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Lexicon-vermelding

Postelein Portulaca oleracea

Postelein

Taxonomie

Rijk Pflanzen (Plantae)
Stam Tracheophyta (Tracheophyta)
Klas Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Orde Caryophyllales (Caryophyllales)
Familie Portulacaceae
Geslacht Portulaca
Soort Portulaca oleracea
Wetenschappelijke naam Portulaca oleracea L.
Geaccepteerde naam

Einleitung

Der **Portulak** (*Portulaca oleracea*) ist eine einjährige, sukkulente krautige Pflanze aus der Familie der Portulakgewächse (Portulacaceae).[1][2] Die ursprünglich wahrscheinlich im Mittelmeerraum oder Westasien beheimatete Art ist heute weltweit verbreitet und besiedelt als Pionierpflanze oft gestörte Böden. Während sie in der Landwirtschaft häufig als invasives Unkraut bekämpft wird, findet sie aufgrund ihres hohen Nährwerts auch als Blattgemüse und in der traditionellen Medizin Verwendung.[1]

Gemeenschapsanalyse

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Laatst op 08.05.2026
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Fakten (kompakt)

- Eine einzelne Pflanze besitzt ein enormes Reproduktionspotenzial und kann pro Saison zwischen 7.000 und 200.000 Samen produzieren. - Die Samen weisen eine extreme Langlebigkeit auf und bleiben im Boden bis zu 40 Jahre lang keimfähig. - In der Ernährungswissenschaft wird Portulak aufgrund seines Nährstoffprofils oft höher bewertet als gängige Blattgemüse wie Spinat oder Salat. - Rohe Pflanzenteile sind reich an Omega-3-Fettsäuren, insbesondere Alpha-Linolensäure. - Analysen zeigen hohe Konzentrationen an Vitamin A (bis zu 1320 IU pro 100 g) und Vitamin E (12,2 mg pro 100 g). - Kulinarisch zeichnet sich die Pflanze durch einen spritzigen, leicht salzigen Geschmack aus. - Neben den Blättern werden auch die Samen genutzt, die zu Mehl gemahlen für Brot oder Brei Verwendung finden. - Aufgrund der vielseitigen medizinischen Nutzung bezeichnete die Weltgesundheitsorganisation die Art als „globales Allheilmittel“ (global panacea). - In der traditionellen chinesischen Medizin trägt die Pflanze den Beinamen „Gemüse für langes Leben“.[10] - Für den Heimanbau existieren spezielle Zuchtformen wie der Gold-Portulak (*P. oleracea* var. *sativa*), der sich durch gelbe Blätter auszeichnet. - Die Kulturpflanzen wachsen schnell und sind bereits 6 bis 8 Wochen nach der Aussaat erntereif.[10]

