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Lexicon-vermelding

Driemaster bloem Tradescantia pallida

Driemaster bloem

Taxonomie

Rijk Pflanzen (Plantae)
Stam Tracheophyta (Tracheophyta)
Klas Liliopsida (Liliopsida)
Orde Commelinales (Commelinales)
Familie Commelinaceae
Geslacht Tradescantia
Soort Tradescantia pallida
Wetenschappelijke naam Tradescantia pallida (Rose) D.R.Hunt
Geaccepteerde naam

Einleitung

*Tradescantia pallida* ist eine ausdauernde krautige Pflanze aus der Familie der Commelinagewächse (Commelinaceae), deren natürliches Verbreitungsgebiet sich entlang der Golfküste Mexikos von Tamaulipas bis Yucatán erstreckt.[1][2] Die Art, die taxonomisch früher als *Setcreasea pallida* oder *Setcreasea purpurea* eingeordnet wurde, ist für ihr charakteristisches, dunkelviolettes Laub bekannt und wird im Englischen oft als „Purple Heart“ bezeichnet.[2][3] Während sie weltweit als Zierpflanze kultiviert wird, gilt sie in einigen tropischen Regionen wie Puerto Rico, Kuba und Teilen Australiens als invasive Spezies, die durch dichten Wuchs heimische Vegetation verdrängen kann.[3][4]

Gemeenschapsanalyse

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Laatst op 27.04.2026
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Fakten (kompakt)

- Der Gattungsname *Tradescantia* ehrt John Tradescant den Älteren (ca. 1570–1638), einen englischen Gärtner und Naturforscher im Dienste von König Karl I., der viele Pflanzenarten nach Europa einführte. - Das Art-Epitheton *pallida* leitet sich vom lateinischen Wort für „blass“ ab und bezieht sich auf die hellviolette Färbung der Blüten. - Das Holotypus-Exemplar, auf dem die Erstbeschreibung basiert, wird unter der Identifikationsnummer US 572818 verwahrt. - Wissenschaftliche Studien deuten darauf hin, dass Extrakte der Pflanze antioxidative, antimikrobielle und antidiabetische Wirkungen besitzen. - In ihrem Heimatland Mexiko wird die Art traditionell in der Volksmedizin genutzt. - Die Blüten verfügen über auffällige gelbe Staubblätter, die einen Kontrast zu den drei Kronblättern bilden. - Systematisch wird *Tradescantia pallida* der Klasse der Liliopsida und der Ordnung der Commelinales zugeordnet. - Neben Trockenheit tolerieren etablierte Pflanzen auch salzhaltige Bedingungen. - Um ein buschigeres Wachstum zu fördern, wird im Gartenbau das Entspitzen der Triebe (Pinching) praktiziert. - Das Synonym *Setcreasea purpurea* Boom wird taxonomisch oft als eine Kultivar-Form der Art behandelt.[8]

Name & Einordnung

Der akzeptierte wissenschaftliche Name der Art lautet *Tradescantia pallida* (Rose) D.R.Hunt.[1][3] Die Erstbeschreibung erfolgte ursprünglich im Jahr 1911 durch Joseph Nelson Rose unter dem Basionym *Setcreasea pallida*. Diese Veröffentlichung in den „Contributions from the United States National Herbarium“ basierte auf einem Typusexemplar, das Edward Palmer 1907 in der Nähe von Ciudad Victoria im mexikanischen Bundesstaat Tamaulipas gesammelt hatte.[3] Im Jahr 1975 transferierte der Botaniker David R. Hunt die Spezies im „Kew Bulletin“ in die Gattung *Tradescantia*, da phylogenetische und morphologische Untersuchungen eine engere Verwandtschaft innerhalb dieser Gruppe nahelegten. Ein relevantes Synonym ist *Setcreasea purpurea* Boom, wobei dieser Name häufig spezifisch für Kultivare verwendet wurde.[3] Der Gattungsname *Tradescantia* ehrt den englischen Gärtner und Naturforscher John Tradescant den Älteren (ca. 1570–1638). Das Artepitheton *pallida* leitet sich vom lateinischen Wort für „blass“ ab und bezieht sich auf die hellviolette Färbung der Blüten. Im deutschsprachigen Raum wird die Pflanze meist als Dreimasterblume oder Tradeskantie bezeichnet. International sind englische Trivialnamen wie „Purple Heart“ oder „Purple Queen“ geläufig.[3] Systematisch gehört die Art zur Familie der Commelinagewächse (Commelinaceae).[1][3]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

