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Tropische rattenmijt Ornithonyssus bacoti

Tropische rattenmijt
Matig risico Fysiek gevaar Kan steken Nuttig insect Allergeen

Taxonomie

Rijk Tiere (Animalia)
Stam Gliederfüßer (Arthropoda)
Klas Spinnentiere (Arachnida)
Orde Raubmilben (Mesostigmata)
Familie Macronyssidae
Geslacht Ornithonyssus
Soort Ornithonyssus bacoti
Wetenschappelijke naam Ornithonyssus bacoti (Hirst, 1913)
Geaccepteerde naam

Einleitung

Die Tropische Rattenmilbe (*Ornithonyssus bacoti*) ist eine blutsaugende Ektoparasitenart aus der Familie der Macronyssidae innerhalb der Ordnung der Mesostigmata.[1] Sie befällt primär Nagetiere wie die Wanderratte (*Rattus norvegicus*) oder die Hausmaus (*Mus musculus*), tritt jedoch auch als opportunistischer Lästling beim Menschen auf und fungiert als Vektor für Krankheitserreger wie *Rickettsia akari*.[1][2] Historisch unter Synonymen wie *Liponyssus bacoti* beschrieben, unterscheidet sich die Art von der verwandten Nordischen Vogelmilbe (*Ornithonyssus sylviarum*) unter anderem durch die kraniale Position der Analöffnung sowie eine dichtere dorsale Behaarung.[1]

Name & Einordnung

Die Art trägt den wissenschaftlichen Namen *Ornithonyssus bacoti* und wurde im Jahr 1913 von dem Arachnologen Stanley Hirst erstbeschrieben.[2][1] Ursprünglich veröffentlichte Hirst die Beschreibung unter dem Basionym *Liponyssus bacoti* auf der Grundlage von Exemplaren, die von Ratten in Australien gesammelt wurden. Diese Erstbeschreibung erfolgte im Kontext eines Berichts über Milben in Verbindung mit menschlicher Dermatitis, was die frühe medizinische Relevanz der Art unterstrich. Im Laufe der taxonomischen Geschichte wurde die Spezies zeitweise als *Bdellonyssus bacoti* geführt, bevor sie aufgrund morphologischer Revisionen der Familie Macronyssidae in die heutige Gattung *Ornithonyssus* gestellt wurde.[2] Im deutschsprachigen Raum ist die Bezeichnung „Tropische Rattenmilbe“ etabliert, was dem international gebräuchlichen englischen Trivialnamen „tropical rat mite“ entspricht.[2][3] Innerhalb der Gattung lässt sich *Ornithonyssus bacoti* von verwandten Arten wie der Nordischen Vogelmilbe (*Ornithonyssus sylviarum*) durch spezifische Merkmale wie einen kranial gelegenen Anus sowie eine dichtere dorsale Behaarung abgrenzen. Auch von der Tropischen Vogelmilbe (*Ornithonyssus bursa*), die primär Vögel parasitiert, wird sie morphologisch und ökologisch unterschieden. Neuere molekularbiologische Untersuchungen mittels 16S rDNA und mitochondrialer Genanalysen haben die taxonomische Position und die genetische Eigenständigkeit der Art innerhalb der Gattung bestätigt.[2] Diagnostische Verfahren nutzen heute teils spezifische DNA-Sonden, um *Ornithonyssus bacoti* präzise von anderen Milbenarten abzugrenzen.[3]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Adulte *Ornithonyssus bacoti* sind mesostigmate Milben mit einem unsegmentierten, länglich-ovalen Körper, der dorsoventral abgeflacht ist und eine Länge von 0,5 bis 1,5 mm erreicht.[1][2] Der Körper wird dorsal von einem sich nach hinten verjüngenden Schild (Scutum) bedeckt und weist eine dichte Behaarung (Setae) auf. Ein charakteristisches Bestimmungsmerkmal ist die rechteckige Sternalplatte, die mit drei Paaren von Borsten besetzt ist. Die Grundfärbung nüchterner Tiere ist grau-weiß, während sie sich nach der Blutaufnahme dunkelrot bis gelblich-rot verfärben.[1] Adulte und Nymphen besitzen vier Beinpaare sowie prominente Cheliceren, die zum Durchstechen der Wirtshaut befähigt sind.[1][2] Es besteht ein deutlicher Sexualdimorphismus, wobei die Weibchen mit durchschnittlich 1,13 mm Länge größer sind als die schlankeren Männchen. Männchen verfügen über spezialisierte Genitalien, die der indirekten Spermienübertragung dienen. Die hexapoden (sechsbeinigen) Larven sind nur minimal sklerotisiert und nehmen keine Nahrung auf.[1] Die durchscheinenden Eier messen 0,1 bis 0,15 mm und werden meist in Clustern in Nestern oder Spalten abgelegt.[2] Zur taxonomischen Abgrenzung von der Nordischen Vogelmilbe (*Ornithonyssus sylviarum*) dient die Position des Anus auf der Analplatte: Bei *O. bacoti* liegt dieser kranial (kopfwärts), während er bei *O. sylviarum* kaudal angeordnet ist.[1] Zudem ist die dorsale Behaarung bei *O. bacoti* dichter als bei verwandten Arten.[1] Im Gegensatz zu Grabmilben (*Sarcoptes scabiei*) graben adulte *O. bacoti* keine Gänge in die Haut und sind aufgrund ihrer Größe und Mobilität oft mit bloßem Auge sichtbar. Von Bettwanzen (*Cimex lectularius*) lassen sie sich durch das Fehlen linearer Bissmuster und den direkten Nachweis der Milben auf der Haut unterscheiden. Eine präzise Bestätigung kann mittels Lichtmikroskopie oder rasterelektronenmikroskopischer Analyse der Analplatte und Cheliceren erfolgen.[2]

