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Lindeboom Tilia platyphyllos
Snelle navigatie
Taxonomie
Rijk
Pflanzen (Plantae)
Stam
Tracheophyta (Tracheophyta)
Klas
Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Orde
Malvales (Malvales)
Familie
Malvaceae
Geslacht
Tilia
Soort
Tilia platyphyllos
Wetenschappelijke naam
Tilia platyphyllos Scop.
Geaccepteerde naam
Einleitung
*Tilia platyphyllos* ist eine laubabwerfende Baumart aus der Familie der Malvengewächse (*Malvaceae*), deren natürliches Verbreitungsgebiet von Zentral- und Südeuropa bis nach Südwestasien reicht.[1] Die Art zeichnet sich durch ihre großen, herzförmigen Blätter aus, die sie durch ihre Größe und die behaarte Unterseite von der verwandten *Tilia cordata* unterscheiden. Ökologisch fungiert der Baum als wichtige Nahrungsquelle für bestäubende Insekten und bildet zusammen mit anderen Lindenarten natürliche Hybriden wie *Tilia × europaea*.[2]
Gemeenschapsanalyse
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Laatst op 03.06.2026
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ontwikkeling door de jaren heen
Fakten (kompakt)
- Im Herbst verfärbt sich das Laub von *Tilia platyphyllos* in ein blasses Gelb. - Die Art zeigt eine Toleranz gegenüber Trockenheit, städtischer Luftverschmutzung sowie Streusalz. - In Bezug auf die Klimahärte wird der Baum in die USDA-Winterhärtezonen 3 bis 8 eingeordnet. - Junge, zarte Blätter sind essbar und können aufgrund ihres milden, schleimhaltigen Geschmacks roh in Salaten verwendet werden. - Aus dem Baumsaft lässt sich ein süßer Sirup gewinnen, während die innere Rinde Fasern liefert, die zur Herstellung von Seilen und Matten genutzt werden. - Bei der Nutzung älterer Blüten ist Vorsicht geboten, da diese potenziell narkotische Effekte haben können. - Zu den gärtnerischen Zuchtformen zählen 'Pendula' (Hängeform) und 'Rubra' (rotzweigig). - Neben Insektenbefall ist die Art anfällig für Pflanzenkrankheiten wie die Verticillium-Welke. - Ein historisches Synonym für die Art ist *Tilia grandifolia*, das 1788 von Ehrhart beschrieben wurde.[11] - Es werden aktuell fünf Unterarten anerkannt, darunter *T. platyphyllos* subsp. *cordifolia*, die sich durch beidseitig dicht behaarte Blätter auszeichnet.[11] - Weitere Unterarten sind *T. platyphyllos* subsp. *corinthiaca*, die vom Balkan bis in die Türkei vorkommt, sowie die in Ostmittel- und Südeuropa verbreitete subsp. *pseudorubra*.[11]
Name & Einordnung
Der akzeptierte wissenschaftliche Name der Art lautet *Tilia platyphyllos*, wobei die Erstbeschreibung durch den italienischen Naturforscher Giovanni Antonio Scopoli im Jahr 1771 erfolgte. Diese wurde in der zweiten Auflage seines Werkes *Flora Carniolica* veröffentlicht und basierte auf Pflanzenmaterial aus der Region Krain (Carniola) im heutigen Slowenien. Das Art-Epitheton *platyphyllos* entstammt dem Altgriechischen und setzt sich aus *platys* (breit) und *phyllon* (Blatt) zusammen, was die im Vergleich zu anderen Arten großen Blätter beschreibt.[3] Der Gattungsname *Tilia* ist lateinischen Ursprungs und sprachgeschichtlich mit dem altgriechischen *ptelēa* (Ulme) verwandt, was vermutlich auf die breite Blattform anspielt.