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Lexicon-vermelding

Groene vliegen Gouden vlieg

Groene vliegen
Onschadelijk Nuttig insect Kan bijten Fysiek gevaar

Taxonomie

Rijk Tiere (Animalia)
Stam Gliederfüßer (Arthropoda)
Klas Insekten (Insecta)
Orde Zweiflügler (Diptera)
Familie Calliphoridae
Geslacht Lucilia
Soort Lucilia sericata
Wetenschappelijke naam Lucilia sericata (Meigen, 1826)
Geaccepteerde naam

Einleitung

Die Goldfliege (*Lucilia sericata*) ist eine kosmopolitisch verbreitete Art aus der Familie der Schmeißfliegen (Calliphoridae), die ursprünglich in der nördlichen Hemisphäre beheimatet ist.[1][2] Sie nimmt eine ambivalente Rolle ein: Während sie als Erreger von Myiasis bei Schafen („Sheep Strike“) bedeutende wirtschaftliche Schäden verursacht, werden ihre sterilen Larven medizinisch zur Wundreinigung (Madentherapie) und forensisch zur Bestimmung des Todeszeitpunkts genutzt.[1][2][3] Von der eng verwandten und optisch ähnlichen Art *Lucilia cuprina* lässt sie sich durch spezifische morphologische Merkmale wie die schwarze Färbung der vorderen Oberschenkel und die Beborstung des Thorax abgrenzen.[1]

Name & Einordnung

Die Art führt den wissenschaftlichen Namen *Lucilia sericata* und wurde im Jahr 1826 von Johann Wilhelm Meigen erstbeschrieben. Diese taxonomische Einordnung erfolgte in Meigens Werk *Systematische Beschreibung der bekannten europäischen zweiflügeligen Insekten*. Das ursprüngliche Basionym der Erstbeschreibung lautet *Musca sericata* Meigen, 1826. Zu den historisch dokumentierten Synonymen zählen *Musca nobilis* Meigen, 1826 sowie die Kombinationen *Lucilia nobilis* und *Phaenicia sericata* (Meigen, 1826), was die Entwicklung der Nomenklatur widerspiegelt.[1] Systematisch wird die Spezies der Gattung *Lucilia* innerhalb der Familie der Schmeißfliegen (Calliphoridae) zugeordnet.[2] Im deutschsprachigen Raum ist der Trivialname „Goldfliege“ etabliert. International sind im Englischen die Bezeichnungen „common green bottle fly“ sowie „sheep blowfly“ gebräuchlich, wobei letztere auf die veterinärmedizinische Bedeutung bei Schafen hinweist. Phylogenetisch bildet *Lucilia sericata* eine enge Verwandtschaftsgruppe mit der Art *Lucilia cuprina*, von der sie sich durch morphologische Merkmale abgrenzen lässt.[1]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die adulte *Lucilia sericata* erreicht eine Körperlänge von 8–10 mm und zeichnet sich durch eine metallisch blau-grüne oder kupfergrüne Grundfärbung aus. Dieser schillernde Glanz entsteht durch Strukturfarben in den Kutikulaschichten, wobei das Abdomen oft schwarze Längsstreifen aufweist. Der Kopf trägt große, rotbraune Komplexaugen und gelbe Mundwerkzeuge, die als Leckrüssel ausgebildet sind. Ein charakteristisches Merkmal sind die Antennen, die eine orangefarbene Arista besitzen. Auf dem dorsalen Mesothorax befinden sich drei kräftige postsuturale acrostichale Borsten, was ein wichtiges taxonomisches Bestimmungsmerkmal darstellt. Die Beine bestehen aus schwarzen Femora und gelben Tarsen, wobei die Vorderfemora dunkel metallisch blau-schwarz gefärbt sind. Ein Sexualdimorphismus zeigt sich in der Augenstellung: Männchen besitzen holoptische Augen, die sich dorsal fast berühren, während Weibchen dichoptische Augen mit einer breiteren Stirn (Frons) haben. Zudem verfügen Weibchen über einen Ovipositor zur Eiablage.[1] *Lucilia sericata* lässt sich von der ähnlichen *Lucilia cuprina* durch die dritte postsuturale acrostichale Borste sowie die dunklen Vorderfemora unterscheiden, die bei *L. cuprina* grün sind. Weitere Unterscheidungsmerkmale sind die hellbraune Frontoclypealmembran und eine Stirn, die doppelt so breit ist wie die Parafrontalbreite.[1] Die länglichen, bananenförmigen Eier sind weiß bis blassgelb und messen etwa 1–1,5 mm.[1][2] Die als Maden bezeichneten Larven sind glatt, konisch geformt und cremig weiß bis gelb gefärbt.[1] Sie durchlaufen drei Larvenstadien und wachsen von 0,5–2,5 mm im ersten Stadium auf bis zu 12–18 mm heran.[2][4] Im dritten Stadium besitzen sie prominente Mundhaken zur Nahrungsaufnahme und deutliche Atemöffnungen (Spirakel).[2] Die Tönnchenpuppen sind 9–12 mm lang, fassförmig und verfärben sich von weiß zu rotbraun, während das Larvenexoskelett aushärtet.[1][2]

