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Lexicon-vermelding

Paardebloem Taraxacum officinale

Paardebloem

Taxonomie

Rijk Pflanzen (Plantae)
Stam Tracheophyta (Tracheophyta)
Klas Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Orde Asterales (Asterales)
Familie Asteraceae
Geslacht Taraxacum
Soort Taraxacum officinale
Wetenschappelijke naam Taraxacum officinale Weber ex F.H.Wigg.
Geaccepteerde naam

Einleitung

Der Gewöhnliche Löwenzahn (*Taraxacum officinale*) ist eine ausdauernde krautige Pflanze aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae), die ursprünglich in Eurasien beheimatet ist und heute als Kosmopolit weltweit vorkommt. Während die Art in landwirtschaftlichen und gärtnerischen Flächen oft als hartnäckiges Unkraut gilt, fungiert sie ökologisch als bedeutende frühe Nektarquelle für Bestäuber und Futterpflanze für Insektenlarven.[1] Morphologisch unterscheidet sich *Taraxacum officinale* (Syn. *Taraxacum vulgare*) von ähnlichen Gattungen wie den Habichtskräutern (*Hieracium*) primär durch seine hohlen, blattlosen Blütenschäfte, die jeweils nur einen einzelnen Blütenkorb tragen.[2]

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Gemeenschapsanalyse

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Fakten (kompakt)

- Alle Teile der Pflanze sind essbar und reich an den Vitaminen A, C und K sowie Mineralstoffen wie Kalium und Eisen. - In der Küche finden junge Blätter Verwendung in Salaten, während die Blüten zu Wein verarbeitet oder frittiert und die Wurzeln geröstet als Kaffeeersatz genutzt werden. - Traditionell wird *Taraxacum officinale* in Europa und Asien seit Jahrhunderten medizinisch als Diuretikum, Lebertonikum und Verdauungshilfe eingesetzt. - Moderne pharmakologische Studien deuten auf leberschützende Eigenschaften gegenüber Toxinen wie Alkohol und Tetrachlorkohlenstoff hin. - Die Pflanze zeigt in Untersuchungen Potenzial zur Regulierung des Blutzuckerspiegels und zur Modulation des Fettstoffwechsels. - Experimentelle Daten weisen auf eine Anti-Krebs-Aktivität gegen Lebertumore durch das Abfangen freier Radikale und die Einleitung des programmierten Zelltods (Apoptose) hin. - Ein übermäßiger Konsum kann aufgrund der enthaltenen Bitterstoffe Magen-Darm-Beschwerden verursachen.[10]

