Fakten (kompakt)
- Die Früchte der Pflanze sind 5 bis 6 mm lange, ellipsoide Schötchen, die typischerweise zwei Samen pro Fruchtfach enthalten. - Auf den vegetativen Pflanzenteilen finden sich häufig einfache, drüsige oder säulenförmige Haare. - Es werden 13 bis 17 verschiedene Ökotypen unterschieden, die sich primär durch die Farbe des Hypokotyls (unter anderem gelb, rot, schwarz, violett, grau oder weiß) differenzieren. - Die gelbe Farbvariante stellt den am häufigsten vorkommenden Phänotyp dar. - Im frischen Zustand erreicht die rübenartige Wurzel einen Durchmesser von bis zu 8 cm und eine Länge von 10 bis 14 cm. - Durch den Trocknungsprozess schrumpft das Hypokotyl auf eine Größe von 2 bis 8 cm und reduziert sein Gewicht auf durchschnittlich 7,64 bis 23,88 g. - Getrocknete Wurzeln nehmen eine harte Konsistenz an, weshalb sie vor dem Verzehr zwingend gekocht werden müssen. - Die blühenden Stängel tragen dichte traubige Blütenstände, die aus kleinen, zwittrigen (hermaphroditischen) weißen Blüten bestehen. - Randomisierte kontrollierte Studien weisen auf moderate positive Effekte hinsichtlich sexueller Lust und erektiler Funktion bei gesunden Erwachsenen und menopausalen Frauen hin. - Für behauptete Wirkungen wie die Verbesserung der Samenqualität oder die Linderung von Wechseljahresbeschwerden ist die wissenschaftliche Evidenz bislang inkonsistent oder limitiert. - Vorklinische Daten bescheinigen *Lepidium meyenii* eine geringe Toxizität.[4]
Die Art trägt den wissenschaftlichen Namen *Lepidium meyenii* Walp., wobei das Autorenkürzel auf den deutschen Botaniker Gerhard Walpers verweist. Walpers veröffentlichte die formale Erstbeschreibung im Jahr 1843 in seinem Werk *Repertorium Botanices Systematicae*, basierend auf Exemplaren aus den peruanischen Anden. Systematisch wird die Pflanze der Gattung *Lepidium* (Kressen) innerhalb der Familie der Brassicaceae (Kreuzblütler) zugeordnet. Bereits vor der linnéschen Klassifizierung dokumentierten spanische Chronisten die Pflanze; Pedro Cieza de León beschrieb die kultivierte Wurzel 1553 erstmals in der *Crónica del Perú*. Der Jesuit Bernabé Cobo erwähnte den heute gebräuchlichen Namen „Maca“ explizit im Jahr 1653 in seiner *Historia del Nuevo Mundo*. Im deutschen und internationalen Sprachgebrauch hat sich die Bezeichnung Maca als Trivialname durchgesetzt. Innerhalb der Art werden verschiedene Phänotypen unterschieden, die oft als Ökotypen bezeichnet und primär anhand der Farbe des Hypokotyls (gelb, rot, schwarz, violett, grau) differenziert werden. In der modernen botanischen Forschung ab den 1960er Jahren leistete die peruanische Botanikerin Gloria Chacón grundlegende Arbeit zur Systematik und chemischen Zusammensetzung der Art.[1]
*Lepidium meyenii* wächst als krautige, perennierende oder zweijährige Pflanze, die eine bodennahe Rosette bildet.[1][2] Der oberirdische Teil besteht aus einer basalen Rosette mit 12 bis 20 gestielten Blättern, die jeweils 10 bis 15 cm lang werden. Die Blattspreiten sind einfach bis fiederschnittig geformt und weisen gezähnte Ränder auf. Die Pflanze bleibt insgesamt klein und flach, was ihr Widerstandsfähigkeit gegen die starken Winde in Höhenlagen von 3.800 bis 4.800 Metern verleiht.[1] Das markanteste Merkmal ist die sukkulente, knollenartige Hypokotyl-Wurzel-Achse, die einem kleinen Rettich oder einer Birne ähnelt. Im frischen Zustand erreicht dieses Speicherorgan einen Durchmesser von bis zu 8 cm und eine Länge von 10 bis 14 cm.[2] Es existieren 13 bis 17 verschiedene Phänotypen, die sich primär durch die Farbe des Hypokotyls unterscheiden, welche von Gelb, Rot und Schwarz bis zu Grau, Violett und Weiß reicht.[1] Im zweiten Jahr treibt die Pflanze aufrechte oder niederliegende Blütenstängel aus dem Zentrum der Rosette, die Höhen von 12 bis 60 cm erreichen können.[2][1] Die endständigen Blütenstände bilden dichte Trauben aus kleinen, zwittrigen, weißen Blüten. Als Früchte werden 5 bis 6 mm lange, ellipsoide Schötchen (Siliculae) gebildet, die an der Spitze ausgebuchtet sind. Diese dünnwandigen Schötchen besitzen stark keilförmige Klappen und enthalten typischerweise zwei Samen pro Fruchtfach. Auf den vegetativen Pflanzenteilen finden sich häufig einfache, drüsige oder säulenförmige Haare.[2]
