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Lexicon-vermelding

Gans wateraardbei Potentilla anserina

Gans wateraardbei

Taxonomie

Rijk Pflanzen (Plantae)
Stam Tracheophyta (Tracheophyta)
Klas Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Orde Rosales (Rosales)
Familie Rosaceae
Geslacht Argentina
Soort Potentilla anserina
Wetenschappelijke naam Potentilla anserina L.

Einleitung

Das Gänsefingerkraut (*Potentilla anserina*, auch *Argentina anserina*) ist eine ausdauernde krautige Pflanze aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae), die zirkumpolar in den gemäßigten Zonen der Nordhalbkugel verbreitet ist.[1][2] Charakteristisch für die Art sind ihre kriechenden, wurzelnden Ausläufer sowie die gefiederten Blätter, die auf der Unterseite eine auffällige silbrig-weiße Behaarung aufweisen. Sie besiedelt bevorzugt feuchte, offene Habitate wie Uferzonen und Wiesen, wo sie zur Bodenstabilisierung beiträgt und traditionell sowie in modernen Verfahren als Nahrungs- und Heilpflanze genutzt wird.[1]

Gemeenschapsanalyse

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Laatst op 11.06.2026
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Fakten (kompakt)

- Die Art wird taxonomisch in mehrere Unterarten unterteilt, darunter *Potentilla anserina* ssp. *pacifica* und ssp. *egedii*, was die morphologische Variabilität über verschiedene Regionen widerspiegelt. - Das Verbreitungsgebiet umfasst mittlerweile auch Teile der Südhalbkugel, wo die Pflanze eingeschleppt wurde. - In der Nahrungskette dienen die Samen Vögeln wie der Schneeammer als Futterquelle, während das Laub von Säugetieren wie Kaninchen und Eichhörnchen gefressen wird. - Die Blütenanatomie weist typischerweise 20 bis 25 Staubblätter auf, die zahlreiche Stempel umgeben. - Die Früchte sind hellbraune, schräg eiförmige Achänen mit einer Länge von nur 1 bis 1,5 mm und einer charakteristischen dorsalen Furche. - Geschmacklich erinnern die essbaren, stärkehaltigen Wurzeln an Pastinaken. - Traditionelle medizinische Anwendungen umfassten spezifisch den Einsatz von Blattaufgüssen gegen Augenentzündungen und Halsschmerzen sowie die Nutzung bei Menstruationsbeschwerden.[6]

Name & Einordnung

Die wissenschaftliche Erstbeschreibung der Art erfolgte 1753 durch Carl von Linné in der ersten Ausgabe der *Species Plantarum* unter dem Namen *Potentilla anserina*. Im Jahr 1908 transferierte der Botaniker Per Axel Rydberg die Spezies in die eigenständige Gattung *Argentina*, wodurch die Kombination *Argentina anserina* (L.) Rydb. entstand, die heute in vielen modernen Floren und phylogenetischen Studien akzeptiert wird.[3][4] Während nordamerikanische Floren oft den Namen *Potentilla anserina* beibehalten, stützen molekularbiologische Analysen aus den 1990er Jahren die Abtrennung der *Argentina*-Klade von der Kerngruppe der Fingerkräuter (*Potentilla*).[4] Das Artepitheton *anserina* leitet sich vom lateinischen Wort *anser* (Gans) ab und bezieht sich auf die historische Nutzung als Gänsefutter oder die Ähnlichkeit der gefiederten Blätter mit Gänsefüßen. Der Gattungsname *Argentina* entstammt dem Lateinischen *argentum* (Silber) und verweist auf die charakteristische, silbrig-weiß behaarte Blattunterseite. Im deutschsprachigen Raum ist die Pflanze primär als Gänsefingerkraut bekannt. Internationale Trivialnamen umfassen das englische „silverweed“ sowie die französische Bezeichnung *richette*, die aufgrund der silbernen Blätter und goldenen Blüten Reichtum assoziiert.[1] Taxonomisch wird die Art oft als Aggregat betrachtet, das verschiedene Unterarten wie *P. anserina* ssp. *pacifica* oder die küstennahe *P. anserina* ssp. *egedii* umfasst.[3] Innerhalb der Rosengewächse (Rosaceae) gehört sie zur Tribus Potentilleae, wobei genetische Daten eine enge Verwandtschaft der *Argentina*-Linie zur Subtribus Fragariinae nahelegen.[4]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

