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Classificatie
Overzicht
Die Gattung Myrmica gehört zur Familie der Ameisen (Formicidae) und wird innerhalb der Unterfamilie der Knotenameisen (Myrmicinae) geführt. Vertreter dieser holarktisch verbreiteten Gattung sind im Volksmund als „Rote Ameisen“ bekannt und in Mitteleuropa flächendeckend anzutreffen. Morphologisch ähneln sie Vertretern der Gattung Manica, unterscheiden sich von diesen jedoch durch Dornen auf dem Propodeum sowie eine im Schnitt geringere Körpergröße.1
In één oogopslag
Herkennen
Die Arbeiterinnen der Gattung Myrmica erreichen eine Körperlänge von meist um etwa 5 mm, wobei die Länge selbst bei den kleinsten Arten stets über 1 mm beträgt. Sie zeigen eine einfarbige Grundfärbung in verschiedenen Tönen von Rot, Gelb und Braun, welche jedoch stark variieren kann. Der Kopf erscheint in der Aufsicht oval, wobei die Antennen bei weiblichen Kasten aus 12 Gliedern bestehen und eine aus drei bis vier Gliedern gebildete Fühlerkeule aufweisen. Die Mandibeln sind am Kaurand mit 7 bis 10 Zähnen besetzt, die zur Spitze hin an Größe zunehmen. Die Maxillarpalpen setzen sich aus sechs, die Labialpalpen aus vier Gliedern zusammen. Der Thorax zeigt bei den Arbeiterinnen ein meist stark retikuliertes oder rugoso-retikuliertes Mesosoma2, auf dessen Propodeum in den meisten Fällen zwei lange Dornen sitzen. Die Tibien der Hinterbeine tragen jeweils einen kammförmig ausgeprägten Sporn1, ein Merkmal, das bei den permanent sozialparasitären Arten der Untergattung Symbiomyrma fehlt. Das Abdomen besitzt ein zweigliedriges Stielchen, wobei der Petiolus an der Unterseite vorne eine Auseckung oder ein Zähnchen trägt und der Postpetiolus glatt ohne Anhängsel auskommt. Durch die Reibung des Postpetiolus an der gerillten Unterseite des ersten Gastersegments erzeugen die Tiere für den Menschen unhörbare Stridulationslaute.1 Wie alle Knotenameisen verfügen die weiblichen Kasten über einen voll entwickelten Giftstachel.12 Ein ausgeprägter Sexualdimorphismus zeigt sich darin, dass die geflügelten Geschlechtstiere größer als die Arbeiterinnen sind und die Männchen 13-gliedrige Antennen besitzen. Die Vorderflügel der Geschlechtstiere zeichnen sich durch eine Cubitalzelle aus, die von einer unvollständigen Querader geteilt wird.1 Die Eier und Larven durchlaufen eine stark temperaturabhängige Entwicklung1, wobei die Puppen meist nackt vorliegen.2 Eine Verwechslungsgefahr besteht vor allem mit Vertretern der Gattung Manica, welche jedoch wesentlich größer sind und keine Propodealdornen besitzen.1
Portret
Die Knotenameisen der Gattung Myrmica sind in der gesamten Holarktis verbreitet und gehören zu den prägenden Ameisengruppen temperierter und borealer Zone. Arbeiterinnen erreichen eine Körpergröße von meist etwa 5 mm, wobei die Länge selbst bei den kleinsten Vertreterinnen stets über 1 mm liegt. Ihr Erscheinungsbild ist durch eine einfarbige Färbung in Rot-, Gelb- und Brauntönen geprägt, die jedoch innerartlich stark variieren kann. Im natürlichen Lebensraum bewegen sich die Tiere überwiegend einzeln in der Streuschicht oder auf der Erdoberfläche fort.1 Bei kühler Witterung zeigen sie sich eher träge, während sie bei höheren Temperaturen sehr lebendig agieren.2 Das Nest wird bevorzugt unterirdisch im Schutz von Steinen, Totholz oder am Wurzelwerk von Pflanzen angelegt.12 Morphologisch lassen sich die Weibchen durch ein zweigliedriges Petiolus-Stielchen auszeichnen, bei dem das erste Segment an der Unterseite