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Lexicon-vermelding

Koraal struik Solanum pseudocapsicum

Koraal struik

Taxonomie

Rijk Pflanzen (Plantae)
Stam Tracheophyta (Tracheophyta)
Klas Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Orde Solanales (Solanales)
Familie Solanaceae
Geslacht Solanum
Soort Solanum pseudocapsicum
Wetenschappelijke naam Solanum pseudocapsicum L.
Geaccepteerde naam

Einleitung

Der **Korallenstrauch** (*Solanum pseudocapsicum*), auch als Jerusalemkirsche bekannt, ist ein immergrüner Strauch aus der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae), der ursprünglich im südlichen Südamerika verbreitet ist.[1][2] Die Art wird wegen ihrer auffälligen, orangeroten Beeren weltweit als Zierpflanze kultiviert, gilt jedoch in Regionen wie Australien und Südafrika als invasives Unkraut.[3][4] Alle Pflanzenteile enthalten toxische Alkaloide wie Solanocapsin, wobei die früher oft separat geführte Art *Solanum capsicastrum* heute taxonomisch als Synonym betrachtet wird.[1][5]

Fakten (kompakt)

- Taxonomisch wird die Art der Ordnung Solanales, der Klasse Magnoliopsida und der Abteilung Magnoliophyta zugeordnet. - Neben dem Namen Jerusalemkirsche ist im englischen Sprachraum auch die Bezeichnung „Madeira winter cherry“ verbreitet. - Die Blütenstände sind blattgegenständig angeordnet und bestehen aus Gruppen von 1 bis 8 Einzelblüten. - Die Blütenkronblätter sind nicht immer reinweiß, sondern können auch eine blass bläulich-lila Färbung annehmen. - Morphologische Details der Blüte umfassen markante gelbe Staubbeutel mit einer Länge von 2 bis 4 mm sowie einen 5 bis 6 mm langen Griffel. - Die fleischigen, kugelförmigen Beeren weisen einen Durchmesser von exakt 1,2 bis 1,5 cm auf. - In der traditionellen Medizin existieren Anwendungen zur äußerlichen Behandlung von Furunkeln oder Bauchschmerzen, obwohl die interne Einnahme aufgrund der Giftigkeit vermieden wird. - Experimentelle Forschungen untersuchen Extrakte der Pflanze auf insektenfraßhemmende Eigenschaften sowie potenzielle Antitumor-Effekte der enthaltenen Alkaloide.[8]

Name & Einordnung

Der wissenschaftliche Name *Solanum pseudocapsicum* wurde im Jahr 1753 von Carl Linnaeus in seinem Werk *Species Plantarum* erstbeschrieben.[1] Der Gattungsname *Solanum* leitet sich vom lateinischen Begriff *solamen* ab, was „Trost“ oder „Linderung“ bedeutet und auf die sedierenden Eigenschaften bestimmter Arten der Gattung verweist. Das Art-Epitheton *pseudocapsicum* lässt sich als „falscher Paprika“ übersetzen und bezieht sich auf die oberflächliche Ähnlichkeit der beerenartigen Früchte mit denen der Gattung *Capsicum*, obwohl es sich botanisch nicht um Kapseln handelt. Im deutschsprachigen Raum ist die Art unter dem Trivialnamen Korallenstrauch bekannt. International, insbesondere im Englischen, sind Bezeichnungen wie „Jerusalem cherry“ oder „Madeira winter cherry“ verbreitet. Die Etymologie von „Jerusalem cherry“ ist nicht eindeutig geklärt; Vermutungen reichen von einer Einführung nach Europa über Jerusalem bis hin zu biblischen Assoziationen im historischen Gartenbau. Zu den taxonomischen Synonymen zählen *Solanum diflorum* Vell., *Solanum tucumanense* C. V. Morton sowie *Pseudocapsicum undulatum* Moench.[1][2] Historisch wurde *Solanum capsicastrum* Link ex Schauer oft als eigenständige Art geführt, wird jedoch nach modernen Revisionen als Synonym von *S. pseudocapsicum* betrachtet.[1] Phylogenetisch wird die Art der Geminata-Klade (Klade II) innerhalb der Gattung *Solanum* zugeordnet, die sich im späten Miozän von den Linien der Kartoffeln und Tomaten abspaltete. Traditionelle Klassifikationen stellten die Pflanze in die Untergattung *Minon* und die Sektion *Pseudocapsicum*, eine Einteilung, die durch molekulare Analysen als nicht monophyletisch erkannt wurde.[6]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