[1] Systematisch wird die Art heute der Familie der Malvengewächse (Malvaceae) zugeordnet, nachdem phylogenetische Revisionen die ehemals eigenständige Familie Tiliaceae in diese eingegliedert haben.[3][2] Innerhalb der Gattung steht *Tilia platyphyllos* in der Sektion *Anastraea*, die sich durch das Fehlen von Sternhaaren auf der Blattunterseite auszeichnet.[3] Zu den historischen Synonymen zählt unter anderem *Tilia grandifolia* Ehrh. (1788), das heute als konspezifisch mit der Typusart betrachtet wird.[3] Es werden aktuell fünf Unterarten unterschieden, darunter die Nominatform subsp. *platyphyllos* sowie subsp. *cordifolia* und subsp. *pseudorubra*, die sich vorwiegend durch Behaarung und geographische Verbreitung differenzieren.[3] Im englischen Sprachraum ist der Baum als „large-leaved lime“ oder „bigleaf linden“ bekannt, wobei der Begriff „linden“ etymologisch mit dem Wort für Schild (*lind*) verbunden ist. Die deutsche Bezeichnung „Linde“ geht auf die protogermanische Wurzel *lendō* zurück.[1]
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Tilia platyphyllos ist ein sommergrüner Laubbaum, der Wuchshöhen von 20 bis 40 Metern und eine Kronenbreite von 10 bis 15 Metern erreicht.[1][4] Die Krone entwickelt sich breit eiförmig bis kuppelartig, wobei der Stamm meist frei von Wasserreisern bleibt.[4] Die Rinde ist bei jungen Bäumen glatt und grau, verfärbt sich jedoch im Alter dunkelgraubraun und bildet tiefe Risse aus.[1][4] Junge Zweige sind rotbraun gefärbt und weisen oft eine dichte bis leichte Behaarung auf, die im Alter abnimmt.[4] Die wechselständigen, herzförmigen Blätter sind mit 6 bis 15 cm Länge und Breite deutlich größer als bei verwandten Arten.[4][3] Die Blattoberseite ist dunkelgrün und kahl, während die Unterseite heller und weich behaart ist, insbesondere entlang der Adern und am Stiel.[1][4] Der Blattrand ist gesägt und die Blattspreite läuft in einer zugespitzten Spitze aus.[4] Ein wichtiges taxonomisches Merkmal ist das Fehlen von Sternhaaren auf der Blattunterseite, stattdessen findet sich eine einfache Behaarung.[3] Die zwittrigen, gelblich-weißen Blüten erscheinen im Frühsommer in hängenden Trugdolden aus meist 3 bis 7 Einzelblüten.[1][4] Jede Blüte misst etwa 12 bis 17 mm im Durchmesser und verströmt einen süßlichen Duft.[4] Die Früchte sind eiförmige, verholzte Nüsschen von 8 bis 12 mm Länge, die eine charakteristische Rippung auf der Schale zeigen. Sie sind graufilzig behaart und sitzen an einem zungenförmigen, flügelartigen Hochblatt, das der Windverbreitung dient.[1][4] Im Gegensatz zur Winterlinde (*Tilia cordata*) zeichnet sich *Tilia platyphyllos* durch die größeren Blätter, die behaarten Blattstiele sowie die harten, stark verholzten Früchte aus.[4][3]
Beschreibung
Tilia platyphyllos, im Deutschen als Sommerlinde bekannt, ist ein stattlicher, laubabwerfender Baum aus der Familie der Malvengewächse (*Malvaceae*), der Wuchshöhen von bis zu 40 Metern erreicht.[4][2] Im natürlichen Lebensraum bildet die Art eine breit eiförmige bis hochgewölbte Krone aus, die auf einem geraden, im Gegensatz zu Hybriden meist wasserreiserfreien Stamm ruht.[2][5] Die Rinde durchläuft eine deutliche Metamorphose von einer glatten, grauen Oberfläche bei Jungbäumen hin zu einer tief gefurchten, dunkelgrau-braunen Borke im Alter.