*Tradescantia pallida* wächst als ausdauernde, krautige Pflanze mit einem kriechenden bis aufsteigenden Habitus.[6][5] Adulte Exemplare erreichen Wuchshöhen von etwa 30 cm, wobei die Triebe bis zu 46 cm lang werden und dichte Matten bilden können.[5][3] Die fleischigen, dicken Stängel sind brüchig und weisen eine charakteristische violett-purpurne Färbung auf.[6][5] Sie sind leicht behaart und bewurzeln an den Knoten, sobald diese Bodenkontakt haben, was die vegetative Ausbreitung begünstigt.[5] Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind lanzettlich bis schmal-länglich geformt und messen 7,5 bis 18 cm in der Länge.[5][2] Ein typisches Bestimmungsmerkmal ist der V-förmige Querschnitt der Blattspreite, die den Stängel an der Basis scheidenartig umschließt.[5] Die Färbung der Blätter variiert lichtabhängig von tiefem Purpur an sonnigen Standorten bis zu Purpurgrün im Schatten.[3] Die Blattränder sind spitz zulaufend und oft ebenso wie die Blattscheiden mit feinen, blassen Haaren besetzt.[6][5] Die radiärsymmetrischen Blüten stehen in kleinen endständigen Büscheln und werden von kahnförmigen Hochblättern getragen.[5][2] Jede Blüte besitzt drei eiförmige Kronblätter, deren Farbe von blassrosa bis hellviolett reicht und einen Durchmesser von 1,3 bis 2,5 cm erreicht.[5][3] Im Zentrum der Blüte befinden sich leuchtend gelbe Staubblätter, die einen deutlichen Kontrast zu den Petalen bilden.[6] Der Blütenstand besteht aus sitzenden Wickeln, die paarweise angeordnet sind.[5] Früchte entwickeln sich aufgrund von Selbstinkompatibilität und Sterilität selten; es handelt sich dabei um etwa 3,5 mm lange, glatte Kapseln.[3] Sorten wie 'Purpurea' zeichnen sich durch eine besonders intensive violette Färbung aus, während 'Variegata' rosa-rote Streifen aufweist.[3][2]

Beschreibung

Tradescantia pallida ist eine ausdauernde, krautige Pflanze aus der Familie der Commelinaceae, die sich durch ihren kriechenden Wuchs und ihre sukkulenten Eigenschaften auszeichnet.[6][5] In ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet entlang der mexikanischen Golfküste besiedelt die Art vorwiegend Kalksteinfelsen und den Unterwuchs tropischer Laubwälder.[3] Die fleischigen Stängel wachsen zunächst aufrecht, werden im Alter jedoch niederliegend und bewurzeln an den Knoten, wodurch die Pflanze dichte Matten bildet.[2][3] Diese Sukkulenz stellt eine anatomische Anpassung an das saisonal trockene tropische Biom dar, indem sie Feuchtigkeit in den Blättern und Stängeln speichert, um Trockenperioden zu überdauern. Ein charakteristisches Merkmal ist die tiefe Violettfärbung des Laubes durch Anthocyane, die bei hoher Sonneneinstrahlung intensiviert wird, während beschattete Exemplare oft vergrünen.[3] Auf mikroskopischer Ebene enthalten die Gewebe Calciumoxalatkristalle in Form von Raphiden, die als Fraßschutz gegen Herbivoren dienen und bei Kontakt mechanische Reizungen auslösen.[2][3] Zudem fungiert die Art als Bioindikator, da sie Schwermetalle wie Cadmium und Blei in ihren Blättern akkumulieren kann, ohne selbst starke Toxizitätssymptome zu zeigen.[5][3] Die Fortpflanzung erfolgt überwiegend vegetativ, da die sexuelle Reproduktion durch Samen aufgrund von Selbstinkompatibilität und häufiger Sterilität selten ist.[3] Die Blütenstände bestehen aus sitzenden Wickeln, die in bifazial verschmolzenen Paaren angeordnet sind, was eine evolutionäre Kondensation der Blütenstruktur innerhalb der Tradescantia-Verwandtschaft darstellt.[1] Historisch wurde die Art 1911 von Joseph Nelson Rose zunächst als Setcreasea pallida beschrieben, bevor sie 1975 aufgrund morphologischer und phylogenetischer Merkmale in die Gattung Tradescantia überführt wurde.[5][3] Im Vergleich zu verwandten Arten zeichnet sich *T. pallida* durch den V-förmigen Querschnitt der lanzettlichen Blätter sowie die oft sterile Natur der kultivierten Formen aus.[3][2] Die kurzlebigen Blüten öffnen sich typischerweise nur für einen einzigen Tag am Morgen, ein Phänomen, das für viele Commelinengewächse typisch ist.[3]

