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Maedesues Spiraea ulmanaria

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Maedesues

Taxonomie

Rijk Pflanzen (Plantae)
Stam Tracheophyta (Tracheophyta)
Klas Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Orde Rosales (Rosales)
Familie Rosaceae
Geslacht Filipendula
Soort Spiraea ulmaria
Wetenschappelijke naam Spiraea ulmaria L.

Einleitung

Das **Echte Mädesüß** (*Filipendula ulmaria*, Synonym *Spiraea ulmaria*) ist eine ausdauernde krautige Pflanze aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae), die vorwiegend auf Feuchtwiesen und an Gewässerrändern in Europa sowie Westasien verbreitet ist.[1][2] Aufgrund ihres hohen Gehalts an Salicylaten spielt die Art eine bedeutende Rolle in der Medizingeschichte als natürlicher Vorläufer der Acetylsalicylsäure (Aspirin) und wird traditionell bei Schmerzen und Entzündungen eingesetzt.[3] Während sie im nativen Verbreitungsgebiet eine wichtige Pollenquelle für Insekten darstellt, gilt sie in Teilen Nordamerikas als invasiver Neophyt, der dichte Bestände bildet und heimische Vegetation verdrängt.[4][2]

Fakten (kompakt)

- Der Gattungsname *Filipendula* leitet sich von den lateinischen Begriffen *filum* (Faden) und *pendulus* (hängend) ab, was auf die Struktur der Wurzeln anspielt. - Im Jahr 1897 synthetisierte der Chemiker Felix Hoffmann Acetylsalicylsäure basierend auf Extraktionen aus dieser Pflanze, was zur Entwicklung von Aspirin als verträglichere Alternative zu reiner Salicylsäure durch Bayer führte. - Neben der medizinischen Nutzung werden die duftenden Blüten kulinarisch zur Aromatisierung von Ale (Bier) und Essig sowie für Potpourris verwendet. - Taxonomisch wird die Art dem Subgenus *Ulmaria* zugeordnet und ist eng mit der nordamerikanischen *Filipendula rubra* verwandt. - Die Blüten zeigen typische Merkmale der Rosengewächse, darunter einen aktinomorphen Aufbau mit fünf Kronblättern und zahlreichen Staubblättern. - Ein weiteres, selteneres Synonym für die Art ist *Ulmaria pentapetala* Scop. - Phytochemische Analysen bestätigen neben Salicylaten auch das Vorhandensein von phenolischen Verbindungen und ätherischen Ölen.[10]

