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Bienen Königin: Aufgaben, Merkmale & Lebenszyklus
maart 11, 2026 Patricia Titz

Bienen Königin: Aufgaben, Merkmale & Lebenszyklus

Sie ist das unumstrittene Zentrum eines jeden Bienenvolkes, die Mutter aller Arbeitsbienen und Drohnen und der einzige Garant für das Überleben des gesamten Staates: die Bienenkönigin. In der faszinierenden Welt der Honigbienen, die als hochkomplexer Superorganismus – oft auch als "Der Bien" bezeichnet – agieren, nimmt die Königin eine einzigartige Rolle ein. Ohne sie zerfällt die soziale Struktur, die chemische Kommunikation bricht zusammen und das Volk geht unweigerlich zugrunde. Doch das Leben einer Bienenkönigin ist keineswegs das einer herrschenden Monarchin, die Befehle erteilt. Vielmehr ist sie eine hochspezialisierte Eilegemaschine und eine wandelnde Pheromonfabrik, die den Launen der Natur, den Entscheidungen ihres Volkes und in der heutigen Zeit vor allem den Eingriffen der modernen Imkerei unterworfen ist. Um die Biologie, die Zucht und die ökologische Bedeutung der Bienenkönigin ranken sich Mythen, wissenschaftliche Erkenntnisse und ethische Debatten, die tief in unser Verständnis von Landwirtschaft und Naturschutz hineinreichen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Die Bienenkönigin (Weisel) ist das einzige voll entwickelte, fortpflanzungsfähige Weibchen im Bienenstock und Mutter aller Bienen des Volkes.
  • Sie kann in der Hochsaison bis zu 1.500 Eier pro Tag legen, was mehr als ihrem eigenen Körpergewicht entspricht.
  • Ihre Entwicklung wird ausschließlich durch die Fütterung mit Gelée royale und die Aufzucht in einer speziellen Weiselzelle bestimmt.
  • Auf ihrem Hochzeitsflug paart sie sich mit 10 bis 20 Drohnen und speichert bis zu 7 Millionen Spermien für ihr restliches Leben (4 bis 6 Jahre).
  • Über Pheromone (Botenstoffe) steuert sie den Zusammenhalt des Volkes und unterdrückt die Fruchtbarkeit der normalen Arbeiterinnen.
  • In der modernen Imkerei wird die Königin oft künstlich gezüchtet, markiert und aus wirtschaftlichen Gründen häufig nach ein bis zwei Jahren ausgetauscht.

Die Entstehung einer Majestät: Vom Ei zur Königin

Die Geburt einer Bienenkönigin ist eines der faszinierendsten Phänomene der Insektenwelt. Genetisch gesehen unterscheidet sich das Ei, aus dem eine Königin schlüpft, in keiner Weise von dem Ei, aus dem eine gewöhnliche Arbeiterin entsteht. Beide gehen aus befruchteten Eiern hervor[1]. Das Geheimnis ihrer königlichen Entwicklung liegt ausschließlich in der Ernährung und der Behausung während des Larvenstadiums.

Wenn ein Bienenvolk den Entschluss fasst, eine neue Königin heranzuziehen – sei es aus Schwarmtrieb, weil die alte Königin stirbt (Nachschaffung) oder weil sie zu schwach wird (Umweiselung) –, bauen die Arbeiterinnen spezielle, eichelförmige Zellen, die sogenannten Weiselzellen oder echten Königinnenzellen, meist an den Rändern der Brutwaben[2]. Die Larve, die in dieser Zelle heranwächst, wird von den Ammenbienen ausschließlich und im Überfluss mit einem speziellen Drüsensekret gefüttert: dem Gelée royale (Königinnenfuttersaft). Dieser Futtersaft wird in den Hypopharynxdrüsen der jungen Arbeiterinnen produziert[3].

Während normale Arbeiterinnenlarven nur in den ersten drei Tagen diesen hochwertigen Saft erhalten und danach mit einem Gemisch aus Honig und Pollen gefüttert werden, schwimmt die Königinnenlarve bis zu ihrer Verpuppung förmlich im Gelée royale[4]. Diese protein- und vitaminreiche Diät löst eine völlig andere epigenetische Entwicklung aus: Die Eierstöcke bilden sich voll aus, der Hinterleib wird deutlich länger, und die Königin entwickelt keinen Pollensammelapparat (Körbchen) an den Hinterbeinen, da sie niemals Nektar oder Pollen sammeln wird[5]. Nach nur 16 Tagen Entwicklungszeit (im Vergleich zu 21 Tagen bei der Arbeiterin und 24 Tagen beim Drohn) schlüpft die fertige Königin.