[4] Anatomisch unterscheidet sich die Art von verwandten Linden durch das Fehlen von Sternhaaren auf der Blattunterseite; stattdessen finden sich dort einfache Haare, was sie taxonomisch der Sektion *Anastraea* zuordnet.[2][3] Die großen, herzförmigen Blätter treiben im Frühjahr früh aus und sind namensgebend für das Artepitheton *platyphyllos* (breitblättrig).[2][6] Die Art bildet zwittrige Blüten aus, die in hängenden Trugdolden zu meist drei bis sieben Einzelblüten angeordnet sind und einen intensiven Duft verströmen.[4] Um Selbstbestäubung zu vermeiden, sind diese Blüten protandrisch, wobei die männlichen Staubgefäße vor den weiblichen Narben reifen.[5] Die daraus entstehenden Früchte sind stark gerippte, verholzte Nüsschen, die an einem flügelartigen Hochblatt haften, welches als aerodynamische Anpassung die Windverbreitung (Anemochorie) über Distanzen von bis zu 200 Metern ermöglicht.[5][2] Der Lebenszyklus beginnt mit einer epigäischen Keimung, die aufgrund einer tiefen Dormanz der Samen oft erst nach einer Kälteperiode von bis zu 18 Monaten erfolgt.[2] In der Jugendphase ist der Baum anfällig für Austrocknung, entwickelt jedoch später ein tiefreichendes Wurzelsystem, das ihm eine gewisse Toleranz gegenüber Trockenperioden verleiht.[4][2] Die reproduktive Hochphase wird zwischen dem 50. und 100. Lebensjahr erreicht, wobei die Bäume ein Alter von 200 bis 400 Jahren erlangen können. Ökologisch fungiert *Tilia platyphyllos* als bedeutender Wirt für die Larvenstadien (Raupen) verschiedener Nachtfalter, darunter der Lindenschwärmer (*Mimas christina*) und der Birkenspanner (*Biston betularia*).[5] Historisch wurde die Art erstmals 1771 vom Naturforscher Giovanni Antonio Scopoli auf Basis von Material aus Krain (Slowenien) wissenschaftlich beschrieben.[3] Sie besiedelt bevorzugt basenreiche, kalkhaltige Böden in Hangwäldern und Schluchten, wo sie als schattentolerante Art oft mit Buchen und Ahornen vergesellschaftet ist.[4][1]
Verhalten
Das Fortpflanzungsverhalten von *Tilia platyphyllos* ist durch Protandrie (Vormännlichkeit) gekennzeichnet, bei der die Staubblätter vor der Verlängerung des Griffels reifen, um Selbstbestäubung zu minimieren. Die Blüten produzieren täglich zwischen 4,3 und 17,7 mg Nektar und setzen diese Sekretion selbst bei kühlen Temperaturen von 8–10 °C fort, um Bestäuber anzulocken.[5] Diese Ressource fördert intensive Interaktionen mit Insekten, wobei Honigbienen (*Apis mellifera*) und Hummeln tagsüber sowie Motten als nächtliche Vektoren fungieren.[5][2] Zur Ausbreitung nutzt der Baum eine spezielle Anpassung, bei der ein flügelartiges Hochblatt die Nüsschen durch den Wind über Distanzen von meist 100 bis 200 Metern trägt. Zusätzlich besitzen die Früchte die Fähigkeit zu schwimmen, was eine sekundäre Ausbreitung über Gewässer (Hydrochorie) ermöglicht.[5] Als physiologische Reaktion auf Hitzestress neigen die Blätter dazu, schlaff herabzuhängen.[2] Im Wurzelbereich geht *Tilia platyphyllos* Ektomykorrhiza-Symbiosen mit Pilzgattungen wie *Hebeloma* und *Russula* ein, um die Nährstoffaufnahme auf basenreichen Böden zu optimieren.[4] Der Baum interagiert trophisch mit der Lindenblattlaus (*Eucallipterus tiliae*), deren Honigtau-Ausscheidungen wiederum Ameisen und andere Insekten anziehen.[7] Samen weisen eine tiefe Dormanz auf und benötigen eine Kältestratifikation von 12 bis 15 Monaten, um die physiologische Keimruhe zu überwinden. In Kontaktzonen mit *Tilia cordata* zeigt die Art ein ausgeprägtes Hybridisierungsverhalten, das oft zu vitalen Nachkommen mit intermediären Merkmalen führt.[2]