*Solanum pseudocapsicum* wächst als immergrüner Halbstrauch oder kleiner Strauch, der typischerweise Wuchshöhen von 0,6 bis 1,5 Metern erreicht und unter günstigen Bedingungen bis zu 2 Meter hoch werden kann. Die Pflanze zeichnet sich durch einen kompakten, buschigen Habitus mit drahtigen, stark verzweigten Stängeln aus, die im Alter verholzen und eine bräunliche Färbung annehmen. Junge Triebe sind grünlich, leicht gerippt und meist kahl oder nur spärlich mit feinen Haaren besetzt, was zur aufrechten Architektur der Pflanze beiträgt. Die wechselständig angeordneten Blätter sitzen an 2 bis 15 Millimeter langen Blattstielen und besitzen eine dunkelgrüne, glänzende Oberseite, die den Zierwert der Pflanze erhöht. Die Blattspreite ist einfach, eiförmig bis lanzettlich geformt, misst 2 bis 10 Zentimeter in der Länge sowie 0,7 bis 3 Zentimeter in der Breite und weist einen ganzrandigen oder leicht gewellten Rand auf. Während die Blattoberseite kahl ist, kann die Unterseite eine spärliche Behaarung zeigen.[1] Die sternförmigen Blüten stehen einzeln oder in kurzen, blattachselständigen Trauben von bis zu acht Einzelblüten.[5] Jede Blüte erreicht einen Durchmesser von 10 bis 15 Millimetern und besteht aus fünf weißen bis blass blau-violetten Kronblättern, die an der Basis verwachsen sind.[1][5] Charakteristisch sind die fünf grünen Kelchblätter sowie die prominenten, 2 bis 4 Millimeter langen gelben Staubbeutel, die den 5 bis 6 Millimeter langen Griffel umgeben. Aus den Blüten entwickeln sich kugelförmige Beeren mit einem Durchmesser von 8 bis 15 Millimetern, die optisch an kleine Kirschtomaten erinnern. Diese Früchte reifen von einer grünen Färbung zu leuchtenden Orange- oder Rottönen ab und verbleiben oft bis in den Winter hinein an der Pflanze.[1] Im Inneren der fleischigen Scheinbeeren befinden sich zahlreiche, etwa 50 bis 100 flache, scheibenförmige Samen von blassgelber Farbe und 2 bis 4 Millimetern Länge.[1][4] Taxonomisch wurde die Art historisch oft von *Solanum capsicastrum* abgegrenzt, gilt heute jedoch als Synonym, wobei die Artmerkmale innerhalb der variablen Morphologie von *S. pseudocapsicum* zusammengefasst werden.[1]