Wussten Sie schon? Der tödliche Kampf der Schwestern

Oft ziehen die Bienen gleich mehrere Königinnen gleichzeitig heran, um auf Nummer sicher zu gehen. Die zuerst schlüpfende Jungkönigin duldet jedoch keine Rivalinnen. Sie sucht die noch verschlossenen Weiselzellen auf und sticht ihre ungeschlüpften Schwestern durch die Wachswand hindurch ab. Schlüpfen zwei Königinnen gleichzeitig, kommt es zu einem Kampf auf Leben und Tod, bis nur noch eine Herrscherin übrig bleibt[6].

Eine eichelförmige Weiselzelle am Rand einer Bienenwabe, in der eine neue Bienenkönigin heranwächst
In diesen speziellen, nach unten gerichteten Weiselzellen wachsen die zukünftigen Königinnen heran, gebadet in Gelée royale.

Der Hochzeitsflug: Ein riskantes Manöver

Nachdem die junge Königin geschlüpft ist und ihre Konkurrentinnen beseitigt hat, bereitet sie sich auf das wichtigste Ereignis ihres Lebens vor: den Hochzeitsflug. Etwa sechs bis sieben Tage nach dem Schlüpfen wird sie geschlechtsreif[7]. Nur bei warmem, sonnigem Wetter verlässt sie den sicheren Bienenstock. Es ist eines der wenigen Male in ihrem gesamten Leben, dass sie das Tageslicht erblickt.

Sie fliegt zu sogenannten Drohnensammelplätzen. Dies sind spezifische Orte in der Luft, oft in 15 bis 30 Metern Höhe, an denen sich Tausende von Drohnen (männliche Bienen) aus verschiedenen Völkern der Umgebung versammeln[8]. Die Königin lockt die Drohnen durch spezielle Duftstoffe (Pheromone) an. Im Flug wird sie von mehreren Drohnen nacheinander begattet – in der Regel von 10 bis 20 verschiedenen Männchen[9]. Diese Mehrfachpaarung (Polyandrie) ist evolutionär extrem wichtig, da sie für eine hohe genetische Vielfalt innerhalb des Bienenvolkes sorgt, was die Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten enorm erhöht.

Für die Drohnen endet der Akt tödlich. Ihr Begattungsschlauch stülpt sich aus, verhakt sich in der Königin und reißt ab, woraufhin der Drohn sofort stirbt und zu Boden fällt[10]. Die Königin kehrt mit dem "Begattungszeichen" (den Überresten des letzten Drohns) in den Stock zurück. Die aufgenommenen Spermien wandern in ihre Samenblase (Spermatheca). Dieser winzige, nur 1,5 Millimeter große Behälter kann 5 bis 7 Millionen Spermien aufnehmen und diese über Jahre hinweg am Leben erhalten[11]. Von nun an verlässt die Königin den Stock nie wieder, es sei denn, sie zieht mit einem Schwarm aus.

Bienenkönigin beim Hochzeitsflug in der Luft, im Hintergrund fliegen mehrere Drohnen
Auf ihrem riskanten Hochzeitsflug paart sich die junge Königin hoch in der Luft mit bis zu 20 Drohnen.

Die Anatomie und Physiologie der Bienenkönigin

Die Anatomie der Königin ist perfekt auf ihre einzige Aufgabe abgestimmt: die Reproduktion. Sie ist mit 18 bis 22 Millimetern deutlich größer als die Arbeiterinnen (12-15 mm) und die Drohnen (15-17 mm). Ihr Hinterleib (Abdomen) ist extrem verlängert, da er die riesigen Eierstöcke (Ovarien) beherbergen muss. Im Gegensatz zu den Arbeiterinnen besitzt sie keine Wachsdrüsen zum Wabenbau und keine funktionsfähigen Futtersaftdrüsen mehr[12].