Verhalten

Das Wachstumsverhalten von *Tradescantia pallida* ist durch kriechende Triebe gekennzeichnet, die zunächst aufrecht stehen, im Alter jedoch niederliegen und an den Knoten Wurzeln schlagen, um sich vegetativ auszubreiten.[6][3] Ein ausgeprägter tagesperiodischer Rhythmus zeigt sich in der Blütezeit, da sich die Blütenstände spezifisch am Morgen öffnen und bereits nach einem Tag wieder verwelken.[3][2] Die Pflanze reagiert physiologisch stark auf Lichtintensität, indem sie bei voller Sonneneinstrahlung eine intensive violette Färbung entwickelt, während sich die Blätter im Schatten grün verfärben.[5][6] Als passives Abwehrverhalten gegen Fressfeinde lagert die Art Calciumoxalatkristalle (Raphiden) in ihr Gewebe ein, die bei Kontakt oder Verzehr mechanische und chemische Reizungen auslösen.[2][3] Zusätzlich beeinflussen wässrige Extrakte der Pflanze das Verhalten von Insekten, indem sie beispielsweise die Eiablage der Kohlmotte (*Plutella xylostella*) hemmen und als Repellent wirken.[3] In eingeführten Verbreitungsgebieten zeigt *Tradescantia pallida* ein aggressives Ausbreitungsverhalten, bei dem sie durch dichte Mattenbildung heimische Vegetation verdrängt und das Unterholz dominiert.[3][4] Zur Sicherung der Fortpflanzung interagiert die Art trotz häufiger Selbstinkompatibilität mit generalistischen Bestäubern wie Bienen und Schmetterlingen. Eine physiologische Anpassung an belastete Standorte ist die Fähigkeit zur Bioakkumulation, bei der Schwermetalle aus der Umwelt im Gewebe eingelagert werden, ohne dass die Pflanze abstirbt.[3]