Beschreibung

Die Tropische Rattenmilbe (*Ornithonyssus bacoti*) ist ein obligat hämatophager Ektoparasit aus der Ordnung der Mesostigmata, der sich durch eine weltweite Verbreitung in gemäßigten und tropischen Klimazonen auszeichnet. Morphologisch präsentiert sich die Art als dorsoventral abgeflachte Milbe mit einer Länge von 0,5 bis 1,5 mm, wobei ungefütterte Exemplare gräulich-weiß erscheinen und sich nach der Blutaufnahme rot-braun bis schwärzlich verfärben. Im Gegensatz zu permanenten Ektoparasiten verbringt *Ornithonyssus bacoti* den Großteil der Zeit abseits des Wirtes in Nestern oder Spalten und sucht diesen primär nachts zur Nahrungsaufnahme auf.[2] Ein charakteristisches taxonomisches Unterscheidungsmerkmal zu der nahe verwandten Nordischen Vogelmilbe (*Ornithonyssus sylviarum*) ist die Position des Anus auf der Analplatte, der bei *O. bacoti* kranial und nicht kaudal gelegen ist.[2] Zudem weist *O. bacoti* eine dichtere dorsale Behaarung (Setae) auf als verwandte Arten wie *O. sylviarum* oder die Tropische Vogelmilbe (*O. bursa*). Der Lebenszyklus umfasst fünf Stadien: Ei, hexapode Larve, oktopode Protonymphe, Deutonymphe und Adultus. Eine anatomische Besonderheit im Entwicklungszyklus ist, dass nur die Protonymphe und das Adultstadium Nahrung aufnehmen, während die Larve und die Deutonymphe nicht fressende Übergangsstadien darstellen. Die Larven sind schwach sklerotisiert und häuten sich bereits nach etwa einem Tag zur Protonymphe. Bei den Adulttieren ist ein deutlicher Sexualdimorphismus erkennbar, wobei die Weibchen mit durchschnittlich 1,13 mm Länge größer sind als die schlankeren Männchen. Die Fortpflanzung erfolgt durch arrhenotoke Parthenogenese, ein haplodiploides System, bei dem aus unbefruchteten Eiern haploide Männchen und aus befruchteten Eiern diploide Weibchen entstehen. Historisch wurde die Spezies 1913 von Stanley Hirst ursprünglich als *Liponyssus bacoti* beschrieben, basierend auf Funden an Ratten in Australien.[2] Moderne molekulare Analysen bestätigen die taxonomische Eigenständigkeit innerhalb der Gattung *Ornithonyssus* und ermöglichen mittels PCR-Diagnostik eine präzise Abgrenzung bei Befall.[3] Die Mundwerkzeuge, insbesondere die Cheliceren, sind als stilettartige Stechapparate ausgebildet, die das Durchdringen der Wirtshaut zur Blutaufnahme ermöglichen. Ohne Wirt zeigen die Milben eine bemerkenswerte Überlebensfähigkeit; Adulte können unter moderaten Bedingungen mehrere Monate hungern, was ihre Persistenz in befallenen Arealen begünstigt.[2]