Ein weiterer wesentlicher Unterschied ist ihr Stachel. Während der Stachel der Arbeiterin mit Widerhaken versehen ist und beim Stich in elastische Haut (wie die des Menschen) im Opfer stecken bleibt – was zum Tod der Biene führt –, hat der Stachel der Königin kaum Widerhaken. Sie kann ihn mehrfach einsetzen, nutzt ihn aber fast ausschließlich, um rivalisierende Königinnen zu töten. Einen Menschen sticht eine Königin so gut wie nie.

Zudem verfügt die Königin über hochspezialisierte exokrine Drüsen, insbesondere die Mandibeldrüsen (Oberkieferdrüsen). Diese produzieren die sogenannte "Königinnensubstanz" (Queen Substance), ein komplexes Pheromongemisch, das für die Steuerung des gesamten Volkes unerlässlich ist[13].

Die Aufgaben im Stock: Eilegemaschine und Pheromonquelle

Sobald die Königin von ihrem Hochzeitsflug zurückkehrt, beginnt sie nach wenigen Tagen mit der Eiablage. Sie ist der Motor des Volkes. Auf dem Höhepunkt der Volksentwicklung im Mai und Juni kann eine gesunde Königin bis zu 1.500 Eier an einem einzigen Tag legen[14]. Diese Eimasse übersteigt ihr eigenes Körpergewicht. Um diese enorme Leistung zu erbringen, wird sie ununterbrochen von einem "Hofstaat" aus jungen Ammenbienen umgeben, die sie putzen, pflegen und mit energiereichem Futtersaft und Honig füttern[15].

Die Entscheidung über das Geschlecht

Die Königin inspiziert jede leere Wabenzelle mit ihren Fühlern. Anhand der Zellgröße entscheidet sie, welches Ei sie legt. Handelt es sich um eine kleine, normale Arbeiterinnenzelle, öffnet sie beim Legen des Eies den Schließmuskel ihrer Samenblase. Ein winziges Spermium befruchtet das Ei im Vorbeigleiten. Aus diesem befruchteten (diploiden) Ei entsteht ein Weibchen (Arbeiterin). Findet sie jedoch eine größere Drohnenzelle vor, bleibt die Samenblase verschlossen. Sie legt ein unbefruchtetes (haploides) Ei ab, aus dem sich durch Jungfernzeugung (Parthenogenese) ein männlicher Drohn entwickelt[16].

Die chemische Herrschaft

Die Königin regiert nicht durch Befehle, sondern durch Chemie. Die von ihr abgegebenen Pheromone werden von den Bienen ihres Hofstaates aufgenommen und durch ständigen Futteraustausch (Trophallaxis) innerhalb kürzester Zeit im gesamten Volk von bis zu 50.000 Bienen verteilt[17]. Diese Pheromone haben mehrere entscheidende Funktionen:

  • Sie signalisieren dem Volk: "Die Königin ist da und gesund."
  • Sie unterdrücken die Entwicklung der Eierstöcke bei den Arbeiterinnen, sodass diese unfruchtbar bleiben.
  • Sie hemmen den Bau von neuen Weiselzellen (verhindern also das Schwärmen oder Nachschaffen, solange die Pheromonkonzentration hoch genug ist).
  • Sie dienen als Orientierungsduft beim Schwärmen.

Praxis-Tipp für Naturfreunde

Wenn Sie Bienen in Ihrem Garten unterstützen möchten, pflanzen Sie eine Vielfalt an heimischen Blütenpflanzen. Die Königin legt nur dann viele Eier, wenn die Sammelbienen ausreichend Nektar und vor allem eiweißreichen Pollen eintragen. Ohne Pollen keine Brutpflege! Besonders wichtig sind Frühblüher wie Weiden und Krokusse, da das Volk im Frühjahr rasant wachsen muss.

Fortpflanzung des Volkes: Der Schwarmtrieb

Während die Königin für die Vermehrung der Individuen im Stock zuständig ist, vermehrt sich der Superorganismus "Bienenvolk" als Ganzes durch das Schwärmen. Wenn das Volk im Frühsommer seine maximale Größe erreicht hat und der Platz im Stock knapp wird, sinkt die Konzentration des Königinnenpheromons, das auf die einzelne Biene entfällt. Dies löst den Schwarmtrieb aus[18].

