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Lexicon-vermelding

Ster Magnolia Magnolia stellata

Ster Magnolia

Taxonomie

Rijk Pflanzen (Plantae)
Stam Tracheophyta (Tracheophyta)
Klas Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Orde Magnoliales (Magnoliales)
Familie Magnoliaceae
Geslacht Magnolia
Soort Magnolia stellata
Wetenschappelijke naam Magnolia stellata (Siebold & Zucc.) Maxim.
Geaccepteerde naam

Einleitung

Die **Stern-Magnolie** (*Magnolia stellata*) ist ein langsam wachsender, laubabwerfender Strauch oder kleiner Baum aus der Familie der Magnoliengewächse (Magnoliaceae), der in den Tälern und Hügeln von Zentral-Honshu in Japan heimisch ist.[1][2] Sie zeichnet sich durch duftende, sternförmige Blüten mit 12 bis 18 schmalen Tepalen aus, die im späten Winter oder zeitigen Frühjahr noch vor dem Laubaustrieb erscheinen.[3][2] Historisch wurde die Art unter Synonymen wie *Buergeria stellata* oder *Magnolia halleana* geführt. Von der nah verwandten *Magnolia kobus* unterscheidet sie sich durch die deutlich höhere Anzahl an Blütenhüllblättern im Vergleich zu den dort üblichen sechs bis neun Tepalen.[1]

Gemeenschapsanalyse

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Laatst op 29.03.2026
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Fakten (kompakt)

- Im Japanischen trägt die Art den Namen *shide-kobushi* (四手コブシ), was „vierhändige Faust-Magnolie“ bedeutet und auf die handartigen Cluster der Blütenhüllblätter anspielt. - Die Einführung der Pflanze in die Vereinigten Staaten erfolgte in den 1860er Jahren, was ihre weltweite Verbreitung als Ziergehölz einleitete. - Im natürlichen Verbreitungsgebiet wird *Magnolia stellata* aufgrund von Lebensraumverlust als gefährdet eingestuft. - Die Pflanze bildet zapfenartige Früchte aus, die orangerote Samen enthalten. - Das Gehölz eignet sich für den Anbau in den USDA-Winterhärtezonen 4 bis 9. - Aufgrund des nicht-invasiven Wurzelwerks ist eine Pflanzung in unmittelbarer Nähe von Gebäudestrukturen möglich.[9] - Taxonomisch wurde historisch auch die Einordnung als Varietät *Magnolia kobus* var. *stellata* (Siebold & Zucc.) Blackburn vorgeschlagen. - Die frühen Blüten sind an exponierten Standorten anfällig für Frostschäden, obwohl die Pflanze selbst winterhart ist. - Neben Schildläusen kann die Art gelegentlich auch von Echtem Mehltau befallen werden. - Die Sorte 'Rosea' unterscheidet sich durch ihre rosa getönten Blüten von der typischen weißen Wildform.[9]

Name & Einordnung

Der akzeptierte wissenschaftliche Name der Art lautet *Magnolia stellata* (Siebold & Zucc.) Maxim..[2] Die Erstbeschreibung erfolgte im Jahr 1845 durch Philipp Franz von Siebold und Joseph Gerhard Zuccarini unter dem Basionym *Buergeria stellata* auf Basis von in Japan gesammelten Exemplaren. Im Jahr 1872 transferierte der russische Botaniker Carl Johann Maximowicz die Spezies formal in die Gattung *Magnolia*. Der Gattungsname ehrt den französischen Botaniker Pierre Magnol (1638–1715), während sich das Artepitheton *stellata* vom lateinischen Wort für „Stern“ ableitet und auf die strahlenförmig ausgebreiteten Blütenhüllblätter verweist. Innerhalb der Gattung wird *Magnolia stellata* der Untergattung *Yulania* zugeordnet, wo sie eine basale Position nahe *Magnolia kobus* einnimmt.[2] Historisch wurde der taxonomische Status kontrovers diskutiert, wobei viele Botaniker die Pflanze aufgrund überlappender Merkmale lediglich als Varietät *Magnolia kobus* var. *stellata* einordneten.[2] Erst detaillierte morphologische Analysen und genetische Befunde, die unter anderem in der Monographie *Magnolias and Their Allies* (1998) dargelegt wurden, festigten den Status als eigenständige Art.[2][1] Ein weiteres, heute nicht mehr gebräuchliches Synonym ist *Magnolia halleana*.[2] Im Deutschen ist die Bezeichnung Stern-Magnolie etabliert, was dem englischen Trivialnamen „star magnolia“ entspricht.[2][3] In Japan wird die Art *shide-kobushi* (四手コブシ) genannt, was als „vierhändige Faust-Magnolie“ übersetzt werden kann und die Form der Blütenblätter im Verhältnis zu verwandten Arten beschreibt.[2]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