Beschreibung

Die Goldfliege (*Lucilia sericata*) ist eine mittelgroße Schmeißfliegenart aus der Familie der Calliphoridae, die sich durch ihren metallisch grün bis kupferfarben glänzenden Körper auszeichnet.[1] Die Art wurde 1826 von Johann Wilhelm Meigen wissenschaftlich erstbeschrieben und zählt taxonomisch zu den am frühesten klassifizierten Vertretern ihrer Gattung.[2] Adulte Exemplare erreichen eine Körperlänge von 8 bis 10 mm und besitzen ein glänzendes Exoskelett, dessen irisierender blau-grüner Schimmer durch strukturelle Färbung in den Kutikulaschichten erzeugt wird. Der Thorax ist behaart und trägt auf dem dorsalen Mesothorax drei kräftige postsuturale acrostichale Borsten, ein entscheidendes Merkmal zur Unterscheidung von verwandten Arten. Die Komplexaugen sind rotbraun gefärbt, während die Mundwerkzeuge gelb und die Beine durch schwarze Oberschenkel (Femora) mit gelben Füßen (Tarsen) charakterisiert sind. Ein deutlicher Sexualdimorphismus zeigt sich in der Augenstellung: Männchen sind holoptisch mit sich dorsal fast berührenden Augen, während Weibchen dichoptische, durch eine breite Stirn getrennte Augen sowie einen für die Eiablage angepassten Ovipositor besitzen.[1] Im Vergleich zur sehr ähnlichen *Lucilia cuprina* unterscheidet sich *L. sericata* durch die schwarzen vorderen Femora (bei *L. cuprina* grün) sowie das Vorhandensein der dritten postsuturalen acrostichalen Borste.[1] Zudem ist der Stirnstreifen bei *L. sericata* breiter und die Frontoclypealmembran hellbraun gefärbt. Die Larven, gemeinhin als Maden bekannt, sind glatt, konisch geformt und cremeweiß bis gelblich gefärbt. Sie durchlaufen drei Stadien und wachsen von winzigen Erstlarven bis zu 12–18 mm langen Drittlarven heran, die über prominente Mundhaken zur Nahrungsaufnahme verfügen.[1] Diese Larven ernähren sich vorwiegend von nekrotischem Gewebe, wobei sie proteolytische Enzyme wie Chymotrypsin und Kollagenase exkretieren, um das Substrat extraoral zu verflüssigen.[2][1] Ein bemerkenswertes Verhalten ist die Bildung dichter Fressgemeinschaften, in denen durch Reibung und Stoffwechselaktivität Temperaturen von bis zu 50 °C erzeugt werden können, was die Entwicklung beschleunigt.[1] Zum Schutz vor mikrobiellen Konkurrenten im Verwesungsmilieu produzieren die Larven eigene antibakterielle Peptide wie Lucifensine.[2] Das Puppenstadium findet in einem tonnenförmigen, 9–12 mm langen Puparium statt, das sich von weiß zu rotbraun verfärbt und aus der verhärteten Larvenhaut des letzten Stadiums besteht.[1] *L. sericata* ist stark synanthrop und nutzt hochempfindliche olfaktorische Sinne, um flüchtige Verbindungen wie Ammoniak und Schwefelwasserstoff über Kilometer hinweg wahrzunehmen. Genetisch weist die Art einen diploiden Chromosomensatz von 2n=12 auf, wobei das Genom im Jahr 2021 vollständig sequenziert wurde.[2]