Name & Einordnung

Der wissenschaftliche Name *Taraxacum officinale* (Weber ex F.H.Wigg.) wurde 1780 von Friedrich Wilhelm Wiggers validiert, basierend auf dem Basionym *Leontodon taraxacum*, das Carl von Linné bereits 1753 in seinen *Species Plantarum* beschrieb.[1][3] Als Typusart definiert sie die Gattung *Taraxacum* innerhalb der Familie der Asteraceae (Korbblütler).[1] Historisch wurde die Pflanze aufgrund ihrer gezähnten Blätter oft mit Löwenzahn-artigen Arten der Gattung *Leontodon* gruppiert, wovon Synonyme wie *Leontodon taraxacum* L. oder *Taraxacum vulgare* (Lam.) zeugen.[1][3] Der Gattungsname *Taraxacum* leitet sich vermutlich vom persischen *tarkhosok* („bitteres Kraut“) ab, der über das Arabische ins Lateinische gelangte. Das Epitheton *officinale* entstammt dem Lateinischen *officina* („Werkstatt“ oder „Apotheke“) und verweist auf die lange Tradition der Pflanze als arzneilich genutztes Apothekergut. Der deutsche Trivialname „Löwenzahn“ sowie das englische „Dandelion“ (von altfranzösisch *dent de lion*) beziehen sich bildhaft auf die tief gezähnten Blattränder, die an die Zähne eines Löwen erinnern. Aufgrund der harntreibenden Eigenschaften entstanden zudem volkstümliche Namen wie das französische *pissenlit*, das englische „piss-a-bed“ oder das deutsche „Pissblume“. Taxonomisch bildet *Taraxacum officinale* heute oft ein komplexes Aggregat, da durch apomiktische Fortpflanzung weltweit bis zu 2.000 Mikrospezies entstanden sind, die sich morphologisch nur minimal unterscheiden.[1][2] Abzugrenzen ist die Art von ähnlichen Gattungen wie *Hieracium* durch ihre hohlen, blattlosen Blütenschäfte, die stets nur einen einzelnen Blütenkopf tragen.[1]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Taraxacum officinale ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 10 bis 40 cm erreicht und keine oberirdischen Stängel außer den Blütenschäften besitzt.[2][1] Die Pflanze bildet eine kompakte grundständige Blattrosette aus lanzettlichen bis verkehrt-lanzettlichen Blättern, die 5 bis 25 cm lang und 1 bis 10 cm breit werden.[2] Die Blattränder sind unregelmäßig gezähnt oder fiederspaltig, wobei die Lappen charakteristischerweise rückwärts zur Basis gerichtet sind (runcinat).[2][1] Bei Verletzung tritt aus allen Geweben ein weißer, milchiger Latexsaft aus, der als Abwehrmechanismus dient.[2] Unterirdisch verankert sich die Art mit einer kräftigen, unverzweigten Pfahlwurzel, die meist 15 bis 45 cm tief reicht, aber Tiefen von bis zu 1,5 Metern erreichen kann.[1] Die hohlen, blattlosen Blütenschäfte tragen jeweils einen einzelnen, leuchtend gelben Blütenkorb mit einem Durchmesser von 2 bis 5 cm. Dieser besteht aus 100 bis 200 Zungenblüten mit gezähnten Spitzen; Röhrenblüten fehlen vollständig.[2][1] Ein entscheidendes Bestimmungsmerkmal ist die Hülle (Involucrum): Die äußeren Hüllblätter sind kurz, grün und oft zurückgeschlagen, während die inneren Hüllblätter länger, blass und aufrecht stehen. Nach der Befruchtung oder apomiktischen Entwicklung formt der Blütenkorb einen kugelförmigen Fruchtstand.[2] Die Früchte sind olivbraune, 3 bis 5 mm lange Achänen, die einen Schnabel mit einem Pappus aus weißen, feiedrigen Borsten tragen.[2][1] Keimlinge zeigen zunächst kleine, ungeteilte Blätter in einer engen Rosette von weniger als 5 cm Größe, bevor die typische Lappung entsteht.[2] Von verwechselbaren Gattungen wie Hieracium (Habichtskräuter) unterscheidet sich T. officinale durch die unverzweigten, blattlosen Schäfte, im Gegensatz zu den meist beblätterten und verzweigten Stängeln der Habichtskräuter.[2] Aufgrund der vorherrschenden apomiktischen Fortpflanzung existieren zahlreiche Mikrospezies mit hoher morphologischer Variabilität, insbesondere bei der Blattform.[1]