*Potentilla anserina* ist eine ausdauernde krautige Pflanze mit einem niedrig liegenden Wuchs, der typischerweise Wuchshöhen von 7 bis 20 cm erreicht. Charakteristisch sind die kriechenden, oft rötlich gefärbten Ausläufer (Stolonen), die bis zu 80 cm lang werden und an den Knoten wurzeln, wodurch dichte mattenartige Bestände entstehen. Die grundständigen Blätter sind unpaarig gefiedert und erreichen eine Gesamtlänge von 5 bis 50 cm. Sie bestehen aus 7 bis 25 länglichen bis verkehrt-eiförmigen Fiederblättchen, die jeweils 1 bis 5 cm lang sind und grob gesägte Ränder aufweisen.[1] Ein markantes Bestimmungsmerkmal ist der Kontrast der Blattflächen: Die Oberseite ist grün und spärlich behaart bis kahl, während die Unterseite durch eine dichte Behaarung seidig-weißfilzig erscheint.[1][4] Zwischen den primären Fiedern befinden sich häufig kleinere, ganzrandige Fiederblättchen, und die hellgrünen Blattstiele sind zottig behaart. Die leuchtend gelben Blüten stehen einzeln oder in kleinen Zymen an 3 bis 10 cm langen Blütenstielen, die den Ausläufern entspringen. Jede Blüte misst 1,5 bis 2,5 cm im Durchmesser und besitzt in der Regel fünf ovale, 8 bis 12 mm lange Kronblätter sowie fünf eiförmig-dreieckige Kelchblätter. Das Androeceum umfasst 20 bis 25 Staubblätter, die zahlreiche Stempel umgeben. Die Früchte entwickeln sich zu einer sammelnußartigen Struktur aus zahlreichen trockenen Achänen. Diese Einzelfrüchte sind schief eiförmig, hellbraun, etwa 1 bis 1,5 mm lang und weisen eine dorsale Furche auf. Unterirdisch bildet die Pflanze ein faseriges Wurzelsystem mit tiefen, verdickten Speicherwurzeln und Rhizomen aus.[1] Taxonomisch wird die Art aufgrund morphologischer Unterschiede, etwa bei der Staubblattanordnung, oft in die Gattung *Argentina* gestellt.[4] Verwechslungsgefahr besteht vor allem mit der Unterart *Potentilla anserina* ssp. *egedii*, die eine höhere Salztoleranz aufweist und typischerweise in küstennahen Marschen vorkommt.[4]