*Magnolia stellata* wächst als langsam wüchsiger, sommergrüner Strauch oder kleiner Baum, der Wuchshöhen von 4,5 bis 6 Metern und Breiten von 3 bis 4,5 Metern erreicht.[1][3] Der Habitus ist rundlich bis oval oder ausgebreitet, wobei die Pflanze oft mehrstämmig mit dichter Verzweigung gedeiht.[1][2] Die Rinde an den kahlen Stämmen ist glatt und silbergrau gefärbt, was im Winter einen dekorativen Aspekt bietet. Das Wurzelsystem besteht aus dicken, fleischigen Wurzeln, die flach und weit ausgebreitet im Boden verlaufen. Die wechselständigen, ledrigen Laubblätter sind verkehrt-eiförmig bis schmal-länglich geformt und messen typischerweise 6 bis 10 cm in der Länge sowie bis zu 4 cm in der Breite.[2] Der Blattaustrieb erfolgt im Frühjahr zunächst mit einer bronzefarbenen Tönung, bevor sich die Blätter im Sommer dunkelgrün färben.[1][2] Während die Blattoberseite kahl ist, zeigt sich die hellere Unterseite behaart. Im Herbst verfärbt sich das Laub gelb bis bronzefarben, bevor es abgeworfen wird.[2] Die charakteristischen, sternförmigen Blüten erscheinen im späten Winter oder zeitigen Frühjahr noch vor dem Laubaustrieb und erreichen einen Durchmesser von 7 bis 10 cm. Jede Blüte besteht aus 12 bis 18 schmalen, bandartigen Tepalen, die meist weiß, seltener leicht rosa überhaucht sind.[1][2] Da keine Unterscheidung zwischen Kelch- und Kronblättern besteht, ist dieser Aufbau typisch für die Familie der Magnoliaceae. Aus den bestäubten Blüten entwickeln sich 5 bis 7 cm lange, zapfenartige Sammelbalgfrüchte, die eine knorrige Struktur aufweisen. Diese Früchte reifen im Spätsommer bis Herbst und wechseln ihre Farbe von rötlich-grün zu Braun- oder Kupfertönen.[2] Bei der Reife öffnen sich die Follikel und geben leuchtend rote bis orangerote Samen frei, die von einem fleischigen Arillus umhüllt sind.[1][2] Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal zur nah verwandten *Magnolia kobus* ist die Anzahl und Form der Blütenhüllblätter. Während *Magnolia stellata* 12 bis 18 schmale Tepalen besitzt, weist *Magnolia kobus* lediglich 6 bis 9 breitere Tepalen auf.[2]