Beschreibung

Taraxacum officinale ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die sich durch eine grundständige Blattrosette und das Fehlen eines beblätterten oberirdischen Stängels auszeichnet.[1] Die Art verankert sich mit einer kräftigen, unverzweigten Pfahlwurzel, die bis zu 1,5 Meter tief in den Boden eindringen kann, was ihr den Zugang zu tiefen Wasserreserven ermöglicht und das Überleben in verdichteten Böden sichert.[4] Anatomisch ist das Gewebe von einem System aus Milchröhren durchzogen, die bei Verletzung einen weißen, bitteren Latex absondern. Dieser Milchsaft enthält Sesquiterpenlactone und fungiert als chemischer Abwehrmechanismus gegen Herbivoren. Eine zentrale biologische Eigenschaft ist die überwiegend apomiktische Fortpflanzung, bei der Samen ohne Befruchtung gebildet werden, was zu genetisch identischen Klonen führt. Aufgrund dieser Reproduktionsweise existieren innerhalb des Artkomplexes tausende von Mikrospezies, die morphologisch oft schwer voneinander abzugrenzen sind. Der Lebenszyklus beginnt mit dem Sämlingsstadium, in dem die Pflanze zunächst kleine, ungeteilte Blätter in einer engen Rosette von weniger als 5 cm Durchmesser bildet.[1] Mit zunehmendem Alter entwickeln sich die charakteristischen, tief gelappten Blätter, und die Wurzel dient als Speicherorgan für Inulin, dessen Gehalt im Herbst vor der Ruhephase bis zu 40 % des Trockengewichts erreicht. Die Blüte erfolgt über hohle, blattlose Schäfte (Scapi), die direkt der Wurzelkrone entspringen und jeweils einen einzelnen gelben Blütenkorb tragen. Diese Blütenkörbe schließen sich bei trübem Wetter oder Regen, um die Pollen zu schützen.[2] Nach der Reife transformiert sich der Blütenstand in eine kugelförmige Struktur, bei der die Achänen mit einem Pappus ausgestattet sind, der als Fallschirm für die Windausbreitung (Anemochorie) dient.[1] Im Feld lässt sich Taraxacum officinale von ähnlichen Gattungen wie den Habichtskräutern (*Hieracium*) durch die hohlen, unverzweigten Stiele unterscheiden, da *Hieracium*-Arten meist beblätterte und verzweigte Stängel aufweisen.[2] Historisch wurde die Art taxonomisch oft neu bewertet und früher unter Gattungen wie *Leontodon* geführt, bevor sich die heutige Nomenklatur etablierte.[5] Ökologisch fungiert die Pflanze nicht nur als Nektarquelle, sondern auch als Wirt für Insektenlarven, wie etwa Minierfliegen der Gattung *Agromyza*, die sich in den Blättern entwickeln.[1]

Verhalten

Taraxacum officinale zeigt ausgeprägte nastische Bewegungen, indem sich die Blütenköpfe bei bewölktem oder regnerischem Wetter schließen.[4] Für die Ausbreitung nutzen die Samen (Achänen) einen Pappus, der als Fallschirm fungiert und einen speziellen Wirbel mit geringem Luftwiderstand erzeugt, um den Flug zu stabilisieren. Während die meisten Samen nur 1 bis 10 Meter weit fliegen, ermöglichen konvektive Aufwinde in seltenen Fällen den Transport über mehrere Kilometer.[6] Als Abwehrmechanismus gegen Herbivoren exsudiert die Pflanze bei Verletzung einen milchigen Latexsaft, der bittere Sesquiterpenlactone enthält. Bei oberirdischem Fraßdruck, etwa durch Heuschrecken, kann die Pflanze induktiv die Dichte ihrer Trichome auf den Blättern erhöhen, um sich physisch zu schützen.[1] Taraxacum officinale zeigt zudem aggressives Konkurrenzverhalten durch Allelopathie, indem Wurzeln und Blätter chemische Verbindungen freisetzen, die die Keimung und das Wachstum benachbarter Pflanzen hemmen. Eine Studie aus dem Jahr 2025 bestätigte beispielsweise negative allelopathische Effekte auf die Keimung von Gartenkresse (Lepidium sativum).[7] Zur Interaktion mit Bestäubern nutzen die Strahlenblüten ultraviolette Muster, die Insekten wie Bienen und Schwebfliegen gezielt zu den Nektarquellen leiten.[1] In städtischen Wärmeinseln passt die Art ihr Wachstumsverhalten an, indem sie bei höheren Temperaturen mehr Biomasse akkumuliert und kürzere Vernalisationsphasen benötigt.[8]