Beschreibung

Potentilla anserina ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die sich primär durch ihren kriechenden Wuchs und die Bildung dichter, teppichartiger Bestände charakterisiert.[1] Im natürlichen Lebensraum fällt die Art durch ihre gefiederten Blätter auf, deren Unterseiten dicht weiß-seidig behaart sind, was der Vegetation einen markanten silbrigen Schimmer verleiht.[3] Diese feine Behaarung (Tomentum) ist ein wesentliches Erkennungsmerkmal im Feld und dient als anatomische Anpassung, die vermutlich die Reflexion des Sonnenlichts erhöht und den Wasserverlust minimiert.[5] Ein zentrales Funktionsmerkmal sind die bis zu 80 cm langen, oberirdischen Ausläufer (Stolonen), die an den Knoten wurzeln und so eine rasche vegetative Ausbreitung ermöglichen. Unterirdisch verfügt die Pflanze über ein faseriges Wurzelsystem mit verdickten Speicherwurzeln, die Nährstoffe akkumulieren und das Überdauern während der Winterruhe sichern.[1] Der Lebenszyklus ist mehrjährig, wobei die oberirdischen Teile in der kalten Jahreszeit absterben, während die Stolonen und Rhizome im Boden vital bleiben und im Frühjahr erneut austreiben.[5] Die Entwicklung aus dem Samen beginnt mit der Keimung in feuchtem Boden, woraufhin sich zunächst basale Blattrosetten bilden, bevor die charakteristischen Ausläufer treiben. Die Blütezeit erstreckt sich in gemäßigten Zonen von Mai bis September, wobei die gelben, radiärsymmetrischen Blüten einzeln an langen Stielen aus den Ausläuferknoten entspringen.[1] Im Gegensatz zu vielen verwandten Arten der Gattung Potentilla, die zymöse Blütenstände bilden, stehen die Blüten hier solitär, was ein wichtiges taxonomisches Unterscheidungsmerkmal darstellt.[3] Die Blüten sind zwittrig und werden von Insekten bestäubt, woraufhin sich trockene Nüsschen (Achänen) bilden, die oft durch Wind oder Tiere verbreitet werden. Ökologisch fungiert das Gänsefingerkraut als Pionierpflanze, die durch ihr aggressives Wurzelwachstum zur Bodenstabilisierung und Erosionskontrolle an Ufern und gestörten Standorten beiträgt.[1] Historisch wurde die Art 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum erstbeschrieben, wobei der Artname anserina (Gans) auf die historische Nutzung als Gänsefutter oder die Form der Blätter anspielt. Aufgrund morphologischer Besonderheiten, insbesondere der Ausläuferbildung, wird die Art in neueren taxonomischen Bearbeitungen oft in die eigenständige Gattung Argentina gestellt.[3] Paläobotanische Funde von Achänen aus dem Pliozän und Pleistozän belegen, dass diese morphologischen Merkmale bereits seit Millionen von Jahren bestehen und eine Anpassung an kühle, offene Habitate darstellen.[1]

Verhalten

Das Gänsefingerkraut zeigt ein ausgeprägtes Ausbreitungsverhalten durch die Bildung langer, kriechender Ausläufer (Stolonen), die Längen von bis zu 80 cm erreichen können. Diese Stolonen bewurzeln sich bei Bodenkontakt an den Knoten, wodurch die Art effizient dichte, mattenartige Klonkolonien bildet. Unter geeigneten Bedingungen erfolgt das Wachstum rasant, wobei sich die Pflanzen innerhalb weniger Vegetationsperioden oft um 30 bis 45 cm ausbreiten. *Potentilla anserina* zeigt aktives Wachstum vom Frühjahr bis zum Herbst, wobei das oberirdische Laub in den kälteren Monaten abstirbt (Seneszenz), während die Stolonen und verdickten Speicherwurzeln das Überleben in der Winterruhe sichern. Obwohl die sexuelle Fortpflanzung durch Insektenbestäubung und Samenverbreitung über Wind oder Tieranhaftung erfolgt, dominiert die vegetative Vermehrung zur Populationserhaltung. In Mischbeständen gedeiht die Art häufig in Vergesellschaftung mit stickstofffixierenden Pflanzen, obwohl sie selbst keinen Stickstoff fixiert. Die Pflanze dient als Nahrungsquelle für die Tierwelt; so werden die Samen von Vögeln wie Schneeammern und das Laub von Säugetieren wie Kaninchen und Eichhörnchen gefressen. Eine besondere physiologische Anpassung ist die Fähigkeit, Schwermetalle wie Quecksilber und Barium aus kontaminierten Böden zu akkumulieren, was auf ein Potenzial zur Phytoremediation hinweist. Die Art toleriert gelegentliche Überflutungen in Feuchtgebieten und weist nach der Etablierung durch ihr tiefes Pfahlwurzelsystem eine Toleranz gegenüber Trockenheit auf.[1]

