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Dipladenie Mandeville

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Dipladenie

Taxonomie

Rijk Pflanzen (Plantae)
Stam Tracheophyta (Tracheophyta)
Klas Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Orde Gentianales (Gentianales)
Familie Apocynaceae
Geslacht Mandevilla
Soort Mandevilla
Wetenschappelijke naam Mandevilla Lindl.
Geaccepteerde naam

Einleitung

*Mandevilla* ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae), die etwa 170 bis 182 Arten von meist windenden Lianen, Kletterpflanzen und Sträuchern umfasst.[1][2] Das natürliche Verbreitungsgebiet der neotropischen Gattung erstreckt sich von Mexiko bis nach Argentinien, wo die Pflanzen diverse Habitate von Wäldern bis zu felsigen Hängen besiedeln.[2] Historisch wurden viele Arten unter der heute synonymen Bezeichnung *Dipladenia* geführt, bevor diese 1933 taxonomisch mit *Mandevilla* vereinigt wurde. Aufgrund ihrer auffälligen, trichterförmigen Blüten werden zahlreiche Sorten weltweit als Zierpflanzen kultiviert, wobei der in den Pflanzenteilen enthaltene Milchsaft bei Kontakt hautreizend wirken kann.[3]

Fakten (kompakt)

- Die Gattung wird innerhalb der Familie der Hundsgiftgewächse spezifisch der Unterfamilie Apocynoideae und der Tribus Mesechiteae zugeordnet.[11] - Molekularbiologische Untersuchungen im frühen 21. Jahrhundert nutzten plastidäre DNA-Loci wie *trnL-F* und *rpl16*, um die Monophylie der Gattung zu bestätigen und Artgrenzen zu verfeinern.[11] - Robert E. Woodsons Monografie aus dem Jahr 1933 integrierte die Gattung *Macrosiphonia* aufgrund gemeinsamer Frucht- und Blütenmerkmale in *Mandevilla*, wodurch die Artenzahl damals auf 108 anstieg. - Neuere phylogenetische Analysen stützen eine engere Fassung der Gattung, die sich an Pichons Klassifizierungssystem aus den 1950er Jahren orientiert.[11] - Thomas J. Rosatti veröffentlichte 1989 eine Studie zur Abgrenzung der Gattung, die sich spezifisch auf die Vorkommen im Südosten der Vereinigten Staaten konzentrierte. - Neben der bekannten Giftigkeit weisen einige Arten Inhaltsstoffe auf, denen eine potenzielle Antikrebs-Wirkung zugeschrieben wird. - Trotz der zahlreichen akzeptierten Spezies gelten viele Vertreter der Gattung wissenschaftlich noch als kaum erforscht oder unbeschrieben.[11]