*Lepidium meyenii*, allgemein bekannt als Maca, ist eine krautige Pflanze aus der Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae), die endemisch in den zentralen Anden Perus vorkommt. Die Art ist hochspezialisiert auf die extremen Bedingungen der Puna-Graslandschaften in Höhenlagen zwischen 3.500 und 4.500 Metern, wo sie starken Winden, intensiver UV-Strahlung und Frost ausgesetzt ist.[2][1] Um in diesem rauen Habitat zu überleben, bildet die Pflanze eine bodennahe, mattenartige Wuchsform aus, bei der eine basale Rosette aus 12 bis 20 Blättern flach am Boden anliegt.[2] Das charakteristischste Merkmal ist das sukkulente, knollenartige Hypokotyl, das als primäres Speicherorgan dient und der Pflanze ermöglicht, in nährstoffarmen und steinigen Böden zu persistieren.[1][3] Obwohl *Lepidium meyenii* botanisch als ausdauernd (perennierend) gilt, wird sie in der landwirtschaftlichen Praxis meist als einjährige Kultur für die Wurzelernte oder als zweijährige Pflanze zur Samengewinnung angebaut. Der vegetative Zyklus bis zur Erntereife dauert etwa 8 bis 9 Monate, wobei die Ernte traditionell erfolgt, nachdem der oberirdische Teil durch saisonalen Frost abgestorben ist.[1] Im zweiten Jahr treibt die Pflanze generative, aufrechte Blütenstängel aus, die eine Höhe von 30 bis 60 cm erreichen und kleine, zwittrige weiße Blüten tragen. Eine Besonderheit der Art ist der ausgeprägte Polymorphismus der Hypokotyle, die in verschiedenen Farben wie Gelb, Rot, Schwarz und Violett auftreten. Diese als Ökotypen bezeichneten Varianten unterscheiden sich zwar kaum in ihrer äußeren Morphologie, weisen jedoch signifikante Unterschiede in ihren phytochemischen Profilen auf, etwa im Gehalt an Glucosinolaten.[2][1] Historisch wurde die Art bereits im 16. Jahrhundert von spanischen Chronisten wie Cieza de León und Bernabé Cobo beschrieben, die ihre Bedeutung als Grundnahrungsmittel und Handelsgut der Inka dokumentierten.[2][1] Die erste formale wissenschaftliche Beschreibung erfolgte 1843 durch den deutschen Botaniker Gerhard Walpers anhand von Exemplaren aus den Anden.[1] Im Gegensatz zu vielen verwandten Arten hat *Lepidium meyenii* physiologische Anpassungen entwickelt, die ein Wachstum bei niedrigem atmosphärischen Druck und extremen täglichen Temperaturschwankungen ermöglichen.[2][1]
Lepidium meyenii ist in den hochgelegenen Puna-Grasländern der zentralen peruanischen Anden heimisch, wo die Art primär in baumlosen, offenen Landschaften oberhalb der Baumgrenze wächst. Das natürliche Verbreitungsgebiet erstreckt sich auf Höhenlagen zwischen 3.500 und 4.500 Metern, in denen extreme tageszeitliche Temperaturschwankungen und intensive UV-Strahlung vorherrschen.[2] Um den dort häufig auftretenden Starkwinden von über 50 km/h zu widerstehen, bildet die Pflanze eine flache, rosettenförmige Wuchsform aus, die dicht am Boden verbleibt.[1] Lepidium meyenii bevorzugt lockere, gut durchlässige Substrate mit einem pH-Wert zwischen 5,5 und 7,5 und toleriert nährstoffarme, steinige sowie salzhaltige Böden. Die ökologische Nische ist durch eine hohe Resistenz gegenüber Frost bis zu -10 °C und periodischen Dürren gekennzeichnet, wobei das Wachstum auf kurze frostfreie Perioden beschränkt ist.[2] Im Ökosystem fungiert die Art als starker Nährstoffzehrer, der dem Boden rasch Stickstoff, Phosphor und Kalium entzieht, was zu einer schnellen Erschöpfung des Substrats führt.[3] Aufgrund dieser Eigenschaft sind lange Brachezeiten oder Fruchtfolgen mit Gräsern und Leguminosen notwendig, um die Bodenfruchtbarkeit im Habitat wiederherzustellen. Trotz der Anpassung an Trockenheit reagiert die Pflanze empfindlich auf Staunässe, welche Wurzelfäule begünstigt und eine gute Bodendrainage erforderlich macht.[1]