Ökologie

Taraxacum officinale besiedelt als opportunistische Art bevorzugt offene, gestörte Habitate wie Wiesen, Wegränder und Rasenflächen, wobei sie dichte Waldunterwüchse und aride Wüstenregionen meidet. Die Pflanze toleriert ein breites Spektrum an Bodenbedingungen, einschließlich verdichteter Substrate, gedeiht jedoch optimal auf gut durchlässigen Lehmböden in kühl-feuchten Klimazonen. Ökologisch fungiert der Löwenzahn als bedeutende frühblühende Nektar- und Pollenquelle für diverse Insekten, darunter Honigbienen (*Apis mellifera*), Wildbienen und Schwebfliegen. Zu den natürlichen Feinden zählen Blattminierfliegen der Gattung *Agromyza* sowie wurzelfressende Larven des Maikäfers (*Melolontha melolontha*), welche die Reproduktionsfähigkeit der Pflanze beeinträchtigen können.[1] Zudem wird die Art von pathogenen Pilzen wie *Acremonium*-Spezies befallen, die als potenzielle Mykoherbizide identifiziert wurden.[4] Gegen Fraßfeinde verteidigt sich *Taraxacum officinale* chemisch durch einen bitteren, sesquiterpenlactonhaltigen Milchsaft sowie physisch durch eine erhöhte Trichomdichte bei oberirdischem Befall.[1] In Konkurrenzsituationen hemmt die Art benachbarte Pflanzen durch Allelopathie, wobei Wurzelexsudate und Blattstoffe die Keimung anderer Spezies unterdrücken.[7][9] Die tiefreichende Pfahlwurzel reichert Kalium aus tieferen Bodenschichten an, was nach der Zersetzung der Pflanze den Oberboden düngt und die Nährstoffdynamik verändert. Im Wurzelbereich geht die Art mutualistische Symbiosen mit arbuskulären Mykorrhizapilzen wie *Glomus mosseae* ein, was den Nährstoffaustausch fördert. In landwirtschaftlichen Systemen kann der Löwenzahn als Wirtspflanze für Blattläuse (*Aphis* sp.) fungieren, die als Vektoren für Pflanzenviren auf Nutzpflanzen übergehen.[4] Jüngste Forschungen zeigen zudem Anpassungen an städtische Wärmeinseln, wo die Pflanzen bei höheren Temperaturen eine erhöhte Biomasseproduktion aufweisen.[1]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Obwohl *Taraxacum officinale* ökologisch als wichtige Nektarquelle für Bestäuber fungiert, wird die Art in der Landwirtschaft und im Gartenbau primär als persistentes Unkraut klassifiziert.[1] Das Schadpotenzial resultiert aus der starken Konkurrenzkraft um Wasser, Licht und Nährstoffe, wodurch der Löwenzahn insbesondere in Rasenflächen und Weiden die gewünschte Vegetation verdrängen kann.[2][1] Zusätzlich hemmt die Pflanze durch allelopathische Effekte, vermittelt durch die Abgabe von Sesquiterpenlactonen und Phenolen aus Wurzeln und Blättern, die Keimung und das Wachstum benachbarter Arten.[7][2] In landwirtschaftlichen Systemen dient *T. officinale* zudem als Wirtspflanze für Blattläuse (*Aphis* spp.), die als Vektoren virale Krankheiten auf Nutzpflanzen wie Luzerne und Zuckerrüben übertragen können.[4][2] Gesundheitlich ist Vorsicht geboten, da der Kontakt mit dem Milchsaft oder den Pollen bei sensibilisierten Personen allergische Reaktionen wie Kontaktdermatitis auslösen kann.[1] Ein Befall lässt sich frühzeitig an den charakteristischen basalen Blattrosetten erkennen, die sich flach an den Boden pressen und so mechanischen Maßnahmen wie dem Mähen entgehen.[4][2] Präventive Strategien konzentrieren sich auf die Etablierung einer dichten Vegetationsdecke, da der Löwenzahn zur Keimung offene, gestörte Böden und volle Sonneneinstrahlung benötigt.[1] Die physikalische Bekämpfung durch Jäten ist oft ineffektiv, da die bis zu 1,5 Meter tiefe Pfahlwurzel Nährstoffe speichert und die Pflanze aus nur 1 cm kleinen Wurzelresten regenerieren kann.[4][1] Chemische Maßnahmen umfassen den Einsatz selektiver Herbizide, wobei die Resistenzfähigkeit der Art eine Herausforderung darstellt.[4] Im Rahmen des integrierten Pflanzenschutzes (IPM) werden biologische Alternativen erforscht, wie der Einsatz des Pilzes *Acremonium* sp. als spezifisches Mykoherbizid.[4] Rechtlich unterliegt die Art global kaum Beschränkungen, wird jedoch in einigen US-Bundesstaaten wie Oregon in sensiblen Gebieten als invasiv eingestuft und kontrolliert.[1]