Verhalten

Das Verhalten von *Ornithonyssus bacoti* ist durch eine ausgeprägte negative Phototaxis geprägt, weshalb die Milben das Tageslicht meiden und sich tagsüber in dunklen Spalten, Hohlräumen oder Nestern verbergen. Sie sind überwiegend nachtaktiv und verlassen im Schutz der Dunkelheit ihre Rückzugsorte, um aktiv nach Wirten zu suchen.[2] Diese als „Questing“ bezeichnete Wirtssuche führt die für das bloße Auge sichtbaren und sehr beweglichen Milben oft mehrere Meter weit von ihren Nestern weg.[2][1] Im Gegensatz zu grabenden Hautparasiten verbleibt *Ornithonyssus bacoti* während der Nahrungsaufnahme auf der Hautoberfläche und durchsticht diese lediglich mit den Cheliceren zur Blutaufnahme.[2][5] Die Blutmahlzeit erfolgt intermittierend, wobei die Milben den Wirt nach der Sättigung zügig verlassen, um in das geschützte Nestmilieu zurückzukehren. Zur räumlichen Ausbreitung nutzen sie vorwiegend die Phoresie, indem sie sich temporär an Nagetieren festklammern und so in neue Habitate transportiert werden. Eine passive Verbreitung durch Wind ist bei den leichteren Jugendstadien möglich, wird jedoch durch die hohe Empfindlichkeit gegenüber Austrocknung begrenzt. Bei einem plötzlichen Rückgang der primären Wirtspopulation intensiviert sich das Wanderverhalten drastisch, und die Parasiten befallen opportunistisch Fehlwirte wie Menschen oder Haustiere.[2]

