Das Ofenfischchen (*Lepismodes inquilinus*, auch *Thermobia domestica*) ist ein flugunfähiges Urinsekt, das als Lästling eingeordnet wird. Äußerlich ähnelt es dem [Silberfischchen](/pages/lexikon/silberfischchen), besiedelt jedoch bevorzugt warme, dunkle Orte in feuchten Wohnungen. Schäden verursacht die Art durch [Schabe](/pages/lexikon/deutsche-schabe)- und Lochfraß an stärkehaltigen Materialien wie Papier, Kleister oder Lebensmitteln.[1]
Fakten (kompakt)
- *Lepismodes inquilinus* ist ein Synonym für *Thermobia domestica*. - *Thermobia domestica* gehört zur Ordnung Zygentoma. - Zygentoma sind im Deutschen als Fischchen bekannt. - *Thermobia domestica* ist in der Familie Lepismatidae ([Silberfischchen](/pages/lexikon/silberfischchen)). - Die Familie Lepismatidae gehört zur Klasse der [Insekten](/pages/lexikon/insekten) (Insecta). - Insekten (Insecta) gehören zum Stamm der Gliederfüßer (Arthropoda). - Gliederfüßer (Arthropoda) gehören zum Reich der Tiere (Animalia). - Der deutsche Name für die Gattung *Thermobia* ist Ofenfischchen.[2]
Name & Einordnung
Das Ofenfischchen ist unter dem wissenschaftlichen Namen *Lepismodes inquilinus* bekannt, der auf die Erstbeschreibung durch Newman im Jahr 1863 zurückgeht. Dieser Name wird taxonomisch als Synonym für die heute akzeptierte Artbezeichnung *Thermobia domestica* geführt.[2] In der Fachliteratur zur Schädlingsbekämpfung werden beide Namen teils parallel verwendet; so findet sich die Artbezeichnung *Lepismodes inquilinus* in Überschriften, während zugehörige Abbildungen als *Thermobia domestica* ausgewiesen sind.[1] Systematisch gehört die Art zur Familie der Lepismatidae ([Silberfischchen](/pages/lexikon/silberfischchen)) innerhalb der Ordnung Zygentoma.[2] Das Ofenfischchen wird als Lästling eingestuft und weist im Aussehen Ähnlichkeiten zu den Silberfischchen auf.[1]
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Das Ofenfischchen (*Lepismodes inquilinus*, bildlich auch als *Thermobia domestica* zugeordnet) gleicht im Aussehen dem [Silberfischchen](/pages/lexikon/silberfischchen). Der Körperbau ist vorne breit und läuft nach hinten spitz zu. Geschlechtstiere erreichen eine Körperlänge von bis zu 13 mm. Die Grundfärbung ist gefleckt oder gebändert, wobei die Unterseite gelblich ist. Die dünnen Antennen sind sehr lang und messen das Doppelte der Körperlänge. Am Hinterende befinden sich drei lange Schwanzfäden, die mindestens so lang wie der Körper sind. Die beiden seitlichen Schwanzfäden stehen dabei senkrecht zur Körperachse. Als Urinsekt ist die Art flugunfähig.[1] Die ovalen Eier sind weiß und ca. 1 mm lang. Larven im Stadium L–L1 sind 1,8 bis 2 mm groß. Die Larven sind weiß gefärbt und tragen keine Schuppen.[1]
Bedeutung, Schäden & Prävention
Das Ofenfischchen (*Lepismodes inquilinus*) wird fachlich als Lästling klassifiziert. Eine medizinische Relevanz durch Krankheitsübertragung liegt bei dieser Art nicht vor. Die Tiere besiedeln vorzugsweise feuchte Wohnungen und suchen dort dunkle, warme Orte auf. Da für die Entwicklung Temperaturen von über 30 °C oder zumindest zeitweise 32 bis 40 °C notwendig sind, ist eine Überwinterung nur in sehr warmen Räumen möglich. Das optimale Wachstum findet bei 37 bis 41 °C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 80 bis 90 % statt. Potenzielle Schäden entstehen durch den Fraß an stärke- und zuckerhaltigen Vorräten wie Mehl, Grieß und Haferflocken. Darüber hinaus werden eingetrockneter Mehlkleister und tierischer Leim verzehrt, was dem Verhalten von [Silberfischchen](/pages/lexikon/silberfischchen) ähnelt. An Materialien verursacht *Lepismodes inquilinus* unterschiedliche Fraßbilder. An dickeren Gegenständen wie Bucheinbänden entsteht Schabefraß, während an Tapeten, Papier, Pappe und gestärkten Textilien Lochfraß auftritt.[1]
Ofenfischchen Bilder und Fotos von echten Sichtungen
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Biologie & Lebenszyklus