Name & Einordnung

Der akzeptierte wissenschaftliche Name der Art lautet *Filipendula ulmaria*, wobei sie taxonomisch zur Familie der Rosaceae (Rosengewächse) zählt.[1][2] Ursprünglich beschrieb Carl von Linné die Pflanze im Jahr 1753 in *Species Plantarum* unter dem Basionym *Spiraea ulmaria*. Die heute gültige Einordnung in die Gattung *Filipendula* erfolgte 1879 durch Karl Iwanowitsch Maximowicz, da sich die Art morphologisch und phylogenetisch von den echten Spiersträuchern abgrenzt.[4] Zu den relevanten Synonymen gehören neben *Spiraea ulmaria* L. auch *Filipendula denudata* (J. Presl & C. Presl) Fritsch sowie *Ulmaria pentapetala* Scop..[4] Der Gattungsname *Filipendula* leitet sich aus den lateinischen Begriffen *filum* (Faden) und *pendulus* (hängend) ab, was auf die an fadenförmigen Wurzeln hängenden Knollen anspielt. Das Art-Epitheton *ulmaria* nimmt Bezug auf die Ulme (*Ulmus*), da die Blätter der Pflanze denen des Baumes ähneln. Im deutschen Sprachraum ist der Name Mädesüß etabliert, während historisch auch Bezeichnungen wie Wiesenlabkraut dokumentiert sind. Der englische Trivialname "meadowsweet" entwickelte sich aus dem Begriff "mead wort" (altenglisch *medowyrt*), was auf die traditionelle Nutzung zum Aromatisieren von Met (Honigwein) verweist. Weitere historische Namen wie "bridewort" oder "queen of the meadow" deuten auf die Verwendung in Hochzeitsgirlanden beziehungsweise das dominante Erscheinungsbild auf Feuchtwiesen hin. Innerhalb der Gattung wird die Art dem Subgenus *Ulmaria* zugeordnet und ist eng mit *Filipendula rubra* verwandt.[4]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Filipendula ulmaria ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 0,9 bis 1,8 Metern erreicht und einen aufrechten, horstbildenden Habitus aufweist. Die Stängel sind kahl oder spärlich behaart und an der Basis oft rötlich gefärbt. Unterirdisch bildet die Art ein rhizomartiges Wurzelsystem aus horizontalen Sprossen, das eine vegetative Ausbreitung ermöglicht. Die wechselständigen, dunkelgrünen Laubblätter sind gefiedert und messen 5 bis 20 cm in der Länge sowie 3 bis 10 cm in der Breite. Sie zeigen eine zwei- bis dreifach gefiederte Anordnung mit drei bis fünf Paaren primärer Fiederblättchen, die eiförmig bis elliptisch geformt und am Rand scharf gesägt sind. Das Endfiederblatt ist häufig dreilappig, während zwischen den Hauptfiedern kleinere, 5 bis 15 mm lange Sekundärfiedern sitzen, was dem Blatt ein fedriges Erscheinungsbild verleiht. An der Blattbasis befinden sich grüne, krautige und scharf gesägte Nebenblätter. Der Blütenstand ist eine endständige, dichte Trugdolde (Rispe), die bis zu 40 cm lang und 20 cm breit werden kann. Die zahlreichen, cremeweißen Blüten haben einen Durchmesser von 3 bis 4 mm und verströmen einen starken, mandelartigen Duft. Jede Blüte besitzt einen kahlen Blütenbecher (Hypanthium), fünf eiförmig-dreieckige Kelchblätter sowie fünf obovate Kronblätter. Im Zentrum befinden sich 20 bis 30 Staubblätter mit gelben Antheren sowie ein halbunterständiger Fruchtknoten mit drei bis fünf freien Griffeln.[2] Aus den Blüten entwickeln sich glatte, spiralförmig gewundene Achänen, die 3 bis 6 mm lang sind.[4] Verwechslungsmöglichkeiten bestehen innerhalb der Gattung mit *Filipendula rubra*, die jedoch durch ihre rosa Blütenfarbe und das Verbreitungsgebiet unterschieden werden kann.[5]

Beschreibung

Filipendula ulmaria, im Deutschen als Echtes Mädesüß bekannt, ist eine imposante, ausdauernde krautige Pflanze aus der Familie der Rosengewächse (*Rosaceae*), die durch ihren aufrechten, horstbildenden Wuchs geprägt ist.[5][1] Im natürlichen Lebensraum, der vorwiegend feuchte Wiesen, Uferböschungen und Sümpfe umfasst, erreicht die Art Wuchshöhen von 0,9 bis 1,8 Metern und bildet oft dichte, dominante Bestände.[3][4] Eine zentrale anatomische Anpassung ist das kräftige, rhizomartige Wurzelsystem, das der Pflanze nicht nur die vegetative Ausbreitung in Kolonien ermöglicht, sondern auch die Persistenz in instabilen, zeitweise überfluteten Böden sichert.[2][3] Der wissenschaftliche Artname *ulmaria* sowie der historische Name *Spiraea ulmaria* verweisen auf die charakteristische Ähnlichkeit der gefiederten Laubblätter mit denen der Ulme (*Ulmus*), was ein wesentliches Erkennungsmerkmal im Feld darstellt.[3] Von Juni bis September bildet die Pflanze auffällige, schaumige Trugdolden aus zahlreichen cremeweißen Einzelblüten, die einen intensiven, mandelartigen Duft verströmen.[5][3] Obwohl die zwittrigen Blüten keinen Nektar produzieren, locken sie durch ihr reiches Pollenangebot und den Duft zahlreiche Bestäuber wie Bienen, Schwebfliegen und Käfer an.[6][7] Die daraus entstehenden Früchte sind spiralig gewundene Achänen, die luftgefüllt sind und somit eine Verbreitung über Wasser (Hydrochorie) sowie Wind ermöglichen.[8][5] Ökologisch fungiert *Filipendula ulmaria* als wichtige Wirtspflanze für die Larvenstadien verschiedener Nachtfalter, darunter das Kleine Nachtpfauenauge (*Saturnia pavonia*) und die Gothica-Kätzcheneule (*Orthosia gothica*), deren Raupen das Blattwerk als Nahrungsquelle nutzen.[5][3] Ein spezifisches Erkennungszeichen für interspezifische Interaktionen sind die rötlichen Gallen auf den Blattoberseiten, die durch die Larven der Gallmücke *Dasineura ulmaria* induziert werden.[3] Biochemisch zeichnet sich die Art durch hohe Konzentrationen an Salicylaten und Phenolen aus, die evolutionär als Abwehrstoffe dienen und historisch zur Isolierung der Salicylsäure führten.[3][2] Ursprünglich 1753 von Carl von Linné als *Spiraea ulmaria* beschrieben, wurde die Art später aufgrund morphologischer Unterschiede zu den verholzenden Spiersträuchern in die Gattung *Filipendula* überführt.[5][3] Innerhalb der Gattung zeigt sie große Ähnlichkeiten im Habitus und den Standortansprüchen zur nordamerikanischen *Filipendula rubra*, unterscheidet sich jedoch deutlich in der Blütenfarbe.[3]