ein kleines Zähnchen oder eine Auseckung trägt. Zudem verfügen alle weiblichen Kasten über einen funktionstüchtigen Giftstachel. Einzigartig ist die Fähigkeit zur Stridulation, bei der durch Reibung des Postpetiolus an der gerillten Unterseite des ersten Gastersegments für den Menschen unhörbare Laute erzeugt werden. Die Antennen der weiblichen Kasten bestehen aus 12 Gliedern, wobei eine Fühlerkeule aus 3 bis 4 Gliedern gebildet wird, während Männchen 13-gliedrige Fühler besitzen.1 Am Propodeum tragen die Arbeiterinnen meist zwei lange, scharfe Dornen.12 Die Larvenentwicklung ist stark temperaturabhängig und dauert unter mitteleuropäischen Bedingungen bei frühjährlicher Ablage zwischen 70 und 90 Tage. Später im Jahr abgelegte Eier überwintern als sogenannte langsame Brut einmal im Mutternest. Die Ernährung der Kolonien erfolgt überwiegend zoophag sowie ergänzend durch Nektarsammeln und Trophobiose mit Blatt- und Schildläusen. Zudem pflegen zahlreiche Arten enge, teils obligate Symbiosen oder parasitäre Beziehungen zu Schmetterlingsraupen der Familie Lycaenidae. Im Vergleich zur ähnlichen Gattung Manica besitzen Myrmica-Arten deutlich ausgeprägte Propodealdornen und sind kleiner. Sozialparasitäre Arten innerhalb der Gattung, wie Myrmica karavajevi, zeichnen sich durch den vollständigen Verlust der Arbeiterkaste aus.1
Systematiek
Die Knotenameisen der Gattung Myrmica wurden im Jahr 1804 durch den französischen Entomologen Pierre André Latreille wissenschaftlich beschrieben. Im Volksmund sind Vertreter dieser holarktisch verbreiteten Gattung im deutschsprachigen Raum geläufig als „Rote Ameisen“ oder spezifischer als Knotenameisen. Die Gattung gehört innerhalb der Familie der Ameisen (Formicidae) zur Unterfamilie der Myrmicinae. Zu den historischen Synonymen beziehungsweise ehemaligen Gattungszuordnungen, die im Laufe der Taxonomiegeschichte etabliert wurden, zählen Dodecamyrmica Arnoldi, 1968, Paramyrmica Cole, 1957, Sifolinia Emery, 1907, Sommimyrma Menozzi, 1925 sowie Symbiomyrma Arnoldi, 1930. Letztere wird bisweilen als Untergattung für sozialparasitäre Arten ohne eigene Arbeiterkaste geführt. Morphologisch zeichnet sich die Gattung unter anderem durch ein zweigliedriges Petiolusstück sowie 12-gliedrige Antennen bei den weiblichen Kasten aus.1
Levenswijze
Die Kolonien der Gattung Myrmica sind überwiegend polygyn und umfassen gewöhnlich 300 bis 1.500 Individuen, in seltenen Fällen bis zu 10.000 Tiere. Die Fortpflanzungsbiologie der Geschlechtsinhaber ist durch einen Schwarmflug im Sommer geprägt, bei dem sich die Tiere an markanten Geländepunkten zur Gipfelbalz einfinden. Die Begattung findet stets auf einer festen Unterlage statt; nach dem Schwarmflug werfen die geflügelten Weibchen ihre Flügel ab, während die Männchen sterben. Die Koloniegründung erfolgt eigenständig durch begattete Jungköniginnen in semiclaustraler Weise, häufig auch gemeinsam durch mehrere Königinnen in Pleometrose oder durch Aufnahme in bereits bestehende Nester. Hinsichtlich der Entwicklungsstadien verläuft die Ontogenese von der Eiablage bis zum fertigen Imago stark temperaturabhängig. Unter mitteleuropäischen Klimabedingungen dauert die Entwicklung der im Frühling abgelegten „schnellen Brut“ zwischen 70 und 90 Tagen. Eier, die nach Mitte Juli abgelegt werden, gelten als „langsame Brut“; deren Larven überwintern einmal im Mutternest und können sich im folgenden Frühjahr weiterentwickeln. Die Kastendetermination erfolgt während der Larvalphase durch artspezifische