Ökologie

Das Gänsefingerkraut (*Potentilla anserina*) besiedelt bevorzugt feuchte, oft alkalische oder brackige Lebensräume wie Gezeitenmarschen, Flussufer und gestörte Graslandschaften.[1][4] Die Art präferiert sandige oder kiesige Böden mit guter Drainage, toleriert jedoch auch nährstoffarme Bedingungen sowie zeitweilige Überflutungen. Als Pionierpflanze spielt sie eine Schlüsselrolle in der ökologischen Sukzession, indem sie durch ihre ausgedehnten, mattenbildenden Ausläufer lockere Substrate stabilisiert und Erosion verhindert. In Küstenökosystemen ist sie häufig mit Arten wie der Rasen-Schmiele (*Deschampsia cespitosa*) und Lyngbyes Segge (*Carex lyngbyei*) vergesellschaftet. Obwohl *Potentilla anserina* selbst keinen Stickstoff fixiert, gedeiht die Pflanze oft in Mischbeständen mit stickstofffixierenden Arten. Im Nahrungsnetz dient sie verschiedenen Tierarten als Ressource; die Samen werden von Vögeln wie der Schneeammer gefressen, während das Laub Säugetieren wie Kaninchen und Eichhörnchen als Nahrung dient. Die Verbreitung der einzelsamigen Achänen erfolgt durch den Wind oder durch Anhaftung an Tieren. Eine ökologische Besonderheit ist die Fähigkeit der Pflanze, Schwermetalle wie Quecksilber, Barium, Lithium und Titan zu akkumulieren, wodurch sie zur Phytoremediation auf kontaminierten Standorten beitragen kann.[1]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Potentilla anserina wird in der Landwirtschaft und im Landschaftsbau ambivalent bewertet: Während sie als Pionierpflanze zur Erosionskontrolle an Hängen und Ufern dient, gilt sie in gepflegten Rasenflächen oft als Lästling. Das Schadpotenzial resultiert aus der aggressiven vegetativen Ausbreitung über bis zu 80 cm lange Stolonen, die dichte Matten bilden und konkurrenzschwächere Arten verdrängen. Ein Befall lässt sich frühzeitig an den markanten gefiederten Blättern mit silbrig-weißer Unterseite und den rötlichen Kriechtrieben identifizieren. Da die Art Wachstumsraten von 30 bis 45 cm pro Saison erreichen kann, ist ein schnelles Eingreifen bei unerwünschter Ausbreitung ratsam. Mechanische Bekämpfungsmaßnahmen erfordern das gründliche Entfernen der tiefen Pfahlwurzeln und Rhizome, da die Pflanze aus im Boden verbleibenden Fragmenten regeneriert. Bloßes Mähen ist meist wirkungslos, da sich die Rosetten flach an den Boden schmiegen und so dem Schnitt entgehen. Präventiv sollten Bodenverdichtungen und Staunässe vermieden werden, da die Art bevorzugt auf gestörten, feuchten und alkalischen Böden siedelt. Medizinisch und wirtschaftlich gewinnt die Pflanze zunehmend an Bedeutung, etwa durch Patentanmeldungen für kosmetische Extrakte zur Hautbarriere-Reparatur und als Anti-Aging-Mittel.[1] In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) werden Zusammensetzungen mit P. anserina zur Verbesserung der Hypoxie-Toleranz und gegen Müdigkeit entwickelt. Forschungen belegen zudem, dass isolierte Polysaccharide der Pflanze antioxidativ wirken und vor Thymusverletzungen durch Cadmium schützen können. Im Umweltmanagement wird die Art zur Phytoremediation eingesetzt, da sie Schwermetalle wie Quecksilber, Barium und Lithium in ihrem Gewebe akkumuliert. Die stärkehaltigen Wurzeln, historisch ein Grundnahrungsmittel, werden heute durch moderne Gefriertrocknungsverfahren als haltbares Lebensmittel ohne Zusatzstoffe verarbeitet.[1]

