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Wie lange leben Bienen? Lebensdauer von Königin & Arbeiterin erklärt
maart 10, 2026 Patricia Titz

Wie lange leben Bienen? Lebensdauer von Königin & Arbeiterin erklärt

Wenn wir an Bienen denken, haben die meisten von uns sofort das Bild eines summenden Bienenstocks an einem warmen Sommertag vor Augen. Die fleißigen Insekten fliegen von Blüte zu Blüte, sammeln Nektar und bestäuben ganz nebenbei unsere Obstbäume und landwirtschaftlichen Kulturen. Doch wenn man sich die Frage stellt: "Wie lange leben Bienen eigentlich?", gibt es darauf keine einfache, pauschale Antwort. Die Lebensspanne einer Biene hängt von einer Vielzahl faszinierender Faktoren ab: Gehört sie zu den Honigbienen oder den Wildbienen? Ist sie eine Königin, eine Arbeiterin oder ein männlicher Drohn? Und in welcher Jahreszeit wurde sie geboren? Die Natur hat hier ein hochkomplexes System erschaffen, in dem die Lebenserwartung exakt an die Funktion des jeweiligen Insekts im Ökosystem angepasst ist. Während einige Bienenarten nur wenige Wochen das Licht der Welt erblicken, können andere mehrere Jahre alt werden. In diesem umfassenden Ratgeber tauchen wir tief in die Biologie der Bienen ein und entschlüsseln das Geheimnis ihrer Lebensdauer.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Honigbienen-Königinnen haben die längste Lebenserwartung und können unter natürlichen Bedingungen 4 bis 6 Jahre alt werden.
  • Sommerbienen (Arbeiterinnen) leben aufgrund ihrer harten Arbeitstätigkeit nur etwa 4 bis 6 Wochen.
  • Winterbienen hingegen überleben mehrere Monate (bis zu 8 Monate), um das Volk durch die kalte Jahreszeit zu bringen.
  • Drohnen (männliche Bienen) leben nur im Sommer. Sie sterben unmittelbar nach der Paarung oder werden im Spätsommer aus dem Stock vertrieben.
  • Wildbienen leben als erwachsene, fliegende Insekten meist nur 3 bis 6 Wochen; den Großteil ihres Lebenszyklus verbringen sie als Ei, Larve und Puppe in ihrer Niströhre.
  • Umweltfaktoren wie Pestizide, Krankheiten (z.B. die Varroamilbe) und Nahrungsmangel verkürzen die natürliche Lebensdauer von Bienen drastisch.

Die Westliche Honigbiene (Apis mellifera): Ein Leben im Kastenwesen

Um die Lebenserwartung der Honigbiene zu verstehen, muss man zunächst ihr faszinierendes Sozialgefüge betrachten. Ein Honigbienenvolk ist ein sogenannter Superorganismus. Das bedeutet, dass das einzelne Insekt nicht allein überlebensfähig ist, sondern nur als Teil des großen Ganzen existieren kann[1]. In einem starken Volk leben im Hochsommer bis zu 80.000 Individuen zusammen[2]. Diese teilen sich in drei klar voneinander abgegrenzte Kasten auf, deren Lebensdauer extrem unterschiedlich ist.

Die Bienenkönigin: Die langlebige Herrscherin

Die Bienenkönigin, auch Weisel genannt, ist das einzige voll entwickelte weibliche Tier im Bienenstock. Ihre Lebenserwartung übersteigt die aller anderen Bienen im Stock bei Weitem. Unter natürlichen und optimalen Bedingungen kann eine Bienenkönigin vier bis sechs Jahre alt werden[3]. In der modernen, wirtschaftlich orientierten Imkerei wird sie jedoch häufig bereits nach ein bis zwei Jahren vom Imker ausgetauscht, um Ertragsrisiken durch eine altersbedingt sinkende Eiablagequote auszuschließen[4].

