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Alles über Bienen: Arten, Lebensweise und Bedeutung für die Natur
maart 11, 2026 Patricia Titz

Alles über Bienen: Arten, Lebensweise und Bedeutung für die Natur

Sobald die Temperaturen steigen und die Natur in voller Blüte steht, verlagert sich unser Leben wieder nach draußen. Ob beim gemütlichen Frühstück auf dem Balkon, beim Grillen im Garten oder beim Entspannen auf der Terrasse – die warmen Monate sind ein Genuss. Doch diese Idylle wird oft von einem lauten Summen und Brummen unterbrochen. Insekten umschwirren den Kaffeetisch, und schnell macht sich Unruhe breit. Oft wird fälschlicherweise sofort von "aggressiven Bienen" gesprochen, wenn eigentlich Wespen auf der Suche nach Süßspeisen oder Fleisch sind. Wenn sich jedoch tatsächlich Honigbienen oder Wildbienen in unsere unmittelbare Nähe verirren, ist Fingerspitzengefühl gefragt. Bienen sind für unser Ökosystem von unschätzbarem Wert und stehen unter strengem Naturschutz. Der Griff zur Fliegenklatsche oder zu chemischen Insektiziden ist daher absolut tabu und zudem gesetzlich verboten. Wer Bienen vertreiben möchte, muss auf sanfte, natürliche Hausmittel zurückgreifen, die den Tieren nicht schaden, sie aber dennoch auf Abstand halten. In diesem umfassenden Ratgeber erfahren Sie, wie Sie mit einfachen, bewährten Hausmitteln Bienen friedlich umleiten können, wie Sie Bienen von Wespen unterscheiden und wie Sie sich bei der Begegnung mit einem imposanten Bienenschwarm richtig verhalten.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Strenger Artenschutz: Bienen (sowohl Honig- als auch Wildbienen) sind durch das Bundesnaturschutzgesetz geschützt. Sie dürfen weder getötet noch dürfen ihre Nester zerstört werden.
  • Gerüche als Abwehr: Bienen haben einen hochsensiblen Geruchssinn. Hausmittel wie glimmendes Kaffeepulver, ätherische Öle (Pfefferminze, Lavendel) oder aufgeschnittener Knoblauch wirken als natürliche Barriere.
  • Wassernebel: Ein feiner Sprühnebel aus Wasser simuliert Regen und veranlasst Bienen, in ihren Stock zurückzukehren.
  • Verwechslungsgefahr: Bienen interessieren sich nicht für Kuchen oder Grillfleisch. Aufdringliche Insekten am Esstisch sind fast immer Wespen.
  • Friedliche Schwärme: Ein Bienenschwarm auf der Suche nach einer neuen Behausung ist ein faszinierendes Naturschauspiel und in der Regel absolut friedlich. Bei Sichtung sollte ein lokaler Imker kontaktiert werden.
  • Ablenkung: Das Pflanzen von bienenfreundlichen Blumen abseits der eigenen Sitzgelegenheiten lenkt die Insekten auf natürliche Weise um.

Warum Bienen unseren Schutz brauchen und nicht getötet werden dürfen

Bevor wir uns den Hausmitteln zur sanften Vertreibung widmen, ist es essenziell zu verstehen, warum wir mit diesen Insekten so behutsam umgehen müssen. Die Biene ist nicht einfach nur ein Insekt; sie ist ein zentraler Pfeiler unserer Ernährungssicherung und der Erhaltung der biologischen Vielfalt. Volkswirtschaftlich gesehen sind Bienen nach Rind und Schwein das drittwichtigste Haustier[1]. Der Nutzen, den sie durch die Bestäubung von Kulturpflanzen erbringen, wird auf das 15- bis 20-Fache des direkten Nutzens aus der Honigproduktion geschätzt[2].