Name & Einordnung

Der wissenschaftliche Name *Portulaca oleracea* wurde 1753 von Carl von Linné in seinem Werk *Species Plantarum* erstbeschrieben, wobei er auf antike lateinische Bezeichnungen zurückgriff.[1][3] Der Gattungsname *Portulaca* leitet sich vom lateinischen *portula* („kleine Tür“) ab und bezieht sich auf die Kapselfrucht, die sich bei der Reife deckelartig öffnet. Das Art-Epitheton *oleracea* entstammt dem Begriff *oleraceus* (gemüseartig) und verweist auf die historische Nutzung der Pflanze als Küchenkraut.[4] Bereits Plinius der Ältere verwendete den Namen *portulaca* in seiner *Naturalis Historia*, während Theophrastus die Art im 4. Jahrhundert v. Chr. erwähnte.[5] Taxonomisch gehört die Art zur Gattung *Portulaca* innerhalb der Familie der Portulacaceae, die phylogenetisch eine Schwestergruppe zu den Kakteengewächsen (Cactaceae) bildet. Aufgrund hoher morphologischer Variabilität und unterschiedlicher Ploidiestufen (2n=18 bis 54) wird *Portulaca oleracea* heute als komplexes Aggregat betrachtet.[2] Frühere Synonyme wie *Portulaca sativa* (für kultivierte Formen) oder *Portulaca neglecta* werden in modernen Revisionen meist der variablen Art untergeordnet.[4][2] Innerhalb des Komplexes werden verschiedene Unterarten wie *P. oleracea* subsp. *impolita* und *P. oleracea* subsp. *granulatostellulata* unterschieden, deren Abgrenzung oft anhand der Samenoberflächenstruktur erfolgt. Im Deutschen wird die Art schlicht als Portulak bezeichnet.[2] International geläufige Trivialnamen sind „Purslane“ im Englischen, „Verdolaga“ im Spanischen sowie „Ma Chi Xian“ im Chinesischen.[1] Der englische Begriff „Purslane“ entwickelte sich etymologisch über das Altfranzösische *porcelaine* direkt aus dem lateinischen Gattungsnamen.[4]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Portulaca oleracea ist eine sukkulente, einjährige Pflanze mit einem meist niederliegenden, mattenbildenden Wuchs, der Durchmesser von bis zu 60 cm oder 90 cm erreicht.[1][2] Die Wuchshöhe beträgt typischerweise 15 bis 40 cm, wobei die Triebe einer zentralen Pfahlwurzel entspringen.[1][4] Die zylindrischen, fleischigen Stängel sind rötlich bis rötlich-braun gefärbt, kahl (glabros) und erreichen Längen bis zu 50 cm bei einem Durchmesser von 2 bis 3 mm. Sie verzweigen sich diffus und schwellen an den Knoten, an denen bei Bodenkontakt Adventivwurzeln entstehen können, leicht an. Die wechselständig oder fast gegenständig angeordneten Blätter sind dickfleischig, kahl und von obovater bis spatelförmiger Gestalt.[4] Sie messen 1 bis 3 cm in der Länge sowie 0,5 bis 2 cm in der Breite, sind sitzend und weisen oft rötliche Ränder sowie eine stumpfe oder gekerbte Spitze auf. Die gelben Blüten besitzen fünf Kronblätter, zahlreiche Staubblätter sowie ein zentrales Stempelbündel und erreichen einen Durchmesser von 4 bis 9 mm, selten bis 1,3 cm. Sie erscheinen einzeln oder in Büscheln von zwei bis fünf an den Stängelspitzen und öffnen sich nur bei direkter Sonneneinstrahlung.[1][4] Die Früchte sind 4 bis 8 mm lange, eiförmige Kapseln, die sich deckelartig (circumscissil) entlang einer Querrille öffnen.[4][3] Darin enthalten sind zahlreiche schwarze, nierenförmige Samen mit einem Durchmesser von 0,5 bis 1 mm.[4] Die Samenoberfläche ist bei der Nominatform *P. oleracea* subsp. *oleracea* papillös, während andere Unterarten glatte oder gekörnte Strukturen aufweisen.[2] Kultivierte Formen wie *P. oleracea* var. *sativa* können sich durch größere, gelbliche Blätter von der Wildform unterscheiden. Keimlinge laufen rasch auf und können bereits innerhalb weniger Wochen zur Blüte gelangen.[1]