Das Geheimnis ihrer Langlebigkeit liegt in ihrer Ernährung und ihrer Genetik. Obwohl sie aus dem exakt gleichen befruchteten Ei schlüpft wie eine normale Arbeiterin, wird die Königinnenlarve ausschließlich mit Gelée Royale gefüttert – einem extrem nährstoffreichen Drüsensekret der Ammenbienen[5]. Diese spezielle Diät aktiviert bestimmte Gene, die zur vollständigen Ausbildung ihrer Eierstöcke führen und ihren Alterungsprozess massiv verlangsamen. Ihre einzige, aber kräftezehrende Aufgabe ist die Fortpflanzung: Auf dem Höhepunkt der Saison im Mai und Juni legt sie bis zu 1.500 bis 2.000 Eier am Tag – das entspricht mehr als ihrem eigenen Körpergewicht[6].

Die Sommerbiene: Ein kurzes Leben für die Arbeit

Die überwältigende Mehrheit der Bienen in einem Stock sind die weiblichen Arbeiterinnen. Wenn diese in den Monaten von Frühjahr bis Spätsommer schlüpfen, bezeichnet man sie als Sommerbienen. Ihre Lebenserwartung ist dramatisch kurz: Sie werden im Durchschnitt nur vier bis sechs Wochen alt[7].

Der Grund für dieses kurze Leben ist schlichtweg physischer Verschleiß. Die Sommerbiene arbeitet sich buchstäblich zu Tode. Ihr Leben ist in einen strikten, altersabhängigen Arbeitsplan unterteilt, der durch die Entwicklung ihrer inneren Drüsen gesteuert wird[8]:

  • Tag 1-3 (Putzbiene): Unmittelbar nach dem Schlüpfen reinigt sie die Wabenzellen, damit die Königin neue Eier hineinlegen kann.
  • Tag 4-12 (Ammenbiene): Ihre Futtersaftdrüsen (Hypopharynxdrüsen) entwickeln sich. Sie füttert nun die älteren Maden mit einem Pollen-Honig-Gemisch und die jüngsten Larven sowie die Königin mit Gelée Royale.
  • Tag 13-18 (Baubiene): Die Wachsdrüsen an ihrem Hinterleib werden aktiv. Sie schwitzt winzige Wachsplättchen aus und baut damit die sechseckigen Wabenzellen. Zudem nimmt sie Nektar von den heimkehrenden Sammlerinnen an und verarbeitet ihn zu Honig.
  • Tag 19-21 (Wächterbiene): Sie bewacht das Flugloch und verteidigt den Stock gegen Eindringlinge wie Wespen oder fremde Bienen.
  • Ab Tag 22 (Sammelbiene): In der letzten Phase ihres Lebens verlässt sie den schützenden Stock. Sie fliegt täglich bis zu 15 Mal aus, um Nektar, Pollen, Wasser und Baumharz (Propolis) zu sammeln. Dabei legt sie pro Flug Distanzen von 1 bis 2 Kilometern zurück[9].

Diese intensiven Sammelflüge sind extrem anstrengend. Die feinen Flügel der Biene fransen durch den ständigen Luftwiderstand und das Streifen an Blütenblättern nach und nach aus. Auch ihre Flugmuskulatur ermüdet, und die Enzyme in ihrem Körper verbrauchen sich. Nach etwa zwei bis drei Wochen als Flugbiene bleiben die Tiere oft entkräftet auf einer Blüte sitzen oder schaffen den Rückflug zum Stock nicht mehr.

Achtung: Erschöpfte Bienen im Sommer

Wenn Sie im Hochsommer eine Biene reglos auf dem Boden oder einer Blüte sitzen sehen, handelt es sich oft um eine alte Sommerbiene am Ende ihres Lebenszyklus. Manchmal sind sie aber auch nur unterzuckert. Sie können versuchen, ihr einen Tropfen Zuckerwasser (Mischung 1:1 aus Haushaltszucker und Leitungswasser) anzubieten. Geben Sie niemals Honig! Fremder Honig kann gefährliche Bienenkrankheiten wie die Amerikanische Faulbrut übertragen.

Die Winterbiene: Das Überleben sichern

Ab dem Spätsommer (etwa August bis Oktober) ändert sich die Physiologie der neu schlüpfenden Arbeiterinnen grundlegend. Da die Bruttätigkeit der Königin stark zurückgeht und das Nahrungsangebot in der Natur schwindet, müssen diese Bienen keine kräftezehrende Brutpflege mehr leisten und fliegen auch nicht mehr zum Sammeln aus. Stattdessen fressen sie große Mengen an eiweißreichem Pollen und legen sich ein sogenanntes Fett-Eiweiß-Polster in ihrem Körper an[10].