Wirtschaftliche Bedeutung

Die wirtschaftliche Bedeutung von *Potentilla anserina* erstreckt sich auf die Bereiche Nahrungsmittelproduktion, Pharmazie und Umwelttechnik. Regional, insbesondere auf dem Qinghai-Tibet-Plateau, werden die stärkehaltigen Wurzeln unter dem Namen „Droma“ als Grundnahrungsmittel kultiviert und gehandelt, wobei moderne Patentverfahren die Gefriertrocknung nutzen, um Nährstoffe und Form der Wurzeln ohne Zusatzstoffe zu erhalten. In der pharmazeutischen Industrie werden Polysaccharide der Pflanze extrahiert, die antioxidativ wirken und zur Behandlung von Thymusverletzungen eingesetzt werden können. Zudem ist die Art Bestandteil patentierter Zusammensetzungen der Traditionellen Chinesischen Medizin, die in Kombination mit Rosenwurz die Höhenanpassung und Sauerstoffnutzung verbessern sollen. Verfahren zur mikrowellenunterstützten Extraktion isolieren Flavonoide aus der Pflanze, die aufgrund ihrer hohen antioxidativen Aktivität industriell verwertet werden. In der Kosmetikindustrie finden Polysaccharid-Extrakte Anwendung zur Stabilisierung der Hautbarriere und als Anti-Aging-Wirkstoff. Im Umweltsektor wird das Gänsefingerkraut zur Phytoremediation genutzt, da es Schwermetalle wie Quecksilber, Barium, Lithium und Titan aus kontaminierten Böden, beispielsweise auf Minenabraumhalden, akkumuliert. Landschaftsbaulich dient das dichte, stolonifere Wurzelwerk als effektiver Erosionsschutz zur Stabilisierung von Hängen und Uferbereichen. Historisch wurden die faserigen Ausläufer zudem zur Herstellung von Seilen und Netzen verarbeitet. Während die Pflanze in Renaturierungsprojekten geschätzt wird, kann sie in bewirtschafteten Landschaften invasiv auftreten und Konkurrenzdruck auf andere Kulturen ausüben.[1]

Biologie & Lebenszyklus

Potentilla anserina ist eine ausdauernde krautige Pflanze mit einer Lebensdauer von mehr als zwei Jahren, die im Frühjahr basale Blattrosetten ausbildet.[1] Die vegetative Vermehrung dominiert den Lebenszyklus, wobei sich die Pflanze rasch über kriechende, bis zu 80 cm lange Ausläufer (Stolonen) ausbreitet.[4] Diese rot gefärbten Stolonen bewurzeln an den Knotenpunkten, wodurch neue Tochterpflanzen entstehen und dichte, klonale Matten gebildet werden. Das Wurzelsystem umfasst verdickte Speicherwurzeln und Rhizome, die der Nährstoffakkumulation dienen und das Überleben während der Winterruhe sichern. Während die oberirdischen Pflanzenteile in den kalten Monaten absterben, überdauern die unterirdischen Organe und ermöglichen einen erneuten Austrieb im Frühling. Die sexuelle Reproduktionsphase erstreckt sich in gemäßigten Regionen primär von Mai bis September.[1] Hierbei bilden sich an den Knoten der Ausläufer zwittrige, gelbe Blüten mit einem Durchmesser von 1,5 bis 2,5 cm. Jede Blüte verfügt über zahlreiche Staubblätter (20–25) und Stempel, was die Bestäubung durch Insekten zur Fremdbestäubung begünstigt. Als Fruchtstand entwickelt sich ein köpfchenartiges Cluster aus zahlreichen trockenen Achänen. Diese eiförmigen, hellbraunen Nüsschen sind etwa 1 bis 1,5 mm lang und enthalten jeweils einen einzelnen Samen.[4] Die Ausbreitung der Diasporen erfolgt durch den Wind oder durch Anhaftung an vorbeistreifende Tiere (Epichorie). Für die Keimung im darauffolgenden Frühjahr sind zwingend feuchte Bodenbedingungen erforderlich.[1] Physiologisch zeichnet sich die Art durch eine hohe Toleranz gegenüber alkalischen und brackigen Standorten aus, wobei insbesondere die Unterart Potentilla anserina ssp. egedii salztolerant ist.[4] Trotz der Bevorzugung feuchter Substrate ermöglicht eine tiefe Pfahlwurzel der Pflanze eine gewisse Trockenheitsresistenz. Im Gegensatz zu vielen anderen Pionierpflanzen fixiert Potentilla anserina keinen atmosphärischen Stickstoff, wächst jedoch oft in Gesellschaft stickstoffbindender Arten. Ökologisch fungiert die Pflanze als Nahrungsquelle für verschiedene Tierarten. Die Samen werden von Vögeln wie der Schneeammer gefressen, während das Laub Säugetieren wie Kaninchen und Eichhörnchen als Futter dient.[1] Zudem besitzt die Pflanze die Fähigkeit zur Phytoremediation, indem sie Schwermetalle wie Quecksilber und Lithium aus dem Boden aufnimmt.[2]