Beschreibung

Portulaca oleracea ist eine einjährige, sukkulente krautige Pflanze, die weltweit als Kosmopolit in warmen und gemäßigten Zonen verbreitet ist und sich durch extreme Anpassungsfähigkeit auszeichnet.[4][2] Im natürlichen Lebensraum bildet die Art typischerweise dichte, mattenartige Bestände mit einem Durchmesser von bis zu 60 cm, wobei die fleischigen, oft rötlich gefärbten Stängel strahlenförmig von einer zentralen Pfahlwurzel ausgehen.[4][1] Eine herausragende physiologische Besonderheit ist der duale Photosynthese-Mechanismus, der C4-Stoffwechsel und Crassulaceen-Säurestoffwechsel (CAM) kombiniert.[1] Diese metabolische Flexibilität ermöglicht es der Pflanze, unter extremen Bedingungen wie Hitze und Trockenheit effizient Kohlenstoff zu fixieren, indem sie bei Dürrestress die Spaltöffnungen nachts öffnet, um Wasserverlust zu minimieren.[1][2] Das sukkulente Gewebe speichert große Mengen Wasser (ca. 93–96 %), während die Produktion von Betalain-Pigmenten als Schutz gegen hohe UV-Strahlung und oxidativen Stress dient. Als Pionierpflanze zeichnet sich der Portulak durch einen rapiden Lebenszyklus aus, bei dem Keimlinge bereits bei Bodentemperaturen ab 15 °C erscheinen und innerhalb weniger Wochen zur Blüte gelangen.[2][1] Die unscheinbaren, gelben Blüten öffnen sich ausschließlich bei direkter Sonneneinstrahlung für wenige Stunden am Tag, meist zwischen dem späten Vormittag und frühen Nachmittag.[4][1] Nach der Befruchtung bildet sich eine eiförmige Kapselfrucht, die bei Reife entlang einer Querlinie aufspringt (circumscissile Dehiszenz) und zahlreiche winzige Samen freisetzt.[4][2] Der Gattungsname *Portulaca* (lateinisch für „kleine Tür“) bezieht sich direkt auf diesen speziellen Öffnungsmechanismus der Samenkapsel, während das Epitheton *oleracea* auf die Nutzung als Gemüse hinweist. Eine einzelne Pflanze besitzt ein enormes reproduktives Potenzial und kann bis zu 240.000 Samen pro Saison produzieren, die im Boden bis zu 40 Jahre keimfähig bleiben.[2][1] Taxonomisch wird die Art heute als komplexes Aggregat betrachtet, das aufgrund unterschiedlicher Ploidiestufen und morphologischer Variabilität in diverse Unterarten unterteilt wird, die sich oft nur mikroskopisch anhand der Samenoberflächenstruktur unterscheiden lassen.[3][8] Im Gegensatz zu vielen anderen Ackerunkräutern ist *Portulaca oleracea* genetisch eng mit den Kakteengewächsen (Cactaceae) verwandt.[3] Ökologisch fungiert die Pflanze zudem als Wirt für spezifische Larvenstadien von Insekten, wie die der Portulak-Blattwespe (*Schizocerella pilicornis*) und des Linienschwärmers (*Hyles lineata*), deren Raupen sich von den Blättern ernähren und die Pflanze im Feld schwächen können.[2][8] Historisch wurde die Art bereits 1753 von Carl von Linné formal beschrieben, wobei archäologische Funde eine Nutzung seit über 4000 Jahren belegen.[7][2]

Verhalten

Das Verhalten von *Portulaca oleracea* ist stark durch physiologische Anpassungen an Umweltfaktoren und Interaktionen mit der Umgebung geprägt. Die Blüten zeigen eine ausgeprägte Phototaxis und öffnen sich ausschließlich bei vollem Sonnenschein, typischerweise vom Vormittag bis zum frühen Nachmittag. Als Reaktion auf Trockenstress ändert die Pflanze ihr metabolisches Verhalten und wechselt von der C4-Photosynthese zu einem fakultativen Crassulacean-Säurestoffwechsel (CAM).[1] Dabei öffnen sich die Spaltöffnungen (Stomata) aktiv während der Nacht zur CO₂-Aufnahme, während sie tagsüber geschlossen bleiben, um den Wasserverlust durch Transpiration zu minimieren.[2] Ein mechanisches Verhalten zeigt sich bei der Samenverbreitung, indem die Fruchtkapseln entlang einer Querrille explosiv aufspringen, um die Samen freizusetzen.[4] In der Interaktion mit anderen Pflanzenarten weist *Portulaca oleracea* territoriales Verhalten durch Allelopathie auf. Über Wurzelexsudate gibt die Art chemische Verbindungen wie Phenole ab, die das Wachstum und die Keimung benachbarter Konkurrenten, beispielsweise Sojabohnen, hemmen.[2] Auf abiotische Stressfaktoren wie starke UV-Strahlung oder Hitze reagiert der Organismus mit einer gesteigerten Produktion von Betalain-Pigmenten zur Photoprotektion.[1] Diese antioxidativen Schutzstoffe reichern sich unter Stressbedingungen um das Zwei- bis Dreifache an, um Zellschäden durch reaktive Sauerstoffspezies zu verhindern.[9]