Ökologie
In natürlichen Ökosystemen wächst *Tilia platyphyllos* bevorzugt in Laubmischwäldern auf kalkhaltigen oder basenreichen Böden in Tiefland- und Hügellagen.[2] In Klimaxwäldern vergesellschaftet sie sich häufig mit Baumarten wie *Quercus petraea*, *Fraxinus excelsior*, *Fagus sylvatica* und *Acer pseudoplatanus*.[1] Als Schlüsselart fördert der Baum die Biodiversität, indem er Lebensraum für zahlreiche Arthropodenarten bietet und in alten Exemplaren Nistmöglichkeiten für Vögel wie Spechte und Eulen bereitstellt. Die nektarreichen Blüten ziehen im Frühsommer eine Vielzahl von Bestäubern an, darunter Honigbienen (*Apis mellifera*), Hummeln (*Bombus* spp.), Schwebfliegen und Nachtfalter.[2] Ein spezifischer Interaktionspartner ist die Lindenblattlaus (*Eucallipterus tiliae*), deren Honigtau wiederum Ameisen und Vögeln als Nahrungsquelle dient.[7] Das Laub wird von diversen Schmetterlingsraupen gefressen, darunter der Birkenspanner (*Biston betularia*) und Schwärmerarten. Neben Insekten nutzen auch Wirbeltiere den Baum, wobei Hirsche die Blätter abweiden und Nagetiere wie Waldmäuse (*Apodemus sylvaticus*) oder Rötelmäuse (*Myodes glareolus*) die Nüsschen verzehren.[2] Die Gemeine Feuerwanze (*Pyrrhocoris apterus*) ernährt sich von den herabgefallenen Samen, was die Reproduktionsrate in natürlichen Beständen beeinflussen kann.[8] Im Wurzelbereich geht *Tilia platyphyllos* Ektomykorrhiza-Symbiosen mit Pilzgattungen wie *Hebeloma* und *Russula* ein, was die Nährstoffaufnahme auf basenreichen Böden verbessert. Trotz hoher Schattentoleranz leiden Keimlinge unter der Konkurrenz dichter Krautschichten, etwa durch das Waldbingelkraut (*Mercurialis perennis*), sowie unter dem Schattendruck der Rotbuche (*Fagus sylvatica*).[2]
Bedeutung, Schäden & Prävention
Tilia platyphyllos gilt primär als ökologisch wertvoller Nützling, der als bedeutende Nahrungsquelle für Bestäuber wie Honigbienen und Schmetterlinge dient und dessen Blüten für die Honigproduktion genutzt werden.[1][2] Wirtschaftlich ist das weiche Holz für Schnitzereien relevant, während Blütenaufgüsse traditionell medizinisch gegen Erkältungen, Angstzustände und als Antispasmodikum eingesetzt werden.[2] Als Wirtspflanze ist der Baum jedoch anfällig für Schädlinge wie die Lindenblattlaus (*Eucallipterus tiliae*), die durch Honigtauausscheidungen die Ansiedlung von Rußtaupilzen fördert und die Photosynthese beeinträchtigt.[7][2] Ein starker Befall führt oft zu Blattvergilbungen und vorzeitigem Welken, was besonders bei gestressten Stadtbäumen problematisch ist.[2] Strukturelle Schäden verursachen holzbohrende Insekten wie der Lindenbohrer (*Saperda vestita*), dessen Larven Galerien in Stamm und Ästen anlegen, was die Stabilität gefährdet. Befallsanzeichen sind hierbei Ausbohrlöcher von etwa 6 mm Durchmesser sowie eine Ausdünnung der Krone.