Name & Einordnung

Die Gattung *Mandevilla* wurde im Jahr 1840 von dem britischen Botaniker John Lindley wissenschaftlich erstbeschrieben.[2] Der Gattungsname ehrt Henry John Mandeville (1773–1861), einen in Buenos Aires stationierten britischen Diplomaten und Gärtner, der südamerikanische Pflanzenexemplare sammelte.[2][4] Die Erstveröffentlichung erfolgte im *Botanical Register* und basierte auf kultivierten Exemplaren aus Argentinien. Taxonomisch ist die Einordnung eng mit der Gattung *Dipladenia* verknüpft, die 1844 von Alphonse de Candolle beschrieben wurde und lange als eigenständig galt.[4] Im Jahr 1933 vereinigte der Botaniker Robert E. Woodson *Dipladenia* im Rahmen seiner Monographie über die Familie Apocynaceae mit *Mandevilla*, da die morphologischen Unterschiede keine Trennung rechtfertigten.[4] Moderne phylogenetische Untersuchungen und DNA-Analysen haben diese Zusammenlegung bestätigt und zudem die Eingliederung der Gattung *Macrosiphonia* unterstützt.[5] Systematisch wird *Mandevilla* heute der Tribus Mesechiteae innerhalb der Unterfamilie Apocynoideae in der Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae) zugeordnet.[4][3] Im deutschen Sprachraum wird der botanische Name oft unverändert verwendet, während *Dipladenia* im Handel weiterhin als Trivialname oder Synonym für bestimmte Zuchtformen populär ist. Internationale Bezeichnungen umfassen das englische „Rocktrumpet“ sowie spezifische Namen wie „Chilean jasmine“ für *Mandevilla laxa* und „Brazilian jasmine“ für *Mandevilla sanderi*.[3]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die Vertreter der Gattung *Mandevilla* wachsen primär als windende Lianen oder aufrechte Sträucher, deren verholzende Stämme Längen von 2 bis 6 Metern und im Alter bis zu 10 Metern erreichen können.[6][3] Ein charakteristisches Merkmal ist der milchige Latexsaft, der bei Verletzung aus den Stängeln und Blättern austritt und Triterpenoide enthält.[3] Die Laubblätter sind gegenständig angeordnet, einfach aufgebaut und besitzen eine elliptische bis eiförmige, oft als länglich beschriebene Form. Sie erreichen eine Länge von 5 bis 20 cm, weisen einen ganzrandigen Blattrand auf und sind typischerweise ledrig, glänzend sowie tiefgrün gefärbt.[1] Die auffälligen Blüten erscheinen in achselständigen Zymen und zeichnen sich durch eine trichter- oder trompetenförmige Gestalt mit einer schmalen Kronröhre aus.[6][1] Fünf ausgebreitete Kronblätter bilden die Blüte, die einen Durchmesser von 5 bis 10 cm erreicht. Das Farbspektrum variiert von Weiß und Rosa bis hin zu Rot und Gelb, wobei der Blütenschlund häufig gelb gefärbt ist.[6] Nach der Bestäubung entwickeln sich die Früchte als paarige Balgfrüchte (Follikel). Diese springen bei Reife auf und geben zahlreiche Samen frei, die mit einem Haarschopf (Coma) versehen sind und durch den Wind verbreitet werden.[1] Morphologisch zeigen die Arten Unterschiede; so ist *Mandevilla splendens* eine immergrüne Liane mit bis zu 10 cm großen, rosafarbenen Blüten. Im Gegensatz dazu ist *Mandevilla laxa* laubabwerfend und bekannt für ihre intensiv duftenden, weißen Blütenrispen. Andere Arten wie *Mandevilla foliosa* wachsen als liegende Halbsträucher und sind an trockenere Habitate angepasst.[3] In den Wurzeln und anderen Geweben finden sich Cardenolide, während die Blüten reich an Phenolen und Flavonoiden sind.[7]

Beschreibung

Die Gattung *Mandevilla* umfasst etwa 170 bis 182 akzeptierte Arten meist windender Lianen, Halbsträucher und Sträucher innerhalb der Familie der Hundsgiftgewächse (*Apocynaceae*).[2][3] Diese ausdauernden Pflanzen sind in den tropischen und subtropischen Regionen Amerikas heimisch, wobei sich das Verbreitungsgebiet von Mexiko über Zentralamerika bis nach Argentinien und Uruguay erstreckt.[2][1] Charakteristisch für das Erscheinungsbild im natürlichen Lebensraum ist der kletternde Wuchs, bei dem sich die verholzenden Stämme spiralförmig um Trägerpflanzen winden, um in dichten Waldunterwüchsen Höhen von bis zu 10 Metern zu erreichen.[6][3] Die gegenständig angeordneten Blätter sind einfach, meist elliptisch bis eiförmig und zeichnen sich durch eine ledrige, glänzende Textur sowie eine tiefgrüne Färbung aus.[4] Ein wesentliches anatomisches Merkmal ist das Vorhandensein von Milchröhren (Laticiferen) in den Stängeln und Blättern, die bei Verletzung einen weißen, giftigen Milchsaft absondern.[3] Dieser Latex dient der chemischen Abwehr von Herbivoren und enthält irritierende Triterpenoide wie Lupeol und β-Amyrin sowie Alkaloide.[7][3] Die auffälligen, trichter- oder trompetenförmigen Blüten erscheinen in achselständigen Zymen und bestehen aus einer schmalen Kronröhre sowie fünf ausgebreiteten Kronblättern.[4][3] Nach der Bestäubung, die im Naturstandort primär durch Bienen, Schmetterlinge, Kolibris und Motten erfolgt, entwickeln sich paarige Balgfrüchte (Follikel).[4][8] Diese Früchte platzen bei Reife auf und geben zahlreiche Samen frei, die mit einem Haarschopf (Coma) versehen sind, was eine effektive Verbreitung durch den Wind (Anemochorie) ermöglicht.[4] Die Keimung der Samen erfolgt unter warmen Bedingungen (25–30°C) typischerweise innerhalb von 14 bis 28 Tagen, wobei die Samen für ein bis zwei Jahre keimfähig bleiben. Ökologisch fungieren viele *Mandevilla*-Arten als Pionierpflanzen in der Sekundärsukzession, die gestörte Flächen wie Flussufer oder Straßenränder rasch besiedeln. Historisch wurde die Gattung 1840 von John Lindley erstbeschrieben und zu Ehren des britischen Diplomaten Henry John Mandeville benannt. Taxonomisch wurden früher verwandte Gattungen wie *Dipladenia* unterschieden, die jedoch aufgrund morphologischer und molekularer Untersuchungen in *Mandevilla* integriert wurden, wenngleich der Name *Dipladenia* im Gartenbau oft für buschigere Wuchsformen weiterverwendet wird.[3] Im Vergleich zu anderen *Apocynaceae* zeichnet sich *Mandevilla* durch die spezifische Kombination aus großen, nektarreichen Trichterblüten und der Anpassung an diverse Habitate von feuchten Wäldern bis zu felsigen Inselbergen aus.[3][7]