Verhalten

Adulte *Lucilia sericata* orientieren sich primär über olfaktorische Reize wie Ammoniak und Schwefelwasserstoff, die sie über Distanzen von mehreren Kilometern wahrnehmen können. Im Nahbereich nutzen sie visuelle Signale zur Identifikation von Ressourcen, wobei eine ausgeprägte Präferenz für die Farbe Gelb besteht.[2] Die Nahrungssuche erfolgt meist effizient in kurzen Flügen von oft weniger als 100 Metern zwischen den Futterquellen. Bei der Nahrungsaufnahme regurgitieren die Fliegen Verdauungsenzyme auf feste Substrate, um diese vor der Aufnahme extraoral zu verflüssigen.[1] Das Fortpflanzungsverhalten wird von Männchen initiiert, die an potenziellen Eiablageplätzen patrouillieren und visuelle sowie taktile Balzelemente einsetzen. Ein charakteristisches Signal ist das Flügelschlagen der Männchen mit einer Frequenz von 178 Hz, das Lichtreflexe erzeugt und Weibchen stimuliert. Weibchen bevorzugen dabei Partner, die intensive Balzbewegungen wie Kopfstöße zeigen.[2] Larven weisen ein hochgradig gregäres Verhalten auf und bilden dichte Massen, die durch Kontakt und chemische Spuren zusammengehalten werden. Diese Aggregationen dienen der Thermoregulation, wobei im Inneren der Masse Temperaturen von bis zu 50 °C entstehen können, was die Entwicklungszeit verkürzt.[1] In Konkurrenz mit anderen Aasfliegenarten wie *Calliphora vicina* setzen sich *L. sericata*-Larven oft durch schnellere Kolonisierung und effektivere Wärmeerzeugung durch. Zur Abwehr von mikrobiellen Konkurrenten in Wunden oder Aas sezernieren die Larven antimikrobielle Peptide wie Lucifensine. Spezifische bakterielle Volatile aus dem Darmtrakt der Artgenossen wirken zudem als starke Lockmittel für die Aggregation.[1]