Ökologie

Als Pionierpflanze besiedelt *Portulaca oleracea* bevorzugt offene, gestörte Habitate und ist auf volle Sonneneinstrahlung angewiesen, da sich ihre Blüten nur bei hellem Tageslicht öffnen.[2][1] Die Art präferiert gut durchlässige, sandige oder nährstoffarme Böden und meidet staunasse Substrate, wobei sie einen pH-Bereich von 4,3 bis 8,3 toleriert.[8][1] Dank physiologischer Anpassungen widersteht die Pflanze extremen abiotischen Stressfaktoren wie Temperaturen bis 40 °C, hoher Salinität (10–15 dS/m) und langanhaltender Trockenheit.[2] Die reproduktive Ökologie umfasst die Bestäubung durch Bienen, Fliegen und Käfer, wobei die Art überwiegend selbstkompatibel ist, aber auch Fremdbestäubungsraten von bis zu 5 % aufweist.[2][8] Im Nahrungsnetz dient *P. oleracea* als Wirtspflanze für die Raupen des Linienschwärmers (*Hyles lineata*) und wird von Wildtieren wie Sperlingen, Mäusen und Hirschen gefressen.[2][8] Zu den spezifischen natürlichen Feinden zählen die Portulak-Blattwespe (*Schizocerella pilicornis*) sowie minierende Rüsselkäfer wie *Hypurus bertrandiperris*, welche die Blattmasse und Vitalität der Pflanze signifikant reduzieren können.[1][2] Auch pilzliche Pathogene wie *Alternaria*-Arten befallen die Blätter und verursachen Nekrosen.[2] In Konkurrenzsituationen übt *P. oleracea* durch Wurzelexsudate, die phenolische Verbindungen enthalten, allelopathische Effekte auf Nachbarpflanzen wie Sojabohnen (*Glycine max*) aus und hemmt deren Keimung. Diese interspezifische Konkurrenz führt in landwirtschaftlichen Ökosystemen zu Ertragsverlusten von 20 % bis 40 % bei Kulturen wie Mais, Kartoffeln und Zuckerrüben (*Beta vulgaris*). Als potenzieller biologischer Kontrollorganismus wird der Rüsselkäfer *Ceutorhynchus portulacae* erforscht, der sich spezifisch von dieser Art ernährt.[2]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Portulaca oleracea gilt weltweit als eines der problematischsten Unkräuter in der Landwirtschaft und im Gartenbau, wird jedoch gleichzeitig als essbare Kulturpflanze und Heilkraut geschätzt.[2][1] In landwirtschaftlichen Kulturen wie Mais, Soja, Kartoffeln und Tomaten verursacht die Art durch starke Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe Ertragseinbußen von 20 bis 40 %. Speziell im Kartoffelanbau können die wirtschaftlichen Verluste bis zu 900 US-Dollar pro Acre betragen.[1] Die Pflanze verdrängt native Arten, reduziert die Biodiversität und hemmt durch allelopathische Wurzelexsudate das Wachstum benachbarter Kulturen wie Sojabohnen.[2] Zudem fungiert sie als Wirt für Schadinsekten wie die Blattwespe Schizocerella pilicornis oder Minierfliegen sowie für pilzliche Erreger der Gattung Alternaria.[1] Gesundheitlich ist der hohe Oxalatgehalt relevant, der bei übermäßigem Verzehr durch Menschen oder Wiederkäuer zu Nierenschäden oder Vergiftungen führen kann. Ein Befall ist durch die schnelle Ausbreitung fleischiger Matten gekennzeichnet, wobei eine einzelne Pflanze bis zu 240.000 Samen produziert, die im Boden bis zu 40 Jahre keimfähig bleiben.[2][8] Präventive Maßnahmen umfassen das Mulchen zur Unterdrückung der Keimung sowie mechanische Methoden wie Hacken oder Jäten vor der Samenbildung. Da abgetrennte Stängelfragmente leicht neue Wurzeln bilden, muss gejätetes Pflanzenmaterial vollständig von der Fläche entfernt werden. Die chemische Bekämpfung erfolgt häufig mit Nachauflaufherbiziden wie Glyphosat, wobei die Sukkulenz der Blätter die Wirkstoffaufnahme erschweren kann. Neuere chemische Ansätze nutzen spezifische Wirkstoffe wie Pyrimidinsalicylsäureoximester oder Uracil-Verbindungen mit Isoxazolin-Ringen, die in Baumwoll-, Weizen- und Maiskulturen selektiv wirken.[8] Im Rahmen des integrierten Pflanzenschutzes (IPM) werden biologische Antagonisten wie der Rüsselkäfer Ceutorhynchus portulacae oder Bioherbizide auf Pflanzenextraktbasis erforscht.[8][2] Rechtlich wird Portulaca oleracea in einigen Regionen, beispielsweise im US-Bundesstaat Arizona, als schädliches Unkraut („noxious weed“) gelistet, was Restriktionen beim Samentransport nach sich zieht.[2]