Beschreibung

Der Korallenstrauch (*Solanum pseudocapsicum*) ist ein ausdauernder, immergrüner Halbstrauch aus der Familie der Nachtschattengewächse (*Solanaceae*), der ursprünglich in den subtropischen und tropischen Regionen Südamerikas beheimatet ist.[1][3] Die Art zeichnet sich durch einen kompakten, buschigen Wuchs aus und erreicht typischerweise Wuchshöhen von 0,6 bis 1,5 Metern, wobei sie unter günstigen Bedingungen auch bis zu 2 Meter hoch werden kann. Die Stängel sind meist kahl oder nur spärlich behaart, anfangs grünlich und kantig, verholzen jedoch mit zunehmendem Alter und färben sich bräunlich.[3] In seinem natürlichen Habitat, das sich von Bolivien bis Uruguay erstreckt, besiedelt der Strauch bevorzugt gestörte Areale, Waldränder und felsige Hänge in Höhenlagen zwischen 200 und 2800 Metern.[1][2] Das Laub besteht aus glänzenden, dunkelgrünen Blättern, die lanzettlich bis eiförmig geformt sind, einen gewellten Rand aufweisen und dem Strauch seinen hohen Zierwert verleihen. Zwischen Sommer und Herbst bildet die Pflanze sternförmige, weiße bis blass-lila Blüten, die einzeln oder in kleinen Trugdolden in den Blattachseln stehen. Aus diesen entwickeln sich die charakteristischen, kugelförmigen Beeren mit einem Durchmesser von 1,2 bis 1,5 Zentimetern, die optisch an Kirschtomaten erinnern und von Grün zu leuchtendem Orange-Rot reifen.[3] Der Artname *pseudocapsicum* (Trug-Paprika) verweist auf diese Ähnlichkeit der Früchte mit denen der Gattung *Capsicum*, obwohl es sich botanisch nicht um echte Kapseln, sondern um Beeren handelt.[1][3] Eine wesentliche anatomische Anpassung ist die Produktion toxischer Steroidalkaloide wie Solanocapsin, die vor allem in unreifen Früchten konzentriert sind und als Fraßschutz gegen Säugetiere dienen.[3] Im Gegensatz dazu reagieren Vögel weniger empfindlich auf diese Toxine und fungieren als primäre Verbreiter der Samen (Endozoochorie), angelockt durch die signalfarbenen reifen Früchte.[2] Der Lebenszyklus der Pflanze beginnt mit der Keimung innerhalb von 2 bis 4 Wochen, wobei die volle Fruchtreife und der typische Zierwert meist erst im zweiten Wachstumsjahr erreicht werden. Die Art ist selbstfertil, was einen zuverlässigen Fruchtansatz auch ohne Fremdbestäubung durch Insekten ermöglicht.[3] Phylogenetisch wird *Solanum pseudocapsicum* der Geminata-Klade zugeordnet und ist eng mit Arten wie *Solanum havanense* verwandt. Historisch wurde die Pflanze oft mit *Solanum capsicastrum* verwechselt, ein Name, der heute als Synonym gilt und die taxonomische Komplexität der Gruppe verdeutlicht.[1] Bereits im 16. Jahrhundert gelangte die Art über portugiesische Handelsrouten und Madeira nach Europa, wo sie sich als beliebte Zierpflanze etablierte.[3] Aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit und der effektiven Samenverbreitung gilt sie heute in vielen Regionen, darunter Australien und Südafrika, als invasiver Neophyt.[2] Neben der Zierwirkung wird auch das chemische Potenzial der Art erforscht, beispielsweise die Nutzung ihrer Extrakte in biologischen Pestiziden.[3]

Verhalten

Die Reproduktionsstrategie von *Solanum pseudocapsicum* kombiniert Selbstfertilität mit der Bestäubung durch Insekten wie Bienen und Fliegen, was den Fruchtansatz auch bei Isolation sichert.[2][3] Zur Verbreitung nutzt die Art spezifische Interaktionen mit Vögeln (Ornithochorie), die die auffälligen Beeren konsumieren und die Samen unversehrt ausscheiden, während Säugetiere durch Toxine abgeschreckt werden.[3][6] Als passives Abwehrverhalten gegen Fressfeinde synthetisiert die Pflanze Steroidalkaloide wie Solanocapsin, die insbesondere auf Säugetiere und viele Insekten eine abschreckende oder toxische Wirkung haben.[5][6] Diese chemischen Abwehrmechanismen sind so effektiv, dass Extrakte der Pflanze experimentell und patentrechtlich als biologische Insektizide zur Schädlingsbekämpfung genutzt werden.[2][3] In neuen Lebensräumen zeigt der Korallenstrauch ein invasives Aggregationsverhalten, indem er als Pionierpflanze dichte Monokulturen bildet und heimische Gräser durch Ressourcenkonkurrenz verdrängt.[2][4] Dieses Dominanzverhalten wird jedoch durch Lichtmangel begrenzt, da die Art in beschatteten Bereichen etablierter Wälder konkurrenzschwach ist. Auf physische Schäden oder Frostereignisse reagiert *Solanum pseudocapsicum* mit einem ausgeprägten Regenerationsvermögen durch Neuaustrieb aus der verholzten Basis.[2]

