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Met muisoren Myotis myotis

Met muisoren
Laag risico Kan bijten Nuttig insect Plaag Fysiek gevaar

Taxonomie

Rijk Tiere (Animalia)
Stam Chordatiere (Chordata)
Klas Säugetiere (Mammalia)
Orde Chiroptera (Chiroptera)
Familie Vespertilionidae
Geslacht Myotis
Soort Myotis myotis
Wetenschappelijke naam Myotis myotis (Borkhausen, 1797)
Geaccepteerde naam

Einleitung

Das Große Mausohr (*Myotis myotis*) ist eine Fledermausart aus der Familie der Glattnasen (Vespertilionidae) und zählt zu den größten Vertretern dieser Ordnung in Europa.[1] Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über weite Teile Europas bis nach Westasien, wobei die Art als sogenannter „Gleaner“ primär bodenlebende Arthropoden wie Laufkäfer erbeutet.[1][2] Von der eng verwandten Schwesterart, dem Kleinen Mausohr (*Myotis blythii*), lässt sie sich morphologisch vor allem durch Schädelmerkmale sowie genetische Analysen abgrenzen.[3][1]

Gemeenschapsanalyse

OpenInsect
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Laatst op 25.04.2026
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Name & Einordnung

Das Große Mausohr wird wissenschaftlich unter dem Binomen *Myotis myotis* (Borkhausen, 1797) geführt. Die Erstbeschreibung erfolgte durch den deutschen Naturforscher Moritz Balthasar Borkhausen im Jahr 1797 unter dem Basionym *Vespertilio myotis*, basierend auf Exemplaren aus Deutschland. Systematisch ordnet sich die Art in die Familie der Glattnasen (Vespertilionidae) ein und repräsentiert einen der größten Vertreter der Gattung *Myotis*. Innerhalb dieser Gattung wird *Myotis myotis* sowohl morphologisch als auch genetisch klar vom nahe verwandten Kleinen Mausohr (*Myotis blythii*) sowie von der auf der Iberischen Halbinsel verbreiteten Art *Myotis escalerai* abgegrenzt. Trotz dieser Artunterscheidung belegen mitochondriale DNA-Analysen, dass es in sympatrischen Zonen zu Hybridisierungen und genetischer Introgression mit *Myotis blythii* kommt.[1] Stammesgeschichtlich deuten Modelle der molekularen Uhr darauf hin, dass die Radiation der paläarktischen *Myotis*-Gruppe im mittleren Miozän vor etwa 13 Millionen Jahren einsetzte. Fossile Belege für die Linie in Europa reichen bis in das Oligozän zurück, wobei im Pliozän bereits Formen dominierten, die der heutigen Art in Größe und Skelettmerkmalen stark ähnelten.[3] Der deutsche Trivialname "Mausohr" sowie die englische Bezeichnung "Greater mouse-eared bat" referenzieren die auffällig großen, breiten Ohren, die über die Schnauze hinausragen.[1][4] Taxonomisch gilt die Spezies als stabil definiert, ist jedoch Teil eines komplexen evolutionären Netzwerks innerhalb der weltweit über 140 Arten umfassenden Gattung.[1][3]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Das Große Mausohr (*Myotis myotis*) ist eine der größten Fledermausarten Europas und zeichnet sich durch einen robusten Körperbau aus.[1] Adulte Tiere erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von 65 bis 85 mm, eine Unterarmlänge von 57 bis 70 mm sowie eine Flügelspannweite von 350 bis 450 mm. Das Körpergewicht variiert saisonal und liegt typischerweise zwischen 18 und 45 g.[2] Das dichte, weiche Rückenfell ist sandbraun bis rotbraun gefärbt, während die Unterseite deutlich heller in einem schmutzigen Weiß, Beige oder Hellgrau erscheint.[1] Charakteristisch sind die breite, rosafarbene Schnauze und die auffällig langen, abgerundeten Ohren, die nach vorne gelegt die Schnauzenspitze überragen.[1][2] Die Ohren erreichen eine Länge von bis zu 30 mm und weisen etwa 7 bis 8 querverlaufende Falten auf. Der Tragus (Ohrdeckel) ist markant, nimmt etwa die Hälfte der Ohrlänge ein und endet oft in einer dunklen Spitze. Die breiten Flughäute sind unbehaart und weisen eine einheitliche bräunliche Färbung auf. Das Gebiss umfasst 38 Zähne gemäß der Zahnformel I 2/3, C 1/1, P 3/3, M 3/3, wobei die robusten Molaren speziell an das Zerbeißen hartschaliger Käfer angepasst sind.[2] Ein ausgeprägter Sexualdimorphismus zeigt sich in der Körpergröße, wobei Weibchen in Bezug auf Maße und Masse typischerweise 10 bis 20 % größer sind als Männchen. Neugeborene sind bei der Geburt nackt, blind und wiegen etwa 6 g, was rund 25 % des mütterlichen Gewichts entspricht. Ihre Unterarmlänge beträgt initial etwa 23,7 mm, wächst jedoch rasch, bis sie nach etwa 29 Tagen Erwachsenengröße erreicht.[1] Von der sehr ähnlichen Schwesterart, dem Kleinen Mausohr (*Myotis blythii*), unterscheidet sich *Myotis myotis* primär durch Schädelmerkmale wie die Form des Rostrums sowie durch genetische Differenzen.[3] Auch gegenüber *Myotis escalerai* erfolgt die Abgrenzung sicher über kraniale Morphologie und DNA-Analysen.[1]