Fütterung mit Sekreten aus der Postpharynxdrüse, wodurch kleine oder große Arbeiterinnen sowie Königinnen hervorgehen. Königinnen beeinflussen das Brutpflegeverhalten über Pheromone aus der Kopfdrüse, wobei Arbeiterinnen potenziell königinnenartige Larven bei Beschädigung so verändern, dass daraus Arbeiterinnen entstehen. Die Ernährung der Kolonien ist zu einem großen Teil zoophag, wird jedoch durch das Sammeln von Nektar sowie die Trophobiose mit Blattläusen und Schildläusen ergänzt. Zusätzlich unterhalten zahlreiche Myrmica-Arten spezialisierte Symbiosen oder parasitäre Beziehungen zu anderen Insekten, insbesondere zu Schmetterlingsraupen der Familie Lycaenidae, die teilweise als soziale Parasiten im Ameisenbau leben.1
Levenswijze
Die Arbeiterinnen von Myrmica bewegen sich meist einzeln in der Streuschicht, auf der Erdoberfläche oder auf benachbarten Pflanzen fort. Bei kühler Temperatur verhalten sich die Tiere träge, während sie bei warmer Witterung sehr lebendig agieren. Die Aktivität und Fortbewegung sind eng an die Umgebungstemperatur gekoppelt. Zur Kommunikation nutzen die Ameisen unter anderem Stridulationslaute, die durch die Reibung des Postpetiolus an der gerillten Unterseite des ersten Gastersegments erzeugt werden. Diese akustischen Signale sind für den Menschen nicht hörbar. Zusätzlich beeinflussen Königinnen das Brutpflegeverhalten der Kolonie durch Pheromone aus der Kopfdrüse. Larven mit Bissverletzungen, aus denen sich möglicherweise Königinnen entwickeln könnten, werden von den Arbeiterinnen gezielt verstümmelt, um die Entwicklung zu Arbeiterinnen zu steuern. Das Abwehrverhalten der Tiere ist wenig aggressiv, da sie ihren Giftstachel selten gebrauchen. Die geflügelten Geschlechtstiere schwärmen im Sommer zum Ausbreitungsflug aus, wobei sich Tiere verschiedener Nester oft an markanten Geländepunkten zur Gipfelbalz treffen. Die Begattung findet ausschließlich auf einer festen Unterlage statt.1
Levenswijze
Vertreter der Gattung Myrmica ernähren sich überwiegend zoophag und betreiben zusätzlich Trophobiose mit unter- sowie oberirdisch lebenden Blatt- und Schildläusen.1 Neben Honigtau nutzen sie Nektar als Nahrungsquelle und zeigen ein generalistisches Futtersuchverhalten auf der Bodenoberfläche und in der Streuschicht.12 Eine wichtige Rolle im Ökosystem spielen sie durch enge symbiotische und parasitische Beziehungen zu zahlreichen anderen Insekten, insbesondere zu Schmetterlingsraupen der Familie der Bläulinge. Viele dieser myrmekophilen Arten sind an spezifische Myrmica-Wirtsarten angepasst und auf deren Nester für die eigene Entwicklung angewiesen.1 Die Nester werden vorwiegend unterirdisch angelegt, häufig im Schutz von Steinen, liegenden Baumstämmen oder am Wurzelwerk von Pflanzen. Das Verbreitungsspektrum umfasst vorwiegend gemäßigte Habitate wie temperierte Nadelwälder, montane Wiesen, offene Landschaften sowie feuchtere Standorte in wärmeren Regionen der Holarktis.12
Verspreiding
Die Gattung Myrmica ist holarktisch verbreitet und besiedelt vor allem die gemäßigten Zonen der nördlichen Hemisphäre. Das natürliche Verbreitungsgebiet erstreckt sich in Asien von Nordsibirien bis in das Bergland von Hinterindien sowie über den Kaukasus. In Europa reicht das besiedelte Areal von Fennoskandien bis in dem Mittelmeerraum, wobei in wärmeren Regionen nur vereinzelte Vorkommen an feuchteren Standorten existieren. In Nordafrika sind dagegen nur noch einzelne Ansiedelungen nachgewiesen. Für die Nearktis ist die Gattung vom