Vorkommen & Lebensraum

Das natürliche Verbreitungsgebiet von *Potentilla anserina* ist zirkumpolar und umfasst die gemäßigten bis arktischen Zonen der Nordhalbkugel. In Europa erstreckt sich das Vorkommen von Island und Skandinavien südwärts bis in den Mittelmeerraum, einschließlich Spanien und Portugal, sowie ostwärts über Mitteleuropa bis nach Russland. Das asiatische Areal beinhaltet Sibirien, den Fernen Osten Russlands, die Mongolei, Nordchina, Japan und reicht bis in die Hochlagen des Himalaya. In Nordamerika ist die Art von Alaska und dem subarktischen Kanada bis nach Nordmexiko verbreitet, wobei sie sowohl Küstenregionen als auch Gebirge wie die Rocky Mountains und Appalachen besiedelt. Durch menschliche Einflüsse wurde das Gänsefingerkraut in die Südhalbkugel eingeschleppt und ist heute in Chile, Argentinien, auf den Falklandinseln sowie in Teilen Australiens wie Tasmanien und Victoria naturalisiert. Die Art besiedelt bevorzugt feuchte, offene Lebensräume wie Wiesen, Flussufer und Dünen. Sie gedeiht auf sandigen oder kiesigen Böden, die gut durchlässig sind, toleriert jedoch auch nährstoffarme Standorte und zeitweilige Überflutungen. *Potentilla anserina* zeigt eine Vorliebe für kalkhaltige Substrate und toleriert pH-Werte von leicht sauer bis alkalisch. Aufgrund ihrer Salztoleranz kommt die Pflanze auch in brackigen Habitaten wie Gezeitenmarschen vor, wo sie teils mit Seggen vergesellschaftet ist. Als Pionierpflanze besiedelt sie häufig gestörte, anthropogene Standorte wie Wegränder, Pfade und Ackerränder. Für das Wachstum sind vollsonnige bis halbschattige Lagen notwendig. Die Vertikalverbreitung reicht von Meereshöhe bis in hochmontane Lagen. In Pflanzengesellschaften tritt sie oft zusammen mit Gräsern und Kräutern auf und trägt durch ihr Wurzelsystem zur Bodenfestigung bei.[1]

Saisonalität & Aktivität

Als ausdauernde krautige Pflanze beginnt die Vegetationsperiode von *Potentilla anserina* im Frühjahr mit dem Austrieb basaler Blattrosetten. Das aktive vegetative Wachstum erstreckt sich vom Frühling bis in den Herbst, wobei sich die Art durch kriechende Ausläufer rasch ausbreitet.[1] Die Blütezeit in den gemäßigten Klimazonen liegt primär zwischen Mai und September.[4] In diesem Zeitraum erscheinen die zwittrigen, gelben Blüten einzeln oder in kleinen Zymen an den Knoten der Stolonen. Die Keimung der Samen erfolgt typischerweise im Frühjahr und setzt feuchte Bodenbedingungen voraus. Zur Überwinterung nutzt die Pflanze ihre verdickten unterirdischen Speicherwurzeln und Rhizome, während die oberirdische Biomasse in den kälteren Monaten abstirbt (Seneszenz). Diese unterirdischen Organe sichern die Nährstoffversorgung für den erneuten Austrieb nach der Winterruhe. Ethnobiologische Quellen belegen, dass die stärkehaltigen Wurzeln traditionell im Herbst geerntet wurden, wenn die Speicherstoffe eingelagert sind.[1] Ergänzend zu den biologischen Zyklen zeigt das öffentliche Suchinteresse saisonale Schwankungen mit einem Maximum im August, während die Aufmerksamkeit in den Wintermonaten Januar und Februar minimal ist.[1][4]