Ökologie

Im Ökosystem fungiert *Ornithonyssus bacoti* als obligat hämatophager Ektoparasit, der sich intermittierend vom Blut seiner Wirte ernährt und den Großteil seines Lebenszyklus im Substrat verbringt. Das primäre Wirtsspektrum umfasst synanthrope Nagetiere wie die Wanderratte (*Rattus norvegicus*), die Hausratte (*Rattus rattus*) und die Hausmaus (*Mus musculus*), welche das Hauptreservoir der Population bilden. Bei einem Mangel an Primärwirten zeigt die Art eine hohe ökologische Plastizität und befällt opportunistisch Sekundärwirte, darunter Kleinsäuger, Vögel und zufällig den Menschen. Das bevorzugte Mikrohabitat bilden die Nester und Baue der Nagetiere, wobei die Milben aufgrund ihrer photophoben Eigenschaften tagsüber dunkle Spalten, Hohlräume oder Wandzwischenräume aufsuchen. Für die erfolgreiche Entwicklung ist ein spezifisches Mikroklima erforderlich, wobei das Temperaturoptimum zwischen 24 °C und 26 °C liegt. Eine hohe relative Luftfeuchtigkeit von 75 bis 80 % ist überlebenswichtig, da die Art empfindlich auf Desikkation reagiert und Werte unter 70 % die Mortalität der Eier und Larven drastisch erhöhen. Die räumliche Ausbreitung erfolgt überwiegend durch Phoresie an den Wirtstieren, was den Transport zwischen Nestern ermöglicht, während die aktive Wirtssuche auf kurze Distanzen beschränkt ist. Durch die globale Erwärmung erweitert sich die ökologische Nische zunehmend in gemäßigte Zonen wie Nordeuropa, da mildere Winter das Überleben der Populationen begünstigen. Innerhalb des Nahrungsnetzes tritt die Milbe zudem als Vektor für Pathogene wie *Rickettsia akari* auf und beeinflusst so die Krankheitsdynamik innerhalb der Nagetierpopulationen. Da die Art keine Diapause durchläuft, kann sie sich unter günstigen Bedingungen ohne saisonale Unterbrechung fortpflanzen und rasch hohe Populationsdichten erreichen.[2]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Ornithonyssus bacoti gilt als bedeutender Hygieneschädling und Ektoparasit, der primär Nagetiere befällt, aber als Lästling auch auf den Menschen übergehen kann, wenn die Hauptwirte fehlen oder bekämpft wurden.[1][2] Bei Nagetieren führt ein starker Befall zu Anämie durch Blutverlust, Alopezie sowie verminderter Reproduktionsleistung, was besonders in der Versuchstierhaltung problematisch ist.[2][6] Für den Menschen ist die sogenannte „Rattenmilbendermatitis“ klinisch relevant, die sich durch stark juckende Papeln, Vesikel und Quaddeln äußert, welche oft in Gruppen oder linear angeordnet sind.[2][1] Diese Hautreaktionen resultieren meist aus einer Typ-I-Überempfindlichkeit gegen Proteine im Speichel der Milbe. Medizinisch bedeutsam ist zudem die Rolle als Vektor für *Rickettsia akari* (Erreger der Rickettsienpocken) sowie die potenzielle Übertragung von *Rickettsia typhi*, *Bartonella henselae* und *Coxiella burnetii*.[2] Ein Befall wird oft erst durch dermatologische Symptome bemerkt, lässt sich jedoch durch Klebefallen in der Nähe von Nagetiernestern oder Klebestreifenproben von der Haut nachweisen.[2][1] Neuere diagnostische Methoden umfassen DNA-Microarrays zur präzisen genetischen Identifizierung der Spezies.[3] Die effektivste Prävention und Bekämpfung erfolgt im Rahmen einer Integrierten Schädlingsbekämpfung (IPM), deren Kern die Eliminierung der Nagetierwirte durch Fallen und bauliche Maßnahmen (Exclusion) bildet.[6][7] Begleitend sind gründliche Reinigung und mechanische Entfernung mittels Staubsauger notwendig, um Milben und Nistmaterial aus Hohlräumen zu entfernen.[5] Zur chemischen Bekämpfung in der Umgebung werden Akarizide wie Deltamethrin oder Permethrin eingesetzt, wobei Pyrethroide bei Anwesenheit von Katzen aufgrund deren hoher Toxizität vermieden werden müssen.[7][1] Befallene Haustiere oder Versuchstiere werden systemisch oder topisch mit Wirkstoffen wie Ivermectin oder Selamectin behandelt.[2][1] Ergänzend zeigen pflanzliche Wirkstoffe auf Basis von Galgant-Extrakten oder Terpenoiden aus Zedernöl akarizide Effekte und bieten Alternativen zu synthetischen Mitteln.[3] Da die Milben ohne Wirt mehrere Wochen überleben können, ist eine Nachkontrolle über 4 bis 6 Wochen essenziell, um Reinfestationen auszuschließen.[2]