Verhalten

Das Wachstumsverhalten von *Filipendula ulmaria* ist durch eine horstbildende Struktur geprägt, bei der sich die Pflanze vegetativ über ein rhizomatöses Wurzelsystem ausbreitet.[5][4] Dieses klonale Wachstum ermöglicht es der Art, dichte Bestände zu bilden und lokal zu persistieren, ohne ausschließlich auf die Samenproduktion angewiesen zu sein.[4] In eingeführten Gebieten, wie Teilen Nordamerikas, zeigt die Pflanze ein aggressives Ausbreitungsverhalten und verdrängt heimische Vegetation durch Konkurrenz um Licht und Raum.[2][5] Zur Fortpflanzung emittieren die Blüten einen starken, süßlichen Duft, der an Mandeln erinnert, um Bestäuber anzulocken.[5][7] Obwohl die Blüten keinen Nektar produzieren, dient dieses chemische Signal als effektiver Attraktor für Bienen, Fliegen, Käfer und Schwebfliegen, die den reichhaltigen Pollen nutzen.[7] Die Art ist selbstkompatibel, profitiert jedoch signifikant von der insektenvermittelten Bestäubung zur Steigerung des Samenansatzes.[4][7] Die Ausbreitung der Samen (Achänen) erfolgt unspezialisiert primär durch Schwerkraft (Autochorie), wird jedoch in Uferzonen durch Wind und Wasser unterstützt. Das Keimverhalten ist an spezifische Umweltreize gebunden und erfordert eine Kälteperiode (Stratifikation) sowie anschließende Temperaturschwankungen zwischen 11 und 30 °C. Gegenüber hydrologischen Veränderungen zeigt *Filipendula ulmaria* eine Toleranz für periodische Überflutungen, reagiert jedoch empfindlich mit Wachstumsreduktion auf Trockenheit oder Entwässerung.[4] Chemische Interaktionen finden durch die Produktion von Salicylaten und Phenolen statt, während die Pflanze gleichzeitig als Wirt für spezifische Gallmücken und Rostpilze dient, die das Gewebe deformieren können.[4][3]

