Vergleich dazu sind diese Lappen bei *Glossina morsitans centralis* breiter und an den Spitzen deutlich divergierend.[1] Die Larven sind gelblich-braun, besitzen zwölf Segmente und erreichen bei der Geburt fast die Größe der adulten Fliege. Kurz nach der Verpuppung färbt sich das Tönnchen innerhalb von ein bis zwei Stunden braunschwarz.[3]

Beschreibung

Glossina morsitans zeichnet sich durch einen schlanken, 6 bis 14 mm langen Körper aus und ist im Feld primär durch die charakteristische Flügelhaltung zu erkennen, bei der die Flügel in Ruhestellung scherenartig flach übereinandergelegt werden und den Hinterleib verdecken. Der Stechrüssel ist als feine, steife Hohlborste mit einer zwiebelförmigen Verdickung an der Basis ausgebildet und dient beiden Geschlechtern zur Aufnahme von Blut.[3] In den Speicheldrüsen der Art wird ein spezifisches Polypeptid produziert, das als Thrombin-Inhibitor wirkt und die Blutgerinnung des Wirtes während des Saugaktes unterbindet.[5] Ein wichtiges mikroskopisches Bestimmungsmerkmal ist die Arista der Antennen, die auf der Vorderseite doppelt gefiedert ist, wobei die einzelnen Fiedern selbst sekundäre Verzweigungen tragen.[3] Zwischen den Geschlechtern besteht ein signifikanter Dimorphismus; Weibchen sind nicht nur größer, sondern weisen auch eine statistisch unterscheidbare Flügelform auf. Studien belegen, dass die Flügel der Weibchen etwa 8 bis 9 Prozent länger sind als die der Männchen.[1] Zur Differenzierung der Unterarten, wie Glossina morsitans centralis und Glossina morsitans morsitans, ist eine Untersuchung der männlichen Genitalien (Hypopygium) erforderlich, die sich an der Unterfläche des letzten Hinterleibsabschnitts stark hervorwölben.[3][1] Während G. m. morsitans schmale mittlere Lappen an den oberen Greifzangen mit leicht divergierenden Spitzen besitzt, sind diese bei G. m. centralis breiter und an den Spitzen deutlich gespreizt.[1] Auch die Körpergröße variiert zwischen den Populationen, wobei G. m. centralis tendenziell größer ist als die in heißeren Habitaten lebende G. m. morsitans.[1] Die Larvenentwicklung erfolgt adenotroph vivipar im Uterus des Weibchens, wo die Larve durch eine spezielle „Milchdrüse“ ernährt wird. Das Weibchen gebiert schließlich eine einzelne, gelblich-braune Larve, die bereits zwölf Segmente aufweist und fast die Größe des Muttertieres erreicht. Unmittelbar nach der Ablage sucht die Larve einen schattigen Ort im Boden auf, wo sie sich innerhalb von ein bis zwei Stunden in eine braunschwarze Tönnchenpuppe verwandelt.[3]

Verhalten

Die Tsetsefliegen sind tagaktiv und leben vorwiegend in dichten Waldgebieten, wobei *Glossina morsitans* auch die offene Buschsavanne besiedelt und unabhängig von größeren Oberflächengewässern agiert.[3] Eine wesentliche Verhaltensanpassung zeigt sich bei hohen Umgebungstemperaturen über 32 °C: Die Fliegen ziehen sich in kühlere, dunkle Rückzugsorte wie Baumhöhlen oder Erdferkelbauten zurück. Dieses Verhalten dient der Senkung des Stoffwechsels, führt jedoch gleichzeitig zu einer Reduktion der Jagd- und Fressgelegenheiten.[8] Die Wirtsfindung erfolgt überwiegend visuell über die Facettenaugen, bevor der Geruchssinn bei der unmittelbaren Annäherung an das Opfer unterstützend wirkt. Der Stich erfolgt fast ausschließlich im Freien. Anders als viele Stechmücken stechen Tsetsefliegen nicht gezielt in Blutgefäße, sondern erzeugen als Telmophagen mit ihren Mundwerkzeugen eine Wunde, aus der sie Blut und Lymphe aufsaugen.[3] Um die Nahrungsaufnahme zu erleichtern, enthält ihr Speichel Polypeptide, die als Thrombin-Inhibitoren wirken und die Blutgerinnung des Wirtes hemmen.[2] Nach der Viviparie bewegt sich die abgesetzte Larve lebhaft fort, um zügig einen schützenden Ort im Boden aufzusuchen, wo sie sich innerhalb von ein bis zwei Stunden verpuppt.[3]