Ökologie

In ihrem nativen Verbreitungsgebiet besiedelt *Tradescantia pallida* bevorzugt tropische Laubwälder, Kalksteinaufschlüsse und felsige Hänge, wobei sie gut drainierte Substrate in Höhenlagen von 50 bis 1.500 Metern präferiert. Die Art ist an das saisonal trockene tropische Biom angepasst und überdauert als Sukkulente periodische Trockenphasen durch Wasserspeicherung in Stängeln und Blättern. Ökologisch fungiert sie als Bodendecker, der durch seinen kriechenden Wuchs und die Bewurzelung an den Nodien zur Stabilisierung von Hängen und zur Erosionsvermeidung beiträgt. Die Bestäubung der kurzlebigen Blüten erfolgt primär durch Bienen und Schmetterlinge, wenngleich die sexuelle Reproduktion aufgrund von Selbstinkompatibilität und seltener Samenbildung gegenüber der vegetativen Vermehrung eine untergeordnete Rolle spielt. Zu den natürlichen Feinden zählen Insekten wie Raupen, Blattläuse und Schnecken, während die Pflanze für kleine Säugetiere wie Kaninchen meist unattraktiv ist. Studien deuten auf chemische Abwehrmechanismen hin, da wässrige Extrakte der Pflanze eine abschreckende Wirkung auf die Eiablage und den Fraß der Kohlmotte (*Plutella xylostella*) zeigen.[3] In eingeführten Gebieten kann *Tradescantia pallida* durch aggressive vegetative Ausbreitung dichte Matten bilden, die heimische Pflanzenarten verdrängen und die Zusammensetzung des Unterwuchses verändern.[3][4] Zudem besetzt die Pflanze eine ökologische Nische als Bioakkumulator, der Schwermetalle wie Cadmium, Blei und Chrom aus belasteten Böden und der Luft aufnimmt, ohne selbst starke Toxizitätssymptome zu zeigen.[3]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Tradescantia pallida wird primär als Zierpflanze genutzt, gilt jedoch in Regionen wie Kuba, Puerto Rico und Teilen Australiens als invasives Unkraut, das einheimische Vegetation durch dichte Mattenbildung verdrängt.[3][5][4] Diese aggressive vegetative Ausbreitung verändert die Zusammensetzung des Unterwuchses und reduziert die Biodiversität in betroffenen Ökosystemen.[3] Die Pflanze ist für Menschen und Haustiere schwach giftig, da sie Calciumoxalat-Kristalle enthält, die als mechanische Reizstoffe wirken.[3][2] Hautkontakt mit dem Pflanzensaft kann eine Kontaktdermatitis mit Rötungen und Juckreiz auslösen, während der Verzehr zu Reizungen im Mundraum und gastrointestinalen Beschwerden wie Erbrechen führt. Zur Prävention von Hautreizungen sollten bei Pflegemaßnahmen oder der Entfernung stets Schutzhandschuhe getragen werden. Schnittgut darf nicht auf dem Kompost entsorgt werden, sondern sollte in versiegelten Plastiksäcken solarisiert oder über den Hausmüll beseitigt werden, um eine ungewollte vegetative Vermehrung zu verhindern.[2] Im Zieranbau treten gelegentlich Schädlinge wie Blattläuse, Spinnmilben, Schildläuse oder Wollläuse auf, die zu deformiertem Wuchs führen können.[2][3] Ein Befall lässt sich physikalisch oder durch den Einsatz von insektiziden Seifen und Neemöl bekämpfen.[3] Abseits des Schadpotenzials dient die Art als Bioindikator, da sie auf Luftverschmutzung und Schwermetalle mit messbaren chromosomalen Schäden reagiert.[3][6] Zudem wird sie in der Phytoremediation eingesetzt, um Böden von Schwermetallen wie Cadmium und Blei zu reinigen oder flüchtige organische Verbindungen aus der Innenraumluft zu filtern.[3][7]

Wirtschaftliche Bedeutung

Die primäre wirtschaftliche Bedeutung von *Tradescantia pallida* liegt im globalen Zierpflanzenhandel, wo sie aufgrund ihrer Blattfärbung weltweit als Bodendecker und Zimmerpflanze vermarktet wird.[6][5] In Regionen wie Kuba, Puerto Rico, den Amerikanischen Jungferninseln und Teilen Australiens wird die Art jedoch als invasives Unkraut eingestuft, das durch dichte Mattenbildung native Vegetation verdrängt und ökologische Kosten in Forst- und Küstengebieten verursacht.[3][4] Obwohl sie in Florida als aggressiv gilt, wird sie dort derzeit nicht als problematisches invasives Taxon geführt, erfordert jedoch Managementmaßnahmen zur Eindämmung der vegetativen Ausbreitung.[4] Ein technischer Nutzen besteht in der Phytoremediation, da die Pflanze Schwermetalle wie Cadmium, Blei, Nickel und Chrom effizient aus kontaminierten Böden und Abwässern entfernt.[3] In Pflanzenkläranlagen konnten Reinigungsraten von 97–98 % für Chrom(VI) erzielt werden, was ein Potenzial für die industrielle Abwasserbehandlung aufzeigt.[7] Zusätzlich dient die Spezies als kostengünstiger Bioindikator zur Überwachung von Luftverschmutzung und akkumuliert flüchtige organische Verbindungen (VOCs) wie Benzol, Toluol und Xylol in Innenräumen.[3][6] Für die Lebensmittelindustrie sind die aus den Blättern extrahierten Anthocyane von Interesse, da sie als natürliche Farbstoffe eine höhere thermische Stabilität in Getränken aufweisen als vergleichbare Extrakte aus Rotkohl.[3][7] Landwirtschaftliche Studien zeigen zudem, dass wässrige Extrakte der Pflanze abschreckend auf die Kohlmotte (*Plutella xylostella*) wirken und Fraßschäden sowie die Eiablage signifikant reduzieren können.[5]