In Deutschland sind rund 550 Wildbienenarten heimisch, von denen jedoch etwa die Hälfte auf der Roten Liste der gefährdeten Arten steht oder bereits vom Aussterben bedroht ist[3]. Aufgrund ihrer immensen Bedeutung für das Ökosystem sind Bienen durch das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) und die Bundesartenschutzverordnung streng geschützt[4]. Es ist gesetzlich verboten, sie mutwillig zu beunruhigen, zu fangen, zu verletzen oder zu töten. Auch ihre Nist-, Brut- und Zufluchtsstätten dürfen nicht beschädigt oder zerstört werden. Wer Bienen mit chemischen Giften oder mechanischer Gewalt bekämpft, macht sich strafbar und riskiert empfindliche Bußgelder. Daher ist der Einsatz von sanften Hausmitteln nicht nur eine Frage des ökologischen Gewissens, sondern auch eine rechtliche Notwendigkeit.

Wichtige Unterscheidung: Biene oder Wespe?

Die meisten vermeintlichen Bienenstiche am Kaffeetisch gehen eigentlich auf Wespen zurück. Vor allem die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe werden im Spätsommer von süßen Speisen, Limonade und Grillfleisch magisch angezogen[5]. Honigbienen und Wildbienen sind Vegetarier. Sie ernähren sich ausschließlich von Nektar und Pollen. Wenn ein Insekt also auf Ihrem Pflaumenkuchen landet, ist es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keine Biene. Bienen sind zudem pelzig behaart und eher bräunlich-grau, während Wespen eine glatte Oberfläche und die typische leuchtend gelb-schwarze Warnfärbung ("Wespentaille") aufweisen.

Die Biologie der Biene: Warum Hausmittel funktionieren

Um Bienen effektiv und sanft zu vertreiben, müssen wir uns ihre Anatomie und Sinneswahrnehmung zunutze machen. Bienen orientieren sich in ihrer Umwelt primär über das Sehen und das Riechen. Ihr Geruchssinn ist phänomenal ausgeprägt. Die Rezeptoren dafür sitzen auf den Fühlern (Antennen), genauer gesagt in den sogenannten Porenplatten und Riechkegeln[6]. Mit diesen hochsensiblen Organen können sie feinste Duftmoleküle von Blütennektar über weite Entfernungen wahrnehmen. Sie nutzen Duftstoffe (Pheromone) auch zur Kommunikation untereinander, etwa durch das "Sterzeln" mit der Nassanoffschen Drüse, um Artgenossen den Weg zu einer guten Trachtquelle oder einer neuen Behausung zu weisen[7].

Genau diese extreme Geruchsempfindlichkeit macht Bienen anfällig für starke, für sie unangenehme Gerüche. Was für uns Menschen oft angenehm oder zumindest neutral riecht, kann für die feinen Antennen der Bienen eine massive Reizüberflutung darstellen. Sie meiden solche Bereiche instinktiv, da die starken Gerüche ihre eigene Kommunikation und die Suche nach Blüten überlagern. Auf diesem Prinzip basieren die meisten der folgenden Hausmittel.

Nahaufnahme des Kopfes einer Biene mit Fokus auf die sensiblen Fühler
Über ihre hochsensiblen Fühler nehmen Bienen feinste Duftstoffe wahr – das macht sie anfällig für starke Gerüche.

Die besten Hausmittel, um Bienen sanft zu vertreiben

1. Glimmendes Kaffeepulver: Der absolute Klassiker

Eines der effektivsten und am häufigsten empfohlenen Hausmittel gegen Bienen (und auch Wespen) ist Kaffeepulver. Bienen mögen den Geruch von geröstetem Kaffee ohnehin nicht besonders, aber wenn dieser verbrannt wird, entfaltet er eine stark abwehrende Wirkung. Der aufsteigende Rauch signalisiert den Insekten zudem instinktiv Gefahr (Feuer), woraufhin sie das Weite suchen.

  • Anwendung: Geben Sie ein bis zwei Esslöffel trockenes, frisches Kaffeepulver (oder gut getrockneten Kaffeesatz) in eine feuerfeste Schale oder einen Aschenbecher.
  • Zünden Sie das Pulver mit einem Streichholz oder Feuerzeug an. Es wird nicht mit offener Flamme brennen, sondern langsam vor sich hin glimmen.
  • Stellen Sie die Schale in die Nähe Ihres Sitzplatzes. Der leichte Kaffeerauch ist für Menschen meist nicht störend, hält die Bienen aber zuverlässig fern.