Ökologie

Die ökologische Nische von *Glossina morsitans* ist eng an Savannenwälder gebunden, wobei ihre Verbreitung stark mit dem Vorkommen von Wildtieren korreliert.[1] Im Gegensatz zu anderen Tsetsefliegen besiedelt diese Art auch offene Buschsavannen und ist dabei weitgehend unabhängig von größeren Oberflächengewässern.[3] Die Habitatpräferenzen variieren dabei je nach Unterart: Während *G. m. centralis* in Miombo-Wäldern mit hohen Niederschlagsmengen (>1000 mm) und grasbewachsenen Feuchtgebieten vorkommt, dominiert *G. m. morsitans* in Mopane-Wäldern mit moderatem bis geringem Niederschlag. Das Mikroklima spielt eine entscheidende Rolle für das Überleben und Verhalten der Fliegen. Bei Temperaturen über 32 °C ziehen sich die Tiere in kühlere, dunkle Rückzugsorte wie Baumhöhlen oder Erdferkelbauten im Boden zurück. Dieses Verhalten senkt zwar die Stoffwechselrate, reduziert jedoch gleichzeitig die Gelegenheiten zur Nahrungsaufnahme, was ökologische Kompromisse erfordert. Umweltbedingungen beeinflussen zudem direkt die Phänotypologie, da hohe Temperaturen zu geringeren Fettreserven bei den Puppen und folglich zu kleineren adulten Fliegen führen.[1] Als Hämatophagen ernähren sie sich vom Blut verschiedener Wirbeltiere und nutzen dabei spezifische Thrombin-Inhibitoren im Speichel, um die Blutgerinnung des Wirtes zu unterbinden.[5] Für ihr physiologisches Überleben sind die Fliegen auf spezialisierte Zellen angewiesen, die obligate Endosymbionten wie *Wigglesworthia glossinidia* und *Sodalis glossinidius* beherbergen.[9] Die Larven werden in schattigen Bereichen im Boden abgelegt, wo sie sich vor Fressfeinden geschützt verpuppen.[3]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Als Vektoren parasitischer Einzeller sind Tsetsefliegen (*Glossina*) von erheblicher medizinischer und veterinärmedizinischer Bedeutung. Während einige Arten die westafrikanische Schlafkrankheit übertragen, fungiert *Glossina morsitans* als Hauptüberträger der für Tiere gefährlichen Nagana-Seuche sowie der ostafrikanischen Form der Schlafkrankheit (*Trypanosoma brucei rhodesiense*) beim Menschen. Die wirtschaftlichen Schäden in den betroffenen Regionen Afrikas sind immens, da die Rinderhaltung durch Verluste an Milch, Fleisch und Arbeitstieren massiv beeinträchtigt wird. Der Stich der Fliege ist für den Wirt sehr schmerzhaft, da sie als Telmophage mit ihren Mundwerkzeugen Wunden reißt, um Blut und Lymphe aufzusaugen.[3] Zur Überwachung der Populationen (Monitoring) werden im Rahmen wissenschaftlicher Erhebungen fahrzeugmontierte Klebefallen (Vehicle-mounted sticky traps) eingesetzt, die mit Lockstoffen wie Butanon und 1-Octen-3-ol bestückt sind. Die Bekämpfung erfolgt zunehmend durch integrierte Ansätze (Area-Wide Integrated Vector Management), welche die Populationsstruktur berücksichtigen.[11] Neben dem Einsatz von Insektiziden und speziellen Fallen wird die Sterile-Insekten-Technik (SIT) angewandt, bei der sterilisierte Männchen freigelassen werden, um die Fortpflanzung zu unterbinden. Dieses Verfahren führte auf Sansibar zur Ausrottung der Fliege, ist jedoch auf dem Festland aufgrund von Re-Invasionen schwieriger umzusetzen.[3] Neuere patentierte Ansätze zielen auf die Isolierung von Thrombin-Inhibitoren aus den Speicheldrüsen von *Glossina morsitans* ab, um potenzielle Impfstoffe zu entwickeln, die die Blutaufnahme des Vektors stören.[2]