Ökologie

Filipendula ulmaria besiedelt bevorzugt feuchte Habitate wie Sümpfe, Moore, Flussufer und Feuchtwiesen, wobei humusreiche, gut durchlüftete Böden mit neutralem bis leicht alkalischem pH-Wert (ca. 6,5–7,5) präferiert werden.[5][3] Die Art toleriert periodische Überflutungen, reagiert jedoch empfindlich auf Trockenheit und vermeidet dauerhaft stagnierendes Wasser sowie saure Torfböden.[3][2] Pflanzensoziologisch ist sie oft mit der Juncus subnodulosus–Cirsium palustre-Flachmoorwiese vergesellschaftet.[9] Da die Blüten keinen Nektar produzieren, lockt die Pflanze Bestäuber wie Bienen, Schwebfliegen und Käfer primär durch ihren mandelartigen Duft und ein reiches Pollenangebot an.[4][3] In Agrarlandschaften spielt sie eine bedeutende Rolle im Nahrungsnetz und kann bis zu 14 % des gesamten Pollenaufkommens stellen, was sie zu einer wichtigen Ressource für Insekten macht.[7] Für verschiedene Nachtfalterarten, darunter die Kätzchen-Eule (*Orthosia gothica*) und das Kleine Nachtpfauenauge (*Saturnia pavonia*), dient das Mädesüß als Wirtspflanze für die Raupenentwicklung.[3][5] Ein bedeutender natürlicher Feind ist der Rostpilz *Triphragmium ulmariae*, der orangefarbene Gallen verursacht und insbesondere bei Keimlingen zu hohen Mortalitätsraten von bis zu 89 % führen kann.[4] Zudem wird die Art häufig vom Echten Mehltau *Podosphaera filipendulae* befallen, der das Wachstum durch einen weißen Belag auf Blättern und Blütenständen beeinträchtigt.[3] Zu den tierischen Schädlingen zählen die Gallmücke *Dasineura ulmaria*, die rötliche Schwellungen auf den Blättern erzeugt, sowie Blattläuse wie *Aphis ulmariae* und *Macrosiphum cholodkovskyi*, die an Triebspitzen saugen.[3][5] Während sie im nativen Verbreitungsgebiet die Biodiversität fördert, bildet sie in eingeführten Regionen wie Nordamerika dichte Monokulturen, die heimische Vegetation durch Licht- und Nährstoffkonkurrenz verdrängen.[2][5]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Im nativen Verbreitungsgebiet von Europa bis Westasien wird *Filipendula ulmaria* primär als ökologisch wertvoller Nützling eingestuft, der Bestäuber unterstützt und zur Uferbefestigung beiträgt.[2] In eingeführten Regionen, insbesondere im Nordosten der USA und im Becken der Großen Seen, gilt die Art hingegen als invasiv, da sie dichte monotypische Bestände bildet und heimische Vegetation verdrängt.[5][2] Das Schadpotenzial resultiert aus der aggressiven vegetativen Ausbreitung über Rhizome, wodurch Licht und Nährstoffe für konkurrierende Pflanzenarten limitiert werden.[5] Medizinisch ist die Pflanze als historische Quelle für Salicylsäure relevant, birgt jedoch gesundheitliche Risiken für Personen mit Salicylat-Überempfindlichkeit oder bei gleichzeitiger Einnahme von Antikoagulanzien, was zu allergischen Reaktionen oder erhöhter Blutungsneigung führen kann.[3] Ein Befall in neuen Gebieten lässt sich frühzeitig an den charakteristischen, nach Mandeln duftenden cremeweißen Blütenrispen und den farnartigen Blättern identifizieren.[3][5] Präventive Maßnahmen in Risikogebieten umfassen den Verzicht auf Anpflanzung in Gärten sowie die strikte Einhaltung lokaler Restriktionen, um eine Ausbreitung in angrenzende Feuchtgebiete zu verhindern.[2] Zur physikalischen Bekämpfung etablierter Bestände ist das vollständige Ausgraben der Wurzelstöcke erforderlich, da verbleibende Rhizomfragmente regenerieren können.[3] Eine kulturelle Managementmethode nutzt die Empfindlichkeit der Art gegenüber Trockenheit; gezielte Drainage kann das Wachstum hemmen, ist jedoch in Feuchtbiotopen ökologisch abzuwägen. Die Pflanze selbst dient als Wirt für spezifische Schadorganismen wie den Rostpilz *Triphragmium ulmariae*, der orangefarbene Gallen verursacht und die Sämlingssterblichkeit signifikant erhöht.[4] In landwirtschaftlichen Kontexten Europas fördert *Filipendula ulmaria* hingegen Nützlinge und stellt bis zu 14 % des Pollens auf Ackerflächen bereit, was sie zu einem wichtigen Bestandteil integrierter Biodiversitätsstrategien macht.[7] Rechtlich wird die Art in Regionen wie Wisconsin überwacht und als potenziell invasiv eingestuft, was entsprechende Management- und Meldepflichten nach sich ziehen kann.[2]