Ökologie

Die Art besiedelt bevorzugt gestörte Habitate, Waldränder und felsige Hänge in feuchten tropischen bis subtropischen Biomen, oft entlang von Wasserwegen.[1][3] *Solanum pseudocapsicum* gedeiht auf gut durchlässigen, lehmigen oder sandigen Böden und präferiert Standorte mit voller Sonne bis Halbschatten bei moderaten Temperaturen zwischen 15 und 25 °C. Die Ausbreitung erfolgt primär durch Vögel (Endozoochorie), welche die auffälligen Früchte verzehren und die Samen an neuen Standorten ausscheiden. Während die enthaltenen Glykoalkaloide für viele Säugetiere toxisch wirken, weisen bestimmte Wildvögel eine Toleranz auf, was sie zu effektiven Vektoren für die Samenverbreitung macht.[2] Zur Bestäubung der Blüten tragen Insekten wie Bienen und Fliegen bei, wobei die Pflanze auch selbstfertil ist und Fruchtansatz ohne Fremdbestäubung ermöglicht.[7] In gestörten Arealen fungiert *Solanum pseudocapsicum* als Pionierpflanze, die dichte Bestände bildet und native Vegetation wie Gräser durch Ressourcenkonkurrenz verdrängt.[4] In etablierten Wäldern mit dichtem Kronendach ist die Ausbreitung jedoch durch Beschattung und Konkurrenz höherer Vegetation limitiert. Zu den natürlichen Antagonisten zählen Schädlinge wie Blattläuse (*Aphis* spp.) und Spinnmilben (*Tetranychus urticae*), die den Pflanzensaft saugen.[2] Chemische Abwehrmechanismen durch Alkaloide wie Solasodin dienen dazu, Fraßfeinde unter den Insekten und Säugetieren abzuschrecken.[5]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Obwohl *Solanum pseudocapsicum* weltweit als Zierpflanze geschätzt wird, klassifizieren Regionen wie Australien, Neuseeland und Südafrika die Art als invasives Umweltunkraut.[3][2] In gestörten Habitaten und an Waldrändern bildet der Halbstrauch dichte Bestände, die heimische Vegetation verdrängen und durch Ressourcenkonkurrenz die Biodiversität gefährden.[3][4] Die medizinische Relevanz ergibt sich aus der hohen Toxizität aller Pflanzenteile, insbesondere der unreifen Beeren, die Alkaloide wie Solanocapsin und Solanin enthalten.[3][5] Eine Ingestion beim Menschen führt typischerweise zu gastrointestinalen Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen, kann jedoch in schweren Fällen Halluzinationen, Krampfanfälle oder Atemdepression auslösen.[3][2] Für Haustiere und Viehbestände stellt die Pflanze ebenfalls ein Gesundheitsrisiko dar, wobei Vergiftungen oft durch die Neugier auf die bunten Früchte entstehen und tierärztliche Intervention erfordern.[2] Ein wesentliches Befallsanzeichen in der Natur ist das Auftreten von Sämlingen fernab von Gärten, da Vögel die Samen nach dem Verzehr der Früchte über weite Distanzen verbreiten (Endozoochorie).[3] Präventive Maßnahmen umfassen die Überwachung des Pflanzenhandels sowie die strikte Vermeidung der Entsorgung von Gartenabfällen in naturnahen Gebieten.[3][2] Zur physikalischen Bekämpfung werden Jungpflanzen manuell ausgerissen, während etablierte Sträucher geschnitten werden müssen, um die Samenproduktion effektiv zu stoppen. Chemische Kontrollmethoden beinhalten den gezielten Einsatz von Herbiziden wie Glyphosat, das oft mittels Cut-Stump-Verfahren direkt auf die Schnittflächen aufgetragen wird, um den Wiederaustrieb zu verhindern.[3] Rechtlich wird die Art in US-Bundesstaaten wie Texas und Hawaii auf Listen invasiver Pflanzen geführt, was den Handlungsbedarf in betroffenen Ökosystemen unterstreicht.[2][3] Jenseits der Schadwirkung zeigt *Solanum pseudocapsicum* Potenzial im biologischen Pflanzenschutz, da Extrakte insektizide Wirkungen gegen landwirtschaftliche Schädlinge aufweisen.[2] Patentierte Anwendungen nutzen diese natürliche Toxizität beispielsweise in Formulierungen für pflanzliche Pestizide im Sojabohnenanbau.[3]

Wirtschaftliche Bedeutung

Die wirtschaftliche Bedeutung von *Solanum pseudocapsicum* ist ambivalent und umfasst sowohl den kommerziellen Zierpflanzenbau als auch Schäden in der Landwirtschaft. Im Gartenbau besitzt die Art einen etablierten Marktwert als Topfpflanze, die besonders in der Weihnachtszeit unter Namen wie „Jerusalem Cherry“ international gehandelt wird.[3][2] Für den Floristikmarkt wurden spezifische Sorten wie 'Variegata' oder kompakte Wuchsformen selektiert, die sich durch langlebige, dekorative Früchte auszeichnen. Demgegenüber stehen negative Auswirkungen in der Viehwirtschaft, da die Pflanze für Nutztiere wie Rinder, Schafe und Schweine toxisch ist.[2] Die Aufnahme führt zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen wie Magen-Darm-Störungen, was veterinärmedizinische Kosten verursachen und die Produktivität der Bestände mindern kann.[3] In Regionen wie Australien, Neuseeland und Südafrika wird *Solanum pseudocapsicum* als invasives Umweltunkraut eingestuft, das Weideland besiedelt und Futtergräser verdrängt.[5][2] Die Bekämpfung in betroffenen Gebieten erfordert finanzielle Ressourcen für mechanische Entfernung oder chemische Kontrolle mittels Herbiziden wie Glyphosat.[4] Ein innovatives wirtschaftliches Potenzial liegt in der Nutzung der pflanzeneigenen Toxine: Extrakte der Art zeigen insektizide Wirkungen und werden in patentierten biologischen Pestizidformulierungen, etwa für den Sojabohnenanbau, als Wirkstoffkomponente eingesetzt.[2][3]