Beschreibung

Die Stern-Magnolie (*Magnolia stellata*) ist ein langsam wachsender, laubabwerfender Strauch oder kleiner Baum, der sich durch einen kompakten, rundlichen bis ovalen Habitus auszeichnet.[1][3] Im Gegensatz zu vielen hochstämmigen Bäumen entwickelt die Art typischerweise eine vielstämmige Struktur mit dichter Verzweigung, die im Alter eine Höhe von 4,5 bis 6 Metern und eine Breite von 3 bis 4,5 Metern erreicht.[2] In ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet auf Honshū (Japan) besiedelt die Pflanze feuchte Tieflandwälder, Flussterraßen und sickerfeuchte Schluchten, wobei sie eine hohe Toleranz gegenüber staunassen Böden zeigt.[2][6] Die Rinde verbleibt auch bei älteren Exemplaren glatt und silbergrau, was im Winter einen Kontrast zu den kahlen Zweigen bildet.[3] Das Wurzelsystem besteht aus dicken, fleischigen Wurzeln, die flach unter der Oberfläche verlaufen und empfindlich auf Bodenstörungen reagieren.[2][3] Das Laub treibt im Frühjahr mit einer charakteristischen Bronzetönung aus, vergrünt im Sommer zu einer ledrigen Textur und zeigt im Herbst eine gelbe bis bronzefarbene Färbung. Ein anatomisches Merkmal dieser primitiven Angiospermen ist das Fehlen einer Unterscheidung zwischen Kelch- und Kronblättern; stattdessen bildet die Blüte 12 bis 18 schmale, bandartige Tepalen.[1][2] Diese Blütenstruktur ist evolutionär an die Bestäubung durch Käfer (z. B. Nitidulidae) angepasst, da die Art entstand, bevor Bienen als Hauptbestäuber dominierten.[4][3] Die Blüte erfolgt proteranth (vor dem Blattaustrieb) im späten Winter oder zeitigen Frühjahr, was die Sichtbarkeit für Bestäuber in den noch kahlen Laubwäldern erhöht. Nach der Befruchtung entwickeln sich zapfenartige Sammelbalgfrüchte, die bei Reife im Spätsommer aufplatzen und leuchtend orangerote Samen freigeben.[1] Diese Samen sind oft von einem fleischigen Arillus umgeben und hängen an fadenartigen Strukturen, um Vögel zur Verbreitung anzulocken.[2][7] Phylogenetisch steht *Magnolia stellata* der Art *Magnolia kobus* sehr nahe, unterscheidet sich jedoch morphologisch durch die strauchige Wuchsform und die deutlich höhere Anzahl sowie schmalere Form der Blütenhüllblätter.[1][2] Historisch wurde die Art 1845 von Siebold und Zuccarini zunächst als *Buergeria stellata* beschrieben, bevor sie 1872 von Maximowicz in die Gattung *Magnolia* überführt wurde.[2][7] Die Pflanze ist langlebig und kann unter optimalen Bedingungen ein Alter von 80 bis 120 Jahren erreichen.[2] Während sie weltweit als Ziergehölz verbreitet ist, gilt die Wildpopulation in den fragmentierten Lebensräumen der Ise-Bucht aufgrund von Urbanisierung als gefährdet.[8][6]

Verhalten

Das Fortpflanzungsverhalten von *Magnolia stellata* basiert auf einem evolutionsbiologisch ursprünglichen Mechanismus, der primär auf Käfer (Cantharophilie) als Bestäuber ausgerichtet ist.[1][4] Da die Gattung vor der Entwicklung von Bienen entstand, sind die Blütenorgane robust gebaut, um den Kauwerkzeugen der Käfer, insbesondere aus der Familie der Glanzkäfer (Nitidulidae), standzuhalten.[2][1] Ergänzend besuchen auch Bienen die Blüten, um Pollen und Nektar zu sammeln, was die Fremdbestäubung in fragmentierten Populationen unterstützt.[2] Eine wesentliche phänologische Anpassung ist der Blühzeitpunkt im Spätwinter oder zeitigen Frühjahr vor dem Blattaustrieb, wodurch die Sichtbarkeit der Blüten für Bestäuber erhöht wird.[1][3] Zur Verbreitung der Diasporen nutzt die Pflanze die Endochorie durch Vögel.[2] Die zapfenartigen Sammelbalgfrüchte öffnen sich bei Reife und präsentieren leuchtend rote Samen, die von einem fleischigen Arillus umhüllt sind, um Vögel zur Aufnahme und späteren Ausscheidung anzuregen.[3] Das Wurzelsystem verhält sich im Oberboden raumgreifend mit fleischigen, flachen Wurzeln, die empfindlich auf mechanische Störungen reagieren.[2] In Interaktion mit der nah verwandten Art *Magnolia kobus* zeigt *Magnolia stellata* kaum reproduktive Isolationsmechanismen, was in sympatrischen Vorkommen zu natürlicher Hybridisierung und Genfluss führt.[3]