Biologie & Lebenszyklus

Tradescantia pallida ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die sich durch einen kriechenden Wuchs und sukkulente Stängel auszeichnet.[3] Der Lebenszyklus ist in tropischen Habitaten immergrün, während die Pflanze in kühleren Regionen (unter 10 °C) eine Ruhephase einlegt, bei der oberirdische Teile absterben und im Frühjahr aus den Wurzeln neu austreiben.[5][2] Die Fortpflanzung erfolgt überwiegend vegetativ und asexuell, da die Stängel an den Knoten bei Bodenkontakt leicht Wurzeln schlagen und so eine rasche klonale Ausbreitung ermöglichen.[3] Die sexuelle Reproduktion spielt eine untergeordnete Rolle; die kleinen Blüten öffnen sich nur morgens und verblühen bereits nach einem einzigen Tag.[6] Bestäuber wie Bienen und Schmetterlinge besuchen die von Hochsommer bis Herbst erscheinenden Blüten.[3] Aufgrund von Selbstinkompatibilität und häufiger Sterilität, insbesondere bei der Sorte 'Purpurea', entwickeln sich nur selten lebensfähige Früchte in Form kleiner Kapseln.[3][5] Physiologisch ist die Pflanze an hohe Lichtintensitäten angepasst, wobei volle Sonneneinstrahlung die violette Färbung der Blätter durch Anthocyane intensiviert, während Schatten zu einer Vergrünung führt. Als Anpassung an saisonal trockene Habitate speichern die sukkulenten Blätter und Stängel Feuchtigkeit, was eine hohe Trockentoleranz gewährleistet.[3] T. pallida gedeiht bevorzugt auf kalkhaltigen Böden und Felsvorsprüngen und zeigt eine hohe Toleranz gegenüber nährstoffarmen Substraten. Eine physiologische Besonderheit ist die Fähigkeit zur Bioakkumulation von Schwermetallen wie Cadmium und Blei, ohne dass die Pflanze signifikante Toxizitätssymptome zeigt. Zu den natürlichen Feinden zählen Insekten wie Blattläuse, Spinnmilben und Schildläuse sowie Fraßschädlinge wie Raupen und Schnecken. Wässrige Extrakte der Pflanze zeigten im Labor jedoch abwehrende Wirkungen auf die Eiablage und Larvenfütterung bestimmter Schädlinge wie der Kohlmotte (*Plutella xylostella*).[3] Gegenüber Säugetieren wirkt die Pflanze aufgrund enthaltener Calciumoxalat-Kristalle (Raphiden) meist irritierend und wird daher oft gemieden.[2] In den Blättern wurden zudem endophytische Pilze nachgewiesen, die in Assoziation mit der Pflanze leben und potenziell gegen multiresistente Bakterien wirken.[5]