Die Arbeiterinnen beginnen, Weiselzellen zu bauen, und die alte Königin bestiftet diese. Sobald die neuen Königinnenlarven heranwachsen, wird die alte Königin von den Arbeiterinnen auf Diät gesetzt. Sie erhält weniger Futter, stellt die Eiablage ein und verliert an Gewicht. Dies ist zwingend notwendig, da sie mit ihrem vollen, schweren Eierstock gar nicht flugfähig wäre[19].

Kurz bevor die erste neue Jungkönigin schlüpft, verlässt die alte Königin mit etwa der Hälfte der Bienen (dem Vorschwarm) den Stock. Zehntausende Bienen stürzen aus dem Flugloch und sammeln sich meist in der Nähe an einem Ast zu einer riesigen Schwarmtraube. Von dort aus suchen Spurbienen nach einer neuen Behausung. Für den Imker ist dies ein faszinierendes, aber oft ungeliebtes Schauspiel, da ein abgeschwärmtes Volk in diesem Jahr kaum noch Honigertrag bringt.

Die Königin in der modernen Imkerei: Zwischen Natur und Ertrag

In der Natur kann eine Bienenkönigin vier bis sechs Jahre alt werden[20]. In der modernen, wirtschaftlich orientierten Imkerei wird ihr dieses Alter jedoch selten zugestanden. Da die Legeleistung der Königin nach dem zweiten Lebensjahr naturgemäß abnimmt und das Risiko steigt, dass ihr der Spermienvorrat ausgeht (was sie zur "Drohnenbrütigkeit" verdammt), tauschen viele Erwerbsimker die Königinnen routinemäßig alle ein bis zwei Jahre aus[21]. Die alte Königin wird dabei abgetötet und durch eine junge, leistungsstarke ersetzt.

Zudem wird der natürliche Schwarmtrieb in der konventionellen Imkerei stark unterdrückt. Schwärmende Völker bedeuten Honigverlust und Arbeitsaufwand. Stattdessen werden Völker künstlich geteilt (Ablegerbildung) und Königinnen massenhaft in speziellen Pflegevölkern gezüchtet. Um bestimmte genetische Eigenschaften wie Sanftmut, Honigertrag und Schwarmträgheit zu forcieren, werden "Edelköniginnen" oft nicht mehr auf natürlichen Hochzeitsflügen begattet, sondern unter dem Mikroskop instrumentell besamt[22].

Kritische Betrachtung: Mechanistische Bienenhaltung

Kritiker der intensiven Bienenhaltung, wie Vertreter der wesensgemäßen Bienenhaltung (z.B. Demeter-Imker), bemängeln diese "mechanistische" Sichtweise auf das Bienenvolk. Das systematische Unterdrücken des Schwarmtriebs, das routinemäßige Töten der Königinnen und das Beschneiden der Flügel (um das Wegfliegen des Schwarms zu verhindern) werden als widernatürlich abgelehnt. Sie argumentieren, dass der Schwarmprozess eine wichtige Verjüngungskur für das Volk darstellt und die ständige Stressbelastung durch imkerliche Eingriffe die Bienengesundheit langfristig schwächt[23].

Farbmarkierungen der Königin

Um die Königin in einem Gewimmel von 50.000 Bienen schneller zu finden und ihr Alter bestimmen zu können, markieren Imker die Königin oft mit einem kleinen Farbpunkt oder einem nummerierten Opalith-Plättchen auf dem Rückenpanzer (Thorax). Die Farben wechseln in einem internationalen Fünf-Jahres-Rhythmus: Weiß (Jahre endend auf 1 oder 6), Gelb (2 oder 7), Rot (3 oder 8), Grün (4 oder 9) und Blau (5 oder 0).

Gefahren für die Königin und ihr Volk

Die Gesundheit der Königin ist untrennbar mit der Gesundheit ihres Volkes und der Umwelt verbunden. In den letzten Jahrzehnten haben die Belastungen für Honigbienen dramatisch zugenommen. Das sogenannte Bienensterben hat multifaktorielle Ursachen.

Der größte Feind der westlichen Honigbiene ist die aus Asien eingeschleppte Varroamilbe (Varroa destructor)[24]. Dieser Parasit saugt an der Hämolymphe (dem "Blut") der Bienen und überträgt gefährliche Viren, wie das Flügeldeformationsvirus (Deformed Wing Virus). Ein starker Milbenbefall schwächt das Volk so sehr, dass die Königin im Winter erfriert, weil die wärmende Wintertraube zu klein wird.