Verhalten

Das Verhalten von *Mandevilla*-Arten ist primär durch ihre Wuchsform als Schlingpflanzen geprägt, die sich spiralförmig um Trägerstrukturen winden, um in dichten Waldhabitaten Zugang zu Sonnenlicht zu erhalten.[6][3] Diese phototrope Orientierung ermöglicht es den Lianen, Baumkronen oder andere Stützen effizient zu erklimmen, wobei sie Längen von mehreren Metern erreichen können. Ökologisch fungieren viele Vertreter der Gattung als Pionierpflanzen, die gestörte Areale wie Flussufer oder Straßenränder im Rahmen der sekundären Sukzession rasch besiedeln. Zur Feindabwehr nutzen die Pflanzen einen passiven chemischen Verteidigungsmechanismus, indem sie bei mechanischer Verletzung sofort einen milchigen Latexsaft aus laticiferen Geweben absondern. Dieses Sekret enthält irritierende Triterpenoide und Alkaloide, die Herbivoren durch Hautreizungen und Toxizität effektiv abschrecken. Im Gegensatz zu den stark verteidigten vegetativen Teilen weisen die Blüten oft geringere Toxinkonzentrationen auf, um notwendige Interaktionen mit Bestäubern nicht zu behindern.[3] Die Pflanzen interagieren mutualistisch mit einer Vielzahl von Tierarten, darunter Bienen, Schmetterlinge und Kolibris, die durch nektarreiche Trichterblüten angelockt werden.[7] In Reaktion auf Umweltstress, wie kühle Temperaturen oder Trockenheit, zeigen *Mandevilla*-Arten ein physiologisches Anpassungsverhalten durch Wachstumsstopp oder Dormanz, um Ressourcen zu konservieren.[3]