Voorkomen en huidige waarnemingen in Duitsland

  • Schwangau, Bavaria, Deutschland

    07.11.2025

  • Deutschland

    03.11.2025

  • Deutschland

    03.11.2025

  • Deutschland

    29.10.2025

  • Eltville am Rhein, Hessen, Deutschland

    26.10.2025

Daten: iNaturalist

Wetenschappelijk onderzoek en patenten

LU-500991-B1 Mechanical Toegekend

Verfahren zur Herstellung von frischen und getrockneten Gänsefingerkraut-Knollenwurzeln und daraus hergestellte Produkte

University of Qinghai Nationalities (2021)

Relevantie: 10/10

Samenvatting

Das Patent beschreibt ein Verfahren zur Gefriertrocknung der Knollenwurzeln von Potentilla anserina. Durch Vorgefrieren und anschließendes Gefriertrocknen bleiben Form, Nährstoffe und Wirkstoffe erhalten. Das Endprodukt ist knusprig, lange haltbar und ohne Zusatzstoffe, wobei der Geschmack der frischen Wurzel bewahrt wird.

CN-114053390-A Biological Registratie

Traditionelle chinesische Medizin-Zusammensetzung mit Hypoxie-Toleranz sowie deren Herstellungsverfahren und Anwendung

University OF Tibetan Medicine, University of Jiangxi Traditional Chinese Medicine (2021)

Relevantie: 7/10

Samenvatting

Beschrieben wird eine TCM-Zusammensetzung zur Verbesserung der Höhenanpassung und Sauerstoffnutzung. Gänsefingerkraut ist mit 18-25 Teilen ein Hauptbestandteil neben Rosenwurz. Die Mischung soll Müdigkeit lindern und Nährstoffe schnell zuführen.

CN-109999534-B Chemical Toegekend

Ausrüstung zur Extraktion von Gesamtflavonoiden aus Gänsefingerkraut

(2019)

Relevantie: 9/10

Samenvatting

Hier wird eine Vorrichtung und Methode zur mikrowellenunterstützten Extraktion von Flavonoiden aus Gänsefingerkraut vorgestellt. Das Verfahren optimiert Parameter wie Extraktionsmittel und Zeit, um eine hohe Ausbeute bei geringen Kosten zu erzielen. Die extrahierten Flavonoide zeigen eine hohe antioxidative Aktivität.

CN-110652467-A Chemical Onbekend

Anwendung von Gänsefingerkraut-Polysaccharid-Extrakt

Jala Corporation (2018)

Relevantie: 9/10

Samenvatting

Dieses Patent schützt die Verwendung von Polysaccharid-Extrakt aus Gänsefingerkraut in der Kosmetik. Der Extrakt dient der Reparatur der Hautbarriere, Stabilisierung der Basalmembran und als Anti-Aging-Mittel. Es hebt die hohe Aktivität des Extrakts hervor.

CN-106420794-A Chemical Onbekend

Verwendung von Gänsefingerkraut-Polysacchariden zur Herstellung von Medikamenten gegen Thymusverletzungen

University of Lanzhou (2016)

Relevantie: 10/10

Samenvatting

Das Patent fokussiert sich auf die medizinische Anwendung isolierter Polysaccharide aus Potentilla anserina. Es wird gezeigt, dass diese Stoffe Thymusverletzungen (z.B. durch Cadmium) verzögern, antioxidativ wirken und die Immunabwehr stärken können. Es ist eine spezifische pharmazeutische Anwendung der Pflanze.

Bronnen & Referenties

  1. https://plants.usda.gov/DocumentLibrary/plantguide/pdf/cs_areg.pdf
  2. https://www.gbif.org/species/5366829
  3. https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:727641-1
  4. https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1002/tax.12679
  5. http://www.minnesotaseasons.com/Plants/silverweed.html
  6. Literaturzusammenfassung: Argentina anserina