Wirtschaftliche Bedeutung

Taraxacum officinale gilt weltweit als persistentes Unkraut in der Landwirtschaft und im Gartenbau, wo es in Rasenflächen, Wiesen und auf gestörten Böden gedeiht.[1] Die Art verursacht wirtschaftliche Schäden durch direkte Konkurrenz um Feuchtigkeit, Nährstoffe und Licht, wobei sie benachbarte Pflanzen, insbesondere in bewirtschafteten Grünlandflächen und Rasensystemen, verdrängt.[2] Zusätzlich hemmen allelopathische Effekte durch ausgeschiedene Sesquiterpenlactone die Keimung und das Wachstum von Nutzpflanzen und Gräsern.[7] Eine indirekte wirtschaftliche Bedrohung entsteht durch die Funktion als Wirtspflanze für Blattläuse der Gattung Aphis, die Pflanzenviren auf landwirtschaftliche Kulturen wie Luzerne und Zuckerrüben übertragen können.[4] Die Bekämpfung ist aufgrund der tiefen Pfahlwurzel kostenintensiv und erfolgt oft durch Herbizide oder biologische Kontrollmittel, wie etwa patentierte Mykoherbizide auf Basis des Pilzes Acremonium.[1][4] Historisch erlangte die Pflanze während des Zweiten Weltkriegs in den USA wirtschaftliche Relevanz, als die Latexextraktion aus den Wurzeln als Alternative zu importiertem Kautschuk untersucht wurde, wenngleich die Erträge gering waren. Aktuelle Züchtungsprogramme fokussieren sich auf Hybride mit Taraxacum kok-saghyz zur Verbesserung der Kautschukqualität für industrielle Anwendungen.[5] Nischenmärkte existieren für die Nutzung als Nahrungsmittel sowie in der Phytopharmazie, wo Extrakte aufgrund ihrer diuretischen Wirkung kommerziell vertrieben werden.[2][1] In der Weidewirtschaft dient die Art zudem als nährstoffreiches Futter für Rinder und Schafe, während sie im Obstbau als frühe Nektarquelle für Bestäuber fungiert.[5][1]

Biologie & Lebenszyklus

Taraxacum officinale ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, deren Lebenszyklus durch eine hohe Anpassungsfähigkeit und überwiegend asexuelle Fortpflanzung geprägt ist. Die Reproduktion erfolgt primär apomiktisch durch Agamospermie, bei der Samen ohne Befruchtung gebildet werden und genetisch identische Klone der Mutterpflanze entstehen. Sexuelle Fortpflanzung ist selten und meist auf diploide Populationen beschränkt, während die weit verbreiteten triploiden Formen obligat apomiktisch sind. Eine einzelne Pflanze kann unter optimalen Bedingungen bis zu 15.000 Achänen pro Jahr produzieren, wobei jeder Blütenkopf bis zu 200 Samen trägt. Die Keimung erfolgt ohne signifikante Dormanz bevorzugt in feuchten Böden bei Temperaturen zwischen 10 und 25 °C, wobei Keimraten von etwa 80 % erreicht werden.[1] Nach der Keimung bildet sich eine grundständige Blattrosette, die Nährstoffe in einer bis zu 1,5 Meter tiefen Pfahlwurzel speichert. Diese Speicherwurzel ermöglicht individuellen Pflanzen eine Lebensdauer von 5 bis 10 Jahren und erlaubt die vegetative Regeneration neuer Triebe selbst aus kleinen Wurzelfragmenten von nur 1 cm Länge.[4] Die Blütezeit erstreckt sich vom Frühling bis zum Herbst, wobei hohle Blütenschäfte gebildet werden, die trotz der asexuellen Samenbildung Nektar und Pollen für Insekten wie Bienen und Schwebfliegen bereitstellen. Zur Verbreitung nutzen die Samen einen Pappus als Flugschirm, der eine windgestützte Ausbreitung (Anemochorie) über Distanzen von meist 1 bis 10 Metern, bei thermischen Aufwinden jedoch auch über mehrere Kilometer ermöglicht.[1] Physiologisch passt sich Taraxacum officinale durch die Einlagerung von Inulin in der Wurzel an Kälteperioden an; die Konzentration dieses Reservekohlenhydrats erreicht im Herbst Spitzenwerte von 20–40 % des Trockengewichts. Als chemischen Fraßschutz produziert die Pflanze in allen Geweben einen milchigen Latex, der bittere Sesquiterpenlactone enthält.[2] Zu den natürlichen Feinden zählen Blattminierfliegen der Gattung Agromyza sowie Larven des Maikäfers (Melolontha melolontha), die das Wurzelgewebe schädigen.[1] Das Wurzelsystem geht zudem Symbiosen mit arbuskulären Mykorrhizapilzen wie Glomus mosseae ein, was die Nährstoffaufnahme und Stressresistenz verbessert.[2] Spezifische Pilzstämme wie Acremonium sp. können die Pflanze ebenfalls besiedeln und werden als potenzielle Mykoherbizide zur biologischen Bestandskontrolle erforscht.[4]