Das Ofenfischchen (*Lepismodes inquilinus*, in der Literatur auch als *Thermobia domestica* bezeichnet) ist ein flugunfähiges, nachtaktives Urinsekt.[1][2][3] Adulte Tiere erreichen eine Körperlänge von bis zu 13 mm und ähneln im Aussehen den [Silberfischchen](/pages/lexikon/silberfischchen).[2] Der Körper ist vorne breit und läuft nach hinten spitz zu, wobei das Hinterende drei lange Schwanzfäden aufweist, die mindestens die Körperlänge erreichen. Die beiden seitlichen Schwanzfäden stehen senkrecht zur Körperachse, während die dünnen Antennen zweimal so lang wie der Körper sind. Die Färbung der Tiere ist gefleckt oder gebändert, mit einer gelblichen Unterseite.[3] Die Eiablage erfolgt einzeln in Spalten und Ritzen, wobei ein Weibchen durchschnittlich 70 (maximal 200) ovale, weiße Eier von ca. 1 mm Größe legt. Die Larven (L–L1) sind zunächst 1,8 bis 2 mm groß, weiß und schuppenlos. Die Entwicklung ist stark temperaturabhängig und erfordert Temperaturen über 30 °C oder mindestens 12 Stunden bei 32–40 °C. Die Embryonalentwicklung dauert 77 Tage bei 25 °C, verkürzt sich auf 14 Tage bei 35–40 °C und beträgt nur 9 Tage bei 44 °C. Optimale Entwicklungsbedingungen liegen bei 37–41 °C und 80–90 % relativer Luftfeuchtigkeit. Bis zur Geschlechtsreife erfolgen 6 bis 7 Häutungen; auch Geschlechtstiere häuten sich weiterhin alle 2 bis 3 Wochen (insgesamt bis zu 40 Mal).[3] Die Lebensdauer der Adulten beträgt bei 32 °C etwa 2 bis 2,5 Jahre und sinkt bei 37 °C auf 1 bis 1,5 Jahre. Eine Überwinterung ist nur in sehr warmen Räumen möglich. Als Nahrung dienen stärke- und zuckerhaltige Stoffe wie Mehl, Grieß, Haferflocken, eingetrockneter Mehlkleister oder tierischer Leim. Das Fraßbild zeigt Schabefraß an dickeren Gegenständen wie Bucheinbänden sowie Lochfraß an Tapeten, Papier, Pappe und gestärkten Textilien.[4] Adulte Tiere besitzen eine Hungerfähigkeit von bis zu 10 Monaten.[3]
Vorkommen & Lebensraum
Das Ofenfischchen (*Lepismodes inquilinus*, syn. *Thermobia domestica*) ist ein flugunfähiges Urinsekt, das in menschlichen Behausungen als Lästling auftritt. Der bevorzugte Lebensraum umfasst feuchte Wohnungen, in denen die Tiere gezielt dunkle und warme Orte aufsuchen. Das Vorkommen ist stark von der Umgebungstemperatur abhängig, da eine Überwinterung nur in sehr warmen Räumen möglich ist. Für eine optimale Entwicklung sind hohe Temperaturen im Bereich von 37 bis 41 °C erforderlich. Ergänzend benötigen die Tiere eine hohe relative Luftfeuchtigkeit von 80 bis 90 %. Die Entwicklung findet generell erst bei Temperaturen über 30 °C statt oder erfordert Perioden von mindestens 12 Stunden bei 32 bis 40 °C. Aufgrund dieser Wärmeansprüche ist die Verbreitung auf Bereiche mit entsprechendem Mikroklima beschränkt. Innerhalb ihres Habitats leben die Tiere nachtaktiv und verbergen sich tagsüber. Zur Fortpflanzung werden die Eier einzeln in geschützte Spalten und Ritzen abgelegt. In den besiedelten Bereichen nutzen Ofenfischchen stärke- und zuckerhaltige Materialien als Nahrungsquelle. Dazu zählen unter anderem Lebensmittel wie Mehl, Grieß und Haferflocken. Auch an Baumaterialien wie eingetrocknetem Mehlkleister oder tierischem Leim finden sie Nahrung. An Papierwaren, Tapeten und Pappe verursachen sie Lochfraß, während an dickeren Objekten wie Bucheinbänden Schabefraß entstehen kann.[1]
Saisonalität und Nachfragetrend
Basierend auf dem Silberkraft TrendIndex – unserem eigenen Modell aus Suchdaten und Naturbeobachtungen
Saisonale Aktivität
Entwicklung über die Jahre
Saisonalität & Aktivität
Das Ofenfischchen (*Lepismodes inquilinus*) ist ein primär nachtaktives Insekt, das sich tagsüber verborgen hält. Als Urinsekt ist die Art flugunfähig und auf die laufende Fortbewegung beschränkt. Die Aktivität und Entwicklung sind extrem wärmeabhängig, wobei das Optimum zwischen 37 °C und 41 °C bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 80 bis 90 % liegt. Eine erfolgreiche Entwicklung findet generell erst bei Temperaturen über 30 °C oder bei einer täglichen Einwirkzeit von mindestens 12 Stunden bei 32 °C bis 40 °C statt. Die Entwicklungsdauer variiert drastisch mit der Umgebungstemperatur: Sie beträgt etwa 330 Tage bei 27 °C, verkürzt sich jedoch auf 47 Tage bei 42 °C. Die Eiablage erfolgt einzeln in Spalten und Ritzen, wobei Beobachtungen spezifisch den Monat Mai als Zeitpunkt nennen. Bis zur Geschlechtsreife durchlaufen die Larven 6 bis 7 Häutungen. Auch die adulten Geschlechtstiere häuten sich weiterhin alle 2 bis 3 Wochen, was zu einer Gesamtzahl von bis zu 40 Häutungen führen kann. Die Lebensdauer der Adulten ist temperaturabhängig und reicht von 2 bis 2,5 Jahren bei 32 °C bis hin zu 1 bis 1,5 Jahren bei 37 °C. Eine Überwinterung ist aufgrund der hohen Wärmeansprüche nur in sehr warmen Räumen möglich.[1] Ergänzende Daten zum öffentlichen Suchinteresse weisen auf eine erhöhte Aufmerksamkeit in den Monaten Dezember und August hin.[3]