Wirtschaftliche Bedeutung

Wirtschaftlich betrachtet nimmt *Portulaca oleracea* eine Doppelrolle als gefürchtetes Ackerunkraut und kultivierte Nutzpflanze ein. Als invasives Unkraut verursacht die Art weltweit signifikante Schäden in der Landwirtschaft, wobei Ertragsverluste in Kulturen wie Mais, Sojabohnen, Kartoffeln und Tomaten zwischen 20 % und 40 % liegen können. Durch die intensive Konkurrenz um Ressourcen wurden im Kartoffelanbau finanzielle Einbußen von etwa 900 US-Dollar pro Acre quantifiziert.[1] In den USA wird die Pflanze in Arizona offiziell als schädliches Unkraut („noxious weed“) geführt, da sie sich aggressiv ausbreitet und Samenexporte behindert. Auch in Australien gilt sie als invasiv und beeinträchtigt insbesondere die Gemüseproduktion in wärmeren Regionen massiv.[2] Die Bekämpfung verursacht hohe Kosten und erfordert oft den Einsatz spezifischer Herbizide, beispielsweise auf Pyrimidin-Basis, um die Bestände in Baumwoll- oder Getreidefeldern zu kontrollieren.[8] Demgegenüber steht die kommerzielle Nutzung als Nahrungspflanze, die vor allem im Nahen Osten, China und Indien etabliert ist.[1] Kultivierte Varietäten wie *P. oleracea* var. *sativa* erzielen unter optimalen Bedingungen Erträge von bis zu 120 Tonnen pro Hektar und ermöglichen die landwirtschaftliche Nutzung salzhaltiger Böden. Seit den 2010er Jahren gewinnt der Portulak zudem als „Superfood“ in der gehobenen Gastronomie an Bedeutung, was neue Nischenmärkte für den Anbau eröffnet hat.[1]

Biologie & Lebenszyklus

Portulaca oleracea ist eine wärmeliebende, einjährige Sukkulente, die ihren Lebenszyklus innerhalb einer einzigen Vegetationsperiode abschließt.[4] Die Keimung erfolgt rasch, sobald die Bodentemperaturen etwa 15 °C erreichen, wobei die Sämlinge bevorzugt auf lockeren, gestörten Böden auflaufen.[2] Eine physiologische Besonderheit ist die duale Photosynthese-Strategie, die den C4-Weg mit dem Crassulacean-Säurestoffwechsel (CAM) kombiniert, um Hitze und Trockenheit zu tolerieren. Unter Trockenstress öffnen sich die Spaltöffnungen nachts zur CO₂-Fixierung, was die Wassernutzungseffizienz signifikant erhöht und das Überleben in ariden Habitaten sichert.[1] Das vegetative Wachstum führt zur Bildung dichter Matten mit bis zu 60 cm Durchmesser, wobei Sprossteile bei Bodenkontakt adventiv wurzeln und so die vegetative Vermehrung ermöglichen. Die Blütezeit erstreckt sich in gemäßigten Breiten von Juni bis September, wobei sich die kleinen gelben Blüten nur bei direkter Sonneneinstrahlung öffnen.[8] Obwohl die Art selbstkompatibel ist und primär Autogamie (Selbstbefruchtung) betreibt, finden Fremdbefruchtungsraten von bis zu 5 % durch Insektenvektoren wie Bienen, Fliegen und Käfer statt. Das reproduktive Potenzial ist enorm, da eine einzelne Pflanze pro Saison zwischen 7.000 und 240.000 winzige Samen produzieren kann.[1] Diese Samen weisen eine ausgeprägte Dormanz auf und bleiben im Boden 5 bis 40 Jahre lang keimfähig, was eine langfristige Persistenz in der Samenbank sichert.[8] Die Verbreitung erfolgt durch Wind, Wasser und Tiere, nachdem die Kapselfrüchte ihre Samen explosiv freigesetzt haben.[2] Die Entwicklungsdauer vom Samen bis zur Erntereife ist kurz und beträgt unter optimalen warmen Bedingungen lediglich 6 bis 8 Wochen.[8] Ernährungsphysiologisch ist die Pflanze anspruchslos, gedeiht auf sandigen oder nährstoffarmen Substraten und toleriert hohe Salinität, fungiert jedoch als Bioakkumulator für Mineralien.[9] Als Reaktion auf hohen Lichtstress und UV-Strahlung reichert P. oleracea Betalaine an, die als Antioxidantien vor Zellschäden schützen.[1] Zu den natürlichen Feinden zählen die Portulak-Blattwespe (Schizocerella pilicornis) und der Rüsselkäfer Hypurus bertrandiperris, deren Larven in den Blättern minieren und die Vitalität der Pflanze mindern.[2] Zudem dient die Art als Wirtspflanze für Pilzpathogene wie Alternaria spp. sowie als Futterpflanze für die Raupen des Linienschwärmers (Hyles lineata). In nachhaltigen Anbausystemen wurde eine positive Assoziation mit arbuskulären Mykorrhizapilzen nachgewiesen, welche die Nährstoffaufnahme verbessern.[2]