Vorkommen & Lebensraum

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet von *Taraxacum officinale* erstreckt sich über Eurasien und umfasst weite Teile Europas, das gemäßigte Asien bis nach Sibirien sowie Makaronesien und Nordwestafrika. Heute gilt die Art als Kosmopolit und ist in allen gemäßigten Regionen der Welt eingebürgert, wobei sie lediglich auf dem Kontinent Antarktis fehlt.[1] In Nordamerika wurde die Pflanze im 17. Jahrhundert von europäischen Siedlern primär als Heil- und Nahrungspflanze eingeführt, wobei erste dokumentierte Nachweise in Neuengland auf das Jahr 1672 datieren.[1] Mittlerweile ist sie in allen 50 US-Bundesstaaten, den meisten kanadischen Provinzen sowie in Teilen Mexikos fest etabliert.[1][2] Weitere bedeutende Vorkommen existieren in Südamerika, Australien, Neuseeland und dem südlichen Afrika, die oft durch Landwirtschaft und Handel begründet wurden.[1] Bevorzugte Lebensräume sind offene, sonnige Standorte mit moderater Störung, an denen die Konkurrenz durch höhere Vegetation gering ist.[4] Typische Wuchsorte umfassen Fettwiesen, Weiden, Rasenflächen, Wegränder, Ruderalflächen und landwirtschaftliche Nutzflächen.[1][4] Dichte Waldinnenbereiche und aride Wüstenregionen werden aufgrund von Licht- und Feuchtigkeitsmangel weitgehend gemieden.[1] Die Art zeigt eine hohe Toleranz gegenüber Bodenbeschaffenheiten und gedeiht auf verdichteten, nährstoffarmen oder schweren Lehmböden mit einem pH-Wert zwischen 4,0 und 8,0.[4] Ihre tiefe Pfahlwurzel ermöglicht dabei die Erschließung von Wasser- und Nährstoffreserven auch in stark anthropogen überformten Substraten. Die Vertikalverbreitung reicht vom Meeresspiegel bis in montane und subalpine Stufen von etwa 3.000 Metern Höhe, wo sie offene Hänge besiedelt. In Mitteleuropa und der DACH-Region ist *Taraxacum officinale* flächendeckend verbreitet und zählt zu den häufigsten Wildpflanzen in Siedlungsbereichen und Wirtschaftswiesen.[1] Aggregierte Beobachtungsdaten bestätigen eine besonders hohe Dichte in urbanen Räumen und entlang von Verkehrswegen, was die Anpassungsfähigkeit an menschliche Störungen unterstreicht.[2] Klimatisch ist die Pflanze frosttolerant und präferiert kühle, feuchte gemäßigte Zonen (USDA-Zonen 3 bis 10) mit einem Jahresniederschlag von über 500 mm.[1][4]