Beschreibung

Das Mausohr (*Myotis myotis*) ist eine der größten Fledermausarten Europas und nimmt als spezialisierter Bodenjäger („Gleaner“) eine besondere ökologische Nische ein.[1][2] Im Gegensatz zu reinen Luftjägern verlässt sich diese Art primär auf das passive Hören von Beutegeräuschen, wofür sie eine vergrößerte auditive Hirnrinde und extrem sensible, bis zu 30 mm lange Ohren entwickelt hat.[2][5] Anatomisch ist der robuste Körperbau mit einer Flügelspannweite von 350 bis 450 mm auffällig, der es den Tieren ermöglicht, auch größere Beutetiere wie Laufkäfer oder Maulwurfsgrillen zu bewältigen.[2][1] Das Gebiss mit 38 Zähnen verfügt über kräftige Molaren, die speziell für das Aufbrechen harter Chitinpanzer terrestrischer Arthropoden evolviert sind.[3][2] Ein deutlicher Sexualdimorphismus prägt die Physis, wobei Weibchen etwa 10 bis 20 % schwerer und größer als Männchen sind, um die energetischen Kosten der Reproduktion zu decken.[1] Die Entwicklung der Jungtiere verläuft rasant: Sie werden blind, nackt und mit einem Geburtsgewicht von rund 6 g geboren, was bereits 25 % der mütterlichen Masse entspricht. In den ersten zwei Wochen sind die Welpen vollständig von der Mutter abhängig, bevor sie im Alter von drei bis fünf Wochen flügge werden und kurz darauf die Selbstständigkeit erreichen.[3][1] Das Wachstum des Unterarms verläuft bis zum 29. Tag linear, bis nahezu die Erwachsenengröße erreicht ist.[1] Während der Jungenaufzucht bilden die Weibchen große Wochenstuben in warmen Dachböden oder Höhlen, während Männchen oft solitär leben.[1][2] Im Feld ist die Art durch ihren langsamen, direkten Flug in geringer Höhe von 0,5 bis 2 Metern erkennbar, wobei sie oft offene Buchenwälder oder frisch gemähte Wiesen absucht. Die Unterscheidung zum sehr ähnlichen Kleinen Mausohr (*Myotis blythii*) ist äußerlich schwierig und erfordert oft genetische Analysen oder detaillierte Schädelvermessungen, da beide Arten in Sympatriezonen hybridisieren können.[3][1] Historisch wurde die Art 1797 von Moritz Balthasar Borkhausen beschrieben, wobei fossile Belege darauf hindeuten, dass sich die Linie bereits im mittleren Miozän vor etwa 13 Millionen Jahren diversifizierte.[1] Mit einer nachgewiesenen Lebensdauer von über 37 Jahren besitzt *Myotis myotis* eine außergewöhnliche Langlebigkeit, die durch effiziente physiologische Mechanismen und einen niedrigen Grundumsatz unterstützt wird.[2][1]