Diese sogenannten Winterbienen haben eine deutlich längere Lebenserwartung von sechs bis acht Monaten. Ihre einzige Aufgabe ist es, die Königin über den eisigen Winter zu bringen. Dazu ziehen sie sich im Stock zu einer dichten "Wintertraube" zusammen. Durch ständiges Zittern ihrer Flugmuskulatur erzeugen sie Wärme. Selbst wenn es draußen friert, halten sie die Temperatur im Inneren der Traube bei der Königin konstant auf etwa 20 bis 25 Grad Celsius[11]. Erst im Vorfrühling, wenn die ersten Blüten (wie Hasel oder Krokus) blühen und die Königin wieder Eier legt, aktivieren die Winterbienen ihre Futtersaftdrüsen, ziehen die erste Generation neuer Sommerbienen auf und sterben kurz darauf an Altersschwäche.

Die Drohnen: Ein kurzes, tragisches Leben

Die männlichen Bienen, die Drohnen, haben eine Sonderrolle. Sie entstehen aus unbefruchteten Eiern (Parthenogenese) und besitzen keinen Stachel. Ihre Lebenserwartung variiert stark, liegt aber im Durchschnitt bei 20 bis 50 Tagen. Drohnen beteiligen sich weder an der Nahrungssuche noch am Wabenbau oder der Verteidigung des Stockes. Sie werden von den Arbeiterinnen gefüttert und haben nur ein einziges Ziel: die Begattung einer jungen Königin.

An warmen Sommertagen fliegen sie zu sogenannten Drohnensammelplätzen, wo sie auf unbegattete Königinnen warten. Gelingt einem Drohn die Paarung im Flug, ist dies sein Todesurteil. Sein Begattungsorgan (Endophallus) reißt ab und verbleibt in der Königin, woraufhin der Drohn sofort stirbt und zu Boden fällt[12].

Drohnen, die nicht zum Zug kommen, ereilt ihr Schicksal spätestens im August. Wenn die Tracht (das Nahrungsangebot) nachlässt und sich das Volk auf den Winter vorbereitet, werden die männlichen Tiere zu unnötigen Fressern. In der sogenannten Drohnenschlacht verweigern die Arbeiterinnen ihnen die Nahrung, drängen sie vom Futter ab und zerren sie schließlich gewaltsam aus dem Stock. Geschwächt verhungern oder erfrieren die Drohnen vor dem Flugloch[13]. Im Winter gibt es daher keine männlichen Bienen im Stock.

Eine ältere Sommerbiene mit leicht abgenutzten Flügeln ruht sich erschöpft auf einer Lavendelblüte aus.
Sommerbienen arbeiten unermüdlich und haben daher eine kurze Lebenserwartung von nur vier bis sechs Wochen.

Wildbienen: Die verborgenen Einzelgänger

Wenn in den Medien vom "Bienensterben" die Rede ist, denken die meisten Menschen an die Honigbiene. Doch in Deutschland leben rund 600 verschiedene Wildbienenarten, von denen etwa die Hälfte auf der Roten Liste der gefährdeten Arten steht[14]. Im Gegensatz zur Honigbiene leben die allermeisten Wildbienen solitär, also als Einzelgänger. Sie bilden keine Staaten, produzieren keinen Honig für den Menschen und haben einen völlig anderen Lebenszyklus.

Die Lebenserwartung einer erwachsenen, fliegenden Wildbiene ist extrem kurz. Sie beträgt in der Regel nur drei bis sechs Wochen[15]. In dieser kurzen Zeitspanne muss das Weibchen einen geeigneten Nistplatz finden (z.B. in hohlen Pflanzenstängeln, in Totholz, in leeren Schneckenhäusern oder in sandigem Boden), Brutzellen anlegen, diese mit Pollen und Nektar als Nahrungsvorrat füllen, ein Ei ablegen und die Zelle verschließen. Danach stirbt das Weibchen. Sie lernt ihre eigenen Nachkommen niemals kennen.

Betrachtet man jedoch den gesamten Lebenszyklus, wird eine Wildbiene fast ein Jahr alt. Aus dem Ei schlüpft eine Larve, die den von der Mutter gesammelten Pollenvorrat frisst. Anschließend verpuppt sie sich. In diesem Puppenstadium überwintert das Insekt geschützt in seiner Niströhre. Erst im darauffolgenden Frühjahr oder Sommer schlüpft die fertige Biene, gräbt sich aus der Röhre und der kurze, aber intensive Lebenszyklus als Fluginsekt beginnt von vorn.