Ökologie

In ihren natürlichen Verbreitungsgebieten besiedeln *Mandevilla*-Arten diverse Habitate von tropischen Regenwäldern bis zu offenen Savannen und Felsformationen, wobei sie Höhenlagen vom Meeresspiegel bis über 3000 Meter erreichen.[1] Als Kletterpflanzen nutzen sie ihre windenden Triebe, um an Trägerbäumen spiralförmig emporzuwachsen und so das Sonnenlicht in dichten Waldunterwüchsen zu erschließen. Ökologisch fungieren sie oft als Pionierarten in der Sekundärsukzession, indem sie gestörte Flächen wie Flussufer oder Erdrutsche rasch kolonisieren und zur Bodenstabilisierung beitragen.[3] Die trichterförmigen Blüten stellen eine wichtige Nahrungsquelle dar und locken Bestäuber wie Kolibris, Bienen, Schmetterlinge und Motten an, die den Pollentransfer gewährleisten.[6][3] Zur Abwehr von Herbivoren produzieren die Pflanzen in ihren Geweben einen milchigen Latexsaft, der irritierende Triterpenoide wie Lupeol und β-Amyrin sowie Alkaloide enthält.[3][7] Dieser chemische Schutzmechanismus wirkt toxisch auf viele Fressfeinde, wobei spezifische Berichte über Vergiftungen bei Rindern vorliegen.[3] Dennoch dienen die Pflanzen als Wirt für phloemsaugende Insekten wie die Oleanderblattlaus (*Aphis nerii*), Spinnmilben und Weiße Fliegen, deren Honigtauausscheidungen wiederum das Wachstum von Rußtaupilzen fördern.[7][3] Im Bodenbereich können Wurzelgallennematoden das Wurzelsystem parasitieren und gallenartige Wucherungen verursachen, was die Nährstoffaufnahme beeinträchtigt.[9] Für ein optimales Gedeihen benötigen die Pflanzen gut durchlüftete, organisch reiche Böden, da sie empfindlich auf anaerobe Bedingungen durch Staunässe reagieren, welche pathogene Pilze wie *Fusarium* begünstigen.[3]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Mandevilla-Arten werden primär als Zierpflanzen kultiviert, besitzen jedoch durch ihre Inhaltsstoffe eine medizinische Relevanz und unterliegen spezifischen phytopathologischen Risiken. Der in allen Pflanzenteilen enthaltene milchige Latex enthält irritierende Triterpenoide wie Lupeol, die bei Hautkontakt Dermatitis, Rötungen und Blasenbildung auslösen können. Ein Verzehr führt durch Alkaloide und Cardenolide typischerweise zu gastrointestinalen Beschwerden wie Übelkeit und Erbrechen, wobei schwere kardiale Vergiftungen beim Menschen selten sind. Für Haustiere und Weidevieh ist die Pflanze toxisch; bereits geringe Mengen können bei Hunden und Katzen zu Hypersalivation und Lethargie führen.[3] Zu den häufigsten Schädlingen zählen Spinnmilben, Weiße Fliegen, Wollläuse und Blattläuse (insbesondere *Aphis nerii*), die Pflanzensaft saugen und Honigtau ausscheiden.[3][7] Dieser Honigtau begünstigt die Ansiedlung von Rußtaupilzen, welche die Photosynthese beeinträchtigen.[3] Staunässe fördert Wurzelfäule durch *Fusarium*-Arten, was zu Welke und Blattvergilbung führt, während hohe Luftfeuchtigkeit Echten Mehltau (*Oidium* subg. *Pseudoidium*) begünstigen kann.[3] Virale Infektionen wie das Catharanthus-Mosaik-Virus verursachen Mosaikmuster und Deformationen, während Wurzelgallennematoden in sandigen Böden das Wurzelwachstum hemmen.[7][9] Präventiv sind gut durchlässige Substrate zur Vermeidung von Wurzelfäule sowie ausreichende Luftzirkulation gegen Pilzbefall essenziell.[3] Da virale Erkrankungen nicht heilbar sind, ist die Verwendung von virusfreiem Vermehrungsmaterial und strikte Hygiene notwendig.[7] Zur Bekämpfung weichhäutiger Schädlinge werden im Rahmen des integrierten Pflanzenschutzes bevorzugt insektizide Seifen oder Neemöl eingesetzt, um Nützlinge zu schonen. Bei Pflegemaßnahmen wie dem Rückschnitt wird das Tragen von Handschuhen empfohlen, um Hautreizungen durch den austretenden Milchsaft zu verhindern.[3]

Wirtschaftliche Bedeutung

Die Gattung *Mandevilla* besitzt eine erhebliche wirtschaftliche Bedeutung als Zierpflanze im Gartenbau, wobei insbesondere Hybriden wie die 'Sun Parasol'-Serie in Europa und Nordamerika intensiv in Gewächshäusern produziert werden.[3][10] Wirtschaftliche Schäden entstehen primär durch den Befall mit Schädlingen wie der Oleanderblattlaus (*Aphis nerii*), Spinnmilben, Weißen Fliegen und Wollläusen, die die Pflanzen durch Saftentzug schwächen. Die Ausscheidungen dieser Insekten führen zur Bildung von Rußtaupilzen, was die optische Qualität der Blätter mindert und die Pflanzen als Zierware oft unverkäuflich macht. Pilzliche Erkrankungen wie Wurzelfäule durch *Fusarium*-Arten verursachen bei Staunässe oft Totalverluste in der Produktion.[3] Zudem stellen Virusinfektionen, etwa durch das Catharanthus-Mosaikvirus, ein ökonomisches Risiko dar, da sie zu Blattdeformationen führen und infizierte Bestände vernichtet werden müssen.[7] Wurzelgallennematoden können das Wachstum hemmen und die Nährstoffaufnahme blockieren, was zu Kümmerwuchs führt. Die Bekämpfung dieser Erreger erfordert regelmäßiges Monitoring und den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, was die Produktionskosten steigert. Aufgrund des hautreizenden Milchsaftes ist beim gewerblichen Rückschnitt Schutzkleidung erforderlich, um Arbeitsausfälle durch Kontaktdermatitis zu vermeiden. In tropischen Weidesystemen können bestimmte *Mandevilla*-Arten zudem ökonomische Verluste durch Viehvergiftungen verursachen, da Fälle von Vergiftungen bei Rindern dokumentiert sind. Positiv ist die Rolle der Pflanzen als Nahrungsquelle für Bestäuber wie Bienen und Kolibris zu bewerten, was ihre Integration in ökologisch orientierte Landschaftskonzepte fördert.[3]