Vorkommen & Lebensraum

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet von *Tradescantia pallida* liegt in der Golfküstenregion im östlichen Mexiko und erstreckt sich von Tamaulipas bis zur Halbinsel Yucatán.[1][3] In diesem Areal besiedelt die Art vorwiegend tropische Laubwälder sowie Küstenwälder mit Ufervegetation. Sie bevorzugt kalkhaltige Untergründe und wächst typischerweise auf Kalksteinfelsen, an steinigen Hängen sowie im schattigen Unterholz. Die vertikale Verbreitung reicht von 50 Metern bis in Höhenlagen von etwa 1.500 Metern, wobei der Schwerpunkt oft zwischen 250 und 700 Metern liegt. Diese Habitate sind dem saisonal trockenen tropischen Biom zugeordnet, das durch ausgeprägte Trockenzeiten und feuchte Sommer geprägt ist. Nach der wissenschaftlichen Erstbeschreibung im Jahr 1911 gelangte die Pflanze über botanische Gärten und den Zierpflanzenhandel in weltweite Verbreitung.[3] Heute ist die Art in zahlreichen tropischen und subtropischen Gebieten etabliert, darunter in Teilen Südamerikas, Afrikas, Asiens und Australiens.[1][3] In den Vereinigten Staaten kommt sie in den Südstaaten wie Florida, Texas und Louisiana sowie auf karibischen Inseln wie Puerto Rico vor.[2] In Europa sind verwilderte Vorkommen in wärmebegünstigten Regionen wie Italien, Spanien und auf Madeira dokumentiert. In kühleren Klimazonen wie Mitteleuropa ist *Tradescantia pallida* aufgrund ihrer Kälteempfindlichkeit unter 10 °C nicht winterhart und tritt in Siedlungsbereichen primär als kultivierte Zierpflanze in Erscheinung. In den eingeführten Gebieten neigt die Pflanze zur Naturalisierung an gestörten Standorten, etwa an Straßenrändern oder in Uferzonen.[3] Aufgrund ihrer starken vegetativen Ausbreitung gilt sie in Regionen wie Kuba, den US-Jungferninseln und Teilen Australiens als invasive Art, die heimische Vegetation verdrängen kann.[3][2]

Saisonalität & Aktivität

Tradescantia pallida ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die in ihrem natürlichen Habitat sowie in den USDA-Klimazonen 10 bis 11 ganzjährig immergrün wächst.[3][2] In kühleren Regionen verhält sie sich als wurzelharte Staude, deren oberirdische Pflanzenteile bei Frost absterben, während der Wurzelstock im Boden überdauert und im Frühjahr neu austreibt.[3] Die primäre Aktivitäts- und Wachstumsphase erstreckt sich vom Frühling bis in den Herbst, wobei die Pflanze Temperaturen zwischen 15 und 27 °C bevorzugt.[5] Unterhalb von 10 °C stellt sie das Wachstum weitgehend ein und tritt in eine Ruhephase ein, die eine reduzierte Wasserzufuhr erfordert. Die Blütezeit konzentriert sich auf den Hochsommer und dauert bis zum Herbst an, wobei die Blütenbildung sporadisch auch zu anderen Zeiten erfolgen kann. Ein spezifisches Merkmal der Blütenbiologie ist die kurze Öffnungszeit: Die Blüten öffnen sich ausschließlich am Morgen und verblühen bereits nach einem einzigen Tag.[3] Die Ausprägung der charakteristischen violetten Blattfärbung ist lichtabhängig und intensiviert sich bei voller Sonneneinstrahlung, während Schattenstandorte zu einer Vergrünung führen.[2] Parallel zur Hauptwachstumsphase ist ein Anstieg des öffentlichen Interesses in den Monaten Mai und Juni zu verzeichnen, während die Aufmerksamkeit in den Wintermonaten Dezember und Januar abnimmt.[3]

Voorkomen en huidige waarnemingen in Duitsland

  • Düsseldorf

    29.08.2026

  • Münster, Nordrhein-Westfalen, Deutschland

    10.08.2024

Daten: iNaturalist

Bronnen & Referenties

  1. https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:256037-2
  2. https://plants.usda.gov/plant-profile/TRPA10
  3. https://www.worldfloraonline.org/taxon/wfo-0000589312
  4. https://assessment.ifas.ufl.edu/assessments/tradescantia-pallida/
  5. https://hort.extension.wisc.edu/articles/purple-heart-tradescantia-pallida/
  6. https://www.uaex.uada.edu/yard-garden/resource-library/plant-week/Tradescantia-pallida-Purple-Heart-10-21-2016.aspx
  7. https://doi.org/10.1016/j.ibiod.2016.10.003
  8. Literaturzusammenfassung: Tradescantia pallida