Vorkommen & Lebensraum

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet von *Portulaca oleracea* erstreckt sich wahrscheinlich über den Mittelmeerraum, Westasien, Nordafrika und Makaronesien bis nach Pakistan.[2][1] Archäologische Funde von Samen in Europa, die bis ins Neolithikum zurückreichen, belegen, dass die Art dort bereits lange vor dem Columbian Exchange etabliert war.[1] Heute weist die Pflanze eine kosmopolitische Verbreitung auf und besiedelt gemäßigte sowie warme Klimazonen auf sechs Kontinenten. Das Areal umfasst Breitengrade von 58°N bis 40°S und schließt über 80 Länder weltweit ein.[2] In Nordamerika existieren historische Nachweise ab dem 17. Jahrhundert, wobei fossile Pollenfunde in Mexiko auf eine eventuelle präkolumbianische Existenz hindeuten.[2][4] Die globale Ausbreitung wurde maßgeblich durch menschliche Aktivitäten wie internationalen Handel und Schiffballast sowie durch verunreinigtes landwirtschaftliches Saatgut gefördert. Als wärmeliebende Pionierpflanze bevorzugt *Portulaca oleracea* vollsonnige Standorte und meidet beschattete Bereiche konsequent.[2] Zu den primären natürlichen Habitaten zählen offene Küstenstreifen, Flussufer sowie sandige oder lehmige Böden mit guter Drainage.[1] Die Art ist äußerst anpassungsfähig und toleriert Boden-pH-Werte von 4,3 bis 8,3, wobei ein Bereich von 5,5 bis 7,5 optimal ist. Zudem besiedelt sie salzhaltige Substrate und übersteht hohe Temperaturen bis 40 °C. In anthropogen geprägten Lebensräumen tritt der Portulak häufig in Gärten, auf Rasenflächen, an Straßenrändern und auf Ruderalflächen auf. Besonders in landwirtschaftlichen Kulturen wie Mais-, Soja- und Gemüsefeldern findet die Art durch Bodenbearbeitung ideale Keimbedingungen vor. Die vertikale Verbreitung reicht vom Meeresspiegel bis in Hochlagen von etwa 2.500 Metern. In vielen Regionen, darunter Australien und Teile der USA, gilt die Pflanze aufgrund ihrer schnellen Kolonisierung gestörter Flächen als invasives Unkraut.[2]