Wirtschaftliche Bedeutung

Die wirtschaftliche Bedeutung der Tsetsefliegen (*Glossina*), insbesondere der Art *Glossina morsitans*, resultiert primär aus ihrer Funktion als Vektor für Trypanosomen, welche die Schlafkrankheit beim Menschen und die Nagana-Seuche bei Tieren verursachen.[10][1] Im tropischen Afrika entstehen durch den Befall massive volkswirtschaftliche Verluste in der Rinderhaltung, da in betroffenen Gebieten Rinder als Fleischlieferanten und Arbeitstiere ausfallen. Zudem führt die Seuche zu einem Mangel an Milch, was sich negativ auf die Ernährung von Kindern auswirkt. Historische und epidemiologische Daten verweisen auf über 300.000 Infizierte und jährlich 30.000 Neuinfektionen, was die Arbeitskraft der Bevölkerung in den betroffenen Regionen erheblich schwächt.[10] Zur Eindämmung dieser Schäden werden kostenintensive Maßnahmen wie das SIT-Verfahren (Sterile-Insekten-Technik) oder das flächendeckende integrierte Vektormanagement (AW-IVM) eingesetzt.[10][1] Während auf Sansibar durch solche Programme eine Ausrottung gelang, bleibt dies auf dem Festland aufgrund von Re-Invasionen und hohen Kosten eine wirtschaftliche Herausforderung.[10] Abseits der reinen Schädlingswirkung ist *Glossina morsitans* auch biotechnologisch relevant: Aus ihren Speicheldrüsen wurde ein Polypeptid isoliert, das als spezifischer Thrombin-Inhibitor wirkt. Diese Substanz wird in der Patentliteratur für die Entwicklung von pharmazeutischen Antikoagulanzien und potenziellen Impfstoffen beschrieben, die indirekt zur Vektorkontrolle beitragen könnten.[5]

Biologie & Lebenszyklus

Die Fortpflanzungsbiologie der Tsetsefliegen (*Glossina*) zeichnet sich durch eine spezialisierte Form der Lebendgeburt aus, die als adenotrophe Viviparie bezeichnet wird.[3][6] Die Larvenentwicklung findet vollständig im Abdomen des Weibchens statt, wo die Larve über eine sogenannte „Milchdrüse“ für etwa 10 Tage ernährt wird. Pro Zyklus bringt das Weibchen nur einen einzigen Nachkommen zur Welt, wobei die Larve bei der Geburt bereits gelblich-braun gefärbt ist, zwölf Segmente besitzt und fast die Größe der adulten Fliege erreicht hat. Unmittelbar nach der Ablage an schattigen Orten sucht die Larve aktiv Schutz im Boden, wo sie sich innerhalb von ein bis zwei Stunden in eine braunschwarze Puppe verwandelt. Die Dauer der Puppenruhe ist temperaturabhängig und beträgt je nach klimatischen Verhältnissen etwa drei bis vier Wochen.[3] Umweltfaktoren beeinflussen die Entwicklung maßgeblich; so führen hohe Temperaturen über 32 °C dazu, dass *Glossina morsitans* kühle Rückzugsorte wie Baumhöhlen aufsucht, was die Stoffwechselrate senkt und die Fressfrequenz reduziert. Hitzestress verringert zudem die Fettreserven der Muttertiere, was zur Bildung kleinerer Puppen und folglich kleinerer adulter Fliegen führt.[6] Sowohl männliche als auch weibliche Tsetsefliegen ernähren sich obligat von Blut (Hämatophagie). Als Telmophagen erzeugen sie mit ihren Mundwerkzeugen eine Wunde und nehmen das austretende Gemisch aus Blut und Lymphe auf.[3] Um die Blutgerinnung des Wirtes während der Nahrungsaufnahme zu unterbinden, enthalten die Speicheldrüsen von *Glossina morsitans* ein Polypeptid, das als spezifischer Thrombin-Inhibitor wirkt.[7] Für das Überleben der Fliegen sind bakterielle Endosymbionten essenziell, die in spezialisierten Zellen beherbergt werden; hierzu zählen die obligaten Symbionten *Wigglesworthia glossinidia* und *Sodalis glossinidius* sowie fakultativ *Wolbachia pipientis*.[3] *Glossina morsitans* ist primär eine Savannenart, deren Verbreitung eng mit dem Vorkommen von Wildtieren korreliert ist, wobei sie auch Viehbestände als Wirte nutzt.[3][6]