Ökologie

Als Destruent und Nekrophage spielt *Lucilia sericata* eine zentrale Rolle im Ökosystem, indem sie durch die Eiablage auf Aas, Fäkalien und organischen Abfällen wesentlich zum Nährstoffrecycling beiträgt.[1] Die Art ist stark synanthrop und bevorzugt Habitate in direkter Nähe zu menschlichen Siedlungen, Viehbetrieben und Müllplätzen, wobei sie Temperaturen zwischen 20 und 30 °C sowie eine relative Luftfeuchtigkeit um 50 % für eine optimale Entwicklung benötigt. Adulte Fliegen ernähren sich von Nektar und Pollen, wodurch sie als Bestäuber fungieren, nutzen jedoch auch Flüssigkeiten aus Aas und Exkrementen zur Deckung ihres Proteinbedarfs für die Eiproduktion.[2] Die Larven bilden dichte Fressgemeinschaften, die durch kollektive metabolische Aktivität Temperaturen von 35 bis 50 °C erzeugen können, was die Entwicklungsgeschwindigkeit erhöht und Schutz vor Austrocknung bietet. In interspezifischen Konkurrenzsituationen auf geteilten Ressourcen dominiert *Lucilia sericata* häufig gegenüber anderen Schmeißfliegen wie *Calliphora vicina* oder *Phormia regina* durch schnellere Kolonisierung und die Erzeugung von Massenhitze, die Konkurrenten verdrängen kann.[1] Zu den bedeutendsten natürlichen Feinden zählen parasitoide Wespen wie *Nasonia vitripennis*, die das Puppenstadium parasitieren und natürliche Populationen um bis zu 50 % reduzieren können.[4] Die Wirtsfindung erfolgt über olfaktorische Reize wie Ammoniak und Schwefelwasserstoff sowie spezifische bakterielle Signaturen, die von zersetzendem Material ausgehen. Neben ihrer Funktion als Zersetzer besetzt die Art eine parasitäre Nische als Verursacher von Myiasis (Fliegenmadenkrankheit) bei Schafen und fungiert als mechanischer Vektor für Pathogene wie *Escherichia coli* und *Salmonella*.[2][1]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Die Goldfliege (*Lucilia sericata*) nimmt eine ambivalente ökologische Stellung ein, da sie sowohl als bedeutender Hygieneschädling und Krankheitsüberträger als auch als Nützling in der Medizin und Forensik fungiert.[1][5] Veterinärmedizinisch verursacht sie primär bei Schafen die kutane Myiasis ("Blowfly Strike"), wobei Larvenbefall zu schweren Gewebeschäden und sekundären Infektionen führt. In Großbritannien sind jährlich durchschnittlich 1,5 % der Mutterschafe und 3 % der Lämmer betroffen, was hohe ökonomische Verluste durch Behandlungskosten und Mortalität verursacht.[2] Auch beim Menschen kann die Art Wundmyiasis auslösen, insbesondere bei chronischen Ulzera oder mangelnder Hygiene in vernachlässigten Wunden.[4] Als mechanischer Vektor überträgt die Imago pathogene Keime wie *Escherichia coli* und *Salmonella* spp. durch Regurgitation oder Kontakt auf Lebensmittel und Oberflächen.[1][2] Demgegenüber steht der klinische Nutzen steriler Larven in der Madentherapie (MDT), die zur selektiven Reinigung nekrotischer Wunden und zur Bekämpfung antibiotikaresistenter Bakterien wie MRSA eingesetzt werden.[3][1] Präventive Maßnahmen in der Landwirtschaft umfassen das Scheren der Wolle und striktes Wundmanagement, um die Attraktivität für die Eiablage zu minimieren.[2][4] Zur Überwachung der Populationsdichte werden Fallen mit Geruchsködern verwendet, wobei neuere Patente spezifische Lockstoffe auf Basis von Darmbakterien der Fliege nutzen.[1] Die chemische Bekämpfung erfolgt oft durch Insektizide wie Organophosphate oder Wachstumsregulatoren (z. B. Cyromazin), wobei zunehmende Resistenzen ein Rotationsmanagement erfordern.[4][2] Im Rahmen der Integrierten Schädlingsbekämpfung (IPM) kommen biologische Gegenspieler wie die parasitoide Wespe *Nasonia vitripennis* oder die Sterile-Insekten-Technik (SIT) zum Einsatz.[4] Rechtlich sind medizinische Larven streng reguliert und gelten beispielsweise in den USA seit 2004 als zugelassene Medizinprodukte.[3] Internationale Handelsstandards beschränken zudem den Transport potenziell befallener Viehprodukte, um eine Verschleppung in neue Gebiete zu verhindern.[2]

Wirtschaftliche Bedeutung

Die wirtschaftliche Bedeutung von *Lucilia sericata* ist ambivalent, da die Art sowohl als gravierender Schädling in der Viehzucht als auch als wertvoller Nützling in der Medizin fungiert. In der Landwirtschaft verursacht die Fliege durch die Myiasis (Fliegenmadenkrankheit) bei Schafen erhebliche finanzielle Verluste, wobei im Vereinigten Königreich jährlich etwa 1,5 % der Mutterschafe und 3 % der Lämmer betroffen sind. Die direkten Kosten pro Fall wurden im Jahr 2023 auf 209 £ für Lämmer und 184 £ für Mutterschafe beziffert, was sich bereits 2015 auf jährliche Gesamtverluste von über 2,2 Millionen £ summierte.[2] Als mechanischer Vektor überträgt die Art zudem Pathogene wie *Salmonella* spp. und *Escherichia coli* auf Lebensmittel, was Risiken und Kosten in der Lebensmittelhygiene verursacht.[2] Demgegenüber steht der kommerzielle Nutzen in der Madentherapie, für die sterile Larven seit 2004 von der FDA als Medizinprodukt zur Wundreinigung (Debridement) zugelassen sind.[4][3] Diese Therapieform wird effektiv bei chronischen Wunden wie diabetischen Fußgeschwüren und gegen antibiotikaresistente Keime (MRSA) eingesetzt, wobei auch patentierte Enzyme wie Kollagenasen biotechnologisch genutzt werden.[1] Forensisch ist die Art als Erstbesiedler von Leichen relevant für die Bestimmung des Todeszeitpunkts, was Ermittlungsverfahren in Kriminalfällen unterstützt.[3] Zur Bekämpfung werden kostenintensive Maßnahmen des integrierten Schädlingsmanagements eingesetzt, darunter Insektizide, die Sterile-Insekten-Technik (SIT) sowie patentierte Lockstofffallen auf Basis bakterieller Signaturen.[4][1]

