Herkennen
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Der Braunbrust- oder Westigel (*Erinaceus europaeus*) ist ein kompaktes Säugetier mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 20 bis 30 cm und einem kurzen, 1 bis 4 cm langen Schwanz.[2][1] Das Körpergewicht adulter Tiere liegt typischerweise zwischen 500 und 1500 g, kann jedoch vor dem Winterschlaf durch Fettreserven bis zu 2000 g erreichen.[2][3] Das auffälligste Merkmal ist das dorsale Stachelkleid, das aus 5000 bis 7000 spitzen, 20 bis 30 mm langen Keratinstacheln besteht. Diese Stacheln weisen eine Bänderung in Creme, Braun und Schwarz auf, wobei die Spitzen meist hell sind, was dem Tier ein gesprenkeltes Erscheinungsbild verleiht.[2] Im Gegensatz zur stacheligen Oberseite sind Gesicht, Kehle, Brust und Bauch mit einem groben, grau bis graubraunen Fell bedeckt.[1][3] Der Kopf zeichnet sich durch eine kurze, spitze Schnauze, kleine schwarze Augen und rundliche, etwa 27 bis 28 mm große Ohren aus. Die kurzen, kräftigen Gliedmaßen besitzen jeweils fünf Zehen mit nicht einziehbaren Krallen, die zum Graben geeignet sind.[2] Ein Sexualdimorphismus ist nur gering ausgeprägt, wobei Männchen durchschnittlich etwas größer und schwerer sind als Weibchen. Neugeborene wiegen zwischen 12 und 20 g, sind zunächst blind und gehörlos und besitzen weiche, weiße Erststacheln.[2][3] Diese härten innerhalb von 24 bis 36 Stunden aus, bevor später die pigmentierten Sekundärstacheln durchbrechen. Farblich treten selten leuzistische „blonde“ Individuen oder Albinos mit weißen Stacheln und roten Augen auf.[2] Zur Unterscheidung von ähnlichen Arten wie dem Nördlichen Weißbrustigel (*Erinaceus roumanicus*) dient primär die bräunliche Färbung der Brust, die dem Braunbrustigel seinen deutschen Namen gibt.[2][1]
Der Braunbrust- oder Westigel (*Erinaceus europaeus*) ist ein kleiner, nachtaktiver Insektenfresser aus der Ordnung Eulipotyphla, der durch seinen kompakten Körperbau und das charakteristische Stachelkleid definiert wird. Ein adultes Tier trägt auf der Dorsalseite und den Flanken etwa 5.000 bis 7.000 Stacheln, die aus Keratin bestehen und creme-, braun- sowie schwarzgebändert sind.[2][1] Im Gegensatz zu den Stacheln von Stachelschweinen sind diese Strukturen solide, besitzen keine Widerhaken und lösen sich bei Berührung nicht ab.[2] Die Bauchseite, das Gesicht, die Kehle und die Brust sind hingegen mit einem groben, grau- bis graubraunen Fell bedeckt. Ausgewachsene Exemplare erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von 20 bis 30 cm bei einer kurzen Schwanzlänge von 1 bis 4 cm. Das Körpergewicht variiert saisonal stark zwischen 500 und 1.500 g, wobei sich Tiere vor dem Winterschlaf signifikante Fettreserven anfressen können.[2][1] Eine zentrale anatomische Anpassung ist der *Musculus orbicularis panniculi*, ein Ringmuskel, der es dem Igel ermöglicht, sich bei Gefahr innerhalb von Sekunden zu einer festen Kugel zusammenzurollen. In diesem Zustand sind die ungeschützten Gliedmaßen und der weiche Unterbauch verborgen, während die Stacheln eine effektive Abwehrbarriere bilden.[2] Der Schädel verfügt über einen verlängerten Rüssel, der zusammen mit dem exzellenten Geruchssinn zum Aufspüren von Wirbellosen im Boden dient.[2][1] Das Gebiss ist primitiv und mit weit auseinanderstehenden Schneidezähnen funktionell an die insektenbasierte Ernährung angepasst. Die kurzen, kräftigen Gliedmaßen enden in fünf Zehen mit nicht einziehbaren Krallen, die das Graben erleichtern.[2] Hinsichtlich des Sexualdimorphismus sind Männchen durchschnittlich etwas schwerer und größer als Weibchen, was jedoch im Feld kaum zu unterscheiden ist. Jungtiere kommen blind und taub mit einem Gewicht von 12 bis 20 g zur Welt und besitzen zunächst weiche, weiße Stacheln.[2][1] Diese Erststacheln härten innerhalb von 36 Stunden aus und werden im Verlauf der Entwicklung durch pigmentierte Sekundärstacheln ergänzt.[2] Die Jungtiere verlassen das Nest erstmals nach etwa 25 Tagen und sind nach sechs Wochen selbstständig.[1] Farblich dominieren in der Population braune Töne, wobei selten leuzistische Individuen auftreten, die helle Stacheln bei dunklen Augen aufweisen.[2] Historisch wurde die Art 1758 von Carl Linnaeus in seiner *Systema Naturae* auf Basis schwedischer Exemplare wissenschaftlich erstbeschrieben.[2][3] Abgegrenzt wird die Art im südlichen und östlichen Verbreitungsgebiet vom Nördlichen Weißbrustigel (*Erinaceus roumanicus*), der sich unter anderem durch eine hellere Brustfärbung unterscheidet.[2]
Systematiek
Name & Einordnung
Der Braunbrust- oder Westigel (*Erinaceus europaeus*) wurde im Jahr 1758 von Carl von Linné in der 10. Auflage seiner *Systema Naturae* wissenschaftlich erstbeschrieben. Als Grundlage für diese Beschreibung dienten Exemplare aus Schweden. Der wissenschaftliche Gattungsname *Erinaceus* entstammt dem Lateinischen (von *ericius*) und referenziert das stachelige Erscheinungsbild, während das Epitheton *europaeus* das primäre Verbreitungsgebiet kennzeichnet.[2] Im deutschsprachigen Raum wird die Art spezifisch als Braunbrustigel oder Westigel bezeichnet, was sie namentlich von verwandten Arten abgrenzt.[1] Systematisch wird die Spezies der Familie der Igel (Erinaceidae) und der Ordnung der Insektenfresser (Eulipotyphla) zugeordnet, womit sie in einer Verwandtschaftsgruppe mit Spitzmäusen und Maulwürfen steht. Innerhalb der Gattung *Erinaceus* grenzt sich *Erinaceus europaeus* taxonomisch vom Nördlichen Weißbrustigel (*Erinaceus roumanicus*) ab, wobei Hybridisierungszonen bekannt sind.[2] In der wissenschaftlichen Literatur werden bis zu neun Unterarten (beispielsweise *E. e. europaeus* in Mitteleuropa und *E. e. occidentalis* im Westen) diskutiert, deren Validität aufgrund klinaler Variationen jedoch teilweise debattiert wird.[2] Der englische Trivialname „hedgehog“ (Mittelenglisch *heyghoge*, um 1450) leitet sich etymologisch vom bevorzugten Habitat in Hecken („hedge“) und der schweineartigen Schnauze („hog“) ab.[3] In der angewandten Schädlingskunde wird der Igel als geschützte Art und Nützling klassifiziert.[1]