Verhalten

Als spezialisierter Gleaner jagt *Myotis myotis* vorwiegend bodenlebende Arthropoden, indem sie in einem langsamen, direkten Suchflug in Höhen von 0,5 bis 2 Metern über dem Substrat patrouilliert. Eine zentrale Anpassung ist dabei das passive Hören, mit dem die Fledermaus Raschelgeräusche von Beutetieren wie Laufkäfern wahrnimmt, statt sich primär auf die Ortung durch Ultraschall zu verlassen.[2][1] Um sensible Beute nicht zu warnen, reduziert sie bei der Annäherung ihre Echolokation oft auf einen flüsternden Modus mit geringer Intensität.[2] Das Sozialverhalten ist durch die Bildung großer Wochenstubenkolonien geprägt, in denen sich die Tiere eng aneinanderdrängen, um durch soziale Thermoregulation Energie zu sparen.[1] Während der Paarungszeit im Herbst zeigen Männchen an Schwärmquartieren ein territoriales Verhalten und verteidigen kleine Balzplätze aggressiv gegen Konkurrenten. Zur Kommunikation und Partneranwerbung setzen Männchen neben komplexen Lautäußerungen auch chemische Signale ein, indem sie gelbliche Gesichtspheromone sezernieren. Die Kopulation selbst zeichnet sich durch ein langes Umschlingen des Weibchens mit den Flügeln aus, was teilweise mehrere Stunden andauern kann.[3] In den Quartieren interagiert *Myotis myotis* häufig mit anderen Arten wie der Langfußfledermaus (*Myotis capaccinii*) oder Hufeisennasen, wobei sie aufgrund ihrer Körpergröße oft die optimalen Hangplätze dominiert. Für die Orientierung bei Wanderungen nutzen die Tiere einen Magnetkompass, der bei Sonnenuntergang anhand von Polarisationsmustern des Himmels kalibriert wird.[1]