Wirtschaftliche Bedeutung

Die wirtschaftliche Bedeutung von *Filipendula ulmaria* ist ambivalent und umfasst sowohl Aspekte als invasiver Schädling als auch als landwirtschaftlicher Nützling und Rohstofflieferant. In Nordamerika, insbesondere im Gebiet der Großen Seen und im Nordosten der USA, gilt die Art als invasiv und bildet dichte monotypische Bestände, die native Vegetation verdrängen.[5][1] Diese aggressive Ausbreitung kann in Feuchtgebieten das ökologische Gleichgewicht stören und erfordert in betroffenen Regionen wie Wisconsin Managementmaßnahmen zur Kontrolle.[5][2] Im Gegensatz dazu spielt die Pflanze in ihrem nativen europäischen Verbreitungsgebiet eine positive Rolle in der Agrarökologie als bedeutende Pollenquelle. Studien aus Großbritannien zeigten, dass *Filipendula ulmaria* bis zu 14 % des gesamten auf Ackerland verfügbaren Pollens stellt und damit nach Weiden (*Salix* spp.) die zweitwichtigste Quelle ist.[2] Aufgrund dieser Eigenschaft wird sie gezielt in Blühstreifen und Samenmischungen integriert, um Populationen von Bestäubern wie Bienen und Schwebfliegen zu fördern.[4][3] Historisch besitzt die Art eine herausragende pharmazeutische Relevanz, da aus ihr im 19. Jahrhundert Salicylsäure isoliert wurde, was die Entwicklung und Kommerzialisierung von Aspirin durch Bayer ermöglichte. Heute werden getrocknete Blüten und Kraut als pflanzliche Arzneimittel gehandelt, die von der Europäischen Arzneimittel-Agentur für die unterstützende Behandlung von Erkältungen und Gelenkschmerzen anerkannt sind.[3] Nischenanwendungen finden sich in der Lebensmittelindustrie zur Aromatisierung von Met, Bier und Essig sowie in der Parfümerie, wo ätherische Öle der Blütenknospen gelegentlich genutzt werden. Zudem wurden die Wurzeln historisch in der Textilfärberei verwendet, um mit Kupferbeizen einen schwarzen Farbstoff zu erzeugen.[5]

Biologie & Lebenszyklus

Filipendula ulmaria ist eine ausdauernde Hemikryptophyte, die sich sowohl sexuell durch Samen als auch vegetativ über ein rhizomatöses Wurzelsystem vermehrt.[5][2] Die Blütezeit der zwittrigen, selbstkompatiblen Blüten erstreckt sich von Juni bis September, wobei die Bestäubung primär durch Insekten wie Bienen, Schwebfliegen und Käfer erfolgt.[2][7] Angelockt werden diese durch einen intensiven, mandelartigen Duft und ein reiches Pollenangebot, da die Blüten keinen Nektar produzieren.[3] Nach der Befruchtung bilden sich pro Blüte 1 bis 10 spiralförmige Achänen, die im Spätsommer bis Herbst reifen und überwiegend durch Autochorie oder Hydrochorie verbreitet werden.[2][5] Die Samenbank im Boden ist kurzlebig bis transitorisch, mit Dichten von 3 bis 1750 Samen pro Quadratmeter. Physiologisch benötigen die Samen zur Keimung eine Kältestratifikation von etwa 90 Tagen bei 10 °C, gefolgt von wechselnden Temperaturen, weshalb die epigäische Keimung im Frühjahr stattfindet.[2] Das vegetative Wachstum erfolgt über horizontale Rhizome, die es der Pflanze ermöglichen, dichte, klonale Bestände in feuchten Habitaten zu bilden.[5] Als Wirtspflanze spielt das Mädesüß eine wichtige Rolle für die Larvalentwicklung verschiedener Lepidoptera-Arten, darunter die Raupen der Kätzcheneule (*Orthosia gothica*) und des Kleinen Nachtpfauenauges (*Saturnia pavonia*).[5][3] Spezifische Schädlinge nutzen die Pflanze für ihre Reproduktionszyklen, wie die Gallmücke *Dasineura ulmaria*, deren Larven rötliche Gallen auf den Blattoberseiten induzieren.[3] Auch Blattläuse wie *Aphis ulmariae* und *Macrosiphum cholodkovskyi* kolonisieren die Pflanze, wobei sie bevorzugt an den eingerollten Terminalblättern und Stängeln saugen.[3][5] Ein wesentlicher natürlicher Feind ist der Rostpilz *Triphragmium ulmariae*, der Deformationen an Stängeln und Blättern verursacht und insbesondere bei Sämlingen zu Mortalitätsraten von bis zu 89 % führen kann.[4] Zusätzlich kann der Echte Mehltau (*Podosphaera filipendulae*) auftreten, der das Wachstum durch Hemmung der Photosynthese beeinträchtigt.[3] Die Pflanze ist an konstante Bodenfeuchtigkeit angepasst und reagiert physiologisch empfindlich auf Trockenstress, toleriert jedoch periodische Überflutungen.[9] In ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet ist die Art langlebig und winterhart, wobei sie in den USDA-Zonen 3a bis 9b gedeiht.[3]