2. Ätherische Öle: Duftbarrieren aufbauen

Wie bereits erwähnt, ist der Geruchssinn der Bienen ihr wichtigstes Navigationsinstrument. Starke ätherische Öle überreizen dieses System. Besonders Düfte, die in der Natur nicht in dieser extremen Konzentration vorkommen, werden gemieden.

  • Pfefferminzöl: Der scharfe, mentholhaltige Geruch ist für Bienen sehr unangenehm.
  • Eukalyptusöl: Ähnlich wie Pfefferminze wirkt Eukalyptus stark abstoßend auf die feinen Riechorgane.
  • Teebaumöl und Nelkenöl: Diese intensiven Düfte eignen sich hervorragend zur Abwehr.
  • Anwendung: Träufeln Sie einige Tropfen des reinen ätherischen Öls auf kleine Stofflappen, Wattepads oder Holzstücke und verteilen Sie diese rund um Ihren Sitzbereich auf dem Balkon oder der Terrasse. Alternativ können Sie eine Duftlampe aufstellen. Achten Sie darauf, 100 % naturreine Öle zu verwenden.

Tipp: Das selbstgemachte Abwehr-Spray

Sie können sich ganz einfach ein natürliches Repellent-Spray herstellen. Mischen Sie in einer Sprühflasche etwa 250 ml Wasser mit 10-15 Tropfen Pfefferminz- oder Eukalyptusöl. Schütteln Sie die Flasche gut durch und sprühen Sie die Mischung auf Tischdecken, Stuhlkissen oder in die Luft rund um Ihren Sitzplatz. (Vorsicht bei empfindlichen Textilien, vorher an unauffälliger Stelle testen!).

3. Basilikum und Knoblauch: Die Kraft der Küche

Nicht nur exotische Öle, auch alltägliche Küchenkräuter und Gewächse können helfen. Bienen bevorzugen süße, blumige Düfte. Würzige, herbe oder scharfe Gerüche meiden sie.

  • Basilikum: Ein paar Töpfe mit frischem Basilikum auf dem Tisch sehen nicht nur schön aus und passen zum Tomate-Mozzarella-Salat, sie halten auch Bienen auf Abstand. Die ätherischen Öle in den Blättern wirken abschreckend.
  • Knoblauch: Der intensive Geruch von Allicin, der beim Anschneiden von Knoblauch entsteht, ist für Bienen unerträglich. Schneiden Sie ein bis zwei Knoblauchzehen in Hälften und legen Sie diese auf kleinen Tellern aus. Zugegeben, dieser Geruch ist auch nicht für jeden Menschen angenehm, aber er wirkt sehr zuverlässig.
  • Zitronen mit Nelken: Ein altes Hausmittel, das auch gegen Wespen und Mücken hilft. Schneiden Sie eine Zitrone in der Mitte durch und spicken Sie die Schnittflächen dicht mit getrockneten Gewürznelken. Die Kombination aus ätherischen Zitrusölen und dem scharfen Nelkenduft ist eine hervorragende Barriere.

4. Der Wasser-Trick: Regen simulieren

Bienen sind Schönwetterflieger. Ihre Flügelstruktur und ihr behaarter Körper sind nicht für starken Regen gemacht. Wenn es regnet, kehren Bienen instinktiv und schnellstmöglich in ihren Bienenstock zurück, um sich und die Brut zu schützen. Eine Arbeitsbiene verbraucht auf einem Kilometer Flug etwa 2 mg Zucker aus ihrer Honigblase; bei Regen wäre der Energieaufwand zu hoch und die Gefahr zu groß[8].

Diesen Instinkt können Sie nutzen: Füllen Sie eine saubere Sprühflasche (in der vorher keine Reinigungsmittel waren!) mit reinem Leitungswasser. Wenn eine Biene zu aufdringlich wird, sprühen Sie einen feinen Wassernebel in ihre Richtung. Wichtig: Zielen Sie nicht mit einem harten Strahl direkt auf das Tier, um es nicht zu verletzen. Der feine Nebel in der Luft reicht völlig aus. Die Biene nimmt die Wassertröpfchen wahr, hält dies für einsetzenden Regen und wird in der Regel sofort abdrehen und den Heimflug antreten.