Saisonalität & Aktivität

Als ausdauernde krautige Pflanze beginnt der Aktivitätszyklus von *Taraxacum officinale* mit der Bildung einer basalen Blattrosette, die der Nährstoffspeicherung dient. Im Frühjahr induzieren zunehmende Tageslänge und steigende Temperaturen das schnelle Längenwachstum der blattlosen Blütenschäfte (Schossen). Die Hauptblütezeit erstreckt sich vom Frühling bis in den Herbst, wobei die Samenfreisetzung typischerweise direkt auf die Blüte folgt. Die Keimung der Samen erfolgt bevorzugt in feuchten, kühlen Böden bei Temperaturen zwischen 10 und 25 °C, während Wärme über 20 °C die Erfolgsrate verringert. Da kaum eine Samenruhe besteht, können die Achänen bei geeigneten Bedingungen unmittelbar nach der Ausbreitung keimen. Die Konzentration sekundärer Pflanzenstoffe unterliegt deutlichen saisonalen Schwankungen; so steigen Sesquiterpenlactone und Phenole in den Wachstumsphasen im Frühjahr und Herbst an. Zur Vorbereitung auf die Überwinterung akkumulieren die Wurzeln im Herbst hohe Mengen an Inulin (20–40 % des Trockengewichts) als Energiespeicher, während die Werte im Sommer auf 10–15 % sinken. Die Pflanze überdauert die kalte Jahreszeit mithilfe ihrer robusten Pfahlwurzel, aus der sie im nächsten Zyklus regeneriert. Jüngste Forschungen aus dem Jahr 2024 deuten zudem darauf hin, dass sich Populationen in städtischen Wärmeinseln anpassen und kürzere Vernalisationsperioden benötigen, was einer Reaktion auf mildere Winter entspricht.[1]

Voorkomen en huidige waarnemingen in Duitsland

  • Warendorf, DE-NW, Deutschland

    19.01.2026

  • Deutschland

    21.12.2025

  • Leipzig, Saxony, Deutschland

    21.12.2025

  • Obermattenbad, Gundelfingen (Breisgau), 79194 Gundelfingen, Deutschland

    20.12.2025

  • Deutschland

    19.12.2025

Daten: iNaturalist

Wetenschappelijk onderzoek en patenten

US-5753592-A Biological Toegekend

Acremonium-Mykoherbizid zur biologischen Bekämpfung von Löwenzahn

Thermo Trilogy Corporation (1996)

Relevantie: 9/10

Samenvatting

Dieses Patent beschreibt eine Methode zur biologischen Bekämpfung von Löwenzahn (Taraxacum officinale) als Unkraut. Es werden Sporen des Pilzes Acremonium sp. (Stamm ATCC 74368) als Mykoherbizid eingesetzt. Dies stellt eine spezifische und biologische Alternative zu chemischen Herbiziden dar, um die Pflanze effektiv zu eliminieren.

Bronnen & Referenties

  1. https://www.gbif.org/species/5394163
  2. https://floranorthamerica.org/Taraxacum_officinale
  3. http://floranorthamerica.org/Taraxacum_officinale
  4. https://plants.ces.ncsu.edu/plants/taraxacum-officinale/
  5. https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:254151-1/general-information
  6. https://sites.nd.edu/biomechanics-in-the-wild/2021/06/01/innovative-plant-how-does-the-dandelion-drift-its-seeds/
  7. https://thewanderingplantsman.com/allelopathy-chemical-warfare-among-plants/
  8. https://scispace.com/pdf/taraxacum-officinale-asteraceae-in-the-urban-environment-26028dkoae.pdf
  9. https://bioone.org/journals/weed-science/volume-73/issue-1/wsc.2025.10053/Effect-of-Optical-Brightener-Pigmented-Fungicide-and-Turf-Colorant-on/10.1017/wsc.2025.10053.short
  10. Literaturzusammenfassung (mit Bibliographie, siehe Primärquellenliste)