Biologie & Lebenszyklus

Die Goldfliege (*Lucilia sericata*) durchläuft eine vollständige Metamorphose (Holometabolie), die die Stadien Ei, drei Larvenstadien (Instare), Puppe und Imago umfasst. Die Paarung beginnt typischerweise 3 bis 8 Tage nach dem Schlupf der Adulten, wobei ein polygynandrisches System vorherrscht, in dem sich beide Geschlechter mehrfach paaren.[1] Männchen initiieren die Balz durch visuelle Signale und Flügelschlagen mit einer Frequenz von 178 Hz, während Weibchen Partner anhand von Größe und Vitalität auswählen.[2] Nach der Kopulation legen die Weibchen Gelege von 100 bis 200 länglichen, weiß-gelblichen Eiern direkt auf feuchtes organisches Material oder Aas ab.[1][2] Die Larven schlüpfen bei warmen Temperaturen (20–27 °C) bereits nach 18 bis 21 Stunden.[2] Das Larvenstadium gliedert sich in drei Instare: Das erste misst 0,5–2,5 mm, während das dritte bis zu 17 mm lang wird und sich durch geselliges Fressen in Massen auszeichnet. Diese Larvenaggregationen erzeugen durch Reibung und Stoffwechselaktivität Temperaturen von 35 bis 50 °C, was die Entwicklung beschleunigt und vor Austrocknung schützt. Zur Verpuppung migrieren die Larven des dritten Stadiums in trockenere Bodenbereiche, wo sie ein 9–12 mm langes, rötlich-braunes Tönnchen bilden. Der gesamte Lebenszyklus vom Ei bis zum Adulttier dauert unter optimalen Bedingungen (20–30 °C) etwa 10 bis 18 Tage.[1] Die Entwicklung folgt einem Temperatursummenmodell, das etwa 230–250 Grad-Tage über einem Basisschwellenwert von 10 °C erfordert.[2] Adulte Fliegen leben 2 bis 4 Wochen und ernähren sich von Nektar, Pollen sowie Flüssigkeiten aus Aas und Exkrementen, um ihren Proteinbedarf für die Eiproduktion zu decken.[1][2] Larven sind nekrophag und verflüssigen Gewebe mithilfe proteolytischer Enzyme wie Kollagenasen und Chymotrypsin.[4][1] In kühleren Jahreszeiten überwintert die Art in einer Diapause während des Puppenstadiums.[1] Pro Jahr werden in gemäßigten Klimazonen 3 bis 5 Generationen gebildet, wobei Klimamodelle eine Zunahme auf über 10 Generationen durch globale Erwärmung prognostizieren.[1][2] Zu den natürlichen Feinden zählen parasitoide Wespen wie *Nasonia vitripennis*, die bis zu 50 % der Puppen parasitieren können.[4] Ökologisch interagieren die Larven oft mit anderen Arten wie *Calliphora vicina*, wobei *L. sericata* in gemischten Gruppen durch effizientere Ressourcennutzung dominieren kann.[1]