[9] Zusätzlich können Larven von Motten der Gattung *Phyllonorycter* serpentinenartige Minen in den Blättern erzeugen, die bei Massenvermehrung zur Entlaubung führen.[10] Im Bereich der Pathogene stellt die *Phytophthora*-Wurzelfäule eine Gefahr auf staunassen Böden dar, erkennbar an blutenden Rindennekrosen und Welkeerscheinungen. Weitere relevante Krankheiten sind die Verticillium-Welke, die Gefäßverfärbungen verursacht, sowie der Hallimasch (*Armillaria* spp.), der Wurzelfäule auslöst.[2][4] Abiotische Schäden wie Sonnenbrand an der Rinde oder Chlorosen durch Eisenmangel auf alkalischen Böden schwächen den Baum zusätzlich. Präventive Maßnahmen umfassen die Standortwahl mit guter Bodendrainage sowie das Vermeiden von Rindenverletzungen, um Eintrittspforten für Erreger wie *Neonectria* zu minimieren. Regelmäßiges Wässern und Mulchen hilft, Trockenstress zu reduzieren, der die Anfälligkeit für Sekundärschädlinge erhöht. Im Rahmen des integrierten Pflanzenschutzes (IPM) steht die Förderung natürlicher Feinde wie Marienkäfer und Florfliegen zur Kontrolle von Blattlauspopulationen im Vordergrund.[2] Chemische Bekämpfungsmittel sollten nur sparsam bei schwerem Befall eingesetzt werden, während infizierte Äste bei Pilzbefall mechanisch bis ins gesunde Holz zurückgeschnitten werden müssen. Rechtlich ist zu beachten, dass *Tilia platyphyllos* in bestimmten Habitaten gemäß Anhang I der EU-Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie unter Schutz steht und alte Exemplare oft als Naturdenkmäler geschützt sind.[1][2]
Wirtschaftliche Bedeutung
Das Holz von *Tilia platyphyllos* ist weich, leicht und wird in der Holzverarbeitung primär für Schnitzereien, Möbelteile und Musikinstrumente wie Klaviertasten verwendet. Aufgrund der feinen Textur und Stabilität eignet es sich zudem für Furniere und Modelle. Eine erhebliche wirtschaftliche Bedeutung hat die Art in der Imkerei, da die nektarreichen Blüten die Produktion von sortenreinem Lindenhonig ermöglichen, der für sein Aroma und hohe Erträge geschätzt wird. Pharmazeutisch werden die getrockneten Blütenstände als Arzneitee gegen Erkältungen und zur Beruhigung vermarktet, wobei sie als gesundheitlich unbedenklich (GRAS) eingestuft sind. Historisch und lokal relevant ist die Nutzung des Bastes der Innenrinde zur Herstellung von Seilen, Matten und Textilien, eine Tradition, die bis in das Mesolithikum zurückreicht.[2] Im urbanen Raum verursacht der Befall durch die Lindenblattlaus (*Eucallipterus tiliae*) wirtschaftliche Folgekosten, da der ausgeschiedene Honigtau zur Verschmutzung von Fahrzeugen und Gehwegen sowie zur Ansiedlung von Rußtaupilzen führt.[7] In Nordamerika kann der Lindenbohrer (*Saperda vestita*) eingeführte Bestände schädigen, indem Larven das Holz durchtunneln und die strukturelle Integrität schwächen, was Pflegemaßnahmen notwendig macht.[9] Zusätzlich können die flachen Wurzelsysteme in städtischen Pflanzungen Gehwege anheben, was zu Schäden an der Infrastruktur und entsprechenden Instandsetzungskosten führt.[4]
Lindeboom Afbeeldingen en foto's van echte waarnemingen
9 foto'sBiologie & Lebenszyklus