Wirtschaftliche Bedeutung

Die wirtschaftliche Relevanz von *Ornithonyssus bacoti* konzentriert sich vorwiegend auf die biomedizinische Forschung, die Tierhaltung und die professionelle Schädlingsbekämpfung. In Laborhaltungen verursachen Befälle bei Nagetieren Anämie und eine signifikant reduzierte Reproduktionsleistung, was Zuchtprogramme stört und experimentelle Daten durch physiologischen Stress der Versuchstiere unbrauchbar machen kann.[2] Dies führt zu direkten finanziellen Verlusten durch gescheiterte Versuchsreihen und den notwendigen Ersatz kontaminierter Tierbestände. Der internationale Handel, insbesondere der Transport von Heimtieren und der Warenverkehr in Seehäfen, begünstigt die weltweite Verschleppung, was historische Nachweise in Hafenstädten wie Hamburg belegen.[1] Zur Eindämmung sind kostenintensive Maßnahmen erforderlich, die von baulichen Sanierungen bis zum Einsatz spezialisierter Akarizide reichen.[2] Die chemische Industrie reagiert auf diesen Bedarf mit der Entwicklung spezifischer Wirkstoffe, darunter synthetische Propargylester-Verbindungen für Innenräume. Auch pflanzliche Alternativen auf Basis von Zedernöl oder Galgant-Extrakten werden patentiert, um eine toxikologisch unbedenkliche Bekämpfung in Wohnbereichen zu ermöglichen. Im Textilsektor existieren Verfahren, um Faserbasen wie Teppiche durch Einarbeitung bakterizider Mittel resistent gegen Milbenbesiedlung zu machen und so Materialschäden vorzubeugen. Ergänzend wurden diagnostische Mikroarrays entwickelt, die durch genetischen Nachweis eine präzise Identifizierung und somit effizientere Managemententscheidungen erlauben.[3]

Biologie & Lebenszyklus

Die Fortpflanzung von *Ornithonyssus bacoti* erfolgt durch arrhenotoke Parthenogenese, bei der sich aus unbefruchteten Eiern haploide Männchen und aus befruchteten Eiern diploide Weibchen entwickeln. Die Weibchen legen nach einer Blutmahlzeit Gelege von bis zu 100 Eiern in die Nester oder Baue ihrer Wirte ab, wobei die Fertilität direkt von der Nahrungsaufnahme abhängt. Der Lebenszyklus umfasst fünf Entwicklungsstadien: Ei, sechsbeinige Larve, achtbeinige Protonymphe, Deutonymphe und Imago. Während Larven und Deutonymphen keine Nahrung aufnehmen, sind Protonymphen und Adulte obligat hämatophag. Die Häutung zwischen den Stadien erfolgt jeweils abseits des Wirtes im Substrat. Unter optimalen Bedingungen von 24–26 °C und 75–80 % relativer Luftfeuchtigkeit dauert der Zyklus von Ei zu Ei etwa 10 bis 14 Tage. Bei ungünstigen Umweltfaktoren kann sich diese Entwicklungsdauer auf bis zu sieben Wochen verlängern. Die Art zeichnet sich durch eine hohe Hungerresistenz aus; ungesogene Larven überleben bis zu 95 Tage, während Adulte über sieben Monate ohne Blutmahlzeit persistieren können.[2] *O. bacoti* durchläuft keine Diapause, was bei geeigneten Temperaturen eine kontinuierliche Fortpflanzung ermöglicht. Physiologisch ist die Milbe empfindlich gegenüber Austrocknung, weshalb eine Luftfeuchtigkeit unter 70 % die Mortalität der nicht-saugenden Stadien stark erhöht.[2] Als Hauptwirte dienen synanthrope Nagetiere wie die Wanderratte (*Rattus norvegicus*), die Hausratte (*R. rattus*) und die Hausmaus (*Mus musculus*). Die Milben sind photophob und suchen ihre Wirte primär nachts auf, um sich tagsüber in dunkle Spalten zurückzuziehen.[1] Opportunistisch werden auch andere Säugetiere oder Fehlwirte wie der Mensch befallen, wobei menschliches Blut jedoch nicht für die Eireifung ausreicht. Lethale Temperaturgrenzen liegen bei längerer Exposition unter 10 °C oder über 40 °C, was zu Torpor oder Dehydrierung führt.[2]