Ökologie

In ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet besiedelt *Magnolia stellata* feuchte Tieflandwälder, Waldränder und Uferzonen entlang von Flussterrassen und flachen Schluchten. Die Art bevorzugt gut durchlässige, leicht saure Böden, die reich an organischer Substanz sind und eine konstante Feuchtigkeit aufweisen, wobei sie teilweise auch staunasse Mikrohabitate toleriert. Als Strauch des Unterwuchses trägt die Pflanze zur Stabilisierung des Bodens an Hängen bei und fördert die Wasserretention in feuchten Waldschichten.[2] Die Bestäubung erfolgt primär durch Käfer, insbesondere aus der Familie der Glanzkäfer (Nitidulidae), was die evolutionär ursprünglichen Merkmale der Magnoliengewächse widerspiegelt.[4] Da die Blüten bereits im zeitigen Frühjahr vor dem Laubaustrieb erscheinen, stellen sie eine kritische Nektar- und Pollenquelle für Insekten dar, wenn nur wenige andere Ressourcen verfügbar sind.[2][4] Für die Ausbreitung der Samen sorgen Vögel, wie verschiedene Sperlingsvögel, die von den leuchtend roten, von einem fleischigen Arillus umhüllten Samen angelockt werden.[1] Eine signifikante ökologische Bedrohung stellt die invasive Hybridisierung mit der weitverbreiteten *Magnolia kobus* dar, da fehlende reproduktive Barrieren zu einem genetischen Austausch führen, der die Integrität reiner Bestände gefährdet.[6] Feldexperimente zeigten zudem, dass die Art empfindlich auf Lichtkonkurrenz reagiert, wobei eine Ausdünnung des Kronendachs das Überleben und Wachstum von Sämlingen deutlich verbessert.[2] Zu den natürlichen Antagonisten zählen Schildläuse wie *Neolecanium cornuparvum*, deren Honigtauabsonderungen Rußtaupilze begünstigen können, sowie gelegentlich auftretende Rüsselkäfer.[3]

Bedeutung, Schäden & Prävention

In der ökologischen Klassifizierung gilt *Magnolia stellata* als wertvoller Nützling, da ihre extrem frühe Blütezeit eine essenzielle Nahrungsquelle für Bestäuber wie Käfer und Bienen darstellt.[1][4] Die Art zeichnet sich generell durch eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten aus, kann jedoch unter Stressbedingungen von spezifischen Schädlingen befallen werden. Ein bedeutender Schädling ist die Magnolienschildlaus (*Neolecanium cornuparvum*), deren Honigtauausscheidungen zu klebrigem Laub und der Ansiedlung von Rußtaupilzen führen. Zur Bekämpfung dieser Schildläuse werden im integrierten Pflanzenschutz Gartenbauöle eingesetzt, die gezielt gegen das Wanderlarvenstadium im Frühsommer oder Herbst wirken. Gelegentlich treten Blattläuse oder der Tulpenbaumrüsselkäfer auf, wobei letzterer meist nur geringfügige Fraßschäden am Neuaustrieb verursacht. Pilzliche Erkrankungen wie Blattflecken oder Echter Mehltau können bei hoher Luftfeuchtigkeit entstehen, erfordern jedoch selten eine chemische Behandlung, sondern eher das Entfernen befallener Blätter. Ernster ist die Verticillium-Welke, die zum Absterben einzelner Äste führt und oft durch schlecht drainierte Böden begünstigt wird. Staunässe kann zudem Wurzelfäule verursachen, die sich durch vergilbende Blätter und einen allgemeinen Vitalitätsverlust bemerkbar macht.[3] Als wichtigste Präventionsmaßnahme gilt die Wahl eines Standortes mit guter Luftzirkulation und durchlässigem Boden, um Pilzbefall und Wurzelprobleme zu minimieren.[1][3] Eine Mulchschicht ist essenziell, um das flache, fleischige Wurzelsystem vor Austrocknung und mechanischen Schäden zu schützen.[1] Schnittmaßnahmen sollten sparsam und direkt nach der Blüte erfolgen, da die Pflanze nur langsam auf starke Rückschnitte reagiert und Wunden schlecht überwallt.[3] Ein häufiges abiotisches Schadbild ist das Erfrieren der frühen Blütenknospen durch Spätfröste, weshalb in exponierten Lagen ein Windschutz ratsam ist.[1] Während die Art im Gartenbau weit verbreitet ist, gilt sie in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet in Japan als gefährdet und unterliegt strengen Schutzbestimmungen, die das Sammeln von Wildpflanzen untersagen.[2]