Biologie & Lebenszyklus *Tilia platyphyllos* bildet zwittrige, protandrische Blüten in hängenden Trugdolden, die von Juni bis Juli blühen und reichlich Nektar für Bestäuber wie Bienen und Nachtfalter produzieren.[2][1] Da die Art selbstinkompatibel ist, ist sie für eine erfolgreiche Befruchtung auf Fremdbestäubung durch Insekten angewiesen.[5] Die Früchte entwickeln sich zu verholzten, gerippten Nüsschen mit ein bis drei Samen, die durch ein flügelartiges Hochblatt unterstützt primär durch den Wind (Anemochorie) über Distanzen von 100 bis 200 Metern verbreitet werden. Aufgrund einer tiefen Dormanz, bedingt durch die harte Fruchtwand und den Embryo, benötigen die Samen eine Kältestratifikation von 12 bis 15 Monaten bei 3–5 °C, bevor die Keimung erfolgt. Die Keimung verläuft epigäisch, wobei die Sämlinge oft erst im zweiten Frühjahr nach der Verbreitung erscheinen und im ersten Jahr empfindlich gegenüber Austrocknung sind.[2] Die Samenproduktion beginnt im Alter von 30 bis 40 Jahren, während die volle Reproduktionskapazität zwischen dem 50. und 100. Lebensjahr erreicht wird.[2] Die Bäume erreichen typischerweise ein Alter von 200 bis 400 Jahren, wobei historische Exemplare wie die Bojnice-Linde auf über 700 Jahre geschätzt werden.[2][1] Für die Nährstoffaufnahme auf den bevorzugten basenreichen Böden geht *Tilia platyphyllos* Ektomykorrhiza-Symbiosen mit Pilzgattungen wie *Hebeloma* und *Russula* ein. Die Blätter dienen als Nahrungsquelle für Raupen verschiedener Nachtfalterarten, darunter der Lindenschwärmer und der Birkenspanner (*Biston betularia*).[2] Ein spezifischer Schädling ist die Lindenblattlaus (*Eucallipterus tiliae*), die Honigtau ausscheidet und dichte Kolonien auf den Blattunterseiten bildet.[7] Am Boden werden die Samen häufig von Nagetieren sowie der Gemeinen Feuerwanze (*Pyrrhocoris apterus*) gefressen, welche an den Früchten saugt.[8][1] Zu den relevanten Krankheitserregern zählen *Phytophthora*-Arten, die Wurzelfäule verursachen, sowie Pilze der Gattung *Neonectria*, die Rindenkrebs auslösen können.[2]
Vorkommen & Lebensraum
Das natürliche Verbreitungsgebiet von *Tilia platyphyllos* umfasst Zentral- und Südeuropa und reicht im Osten bis zur Ukraine und dem westlichen Kaukasus.[1] Die nördliche Arealgrenze verläuft durch Südschweden bei etwa 58° nördlicher Breite, während die südliche Verbreitung Norditalien, den Balkan, Griechenland und Teile Spaniens einschließt.[4] In Mitteleuropa, insbesondere in Deutschland, Frankreich und den Alpenregionen, ist vorwiegend die Unterart *T. platyphyllos* subsp. *platyphyllos* heimisch, wobei die Vorkommen im nördlichen Mitteleuropa oft lückenhaft sind.[3] Pollenanalysen belegen, dass die Art bereits vor etwa 8800 Jahren in Großbritannien präsent war und vor der landwirtschaftlichen Expansion vor 5000 bis 7000 Jahren in den Alpen weit verbreitet war.[1] Die Sommerlinde bevorzugt basenreiche, neutrale bis alkalische Böden mit einem pH-Wert von 6,0 bis 7,4, wie etwa gut durchlässige Lehme, Rendzinen oder Braunerden über Kalkstein. Sie benötigt Standorte mit Jahresniederschlägen über 600 mm und reagiert empfindlich auf Staunässe sowie saure Substrate unter pH 5,6.