5. Kupfer-Münzen reiben

Ein etwas ungewöhnlicheres, aber oft zitiertes Hausmittel ist der Einsatz von Kupfermünzen (1-, 2- oder 5-Cent-Stücke). Wenn man diese Münzen intensiv zwischen den Fingern reibt, entsteht durch die Reaktion des Metalls mit dem Schweiß und den Säuren der Haut ein spezifischer, metallischer Geruch. Dieser Geruch ist für Bienen und Wespen äußerst unangenehm. Legen Sie die geriebenen Münzen anschließend auf den Tisch. Für eine stärkere Wirkung können Sie die Münzen auch kurz in die Sonne legen, damit sie sich erwärmen und den Geruch besser abgeben.

Was Sie auf keinen Fall tun sollten

Wenn sich eine Biene nähert, ist die menschliche Erstreaktion oft von Panik geprägt. Doch genau hier liegt die größte Gefahr für einen Stich. Bienen stechen nur im absoluten Ausnahmefall, denn im Gegensatz zur Wespe bleibt der Stachel der Honigbiene aufgrund seiner Widerhaken in der elastischen menschlichen Haut stecken. Die Biene reißt sich beim Versuch wegzufliegen den Stachel samt Giftblase aus dem Hinterleib und stirbt kurz darauf[9]. Sie opfert ihr Leben nur, wenn sie sich oder ihr Volk extrem bedroht sieht.

Vermeiden Sie diese Fehler:

  • Schlagen und Wedeln: Hektische Bewegungen machen die Biene nervös. Sie fühlt sich angegriffen und geht in den Verteidigungsmodus über. Bleiben Sie ruhig, bewegen Sie sich langsam.
  • Anpusten: Ein instinktiver Fehler. Die Atemluft des Menschen enthält einen hohen Anteil an Kohlendioxid (CO2). In der Natur ist CO2 ein Alarmsignal für Bienen, da es auf die Anwesenheit von Säugetieren (wie Bären oder Dachsen) hindeutet, die den Bienenstock plündern wollen. Anpusten macht Bienen sofort aggressiv.
  • Töten: Wie bereits erwähnt, stehen Bienen unter Naturschutz. Zudem sondern sterbende Bienen ein Alarmpheromon ab, das weitere Bienen aus der Umgebung anlocken und in Verteidigungsbereitschaft versetzen kann.

Begegnung mit einem Bienenschwarm: Faszination statt Panik

Ein besonderes Phänomen im Frühsommer (meist Mai oder Juni) ist das Schwärmen von Honigbienen. Wenn ein Bienenvolk zu groß wird, zieht die alte Königin mit etwa der Hälfte der Arbeiterinnen (zehn- bis zwanzigtausend Bienen) aus dem Stock aus, um eine neue Kolonie zu gründen[10]. Dieses Spektakel wirkt auf Laien oft furchteinflößend: Eine riesige, laute Wolke aus Insekten verdunkelt förmlich den Himmel, bevor sie sich als dichte "Schwarmtraube" an einem Ast, einer Straßenlaterne oder einem Balkongeländer niederlässt.

Die gute Nachricht: Ein Bienenschwarm ist in der Regel extrem friedlich. Die Bienen haben sich vor dem Auszug ihre Honigblasen komplett mit Proviant gefüllt. Mit vollem Magen sticht es sich schlecht, da sich der Hinterleib nicht mehr gut krümmen lässt[11]. Zudem haben sie in diesem Moment weder eine Behausung noch Brut oder Futtervorräte zu verteidigen. Sie warten lediglich darauf, dass ihre "Spurbienen" eine geeignete neue Höhle finden.

Was tun bei einem Schwarm im Garten?