Biologie & Lebenszyklus

Die Fortpflanzungsbiologie der Gattung *Mandevilla* ist häufig durch Selbstinkompatibilität gekennzeichnet, weshalb die Pflanzen für den Samenansatz meist auf Fremdbestäubung angewiesen sind. Die großen, trichterförmigen Blüten locken diverse Bestäuber an, darunter Bienen, Schmetterlinge, Motten und Kolibris, die den Nektar aus den tiefen Corollen aufnehmen.[6] Nach erfolgreicher Befruchtung entwickeln sich paarige Balgfrüchte (Follikel), die bei Reife aufplatzen und zahlreiche Samen freigeben. Diese Samen sind mit einem Haarschopf (Coma) ausgestattet, der als Flugorgan für die Verbreitung durch den Wind dient.[1] Die Keimung erfolgt temperaturabhängig, wobei das Optimum zwischen 25 und 30 °C liegt und die Keimlinge typischerweise innerhalb von 14 bis 28 Tagen erscheinen.[3] Samen bleiben unter geeigneten Lagerbedingungen etwa 1 bis 2 Jahre keimfähig. In ihrem natürlichen Lebensraum wachsen *Mandevilla*-Arten als ausdauernde, immergrüne Lianen oder Sträucher mit verholzenden Stämmen, die Längen von bis zu 10 Metern erreichen können.[6] Das vegetative Wachstum beschleunigt sich unter warmen, feuchten Bedingungen, während die Blütenbildung Nachttemperaturen über 15 °C erfordert. Physiologisch reagieren die Pflanzen auf kühlere Temperaturen (10–15 °C) mit einer Ruhephase (Dormanz), tolerieren jedoch keinen Frost.[7] Für die Nährstoffaufnahme benötigen die Wurzeln gut durchlüftete, leicht saure Substrate (pH 6,0–7,0) mit hohem organischen Anteil, da sie empfindlich auf anaerobe Bedingungen durch Staunässe reagieren.[3] Ein charakteristisches physiologisches Merkmal ist die Produktion von milchigem Latexsaft in Stängeln und Blättern, der Triterpenoide wie Lupeol und β-Amyrin zur Abwehr enthält. Zusätzlich synthetisieren *Mandevilla*-Arten Alkaloide und Cardenolide, die als Fraßschutz gegen Herbivoren wirken und toxische Eigenschaften besitzen.[7] Zu den natürlichen Feinden zählen saugende Insekten wie die Oleanderblattlaus (*Aphis nerii*), Spinnmilben und Weiße Fliegen, deren Honigtauausscheidungen Rußtaupilze begünstigen.[3] Wurzelgallennematoden stellen einen weiteren Mortalitätsfaktor dar, indem sie Gallen an den Wurzeln verursachen und die Nährstoffaufnahme blockieren.[9] Pilzliche Erreger wie *Fusarium* führen bei Staunässe zu Wurzelfäule, während Viren wie das Catharanthus-Mosaik-Virus Deformationen verursachen können.[3]