Saisonalität & Aktivität

Als wärmeliebende, einjährige Pflanze beginnt der Lebenszyklus von *Portulaca oleracea* im späten Frühjahr, sobald die Bodentemperaturen etwa 15 °C erreichen.[4][2] Die Keimlinge entwickeln sich rasch und können bereits wenige Wochen nach dem Auflaufen blühen, was eine schnelle Biomasseakkumulation ermöglicht.[2] In gemäßigten Klimazonen erstreckt sich die primäre Blütezeit von Juni bis September. Die Blüten zeigen eine ausgeprägte Tagesperiodik und öffnen sich ausschließlich unter sonnigen Bedingungen vom Vormittag bis zum frühen Nachmittag.[4] Bei Trockenstress wechselt der Stoffwechsel fakultativ zum Crassulaceen-Säurestoffwechsel (CAM), wodurch sich die Spaltöffnungen primär nachts zur CO₂-Aufnahme öffnen, um den Wasserverlust am Tag zu minimieren.[1] Aufgrund der kurzen Entwicklungszeit sind innerhalb einer Vegetationsperiode mehrere Generationen oder Erntezyklen möglich. Die Überwinterung erfolgt ausschließlich im Samenstadium, wobei die Samen bis zu 40 Jahre im Boden keimfähig bleiben können. Während der Wachstumsphase dient die Pflanze zudem als Wirt für die Larven des Linienschwärmers (*Hyles lineata*) sowie für die Blattwespe *Schizocerella pilicornis*.[2] Das öffentliche Interesse in Deutschland spiegelt diese phänologische Aktivität wider und verzeichnet in den Hochsommermonaten Juli und August die höchsten Suchanfragen.[6]

Voorkomen en huidige waarnemingen in Duitsland

  • Deutschland

    03.11.2025

  • Freising, Wiesenthalstraße, 85356 Freising, Deutschland

    18.10.2025

  • Lörick, 40 Düsseldorf-Stadtbezirk 4, Deutschland

    17.10.2025

  • Helios Dr. Horst Schmidt Kliniken Wiesbaden, Wiesbaden, Hessen, Deutschland

    17.10.2025

  • Lindenfels, Hessen, Deutschland

    17.10.2025

Daten: iNaturalist

Wetenschappelijk onderzoek en patenten

WO-2021017597-A1 Chemical Registratie

Verfahren zur Herstellung einer Pyrimidinsalicylsaeureoximester-Verbindung und deren Verwendung als Herbizid

University of Changzhou (2020)

Relevantie: 8/10

Samenvatting

Das Patent stellt eine neue chemische Verbindung (Pyrimidinsalicylsaeureoximester) vor, die als Herbizid in Baumwollfeldern eingesetzt wird. Es bekämpft selektiv Unkräuter, wobei Portulaca oleracea spezifisch als Zielorganismus genannt wird. Das Mittel zeichnet sich durch hohe Wirksamkeit bei geringer Dosierung (45 g a.i./hm2) und geringe Toxizität aus. Es bietet eine sichere Methode zur Kontrolle dieses Unkrauts in der Landwirtschaft.

US-10550111-B2 Chemical Toegekend

Pyrimidinharnstoffverbindung mit Isoxazolinen und deren Verwendung

Shenyang Sinochem Agrochemicals R & D Company Ltd. (2015)

Relevantie: 8/10

Samenvatting

Beschrieben werden Uracil-Verbindungen, die einen Isoxazolin-Ring enthalten und als Herbizide wirken. Diese Verbindungen zeigen eine sehr gute Wirksamkeit gegen Portulaca oleracea und andere Unkräuter bereits bei niedrigen Dosierungen. Das Mittel ist sicher für den Einsatz in Weizen-, Mais- und Reiskulturen. Es stellt eine chemische Bekämpfungsmethode gegen den Portulak dar.

Bronnen & Referenties

  1. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC4321094/
  2. https://www.gbif.org/species/3084719
  3. https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:323270-2
  4. http://floranorthamerica.org/Portulaca_oleracea
  5. https://www.loebclassics.com/view/theophrastus-enquiry_plants/1916/pb_LCL079.75.xml
  6. Zeitreihen-Analyse: Suchinteresse (aggregiert), 2026.
  7. https://santamariadellascala.uv.es/wp-content/uploads/2021/03/Greco-Arab-Islamic-Herbal-Medicine.pdf
  8. https://ucjeps.berkeley.edu/eflora/eflora_display.php?tid=39530
  9. https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/00380768.2023.2212696
  10. Literaturzusammenfassung: Portulaca oleracea