Wirtschaftliche Bedeutung

Die wirtschaftliche Bedeutung von *Magnolia stellata* liegt primär in ihrer globalen Nutzung als Ziergehölz im Gartenbau und der Baumschulwirtschaft.[1] Mit über 25 etablierten Sorten wie 'Centennial' oder 'Royal Star' stellt die Art ein wichtiges Handelsgut für die Landschaftsgestaltung in gemäßigten Klimazonen dar. Obwohl die Pflanze als weitgehend resistent gilt, entstehen wirtschaftliche Einbußen durch Qualitätsminderung bei Befall mit der Magnolien-Schildlaus (*Neolecanium cornuparvum*). Diese Schädlinge produzieren Honigtau, der zur Ansiedlung von Rußtaupilzen auf den Blättern führt und den ästhetischen Verkaufswert der Ware herabsetzt.[3][2] Die Bekämpfung in der Produktion erfordert den Einsatz von Gartenbauölen oder insektiziden Seifen, insbesondere gegen das Wanderlarvenstadium im Frühsommer oder Herbst.[3] Weitere ökonomische Risiken in der Anzucht entstehen durch Pilzkrankheiten wie Echten Mehltau oder die Verticillium-Welke, die auf schlecht dränierten Böden zum Absterben von Ästen führen kann.[2] Als Nützling bietet die Stern-Magnolie im zeitigen Frühjahr eine kritische Nahrungsquelle in Form von Nektar und Pollen für Käfer und Bienen, was die Biodiversität in Kulturlandschaften fördert. Die hohe Wertschätzung im Handel wird durch Auszeichnungen wie den *Award of Garden Merit* der Royal Horticultural Society für diverse Kultivare unterstrichen.[2][4]

Biologie & Lebenszyklus

Die Fortpflanzungsbiologie von *Magnolia stellata* ist durch eine frühe Blütezeit im späten Winter bis zeitigen Frühjahr gekennzeichnet, die noch vor der Blattentwicklung stattfindet.[1][3] Da die Gattung evolutionär sehr alt ist und vor dem Auftreten der Bienen entstand, erfolgt die Bestäubung primär durch Käfer, insbesondere aus der Familie der Glanzkäfer (Nitidulidae).[1][4] Die Blütenmorphologie ist robust genug, um den Aktivitäten dieser ursprünglichen Bestäuber standzuhalten, wenngleich heute auch Bienen den Pollen als Nahrungsquelle nutzen.[1] Nach erfolgreicher Befruchtung bilden sich zapfenartige Sammelbalgfrüchte, die 5 bis 7 cm lang werden und sich im Spätsommer bis Herbst rötlich-grün bis braun verfärben. Bei der Reife öffnen sich die Follikel und geben leuchtend orangerote Samen frei, die von einem fleischigen Arillus umhüllt sind.[2] Dieser nährstoffreiche Samenmantel lockt Vögel an, die durch den Verzehr für die Verbreitung der Samen sorgen (Ornithochorie).[1][2] Der Lebenszyklus beginnt mit der Keimung, die eine Kältestratifikation von drei bis fünf Monaten bei ca. 4 °C erfordert, um die natürliche Samenruhe zu brechen. Das Wachstum der Sämlinge verläuft langsam; in den ersten fünf bis sechs Jahren erreicht die Pflanze oft nur einen Zuwachs von etwa 1 bis 2 Metern. Das Wurzelsystem besteht aus dicken, fleischigen Wurzeln, die sich flach im Boden ausbreiten und empfindlich auf mechanische Störungen reagieren.[3] Adulte Exemplare können bei optimalen Bedingungen ein Alter von 80 bis 120 Jahren erreichen.[2] Physiologisch bevorzugt *Magnolia stellata* saure bis neutrale, lehmige Böden (pH 5,0–6,5), die reich an organischer Substanz sind und eine konstante Feuchtigkeit ohne Staunässe bieten.[1] Die Art weist eine hohe Kältetoleranz bis etwa -34 °C (USDA-Zone 4) auf, jedoch sind die früh geöffneten Blütenknospen physiologisch anfällig für Spätfröste. Zu den biotischen Stressfaktoren zählen Schädlinge wie die Magnolien-Schildlaus (*Neolecanium cornuparvum*), deren Honigtau Rußtaupilze begünstigt, sowie gelegentlich Blattläuse. Bei schlechter Bodendrainage besteht eine Anfälligkeit für Wurzelfäule und Verticillium-Welke. Genetisch existieren kaum Barrieren zur verwandten *Magnolia kobus*, was in Kontaktzonen zu Hybridisierung und Genfluss führt.[3]