Vorkommen & Lebensraum

Das natürliche Verbreitungsgebiet von *Filipendula ulmaria* umfasst die gemäßigten Zonen Europas und Westasiens und reicht vom Atlantik bis zum Einzugsgebiet der Lena und dem Altai-Gebirge in Sibirien. Die Nord-Süd-Ausdehnung erstreckt sich von Island und Skandinavien bis nach Spanien und in den Iran. In Europa ist die Art flächendeckend vertreten und kommt in zahlreichen Ländern vor, darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz.[1] In Nordamerika wurde die Pflanze in den 1880er Jahren vermutlich als Zier- und Heilpflanze eingeschleppt. Dort haben sich im nordöstlichen Teil der USA sowie im östlichen Kanada naturalisierte Populationen etabliert. In Regionen wie dem Becken der Großen Seen und Wisconsin gilt die Art als invasiv, da sie in Feuchtgebieten dichte Bestände bildet und heimische Vegetation verdrängt.[2] Als typischer Lebensraum dienen dauerhaft feuchte Standorte wie Nasswiesen, Uferböschungen, Sümpfe und Niedermoore. *Filipendula ulmaria* bevorzugt humusreiche, gut durchlüftete, aber stetig feuchte Böden mit einem neutralen bis leicht alkalischen pH-Wert von etwa 6,5 bis 7,5. Die Pflanze toleriert unterschiedliche Bodentexturen von Sand bis zu schwerem Lehm, sofern der Anteil an organischer Substanz hoch ist. Sie wächst sowohl in voller Sonne als auch im Halbschatten lichter Auenwälder, reagiert jedoch empfindlich auf Trockenheit sowie langanhaltende Staunässe. Pflanzensoziologisch ist das Mädesüß oft mit der *Juncus subnodulosus*-*Cirsium palustre*-Gesellschaft in basenreichen Niedermooren vergesellschaftet.[4] Ökologisch fungiert die Art als Wirtspflanze für die Raupen verschiedener Nachtfalter, darunter das Kleine Nachtpfauenauge (*Saturnia pavonia*) und die Gothica-Kätzcheneule (*Orthosia gothica*).[5] Während der Bestand im nativen Areal als stabil gilt, wird die Ausbreitung in Nordamerika kritisch überwacht.[2]

Saisonalität & Aktivität

Die Blütezeit von *Filipendula ulmaria* (syn. *Spiraea ulmaria*) erstreckt sich von Juni bis September, wobei die cremeweißen Blütenstände vom Hochsommer bis in den frühen Herbst präsent sind. Im Anschluss an die Bestäubung reifen die Früchte (Achänen) zwischen August und Oktober heran. Die Samen unterliegen einer Dormanz und benötigen zur Keimung eine Kälteperiode (Stratifikation) von bis zu 90 Tagen bei etwa 10 °C, weshalb der Austrieb der Keimlinge erst im darauffolgenden Frühjahr erfolgt. Als ausdauernde Staude überdauert die Pflanze die Wintermonate vegetativ durch ihr unterirdisches Rhizomsystem, aus dem im Frühling neue Triebe emporwachsen. Während der Vegetationsperiode dient die Art als Wirtspflanze für Larven verschiedener Nachtfalter wie *Orthosia gothica* oder das Kleine Nachtpfauenauge (*Saturnia pavonia*).[4] Ebenfalls in den Sommermonaten können durch die Aktivität der Gallmücke *Dasineura ulmaria* rötliche Gallen auf den Blättern entstehen.[3] Pilzliche Pathogene wie der Rostpilz *Triphragmium ulmariae* treten ebenfalls saisonal auf und können insbesondere Keimlinge stark beeinträchtigen. Das öffentliche Suchinteresse spiegelt diese biologische Phänologie wider und verzeichnet im Juni, zu Beginn der Hauptblüte, einen deutlichen saisonalen Höhepunkt.[4]

Bronnen & Referenties

  1. https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:724943-1
  2. https://floranorthamerica.org/Filipendula_ulmaria
  3. https://www.sciencehistory.org/stories/magazine/aspirin-turn-of-the-century-miracle-drug/
  4. https://besjournals.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1046/j.0022-0477.2001.00648.x
  5. https://butterfly-conservation.org/moths/emperor-moth
  6. https://www.gwct.org.uk/wildlife/species-of-the-month/2020/meadowsweet/
  7. https://besjournals.onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1002/2688-8319.70045
  8. http://www.efloras.org/florataxon.aspx?flora_id=1&taxon_id=112789
  9. https://freshwaterhabitats.b-cdn.net/app/uploads/2024/03/Middle-Barton-Fen-SSSI-Unit-1-botanical-and-vegetation-survey-report.pdf
  10. Literaturzusammenfassung: Filipendula ulmaria