Zudem leiden Bienen unter dem Verlust von Lebensräumen und einer einseitigen Ernährung in monotonen Agrarlandschaften. Wenn nach der Rapsblüte im Frühjahr eine "grüne Wüste" entsteht, hungern die Völker, und die Königin stellt die Eiablage ein[25]. Auch der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln (Pestiziden), insbesondere Insektiziden wie Neonicotinoiden, beeinträchtigt die Orientierung der Bienen und schwächt das Immunsystem des gesamten Volkes, was letztlich auch das Überleben der Königin gefährdet[26].

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie erkennt man eine Bienenkönigin?

Die Königin ist deutlich größer und vor allem länger als die normalen Arbeiterinnen. Ihr Hinterleib ragt weit über die zusammengefalteten Flügel hinaus. Zudem bewegt sie sich meist ruhiger über die Waben und ist oft von einem Kreis von Arbeiterinnen (dem Hofstaat) umgeben, die ihr zugewandt sind. In bewirtschafteten Völkern trägt sie oft einen Farbpunkt auf dem Rücken.

Kann eine Bienenkönigin stechen?

Ja, sie besitzt einen Stachel. Im Gegensatz zu den Arbeiterinnen hat dieser jedoch kaum Widerhaken, sodass sie ihn mehrfach einsetzen kann, ohne zu sterben. Sie nutzt ihn allerdings fast ausschließlich in der Natur, um rivalisierende Jungköniginnen in ihren Zellen abzustechen. Menschen werden von Königinnen praktisch nie gestochen.

Was passiert, wenn die Königin plötzlich stirbt?

Wenn die Königin unerwartet stirbt (z.B. durch Quetschung bei der Durchsicht durch den Imker), bemerkt das Volk das Fehlen des Königinnenpheromons innerhalb weniger Stunden. Die Bienen geraten in Unruhe (Weisellosigkeit). Sind noch sehr junge Arbeiterinnenlarven (unter 3 Tagen alt) vorhanden, können die Bienen diese durch sofortige Fütterung mit Gelée royale zu "Nachschaffungsköniginnen" umfunktionieren.

Was ist eine "drohnenbrütige" Königin?

Wenn der Spermienvorrat der Königin nach einigen Jahren aufgebraucht ist oder sie aufgrund von schlechtem Wetter nicht zum Hochzeitsflug ausfliegen konnte, kann sie keine Eier mehr befruchten. Sie legt dann nur noch unbefruchtete Eier, aus denen ausschließlich männliche Drohnen schlüpfen. Ein solches Volk ist dem Untergang geweiht, da keine neuen Arbeiterinnen mehr nachwachsen.

Gibt es in einem Bienenstock auch mehrere Königinnen?

Im Normalfall duldet ein Bienenvolk strikt nur eine einzige Königin. Eine Ausnahme bildet die Zeit des Schwärmens, wenn die alte Königin den Stock verlässt und kurz darauf mehrere Jungköniginnen schlüpfen. Auch bei der sogenannten "stillen Umweiselung", wenn eine alte, schwache Königin durch eine neue ersetzt wird, können Mutter und Tochter für eine sehr kurze Übergangszeit friedlich nebeneinander auf den Waben leben.

Wie lange lebt eine Bienenkönigin?

Unter natürlichen Bedingungen kann eine Bienenkönigin ein Alter von 4 bis 6 Jahren erreichen. In der Erwerbsimkerei wird sie jedoch meist nach 1 bis 2 Jahren vom Imker ausgetauscht, um eine konstant hohe Legeleistung und damit hohe Honigerträge zu gewährleisten.

Fazit

Die Bienenkönigin ist ein Wunderwerk der Natur. Als genetisches Zentrum und chemische Dirigentin hält sie den Superorganismus Bienenvolk zusammen. Ihre enorme Legeleistung sichert das Überleben des Staates, während ihr Hochzeitsflug für die notwendige genetische Vielfalt sorgt. Doch das Leben der Königin spiegelt auch das Spannungsfeld wider, in dem sich die Honigbiene heute befindet: zwischen natürlicher Evolution und den Ertragsansprüchen der modernen Landwirtschaft und Imkerei. Der Schutz der Bienen – sei es durch den Erhalt von blütenreichen Lebensräumen, die Reduzierung von Pestiziden oder eine wesensgemäße Bienenhaltung – ist letztlich immer auch der Schutz der Königin. Jeder von uns kann durch einen insektenfreundlichen Garten oder den bewussten Kauf von regionalem Honig dazu beitragen, dass das majestätische Summen in unserer Natur nicht verstummt.