Vorkommen & Lebensraum

Die Tropische Rattenmilbe (*Ornithonyssus bacoti*) weist eine kosmopolitische Verbreitung auf und ist in tropischen, subtropischen sowie gemäßigten Klimazonen der Erde anzutreffen. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über Amerika, Afrika, Asien und Australien, wobei die Art lediglich in den Polarregionen fehlt. Ursprünglich wurde die Spezies 1913 anhand von Funden in Australien beschrieben. Die weltweite Dispersion erfolgte historisch vor allem anthropogen über Handelsrouten, insbesondere durch den Transport befallener Schiffsratten.[2] In Europa ist das Vorkommen seit 1931 dokumentiert, als die Milbe erstmals im Hamburger Hafen nachgewiesen wurde.[1] Neuere Beobachtungen aus den Jahren 2021 bis 2025 belegen eine zunehmende Etablierung in Nordeuropa, einschließlich Großbritannien und Schottland. Diese Arealerweiterung wird mit dem Klimawandel und milderen Wintern in Verbindung gebracht, die das Überleben in höheren Breitengraden begünstigen. Primäre Habitate sind die Nester und Baue von Nagetieren der Gattungen *Rattus* und *Mus*. Die Milben sind photophob und ziehen sich tagsüber in dunkle Spalten, Wandhohlräume oder Zwischendecken zurück. In endemischen Gebieten wie der chinesischen Provinz Yunnan erreichen die Befallsraten bei wildlebenden Wanderratten (*Rattus norvegicus*) hohe Werte.[2] Im synanthropen Bereich konzentriert sich das Vorkommen auf städtische Ballungsräume und Hafenstädte mit hoher Dichte an kommensalen Nagern.[1] Für die Entwicklung sind Temperaturen von 24–26 °C und eine relative Luftfeuchtigkeit von 75–80 % optimal, weshalb feuchte Mikrohabitate in Nestern bevorzugt werden. Die lokale Ausbreitung geschieht überwiegend phoretisch durch den Transport im Fell der Wirte.[2]

Saisonalität & Aktivität

Die Aktivität und Entwicklungsgeschwindigkeit von *Ornithonyssus bacoti* wird primär durch abiotische Faktoren wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit gesteuert. Das Optimum für den Lebenszyklus liegt bei 24–26 °C, wodurch sich die Populationsdichte in den wärmeren Jahreszeiten oft explosionsartig erhöht. Aufgrund der kurzen Entwicklungsdauer von 10 bis 14 Tagen unter idealen Bedingungen ist die Art multivoltin und bringt zahlreiche Generationen pro Jahr hervor. *Ornithonyssus bacoti* verfügt über kein Diapause-Stadium, weshalb eine kontinuierliche Fortpflanzung ohne saisonale Ruhephase stattfindet, sofern die Umgebungstemperatur dies zulässt. Temperaturen unter 20 °C verlangsamen die Entwicklung signifikant, während Werte unter 10 °C zu Torpor (Kältestarre) und schließlich zum Tod führen. In gemäßigten Breiten begünstigt die Klimaerwärmung zunehmend das Überleben im Winter und die Ausbreitung in nördliche Regionen, wie aktuelle Nachweise in Schottland belegen.[2] Die Milben sind strikt nachtaktiv; sie verlassen ihre Verstecke in Nestern oder Spalten fast ausschließlich nachts zur Blutaufnahme und meiden tagsüber Licht.[2][1] Ergänzend zeigt das öffentliche Suchinteresse in Deutschland einen korrelierenden saisonalen Schwerpunkt im August, während die Anfragen in den Wintermonaten Februar und März ihren Tiefpunkt erreichen.[4]

Wetenschappelijk onderzoek en patenten

JP-2011063605-A Chemical Onbekend

Verfahren zur Bekämpfung von Pilzen und Milben in Faserbasen

Syngenta Participations AG (2010)

Relevantie: 8/10

Samenvatting

Beschrieben wird eine Methode, um das Wachstum von Pilzen und Milben in Teppichen und anderen Fasermaterialien zu verhindern. Die Innovation liegt in der gleichzeitigen Bekämpfung von Schimmelpilzen und der Tropischen Rattenmilbe (Ornithonyssus bacoti). Hierfür werden bakterizide Verbindungen in das Fasermaterial eingearbeitet. Dies dient der Hygiene und Schädlingsprävention in Textilien.