  • Ruhe bewahren: Halten Sie Abstand und beobachten Sie das faszinierende Schauspiel. Solange Sie nicht in die Traube fassen oder die Bienen quetschen, droht keine Gefahr.
  • Nicht selbst vertreiben: Versuchen Sie niemals, einen Schwarm mit dem Gartenschlauch, mit Rauch oder gar Insektiziden zu vertreiben. Das würde die Tiere in Panik versetzen.
  • Imker kontaktieren: Ein Bienenschwarm hat in der freien Natur heute kaum noch Überlebenschancen. Es fehlt an geeigneten Baumhöhlen, und ohne imkerliche Behandlung gegen die eingeschleppte Varroamilbe geht das Volk meist im ersten Winter zugrunde[12]. Suchen Sie im Internet nach dem örtlichen Imkerverein. Imker freuen sich in der Regel über den Anruf und kommen zeitnah vorbei, um den Schwarm fachgerecht und behutsam in eine Schwarmfangkiste zu fegen und ihm ein neues Zuhause zu geben.

Prävention: Den Garten intelligent gestalten (Ablenkung)

Die eleganteste Methode, Bienen vom Kaffeetisch fernzuhalten, ist die räumliche Trennung von Nahrungsangeboten. Wenn Sie Ihren Garten oder Balkon klug bepflanzen, schaffen Sie Bereiche, die für Bienen hochattraktiv sind, und halten gleichzeitig Ihre Sitzbereiche frei.

Wildbienen und Honigbienen benötigen dringend Nektar und Pollen. Etwa 30 Prozent der Wildbienenarten in Deutschland sind hochgradig spezialisiert (oligolektisch) und sammeln Pollen nur von ganz bestimmten Pflanzenfamilien[13]. Pflanzen Sie bienenfreundliche Gewächse wie Natternkopf, Reseda, Glockenblumen, Lavendel, Thymian oder Fetthenne (Mauerpfeffer) bewusst in den hinteren Teil des Gartens oder an das andere Ende des Balkons[14]. Vermeiden Sie stark duftende, nektarreiche Pflanzen direkt neben dem Esstisch.

Zudem können Sie eine kleine Bienentränke (eine flache Schale mit Wasser und einigen Steinen oder Murmeln als Landeplatz) in der Nähe der Blumenbeete aufstellen. Bienen benötigen an heißen Tagen viel Wasser zur Kühlung ihres Stockes[15]. Wenn sie eine verlässliche Wasserquelle im Beet finden, werden sie nicht an Ihrem Wasserglas auf dem Tisch landen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Helfen Kupfermünzen wirklich gegen Bienen?

Ja, das Reiben von Kupfermünzen erzeugt einen metallischen Geruch, der auf Bienen und Wespen abschreckend wirkt. Es ist ein einfaches, chemiefreies Hausmittel, das man schnell am Gartentisch anwenden kann. Die Wirkung ist jedoch lokal begrenzt.

Darf ich ein Wildbienen-Nest auf meinem Balkon entfernen?

Nein. Wildbienen stehen unter strengem Naturschutz. Wenn eine Mauerbiene oder Blattschneiderbiene in den Fugen Ihres Mauerwerks oder in einem Insektenhotel nistet, dürfen Sie dieses Nest nicht zerstören[16]. Wildbienen sind extrem friedlich, stechen praktisch nie und leben solitär (bilden keine großen Staaten). Nach wenigen Wochen ist ihre Flugzeit ohnehin beendet.

Warum fliegen Bienen manchmal gegen Fenster oder Lampen?

Nachtaktive Insekten, aber auch Bienen in der Dämmerung, werden von künstlichen Lichtquellen angelockt. Dieser sogenannte "Staubsaugereffekt" führt dazu, dass sie die Orientierung verlieren und an den Lampen verenden[17]. Schalten Sie Außenbeleuchtungen ab, wenn sie nicht benötigt werden, oder nutzen Sie insektenfreundliche LED-Leuchtmittel mit warmweißem Licht.

Was mache ich, wenn sich eine Biene in meine Wohnung verirrt hat?

Bewahren Sie Ruhe. Schlagen Sie nicht nach dem Tier. Öffnen Sie das Fenster weit. Oft hilft es, das Licht im Zimmer auszuschalten, da die Biene instinktiv zum hellen Tageslicht am Fenster fliegen wird. Alternativ können Sie ein Glas über die Biene stülpen, vorsichtig ein Stück Papier darunterschieben und sie nach draußen befördern.