Ökologie

Das Große Mausohr (*Myotis myotis*) besetzt eine ökologische Nische als spezialisierter „Gleaner“ (Absammler), der seine Beute primär durch passives Hören ortet und vom Boden oder der Vegetation aufnimmt, statt sie im Flug zu jagen.[2][1] Das Nahrungsspektrum besteht zu über 80 % aus bodenlebenden Arthropoden, wobei Laufkäfer (Carabidae), Maulwurfsgrillen und Spinnen dominieren.[1] Gelegentlich nutzt die Art opportunistisch auch kleine Wirbeltiere wie nistende Vögel als Nahrungsquelle, was jedoch nur einen geringen Teil der Diät ausmacht.[7] Für die Jagd bevorzugt *Myotis myotis* laubwaldreiche Habitate, Waldränder sowie offene Weiden und Wiesen mit kurzer Vegetation, die den Zugriff auf Bodeninsekten erleichtern.[8][6] Dichte Nadelwälder oder mehrschichtige Bestände mit starkem Unterwuchs werden gemieden, während hallenartige Buchenwälder mit geschlossenem Kronendach (>20 %) präferiert werden.[1] Im Sommer bilden die Tiere Wochenstuben in warmen Dachböden oder Höhlen, die ein Mikroklima von 30–34 °C für die Aufzucht der Jungtiere bieten.[1][2] Die Überwinterung erfolgt hingegen in unterirdischen Quartieren wie Höhlen und Stollen bei stabilen Temperaturen zwischen 5 °C und 12 °C sowie hoher Luftfeuchtigkeit.[1] In diesen Quartieren vergesellschaftet sich das Mausohr oft mit anderen Arten wie der Langfußfledermaus (*Myotis capaccinii*) oder Hufeisennasen, dominiert jedoch aufgrund seiner Körpergröße meist die größeren Hangplätze.[2] In sympatrischen Verbreitungsgebieten kommt es zudem gelegentlich zu Hybridisierungen mit dem Kleinen Mausohr (*Myotis blythii*), was auf eine unvollständige reproduktive Isolation hinweist.[1] Durch den Verzehr großer Mengen an Insekten, wobei ein Individuum pro Nacht bis zu 20 g Biomasse aufnehmen kann, übt die Art einen signifikanten Druck auf Populationen wirbelloser Bodentiere aus.[7]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Das Große Mausohr (*Myotis myotis*) ist als reiner Insektenfresser ein bedeutender Nützling, der sich vorwiegend von bodenlebenden Arthropoden wie Laufkäfern, Maulwurfsgrillen und Schmetterlingsraupen ernährt.[1] Mit einer täglichen Nahrungsaufnahme von bis zu 50 % des eigenen Körpergewichts tragen die Tiere zur Regulation von Insektenpopulationen in Land- und Forstwirtschaft bei.[2] Da Wochenstuben häufig in anthropogenen Strukturen wie Dachböden, Kirchen oder Brücken angelegt werden, entstehen gelegentlich Konflikte bei geplanten Gebäudesanierungen. Strukturelle Schäden an der Bausubstanz verursacht die Art nicht, jedoch können große Kolonien mit bis zu 8.000 Tieren durch Kotansammlungen Reinigungsbedarf erzeugen.[1] Rechtlich ist *Myotis myotis* nach Anhang II und IV der FFH-Richtlinie streng geschützt, was jegliche Tötung, Störung oder Zerstörung der Ruhestätten verbietet.[2] Bauliche Maßnahmen an Quartieren erfordern daher zwingend behördliche Genehmigungen und begleitende Schutzkonzepte.[1] Zur Prävention von Quartierverlusten werden künstliche Ersatzquartiere wie Fledermauskästen oder speziell hergerichtete Überwinterungsstätten geschaffen.[5] Das Bestandsmonitoring erfolgt durch standardisierte Zählungen in den Kolonien sowie die akustische Erfassung der Echoortungsrufe. Eine direkte Bekämpfung der Tiere ist illegal; stattdessen zielen Managementpläne auf den Erhalt der Lebensräume ab.[1] Im Rahmen des integrierten Pflanzenschutzes (IPM) wird eine Reduktion von Pestiziden angestrebt, um indirekte Vergiftungen zu vermeiden und die Nahrungsgrundlage der Fledermäuse zu sichern.[9] Internationale Abkommen wie EUROBATS koordinieren diese Schutzmaßnahmen grenzüberschreitend.[1]

Wirtschaftliche Bedeutung

Das Mausohr (*Myotis myotis*) fungiert als bedeutender Nützling in der Land- und Forstwirtschaft, da es sich auf bodenlebende Arthropoden spezialisiert hat.[1] Zum Beutespektrum gehören landwirtschaftlich relevante Schädlinge wie Maulwurfsgrillen (*Gryllotalpidae*), die lokal 10 bis 43 % der Nahrung ausmachen können, sowie Schmetterlingsraupen (ca. 19 %).[1][2] Da die Art bevorzugt in offenen Weidelandschaften, Wiesen und intensiv bewirtschafteten Obstgärten jagt, trägt sie zur natürlichen Regulation von Schadinsekten in diesen Kulturen bei.[6][8] Ein einzelnes Tier vertilgt nächtlich bis zu 50 % seines eigenen Körpergewichts an Insekten (ca. 10–20 g), was über die Sommermonate einer erheblichen Reduktion der Schädlingsbiomasse entspricht.[1] Durch das Absammeln von Beute vom Boden („Gleaning“) werden auch Schädlinge erfasst, die für rein flugjagende Fledermausarten unzugänglich sind.[2] Internationale Schutzabkommen wie EUROBATS fördern daher den integrierten Pflanzenschutz, um die Bestände dieser Fledermäuse als natürliche Schädlingsbekämpfer zu erhalten und den Pestizideinsatz zu minimieren.[9]