Quellen und Referenzen

  1. Radetzki, Thomas: "Die Krise der Bienenhaltung - ein Symptom unfruchtbarer Konzepte", Mellifera e.V., 2008.
  2. Länderinstitut für Bienenkunde Hohen Neuendorf: "Jahreszeitlicher Rhythmus im Bienenvolk", 2022.
  3. Odemer, Richard: "Funktionelle Anatomie der Honigbiene", Universität Hohenheim / Landesanstalt für Bienenkunde, 2012.
  4. Radetzki, Thomas: "Die Krise der Bienenhaltung - ein Symptom unfruchtbarer Konzepte", Mellifera e.V., 2008.
  5. Odemer, Richard: "Funktionelle Anatomie der Honigbiene", Universität Hohenheim / Landesanstalt für Bienenkunde, 2012.
  6. Länderinstitut für Bienenkunde Hohen Neuendorf: "Jahreszeitlicher Rhythmus im Bienenvolk", 2022.
  7. Länderinstitut für Bienenkunde Hohen Neuendorf: "Jahreszeitlicher Rhythmus im Bienenvolk", 2022.
  8. Länderinstitut für Bienenkunde Hohen Neuendorf: "Jahreszeitlicher Rhythmus im Bienenvolk", 2022.
  9. Länderinstitut für Bienenkunde Hohen Neuendorf: "Jahreszeitlicher Rhythmus im Bienenvolk", 2022.
  10. Länderinstitut für Bienenkunde Hohen Neuendorf: "Jahreszeitlicher Rhythmus im Bienenvolk", 2022.
  11. Länderinstitut für Bienenkunde Hohen Neuendorf: "Jahreszeitlicher Rhythmus im Bienenvolk", 2022.
  12. Odemer, Richard: "Funktionelle Anatomie der Honigbiene", Universität Hohenheim / Landesanstalt für Bienenkunde, 2012.
  13. Odemer, Richard: "Funktionelle Anatomie der Honigbiene", Universität Hohenheim / Landesanstalt für Bienenkunde, 2012.
  14. Radetzki, Thomas: "Die Krise der Bienenhaltung - ein Symptom unfruchtbarer Konzepte", Mellifera e.V., 2008.
  15. Radetzki, Thomas: "Die Krise der Bienenhaltung - ein Symptom unfruchtbarer Konzepte", Mellifera e.V., 2008.
  16. Radetzki, Thomas: "Die Krise der Bienenhaltung - ein Symptom unfruchtbarer Konzepte", Mellifera e.V., 2008.
  17. Länderinstitut für Bienenkunde Hohen Neuendorf: "Jahreszeitlicher Rhythmus im Bienenvolk", 2022.
  18. Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL): "Begegnung mit einem Bienenschwarm – was tun?", 2025.
  19. Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL): "Begegnung mit einem Bienenschwarm – was tun?", 2025.
  20. Radetzki, Thomas: "Die Krise der Bienenhaltung - ein Symptom unfruchtbarer Konzepte", Mellifera e.V., 2008.
  21. Radetzki, Thomas: "Die Krise der Bienenhaltung - ein Symptom unfruchtbarer Konzepte", Mellifera e.V., 2008.
  22. Radetzki, Thomas: "Die Krise der Bienenhaltung - ein Symptom unfruchtbarer Konzepte", Mellifera e.V., 2008.
  23. Radetzki, Thomas: "Die Krise der Bienenhaltung - ein Symptom unfruchtbarer Konzepte", Mellifera e.V., 2008.
  24. Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV): "Bienen - Unverzichtbar für Natur und Erzeugung", 2011.
  25. Radetzki, Thomas: "Die Krise der Bienenhaltung - ein Symptom unfruchtbarer Konzepte", Mellifera e.V., 2008.
  26. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU): "Aktionsprogramm Insektenschutz", 2019.

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