Vorkommen & Lebensraum

Ursprünglich stammt *Lucilia sericata* aus Europa und besiedelt primär die gemäßigten Klimazonen der Holarktis. Inzwischen ist die Art kosmopolitisch verbreitet und auf allen Kontinenten außer der Antarktis anzutreffen, mit Schwerpunkten in Nordamerika, Europa, Afrika, Asien und Australien. Die weltweite Etablierung erfolgte vielfach durch menschliche Verschleppung; so wurde die Spezies beispielsweise vor über einem Jahrhundert über Handelswege nach Australien und Südafrika eingeschleppt. In Europa werden besonders hohe Populationsdichten in Küstenregionen und städtischen Ballungsräumen verzeichnet, etwa in Großbritannien und Frankreich.[1] Klimatisch bevorzugt die Goldfliege Temperaturen zwischen 20 und 30 °C sowie eine relative Luftfeuchtigkeit um 50 %. Extreme Kälte unter 10 °C oder aride Bedingungen meidet die Art weitgehend, weshalb sie in kühleren Regionen saisonal von April bis Oktober aktiv ist.[2] Im Zuge der globalen Erwärmung wird eine nordwärts gerichtete Arealerweiterung beobachtet, die zu einer Zunahme der Nachweise in Nordeuropa, wie etwa in der Ukraine, führt.[3] *Lucilia sericata* gilt als ausgeprägt synanthrop und ist eng an menschliche Siedlungen sowie landwirtschaftliche Betriebe gebunden. In diesen anthropogen geprägten Lebensräumen nutzt sie Müllhalden, Aas und Fäkalien als Ressourcen für die Eiablage. Aufgrund ihrer Toleranz gegenüber urbaner Verschmutzung dominiert sie häufig in städtischen Umgebungen.[2] In natürlicheren Habitaten suchen die adulten Fliegen blühende Pflanzen auf, um Nektar und Pollen aufzunehmen. Die vertikale Verbreitung erstreckt sich bis in Höhenlagen von etwa 2.000 Metern.[2] Modellierungen prognostizieren eine weitere Ausbreitung in subarktische Regionen wie Skandinavien und Kanada bis zum Jahr 2050.[3]

Saisonalität & Aktivität

In gemäßigten Klimazonen ist *Lucilia sericata* primär von April bis Oktober aktiv, wobei die Populationsdichte in den Sommermonaten ihren Höhepunkt erreicht. Die optimale Aktivität der Adulten liegt in einem Temperaturbereich von 20 bis 30 °C, während Temperaturen unter 10 °C die Entwicklung weitgehend hemmen. Als multivoltine Art bildet die Goldfliege in geeigneten Habitaten typischerweise drei bis vier Generationen pro Jahr aus.[2] In wärmeren Regionen sind bis zu fünf Generationen möglich, wobei Klimamodelle eine weitere Zunahme der Generationszahl durch steigende Durchschnittstemperaturen prognostizieren.[3] Der gesamte Lebenszyklus verläuft temperaturabhängig und kann unter optimalen Bedingungen in 10 bis 14 Tagen abgeschlossen werden. Die Überwinterung erfolgt in kühleren Jahreszeiten durch eine Diapause, die meist im Puppenstadium stattfindet. Adulte Fliegen schlüpfen vorzugsweise am Morgen aus dem Puparium und nutzen visuelle Reize zur Orientierung. Larven zeigen ein ausgeprägtes gregäres Verhalten und erzeugen in Fressgemeinschaften Temperaturen von 35 bis 50 °C, was ihre Entwicklung beschleunigt.[1] Das öffentliche Suchinteresse korreliert mit dieser phänologischen Aktivität und zeigt in Deutschland deutliche Spitzenwerte im Juli und August.[2]

Voorkomen en huidige waarnemingen in Duitsland

  • Großenhain, 01 Großenhain, Deutschland

    26.09.2025

  • Großenhain, 01 Großenhain, Deutschland

    26.09.2025

  • Niedersachsen, Deutschland

    14.09.2025

  • Wiesbaden, Deutschland

    04.09.2025

  • Deutschland

    31.08.2025

Daten: iNaturalist

Wetenschappelijk onderzoek en patenten

AU-2020103973-A4 Biological Toegekend

Neuartiges spezifisches langwirksames bakterielles Lockmittel für Lucilia sericata und dessen Herstellungsverfahren