Tipp: Wildbienen im eigenen Garten fördern

Da Wildbienen nur eine so kurze Lebensspanne als erwachsene Tiere haben, sind sie extrem anfällig für Nahrungsmangel. Viele Arten sind "oligolektisch", das heißt, sie sammeln Pollen nur von ganz bestimmten Pflanzenfamilien. Pflanzen Sie heimische Wildstauden (wie Glockenblumen, Natternkopf oder Färberkamille) und lassen Sie markhaltige Stängel (z.B. von Brombeeren oder Königskerzen) über den Winter stehen. Diese dienen als essenzielle Nistplätze für das kommende Jahr.

Hummeln: Die pelzigen Staatenbildner auf Zeit

Hummeln gehören biologisch gesehen ebenfalls zu den Wildbienen. Sie nehmen jedoch eine Sonderstellung ein, da sie – ähnlich wie die Honigbiene – Staaten bilden. Allerdings handelt es sich bei Hummeln um einjährige Staaten[16].

Die Lebensdauer bei Hummeln verteilt sich wie folgt:

  • Die Hummelkönigin: Sie ist das einzige Mitglied des Volkes, das den Winter überlebt. Im Herbst begattet, gräbt sie sich in die Erde ein und fällt in eine Kältestarre. Im zeitigen Frühjahr erwacht sie, sucht einen Nistplatz (oft verlassene Mäuselöcher) und gründet ganz allein einen neuen Staat. Ihre Lebenserwartung beträgt etwa ein Jahr.
  • Die Arbeiterinnen: Sobald die erste Generation Arbeiterinnen geschlüpft ist, übernehmen diese die Nahrungssuche und Brutpflege. Ähnlich wie bei den Honigbienen verschleißen sie schnell und leben nur etwa drei bis vier Wochen.
  • Der Zusammenbruch: Im Hochsommer erreicht das Hummelvolk seinen Höhepunkt (je nach Art 50 bis 600 Tiere). Die Königin legt nun Eier, aus denen Jungköniginnen und Drohnen schlüpfen. Nach der Paarungszeit stirbt die alte Königin, und mit den ersten kalten Nächten im Herbst stirbt das gesamte restliche Volk ab. Nur die neuen, begatteten Jungköniginnen überleben in ihrem Winterversteck.

Faktoren, die die Lebensdauer von Bienen drastisch verkürzen

Die oben genannten Lebensspannen stellen das biologische Maximum unter Idealbedingungen dar. In der Realität erreichen viele Bienen dieses Alter jedoch nicht. Das weltweite Insektensterben, das in Studien wie der Krefelder Studie (die einen Rückgang der flugfähigen Insektenbiomasse um 76 % in 27 Jahren belegt) dokumentiert wurde[17], zeigt, dass Bienen massiven Stressfaktoren ausgesetzt sind.

1. Parasiten und Krankheiten (Die Varroamilbe)

Das derzeit größte Gesundheitsproblem für Honigbienen ist die aus Asien eingeschleppte Varroamilbe (Varroa destructor). Dieser Parasit vermehrt sich in der verdeckelten Bienenbrut und ernährt sich von der Hämolymphe (dem "Blut") sowie dem Fettkörper der Bienenpuppen. Die schlüpfenden Bienen sind geschwächt, haben eine deutlich verkürzte Lebenserwartung und sind oft durch Sekundärinfektionen (wie das Deformed Wing Virus, das verkrüppelte Flügel verursacht) gezeichnet[18]. Ohne imkerliche Behandlung (z.B. mit organischen Säuren im Winter) würde ein befallenes Volk innerhalb von ein bis zwei Jahren unweigerlich sterben[19].

2. Pestizide und Pflanzenschutzmittel

Der Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft hat fatale Auswirkungen auf die Lebensdauer von Bienen. Besonders Insektizide aus der Gruppe der Neonicotinoide wirken als Nervengifte. Selbst in subletalen (nicht sofort tödlichen) Dosen stören sie den Orientierungssinn der Bienen. Sammelbienen finden nicht mehr in ihren Stock zurück und verenden in der Landschaft. Breitbandherbizide wie Glyphosat töten zwar die Biene nicht direkt, vernichten aber sämtliche blühenden Beikräuter auf den Äckern und entziehen den Insekten somit radikal die Nahrungsgrundlage[20].