Biologie & Lebenszyklus

Das Fortpflanzungssystem von *Myotis myotis* ist promiskuitiv und konzentriert sich auf das herbstliche Schwärmverhalten an den Höhleneingängen der Winterquartiere. Männchen verteidigen dabei kleine Balzterritorien und locken Weibchen durch komplexe Vokalisationen sowie Pheromone an. Die Paarung erfolgt im Spätsommer, wobei die Befruchtung jedoch verzögert erst nach dem Winterschlaf im April oder Mai stattfindet. Weibchen speichern die lebensfähigen Spermien über den Winter im Uterus, bis Umweltfaktoren wie steigende Temperaturen den Eisprung auslösen. Nach einer Tragzeit von 56 bis 73 Tagen wird in den Wochenstuben meist ein einzelnes Jungtier geboren. Zwillingsgeburten sind bei dieser Art extrem selten und embryonal kaum nachweisbar. Die Geburt erfolgt meist mit dem Kopf voran, um ein Verheddern in den Flughäuten zu vermeiden.[3] Neugeborene sind nesthockend, nackt und blind, mit einem Gewicht von etwa 6 g.[3][1] Das Wachstum verläuft rasant, wobei die Unterarmlänge bis zum 29. Tag linear zunimmt und die Jungtiere nach etwa 43 Tagen flügge sind. Die Entwöhnung von der Muttermilch ist nach sechs bis acht Wochen abgeschlossen.[1] Die Geschlechtsreife erreichen die Tiere mit einem Jahr, wobei sich ein Teil der Weibchen bereits im ersten Herbst paart.[3] Adulte Tiere weisen eine hohe Lebenserwartung auf, die im Durchschnitt 3 bis 5 Jahre beträgt, in Spitzenwerten jedoch über 37 Jahre erreichen kann.[2][1] Die Ernährung besteht spezialisiert aus bodenlebenden Arthropoden wie Laufkäfern (*Carabidae*), Maulwurfsgrillen und Spinnen.[1] Diese Beute wird vorwiegend durch passives Hören von Raschelgeräuschen am Boden geortet und im Gleitflug vom Substrat aufgenommen.[2] Für die Jagd werden offene Laubwälder oder frisch gemähte Wiesen bevorzugt, wo die Beute leicht zugänglich ist.[2][1] Physiologisch ist die Art durch eine ausgeprägte Heterothermie gekennzeichnet, die einen Winterschlaf bei 5 bis 12 °C in unterirdischen Hohlräumen umfasst.[2] Im Sommer nutzen Weibchen metabolische Wärme und soziales "Huddling" in großen Kolonien, um in den Wochenstuben Temperaturen von 30 bis 34 °C zu halten. Die Überlebensrate der Jungtiere bis zum Ausfliegen ist hoch, während die Mortalität im ersten Lebensjahr stark variieren kann.[1]