Shandong First Medical University & Shandong Academy OF Medical Sciences (2020)

Relevantie: 10/10

Samenvatting

Das Patent beschreibt ein spezifisches Lockmittel, das auf Darmbakterien von Lucilia sericata basiert, kombiniert mit Nährstoffen wie Soja- und Fischmehl. Die Kernidee ist die Nutzung der natürlichen bakteriellen Signatur, um die Fliegen effektiv anzulocken. Das Mittel ist wetterbeständig gegen Regen und Wind und kostengünstig herzustellen. Es eignet sich sowohl zum Monitoring der Populationsdichte als auch zur direkten Bekämpfung in Fallen.

CN-111449088-B Biological Toegekend

Neuartiges für Lucilia sericata spezifisches langwirksames bakterielles Lockmittel und dessen Herstellungsverfahren

(2019)

Relevantie: 10/10

Samenvatting

Dies ist ein Parallelpatent zu Index 0, das ein Lockmittel auf Basis von Lucilia sericata Darmbakterien beschreibt. Die Mischung enthält Agar, Glycerin und Harnstoff als Träger und Stabilisatoren. Es ermöglicht eine langanhaltende Anlockung auch unter widrigen Wetterbedingungen. Das System dient der Überwachung und Reduzierung der Fliegenpopulation.

US-10513696-B2 Biological Toegekend

Kollagenase aus Lucilia sericata

Alipour Hamzeh, Raz Abbasali, Dinparast Djadid Navid, Zakeri Sedigheh (2017)

Relevantie: 6/10

Samenvatting

Das Patent schützt eine cDNA-Sequenz, die für eine Kollagenase (ein gewebeabbauendes Enzym) aus Lucilia sericata kodiert. Dieses rekombinant hergestellte Enzym soll zur Wundheilung eingesetzt werden. Es isoliert den molekularen Wirkmechanismus der Fliegenlarve für biotechnologische Anwendungen. Der Fokus liegt auf der medizinischen Nutzung, nicht auf der Bekämpfung.

CN-105519528-A Chemical Onbekend

Insektizid zur Bekämpfung von Lucilia sericata

Yantai Longshun Chemical Technology Company Ltd. (2016)

Relevantie: 8/10

Samenvatting

Es wird ein chemisches Insektizid vorgestellt, das spezifisch gegen Lucilia sericata wirkt. Die Formulierung enthält unter anderem 4-Methylamino-3-penten-2-on und Triethylenglycoldivinylether. Das Mittel wird direkt auf Befallsorte gesprüht und zeichnet sich durch niedrige Kosten und hohe Tötungswirkung aus. Ziel ist die Reduktion von Krankheitsübertragungen durch die Fliege.

DE-102011015840-A1 Chemical Onbekend

Zusammensetzung aus wundverträglichen Stoffen zum Schutz vor der Eiablage von Fliegen wie Lucilia sericata und Lucilia caesar, umfassend Lokalanästhetika

Agiltera GmbH & Company KG (2011)

Relevantie: 8/10

Samenvatting

Die Erfindung betrifft den Schutz von Wunden vor der Eiablage (Myiasis) durch Fliegen. Als Wirkstoffe werden Lokalanästhetika in wundverträglichen Trägerstoffen eingesetzt. Diese verhindern effektiv, dass Lucilia sericata Eier in offenen Wunden ablegt, vermutlich durch Betäubung der sensorischen Reize der Fliege oder der Wundoberfläche. Dies ist eine präventive Maßnahme im medizinischen und veterinärmedizinischen Bereich.

Bronnen & Referenties

  1. https://animaldiversity.org/accounts/Lucilia_sericata/
  2. https://www.gbif.org/species/5063973
  3. https://journals.lww.com/ijam/fulltext/2018/04010/maggot_debridement_therapy__a_practical_review.3.aspx
  4. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC4424625/
  5. https://www.theguardian.com/science/2017/apr/14/how-the-humble-fly-can-help-to-solve-our-most-gruesome-crimes