3. Nahrungsmangel und Monokulturen

Bienen benötigen eine kontinuierliche Versorgung mit Nektar (Kohlenhydrate für Energie) und Pollen (Eiweiß für die Aufzucht der Brut und den Aufbau des Fettkörpers der Winterbienen). In intensiv genutzten Agrarlandschaften blüht oft nur für kurze Zeit der Raps in riesigen Monokulturen. Danach entsteht eine "grüne Wüste" ohne Blüten. Dieser Trachtmangel im Hoch- und Spätsommer führt zu Mangelernährung. Schlecht ernährte Bienen haben ein schwächeres Immunsystem und eine signifikant kürzere Lebenserwartung[21].

Wichtig: Lichtverschmutzung schadet Insekten

Ein oft unterschätzter Faktor, der die Lebensdauer vieler Insekten verkürzt, ist künstliches Licht bei Nacht. Nachtaktive Insekten werden vom Licht angezogen, umkreisen die Lampen bis zur völligen Erschöpfung und verenden (der sogenannte "Staubsaugereffekt"). Das Aktionsprogramm Insektenschutz der Bundesregierung sieht daher Maßnahmen vor, um die Lichtverschmutzung durch insektenfreundliche Beleuchtung zu reduzieren[22].

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Sterben Bienen, wenn sie stechen?

Das gilt nur für die Arbeiterinnen der Honigbiene, wenn sie Säugetiere (wie den Menschen) stechen. Ihr Stachel hat feine Widerhaken, die sich in der elastischen Haut verfangen. Beim Versuch wegzufliegen, reißt sich die Biene den Stachel samt Giftblase und einem Teil ihres Hinterleibs aus, was unweigerlich zu ihrem Tod führt[23]. Wildbienen, Hummeln und Wespen haben glatte Stachel und können mehrfach stechen, ohne zu sterben.

Schlafen Bienen eigentlich?

Ja, Bienen schlafen. Forscher haben herausgefunden, dass Bienen Ruhephasen einlegen, in denen ihre Körpertemperatur sinkt, die Antennen herabhängen und sie auf Reize langsamer reagieren. Ausreichender Schlaf ist für Bienen essenziell, um Erlerntes (wie den Standort von Futterquellen) im Gedächtnis zu verankern und ihre komplexe Tanzsprache fehlerfrei auszuführen.

Was passiert, wenn die Bienenkönigin stirbt?

Stirbt die Königin unerwartet, bemerken die Arbeiterinnen dies innerhalb weniger Stunden am fehlenden Königinnen-Pheromon. Wenn noch sehr junge Arbeiterinnen-Larven (unter 3 Tagen alt) im Stock vorhanden sind, können die Bienen diese durch ausschließliche Fütterung mit Gelée Royale zu sogenannten "Nachschaffungsköniginnen" umfunktionieren. Gelingt dies nicht, wird das Volk weisellos, einige Arbeiterinnen beginnen unbefruchtete Eier zu legen (aus denen nur Drohnen schlüpfen), und das Volk stirbt unweigerlich aus.

Wie überwintern Wildbienen?

Die meisten Wildbienen überwintern nicht als erwachsenes Tier, sondern als Ruhelarve oder fertig entwickelte Puppe gut geschützt in ihrer Niströhre (z.B. im Boden, in Totholz oder in hohlen Stängeln). Sie besitzen eine Art natürliches Frostschutzmittel im Körper, das verhindert, dass ihre Zellen bei Minusgraden platzen. Erst wenn die Temperaturen im Frühjahr steigen, schlüpfen sie.

Warum ist das Schwärmen für Bienen wichtig?

Das Schwärmen ist die natürliche Art der Fortpflanzung und Verjüngung eines Honigbienenvolkes. Wenn der Stock zu voll wird, zieht die alte Königin mit etwa der Hälfte der Bienen aus, um eine neue Behausung zu suchen. Im alten Stock schlüpft eine junge Königin. Dieser Prozess unterbricht auch die Vermehrung der Varroamilbe und trägt zur Gesunderhaltung des Volkes bei[24].