[2] Als schattentolerante Baumart besiedelt sie typischerweise Schluchtwälder, Hangfüße und Auenbereiche, oft in Gesellschaft von *Fraxinus excelsior*, *Fagus sylvatica* und *Acer pseudoplatanus*. Ökologisch bedeutsam ist ihr Vorkommen in den europarechtlich geschützten Tilio-Acerion-Wäldern auf Hangschutt und in Schluchten.[1] Die vertikale Verbreitung erstreckt sich vom Tiefland bis in die montane Stufe, wobei sie in den Alpen Höhen bis zu 1500 Metern erreicht, jedoch unterhalb von 700 Metern häufiger anzutreffen ist.[2] Außerhalb ihres natürlichen Areals wurde *Tilia platyphyllos* als Ziergehölz nach Nordamerika eingeführt, wo sie im Nordosten der USA, etwa in Connecticut und Maine, stellenweise verwildert ist.[1] In urbanen Räumen wird die Art häufig in Parks und Alleen gepflanzt, da sie toleranter gegenüber städtischen Belastungen ist, wenngleich sie empfindlich auf Bodenverdichtung reagiert.[4] Aktuelle Beobachtungsdaten zeigen stabile Populationen in den Kerngebieten wie dem Balkan, während Bestände in Westeuropa durch historische Habitatfragmentierung oft auf Reliktstandorte in alten Wäldern beschränkt sind.[2]
Saisonalität & Aktivität
Die phänologische Aktivität von *Tilia platyphyllos* ist durch eine Blütezeit im späten Frühjahr bis Frühsommer gekennzeichnet, die sich primär auf die Monate Juni und Juli konzentriert.[2][1] Während dieser Phase produzieren die Blüten reichlich Nektar, wobei die Sekretion bemerkenswerterweise selbst bei kühlen Tageshöchsttemperaturen von 8 bis 10 °C anhält. Die Bestäubung erfolgt sowohl durch tagaktive Insekten wie Bienen und Schmetterlinge als auch durch nachtaktive Falter. Nach der Befruchtung reifen die Früchte (Nüsschen) im Herbst zwischen September und Oktober heran. Die Samen unterliegen einer tiefen Dormanz und benötigen eine Kältestratifikation von 12 bis 15 Monaten, weshalb die Keimung in der Regel erst im zweiten Frühjahr nach der Ausbreitung erfolgt. Auch die assoziierte Fauna folgt saisonalen Mustern: Die Lindenblattlaus (*Eucallipterus tiliae*) bildet mehrere Generationen pro Jahr, erreicht im Sommer ihre maximale Dichte und legt im Herbst überwinternde Eier ab. Adulte Exemplare des Lindenbohrers (*Saperda vestita*) schlüpfen im Frühjahr zur Eiablage, während die Gemeine Feuerwanze (*Pyrrhocoris apterus*) als Imago überwintert und im Frühjahr aktiv wird.[2] Das öffentliche Interesse an der Art korreliert mit der Vegetationsperiode und verzeichnet in den Monaten Mai und Juni deutliche Spitzenwerte.[3]
Bronnen & Referenties
- https://plants.ces.ncsu.edu/plants/tilia-platyphyllos/
- https://www.woodlandtrust.org.uk/trees-woods-and-wildlife/british-trees/a-z-of-british-trees/large-leaved-lime/
- https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:332109-2
- https://temperate.theferns.info/plant/Tilia+platyphyllos
- https://besjournals.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/1365-2745.13490
- https://www.loebclassics.com/view/pliny_elder-natural_history/1938/pb_LCL352.93.xml
- https://pnwhandbooks.org/insect/hort/landscape/hosts-pests-landscape-plants/linden-tilia-aphid
- http://www.eje.cz/pdfs/eje/2011/04/11.pdf
- https://barron.extension.wisc.edu/files/2023/02/Linden-Borer.pdf
- http://www.leafmines.co.uk/html/Plants/tilia.htm
- Literaturzusammenfassung (mit Bibliographie, siehe Primärquellenliste)