Vorkommen & Lebensraum

Das Verbreitungsgebiet des Mausohrs (*Myotis myotis*) erstreckt sich über weite Teile Europas und Westasiens, von der Iberischen Halbinsel im Südwesten bis zum Balkan und der Türkei im Südosten. Die nördliche Verbreitungsgrenze verläuft durch Mitteldeutschland, Südschweden und Lettland, während die Art in Nordskandinavien, Irland und Dänemark fehlt.[1] Nach Osten reicht das Areal über Polen und die Ukraine bis in den Kaukasus, im Nahen Osten werden Küstenregionen der Levante (Syrien, Libanon, Israel) besiedelt.[2] Vorkommen sind zudem auf Mittelmeerinseln wie den Balearen und Sizilien dokumentiert.[1] Im Vereinigten Königreich galt die Art in den 1990er Jahren als ausgestorben, jedoch werden regelmäßig Einzeltiere nachgewiesen, wie zuletzt ein Weibchen in Sussex im Januar 2025.[5] Der bevorzugte Lebensraum umfasst offene Laub- und Mischwälder sowie parkartige Landschaften und Weiden, die wenig Unterwuchs für die bodenorientierte Jagd aufweisen. Besonders einschichtige Buchenwälder (*Fagus*) mit einem dichten Kronenschluss von über 20 % und spärlicher Strauchschicht werden favorisiert.[6] Telemetriestudien belegen, dass bis zu 94 % der Jagdzeit in Laubhabitaten verbracht wird, wobei oft Waldränder und offene Wiesen genutzt werden. In den Sommermonaten nutzt *Myotis myotis* in Mitteleuropa vorwiegend anthropogene Strukturen und bildet Wochenstuben in warmen Dachböden, Kirchendächern und Brücken.[1] Während im Norden Gebäudequartiere dominieren, bewohnen Kolonien in Südeuropa häufig natürliche Höhlen und Minen. Zur Überwinterung ziehen sich die Tiere in frostfreie unterirdische Quartiere wie Höhlen, Stollen und Keller zurück, die stabile Temperaturen zwischen 5 °C und 12 °C aufweisen.[2] Saisonale Wanderungen umfassen oft altitudinale Verschiebungen von 10 bis 50 km zwischen tiefergelegenen Sommerhabitaten und Winterquartieren. Die Art besiedelt auch Siedlungsbereiche und städtische Umgebungen, sofern geeignete Quartiere in Gebäuden und erreichbare Grünflächen vorhanden sind. Aggregierte Beobachtungsdaten bestätigen eine stabile Präsenz im europäischen Kerngebiet, während Vorkommen an der nördlichen Peripherie lückenhaft und lokal begrenzt bleiben.[1]

Saisonalität & Aktivität

Das Große Mausohr (*Myotis myotis*) unterliegt einem ausgeprägten saisonalen Zyklus, wobei die Überwinterung in unterirdischen Quartieren wie Höhlen oder Stollen bei stabilen Temperaturen zwischen 5 °C und 12 °C erfolgt.[1][2] Im Frühjahr, meist ab April, suchen die Weibchen ihre Wochenstuben auf, die sich oft in warmen Dachböden oder Höhlen befinden und ideale Aufzuchttemperaturen von 30 °C bis 34 °C bieten.[1][3] Die Art ist univoltin, da die Weibchen in der Regel nur ein einziges Jungtier pro Jahr zwischen Mai und Juni zur Welt bringen.[1][2] Diese Jungtiere werden nach etwa drei bis fünf Wochen flügge und erreichen ihre Selbstständigkeit im Hochsommer.[1] Die Paarungszeit findet im Spätsommer statt und erreicht ihren Höhepunkt zwischen August und Mitte September, oft begleitet von einem ausgeprägten Schwarmverhalten vor den Winterquartieren.[3][1] Eine Besonderheit ist die verzögerte Befruchtung, bei der die Spermien den Winter über im weiblichen Reproduktionstrakt gespeichert und die Eizellen erst im folgenden Frühjahr befruchtet werden.[3][2] Die tägliche Aktivität beschränkt sich auf die Nachtstunden, wobei die Jagdflüge in der Dämmerung beginnen und meist in niedriger Höhe über offenem Boden stattfinden.[2] Saisonale Wanderungen zwischen Sommer- und Winterquartieren umfassen meist Distanzen von 10 bis 50 Kilometern, können jedoch in Einzelfällen über 100 Kilometer betragen. Ergänzend zeigen Daten zum öffentlichen Suchinteresse Peaks im Mai und November, was zeitlich mit der Wochenstubenbildung beziehungsweise dem Beginn der Winterruhe korreliert.[3][1]

Bronnen & Referenties

  1. https://www.bats.org.uk/about-bats/what-are-bats/uk-bats/greater-mouse-eared-bat
  2. https://animaldiversity.org/accounts/Myotis_myotis/
  3. https://academic.oup.com/biolinnean/article/95/3/529/2701371
  4. https://zowiac.eu/en/endangered_species/grosses-mausohr/
  5. https://www.bats.org.uk/news/2025/01/hope-for-our-rarest-uk-bat
  6. https://doi.org/10.1016/j.foreco.2022.120210
  7. https://zslpublications.onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1469-7998.2006.00081.x
  8. https://doi.org/10.1046/j.1365-2656.1999.00293.x
  9. https://efsa.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.2903/j.efsa.2019.5758