Sind Bienenstiche gefährlich?

Für die meisten Menschen ist ein Bienenstich zwar schmerzhaft und führt zu einer lokalen Schwellung, ist aber medizinisch unbedenklich. Kühlen Sie die Stelle und entfernen Sie den Stachel (nicht quetschen, sondern wegkratzen, da sonst noch mehr Gift aus der Giftblase in die Wunde gepumpt wird). Bei einer bekannten Insektengiftallergie oder bei Stichen im Mund- und Rachenraum muss jedoch sofort der Notarzt (112) gerufen werden.

Fazit

Bienen sind faszinierende, hochintelligente und für unser Überleben absolut unverzichtbare Lebewesen. Wenn sie uns im Sommer auf der Terrasse besuchen, geschieht dies nie aus Aggression, sondern meist auf der Suche nach Wasser oder weil sie von bestimmten Gerüchen irritiert wurden. Da sie unter strengem Naturschutz stehen, ist ein respektvoller Umgang Pflicht. Mit einfachen Hausmitteln wie glimmendem Kaffeepulver, ätherischen Ölen, aufgeschnittenem Knoblauch oder einem feinen Wassernebel lassen sich die nützlichen Bestäuber sanft und effektiv vertreiben, ohne ihnen zu schaden. Wer zudem seinen Garten klug bepflanzt und den Bienen eigene Nahrungs- und Wasserquellen abseits der Sitzbereiche anbietet, schafft eine friedliche Koexistenz. So können Sie den Sommer ungestört genießen und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zum Insektenschutz leisten.

Quellen und Referenzen

  1. Radetzki, Thomas: Die Krise der Bienenhaltung - ein Symptom unfruchtbarer Konzepte, in: Kontrollierte Fortpflanzung, Campus-Verlag, 2008.
  2. Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV): Bienen - Unverzichtbar für Natur und Erzeugung, 2011.
  3. Bundesregierung: Aktionsprogramm Insektenschutz - Gemeinsam wirksam gegen das Insektensterben, BMU, 2019.
  4. Bundesregierung: Aktionsprogramm Insektenschutz (Verweis auf BNatSchG §30 und §68), BMU, 2019.
  5. Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL): Begegnung mit einem Bienenschwarm – was tun?, 2025.
  6. Odemer, Richard: Funktionelle Anatomie der Honigbiene, Landesanstalt für Bienenkunde, Universität Hohenheim, 2012.
  7. Odemer, Richard: Funktionelle Anatomie der Honigbiene (Duftkommunikation / Nassanoffsche Drüse), Universität Hohenheim, 2012.
  8. Länderinstitut für Bienenkunde / HU Berlin: Jahreszeitlicher Rhythmus im Bienenvolk, 2022.
  9. Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL): Begegnung mit einem Bienenschwarm – was tun? (Verhalten beim Stich), 2025.
  10. Radetzki, Thomas: Die Krise der Bienenhaltung (Geburt von Bienenvölkern), Campus-Verlag, 2008.
  11. Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL): Begegnung mit einem Bienenschwarm – was tun? (Schwärmende Bienen sind friedlich), 2025.
  12. Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL): Begegnung mit einem Bienenschwarm – was tun? (Warum muss der Schwarm zurück zur Imkerei?), 2025.
  13. Deutsche Wildtier Stiftung: Wildbienen - Schützen und fördern im Kleingarten, 4. Auflage, 2021.
  14. Deutsche Wildtier Stiftung: Wildbienen - Schützen und fördern im Kleingarten (Pflanzen für Wildbienen), 2021.
  15. Länderinstitut für Bienenkunde / HU Berlin: Jahreszeitlicher Rhythmus im Bienenvolk (Wasserbedarf), 2022.
  16. Deutsche Wildtier Stiftung: Wildbienen - Schützen und fördern im Kleingarten (Nistansprüche), 2021.
  17. Bundesregierung: Aktionsprogramm Insektenschutz (Lichtverschmutzung reduzieren), BMU, 2019.

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