Biologie & Lebenszyklus

Solanum pseudocapsicum ist ein selbstfertiler Strauch, dessen Bestäubung sowohl durch Insekten wie Bienen und Fliegen als auch durch den Wind erfolgt.[1][3] Die Blütezeit erstreckt sich primär vom Sommer bis in den Herbst, wobei die Pflanzen sternförmige, weiße Blüten ausbilden. Nach der Bestäubung dauert die Fruchtreife etwa zwei bis drei Monate, bis sich die Beeren von Grün zu Orange-Rot verfärben. Jede Beere enthält zwischen 50 und 100 abgeflachte Samen, die primär durch Vögel verbreitet werden (Endozoochorie).[3] Die Keimung der Samen erfolgt unter optimalen Bedingungen bei 20–25 °C innerhalb von zwei bis vier Wochen.[2] Der Korallenstrauch folgt einem jährlichen Wachstumszyklus mit neuem Triebwachstum im Frühjahr. Erste Früchte werden in der Regel im zweiten Lebensjahr gebildet, wobei die Produktivität mit dem Alter der Pflanze zunimmt. Als ausdauernder Halbstrauch kann Solanum pseudocapsicum in geeigneten Klimazonen ein Alter von bis zu 10 Jahren erreichen.[3] Die Art ist an subtropische Bedingungen angepasst und zeigt ihr Wachstumsoptimum bei Temperaturen zwischen 15 und 22 °C. Obwohl die Pflanze leichte Kälte bis etwa 5 °C toleriert, ist sie nicht frosthart und erleidet bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt Schäden.[2] In marginalen Klimazonen zeigt sie jedoch eine gewisse Resilienz, indem sie nach Frostschäden aus der Basis neu austreibt.[3] Der Strauch bevorzugt gut durchlässige, lehmige oder sandige Böden mit einem pH-Wert zwischen 6,0 und 7,5.[2] Chemisch schützt sich die Pflanze durch Alkaloide wie Solanocapsin vor Fraßfeinden, was eine insektizide Wirkung haben kann. Dennoch wird Solanum pseudocapsicum von Schädlingen wie Blattläusen (Aphis spp.) und Spinnmilben (Tetranychus urticae) befallen. Pilzliche Pathogene wie der Echte Mehltau (Leveillula taurica) können insbesondere bei hoher Luftfeuchtigkeit die Blätter infizieren. In invasiven Verbreitungsgebieten verhält sich die Art als Pionierpflanze, die gestörte Habitate besiedelt, jedoch in dichten Waldbeständen durch Beschattung limitiert wird.[3]

Vorkommen & Lebensraum

Das natürliche Verbreitungsgebiet von *Solanum pseudocapsicum* umfasst subtropische und tropische Regionen in Südamerika, darunter Bolivien, Brasilien, Argentinien, Chile, Paraguay und Uruguay. In diesen Ursprungsgebieten wächst die Art vorwiegend im feuchten tropischen Biom und besiedelt Waldränder, felsige Hänge sowie Uferbereiche von Gewässern. Die vertikale Verbreitung in den Anden erstreckt sich dabei von etwa 200 bis auf 2800 Meter Höhe.[1] Als Zierpflanze wurde der Korallenstrauch weltweit in über 60 Regionen eingeführt und gelangte bereits im 19. Jahrhundert verstärkt über den Zierpflanzenhandel nach Europa.[3][2] Das heutige anthropogene Verbreitungsgebiet schließt Teile von Nordamerika, Asien, Afrika sowie Australien und Neuseeland ein. In Europa ist die Pflanze unter anderem in Deutschland, Frankreich, Spanien, Portugal und Griechenland nachgewiesen, wobei sie oft in milden Küstenregionen oder auf Inseln wie Madeira naturalisiert ist.[1][2] *Solanum pseudocapsicum* gilt in vielen Einfuhrgebieten, insbesondere in Australien, Neuseeland und Südafrika, als invasive Art oder Umweltunkraut. Der Strauch bevorzugt gestörte Standorte und besiedelt häufig städtische Brachflächen, Gärten sowie Weideland. Die Art gedeiht optimal auf gut durchlässigen, lehmigen oder sandigen Böden an sonnigen bis halbschattigen Standorten. Da die Pflanze frostempfindlich ist und Temperaturen unter 0 °C kaum toleriert, ist sie in kühleren Klimazonen (USDA-Zonen 8–11) meist auf geschützte Lagen oder die Kultur in Innenräumen beschränkt. Die Ausbreitung in neue Habitate erfolgt primär durch Vögel, welche die auffälligen Früchte fressen und die Samen über weite Distanzen verteilen (Endozoochorie). Während die Art offene Flächen rasch kolonisiert, ist ihre Konkurrenzkraft im dichten Unterholz etablierter Wälder aufgrund von Beschattung begrenzt.[2]