*Lepidium meyenii* wird als landwirtschaftliche Nutzpflanze und nicht als Schädling klassifiziert, wobei sie seit Jahrtausenden in den Anden als Grundnahrungsmittel dient.[1] Der Anbau erfordert jedoch ein striktes Bodenmanagement, da die Pflanze dem Substrat rasch Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphor und Kalium entzieht. Ohne Fruchtwechsel oder mehrjährige Brachezeiten führt dies zu einer Erschöpfung des Bodens, Versauerung und signifikanten Ertragsrückgängen. Agronomische Schäden treten vor allem durch Staunässe auf, weshalb eine gute Drainage essenziell ist, um Wurzelfäule bei Sämlingen zu verhindern.[3] In Bezug auf die gesundheitliche Relevanz gilt Maca in klinischen Studien als gut verträglich, wobei selten milde Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen oder Magenbeschwerden berichtet wurden. Aufgrund potenzieller hormoneller Wechselwirkungen wird Personen mit hormonsensitiven Erkrankungen wie Brustkrebs oder Endometriose zur Vorsicht geraten. Ein präventives Monitoring ist hinsichtlich Schwermetallen erforderlich, da Pflanzen von Standorten mit Bergbauaktivitäten bedenkliche Mengen an Blei und Cadmium akkumulieren können.[2] Zudem warnen Behörden vor der Verfälschung von Nahrungsergänzungsmitteln, in denen illegal pharmazeutische Wirkstoffe wie Sildenafil nachgewiesen wurden. In der Europäischen Union wird *Lepidium meyenii* teilweise als neuartiges Lebensmittel (Novel Food) betrachtet, was spezifische Sicherheitsbewertungen für den Marktzugang bedingt. Rechtlich hat Peru den Export unverarbeiteter Wurzeln eingeschränkt, um die heimische Wertschöpfung zu schützen und Biopiraterie entgegenzuwirken. Internationale Patentstreitigkeiten verdeutlichen die Notwendigkeit, indigene Eigentumsrechte an den genetischen Ressourcen der Pflanze zu wahren.[1]
*Lepidium meyenii* hat sich von einem lokalen Grundnahrungsmittel zu einem global gehandelten Wirtschaftsgut entwickelt, wobei die peruanischen Exporte von Maca-Mehl im Jahr 2023 einen Wert von 23,6 Millionen US-Dollar erreichten. Die Hauptabsatzmärkte sind Brasilien und die Vereinigten Staaten, die zusammen über 50 % des Exportvolumens aufnehmen. Aufgrund der hohen Nachfrage weitete sich der Anbau international aus, insbesondere in die chinesische Provinz Yunnan, wo die Anbaufläche bereits 2015 über 6.600 Hektar betrug. Für peruanische Kleinbauern ist die Pflanze eine zentrale Einkommensquelle, wobei durch intensive Bewirtschaftung Erträge von bis zu 20 Tonnen Frischmasse pro Hektar erzielt werden können, im Vergleich zu 2–3 Tonnen auf unbewirtschafteten Feldern.[1] Der wirtschaftliche Erfolg wird jedoch durch Biopiraterie und internationale Patentanmeldungen auf Maca-Derivate beeinträchtigt, die von der peruanischen Regierung als Bedrohung für die lokalen Erzeugerrechte angefochten werden.[1][3] Zudem führen Produktverfälschungen zu erheblichen Marktrisiken, da Analysen kommerzieller Proben häufig billige Füllstoffe oder nicht deklarierte pharmazeutische Wirkstoffe wie Sildenafil nachwiesen.[2][1] In der Europäischen Union bestehen Handelshemmnisse durch regulatorische Unsicherheiten, da Maca von Arbeitsgruppen als "kritisches" pflanzliches Produkt für potenzielle Marktbeschränkungen eingestuft wurde. Trotz dieser Herausforderungen stiegen die Exportvolumina weiter an, mit einem Zuwachs von 65 % im Mai 2025 gegenüber dem Vorjahr.[1]