Vorkommen & Lebensraum

Das natürliche Verbreitungsgebiet von *Magnolia stellata* beschränkt sich endemisch auf Japan, wo die Art in den Küstenregionen um die Ise-Bucht auf der Hauptinsel Honshū vorkommt. Die wilden Vorkommen konzentrieren sich auf das Tiefland und die Vorberge nordöstlich von Nagoya, vorwiegend in den Präfekturen Aichi und Mie. Die vertikale Verbreitung erstreckt sich dabei auf Höhenlagen zwischen 30 und 550 Metern.[2] Als typischer Lebensraum dienen feuchte Tieflandwälder, Waldränder sowie Uferzonen entlang von Flüssen.[3] Innerhalb dieser Gebiete besiedelt die Stern-Magnolie Hügel, Täler, Terrassen und flache Schluchten. Die Pflanzen bevorzugen gut durchlässige, leicht saure Böden, die reich an organischer Substanz sind und eine konstante Feuchtigkeit aufweisen. In nasseren Mikrohabitaten toleriert die Art auch staunasse, fast moorige Bedingungen. Ökologisch fungiert *Magnolia stellata* als Unterholzstrauch in den für die Region typischen sommergrünen Mischwäldern. Das Klima im Ursprungsgebiet ist gemäßigt mit milden Wintern und warmen, feuchten Sommern bei hoher relativer Luftfeuchtigkeit. Aufgrund von Urbanisierung und Landentwicklung im dicht besiedelten Gebiet der Ise-Bucht sind die wilden Populationen heute stark fragmentiert und gelten als gefährdet. Die Einführung in die Vereinigten Staaten erfolgte im Jahr 1862, während die Art Großbritannien erstmals 1877 oder 1878 erreichte. Heute ist *Magnolia stellata* weltweit als Ziergehölz in Gärten und Parks der gemäßigten Klimazonen etabliert.[2] In Kultur gedeiht die Pflanze in den USDA-Winterhärtezonen 4 bis 9, was ihre weite Verbreitung in Nordamerika und Europa begünstigt.[3]

Saisonalität & Aktivität

Magnolia stellata zeichnet sich durch eine phänologisch sehr frühe Blütezeit aus, die im späten Winter bis zum zeitigen Frühjahr beginnt, noch bevor der vegetative Laubaustrieb erfolgt.[1][3] Diese frühe Aktivitätsphase macht die Art zu einer essenziellen Ressource für bestäubende Insekten, wobei primär Käfer (z. B. Nitidulidae) und solitäre Bienen die Blüten besuchen.[4][1] Die Blätter entfalten sich im Anschluss an die Blüte im Frühjahr zunächst mit einer bronzefarbenen Tönung, bevor sie im Sommer dunkelgrün werden.[1][2] Der vegetative Zyklus endet im Herbst mit einer Laubverfärbung ins Gelbe bis Bronzene, gefolgt vom Blattabwurf als Anpassung an die winterliche Ruhephase.[2][3] Die reproduktive Phase schließt im Spätsommer bis Herbst mit der Reifung der zapfenartigen Früchte ab, die aufplatzen und ihre Samen für die Verbreitung durch Vögel freigeben.[1][2] In ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet ist die Aktivität an ein gemäßigtes Klima mit milden Wintern und warmen, feuchten Sommern angepasst.[2] Aufgrund des frühen Austriebs sind die Blütenorgane empfindlich gegenüber Spätfrösten, weshalb spätere Sorten wie 'Waterlily' eine um bis zu zwei Wochen verzögerte Blühaktivität zeigen.[5][2] Hinsichtlich biotischer Stressfaktoren treten die mobilen Larvenstadien der Magnolien-Schildlaus (Neolecanium cornuparvum) spezifisch im Frühsommer oder Herbst auf.[2] Die Samen benötigen zur Überwindung der Dormanz eine Kaltstratifikation von drei bis fünf Monaten bei etwa 4 °C, bevor die Keimung erfolgen kann.[3] Das saisonale öffentliche Interesse an der Pflanze korreliert stark mit der Blütezeit und erreicht in den Monaten März und April seinen jährlichen Höhepunkt.[1]

Bronnen & Referenties

  1. https://plants.ces.ncsu.edu/plants/magnolia-stellata/
  2. https://www.missouribotanicalgarden.org/PlantFinder/PlantFinderDetails.aspx?kempercode=l130
  3. https://mortonarb.org/plant-and-protect/trees-and-plants/star-magnolia/
  4. https://extension.illinois.edu/blogs/garden-scoop/2018-05-05-magnolia-pollination
  5. https://landscapeplants.oregonstate.edu/plants/magnolia-stellata-waterlily
  6. https://www.bgci.org/wp/wp-content/uploads/2024/05/GapAnalysisMagnoliaReduced_ISBN.pdf
  7. https://naturewalk.yale.edu/trees/magnoliaceae/magnolia-stellata/star-magnolia-40
  8. http://arbnet.org/sites/arbnet/files/Magnoliaceae_RedList_2016_LowRes.pdf
  9. Literaturzusammenfassung (mit Bibliographie, siehe Primärquellenliste)