Fazit

Die Frage "Wie lange leben Bienen?" offenbart die ganze Komplexität und Perfektion der Natur. Von der wenige Wochen lebenden, sich aufopfernden Sommerbiene über die monatelang ausharrende Winterbiene bis hin zur jahrelang regierenden Königin – jedes Tier hat eine exakt bemessene Lebensspanne, die dem Überleben des gesamten Volkes dient. Bei den Wildbienen und Hummeln sehen wir wiederum völlig andere, an Jahreszeiten gebundene Lebenszyklen. Doch all diese faszinierenden Insekten haben eines gemeinsam: Ihre natürliche Lebensdauer wird durch menschliche Einflüsse wie Lebensraumverlust, Pestizide und eingeschleppte Krankheiten massiv bedroht. Jeder von uns kann helfen, indem wir Gärten naturnah gestalten, auf chemische Pflanzenschutzmittel verzichten und ein vielfältiges, durchgehendes Blütenangebot schaffen. Nur so stellen wir sicher, dass Bienen auch in Zukunft lange genug leben, um ihre unersetzliche Rolle in unserem Ökosystem zu erfüllen.

Quellen und Referenzen

  1. Radetzki, Thomas: "Die Krise der Bienenhaltung - ein Symptom unfruchtbarer Konzepte", Schweisfurth Stiftung, 2008.
  2. Schwarz, Dr. Martin: "Bienen – eine interessante und vielfältige Tiergruppe mit großer Bedeutung", ÖKO·L 38/2, 2016.
  3. Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV): Broschüre "Bienen - Unverzichtbar für Natur und Erzeugung", 2011.
  4. Radetzki, Thomas: "Die Krise der Bienenhaltung - ein Symptom unfruchtbarer Konzepte", Schweisfurth Stiftung, 2008.
  5. Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL): "Begegnung mit einem Bienenschwarm – was tun?", 2025.
  6. Radetzki, Thomas: "Die Krise der Bienenhaltung - ein Symptom unfruchtbarer Konzepte", Schweisfurth Stiftung, 2008.
  7. Länderinstitut für Bienenkunde: "Jahreszeitlicher Rhythmus im Bienenvolk", HU Berlin.
  8. Odemer, Richard: "Funktionelle Anatomie der Honigbiene", Landesanstalt für Bienenkunde, Universität Hohenheim, 2012.
  9. Länderinstitut für Bienenkunde: "Jahreszeitlicher Rhythmus im Bienenvolk", HU Berlin.
  10. Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL): "Was machen Honigbienen im Winter?", 2025.
  11. Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL): "Was machen Honigbienen im Winter?", 2025.
  12. Länderinstitut für Bienenkunde: "Jahreszeitlicher Rhythmus im Bienenvolk", HU Berlin.
  13. Länderinstitut für Bienenkunde: "Jahreszeitlicher Rhythmus im Bienenvolk", HU Berlin.
  14. Deutsche Wildtier Stiftung: "Wildbienen - Schützen und fördern im Kleingarten", 4. Auflage, 2021.
  15. Deutsche Wildtier Stiftung: "Wildbienen - Schützen und fördern im Kleingarten", 4. Auflage, 2021.
  16. Schwarz, Dr. Martin: "Bienen – eine interessante und vielfältige Tiergruppe mit großer Bedeutung", ÖKO·L 38/2, 2016.
  17. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU): "Aktionsprogramm Insektenschutz", 2019 (Bezugnehmend auf Hallmann et al. 2017, Krefelder Studie).
  18. Radetzki, Thomas: "Die Krise der Bienenhaltung - ein Symptom unfruchtbarer Konzepte", Schweisfurth Stiftung, 2008.
  19. Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL): "Begegnung mit einem Bienenschwarm – was tun?", 2025.
  20. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU): "Aktionsprogramm Insektenschutz", 2019.
  21. Radetzki, Thomas: "Die Krise der Bienenhaltung - ein Symptom unfruchtbarer Konzepte", Schweisfurth Stiftung, 2008.
  22. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU): "Aktionsprogramm Insektenschutz", 2019.
  23. Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL): "Begegnung mit einem Bienenschwarm – was tun?", 2025.
  24. Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL): "Begegnung mit einem Bienenschwarm – was tun?", 2025.

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