JP-2011050335-A Monitoring Onbekend

Mikroarray zum Nachweis spezifischer Milben und Verfahren zum Nachweis

Toyo Seikan Kaisha Ltd. (2009)

Relevantie: 7/10

Samenvatting

Die Erfindung betrifft ein diagnostisches Werkzeug (Mikroarray) zur spezifischen Identifizierung von Milben. Es nutzt DNA-Sonden und PCR-Technik, um Ornithonyssus bacoti und Chelacaropsis moorei genetisch nachzuweisen. Dies ermöglicht eine präzise Bestimmung des Befalls, was für gezielte Bekämpfungsmaßnahmen essenziell ist. Es ist keine direkte Bekämpfungsmethode, aber hochrelevant für das Management des Schädlings.

JP-H1087418-A Biological Onbekend

Akarizid auf pflanzlicher Basis

Prod Dev Research Institute (1996)

Relevantie: 8/10

Samenvatting

Das Patent beschreibt ein Akarizid, das auf Extrakten von Alpinia galanga (Galgant) oder Phenylpropanoiden aus Gewürznelken basiert. Die Wirkstoffe, wie 1-Acetoxychavicol-Acetat, sind natürlichen Ursprungs und weisen eine hohe Sicherheit auf. Es zeigt eine ausgezeichnete abtötende Wirkung gegen verschiedene Milbenarten. Ornithonyssus bacoti wird spezifisch als Zielorganismus genannt.

JP-H06199738-A Chemical Onbekend

Propargylester-Verbindung und Akarizid, das diese als Wirkstoff enthält

Sumitomo Chemical Company (1993)

Relevantie: 8/10

Samenvatting

Hier wird eine neue Propargylester-Verbindung vorgestellt, die als aktiver Bestandteil in Akariziden dient. Die chemische Struktur wird durch Reaktion von Säurehalogeniden mit Propargylalkohol gewonnen. Das Mittel ist besonders geeignet zur Bekämpfung von Innenraum-Milben und tierparasitären Milben. Ornithonyssus bacoti wird explizit als bekämpfbarer Schädling aufgeführt.

JP-H06239714-A Biological Onbekend

Akarizid aus japanischem Zedernöl

Jiyumoku Chushutsu Seibun Riyo (1991)

Relevantie: 8/10

Samenvatting

Das Patent nutzt sauerstoffhaltige Terpenoide, die aus dem ätherischen Öl der Japanischen Zeder gewonnen werden. Diese natürlichen Extrakte wirken stark gegen Milben in Wohnräumen und sind für Menschen und Tiere ungiftig. Ornithonyssus bacoti wird als empfindlicher Zielorganismus genannt. Die Herstellung fördert zudem die Nutzung von Schnittabfällen der Forstwirtschaft.

Bronnen & Referenties

  1. https://www.sciencedirect.com/topics/agricultural-and-biological-sciences/ornithonyssus-bacoti
  2. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC9084572/
  3. https://patents.google.com/patent/JP2011063605A/en
  4. Aggregierte Suchinteressen-Daten (DE), Zeitreihen-Analyse, 2024–2026.
  5. https://stacks.cdc.gov/view/cdc/7614/cdc_7614_DS1.pdf
  6. https://www.frontiersin.org/journals/veterinary-science/articles/10.3389/fvets.2023.1141290/full
  7. https://pestweb.com/pests/1079/tropical-rat-mite