Saisonalität & Aktivität

*Solanum pseudocapsicum* folgt einem jährlichen Wachstumszyklus, der im Frühjahr mit dem Austrieb neuer Triebe beginnt und die vegetative Ausbreitung fördert.[2] Die Blütezeit erstreckt sich primär über den Sommer bis in den Herbst, wobei die Pflanzen kleine Cluster weißer Blüten bilden.[5] Die Fruchtreife tritt etwa zwei bis drei Monate nach der Bestäubung ein, sodass die charakteristischen Beeren im Herbst oder Winter ihre volle Färbung erreichen.[2] Als immergrüner Halbstrauch behält die Pflanze ihr Laub ganzjährig, sofern sie vor Frost geschützt wird.[1] Die physiologische Aktivität ist stark temperaturabhängig, wobei das Wachstumsoptimum zwischen 15 °C und 22 °C liegt.[2] Da die Art nicht frosthart ist und bei Temperaturen unter 0 °C Schaden nimmt, muss sie in kühleren Klimazonen in einem geschützten Quartier, idealerweise bei 10 bis 15 °C, überwintern.[3] Während dieser winterlichen Ruhephase wird die Wasserzufuhr reduziert, um den Stoffwechsel an die geringere Lichtintensität anzupassen.[2] Ein Rückschnitt erfolgt typischerweise im späten Winter oder frühen Frühjahr nach der Fruchtphase, um einen kompakten Wuchs für die kommende Saison zu fördern.[5] Ergänzende Daten zum Suchinteresse zeigen eine erhöhte öffentliche Aufmerksamkeit in den Monaten September und Oktober, was zeitlich mit der Ausfärbung der Früchte und der Verfügbarkeit im Handel korreliert.[2]

Wetenschappelijk onderzoek en patenten

CN-105360182-A Biological Onbekend

Pestizid für Sojabohnen und Verfahren zur Herstellung des Pestizids

Nanning Yuanguang Agricultural Science And Technology Company Ltd. (2015)

Relevantie: 6/10

Samenvatting

Dieses Patent beschreibt ein pflanzliches Pestizid für den Sojabohnenanbau, welches *Solanum pseudocapsicum* (Korallenstrauch) als eine der Hauptkomponenten nutzt. Die Formulierung kombiniert 10-20 Gewichtsteile des Korallenstrauchs mit anderen Pflanzen wie Anthurien und Weihnachtsstern. Die Kernidee liegt in der Nutzung der natürlichen Toxizität dieser Pflanzen zur Schädlingsbekämpfung, wobei das Mittel umweltfreundlich und biologisch abbaubar sein soll. Es demonstriert die praktische Anwendung von *Solanum pseudocapsicum* als Wirkstoff im Pflanzenschutz, wenngleich der Korallenstrauch hier nicht der bekämpfte Schädling, sondern das Bekämpfungsmittel ist.

Bronnen & Referenties

  1. https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:316948-2
  2. https://www.gbif.org/species/2931104
  3. https://keyserver.lucidcentral.org/weeds/data/media/Html/solanum_pseudocapsicum.htm
  4. https://invasives.org.za/wp-content/uploads/SAPIA_News_20_Jul2011.pdf
  5. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC3621475/
  6. https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2025.07.10.663745v1.full.pdf
  7. https://fsus.ncbg.unc.edu/cust/2024/main.php?pg=show-taxon.php&&family=Solanaceae&limit=1&offset=136&taxonid=5088
  8. Literaturzusammenfassung: Solanum pseudocapsicum