Vorkommen & Lebensraum

Das Verbreitungsgebiet von *Glossina morsitans* ist auf Afrika beschränkt, wo die Art als typischer Vertreter der Savannen-Fliegen (Untergattung *Morsitans*) in offenen Buschsavannen und Savannen-Waldgebieten vorkommt.[3][1] Die Verbreitung korreliert stark mit dem Vorkommen von Wildtieren, die als Wirte dienen. Man unterscheidet drei allopatrische Unterarten mit spezifischen geographischen Schwerpunkten: *Glossina morsitans submorsitans* ist von West- bis Zentralafrika verbreitet, während *Glossina morsitans centralis* und *Glossina morsitans morsitans* im östlichen, zentralen und südlichen Afrika anzutreffen sind.[1] Im Gegensatz zu anderen Tsetsefliegen lebt *Glossina morsitans* auch unabhängig von größeren Oberflächengewässern.[3] Die Habitatansprüche differieren dabei je nach Unterart und klimatischen Bedingungen. So besiedelt *Glossina morsitans centralis* beispielsweise kühlere Regionen mit Miombo-Wäldern, die von grasbewachsenen Feuchtgebieten (Dambos) durchzogen sind, bei jährlichen Niederschlägen von über 1000 mm. *Glossina morsitans morsitans* dominiert hingegen in heißeren Gebieten, die oft durch Mopane-Vegetation und geringere Niederschläge (unter 800 mm) charakterisiert sind. Wichtige Umweltvariablen für die Eignung eines Lebensraums sind neben der Temperatur und dem Niederschlag auch die Höhe über dem Meeresspiegel sowie der prozentuale Baumbestand. Bei hohen Temperaturen über 32 °C ziehen sich die Fliegen in kühlere, dunkle Refugien zurück, wozu Baumhöhlen oder Erdferkelbauten im Boden zählen. In Sambia besiedelt die Art beispielsweise etwa 20 Prozent der gesamten Landesfläche.[1]

Saisonalität & Aktivität

Die Tsetsefliegen sind grundsätzlich tagaktiv und leben vorwiegend in dichten, feuchten Waldgebieten, wobei *Glossina morsitans* auch in der offenen Buschsavanne vorkommt.[3] Die Aktivität und Physiologie dieser Art wird maßgeblich von der Umgebungstemperatur beeinflusst. Bei hohen Temperaturen über 32 °C suchen die Fliegen kühlere, dunkle Rückzugsorte wie Baumhöhlen oder Erdferkelbauten auf, um ihre Stoffwechselrate zu senken. Dieses Verhalten reduziert in heißen Phasen die Gelegenheiten zur Nahrungsaufnahme. Saisonale Effekte sind eine bekannte Ursache für die Größenvariabilität bei *Glossina morsitans*, da steigende Temperaturen dazu führen, dass Weibchen kleinere Puppen produzieren. Zudem wurde eine saisonale Eliminierung bestimmter Größenklassen bei männlichen Fliegen beobachtet.[1] Die Dauer des Puppenstadiums im Boden variiert je nach klimatischen Verhältnissen zwischen 3 und 4 Wochen.[3] Daten zu Suchanfragen deuten auf ein erhöhtes öffentliches Interesse an der Thematik in den Monaten Juni und Juli hin.[2]

Wetenschappelijk onderzoek en patenten

EP-1007548-A1 Biological Onbekend

Tsetse-Thrombin-Inhibitor

University of Yale (1997)

Relevantie: 8/10

Samenvatting

Dieses Patent beschreibt die Isolierung eines spezifischen Thrombin-Inhibitors aus den Speicheldrüsen der Tsetsefliege (Glossina morsitans). Es handelt sich um ein Polypeptid, das die menschliche Blutgerinnung und Thrombozytenaggregation hemmt. Während die Hauptanwendung in der pharmazeutischen Antikoagulation liegt, ist die Erfindung auch für Impfstoffzusammensetzungen relevant. Ein solcher Impfstoff könnte die Nahrungsaufnahme des Vektors am Wirt stören und somit indirekt zur Bekämpfung beitragen.

Bronnen & Referenties

  1. https://doi.org/10.1002/ece3.70348
  2. Tsetsefliegen (Enzyklopädischer Artikel, OCR-Text)
  3. Wikipedia: Tsetsefliegen (OCR-Extrakt aus PDF: tsetsefliege)
  4. https://www.gbif.org/species/5056025
  5. https://patents.google.com/patent/EP1007548A1/en
  6. Muyobela, J., Pirk, C. W. W., Yusuf, A. A., & Sole, C. L. (2024). Phenotypic divergence of Glossina morsitans populations in Zambia. Ecology and Evolution, 14:e70348. https://doi.org/10.1002/ece3.70348
  7. Yale University. (1997). Patent EP-1007548-A1: Tsetse-Thrombin-Inhibitor.
  8. Muyobela, J. et al. (2024). Phenotypic divergence of Glossina morsitans populations in Zambia. Ecology and Evolution, 14:e70348. https://doi.org/10.1002/ece3.70348
  9. Aksoy, S., Rio, R. V.: Interactions among multiple genomes: tsetse, its symbionts and trypanosomes. In: Insect biochemistry and molecular biology. 2005.
  10. Mayer, M.: Tsetsefliegen. In: Heinrich Schnee (Hrsg.): Deutsches Kolonial-Lexikon. Band 3, Leipzig 1920, S. 553–555.
  11. Muyobela, J. et al. (2024): Phenotypic divergence of Glossina morsitans populations in Zambia. Ecology and Evolution. https://doi.org/10.1002/ece3.70348
  12. https://doi.org/10.1016/j.ibmb.2005.02.012