Vorkommen & Lebensraum

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Gattung *Mandevilla* erstreckt sich über die Neotropis, von Mexiko über Zentralamerika bis nach Argentinien und Uruguay.[2][1] Ein bedeutender Verbreitungsschwerpunkt liegt in Brasilien, wo etwa 70 bis 80 Arten vorkommen, von denen viele endemisch sind. Weitere Diversitätszentren befinden sich im Amazonasbecken sowie in den Anden, wo die Pflanzen Höhenstufen von Meereshöhe bis über 3.000 Meter besiedeln.[2][3] Die nördliche Verbreitungsgrenze erreicht den Südwesten der Vereinigten Staaten, wo Arten wie *Mandevilla macrosiphon* in Texas und Nordmexiko heimisch sind.[1] Primär besiedeln die Vertreter der Gattung feuchte tropische Wälder und Waldränder, wo sie als Kletterpflanzen das Licht im Unterholz suchen. Darüber hinaus fungieren sie oft als Pionierpflanzen in der Sekundärsukzession und besiedeln gestörte Standorte wie Flussufer oder Straßenränder. Neben feuchten Habitaten haben sich einige Spezies spezialisiert: *Mandevilla foliosa* wächst in Buschland, während *Mandevilla lanuginosa* auf felsigen, kalkhaltigen Böden mexikanischer Hochplateaus gedeiht.[3] *Mandevilla calcicola* ist spezifisch an Kalksteinformationen in Goiás gebunden und gilt aufgrund von Habitatverlusten als stark gefährdet.[7] Weltweit wurden diverse Arten als Zierpflanzen in andere tropische Regionen wie die Karibik, Teile Afrikas und Asien eingeschleppt.[2] In den Vereinigten Staaten erfolgt eine Kultivierung im Freiland in subtropischen Gebieten wie Florida und Hawaii.[6] In Europa und den gemäßigten Klimazonen sind keine Arten heimisch; sie können dort im Freiland nicht dauerhaft überleben.[3] In der DACH-Region ist *Mandevilla* daher ausschließlich als Kulturpflanze in Gärten oder Kübeln verbreitet, da sie keine Frosttoleranz aufweist und Temperaturen zwischen 20–30 °C bevorzugt.[6][3]

Saisonalität & Aktivität

In ihren nativen tropischen Habitaten wachsen *Mandevilla*-Arten als immergrüne Lianen, die ganzjährig physiologisch aktiv sind und blühen können. In gemäßigten Klimazonen ist die Aktivität hingegen stark saisonal geprägt, wobei die Hauptblütezeit vom späten Frühjahr bis zum Herbst andauert.[3] Die physiologische Aktivität ist signifikant temperaturabhängig; die Blütenbildung wird typischerweise erst durch Nachttemperaturen über 15 °C in Kombination mit warmer Tageswitterung induziert.[6] Unter optimalen warmen und feuchten Bedingungen, wie sie in den USDA-Klimazonen 9 bis 11 herrschen, beschleunigen sich die Wachstumsraten der Pflanzen erheblich.[3] Da die Gattung keine Frosttoleranz besitzt, stellen die Pflanzen bei sinkenden Temperaturen ihr Wachstum ein und müssen in kühleren Regionen bei 10 bis 15 °C überwintert werden.[7] Während dieser Ruhephase wird die Wasseraufnahme reduziert und das vegetative Wachstum stagniert, bis im Frühjahr erneut günstige Bedingungen herrschen. Spezifische Arten wie *Mandevilla laxa* zeigen eine ausgeprägte Blütezeit im Sommer und können in kühleren Wintern ihr Laub abwerfen. Ökologisch fungieren einige Vertreter als Pionierpflanzen, die gestörte Flächen rasch besiedeln und stabilisieren. Die Bestäubung erfolgt durch ein breites Spektrum an Vektoren, darunter tagaktive Kolibris und Bienen sowie nachtaktive Motten. Diese Interaktionen deuten auf eine Verfügbarkeit von Nektar und offenen Blüten über verschiedene Tageszeiten hin.[3] Parallel zur biologischen Aktivität steigt das gärtnerische Interesse zu Beginn der Vegetationsperiode im April und Mai stark an.[7]

Bronnen & Referenties

  1. http://www.efloras.org/florataxon.aspx?flora_id=1&taxon_id=119595
  2. https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:328998-2
  3. https://www.missouribotanicalgarden.org/PlantFinder/PlantFinderDetails.aspx?taxonid=260909
  4. http://flora.huh.harvard.edu/china/pdf/PDF16/mandevilla.pdf
  5. https://bsapubs.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.3732/ajb.91.9.1409
  6. https://plants.ces.ncsu.edu/plants/mandevilla/
  7. https://hgic.clemson.edu/factsheet/mandevilla/
  8. https://www.frontiersin.org/journals/plant-science/articles/10.3389/fpls.2022.983879/full
  9. https://www.sun-sentinel.com/1998/11/13/nematodes-ruin-mandevilla-vines/
  10. https://suntoryflowers.com/sunparasol/
  11. Literaturzusammenfassung (mit Bibliographie, siehe Primärquellenliste)