Polarkreis bis in das Hochland von Mexiko belegt. In Südamerika, Australien und im südlichen Afrika fehlt Myrmica hingegen natürlicherweise. In Mitteleuropa sind Vertreter der Gattung flächendeckend und vielerorts verbreitet.1 Typische Habitate umfassen vor allem temperierte Lebensräume wie Nadelwälder und Bergwiesen. Darüber hinaus besiedeln verschiedene Arten trockenere bis mesische Laub- und Mischwälder, Offenländer sowie Grünflächen.2 Die Nester werden überwiegend unterirdisch angelegt, häufig im Schutz von Steinen, liegenden Baumstämmen oder in alten Baumstümpfen sowie im direkten Wurzelwerk von Pflanzen.12 Gegen Bodenverdichtungen zeigen sich die Arten weitgehend unempfindlich. Bezüglich der Vertikalverbreitung sind Funde aus Gebirgen wie dem vietnamesischen Fan-Si-Pan erst ab Höhenlagen von etwa 1.700 m dokumentiert.2
Verspreiding
Waarnemingen
Seizoensverloop
Die Aktivität von Myrmica-Arten ist stark an die herrschenden Temperaturen gekoppelt, weshalb sie bei kühler Witterung in eine gewisse Trägheit verfallen, während sie bei warmer Witterung sehr lebendig agieren. Im Jahresverlauf ist die Entwicklung der Brut maßgeblich von thermischen Faktoren abhängig. Unter den klimatischen Bedingungen Mitteleuropas dauert der Entwicklungsprozess von der Eiablage bis zum fertigen Imago zwischen 70 und 90 Tagen, sofern das Ei im Frühling abgelegt wurde. Diese erste Generation wird als „schnelle Brut“ bezeichnet. Im Gegensatz dazu wird die nach Mitte Juli abgelegte Brut als „langsame Brut“ eingestuft. Die daraus hervorgehenden Larven überwintern einmal im Mutternest. Diese überwinterten Larven können sich im folgenden Frühjahr unter bestimmten Ernährungsbedingungen zu fertilen Weibchen entwickeln. Die geflügelten Geschlechtstiere schwärmen im Sommer aus, wobei es zu Ausbreitungsflügen und oft zur sogenannten Gipfelbalz an markanten Geländepunkten kommt. Männchen verharren dort mehrere Tage, bis eine paarungsbereite Jungkönigin eintrifft, wobei die Begattung stets auf einer festen Unterlage stattfindet. Nach dem Schwarmflug werfen die begatteten Weibchen ihre Flügel ab, während die Männchen sterben.1 Ergänzend zeigt das öffentliche Suchinteresse in den Sommermonaten und im Frühherbst (mit einem Peak im September) eine erhöhte Wahrnehmung der Ameisen, was mit der Hauptaktivitäts- und Schwarmflugphase korreliert.
Seizoensverloop
Gebaseerd op de Silberkraft TrendIndex – ons eigen model op basis van zoekdata en natuurlijke observaties
Praktijkkennis
Vertreter der Gattung Myrmica sind in Mitteleuropa weit verbreitet und werden im Volksmund als Rote Ameisen bezeichnet. Aufgrund ihrer Ernährungsweise als Zoophagen und Trophobionten im Freiland sind sie grundsätzlich als Nützlinge in Ökosystemen einzustufen. Sie können jedoch bei Störungen oder Annäherung zustechen, da weibliche Kasten über einen funktionellen Giftstachel verfügen. Belastbare Daten zu medizinisch relevanten Dauerschäden oder als Vektoren für Krankheitserreger beim Menschen fehlen in der Fachliteratur. Die Nester werden bevorzugt unterirdisch, unter Steinen, in morschem Holz oder am Wurzelwerk von Pflanzen angelegt. Ein spezifisches Monitoring oder standardisierte chemische Bekämpfungsmaßnahmen für den Haus- und Gartenbereich sind mangels wirtschaftlicher Schadorganismus-Einstufung nicht etabliert. Präventive bauliche oder hygienische Maßnahmen gegen Myrmica-Arten sind in der Literatur ebenfalls nicht systematisch belegt.1
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Bronnen